Weihnachtsferien

Hervorgehoben

theunicornsbirthdayparty

Liebe Mitglieder,
Liebe Freunde des Kölnischen Kunstvereins,

das Büro ist vom 22. Dezember 2016 – 02. Januar 2017 aufgrund von Weihnachtsferien geschlosssen!

Unser Haus ist für Sie ab dem 11. Februar 2016 mit der neuen Ausstellung Ars Viva wieder geöffnet. Ab dann können Sie Ihre Vereinsgabe 2016 auch gerne wieder bei uns abholen.

Wir wünschen Ihnen frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr 2017!

Motiv: Peter Miller: The Unicorn’s Birthday Party, 2016

Stephen Prina und das Ensemble Garage

Concerto for Modern, Movie, and Pop Music for Ten Instruments and Voice

Europapremiere, Uraufführung der überarbeiteten Version, 2011
Kooperation mit ON – Neue Musik Köln
29.06.2011, 20 Uhr

Stephen Prina’s Concerto for Modern, Movie and Pop Music for Ten Instruments and Voice wird er gemeinsam mit dem Ensemble Garage einmalig im Theatersaal des Kölnischen Kunstvereins präsentieren.

Prina hat neben seiner künstlerischen Laufbahn auch eine Ausbildung als Musiker genossen und spielt seit den Neunziger Jahren bei der experimentellen Popmusikband “The Red Krayola”. Das Konzert für zehn Instrumente und Gesang, das 2010 in St. Louis uraufgeführt wurde, basiert auf dem Concerto OP24 von Anton Webern, wobei die einzelnen Sätze des Konzerts von Pop Songs und Kompositionen Prinas unterbrochen werden. Er selbst singt und spielt Gitarre.

Das aus Studenten und Absolventen der Hochschule für Musik und Tanz Köln bestehende Ensemble Garage wurde 2009 von Brigitta Muntendorf und Rodrigo López Klingenfuss gegründet. Der Schwerpunkt des Ensembles liegt in der Zusammenarbeit mit den Interpreten, sowie der Aufführung eigener Kompositionen und solcher anderer junger Komponisten/innen. Projekte realisierte das junge Ensemble bislang für ON ‒ Neue Musik Köln, die KGNM, den Landesmusikrat NRW, die Kölner Musiknacht und viele andere.

Wir danken für die großzügige Förderung vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen.


European premiere, world premiere in a revised version, 2011
A cooperation project by ON – Neue Musik Köln and the Kölnischer Kunstverein, Stephen Prina and the Ensemble Garage will present the Concerto for Modern, Movie and Pop Music for Ten Instruments and Voice by Stephen Prina in the theatre hall at the Kölnischer Kunstverein.

Beside his artistic career Prina received a musical education and has since the 1990s been a member of the experimental pop music band “The Red Krayola”. The Concert for Ten Instruments and Voice which premiered in 2010 in St. Louis is based on the Concerto OP24 by Anton Webern but interjects the individual movements of the concerto with pop songs and compositions by Stephen Prina. Prina himself will sing and play the guitar. Akin to his other artistic works Prina bases the concert on a key composition of modernity and shows its influence on pop music.

Composed of students and graduates of the Hochschule für Musik und Tanz Köln the Ensemble Garage was founded by Brigitta Muntendorf and Rodrigo López Klingenfuss in 2009. The Ensemble focuses on cooperations with solo artists as well as on performances of their own compositions and works by other young composers. Projects have included performances for ON – Neue Musik Köln, KGNM, Landesmusikrat NRW, Kölner Musiknacht and many more.

Chris Kraus, Gravity & Grace

Filmvorführung im Kino in der Brücke
10.05.2011, 20 Uhr

Erzählt wird die Geschichte der Künstlerin Gravity, die sich in Neuseeland als Prostituierte einen Nebenverdienst verschafft, bevor sie sich einer okkult-wissenschaftlichen Gruppierung anschließt. Schließlich zieht sie nach New York, um dort ihr (Un-)Glück im Kunstbetrieb zu suchen. Der Film ist mit autobiografischen Versatzstücken gespickt.

Die amerikanische Autorin und Filmemacherin Chris Kraus hat maßgeblich die New Yorker Video- und Filmszene Mitte der 80er Jahre beeinflusst und wird sich an Lucie Stahls Künstlerbuch mit einem Essay beteiligen. Seit 1990 fördert und verlegt sie im Semiotext(e) Verlag Bücher von lange vernachlässigten Schriftstellerinnen wie Kathy Acker und Eileen Myles. In ihren eigenen Texten beschäftigt sie sich mit einer Vielzahl von Themen, die vom Feminismus bis zur Gender-Politik und von der Prostitution bis zur Philosophie reichen.


