Show and Tell #9
Filmvorführungen: Tony Conrad, The Flicker, 1966
Jack Smith, Flaming Creatures, 1963
Einführung von Marc Siegel: Flickering, Flaming
6. März 2020

Flaming Creatures_1
Jack Smith, Flaming Creatures, 1962-63, Film Still, Copyright Jack Smith Archive, Courtesy Gladstone Gallery, New York and Brussels

Freitag, 6. März 2020, 18 – 20 Uhr
Show and Tell #9
Filmvorführungen:
Tony Conrad, The Flicker, 1966
16 mm, s/w, 30 min
Jack Smith, Flaming Creatures, 1963
16 mm, 45 min

Flickering, Flaming – eine Einführung von Marc Siegel, Professor für Filmwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
(in englischer Sprache)

Mit der Doppelpräsentation von The Flicker und Flaming Creatures zeigt der Kölnische Kunstverein im Rahmen der aktuellen Ausstellung zwei Filme, die beide als Kollaborationen zwischen Tony Conrad und Jack Smith im New York der frühen 1960er Jahre entstanden und für Skandale sorgten. Unter dem Titel Flickering, Flaming wird der Filmwissenschaftler Marc Siegel die unerwartete Produktion des Flickerfilms aus der Erfahrung Tony Conrads Arbeit mit Jack Smith skizzieren.

1962 schloss Conrad sein Studium an der Harvard University ab und zog nach New York City, wo er vor allem mit experimentellen Musiker*innen und Untergrundfilmemacher*innen in Kontakt kam. Er war Mitbewohner des berüchtigten Filmemachers Jack Smith, der Conrad dazu veranlasste, seine musikalischen Experimente auf die Herstellung von Filmtonspuren anzuwenden. Conrads eigene Karriere als Filmemacher begann am 5. März 1963, als er, Smith und Mario Montez (Smiths Muse) vom flackernden Licht eines alten Projektors begeistert waren. Conrad hatte an der Hochschule die Auswirkungen dieses Phänomens auf die Gehirnwellen kennengelernt und so unternahm er den Versuch, einen bewusstseinsverändernden Film aus nichts weiter als schwarzen und weißen Einzelbildern zu drehen, der auf „Harmonien“ zwischen den Frequenzen des flackernden Lichts basiert – eine Vorgehensweise ähnlich seiner Arbeit mit Tonfrequenzen. Von Kritiker*innen für seine strukturellen Qualitäten gelobt, reichten die Reaktionen des Publikums bei der Premiere von The Flicker am 15. September 1966 im Lincoln Center for the Performing Arts von Übelkeit bis hin zu Halluzinationen.

Für Jack Smiths legendären Film Flaming Creatures produzierte Tony Conrad den Soundtrack. Smiths Filme sind von einer ungewöhnlichen Low-Budget-Schönheit und ästhetischen Innovationen geprägt, die sofort das Lob der Kritiker*innen auf sich zogen. Doch der offene Umgang mit Sexualität führte zu Zensur: 1964 löste der Film einen der größten Skandale der Filmgeschichte aus und wurde verboten. Bald danach begann Smith das Medium Film nicht mehr als eigenständiges Werk, sondern als Bestandteil von Performances einzusetzen. Flaming Creatures, sein wohl bekanntester Film, feiert eine tumultartige Harem-Party aus grenzenlosen erotischen Ausschweifungen in glamourösen schwarz-weiß-Bildern.

Marc Siegel ist Professor für Filmwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Sein Buch A Gossip of Images wird demnächst bei Duke University Press erscheinen. Im Jahr 2014 gab er eine Sonderausgabe der Zeitschrift Criticism heraus, die Jack Smith gewidmet ist. Er ist Gründungsmitglied des in Berlin ansässigen Kunstkollektivs CHEAP. Im Jahr 2009 ko-kuratierte er ein umfassendes Festival am Arsenal-Institut für Videokunst und am HAU in Berlin mit dem Titel LIVE FILM! JACK SMITH! Five Flaming Days in a Rented World, das 2012 in Frankfurt am Main im Mousonturm und im MMK Museum für Moderne Kunst einen Spin-Off hatte. In diesem Kontext arbeitete er mit Tony Conrad zusammen.

