Omer Fast

22.10. – 18.12.2011
Eröffnung am 21.10.2011, 19 Uhr

Omer Fasts Einzelausstellung im Kölnischen Kunstverein, in der er seine neue Arbeit 5000 Feet is the Best (2011) und die dreiteilige Videoarbeit Nostalgia (2009) präsentiert, ist die abschließende Ausstellung im Programm der Kunstvereinsdirektorinnen Kathrin Jentjens und Anja Nathan-Dorn. Omer Fast (geb. 1972) ist für Filme und Videoarbeiten bekannt, welche die spezifischen formalen Möglichkeiten von Film und Fernsehen nutzen, wie beispielsweise das Durchmischen von Dokumentarischem und Fiktion, das Spiel mit Ton, Bildebene und Schnitt. Die pluralen Sichtweisen und Stimmen, die er so in seine Geschichten integrieren kann, negieren das Authentische. Es sind Arbeiten über die Möglichkeiten des Erzählens.

5000 Feet is the Best handelt von Piloten unbemannter, amerikanischer Drohnen, die von multiplen Monitoren umgeben in Containern arbeiten. Die Computertechnologie ermöglicht es ihnen beispielsweise, zu beobachten, wie ein Mann am anderen Ende der Welt eine Zigarette raucht oder welche Schuhe er trägt – eine quasi intime visuelle Wahrnehmung, die der Pilot in gleicher Weise hat, wenn er Bomben von einer Drohne zu ihrem Ziel steuert. Der digitale Film, der auf einem Gespräch des Künstlers mit einem ehemaligen Piloten basiert, mischt das dokumentarische Material mit fiktiven Elementen. Der Pilot weicht den Fragen des Interviewers immer wieder aus, indem er scheinbar belanglose Anekdoten erzählt. Diese Geschichten mischen sich in den Bildern des Films mit unseren eigenen Vorstellungen vom Krieg im vorderen Orient und von Las Vegas. Mehr und mehr nimmt der Film allerdings die Leerstelle in den Fokus, die zwischen unserer medial geprägten Wahrnehmung dieses Themas und den traumatisierenden Erlebnissen des Piloten besteht.

Im Untergeschoss des Kunstvereins begegnet der Besucher einer neuen, zweiteiligen Dia- und Videoarbeit von Omer Fast: Her face was covered (2011). Sie funktioniert wie ein Nachbild zu 5000 Feet is the Best. Das Video zeigt die Vorbereitungen für den Dreh einer Filmszene nach der Explosion einer Bombe. Die Bilder sind von einem Kran aus aufgenommen, so dass die Perspektive der Aufnahme der Art der Beobachtungen einer Drohne ähnelt. Im Voice Over erzählt ein Drohnenpilot, wie und warum er Befehl erhält, eine Frau zu eliminieren. In der Diaprojektion hat Omer Fast die Sätze der Erzählung in die Bildersuchmaschine von Google eingegeben. Einige der Bilder, die er so im Internet gefunden hat, scheinen völlig absurd und beliebig, andere treffen die Situation genau. Sie wirken wie ein Schatten der Erzählung, die sich aus einem alltäglichen Bilderreservoir zusammensetzt.

Nostalgia ist eine dreiteilige Videoinstallation. Ausgehend von der Tonaufnahme eines Gesprächs mit einem Flüchtling aus Nigeria verwickelt Omer Fast den Betrachter in eine Geschichte über illegale Einwanderer und die scharf kontrollierte Grenze zwischen Afrika und Europa. Nostalgia besteht aus einem kurzen dokumentarischen Video, einer Installation mit zwei Monitoren, die eine inszenierte Interviewszene zwischen einem Afrikaner und einem Regisseur zeigt, und einer in der Vergangenheit angesiedelten Science-Fiction, in der Europäer durch Tunnelsysteme aus einem zerstörten und unsicheren Europa in ein sicheres Afrika flüchten. Joseph Conrads Novelle Herz der Finsternis ähnlich, ist die narrative Struktur von Nostalgia wie eine russische Matrjoschka-Puppe strukturiert, in der eine Narrationsebene die nächste öffnet. So erzählt der von Omer Fast befragte Afrikaner im ersten Teil von Nostalgia, wie ein älterer Soldat ihm, als er Kindersoldat war, beibrachte, Rebhuhnfallen zu bauen. Auch in den folgenden Videos der Arbeit beschreiben Schauspieler unterschiedlicher Figuren eben diese Schlingfalle. Je tiefer der Betrachter in das Dickicht aus unterschiedlichen Perspektiven, Zeit- und Realitätsebenen eindringt, desto mehr scheint sich die Schlinge um ihn zuzuziehen.

Für die Unterstützung der Ausstellung von Omer Fast möchten wir uns herzlich bei Dr. Arend und Dr. Brigitte Oetker, Julia Stoschek, Sabine DuMont Schütte, der Botschaft des Staates Israel und Köllefolien bedanken.


The forthcoming exhibition will be the last of Kathrin Jentjens and Anja Nathan-Dorn as directors of the Kunstverein. In his solo show at Kölnischer Kunstverein Omer Fast will be presenting his new work 5000 Feet is the Best (2011) as well as the three-part video work Nostalgia (2009). Omer Fast (*1972) is well known for film and video works that employ formal strategies of film and TV such as mixing documentary and fictitious material, playing with sound, image, cut and truisms of film history. The plurality of perspectives and voices he integrates into his stories in this way negate the authentic. His films are works on the possibilities and potentials of story-telling.