The film tells the story of the artist Gravity who earns an additional income for herself as a prostitute in New Zealand and later on joins an occult-scientific group. Eventually she moves to New York to try and make her (mis-)fortune in the art world.

The American author and filmmaker Chris Kraus has had a determining influence on the New York video and film scene of the mid-80s and will contribute an essay to Lucie Stahl’s artist’s book. Since 1990 she supports and publishes books by long neglected female authors like Kathy Acker and Eileen Myles with the Semiotext(e) publisher. In her own written work she deals with such wide ranging topics such as feminism and gender-politics, prostitution and philosophy.

Bela Kolarova & Lucie Stahl

in Kooperation mit der Stadtgalerie Schwaz
14.04. – 29.05.2011
Eröffnung am 13.04.2011, 19 Uhr

Zur Art Cologne präsentiert der Kölnische Kunstverein eine Ausstellung von den beiden Künstlerinnen Bela Kolarova (1923-2010) und Lucie Stahl (*1977). Seit den frühen 1960er Jahren experimentierte Bela Kolarova in Prag mit fotografischen Techniken. In ihren Fotogrammen und Röntgenogrammen entwickelte sie im Anschluss an Künstler des Surrealismus und des Bauhaus die Fotografie als abstraktes Medium weiter. Sie arbeitete beispielsweise mit „künstlichen Negativen.“ Dafür presste sie natürliche Stoffe und Lebensmittel in Paraffin und benutzte sie bei der Belichtung des Fotopapiers unmittelbar als Negativ. Mit dieser Arbeitsweise ging sie in keiner Weise mit dem ästhetischen Kanon des sozialistischen Realismus konform, so dass sie relativ isoliert eine bemerkenswerte konzeptuelle und feministische Formensprache entwickelte. Ihre späteren Materialassemblagen aus eigenen Haar, Make-up und Schreib- und Haushaltsobjekten könnte man als serielle Objektbilder bezeichnen. Kolarova deckt darin bildimmanent und auf sehr persönliche Art und Weise weibliche Rollenmuster auf. Auch wenn Bela Kolarova als Person im Umfeld der avantgardistischen Prager Kunstszene international vernetzt war, ist ihr Werk erst in den letzten Jahren auf der documenta 12 (2007), bei Raven Row, in London (2010) und in Einzelausstellungen im Museum Kampa, in Prag (2008) und im Muzeum Umìní, in Olomouc (2007) gewürdigt worden.

Die Arbeiten von Bela Kolárová werden in der Ausstellung dialogisch mit den aktuellen Arbeiten von Lucie Stahl gezeigt, die trotz des zeitlichen Abstands und der unterschiedlichen Produktionsbedingungen formale Ähnlichkeiten aufweisen. Lucie Stahl bedient sich in ihren Plakatbildern eines zeitgenössischen fotografischen Verfahrens: Sie arrangiert scheinbar zufällig Alltagsobjekte, wie beispielsweise Gewürze, Flüssigkeiten, Krawatten, Frauenmagazine oder Autoreifenfelgen auf einem Scanner und gießt den daraus resultierenden Inkjet-Print wie ein distanziertes Objekt in Polyurethan ein. In ihren dazu verfassten selbstironischen Kurzkommentaren offenbart sie nicht nur auf humorvolle Weise ihre subjektiven Beobachtungen gesellschaftlicher und politischer Ereignisse, sondern gibt auch offen Einsicht in den Wettbewerb unter Künstlerkollegen oder die Hysterie, die der künstlerischen Produktion unterliegt.

Lucie Stahl lebt in Wien. Sie wird vertreten von Dépendance, Brüssel und Galerie Meyer Kainer, Wien. Ihre Arbeiten zeigte sie in Einzelausstellungen im Kunstverein Nürnberg (2009) in der Dépendance, Brüssel (2005 und 2008), der Galerie Michael Neff, Frankfurt (2007) und im Flaca, London (2005). Darüber hinaus stellte sie unter anderem in der Temporary Gallery, Köln (2009), bei Croy Nielsen, Berlin (2008), und im kjubh Köln (2004) aus. Gemeinsam mit Will Benedict leitet sie den Wiener Ausstellungsraum Pro Choice. Parallel zur Ausstellung erscheint ein Künstlerbuch von Lucie Stahl. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Stadtgalerie Schwaz.

Die Ausstellung von Bela Kolarova und Lucie Stahl wird gefördert durch den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, den Schroubek Fonds, München und die Karin Abt-Straubinger Stiftung. Dank auch an die Sammlung Seilern, Wien, den Werkladen Köln, Artex Art Services, Ulrike Remde, Kurt und Claudia von Storch, Koellefolien und den Filmclub 813.


