Carte Blanche für Stephen Prina

Zwei Workshops mit Stephen Prina zu seinem Werk (in englischer Sprache)
Institut für Neue Musik an der Hochschule für Musik und Tanz Köln
Mo. 30.05.2011 (ganztägig) und Di. 31.05.2011 (vormittags),
Beginn jeweils 10 Uhr

Der international renommierte Konzeptkünstler und Musiker Stephen Prina bietet im Rahmen einer Kooperation zwischen dem Kölnischen Kunstverein und der Hochschule für Musik und Tanz einen öffentlichen Workshop an. In seiner künstlerischen Arbeit bedient sich Stephen Prina eines ausdifferenzierten ästhetischen Referenzsystems im Bereich der Neuen und Pop-Musik-, Malerei-, Architekturgeschichte. Er arbeitet auch als Komponist und war langjähriges Mitglied der Avantgarde Rock Band The Red Krayola.

Prina wird in dem Seminar seine Arbeitsweise und insbesondere seine beiden Filme Vinyl II und The Way He Always Wanted It II vorstellen, über Kompositionsstrategien sprechen und seinen interdisziplinären Ansatz zum Thema machen. Teil seines Seminars wird die Vorbereitung einer Musikperformance mit Studenten der Musikhochschule für Musik und Tanz Köln sein, die innerhalb seiner Einzelausstellung He was but a bad translation. zu sehen sein wird.

Programm
Montag, 30.05.2011
10 Uhr Beginn des Seminars, Hochschule für Musik und Tanz Köln, Raum 315
12 Uhr Mittagspause und Transfer
13 Uhr Kölnischer Kunstverein, Kino in der Brücke
Stephen Prina stellt seine Filme Vinyl II, 2000 und The Way He Always Wanted It II, 2009 vor.
anschließend: Diskussion

Dienstag 31.05.2011
10 Uhr, Beginn des Seminars, Hochschule für Musik und Tanz Köln, Raum 315
Prina spricht über Möglichkeiten des Komponierens
11.30 Uhr Kaffeepause
12 – 14 Uhr Besprechung mit Teilnehmern der Performance The Way He Always Wanted It VIII, 2011

Hochschule für Musik und Tanz Köln
Institut für Neue Musik, Raum 315
Unter Krahnenbäumen 87
50668 Köln

Omer Fast

22.10. – 18.12.2011
Eröffnung am 21.10.2011, 19 Uhr

Omer Fasts Einzelausstellung im Kölnischen Kunstverein, in der er seine neue Arbeit 5000 Feet is the Best (2011) und die dreiteilige Videoarbeit Nostalgia (2009) präsentiert, ist die abschließende Ausstellung im Programm der Kunstvereinsdirektorinnen Kathrin Jentjens und Anja Nathan-Dorn. Omer Fast (geb. 1972) ist für Filme und Videoarbeiten bekannt, welche die spezifischen formalen Möglichkeiten von Film und Fernsehen nutzen, wie beispielsweise das Durchmischen von Dokumentarischem und Fiktion, das Spiel mit Ton, Bildebene und Schnitt. Die pluralen Sichtweisen und Stimmen, die er so in seine Geschichten integrieren kann, negieren das Authentische. Es sind Arbeiten über die Möglichkeiten des Erzählens.

5000 Feet is the Best handelt von Piloten unbemannter, amerikanischer Drohnen, die von multiplen Monitoren umgeben in Containern arbeiten. Die Computertechnologie ermöglicht es ihnen beispielsweise, zu beobachten, wie ein Mann am anderen Ende der Welt eine Zigarette raucht oder welche Schuhe er trägt – eine quasi intime visuelle Wahrnehmung, die der Pilot in gleicher Weise hat, wenn er Bomben von einer Drohne zu ihrem Ziel steuert. Der digitale Film, der auf einem Gespräch des Künstlers mit einem ehemaligen Piloten basiert, mischt das dokumentarische Material mit fiktiven Elementen. Der Pilot weicht den Fragen des Interviewers immer wieder aus, indem er scheinbar belanglose Anekdoten erzählt. Diese Geschichten mischen sich in den Bildern des Films mit unseren eigenen Vorstellungen vom Krieg im vorderen Orient und von Las Vegas. Mehr und mehr nimmt der Film allerdings die Leerstelle in den Fokus, die zwischen unserer medial geprägten Wahrnehmung dieses Themas und den traumatisierenden Erlebnissen des Piloten besteht.