5000 Feet is the Best tells a story about pilots of unmanned, American drones who work in container-like offices surrounded by a multitude of computer displays. Technology allows them to discern what make someone’s shoes are or to watch a man smoking his cigarette from the other end of the world – it is a very intimate visual perception, a sensation the pilot also feels when he directs the drone’s missiles to their target. The digital film, which is based on an interview by the artist with a former pilot, mixes documentary material with fictitious elements. The pilot evades the questions of the interviewer time and again and seeks refuge in the recounting of petty anecdotes. The images these stories conjure up in the film blend with our own imaginings of the war in the Middle East and those of Las Vegas. Increasingly, the film focuses on the void between our own media-shaped assumptions and the traumatizing experiences of the pilot.

A new slide and video work by Omer Fast has been installed in the basement of the Kunstverein. Her face was covered (2011) acts like an after-image of 5000 Feet is the Best. The video shows preparations for a film shoot just after a staged bomb explosion. The images were filmed from the top of a crane in order for them to resemble the vantage point of a drone pilot. The voice-over of a drone pilot tells the story of how and why he receives orders to eliminate a woman. For the slide projection Omer Fast looked up phrases from this story in Google images. Some of the images from the search results are absurd and seem to be selected at random; others are a close fit to the actual story. The images are like shadows of the story that seems to uncannily be made up of an everyday image reservoir.

Nostalgia, a work made in 2009, is a video installation in three parts. Based on an audio recording of a conversation with a refugee from Nigeria a story about illegal immigrants and the tightly controlled border between Africa and Europe develops. Nostalgia consists of a short documentary video, a two-display installation showing a staged interview situation between an African and a director and a science fiction set in the past picturing Europeans fleeing a ruined and insecure Europe for a safe Africa via an underground tunnelling network. Similar to Joseph Conrad’s novel Heart of Darkness the narrative structure of Nostalgia is build up like a Russian Matrjoschka doll that reveals the planes of narration one by one.
In the first part of Nostalgia the African interviewed by Omer Fast recounts how, when he was a child soldier, he was taught by a senior soldier to trap partridges. In the subsequent parts of the installation actors acting out different characters describe precisely this laying of the snare trap. The more the viewer penetrates the manifold perspectives and planes of reality the more the snare seems to close in on him.

We cordially thank Dr. Arend and Dr. Brigitte Oetker, Julia Stoschek, Sabine DuMont Schütte, the embassy of the State of Israel and Koellefolien for the kind support of the exhibition.

Chto Delat? Perestroika: Twenty Years After: 2011-1991

27.08. – 18.09.2011
Eröffnung am 26.08.2011, 19 Uhr

Das russische Künstlerkollektiv Chto Delat? wurde 2003 von Künstlern, Kunstkritikern, Philosophen und Autoren aus Sankt Petersburg und Moskau gegründet. In ihren vielfältigen Aktivitäten verbinden sie politische Theorie, Kunst und Aktivismus. Das emanzipatorische Potential des Einzelnen und der Gesellschaft als Ganzes sowie die Rolle der Kultur in diesen Prozessen sind Themen, mit denen sich die Mitglieder der Gruppe sowohl gedanklich als auch in ihren Aktionen auseinandersetzen. Der Name Chto Delat? bedeutet übersetzt ‚Was ist zu tun?’ und ist dem Titel eines Romans von Nikolay Chernyshevsky aus den 1860er Jahren entliehen, in dem der Autor einen minutiösen Plan für den Aufbau einer sozialistischen Arbeiterorganisation entwirft. Vladimir Lenin übernahm den Namen später für sein politisches Konzept. Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit der Gruppe ist die Reflexion über die Form des Künstlerkollektivs und dessen Bedeutung in der Vergangenheit und der Gegenwart und über den Einfluss, den Kollektivität auf die Produktion und Rezeption von Kunst hat.

Die Ausstellung Perestroika. Twenty years after: 2011-1991 ist die erste Einzelausstellung des international renommierten Künstlerkollektivs in Deutschland. Chto Delat?’s künstlerische Arbeit ist zutiefst politisch in ihrer Aufarbeitung von russischer Geschichte und zeitgenössischen Ereignissen. Die Ausstellung reflektiert die Entwicklung der Gesellschaft und der Wirtschaft in Russland nach der Perestroika 1991, als die Soviet Union aufgelöst und die Russische Föderation gegründet wurde. Die Ausstellung ist wie ein umgekehrter historischer Countdown strukturiert und beginnt im Kino der Brücke mit dem Film Tower: A Songspiel (2010). Der Film gibt einen Einblick in die jüngste, öffentliche Diskussion um die Pläne des staatlich kontrollierten Energiekonzerns Gazprom für den Bau des Okhta Centers in der Altstadt von Sankt Petersburg. Der Bau des Hochhauses hätte die berühmte Stadtsilhouette der historischen Altstadt, die auch UNESCO Kulturerbe ist, zerstört.

Betritt der Besucher den Ausstellungsraum, wird er zunächst von einer Installation aus Texttafeln und Plakatwänden, Videoarbeiten verschiedener Schaffensperioden des Kollektivs und von aus Holztafeln geschnittenen Skulpturen umgeben. Die hölzernen Silhouetten stellen auf den ersten Blick Figuren aus russischen Märchen und historische nationale Symbolcharaktere dar. In ihre jeweiligen grotesken Gegenteile verkehrt, werden sie jedoch zu sarkastischen Allegorien sozialer und politischer Phänomene in Russland.

