Cameron Jamie
Bodies, Faces, Heads
21.10. – 10.12.2017

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Cameron Jamie: Bodies, Faces, Heads
21.10. – 10.12.2017

Auftakt der Ausstellung: Freitag, 20.10.2017, 18–20 Uhr

Mit Bodies, Faces, Heads präsentiert der Kölnische Kunstverein die erste institutionelle Einzelausstellung von Cameron Jamie in Deutschland. Das Werk des 1969 in Los Angeles geborenen und heute in Paris lebenden Künstlers, umfasst Holzskulpturen, Keramiken, Zeichnungen, Druckgrafiken, Fotografien, Filme sowie Künstlerbücher und kann damit zu
den vielfältigsten Beiträgen zur aktuellen Kunst- und Kulturproduktion gezählt werden.

Zentraler Gegenstand der Arbeit von Jamie ist das soziale sowie kulturelle Leben in Amerika
und Europa, so dass sich mit seiner Praxis anthropologische, ethnologische wie auch psycho-logische Gesichtspunkte verbinden. Dabei haben seine facettenreichen Hervorbringungen nie den Charakter von wissenschaftlichen Studien; seine Werke verhalten sich vielmehr wie An-näherungen an individuelle oder gesellschaftliche Daseinsformen, denen ein großes meta-phorisches Potential innewohnt.

Im Rahmen der Präsentation wird anhand älterer und neuerer Skulpturen und Monotypien
ein weitreichender Einblick in die Praxis des international gefeierten Künstlers gewährt.

 

Gefördert vom

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Das Ausstellungsprojekt wird mit großem Engagement begleitet und unterstützt von
Andra Lauffs-Wegner & KAT_A

 

Motiv: Cameron Jamie, Untitled, 2017, 111 x 86 cm, Courtesy Two Palms, New York
Foto: David Regen

Vereinsgabe 2017
Luc Tuymans

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Luc Tuymans: Apple (Vereinsgabe), 2017
Digitaldruck auf Karton, 25 x 26,5 cm
ungerahmt, rückseitig handsigniert
© Foto: Simon Vogel

Es ist uns eine große Freude und Ehre, mitteilen zu können, dass sich der Maler und Zeichner Luc Tuymans dazu bereit erklärt hat, die Vereinsgabe 2017 zu gestalten. Tuymans, der 1958 in der belgischen Stadt Mortsel geboren wurde, zählt zu den bedeutendsten Künstlern der Gegenwart. So war er bereits zweimal an der Documenta in Kassel beteiligt (1992 und 2002) und repräsentierte das Land Belgien auf der Biennale von Venedig (2001). Zudem wurde sein Schaffen in den vergangenen fünfzehn Jahren sowohl in Europa als auch in Amerika im Rahmen von umfassenden Retrospektiven gewürdigt.

In den Fokus der internationalen Kunstszene geriet das Werk von Tuymans zu Beginn der 1990er Jahre, als die Gattung Malerei kaum mehr Relevanz zu haben schien. Damals präsentierte er zumeist kleinformatige Gemälde, die durch eine zurückgenommene Farbpalette gekennzeichnet waren, so dass seine Bildmotive wie ausgewaschen oder verblichen anmuteten. Die Reduktion, Unaufdringlichkeit und Stille der Arbeiten stand dabei nicht selten im Gegensatz zu der Drastik und inhaltlichen Vehemenz der dargestellten Themen, bei denen es sich um geschichtliche wie auch soziale Ereignisse, Prozesse und Phänomene, wie etwa den Holocaust oder später die Kolonialpolitik in Belgisch-Kongo und den 11. September 2001, handelte.

Die Themen von Tuymans beschränken sich allerdings nicht auf Schreckensszenarien der Menschheit; in seinem Œuvre treffen ebenfalls Darstellungen von trivialen Momenten des Alltags auf Auseinandersetzungen mit elementaren Daseinsbedingungen. Unabhängig vom Sujet zeugen die Arbeiten des Belgiers von dem Bestreben, sich der Problematik zu nähern, wie sich individuelles oder kollektives Gedächtnis konstituiert und welche Rolle Bilder in diesem Zusammenhang einnehmen können.

Bei der Arbeit, die Tuymans als Vereinsgabe exklusiv für die Mitglieder des Kölnischen Kunstverein gestaltet hat und mit der wir uns bei ihnen für Ihre andauernde Unterstützung bedanken möchten, handelt es sich um einen annähernd quadratischen Digitaldruck auf Karton, der einen Apfel zeigt. Das Obststück, das in matten Grau- und Grüntönen dargestellt ist, scheint im unteren Bereich aus der Form gebracht zu sein, wobei unklar ist, was zum Verlust des Fruchtfleisches geführt hat. Dabei ruft das Bild unweigerlich sowohl die vielfältige Symbolik des Apfels, als auch die Tradition der Vanitas in Erinnerungen, so dass das Werk Fährten legt, die weit über den wiedergegebenen Gegenstand hinausweisen.

