Sam Anderson:
Big Bird
1.7. – 10.9.2017

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Sam Anderson: Big Bird
1.7. – 10.9.2017

Die 1982 in Los Angeles geborene Künstlerin Sam Anderson hat in der jüngeren Vergangenheit ein Werk entwickelt, anhand dessen sie – ausgehend von ihrer eigenen Biographie und den Geschichten ihres sozialen Umfeldes – die existenziellen Bedingungen des menschlichen Lebens erforscht. Der Schwerpunkt ihrer Praxis liegt auf Skulpturen und Installationen, wobei sie in regelmäßigen Abständen ebenfalls Filme realisiert. Dabei reichen die Arbeiten der mittlerweile in New York lebenden Künstlerin von narrativen Bildschöpfungen, bis hin zu nur schwerlich lesbaren und daher abstrakt anmutenden Formulierungen. So treffen in dem Schaffen von Anderson aus Epoxid-Ton geformte Figuren, wie etwa ein kniendes Mädchen, ein Reiter oder eine Fischerin, auf ephemere Materialcollagen, für die sie unterschiedliche, teilweise vorgefundene Stoffe und Objekte, wie Puzzleteile, Federn, Hölzer, Blumen oder Gräser, als Grundlage nutzt und diese nach bestimmten, aber nicht immer ergründbaren Kriterien strukturiert. Zwischen diesen beiden Extrema – den eindeutig auf Narration angelegten Plastiken und den kaum deutbaren Arrangements – sind Skelette von Tieren anzusiedeln, die ebenfalls zu ihrem Repertoire gehören und eine andere Dimension der Realität in ihr Schaffen übertragen.

Unabhängig von der formalen Erscheinung der Skulpturen muss dem Verhältnis der Objekte zum Raum eine besondere Bedeutung beigemessen werden. Die Arbeiten sind darauf angelegt mit Proportionen zu spielen, wobei die umgebende Architektur als Maßstab fungiert. In diesem Zusammenhang erfährt jegliche Form von Monumentalität eine Negation, was nicht zuletzt auch durch die Fragilität vieler Werke unterstrichen wird. Für den Rezipienten bedeutet dieser Umstand eine kontinuierliche Vogelperspektive auf die Arbeiten, die Anderson in ihren Präsentationen zu komplexen Installationen verbindet. Durch das Zusammenspiel der Werke verhalten sich die Präsentationen der Amerikanerin wie inszenierte Landschaften. Gerade durch die Kombination und Verquickung der verschiedenartigen Werke evoziert sie besondere Wechselwirkungen und Spannungsverhältnisse, die den Arbeiten und Arrangements Leben einhauchen und einen erheblichen Anteil an ihrer faszinierenden Wirkung haben. Die Künstlerin erschafft Szenarien, die nicht nur genauso lebensnah wie lebensfremd erscheinen, sondern auch eine Erweiterung des Möglichkeitsspektrums der Skulptur bedeuten.

Ein ähnliches Potenzial verbindet sich ebenfalls mit dem Filmen von Anderson, die erneut die Auseinandersetzung mit den Techniken der Collage erkennen lassen und für die sie eigene oder gefundene Aufnahmen, untermalt von Musik und Sprache, zu neuen Erzählungen zusammenfügt. Auch in diesen Werken werden traumartige Szenarien entworfen, die allerdings, im Gegensatz zu den Skulpturen und Installationen, noch wesentlich stärker im Hier und Jetzt verankert sind.

Die Einmaligkeit ihres Schaffens hat Anderson in den letzten Jahren ein beachtliches Renommee eingebracht, sodass sie bereits einige wichtige Ausstellungsbeteiligungen verzeichnen kann. So hatte die Künstlerin Einzelpräsentationen im Rowhouse Project in Baltimore (2016), bei Tanya Leighton in Berlin (2015), bei Mother´s Tankstation in Dublin (2015), bei Between Arrival and Departure in Düsseldorf (2015) sowie bei Off Vendome in Düsseldorf (2014). Darüber hinaus war sie an Gruppenausstellungen, wie „ICHTS“ im Dortmunder Kunstverein (2016) oder „Greater New York“ im MoMA PS1 (2015) beteiligt.