Am Ende der Ausstellung wirft der Video-Film Perestroika-Songspiel. The Victory over the Coup (2008) einen Blick zurück zu dem historischen Moment des Volksaufstandes und des triumphalen Sieges der demokratischen Bewegung über die konservative Gegenbewegung im August 1991. Obwohl die Zeit der Perestroika voller Träume und Handlungen für eine neue Gesellschaft war, werden die Erfahrungen aus heutiger Sicht geschildert.

Das Projekt wird realisiert von Nikolay Oleinikov, Tsaplya (Olga Egorova), Glucklya (Natalia Pershina) und Dmitry Vilensky. Chto Delat? sind: Olga Egorova/Tsaplya (Künstlerin, Sankt Petersburg), Artiom Magun (Philosoph, Sankt Petersburg), Nikolai Oleinikov (Künstler, Moskau), Natalia Pershina/Glucklya (Künstler, Sankt Petersburg), Alexei Penzin (Philosoph, Moskau), David Riff (Kunstkritiker, Moskau), Alexander Skidan (Dichter, Kritiker, Sankt Petersburg), Kirill Shuvalov (Künstler, Sankt Petersburg), Oxana Timofeeva (Philosophin, Moskau) und Dmitry Vilensky (Künstler, Sankt Petersburg).

Das Kollektiv nahm bereits an Gruppenausstellungen in zahlreichen internationalen Institutionen wie dem New Museum, New York (2011), der 17. Biennale in Sydney (2010), bei Principio Potosí, Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid (2010), der Istanbul Biennale (2009) und dem NBK – Neuer Berliner Kunstverein, Berlin (2009) teil. Einzelausstellungen waren u.a. Study, Study and Act Again, Moderna galerija, Ljubjana (2011), Between Tragedy and Farce, SMART project space, Amsterdam (2011), The Urgent Need to Struggle, ICA, London (2010) und Chto Delat?, ar/ge kunst, Bolzano (2010). Im Oktober 2011 wird Chto Delat? in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden zeigen.

Die Ausstellung wurde von der Robert Bosch Stipendiatin Anastasia Marukhina kuratiert.

Künstlergespräch
Sa. 27.08.2011, 16 Uhr
Anastasia Marukhina und Heike Ander (GLASMOOG) im Gespräch mit Dmitry Vilensky und Olga Egorova/Tsaplya
Aula der Kunsthochschule für Medien Köln
Filzengraben 2, Köln
http://glasmoog.khm.de

Im Anschluss wird die Ausstellung Museum Songspiel von Chto Delat? in GLASMOOG eröffnet.
Die Ausstellung zeigt die jüngste Videoarbeit von Chto Delat?. Museum Songspiel erzählt die Geschichte einer Gruppe illegaler Einwanderer, die Zuflucht in einem Museum suchen, um der Ausweisung durch die Behörden zu entgehen.

Die Chto Delat? Zeitung, die anlässlich der Ausstellung unter dem Titel Theatre of accomplices erscheint, wird in Kooperation mit GLASMOOG und mit der Unterstützung von Encuentro Internacional de Medellín (MDE11) produziert. Mitwirkende Autoren sind Luis Garcia, Mladen Dolar, Fernanda Carvajal, Keti Chukhrov, Katja Praznik, Ultra red; Online-Texte von general intellect.

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit GLASMOOG an der Kunsthochschule für Medien Köln und wird unterstützt von der Robert Bosch Stiftung, der European Cultural Foundation, Filmclub 813 und Koellefolien.


The Russian collective Chto Delat? was formed in 2003 by artists, critics, philosophers and writers from Saint Petersburg and Moscow. They combine political theory, art and activism in their manifold activities. The group’s projects are based on and build around its members’ active participation in and research of the emancipatory potential of individuals and society at large as well as the role of culture in these processes. The name Chto Delat? translates to ‘What is to be done?’ and is based on the title of a novel by Nikolay Chernyshevsky from the 1860s in which the author drew up a minutely detailed plan for the setup of a socialist workers organisation. Vladimir Lenin later borrowed the name for his political concept. Collectivity is an essential element in the work of the group. They rethink the past as well as the present status of the collective as a means for transforming both the production of an artwork as well as its reception.

The exhibition Perestroika. Twenty years after: 2011-1991 is the first solo show of the internationally renowned artist collective in Germany. Chto Delat?’s works of art are profoundly political in their way of looking at current events and at history from a present perspective. The exhibition reflects the development of Russian society and economy after Perestroika, during which the Russian Federation was founded and the Soviet Union was dissolved in 1991. Drawn up as a reverse historical countdown the exhibition starts with a projection in the cinema of Tower: A Songspiel, produced in 2010. The audience is given an insight into a prominent public discussion in Saint Petersburg around the recent plans of Gazprom, the state-controlled energy company, to build the Okhta Center. The skyscraper would have marred the famous architectural skyline of the historical city of Saint Petersburg which also is listed as a UNESCO World Heritage Site.

An installation in the exhibition hall brings together text- and drawing billboards as well as video works from different work periods of Chto Delat? and shaped wooden sculptures. The shaped forms seem at first to represent some characters from Russian fairy tales and historical national symbols, but they actually are transformed into their grotesque opposite and become sarcastic allegories of Russian social and political phenomena. Finally the video film Perestroika-Songspiel. The Victory over the Coup (2008) looks back at the moment of the popular uprising and the triumphant victory of the democratic movement over the restorationist coup in August 1991. Although the time was filled with dreams and actions towards building the new society, the experiences of that time are reflected upon from a present perspective.