Im Untergeschoss des Kunstvereins begegnet der Besucher einer neuen, zweiteiligen Dia- und Videoarbeit von Omer Fast: Her face was covered (2011). Sie funktioniert wie ein Nachbild zu 5000 Feet is the Best. Das Video zeigt die Vorbereitungen für den Dreh einer Filmszene nach der Explosion einer Bombe. Die Bilder sind von einem Kran aus aufgenommen, so dass die Perspektive der Aufnahme der Art der Beobachtungen einer Drohne ähnelt. Im Voice Over erzählt ein Drohnenpilot, wie und warum er Befehl erhält, eine Frau zu eliminieren. In der Diaprojektion hat Omer Fast die Sätze der Erzählung in die Bildersuchmaschine von Google eingegeben. Einige der Bilder, die er so im Internet gefunden hat, scheinen völlig absurd und beliebig, andere treffen die Situation genau. Sie wirken wie ein Schatten der Erzählung, die sich aus einem alltäglichen Bilderreservoir zusammensetzt.

Nostalgia ist eine dreiteilige Videoinstallation. Ausgehend von der Tonaufnahme eines Gesprächs mit einem Flüchtling aus Nigeria verwickelt Omer Fast den Betrachter in eine Geschichte über illegale Einwanderer und die scharf kontrollierte Grenze zwischen Afrika und Europa. Nostalgia besteht aus einem kurzen dokumentarischen Video, einer Installation mit zwei Monitoren, die eine inszenierte Interviewszene zwischen einem Afrikaner und einem Regisseur zeigt, und einer in der Vergangenheit angesiedelten Science-Fiction, in der Europäer durch Tunnelsysteme aus einem zerstörten und unsicheren Europa in ein sicheres Afrika flüchten. Joseph Conrads Novelle Herz der Finsternis ähnlich, ist die narrative Struktur von Nostalgia wie eine russische Matrjoschka-Puppe strukturiert, in der eine Narrationsebene die nächste öffnet. So erzählt der von Omer Fast befragte Afrikaner im ersten Teil von Nostalgia, wie ein älterer Soldat ihm, als er Kindersoldat war, beibrachte, Rebhuhnfallen zu bauen. Auch in den folgenden Videos der Arbeit beschreiben Schauspieler unterschiedlicher Figuren eben diese Schlingfalle. Je tiefer der Betrachter in das Dickicht aus unterschiedlichen Perspektiven, Zeit- und Realitätsebenen eindringt, desto mehr scheint sich die Schlinge um ihn zuzuziehen.

Für die Unterstützung der Ausstellung von Omer Fast möchten wir uns herzlich bei Dr. Arend und Dr. Brigitte Oetker, Julia Stoschek, Sabine DuMont Schütte, der Botschaft des Staates Israel und Köllefolien bedanken.


The forthcoming exhibition will be the last of Kathrin Jentjens and Anja Nathan-Dorn as directors of the Kunstverein. In his solo show at Kölnischer Kunstverein Omer Fast will be presenting his new work 5000 Feet is the Best (2011) as well as the three-part video work Nostalgia (2009). Omer Fast (*1972) is well known for film and video works that employ formal strategies of film and TV such as mixing documentary and fictitious material, playing with sound, image, cut and truisms of film history. The plurality of perspectives and voices he integrates into his stories in this way negate the authentic. His films are works on the possibilities and potentials of story-telling.

5000 Feet is the Best tells a story about pilots of unmanned, American drones who work in container-like offices surrounded by a multitude of computer displays. Technology allows them to discern what make someone’s shoes are or to watch a man smoking his cigarette from the other end of the world – it is a very intimate visual perception, a sensation the pilot also feels when he directs the drone’s missiles to their target. The digital film, which is based on an interview by the artist with a former pilot, mixes documentary material with fictitious elements. The pilot evades the questions of the interviewer time and again and seeks refuge in the recounting of petty anecdotes. The images these stories conjure up in the film blend with our own imaginings of the war in the Middle East and those of Las Vegas. Increasingly, the film focuses on the void between our own media-shaped assumptions and the traumatizing experiences of the pilot.