Prague-based artist Bela Kolarova (1923-2010) began experimenting with photographic techniques in the early 1960s, creating photograms and X-ray photographs that continued the Bauhaus tradition of photography as an abstract medium. Thus, for a series of photograms she called vegetages, she produced miniature “artificial negatives” by pressing natural materials into soft paraffin and using them for the exposure of the photographic paper instantaneously as “negatives”.

Despite its formal similarities with avant-garde experimentation, Kolarova´s work has only gained international attention in the last few years. The exhibition at Kölnischer Kunstverein provides a comprehensive overview of Kolarova’s oeuvre, featuring around 40 of her works, ranging from early examples such as the X-ray photographs and vegetage photograms to her more explicitly feminist works, such as drawings made using make-up, a series of assemblages of knots of hair and the very personal collages from the 1970s and 1980s. husband was denied permission to return home after a grant had allowed him to stay. In recent years, Kolarova’s work was featured at the documenta 12 (2007), at the Raven Row gallery in London (2010) and in solo shows at the Museum Kampa in Prague (2008) and Muzeum Umìní in Olomouc (2007).

The Kölnischer Kunstverein is showing Kolarova’s works together with those of Lucie Stahl (*1977), which possess certain formal similarities despite the fact that they were produced much later and under very different conditions. Lucie Stahl uses a contemporary photographic technique for her poster-like works, arranging mundane objects such as spices, ties, women’s magazines and wheel rims on a scanner and then encases the resulting inkjet prints in polyurethane like distant objects. The works are annotated with brief text fragments in which Stahl humorously provides her subjective perspective on social and political events and on the competitiveness between artists and the almost-hysterical hype that characterises the art world. Her aphoristic commentary is reminiscent of the language of American stand-up comedy, with short anecdotes in rapid succession and witticisms, recounted as if in a soliloquy, that relate awkward or embarrassing situations, pointed observations on society and her own and others’ comments. The juxtaposition of the texts and the spontaneously reproduced iconic objects creates a tension that has a distancing effect.

Lucie Stahl lives and works in Vienna. She is represented by the Dépendance gallery in Brussels and Galerie Meyer Kainer in Vienna. Her work has been featured in solo shows at the Kunstverein Nürnberg (2009), the Dépendance gallery in Brussels (2005 and 2008), the Michael Neff gallery in Frankfurt (2007), and at the Flaca in London (2005). She has also participated in exhibitions at the Temporary Gallery Cologne (2009), the Croy Nielsen gallery in Berlin (2008), and at kjubh in Cologne (2004). Alongside her work as an artist, Lucie Stahl also manages the Pro Choice gallery space in Vienna in conjunction with Will Benedict.

This exhibition was organised in cooperation with Stadtgalerie Schwaz. An artist’s book by Lucie Stahl will be published to accompany the exhibition featuring an essay by Chris Kraus, among others.The exhibition of work by Bela Kolarova and Lucie Stahl was made possible by funding from the Czech-German Fund For The Future, the Schroubek Fonds, Munich, and the Karin Abt-Straubinger Stiftung. We would also like to thank the Seilern Collection in Vienna, Werkladen in Cologne, Artex Art Services, Ulrike Remde, Kurt and Claudia von Storch, Koellefolien and Filmclub 813 for their support.

Kerstin Brätsch & DAS INSTITUT, („Nichts, Nichts!”)

05.02. – 20.03.2011

„»Nichts, nichts! Und zehn Jahre Arbeit!«
Er setzte sich und schluchzte!“

Der Maler Frenhofer in Honoré de Balzacs berühmter Erzählung “Das unbekannte Meisterwerk” (1831) ist erschüttert, als seine Künstlerkollegen sein gemaltes Portrait als unförmige, fleischige Masse wahrnehmen. Kerstin Brätsch antwortet im Titel der Ausstellung („Nichts, Nichts!“) auf Frenhofers hysterischen Ausbruch und inszeniert sich als seine künstlerische Antipodin. Ihre großformatigen Malereien auf Papier werfen Fragen zur künstlerischen Persona oder gar der Marke „Kerstin Brätsch“ auf. Seit 2007 betreibt sie gemeinsam mit Adele Röder DAS INSTITUT als Agentur für Import und Export. DAS INSTITUT bietet Serviceleistungen an und übernimmt die Werbung und Distribution der eigenen Kunstwerke.

Brätsch und Röder imitieren die Verwertungsmechanismen von Unternehmen und schleusen ihre Werke wie Vorlagen und Muster in eine selbst gewählte Produktionskette ein. Erstmals präsentieren Kerstin Brätsch & DAS INSTITUT in Köln neben Gemälden ihre erste Modekollektion: Digital gestrickte Hosenanzüge – maßgeschneidert auf die Modelle Röder und Brätsch – und Parasite Patches, die per Druckknopf an vorhandene Kleidung angebracht werden können und auf den Motiven ihrer Poster basieren.