The project is realised by Nikolay Oleinikov, Tsaplya (Olga Egorova), Glucklya (Natalia Pershina) and Dmitry Vilensky. Chto Delat? are: Olga Egorova/Tsaplya (artist, Saint Petersburg), Artiom Magun (philosopher, Saint Petersburg), Nikolai Oleinikov (artist, Moscow), Natalia Pershina/Glucklya (artist, Saint Petersburg), Alexei Penzin (philosopher, Moscow), David Riff (art critic, Moscow), Alexander Skidan (poet, critic, Saint Petersburg), Kirill Shuvalov (artist, Saint Petersburg), Oxana Timofeeva (philosopher, Moscow) and Dmitry Vilensky  (artist, Saint Petersburg).

The collective has taken part in exhibitions in renowned institutions such as the New Museum, New York (2011), the 17th Biennial of Sydney (2010), Principio Potosí, Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid (2010), the Istanbul Biennial (2009) and NBK – Neuer Berliner Kunstverein, Berlin (2009). The recent solo shows of the collective were Study, Study and Act again, Moderna galerija, Ljubjana (2011), Between Tragedy and Farce, SMART project space, Amsterdam (2011), The Urgent Need to Struggle, ICA, London (2010) and Chto Delat?, ar/ge kunst, Bolzano (2010). In October 2011 Chto Delat? will show in the Staatliche Kunsthalle Baden-Baden.

The exhibition was curated by Robert Bosch scholar of cultural management Anastasia Marukhina.

Artist Talk
Sat 27th August 2011, 4 pm
Anastasia Marukhina and Heike Ander (GLASMOOG) in conversation with Dmitry Vilensky and Olga Egorova/Tsaplya
School hall at Kunsthochschule für Medien Cologne
Followed by the opening of the exhibition Museum Songspiel of Chto Delat? in GLASMOOG
Filzengraben 2, Cologne
http://glasmoog.khm.de

The exhibition shows the latest video work by Chto Delat? Museum Songspiel recounts the story of a group of immigrants who seek refuge in a museum in order to escape deportation.
On the occasion of the show the Chto delat? journal Theatre of accomplices is published in cooperation with GLASMOOG and with the support of Encuentro Internacional de Medellín (MDE11). With a contribution of the commissioned authors: Luis Garcia; Mladen Dolar; Fernanda Carvajal; Keti Chukhrov; Katja Praznik; Ultra red and some on-line texts provided by general intellect.

The exhibition is organized in cooperation with GLASMOOG at Kunsthochschule für Medien Cologne and with the support of the Robert Bosch Foundation, the European Cultural Foundation, Filmclub 813 and Koellefolien.

Stephen Prina und das Ensemble Garage

Concerto for Modern, Movie, and Pop Music for Ten Instruments and Voice

Europapremiere, Uraufführung der überarbeiteten Version, 2011
Kooperation mit ON – Neue Musik Köln
29.06.2011, 20 Uhr

Stephen Prina’s Concerto for Modern, Movie and Pop Music for Ten Instruments and Voice wird er gemeinsam mit dem Ensemble Garage einmalig im Theatersaal des Kölnischen Kunstvereins präsentieren.

Prina hat neben seiner künstlerischen Laufbahn auch eine Ausbildung als Musiker genossen und spielt seit den Neunziger Jahren bei der experimentellen Popmusikband “The Red Krayola”. Das Konzert für zehn Instrumente und Gesang, das 2010 in St. Louis uraufgeführt wurde, basiert auf dem Concerto OP24 von Anton Webern, wobei die einzelnen Sätze des Konzerts von Pop Songs und Kompositionen Prinas unterbrochen werden. Er selbst singt und spielt Gitarre.

Das aus Studenten und Absolventen der Hochschule für Musik und Tanz Köln bestehende Ensemble Garage wurde 2009 von Brigitta Muntendorf und Rodrigo López Klingenfuss gegründet. Der Schwerpunkt des Ensembles liegt in der Zusammenarbeit mit den Interpreten, sowie der Aufführung eigener Kompositionen und solcher anderer junger Komponisten/innen. Projekte realisierte das junge Ensemble bislang für ON ‒ Neue Musik Köln, die KGNM, den Landesmusikrat NRW, die Kölner Musiknacht und viele andere.

Wir danken für die großzügige Förderung vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen.


European premiere, world premiere in a revised version, 2011
A cooperation project by ON – Neue Musik Köln and the Kölnischer Kunstverein, Stephen Prina and the Ensemble Garage will present the Concerto for Modern, Movie and Pop Music for Ten Instruments and Voice by Stephen Prina in the theatre hall at the Kölnischer Kunstverein.

Beside his artistic career Prina received a musical education and has since the 1990s been a member of the experimental pop music band “The Red Krayola”. The Concert for Ten Instruments and Voice which premiered in 2010 in St. Louis is based on the Concerto OP24 by Anton Webern but interjects the individual movements of the concerto with pop songs and compositions by Stephen Prina. Prina himself will sing and play the guitar. Akin to his other artistic works Prina bases the concert on a key composition of modernity and shows its influence on pop music.

Composed of students and graduates of the Hochschule für Musik und Tanz Köln the Ensemble Garage was founded by Brigitta Muntendorf and Rodrigo López Klingenfuss in 2009. The Ensemble focuses on cooperations with solo artists as well as on performances of their own compositions and works by other young composers. Projects have included performances for ON – Neue Musik Köln, KGNM, Landesmusikrat NRW, Kölner Musiknacht and many more.

Stephen Prina: He was but a bad translation.

