ca-ca poo-poo, 1998

Katalog anlässlich der gleichnamigen Gruppenausstellung im Kölnischen Kunstverein
vom 08.11.1997 bis 11.01.1998

Herausgeber: Udo Kittelmann
Autor: Udo Kittelmann
Zahlreiche Abbildungen in Farbe, Text in deutsch und englisch, 69 Seiten, Paperback,
erschienen im Hatje Cantz Verlag

€ 14,80 / € 10,- für Mitglieder

Udo Kittelmann zu der Ausstellung ca-ca poo-poo: „In den letzten Jahren erlebte die Diskussion über Malerei eine zunächst unerwartete Renaissance. Ausgelöst und wach gehalten wurde die Debatte in den vergangenen Jahren durch verschiedene groß angelegte Ausstellungen, die meistens ein für mich überraschend engen Malereibegriff zugrunde legten. […] Malerei aber zeigt sich heute befreit von festen Grenzen. Malerei verändert ihre Organisationsformen. Malerei entzieht sich dem starren dogmatischen Einfluss der Kunstgeschichte und das heißt natürlich auch dem Einfluss ihrer eigenen Kultur. […] Nun, habe ich dann schließlich mir die Ausstellung erfüllt, die ich glaubte, mir so lange ersehnt zu haben, und die zumindest den herkömmlich tradierten Malereibegriff hinterfragen und in Frage stellen sollte. Um der Geschichte der Malerei dennoch Rechnung zu tragen, erschien es mir notwendig, als Ausgangspunkt an den ursprünglichen Beginn bildnerischer Prozesse zu erinnern, sozusagen um die Wegrichtig zu zeigen. Ich nannte die Ausstellung – durchaus provokant – ca-ca poo-poo, was ein amerikanisch-englisches, der Kindersprache entliehenes fäkales Slangwort ist und schlicht `scheiße` meint bzw. bedeutet. Denn die erste gestische Äußerung, die uns in diesem Kontext zu interessieren hat, ist die des Kindes. Mit anderen Worten: Die erste Malerei ist die des Kindes! […] Und wir erinnern uns vielleicht, dass es uns als Kind am Anfang zunächst überhaupt nicht interessierte, auf welche Art und Weise wir Bilder malten, mit welchem Material, sei es nun Spinat, Mayonnaise oder eben unser Exkrement, wir `malten`. Völlig egal war es uns auch, auf welchem Grund wir malten. […] Ein köstliches visuelles Beispiel einer frühkindlichen fäkal-fixierten Herangehensweise zur Produktion von genialer Malerei zeigt Paul McCarthy in seinem Performance-Video Painter von 1995. In der Ausstellung waren nur wenige als traditionelle Malerei zu kategorisierende Arbeiten zu sehen. Vielleicht noch die Namen der KünstlerInnen, die an der Ausstellung beteiligt waren: Angela Bulloch, Tracey Emin, Mike Kelley, Fabian Marcaccio, Paul McCarthy, Mark Milloff, Carl Ostendarp, Steven Parrino, Christian Sery, Lauren Szold, Tony Tasset, Martin Walde, Franz West. […] Die Malerei, wie auch die Kunst im Ganzen, wird sich zukünftig in fraktalen Kategorien ausdrücken, d.h. eine methodische und dadurch allein schon orthodoxe Organisation des Bildes wird obsolet. Und wahrscheinlich wird es notwendig sein, vorübergehend alles zu vergessen und von vorne anzufangen, als wäre noch nie zuvor ein Bild gemalt worden.“


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