Das, was wie eine starke Übertreibung ausschaut, die den schmalen Grat zwischen Kunst, Strickmode, Rollenspiel und industrieller Produktion betritt, entpuppt sich gleichzeitig als eine pointierte Beobachtung des Kunstbetriebs und ein Plädoyer für die Malerei und ihre Möglichkeiten.

Kerstin Brätsch, geboren 1979 in Hamburg, lebt und arbeitet zurzeit in New York. Zuletzt zeigte sie ihre Arbeiten im Parc Saint Léger, Pougues-les-Eaux (2010), auf dem Art Statement der Galerie BaliceHertling, Art Basel (2010) und im Projektraum Hermes und der Pfau, Stuttgart (2009).

Erste internationale Aufmerksamkeit erhielt DAS INSTITUT mit seiner Ausstellung im Swiss Institute, New York (2009) und Ausstellungsbeteiligungen im New Museum, New York (2009) undim PS1/ MoMA , New York (2010). Im Sommer erscheint ein Künstlerbuch, gemeinschaftlich produziert von Kölnischer Kunstverein, Parc Saint Léger und Kunsthalle Zürich.


Kerstin Brätsch is a New York-based artist who was born in Hamburg, Germany, in 1979, and her paintings alternate between a distant third-person perspective and an enthusiastic, slogan-like voice promoting the Kerstin Brätsch “brand”. Brätsch teamed up with Adele Röder in 2007 to found the import-export agency DAS INSTITUT, in line with her idea that the “one-woman-artist” concept is no less conservative than the “one-man artist” model.

Her painting is institutional critique in the form of resolute action. Brätsch consciously chooses to collaborate with other artists and uses humour to subtly undermine stereotypes and conventional notions of what it means to be an artist.

Yet she does not stop at subversive strategies; she can also be very “in your face”, blasting apart the pretences of auratic painting with her ironic use of painterly gestures introduced by the generation of male artists who came before her. She picks up on strategies of disillusionment from painters like Martin Kippenberger and Albert Oehlen and succinctly challenges the seductive patterns and expressive language of painting.

Verbotene Liebe: Kunst im Sog von Fernsehen

Mit Beiträgen von Judith Barry, Joseph Beuys, Paul Chan, Mel Chin and the GALA Committee, Jaime Davidovich, Simon Denny, Kalup Linzy, Christoph Schlingensief, Ryan Trecartin, Francesco Vezzoli, Andy Warhol.
25.09. – 19.12.2010

Angesichts der Tatsache, dass Fernsehen mit zunehmender Selbstverständlichkeit unser Denken und Handeln bestimmt, dass es zu den Dingen gehört, die wir vor lauter Gewohnheit nicht mehr reflektieren, erscheint es sinnvoll, den “alten Kasten” noch einmal unter die Lupe zu nehmen. Verbotene Liebe: Kunst im Sog von Fernsehen beobachtet die Verführungsmethoden des Fernsehens, mit ihren “grellen Manierismen” und beschreibt Fernsehen als Erlebniswelt mit unterschiedlichsten Formaten und Kommunikationsformen und den darin enthaltenen Doppeldeutigkeiten. Das Projekt zielt nicht auf eine inhaltliche oder moralische Analyse des Fernsehens, sondern interessiert sich für eine ästhetische, eine “campe” Betrachtungsweise dieses Feldes, wie Susan Sontag sie in ihren Anmerkungen zu Camp beschrieben hat.

Nach dem Vorbild Andy Warhols nutzen die Künstler der Ausstellung die Regeln der Aufmerksamkeitsökonomie für sich. Selbst mit Fernsehen aufgewachsen, nähern sie sich dem Medium aus der Position hoch spezialisierter Zuschauer. Sie folgen ihrer Faszination für das Künstliche, für das Scheitern der Ernsthaftigkeit, für die Stilblüten der Selbstdarstellung, den staubigen Glanz der Oberflächen. Kalup Linzy, Ryan Trecartin oder Francesco Vezzoli greifen in ihren Arbeiten Formate wie die Soap, die Castingshow oder Werbung auf. In dem kindlichen Rollenspiel, der überzogenen Selbstdarstellung werden die ambivalenten Mechanismen des Fernsehens, die Ausschlussmechanismen und Erwartungshaltungen besonders deutlich. Um diesen Betrachtungsweisen von Fernsehen einen Ausstellungsrahmen zu geben, hat Simon Denny ein Setting entwickelt, das der Komplexität der Beziehungen zum Konsumobjekt Fernsehen und seinen Bildern Rechnung trägt.