11.06. – 24.07.2011
Eröffnung am 10.06.2011, 19 Uhr

“Honey Suckle – A Color for All Seasons. Courageous. Confident. Vital. A brave new color, for a brave new world. Let the bold spirit of Honeysuckle infuse you, lift you and carry you through the year. It’s a color for every day – with nothing “everyday” about it.”  (www.pantone.com)

Stephen Prinas Ausstellung im Kölnischen Kunstverein wird das gesamte Gebäude des Fünfziger Jahre Architekten Wilhelm Riphahn in Anspruch nehmen. Neben einer raumgreifenden Installation und Werken, die seiner Auseinandersetzung mit der Malerei entspringen, wird er Arbeiten aus seinem Zyklus The Way He Always Wanted It präsentieren. Dazu gehört ein 35mm-Film und eine Videoinstallation, in deren Mittelpunkt das Ford House, Aurora, Illinois des amerikanischen Architekten, Malers und Komponisten Bruce Goff steht, vor allen Dingen aber auch eine Performance, die in Kooperation mit Studenten der Hochschule für Musik und Tanz Köln und dem Institut für Neue Musik erstmalig in Köln realisiert wird. Für die Performance wird im Theatersaal des Kunstvereins das ständige Brummen eines chromatischen Totals zu vernehmen sein. Dazu wird nach den Vorgaben Prinas an ausgewählten Terminen eine Stunde lang ein Duo mit unterschiedlichen Instrumenten ein Lied spielen, das auf einer Komposition Goffs für ein automatisches Klavier basiert.

Übersetzungsprozesse zwischen verschiedenen künstlerischen Disziplinen sind ein Kernmotiv des amerikanischen Künstlers, der in seiner Arbeit auf Künstler, Architekten, Komponisten oder Filmemachern der Moderne und Popkultur verweist. Er kalkuliert mit den Missverständnissen und Enttäuschungen, welche die fehlerhaften und unvollständigen Übersetzungsprozesse kultureller Codes beim Betrachter auslösen und involviert ihn gleichzeitig durch die Faszination für visuelle Details und präzise räumliche Setzungen. Wie der Titel He was but a bad translation. bereits andeutet, bezieht er sich als Künstler in dieses Spiel mit ein.

Aufgrund seiner Weiterentwicklung konzeptueller und popkultureller Arbeitsweisen ist Stephen Prina bereits seit den Achtziger Jahren ein Impuls gebender Künstler für die internationale Kunstszene, insbesondere aber auch für Köln, wo er nun erstmals mit einer institutionellen Einzelausstellung im Kölnischen Kunstverein gewürdigt wird. Stephen Prina wurde 1954 in Galesburg, Illinois geboren. Er lebt und arbeitet in Cambridge, Massachusetts und Los Angeles.

Tägliche Filmvorführung, Kino in der Brücke, 16.30 Uhr

Kooperation mit der Hochschule für Musik und Tanz Köln und dem Institut für Neue Musik

Konzert
Stephen Prina und das Ensemble Garage
Concerto for Modern, Movie, and Pop Music for Ten Instruments and Voice
Europapremiere, Weltpremiere der überarbeiteten Version, 2011
Mi. 29.06.2011, 20 Uhr
Kooperation mit ON – Neue Musik Köln

Stephen Prinas Concerto for Modern, Movie and Pop Music for Ten Instruments and Voice wird er gemeinsam mit dem Ensemble Garage einmalig im Theatersaal des Kölnischen Kunstvereins präsentieren.
Prina hat neben seiner künstlerischen Laufbahn auch eine Ausbildung als Musiker genossen und spielt seit den Neunziger Jahren bei der experimentellen Popmusikband The Red Krayola. Das Konzert für zehn Instrumente und Gesang, das 2010 in St. Louis uraufgeführt wurde, basiert auf dem Concerto OP24 von Anton Webern, wobei die einzelnen Sätze des Konzerts von Pop Songs und Kompositionen Prinas unterbrochen werden. Er selbst singt und spielt Gitarre.
Das aus Studenten und Absolventen der Hochschule für Musik und Tanz Köln bestehende Ensemble Garage wurde 2009 von Brigitta Muntendorf und Rodrigo López Klingenfuss gegründet. Der Schwerpunkt des Ensembles liegt in der Zusammenarbeit mit den Interpreten, sowie der Aufführung eigener Kompositionen und solcher anderer junger Komponisten/innen. Projekte realisierte das junge Ensemble bislang für ON – Neue Musik Köln, die KGNM, den Landesmusikrat NRW, die Kölner Musiknacht und viele andere.

Wir danken für die großzügige Förderung vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen.


“Honey Suckle – A Color for All Seasons. Courageous. Confident. Vital. A brave new color, for a brave new world. Let the bold spirit of Honeysuckle infuse you, lift you and carry you through the year. It’s a color for every day – with nothing “everyday” about it.” – www.pantone.com

The entire 1950s building by architect Wilhelm Riphahn, which houses the Kölnischer Kunstverein, will be engaged by the forthcoming Stephen Prina exhibition. Alongside an installation and a series of works that stem from Prina’s occupation with abstract painting the artist will show pieces from the work cycle The Way He Always Wanted It, among these a 35mm film and a video installation, centered around Ford House, Aurora, Illinois by the American architect, painter and composer Bruce Goff. Furthermore, a performance realized in cooperation with students of the Hochschule für Musik und Tanz Köln and the Institut für Neue Musik will be given on selected dates in the theatre hall at the Kunstverein. For the performance a constant drone of a chromatic total will be heard and according to Prina’s specifications two musicians, using different instruments, will perform a duet based on a melody Goff programmed for player piano (pianola).