A new slide and video work by Omer Fast has been installed in the basement of the Kunstverein. Her face was covered (2011) acts like an after-image of 5000 Feet is the Best. The video shows preparations for a film shoot just after a staged bomb explosion. The images were filmed from the top of a crane in order for them to resemble the vantage point of a drone pilot. The voice-over of a drone pilot tells the story of how and why he receives orders to eliminate a woman. For the slide projection Omer Fast looked up phrases from this story in Google images. Some of the images from the search results are absurd and seem to be selected at random; others are a close fit to the actual story. The images are like shadows of the story that seems to uncannily be made up of an everyday image reservoir.

Nostalgia, a work made in 2009, is a video installation in three parts. Based on an audio recording of a conversation with a refugee from Nigeria a story about illegal immigrants and the tightly controlled border between Africa and Europe develops. Nostalgia consists of a short documentary video, a two-display installation showing a staged interview situation between an African and a director and a science fiction set in the past picturing Europeans fleeing a ruined and insecure Europe for a safe Africa via an underground tunnelling network. Similar to Joseph Conrad’s novel Heart of Darkness the narrative structure of Nostalgia is build up like a Russian Matrjoschka doll that reveals the planes of narration one by one.
In the first part of Nostalgia the African interviewed by Omer Fast recounts how, when he was a child soldier, he was taught by a senior soldier to trap partridges. In the subsequent parts of the installation actors acting out different characters describe precisely this laying of the snare trap. The more the viewer penetrates the manifold perspectives and planes of reality the more the snare seems to close in on him.

We cordially thank Dr. Arend and Dr. Brigitte Oetker, Julia Stoschek, Sabine DuMont Schütte, the embassy of the State of Israel and Koellefolien for the kind support of the exhibition.

Chto Delat? Perestroika: Twenty Years After: 2011-1991

27.08. – 18.09.2011
Eröffnung am 26.08.2011, 19 Uhr

Das russische Künstlerkollektiv Chto Delat? wurde 2003 von Künstlern, Kunstkritikern, Philosophen und Autoren aus Sankt Petersburg und Moskau gegründet. In ihren vielfältigen Aktivitäten verbinden sie politische Theorie, Kunst und Aktivismus. Das emanzipatorische Potential des Einzelnen und der Gesellschaft als Ganzes sowie die Rolle der Kultur in diesen Prozessen sind Themen, mit denen sich die Mitglieder der Gruppe sowohl gedanklich als auch in ihren Aktionen auseinandersetzen. Der Name Chto Delat? bedeutet übersetzt ‚Was ist zu tun?’ und ist dem Titel eines Romans von Nikolay Chernyshevsky aus den 1860er Jahren entliehen, in dem der Autor einen minutiösen Plan für den Aufbau einer sozialistischen Arbeiterorganisation entwirft. Vladimir Lenin übernahm den Namen später für sein politisches Konzept. Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit der Gruppe ist die Reflexion über die Form des Künstlerkollektivs und dessen Bedeutung in der Vergangenheit und der Gegenwart und über den Einfluss, den Kollektivität auf die Produktion und Rezeption von Kunst hat.

Die Ausstellung Perestroika. Twenty years after: 2011-1991 ist die erste Einzelausstellung des international renommierten Künstlerkollektivs in Deutschland. Chto Delat?’s künstlerische Arbeit ist zutiefst politisch in ihrer Aufarbeitung von russischer Geschichte und zeitgenössischen Ereignissen. Die Ausstellung reflektiert die Entwicklung der Gesellschaft und der Wirtschaft in Russland nach der Perestroika 1991, als die Soviet Union aufgelöst und die Russische Föderation gegründet wurde. Die Ausstellung ist wie ein umgekehrter historischer Countdown strukturiert und beginnt im Kino der Brücke mit dem Film Tower: A Songspiel (2010). Der Film gibt einen Einblick in die jüngste, öffentliche Diskussion um die Pläne des staatlich kontrollierten Energiekonzerns Gazprom für den Bau des Okhta Centers in der Altstadt von Sankt Petersburg. Der Bau des Hochhauses hätte die berühmte Stadtsilhouette der historischen Altstadt, die auch UNESCO Kulturerbe ist, zerstört.