»

Show and Tell #8
Arjan Stockhausen: Ja (Null Piece), 2020
18. Februar 2020

invite_kkv

Dienstag, 18. Februar 2020, 18 – 22 Uhr
Arjan Stockhausen, Ja (Null Piece), 2020
4- Kanal Audiodatei, 240 min

NEIN! Dieses Stück ist kein Stück, um diese Stück zu hören, höre es nicht. Lege dich nicht auf den Boden, um zuzuhören. Lege dich nicht auf den Boden, um nicht zuzuhören. Höre die Stille während des Klangs, höre nicht auf den Klang, während der Stille. Denke an kein Objekt, während du zuhörst, der Klang ist das Objekt. Um dich auf das Stück zu legen, werde das Stück, at least. JA!

Die Veranstaltung findet anlässlich der Ausstellung TONY CONRAD im Kölnischen Kunstverein statt.

Die Veranstaltungen im Rahmen von Show and Tell werden gefördert von:

Rheinenergie

Mit freundlicher Unterstützung von:

Logozeile_Standard

zu Gast:
reiheM – Konzertreihe für Gegenwartsmusik, Elektronik und neue Medien
6., 7. und 13. Dezember 2019

rM_Michaela-Melian-MfaFT©Michael-Pfitzner-Paul-Valentin_2

zu Gast im Kölnischen Kunstverein:
reiheM – Konzertreihe für Gegenwartsmusik, Elektronik und neue Medien

Freitag, 6. Dezember 2019, 19 – 23 Uhr und Samstag, 7. Dezember 2019, 11 – 19 Uhr
MICHAELA MELIÁN
Music from a Frontier Town
Sound- und Videoinstallation

Freitag, 6. Dezember, 19.30 – 20 Uhr
Michaela Melián im Gespräch mit Prof. Anke Ortlepp

Re-Education. 1.630 Vinylschallplatten aus dem Restbestand der öffentlichen Bibliothek des Münchner Amerikahauses (1945-1997) stehen im Zentrum der Sound- und Videoinstallation „Music from a Frontier Town“ von Michaela Melián. Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, diesen Kellerfund – eine Auswahl von Jazz-, Spoken Word-, Klassik- und Neue Musik- LPs der 1950er und 1960er Jahre, mit der die USA sich als pluralistische Kulturnation präsentierte – eigenhändig auszuwählen und über ein DJ-Pult abzuspielen. Die vielfach ausgezeichnete Münchner Künstlerin, Musikerin und Hörspielautorin Michaela Melián ist für ihre oft raumgreifenden multimedialen Ausstellungen und Konzerte bekannt.

In Zusammenarbeit mit der Abteilung für Nordamerikanische Geschichte des Historischen Instituts der Universität zu Köln.

Der Eintritt ist frei.

Freitag, 13. Dezember 2019, 18 – 22 Uhr
(Einlass jederzeit möglich)
REUNION AFTER CAGE
Für modifiziertes Schachbrett und Live-Elektronik (Deutsche Erstaufführung)

Schachspieler: Holger Lieff, Endre Tot, N.N.
Musiker: Peter Behrendsen, hans w. koch, Tobias Grewenig, Dirk Specht

Highlight zum Ende des reiheM - Jubiläumsjahres 2019 – Mit 4 Stunden “Reunion after Cage”. Mit dieser 114. Veranstaltung schließt sich der Kreis zur allerersten reiheM –Veranstaltung im Januar 2009: “Variations on Variations nach John Cage” (ebenfalls von und mit Peter Behrendsen und hans w koch).