Die Umsetzung von ambitionierten Projekten, wie die Realisierung einer Vereinsgabe, ist nicht ohne die Unterstützung unserer Freunde und Partner möglich. Insofern möchten wir in diesem Zusammenhang zunächst einmal Luc Tuymans herzlich dafür danken, dass er – nach Rosemarie Trockel, Lawrence Weiner, Kai Althoff sowie Isa Genzken – sein Einverständnis gegeben hat, ein Werk für die Mitglieder des Kölnischen Kunstvereins zu gestalten. Ferner gilt unser großer Dank Frau Gerburg Imhoff, Frau Jutta Rohde sowie der Imhoff Stiftung, die die Produktion des Werkes mit großer Begeisterung gefördert haben.

Mitglieder des Kölnischen Kunstvereins können die Vereinsgabe 2017 ab dem 21. Oktober 2017 während der Ausstellungsöffnungszeiten (Dienstag bis Sonntag 11–18 Uhr) abholen. Bitte beachten Sie, dass eine Abholung in der ausstellungsfreien Zeit nicht möglich ist! Bis zum 31. August 2018 ist das Kunstwerk für die Vereinsmitglieder reserviert.

Hintergrund:
Der Kölnische Kunstverein initiierte im Herbst 2013 ein außergewöhnliches Projekt, das einen Brückenschlag zwischen den historischen Traditionen deutscher Kunstvereine und der Gegenwart darstellt. In Anlehnung an die im 19. Jahrhundert weit verbreiteten “Nietenblätter“, wurde die sog. „Vereinsgabe“ ins Leben gerufen, die den Mitgliedern des Kölnischen Kunstvereins alljährlich kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Dabei handelt es sich um ein Original, dessen Auflage sich nach der Höhe der Mitgliederzahl richtet. Mit dieser Geste soll daran erinnert werden, dass die Mitglieder die zentrale Grundlage für die Aktivitäten des Kunstvereins darstellen und sich mit der Institution seit ihrer Begründung im 19. Jahrhundert ein klarer demokratischer Gedanke verbindet. Die bisherigen Autoren der Vereinsgabe waren Rosemarie Trockel (2013), Lawrence Weiner (2014), Kai Althoff (2015) und Isa Genzken (2016). Die verschiedenen Vereinsgaben trugen dazu bei, dass sich die Mitgliederzahl des Kölnischen Kunstvereins seit 2013 signifikant erhöhte.

Vereinsgabe 2016: Isa Genzken
Vereinsgabe 2015: Kai Althoff
Vereinsgabe 2014: Lawrence Weiner
Vereinsgabe 2013: Rosemarie Trockel

Mit freundlicher Unterstützung durch:

Aus- & Vortragen
Installation und Künstlergespräch von und mit Matthias Sohr

Aus- und Vortragen. Matthias Sohr

Mittwoch, 25.10.2017, 19 Uhr
Installation und Künstlergespräch von und mit Matthias Sohr

Matthias Sohr (* 1980) eignet sich Objekte und Zeichen aus Zwischenräumen des Alltags an, die oftmals übersehen werden. Treppenlifte, Stützläufe, Leiterplatten und Sprache befreit er in seinen Installationen von ihrer eigentlichen Funktionalität, sodass sie sich ohne den Bezug zum mensch-lichen Körper als technisch kühl und “unheimlich” autonom zeigen. Ihre Formen wirken im Kontext eines Kunstraums ästhetisch reduziert, vielleicht sogar elegant. Da die Objekte auf ihren Umraum verweisen, liefern sie formal Referenzen an die Minimal Art. Als postminimalistische Setzungen werfen sie allerdings Schatten zurück auf die Orte ihres Gebrauchs. Die Beziehung von Objekt und Betrachter, menschlichem Körper und Technologie erhält mit ihrer psycholo-gischen, emotionalen Dimension eine neue Erfahrbarkeit.

Für Reihe Aus- und Vortragen, die kuratorisch von Juliane Duft betreut wird, führt Matthias Sohr durch seine Installation, die im Kunstverein ihre Kölner Premiere feiert.

Die Veranstaltung wird unterstützt von Lifta.

Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird und das Haus nicht barrierefrei ist. Lassen Sie uns bitte insofern vorab wissen, ob wir Sie beim Besuch der Veranstaltung unterstützen dürfen.

Eintritt 4,00 € / ermäßigt 2,00 €, für Mitglieder frei.

Und mit freundlicher Unterstützung durch:
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Aus- & Vortragen
Oktober—November 2017

Aus- und Vortragen Veranstaltungen Oktober - November 2017

 

MI 25.10., 19 Uhr Installation und Künstlergespräch von und mit Matthias Sohr
MI 08.11., 19 Uhr Vortrag des Künstlers Jonathan Monk
MI 15.11., 19 Uhr Vortrag des Künstlers Thomas Wachholz
MI 29.11., 19 Uhr ‘Merchants Freely Enter’ Screening und Künstlergespräch mit Ani Schulze

Eintritt 4,00 €, ermäßigt 2,00 €, für Mitglieder frei

 

Mit freundlicher Unterstützung von
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