Betritt der Besucher den Ausstellungsraum, wird er zunächst von einer Installation aus Texttafeln und Plakatwänden, Videoarbeiten verschiedener Schaffensperioden des Kollektivs und von aus Holztafeln geschnittenen Skulpturen umgeben. Die hölzernen Silhouetten stellen auf den ersten Blick Figuren aus russischen Märchen und historische nationale Symbolcharaktere dar. In ihre jeweiligen grotesken Gegenteile verkehrt, werden sie jedoch zu sarkastischen Allegorien sozialer und politischer Phänomene in Russland.

Am Ende der Ausstellung wirft der Video-Film Perestroika-Songspiel. The Victory over the Coup (2008) einen Blick zurück zu dem historischen Moment des Volksaufstandes und des triumphalen Sieges der demokratischen Bewegung über die konservative Gegenbewegung im August 1991. Obwohl die Zeit der Perestroika voller Träume und Handlungen für eine neue Gesellschaft war, werden die Erfahrungen aus heutiger Sicht geschildert.

Das Projekt wird realisiert von Nikolay Oleinikov, Tsaplya (Olga Egorova), Glucklya (Natalia Pershina) und Dmitry Vilensky. Chto Delat? sind: Olga Egorova/Tsaplya (Künstlerin, Sankt Petersburg), Artiom Magun (Philosoph, Sankt Petersburg), Nikolai Oleinikov (Künstler, Moskau), Natalia Pershina/Glucklya (Künstler, Sankt Petersburg), Alexei Penzin (Philosoph, Moskau), David Riff (Kunstkritiker, Moskau), Alexander Skidan (Dichter, Kritiker, Sankt Petersburg), Kirill Shuvalov (Künstler, Sankt Petersburg), Oxana Timofeeva (Philosophin, Moskau) und Dmitry Vilensky (Künstler, Sankt Petersburg).

Das Kollektiv nahm bereits an Gruppenausstellungen in zahlreichen internationalen Institutionen wie dem New Museum, New York (2011), der 17. Biennale in Sydney (2010), bei Principio Potosí, Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid (2010), der Istanbul Biennale (2009) und dem NBK – Neuer Berliner Kunstverein, Berlin (2009) teil. Einzelausstellungen waren u.a. Study, Study and Act Again, Moderna galerija, Ljubjana (2011), Between Tragedy and Farce, SMART project space, Amsterdam (2011), The Urgent Need to Struggle, ICA, London (2010) und Chto Delat?, ar/ge kunst, Bolzano (2010). Im Oktober 2011 wird Chto Delat? in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden zeigen.

Die Ausstellung wurde von der Robert Bosch Stipendiatin Anastasia Marukhina kuratiert.

Künstlergespräch
Sa. 27.08.2011, 16 Uhr
Anastasia Marukhina und Heike Ander (GLASMOOG) im Gespräch mit Dmitry Vilensky und Olga Egorova/Tsaplya
Aula der Kunsthochschule für Medien Köln
Filzengraben 2, Köln
http://glasmoog.khm.de

Im Anschluss wird die Ausstellung Museum Songspiel von Chto Delat? in GLASMOOG eröffnet.
Die Ausstellung zeigt die jüngste Videoarbeit von Chto Delat?. Museum Songspiel erzählt die Geschichte einer Gruppe illegaler Einwanderer, die Zuflucht in einem Museum suchen, um der Ausweisung durch die Behörden zu entgehen.

Die Chto Delat? Zeitung, die anlässlich der Ausstellung unter dem Titel Theatre of accomplices erscheint, wird in Kooperation mit GLASMOOG und mit der Unterstützung von Encuentro Internacional de Medellín (MDE11) produziert. Mitwirkende Autoren sind Luis Garcia, Mladen Dolar, Fernanda Carvajal, Keti Chukhrov, Katja Praznik, Ultra red; Online-Texte von general intellect.

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit GLASMOOG an der Kunsthochschule für Medien Köln und wird unterstützt von der Robert Bosch Stiftung, der European Cultural Foundation, Filmclub 813 und Koellefolien.