Die Ausstellung im Kölnischen Kunstverein wurde von Simon Denny, Kathrin Jentjens und Anja Nathan-Dorn konzipiert. Simon Denny ist Atelierstipendiat des Kölnischen Kunstvereins und der RheinEnergie Stiftung Kultur in der Brücke.

Projektpartner für Verbotene Liebe: Kunst im Sog von Fernsehen/Forbidden Love: Art in the Wake of Television Camp sind der Kunstverein Medienturm, Graz und Brainpool.

Der Kölnische Kunstverein wird gefördert durch Stadt Köln und koellefolien.

Partner des Kölnischen Kunstvereins 2010: Kunststiftung NRW.

Herzlicher Dank an Filmclub 813, Thorsten Koch, Robert Müller-Grünow und Wilhelm Schürmann.


While television still plays a part in determining our thinking, behaviour and actions as a matter of course, it is now also numbered among the things we no longer reflect upon by sheer force of habit. In light of this it seems an appropriate time to take another closer look at the “goggle box”. Forbidden Love: Art in the Wake of Television Camp will observe the seductive methods of television, with its “gaudy mannerisms”, and describe television as a world of experience with different formats, forms of communication and inherent ambiguities. The project aims neither at a thematic nor a moralistic analysis of television, but rather at an aesthetic, “camp” approach, in keeping with Susan Sontag’s analysis in her Notes on Camp.

The exhibition Forbidden Love: Art in the Wake of Television Camp readdresses an area that the Kölnischer Kunstverein helped to shape decisively during the 1980s with the presentation of Gerry Schum’s Videogalerie – Fernsehgalerie in 1980 and through exhibitions such as Video-Skulptur in 1989 by Wulf Herzogenrath, and The Arts for Television in 1987. Today however, the focus for artists seems to not be so much a question of the development of technical possibilities or even a critique of this homogenising, consumer-oriented mass medium.

At the same time, this year’s exhibitions like Changing Channels at the MUMOK in Vienna or Are you ready for TV? at MACBA in Barcelona show a renewed interest in historical art-projects for television from the 1960’s – 1980’s that paved the way for this kind of analysis of TV.

Instead, Forbidden Love: Art in the Wake of Television Camp will present artists who work with the structural conventions of television, using them for their own ends. Like Warhol, these artists can knowingly utilise the rules of the attention-dependent economy, play with celebrity culture, and adopt the episodic structure of soaps, TV shows, music clips, or talk shows, turning them into something else. The exhibition includes artists who are not necessarily using their own transmission slot on television. Instead, like parasites, there are those that infiltrate existing TV with their own artistic concerns. One example is Mel Chin (b. 1951) and the GALA Committee, who manufactured and manipulated loaded stage props for the 4th and 5th seasons of the well-known television series Melrose Place.

Having grown up with television, the younger artists in particular approach the medium from the position of the specialised viewer. They pursue a fascination for the dethroning of the serious (Sontag), for the stylistic howlers of image cultivation, and the opulence of surface splendour. As consumers of television, they return the ball to the opposing court and mirror the medium. The ambivalent and exclusive mechanisms of television, its ambiguous methods of communication and an attitude of expectation emerge particularly clearly in childlike role-playing, reflecting the desire for participation and an exaggerated cultivation of image.

Artists like Kalup Linzy (b.1977) look back to television formats such as the Soap or the Casting-show. In his videos, reflecting upon childhood experiences, Linzy performs all the female main characters, if notalso all supporting roles. He performs with the knowledge that his brand of drag would be quite unlikely in „real“ television, while also repeating clichés and phrases bound to television and the enforced desire of intensity and fame. This attention to forms that shape desire is an aspect that one could also track in the work of Francesco Vezzoli’s (b.1981). Ryan Trecartin (b. 1981) picks up language, aesthetics and characters from the Internet and computer games as much as from TV. He blends stories and realities so much that they become quasi-abstract images.

To give these various perspectives on television a framework Simon Denny (b. 1982) has developed a setting for the exhibition. His exhibition design works with the paradox that the television industry, being so strictly bound to the present, does not leave relics behind. Denny integrates the exhibition architecture with parts of stage sets from current television-shows borrowed from local TV-production company Brainpool, offsetting the art-object/sets by Mel Chin and the GALA committee with non-relics form the industry.

The exhibition Forbidden Love: Art in the Wake of Television Camp is a co-operation with the Kunstverein Medienturm, Graz. A combined catalogue will be published with both institutions. The exhibition at the Kölnischer Kunstverein was conceived by Simon Denny, Kathrin Jentjens and Anja Nathan-Dorn. Simon Denny currently holds a studio-stipend from Kölnischer Kunstverein and the RheinEnergie Stiftung Kultur.