Translation processes between various artistic disciplines are key issues for the American artist who in his work continuously refers to other artists, architects, composers or filmmakers of modernity and pop culture. He uses methods of conceptual art in his contemplation of architecture and music or draws on musical and pop-cultural means and perspectives for painting. Herein he anticipates misunderstandings and disappointments which flawed and incomplete translation processes of cultural codes trigger in the audience. At the same time he firmly involves the spectator by his fascination with visual details and precise spatial settings. As suggested by the title He was but a bad translation. the artist includes himself in this game.

Due to his incessant development of conceptual and pop-cultural working methods Stephen Prina has since the 1980s become a pulse generating artist for the international art scene, and especially for Cologne, where for the first time he will be honoured with an institutional solo show at the Kölnischer Kunstverein. Stephen Prina was born 1954 in Galesburg, Illinois. He lives and works in Cambridge, Massachusetts and Los Angeles.

Filmscreening, cinema at Die Brücke, daily at 4.30 pm

Music performance, theatre hall at Die Brücke

Cooperation with the Hochschule für Musik und Tanz Köln and the Institut für Neue Musik

Concert
Stephen Prina and the Ensemble Garage

Concerto for Modern, Movie, and Pop Music for Ten Instruments and Voice
European premiere, world premiere in a revised version, 2011
Wed 29th June 2011, 8 pm

A cooperation project by ON – Neue Musik Köln and the Kölnischer Kunstverein, Stephen Prina and the Ensemble Garage will present the Concerto for Modern, Movie and Pop Music by Stephen Prina in the theatre hall at the Kölnischer Kunstverein.
Beside his artistic career Prina received a musical education and has since the 1990s been a member of the experimental pop music band The Red Krayola. The Concerto for Ten Instruments and Voice which premiered in 2010 in St. Louis is based on the Concerto OP24 by Anton Webern but interjects the individual movements of the concerto with pop songs and compositions by Stephen Prina. Prina himself will sing and play the guitar. Akin to his other artistic works Prina bases the concert on a key composition of modernity and shows its influence on pop music.

Chris Kraus, Gravity & Grace

Filmvorführung im Kino in der Brücke
10.05.2011, 20 Uhr

Erzählt wird die Geschichte der Künstlerin Gravity, die sich in Neuseeland als Prostituierte einen Nebenverdienst verschafft, bevor sie sich einer okkult-wissenschaftlichen Gruppierung anschließt. Schließlich zieht sie nach New York, um dort ihr (Un-)Glück im Kunstbetrieb zu suchen. Der Film ist mit autobiografischen Versatzstücken gespickt.

Die amerikanische Autorin und Filmemacherin Chris Kraus hat maßgeblich die New Yorker Video- und Filmszene Mitte der 80er Jahre beeinflusst und wird sich an Lucie Stahls Künstlerbuch mit einem Essay beteiligen. Seit 1990 fördert und verlegt sie im Semiotext(e) Verlag Bücher von lange vernachlässigten Schriftstellerinnen wie Kathy Acker und Eileen Myles. In ihren eigenen Texten beschäftigt sie sich mit einer Vielzahl von Themen, die vom Feminismus bis zur Gender-Politik und von der Prostitution bis zur Philosophie reichen.


The film tells the story of the artist Gravity who earns an additional income for herself as a prostitute in New Zealand and later on joins an occult-scientific group. Eventually she moves to New York to try and make her (mis-)fortune in the art world.

The American author and filmmaker Chris Kraus has had a determining influence on the New York video and film scene of the mid-80s and will contribute an essay to Lucie Stahl’s artist’s book. Since 1990 she supports and publishes books by long neglected female authors like Kathy Acker and Eileen Myles with the Semiotext(e) publisher. In her own written work she deals with such wide ranging topics such as feminism and gender-politics, prostitution and philosophy.

Bela Kolarova & Lucie Stahl

in Kooperation mit der Stadtgalerie Schwaz
14.04. – 29.05.2011
Eröffnung am 13.04.2011, 19 Uhr

Zur Art Cologne präsentiert der Kölnische Kunstverein eine Ausstellung von den beiden Künstlerinnen Bela Kolarova (1923-2010) und Lucie Stahl (*1977). Seit den frühen 1960er Jahren experimentierte Bela Kolarova in Prag mit fotografischen Techniken. In ihren Fotogrammen und Röntgenogrammen entwickelte sie im Anschluss an Künstler des Surrealismus und des Bauhaus die Fotografie als abstraktes Medium weiter. Sie arbeitete beispielsweise mit „künstlichen Negativen.“ Dafür presste sie natürliche Stoffe und Lebensmittel in Paraffin und benutzte sie bei der Belichtung des Fotopapiers unmittelbar als Negativ. Mit dieser Arbeitsweise ging sie in keiner Weise mit dem ästhetischen Kanon des sozialistischen Realismus konform, so dass sie relativ isoliert eine bemerkenswerte konzeptuelle und feministische Formensprache entwickelte. Ihre späteren Materialassemblagen aus eigenen Haar, Make-up und Schreib- und Haushaltsobjekten könnte man als serielle Objektbilder bezeichnen. Kolarova deckt darin bildimmanent und auf sehr persönliche Art und Weise weibliche Rollenmuster auf. Auch wenn Bela Kolarova als Person im Umfeld der avantgardistischen Prager Kunstszene international vernetzt war, ist ihr Werk erst in den letzten Jahren auf der documenta 12 (2007), bei Raven Row, in London (2010) und in Einzelausstellungen im Museum Kampa, in Prag (2008) und im Muzeum Umìní, in Olomouc (2007) gewürdigt worden.