The Russian collective Chto Delat? was formed in 2003 by artists, critics, philosophers and writers from Saint Petersburg and Moscow. They combine political theory, art and activism in their manifold activities. The group’s projects are based on and build around its members’ active participation in and research of the emancipatory potential of individuals and society at large as well as the role of culture in these processes. The name Chto Delat? translates to ‘What is to be done?’ and is based on the title of a novel by Nikolay Chernyshevsky from the 1860s in which the author drew up a minutely detailed plan for the setup of a socialist workers organisation. Vladimir Lenin later borrowed the name for his political concept. Collectivity is an essential element in the work of the group. They rethink the past as well as the present status of the collective as a means for transforming both the production of an artwork as well as its reception.

The exhibition Perestroika. Twenty years after: 2011-1991 is the first solo show of the internationally renowned artist collective in Germany. Chto Delat?’s works of art are profoundly political in their way of looking at current events and at history from a present perspective. The exhibition reflects the development of Russian society and economy after Perestroika, during which the Russian Federation was founded and the Soviet Union was dissolved in 1991. Drawn up as a reverse historical countdown the exhibition starts with a projection in the cinema of Tower: A Songspiel, produced in 2010. The audience is given an insight into a prominent public discussion in Saint Petersburg around the recent plans of Gazprom, the state-controlled energy company, to build the Okhta Center. The skyscraper would have marred the famous architectural skyline of the historical city of Saint Petersburg which also is listed as a UNESCO World Heritage Site.

An installation in the exhibition hall brings together text- and drawing billboards as well as video works from different work periods of Chto Delat? and shaped wooden sculptures. The shaped forms seem at first to represent some characters from Russian fairy tales and historical national symbols, but they actually are transformed into their grotesque opposite and become sarcastic allegories of Russian social and political phenomena. Finally the video film Perestroika-Songspiel. The Victory over the Coup (2008) looks back at the moment of the popular uprising and the triumphant victory of the democratic movement over the restorationist coup in August 1991. Although the time was filled with dreams and actions towards building the new society, the experiences of that time are reflected upon from a present perspective.

The project is realised by Nikolay Oleinikov, Tsaplya (Olga Egorova), Glucklya (Natalia Pershina) and Dmitry Vilensky. Chto Delat? are: Olga Egorova/Tsaplya (artist, Saint Petersburg), Artiom Magun (philosopher, Saint Petersburg), Nikolai Oleinikov (artist, Moscow), Natalia Pershina/Glucklya (artist, Saint Petersburg), Alexei Penzin (philosopher, Moscow), David Riff (art critic, Moscow), Alexander Skidan (poet, critic, Saint Petersburg), Kirill Shuvalov (artist, Saint Petersburg), Oxana Timofeeva (philosopher, Moscow) and Dmitry Vilensky  (artist, Saint Petersburg).

The collective has taken part in exhibitions in renowned institutions such as the New Museum, New York (2011), the 17th Biennial of Sydney (2010), Principio Potosí, Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid (2010), the Istanbul Biennial (2009) and NBK – Neuer Berliner Kunstverein, Berlin (2009). The recent solo shows of the collective were Study, Study and Act again, Moderna galerija, Ljubjana (2011), Between Tragedy and Farce, SMART project space, Amsterdam (2011), The Urgent Need to Struggle, ICA, London (2010) and Chto Delat?, ar/ge kunst, Bolzano (2010). In October 2011 Chto Delat? will show in the Staatliche Kunsthalle Baden-Baden.

The exhibition was curated by Robert Bosch scholar of cultural management Anastasia Marukhina.

Artist Talk
Sat 27th August 2011, 4 pm
Anastasia Marukhina and Heike Ander (GLASMOOG) in conversation with Dmitry Vilensky and Olga Egorova/Tsaplya
School hall at Kunsthochschule für Medien Cologne
Followed by the opening of the exhibition Museum Songspiel of Chto Delat? in GLASMOOG
Filzengraben 2, Cologne
http://glasmoog.khm.de

The exhibition shows the latest video work by Chto Delat? Museum Songspiel recounts the story of a group of immigrants who seek refuge in a museum in order to escape deportation.
On the occasion of the show the Chto delat? journal Theatre of accomplices is published in cooperation with GLASMOOG and with the support of Encuentro Internacional de Medellín (MDE11). With a contribution of the commissioned authors: Luis Garcia; Mladen Dolar; Fernanda Carvajal; Keti Chukhrov; Katja Praznik; Ultra red and some on-line texts provided by general intellect.