John Cages REUNION für präpariertes Schachbrett und Live-Elektronik wurde erstmals 1968 in Toronto aufgeführt: mit Marcel Duchamp, John Cage und Teeny Duchamp als Schachspieler sowie den Musikern David Behrman, Lowell Cross, Gordon Mumma und David Tudor. Die Verteilung der Klänge im Raum und ihre Lautstärke werden von den Positionen der Schachfiguren bestimmt, nicht durch musikalische und geschmackliche Vorlieben der Musiker. Auch die Schachspieler*innen sind nicht in der Lage, durch bestimmte Züge oder Positionen die Musik zu beeinflussen.
Im Sinne von Cages Idee einer egolosen, nicht-intentionalen Musik werden Gewinnen oder Verlieren nebensächlich – “a purposeful purposelessness or a purposeless play”.
Das bei dieser Aufführung verwendete Schachbrett folgt dem von Lowell Cross konstruierten Original in der Zuordnung der Felder auf die Ein- und Ausgänge, wurde aber mit heutiger Technologie (Computerprogrammierung und MIDI) ausgestattet.
Das Schachspiel wird flankiert durch thematisch relevante Projektionen von Arbeiten der Künstlerinnen Takako Saito und Shigeko Kubota.

Ein Projekt von Peter Behrendsen und hans w. koch.

Eintritt: 10,- / 8,-

Weitere Infos: www.reihe-M.de

reiheM – Konzertreihe für Gegenwartsmusik, Elektronik und neue Medien – Köln wird veranstaltet von Mark e.V. und gefördert durch das Kulturamt der Stadt Köln und das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Filmscreenings während Solito von Julien Ceccaldi

KKV-web-Solito-1240x1748px

Filmscreenings während der Ausstellung Solito von Julien Ceccaldi
8. September – 11. November 2018

Do 20.9., 18 Uhr
Kunihiko Ikuhara, La Fillette Revolutionnaire Utena, 1999 (OmU, dt. UT)

Di 25.9., 18 Uhr
Catherine Breillat, Barbe Bleue, 2009 (OmU, engl. UT)

Do 11.10., 18 Uhr
Catherine Breillat, La Belle Endormie, 2011 (OmU, engl. UT)

Do 18.10., 18 Uhr
Mori Masaki, The Door into Summer, 1975 (OmU, engl. UT)

Do 25.10., 18 Uhr
Catherine Breillat, 36 Fillette, 1988 (OmU, engl. UT)

Mi 7.11., 18 Uhr
Chantal Akerman, Golden Eighties, 1986 (35mm-Film, OmU, dt. UT)
mit einer Einführung von Juliane Duft

Veranstaltungsprogramm
Jay Chung & Q Takeki Maeda. The Auratic Narrative

The Auratic Narrative

Veranstaltungsprogramm:

11. April 2019, 21 Uhr
Moulting (2019), Diashow mit Jay Chung und Q Takeki Maeda

14. Mai 2019, 11 – 18 Uhr
Moulting (2019), Diashow von Jay Chung und Q Takeki Maeda

28. Mai 2019, 19 Uhr
Show and Tell # 1
Scalalogia and The Wheel of Life (2019), Book Launch mit Jasmin Werner und einem Vortrag von Philipp Kleinmichel zusammen mit einem Konzert von pogendroblem

Show and Tell ist eine fortlaufende, vom Ausstellungsprogramm unabhängige Veranstaltungsreihe mit verschiedenen Formaten. Eingeladen werden wechselnde Gäste, darunter Künstler*innen, Autor*innen und Musiker*innen.

6. Juni, 2019, 19 Uhr
Letters (2019) und Jay Chung and Q Takeki Maeda x Teruo Nishiyama (2017), Double Book Launch mit Jay Chung und Q Takeki Maeda

19. Juni 2019, ab 17 Uhr
Double Screening
ausgewählt von Jay Chung und Q Takeki Maeda

17 Uhr Westend (D 2001) von Markus Mischkowski und Kai-Maria Steinkühler
89 min, 35 mm, s/w, Deutsch mit englischen UT

18.30 Uhr L for Leisure (USA 2014) von Lev Kalman und Whitney Horn
73 min, Farbe, Englisch

Führungen am Donnerstag durch die Ausstellung

25. April 2019, 17 Uhr mit Miriam Bettin
23. Mai 2019, 17 Uhr mit Lukas Flygare (in englischer Sprache)
6. Juni 2019, 17 Uhr mit Nikola Dietrich

Führungen am Sonntag durch die Ausstellung

19. Mai 2019, 15 Uhr mit Jasmin Werner
23. Juni 2019, 15 Uhr mit Jasmin Werner