Melanie Gilligan

Einzelausstellung im Rahmen von Die Letzten ihrer Art
26.06. – 05.09.2010

„Of course you’re special, special like everyone else.“
Melanie Gilligan, Popular Unrest, 2010

Melanie Gilligan greift in ihren Arbeiten verschiedene Medien und Genre auf wie Video, Performance, Text, Installationen und Musik. Ihr neuer Film Popular Unrest ist ein Episodendrama, das in einer unserer Gegenwart sehr ähnlichen Zukunft spielt. Dort allerdings werden alle Transaktionen und sozialen Interaktionen durch ein System, mit dem Namen the Spirit, überwacht. So geschehen rund um die Welt eine Anzahl unerklärlicher Morde, die häufig in der Öffentlichkeit verübt werden, dennoch sehen Zeugen nie einen Angreifer. Auf ebenso mysteriöse Weise versammeln sich plötzlich überall Menschen, die zuvor in keinerlei Beziehung zueinander standen. In den neuen Gruppierungen finden schnell immer mehr Menschen zusammen, die unerklärlicherweise eine tiefe und beständige Verbindung zueinander empfinden.
Der Film erkundet eine Welt, in der das Selbst auf seine physische Seite reduziert und unmittelbar den Anforderungen des Kapitals unterworfen ist. Hier bieten Hotels Bedienstete zum Vorwärmen der Betten an. Menschen werden bestraft, weil sie sich nicht gegen vorhersehbare Krankheiten geschützt haben. Lebensmittel, die das Gewicht kontrollieren sollen, tun das indem sie den Verdauenden von innen verzehren und Arbeitslose zahlen der Gesellschaft ihre Schulden in Körperenergie zurück. Wenn dies einerseits auf die vollständige Dominanz von Tauschwerten über das Leben hinweist, bieten dann die neuen Gruppierungen einen Ausweg?
Der Film wurde in London mit einer Besetzung von zwölf Hauptdarstellern gedreht. Seine Form wurde einerseits durch David Cronenbergs so genannten „Body Horror“ inspiriert und andererseits durch amerikanische Krimiserien wie CSI, Dexter und Bones, in denen Körperlichkeit mit psychologischen Aspekten des Horrors verbunden wird.
Die fünf Episoden des Films werden in der Ausstellungshalle des Kölnischen Kunstvereins jeweils einzeln gezeigt. Wie auch in ihren letzten Videoarbeiten orientiert sich Gilligan mit der episodischen Struktur ihres Films am Medium Fernsehen. Auf einer eigenen Website sind die Filmepisoden ebenfalls zugänglich.

Im Kino zeigt Gilligan zwei weitere Filme, die thematisch an die neue Produktion anschließen. In dem vierteiligen Film Crisis in the Credit System (2008) erzählt Gilligan in einem fiktiven Drama von einer großen Investmentbank, die ihre Angestellten zu einer Sitzung einlädt, um Strategien für den Weg aus der Finanzkrise zu entwickeln. In dem Single-Screen-Film Self-capital (2009) wird der Kapitalismus als eine Person dargestellt, die sich einer Therapie unterzieht.

Der Film Popular Unrest wurde gemeinschaftlich von der Chisenhale Gallery, London, dem Kölnischen Kunstverein, der Presentation House Gallery, North Vancouver und der Walter Philipps Gallery, The Banff Centre, Banff produziert sowie von der Galleria Franco Soffiantinto, Turin, dem Kulturamt der Stadt Köln, der Stanley Thomas Johnson Stiftung und der Rheinland AG unterstützt.

Melanie Gilligan, 1979 in Toronto geboren, lebt und arbeitet derzeit in London und New York. Gilligan schloss 2002 den Bachelor (Hons) Fine Art am Central Saint Martins College, London ab und war 2004-2005 Stipendiatin des Independent Study Programme am Whitney Museum of American Art, New York. Zuletzt stellte sie als Teil des Glasgow International Festival in der Transmission Gallery, Glasgow (2008) und in der Galleria Franco Soffiantinto, Turin (2009) aus. Im Oktober 2009 erhielt Gilligan den Paul Hamlyn Award for Artists.

http://www.popularunrest.org

http://www.die-letzten-ihrer-art.org


DIE LETZTEN IHRER ART – Eine Reise zu den Dinosauriern des Kunstbetriebs

Kooperation der Kunstvereine Düsseldorf – Köln – Bonn
26.06. – 05.09.2010

Erstmalig haben die Kunstvereine Bonn, Düsseldorf und Köln ein gemeinschaftliches Veranstaltungs- und Katalogprojekt erarbeitet, in dem die institutionellen Herausforderungen für Kunstvereine im 21. Jahrhundert diskutiert werden sollen. Kunstvereine sind in ihrem Kern bürgerliche Institutionen, die sich im Vormärz des 19. Jahrhunderts als engagierte Antwort auf die adeligen Salons entwickelt haben. Was passiert aber, wenn wir feststellen, dass in unserer postbürgerlichen Gesellschaft Vereinskultur, bürgerliches Engagement und föderale Logiken einen Bedeutungsverlust erleben, und wie wirkt sich dies auf Kunstvereine aus?