Die Arbeiten von Bela Kolárová werden in der Ausstellung dialogisch mit den aktuellen Arbeiten von Lucie Stahl gezeigt, die trotz des zeitlichen Abstands und der unterschiedlichen Produktionsbedingungen formale Ähnlichkeiten aufweisen. Lucie Stahl bedient sich in ihren Plakatbildern eines zeitgenössischen fotografischen Verfahrens: Sie arrangiert scheinbar zufällig Alltagsobjekte, wie beispielsweise Gewürze, Flüssigkeiten, Krawatten, Frauenmagazine oder Autoreifenfelgen auf einem Scanner und gießt den daraus resultierenden Inkjet-Print wie ein distanziertes Objekt in Polyurethan ein. In ihren dazu verfassten selbstironischen Kurzkommentaren offenbart sie nicht nur auf humorvolle Weise ihre subjektiven Beobachtungen gesellschaftlicher und politischer Ereignisse, sondern gibt auch offen Einsicht in den Wettbewerb unter Künstlerkollegen oder die Hysterie, die der künstlerischen Produktion unterliegt.

Lucie Stahl lebt in Wien. Sie wird vertreten von Dépendance, Brüssel und Galerie Meyer Kainer, Wien. Ihre Arbeiten zeigte sie in Einzelausstellungen im Kunstverein Nürnberg (2009) in der Dépendance, Brüssel (2005 und 2008), der Galerie Michael Neff, Frankfurt (2007) und im Flaca, London (2005). Darüber hinaus stellte sie unter anderem in der Temporary Gallery, Köln (2009), bei Croy Nielsen, Berlin (2008), und im kjubh Köln (2004) aus. Gemeinsam mit Will Benedict leitet sie den Wiener Ausstellungsraum Pro Choice. Parallel zur Ausstellung erscheint ein Künstlerbuch von Lucie Stahl. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Stadtgalerie Schwaz.

Die Ausstellung von Bela Kolarova und Lucie Stahl wird gefördert durch den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, den Schroubek Fonds, München und die Karin Abt-Straubinger Stiftung. Dank auch an die Sammlung Seilern, Wien, den Werkladen Köln, Artex Art Services, Ulrike Remde, Kurt und Claudia von Storch, Koellefolien und den Filmclub 813.


Prague-based artist Bela Kolarova (1923-2010) began experimenting with photographic techniques in the early 1960s, creating photograms and X-ray photographs that continued the Bauhaus tradition of photography as an abstract medium. Thus, for a series of photograms she called vegetages, she produced miniature “artificial negatives” by pressing natural materials into soft paraffin and using them for the exposure of the photographic paper instantaneously as “negatives”.

Despite its formal similarities with avant-garde experimentation, Kolarova´s work has only gained international attention in the last few years. The exhibition at Kölnischer Kunstverein provides a comprehensive overview of Kolarova’s oeuvre, featuring around 40 of her works, ranging from early examples such as the X-ray photographs and vegetage photograms to her more explicitly feminist works, such as drawings made using make-up, a series of assemblages of knots of hair and the very personal collages from the 1970s and 1980s. husband was denied permission to return home after a grant had allowed him to stay. In recent years, Kolarova’s work was featured at the documenta 12 (2007), at the Raven Row gallery in London (2010) and in solo shows at the Museum Kampa in Prague (2008) and Muzeum Umìní in Olomouc (2007).

The Kölnischer Kunstverein is showing Kolarova’s works together with those of Lucie Stahl (*1977), which possess certain formal similarities despite the fact that they were produced much later and under very different conditions. Lucie Stahl uses a contemporary photographic technique for her poster-like works, arranging mundane objects such as spices, ties, women’s magazines and wheel rims on a scanner and then encases the resulting inkjet prints in polyurethane like distant objects. The works are annotated with brief text fragments in which Stahl humorously provides her subjective perspective on social and political events and on the competitiveness between artists and the almost-hysterical hype that characterises the art world. Her aphoristic commentary is reminiscent of the language of American stand-up comedy, with short anecdotes in rapid succession and witticisms, recounted as if in a soliloquy, that relate awkward or embarrassing situations, pointed observations on society and her own and others’ comments. The juxtaposition of the texts and the spontaneously reproduced iconic objects creates a tension that has a distancing effect.

Lucie Stahl lives and works in Vienna. She is represented by the Dépendance gallery in Brussels and Galerie Meyer Kainer in Vienna. Her work has been featured in solo shows at the Kunstverein Nürnberg (2009), the Dépendance gallery in Brussels (2005 and 2008), the Michael Neff gallery in Frankfurt (2007), and at the Flaca in London (2005). She has also participated in exhibitions at the Temporary Gallery Cologne (2009), the Croy Nielsen gallery in Berlin (2008), and at kjubh in Cologne (2004). Alongside her work as an artist, Lucie Stahl also manages the Pro Choice gallery space in Vienna in conjunction with Will Benedict.

This exhibition was organised in cooperation with Stadtgalerie Schwaz. An artist’s book by Lucie Stahl will be published to accompany the exhibition featuring an essay by Chris Kraus, among others.The exhibition of work by Bela Kolarova and Lucie Stahl was made possible by funding from the Czech-German Fund For The Future, the Schroubek Fonds, Munich, and the Karin Abt-Straubinger Stiftung. We would also like to thank the Seilern Collection in Vienna, Werkladen in Cologne, Artex Art Services, Ulrike Remde, Kurt and Claudia von Storch, Koellefolien and Filmclub 813 for their support.