The exhibition is organized in cooperation with GLASMOOG at Kunsthochschule für Medien Cologne and with the support of the Robert Bosch Foundation, the European Cultural Foundation, Filmclub 813 and Koellefolien.

Stephen Prina und das Ensemble Garage

Concerto for Modern, Movie, and Pop Music for Ten Instruments and Voice

Europapremiere, Uraufführung der überarbeiteten Version, 2011
Kooperation mit ON – Neue Musik Köln
29.06.2011, 20 Uhr

Stephen Prina’s Concerto for Modern, Movie and Pop Music for Ten Instruments and Voice wird er gemeinsam mit dem Ensemble Garage einmalig im Theatersaal des Kölnischen Kunstvereins präsentieren.

Prina hat neben seiner künstlerischen Laufbahn auch eine Ausbildung als Musiker genossen und spielt seit den Neunziger Jahren bei der experimentellen Popmusikband “The Red Krayola”. Das Konzert für zehn Instrumente und Gesang, das 2010 in St. Louis uraufgeführt wurde, basiert auf dem Concerto OP24 von Anton Webern, wobei die einzelnen Sätze des Konzerts von Pop Songs und Kompositionen Prinas unterbrochen werden. Er selbst singt und spielt Gitarre.

Das aus Studenten und Absolventen der Hochschule für Musik und Tanz Köln bestehende Ensemble Garage wurde 2009 von Brigitta Muntendorf und Rodrigo López Klingenfuss gegründet. Der Schwerpunkt des Ensembles liegt in der Zusammenarbeit mit den Interpreten, sowie der Aufführung eigener Kompositionen und solcher anderer junger Komponisten/innen. Projekte realisierte das junge Ensemble bislang für ON ‒ Neue Musik Köln, die KGNM, den Landesmusikrat NRW, die Kölner Musiknacht und viele andere.

Wir danken für die großzügige Förderung vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen.


European premiere, world premiere in a revised version, 2011
A cooperation project by ON – Neue Musik Köln and the Kölnischer Kunstverein, Stephen Prina and the Ensemble Garage will present the Concerto for Modern, Movie and Pop Music for Ten Instruments and Voice by Stephen Prina in the theatre hall at the Kölnischer Kunstverein.

Beside his artistic career Prina received a musical education and has since the 1990s been a member of the experimental pop music band “The Red Krayola”. The Concert for Ten Instruments and Voice which premiered in 2010 in St. Louis is based on the Concerto OP24 by Anton Webern but interjects the individual movements of the concerto with pop songs and compositions by Stephen Prina. Prina himself will sing and play the guitar. Akin to his other artistic works Prina bases the concert on a key composition of modernity and shows its influence on pop music.

Composed of students and graduates of the Hochschule für Musik und Tanz Köln the Ensemble Garage was founded by Brigitta Muntendorf and Rodrigo López Klingenfuss in 2009. The Ensemble focuses on cooperations with solo artists as well as on performances of their own compositions and works by other young composers. Projects have included performances for ON – Neue Musik Köln, KGNM, Landesmusikrat NRW, Kölner Musiknacht and many more.

Stephen Prina: He was but a bad translation.

11.06. – 24.07.2011
Eröffnung am 10.06.2011, 19 Uhr

“Honey Suckle – A Color for All Seasons. Courageous. Confident. Vital. A brave new color, for a brave new world. Let the bold spirit of Honeysuckle infuse you, lift you and carry you through the year. It’s a color for every day – with nothing “everyday” about it.”  (www.pantone.com)

Stephen Prinas Ausstellung im Kölnischen Kunstverein wird das gesamte Gebäude des Fünfziger Jahre Architekten Wilhelm Riphahn in Anspruch nehmen. Neben einer raumgreifenden Installation und Werken, die seiner Auseinandersetzung mit der Malerei entspringen, wird er Arbeiten aus seinem Zyklus The Way He Always Wanted It präsentieren. Dazu gehört ein 35mm-Film und eine Videoinstallation, in deren Mittelpunkt das Ford House, Aurora, Illinois des amerikanischen Architekten, Malers und Komponisten Bruce Goff steht, vor allen Dingen aber auch eine Performance, die in Kooperation mit Studenten der Hochschule für Musik und Tanz Köln und dem Institut für Neue Musik erstmalig in Köln realisiert wird. Für die Performance wird im Theatersaal des Kunstvereins das ständige Brummen eines chromatischen Totals zu vernehmen sein. Dazu wird nach den Vorgaben Prinas an ausgewählten Terminen eine Stunde lang ein Duo mit unterschiedlichen Instrumenten ein Lied spielen, das auf einer Komposition Goffs für ein automatisches Klavier basiert.