In Anspielung auf Douglas Adams’ Reisebericht „Die Letzten ihrer Art“ stellen wir Kunstvereine als eine vielleicht bedrohte, aber auch besondere und sehr erhaltenswerte Spezies vor und nehmen sie in verschiedenen Veranstaltungen in Bonn, Köln und Düsseldorf unter die Lupe.

 

Ausstellungen:

Bonner Kunstverein
26. Juni – 29. August 2010
ALTRUISMUS: KUNST AUS TSCHECHIEN HEUTE
in Kooperation mit tranzit, Prag
Freitag, 25. Juni, 19.45 Uhr Eröffnung

Kölnischer Kunstverein
26. Juni – 5. September 2010
MELANIE GILLIGAN
in Kooperation mit Chisenhale Gallery, London
Freitag, 25. Juni, 19 Uhr Eröffnung

Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf
26. Juni – 22. August 2010
HENRIK PLENGE JAKOBSEN
in Kooperation mit Overgaden, Kopenhagen
Freitag, 25. Juni, 19.30 Uhr Eröffnung

 

Begleitprogramm:

Freitag, 25. Juni, ab 22 Uhr
gemeinsame Party im Kölnischen Kunstverein, Die Brücke, Hahnenstraße 6, 50667 Köln. Musik mit CHRISTIAN NAUJOKS.

Sonntag, 27. Juni, 12 Uhr, Ort: Kölnischer Kunstverein, Theatersaal
Subjekt und Gesellschaft
Künstlergespräch mit MELANIE GILLIGAN
Polly Staple, Direktorin der Chisenhale Gallery, London, wird mit MELANIE GILLIGAN über die Hintergründe der neuen Filmproduktion „Popular Unrest“ sprechen und sie zu ihrer Arbeitsweise und die Zusammenarbeit mit den zwölf beteiligten Hauptdarstellern befragen. Es wird dabei genauso um MELANIE GILLIGANs Überlegungen zum Verhältnis von Individuum und Gesellschaft und zur Ökonomisierung sozialer Beziehungen gehen, wie um ihre Inspiration durch das Fernsehen.

Mittwoch, 30. Juni, 19 Uhr, Ort: Bonner Kunstverein
Altruismus als Arbeitsprinzip für unabhängige Kunstinstitutionen in Tschechien
Ausstellungsführung und Gespräch mit Stephan Strsembski und Noemi Smolik Stephan Strsembski, Kurator der Ausstellung, und Noemi Smolik, Kunstkritikerin und Kennerin der tschechischen Kunstszene, führen durch die Ausstellung ALTRUISMUS und diskutieren über die Situation unabhängiger Kunstinstitutionen in der Tschechischen Republik, über ihre Entstehungsgeschichten und ihre Arbeitsweisen im Vergleich zu Kunstvereinen im deutschsprachigen Raum.

Donnerstag, 1. Juli, 19 Uhr, Ort: Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf
Andere Länder, andere Institutionen.
Gespräch mit Henriette Bretton-Meyer
Kunstvereine gibt es nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wie sehen vergleichbare Institutionen im restlichen Europa aus? Und was zeichnet einen Kunstverein aus der Perspektive jener aus, die dieses Modell nur aus der Distanz kennen? Henriette Bretton-Meyer, Direktorin von Overgaden in Kopenhagen, diskutiert mit Vanessa Joan Müller, Direktorin Kunstverein Düsseldorf

Mittwoch, 7. Juli, 19 Uhr, Ort: Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf
Kunstverein: heute, morgen, gestern
Gespräch mit Wulf Herzogenrath und Florian Waldvogel
Prof. Wulf Herzogenrath, Direktor der Kunsthalle Bremen, und Florian Waldvogel, Direktor des Kunstvereins in Hamburg, diskutieren über aktuelle Perspektiven der Institution Kunstverein, produktive Krisen der Vergangenheit und Modelle für morgen.