2011

Link

Screening: Screening Room: Dublin II, 29.11.2011
Screening: Screening Room: Dublin I, 15.11.2011
Veranstaltung: Künstlergespräch mit Omer Fast, 22.10.2011
Einzelausstellung: Omer Fast, 22.10.-18.12.2011
Veranstaltung: Künstlergespräch zur Ausstellung von Chto Delat?, Anastasia Marukhina und Heike Ander (GLASMOOG) im Gespräch mit Dmitry Vilensky und Olga Egorova/Tsaplya, 27.08.2011
Ausstellung: Chto Delat?, Perestroika. Twenty Years After: 2011-1991, 27.08.2011-18.09.2011
Konzert: Stephen Prina und das Ensemble Garage, Concerto for Modern, Movie, and Pop Music for Ten Instruments and Voice, 29.06.2011
Veranstaltung: Tag der Offenen Ateliers im Kölnischen Kunstverein, 18.06.2011
Einzelausstellung: Stephen Prina, He was but a bad translation, 11.06.2011-24.07.2011
Veranstaltung: Workshop Carte Blanche für Stephen Prina, 30.05. & 31.05.2011
Veranstaltung: Lecture Performance Weltfluchten von Claus Richter, 18.05.2015
Screening: Chris Kraus, Gravity & Grace, 10.05.2011
Ausstellung: Claus Richter, Millions of Lights in der Archivreihe Der springende Punkt, 14.04.-20.05.2011
Ausstellung: Bela Kolarova & Lucie Stahl, 14.04.2011-29.05.2011
Veranstaltung: Lesung mit Mark von Schlegell, High Witchita, 16.03.2011
Ausstellung: Kerstin Brätsch & DAS INSTITUT, („Nichts, Nichts!”), 05.02.2011-23.03.2011

Kerstin Brätsch & DAS INSTITUT, („Nichts, Nichts!”)

05.02. – 20.03.2011

„»Nichts, nichts! Und zehn Jahre Arbeit!«
Er setzte sich und schluchzte!“

Der Maler Frenhofer in Honoré de Balzacs berühmter Erzählung “Das unbekannte Meisterwerk” (1831) ist erschüttert, als seine Künstlerkollegen sein gemaltes Portrait als unförmige, fleischige Masse wahrnehmen. Kerstin Brätsch antwortet im Titel der Ausstellung („Nichts, Nichts!“) auf Frenhofers hysterischen Ausbruch und inszeniert sich als seine künstlerische Antipodin. Ihre großformatigen Malereien auf Papier werfen Fragen zur künstlerischen Persona oder gar der Marke „Kerstin Brätsch“ auf. Seit 2007 betreibt sie gemeinsam mit Adele Röder DAS INSTITUT als Agentur für Import und Export. DAS INSTITUT bietet Serviceleistungen an und übernimmt die Werbung und Distribution der eigenen Kunstwerke.

Brätsch und Röder imitieren die Verwertungsmechanismen von Unternehmen und schleusen ihre Werke wie Vorlagen und Muster in eine selbst gewählte Produktionskette ein. Erstmals präsentieren Kerstin Brätsch & DAS INSTITUT in Köln neben Gemälden ihre erste Modekollektion: Digital gestrickte Hosenanzüge – maßgeschneidert auf die Modelle Röder und Brätsch – und Parasite Patches, die per Druckknopf an vorhandene Kleidung angebracht werden können und auf den Motiven ihrer Poster basieren.

Das, was wie eine starke Übertreibung ausschaut, die den schmalen Grat zwischen Kunst, Strickmode, Rollenspiel und industrieller Produktion betritt, entpuppt sich gleichzeitig als eine pointierte Beobachtung des Kunstbetriebs und ein Plädoyer für die Malerei und ihre Möglichkeiten.

Kerstin Brätsch, geboren 1979 in Hamburg, lebt und arbeitet zurzeit in New York. Zuletzt zeigte sie ihre Arbeiten im Parc Saint Léger, Pougues-les-Eaux (2010), auf dem Art Statement der Galerie BaliceHertling, Art Basel (2010) und im Projektraum Hermes und der Pfau, Stuttgart (2009).

Erste internationale Aufmerksamkeit erhielt DAS INSTITUT mit seiner Ausstellung im Swiss Institute, New York (2009) und Ausstellungsbeteiligungen im New Museum, New York (2009) undim PS1/ MoMA , New York (2010). Im Sommer erscheint ein Künstlerbuch, gemeinschaftlich produziert von Kölnischer Kunstverein, Parc Saint Léger und Kunsthalle Zürich.


Kerstin Brätsch is a New York-based artist who was born in Hamburg, Germany, in 1979, and her paintings alternate between a distant third-person perspective and an enthusiastic, slogan-like voice promoting the Kerstin Brätsch “brand”. Brätsch teamed up with Adele Röder in 2007 to found the import-export agency DAS INSTITUT, in line with her idea that the “one-woman-artist” concept is no less conservative than the “one-man artist” model.

Her painting is institutional critique in the form of resolute action. Brätsch consciously chooses to collaborate with other artists and uses humour to subtly undermine stereotypes and conventional notions of what it means to be an artist.

Yet she does not stop at subversive strategies; she can also be very “in your face”, blasting apart the pretences of auratic painting with her ironic use of painterly gestures introduced by the generation of male artists who came before her. She picks up on strategies of disillusionment from painters like Martin Kippenberger and Albert Oehlen and succinctly challenges the seductive patterns and expressive language of painting.