Übersetzungsprozesse zwischen verschiedenen künstlerischen Disziplinen sind ein Kernmotiv des amerikanischen Künstlers, der in seiner Arbeit auf Künstler, Architekten, Komponisten oder Filmemachern der Moderne und Popkultur verweist. Er kalkuliert mit den Missverständnissen und Enttäuschungen, welche die fehlerhaften und unvollständigen Übersetzungsprozesse kultureller Codes beim Betrachter auslösen und involviert ihn gleichzeitig durch die Faszination für visuelle Details und präzise räumliche Setzungen. Wie der Titel He was but a bad translation. bereits andeutet, bezieht er sich als Künstler in dieses Spiel mit ein.

Aufgrund seiner Weiterentwicklung konzeptueller und popkultureller Arbeitsweisen ist Stephen Prina bereits seit den Achtziger Jahren ein Impuls gebender Künstler für die internationale Kunstszene, insbesondere aber auch für Köln, wo er nun erstmals mit einer institutionellen Einzelausstellung im Kölnischen Kunstverein gewürdigt wird. Stephen Prina wurde 1954 in Galesburg, Illinois geboren. Er lebt und arbeitet in Cambridge, Massachusetts und Los Angeles.

Tägliche Filmvorführung, Kino in der Brücke, 16.30 Uhr

Kooperation mit der Hochschule für Musik und Tanz Köln und dem Institut für Neue Musik

Konzert
Stephen Prina und das Ensemble Garage
Concerto for Modern, Movie, and Pop Music for Ten Instruments and Voice
Europapremiere, Weltpremiere der überarbeiteten Version, 2011
Mi. 29.06.2011, 20 Uhr
Kooperation mit ON – Neue Musik Köln

Stephen Prinas Concerto for Modern, Movie and Pop Music for Ten Instruments and Voice wird er gemeinsam mit dem Ensemble Garage einmalig im Theatersaal des Kölnischen Kunstvereins präsentieren.
Prina hat neben seiner künstlerischen Laufbahn auch eine Ausbildung als Musiker genossen und spielt seit den Neunziger Jahren bei der experimentellen Popmusikband The Red Krayola. Das Konzert für zehn Instrumente und Gesang, das 2010 in St. Louis uraufgeführt wurde, basiert auf dem Concerto OP24 von Anton Webern, wobei die einzelnen Sätze des Konzerts von Pop Songs und Kompositionen Prinas unterbrochen werden. Er selbst singt und spielt Gitarre.
Das aus Studenten und Absolventen der Hochschule für Musik und Tanz Köln bestehende Ensemble Garage wurde 2009 von Brigitta Muntendorf und Rodrigo López Klingenfuss gegründet. Der Schwerpunkt des Ensembles liegt in der Zusammenarbeit mit den Interpreten, sowie der Aufführung eigener Kompositionen und solcher anderer junger Komponisten/innen. Projekte realisierte das junge Ensemble bislang für ON – Neue Musik Köln, die KGNM, den Landesmusikrat NRW, die Kölner Musiknacht und viele andere.

Wir danken für die großzügige Förderung vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen.


“Honey Suckle – A Color for All Seasons. Courageous. Confident. Vital. A brave new color, for a brave new world. Let the bold spirit of Honeysuckle infuse you, lift you and carry you through the year. It’s a color for every day – with nothing “everyday” about it.” – www.pantone.com

The entire 1950s building by architect Wilhelm Riphahn, which houses the Kölnischer Kunstverein, will be engaged by the forthcoming Stephen Prina exhibition. Alongside an installation and a series of works that stem from Prina’s occupation with abstract painting the artist will show pieces from the work cycle The Way He Always Wanted It, among these a 35mm film and a video installation, centered around Ford House, Aurora, Illinois by the American architect, painter and composer Bruce Goff. Furthermore, a performance realized in cooperation with students of the Hochschule für Musik und Tanz Köln and the Institut für Neue Musik will be given on selected dates in the theatre hall at the Kunstverein. For the performance a constant drone of a chromatic total will be heard and according to Prina’s specifications two musicians, using different instruments, will perform a duet based on a melody Goff programmed for player piano (pianola).