Für den Kölnischen Kunstverein hat Anderson eine komplexe Werkschau konzipiert, die sowohl ältere als auch neue Arbeiten umfasst, um auf diese Weise einen weiterreichenden Einblick in ihre Praxis zu ermöglichen. Neben der zentralen Ausstellungshalle sowie dem Kino werden ebenfalls die angrenzenden Kabinette des Kölnischen Kunstvereins genutzt, sodass ein Parcours durch die unterschiedlichen Erzählungen und Formulierungen von Sam Anderson möglich wird.

Anlässlich der Ausstellung, die in Kooperation mit dem SculptureCenter in New York ausgerichtet wird, erscheint der erste Katalog der Künstlerin sowie eine unikatäre Edition.

Das Projekt wird von der Kunststiftung NRW sowie von der Leinemann Stiftung gefördert.

Aus- & Vortragen
Performatives Künstlergespräch zwischen Mary-Audrey Ramirez und Vince Tillotson,
Mittwoch, 17.5., 19 Uhr

Mary Audrey Ramirez - PinkelPelikan 2016 Foto Julie Wieland 72dpi
Mittwoch,17.05., 19 Uhr
Performatives Künstlergespräch zwischen Mary-Audrey Ramirez und Vince Tillotson

Bitte beachten Sie, das die Veranstaltung gefilmt wird.
Eintritt 4,00 € / ermäßigt 2,00 €, für Mitglieder frei.

Mit freundlicher Unterstützung durch:
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Motiv: Mary-Audrey Ramirez, PinkelPelikan, 2016 (Photo: Julie Wieland)

Aus- & Vortragen
Künstlergespräch zwischen Eva Kotátková und Noemi Smolik (in englischer Sprache),
Mittwoch, 24.5., 19 Uhr

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Mittwoch, 24.05., 19 Uhr
Künstlergespräch zwischen Eva Kotátková und Noemi Smolik (in englischer Sprache) mit Screening

The Judicial Murder of Jakob Mohr (CZ, 2016, Czech with English subtitles, 63 min) recounts the story of the psychiatric patient and artist Jakob Mohr, who was convinced that his actions were being controlled by his doctor with the aid of a mysterious machine. Mohr depicted this machine in many of his drawings as a wooden box that transmitted beams or waves that passed through his body and took control of him. The drawing Justizmord (Judicial Murder) from 1909–1910 is of a trial depicted from self-contradictory perspectives. The victimised Mohr appears in the role of the accused and his doctor is shown to be an eavesdropper and manipulator influencing the machine and the institution of the court. Mohr identifies many disguised patients and doctors who support his theory of the monstrous conspiracy against him. The drawing becomes the scene for a staged session of the court where Mohr is presented as artist, patient and criminal and in which not only his visions but also other motifs and figures associated with art brut lay claim to their own right to exist. Mohr offers us a report on the details of the legal trial that takes place in his head and into which fragments appear from the outside world of his medical records, criminal records, and an analysis of his drawing from the point of view of its aesthetic qualities.

The film and performance were created and produced in collaboration with Are | are-events.org and supported by the Czech-German Fund for the Future, the City of Prague, the Ministry of Culture of the Czech Republic and its Culture Fund, and PLATO – platform (for contemporary art) Ostrava / City Gallery Ostrava and Trojhalí Karolina, association of legal entities.

Bitte beachten Sie, das die Veranstaltung gefilmt wird.
Eintritt 4,00 € / ermäßigt 2,00 €, für Mitglieder frei.

Mit freundlicher Unterstützung durch:
Logos_A&V_3_16

Aus- & Vortragen
Vortrag des Künstlers Honza Zamojski (in englischer Sprache),
Mittwoch, 7.6., 19 Uhr

Honza_Image_Web 72 dpi
Mittwoch, 07.06., 19 Uhr
Vortrag des Künstlers Honza Zamojski (in englischer Sprache)

Bitte beachten Sie, das die Veranstaltung gefilmt wird.
Eintritt 4,00 € / ermäßigt 2,00 €, für Mitglieder frei.

Mit freundlicher Unterstützung durch:
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Leidy Churchman:
Free Delivery
11.02.-26.03.2017

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