Mittwoch, 25. August, 19 Uhr, Ort: Kölnischer Kunstverein, Theatersaal
Bürgerschaftliches Engagement als Weg aus der Krise
Gespräch mit Loring Sittler, Zukunftsfonds der Generali Deutschland
Der Zukunftsfonds der Generali Deutschland widmet sich der Förderung bürgerschaftlichen Engagements und konzentriert sich mit Blick auf den demografischen Wandel insbesondere auf das Engagement älterer Menschen. Loring Sittler wird im Gespräch darlegen, inwiefern diese Ausrichtung eine Antwort auf die aktuelle Transformation der Aufgaben im Bereich von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sein kann und den Engagementatlas 09 vorstellen.

www.die-letzten-ihrer-art.org

Alexandra Bircken, Blondie

22.04. – 06.06.2010

Zur Art Cologne präsentiert der Kölnische Kunstverein mit Alexandra Bircken (geboren 1967) eine außergewöhnliche Kölner Künstlerin, die zurzeit international große Aufmerksamkeit erfährt. Als ehemalige Atelierstipendiatin (2004-2008) begleitet der Kölnische Kunstverein die Künstlerin seit Beginn ihrer künstlerischen Arbeit.

Alexandra Bircken hat in den letzten Jahren eine eigenwillige skulpturale Sprache entwickelt, die ein großes Materialverständnis und eine Sensibilität im Umgang mit natürlichen und künstlichen Stoffen verrät. Ihre Skulpturen spielen mit dem Verhältnis von Kunst und Handwerk. Handwerkliche Arbeitsweisen werden von ihr aufgegriffen und über Verweise zu Mode und Konsumkultur in einen popkulturellen Zusammenhang übertragen.

Angefangen mit kleinen Strickobjekten, die sich von jeglicher Funktion befreit haben und sich in eigenständige kleine Wesen verwandelt haben, arbeitet sie mit unterschiedlichsten Materialien wie Wolle, Ästen, Beton, Steinen. Sie entwickelt daraus freistehende Skulpturen, hängende Objekte oder Wandarbeiten, in denen das Moment der Transformation eines funktionalen Gegenstandes in ein ästhetisches Objekt oder in einen narrativen Mikrokosmos zentral ist.

Alexandra Bircken studierte Modedesign am Londoner St. Martins College, wo sie auch unterrichtete, bevor sie ihre ersten Einzelausstellungen in der Galerie BQ in Köln hatte. Sie stellte in Einzelausstellungen im Stedelijk Museum CS in Amsterdam (2008), Ursula Blickle Stiftung, Kraichtal (2008), Gladstone Gallery, New York (2007) und Herald Street, London (2005) aus. In Gruppenausstellungen war sie u. a. in der Barbican Art Gallery, London (2008), im New Museum, New York (2007), und bei White Columns, New York (2005) beteiligt.

Die Imhoff Stiftung fördert das Atelierprogramm und Alexandra Bircken seit 2004. Die RheinEnergie Stiftung Kultur unterstützt mit dem Programm „Antenne Köln“ seit 2007 den Kölnischen Kunstverein. Der Kölnische Kunstverein freut sich über die erneute Unterstützung der Einzelausstellung und Produktion neuer Arbeiten durch die beiden Kölner Stiftungen.


At this year’s Art Cologne, we will be presenting Alexandra Bircken (*1967), an extraordinary Cologne artist currently enjoying the international spotlight. As a former participant in the studio grant program (2004–2008) the Kölnischer Kunstverein has been following her career since the very beginning.

Over the past few years, Bircken has developed an individual sculptural language that reveals a deep understanding of the materials she employs and a sensitive approach to both natural and artificial materials. For her solo exhibition Blondie, Bircken developed freestanding sculptures, hanging objects and wall art from ropes, vintage clothing pieces, wood, concrete, articles used in daily life, hair and wool. The quintessential element within these works is the point at which a functional item is transformed into an aesthetic object or narrative microcosm.

When Bircken, who first began her career as a fashion designer, started working as an artist in 2004, her jewelry and clothing pieces began evolving into devious shapes and spatial designs and soon lost all semblance of gender specificity or even functionality. Being aware of the artificiality and role play within fashion, Bircken’s use of wool, branches and stones – materials with an inherent air of authenticity – at first seems to be a faux pas. But she bucks this value judgment, focusing instead on the psychology at work behind the interplay of interaction and confrontation between wildly different materials that relate to a confusing set of pop cultural references. Her working methods place Bircken in the generation of younger artists that have very consciously chosen a formal artistic approach.

Bircken’s consistency to work through and continuously develop formal problems can be traced throughout her past solo exhibitions at the Stedelijk Museum CS in Amsterdam and at the Ursula Blickle Stiftung in Kraichtal (both in 2008). Furthermore Bircken exhibited at BQ in Berlin (2009, 2006 and 2004), at Gladstone Gallery in New York (2007) and Herald Street in London (2009, 2005). She participated in group exhibitions among others at Kunstverein Freiburg, at Barbican Art Gallery, London (2008), at New Museum, New York (2007) and at White Columns, New York (2005).