Translation processes between various artistic disciplines are key issues for the American artist who in his work continuously refers to other artists, architects, composers or filmmakers of modernity and pop culture. He uses methods of conceptual art in his contemplation of architecture and music or draws on musical and pop-cultural means and perspectives for painting. Herein he anticipates misunderstandings and disappointments which flawed and incomplete translation processes of cultural codes trigger in the audience. At the same time he firmly involves the spectator by his fascination with visual details and precise spatial settings. As suggested by the title He was but a bad translation. the artist includes himself in this game.

Due to his incessant development of conceptual and pop-cultural working methods Stephen Prina has since the 1980s become a pulse generating artist for the international art scene, and especially for Cologne, where for the first time he will be honoured with an institutional solo show at the Kölnischer Kunstverein. Stephen Prina was born 1954 in Galesburg, Illinois. He lives and works in Cambridge, Massachusetts and Los Angeles.

Filmscreening, cinema at Die Brücke, daily at 4.30 pm

Music performance, theatre hall at Die Brücke

Cooperation with the Hochschule für Musik und Tanz Köln and the Institut für Neue Musik

Concert
Stephen Prina and the Ensemble Garage

Concerto for Modern, Movie, and Pop Music for Ten Instruments and Voice
European premiere, world premiere in a revised version, 2011
Wed 29th June 2011, 8 pm

A cooperation project by ON – Neue Musik Köln and the Kölnischer Kunstverein, Stephen Prina and the Ensemble Garage will present the Concerto for Modern, Movie and Pop Music by Stephen Prina in the theatre hall at the Kölnischer Kunstverein.
Beside his artistic career Prina received a musical education and has since the 1990s been a member of the experimental pop music band The Red Krayola. The Concerto for Ten Instruments and Voice which premiered in 2010 in St. Louis is based on the Concerto OP24 by Anton Webern but interjects the individual movements of the concerto with pop songs and compositions by Stephen Prina. Prina himself will sing and play the guitar. Akin to his other artistic works Prina bases the concert on a key composition of modernity and shows its influence on pop music.

Chris Kraus, Gravity & Grace

Filmvorführung im Kino in der Brücke
10.05.2011, 20 Uhr

Erzählt wird die Geschichte der Künstlerin Gravity, die sich in Neuseeland als Prostituierte einen Nebenverdienst verschafft, bevor sie sich einer okkult-wissenschaftlichen Gruppierung anschließt. Schließlich zieht sie nach New York, um dort ihr (Un-)Glück im Kunstbetrieb zu suchen. Der Film ist mit autobiografischen Versatzstücken gespickt.

Die amerikanische Autorin und Filmemacherin Chris Kraus hat maßgeblich die New Yorker Video- und Filmszene Mitte der 80er Jahre beeinflusst und wird sich an Lucie Stahls Künstlerbuch mit einem Essay beteiligen. Seit 1990 fördert und verlegt sie im Semiotext(e) Verlag Bücher von lange vernachlässigten Schriftstellerinnen wie Kathy Acker und Eileen Myles. In ihren eigenen Texten beschäftigt sie sich mit einer Vielzahl von Themen, die vom Feminismus bis zur Gender-Politik und von der Prostitution bis zur Philosophie reichen.


The film tells the story of the artist Gravity who earns an additional income for herself as a prostitute in New Zealand and later on joins an occult-scientific group. Eventually she moves to New York to try and make her (mis-)fortune in the art world.

The American author and filmmaker Chris Kraus has had a determining influence on the New York video and film scene of the mid-80s and will contribute an essay to Lucie Stahl’s artist’s book. Since 1990 she supports and publishes books by long neglected female authors like Kathy Acker and Eileen Myles with the Semiotext(e) publisher. In her own written work she deals with such wide ranging topics such as feminism and gender-politics, prostitution and philosophy.