Ausstellungen vorübergehend geschlossen

2.11. – 20.12.2020

Dorothy Iannone & Juliette Blightman: Installationsansicht Kölnischer Kunstverein, 2020. Foto: Mareike Tocha.

Leider muss der Kölnische Kunstverein ab dem 3. November weiterhin bis mindestens zum 20. Dezember 2020 gemäß der Coronaschutzverordnung des Landes NRW schließen. Trotz geschlossener Türen wird ein Großteil der Ausstellung THE KÖLN CONCERT von Dorothy Iannone & Juliette Blightman weiterhin von der Hahnenstraße aus durch die Fensterfront einsehbar sein. Schauen Sie gern einmal rein! 

Von der Schließung betroffen ist leider auch die Jahresgaben-Präsentation. Wir hoffen, dass wir die Ausstellung baldmöglichst für Besucher*innen öffnen können. Bis dahin stellen wir die Jahresgaben 2020 und die Künstler*innen auf unserer Webseite und via Instagram vor.

Hinweis für unsere Mitglieder: Eine Abholung der Vereinsgabe 2020 von Marcel Odenbach ist ab Wiederöffnung des Kunstvereins zu den regulären Öffnungszeiten der Ausstellungen und bis einschließlich November 2021 möglich. Für jede Vereinsgabe ist ein Produktionskostenanteil von 15 € bei der Abholung in bar zu zahlen. Wir bitten um Verständnis, dass wir trotz der ungewöhnlichen Umstände die Vereinsgabe nicht versenden können. 

Über Neuigkeiten zur Wiederöffnung und zu unserem Programm halten wir Sie über Webseite und Newsletter auf dem Laufenden.

Wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen!


Jahresgaben 2020

17.11.2020 – 31.1.2021

Wir freuen uns, Ihnen ab Dienstag, 17. November die Jahresgaben 2020 vorerst online vorzustellen. Erhältlich sind exklusiv für den Kunstverein produzierte oder gestiftete Werke von jungen wie etablierten Künstler*innen: 

John Baldessari, Kenneth Bergfeld, Tom Burr, Hanne Darboven, Dunja Herzog, Dorothy Iannone, Emma LaMorte, Marcel Odenbach, Lena Anouk Philipp, Luc Tuymans, Jeff Wall

Mit dem Kauf einer Jahresgabe leisten Sie einen wichtigen Beitrag zur Förderung zeitgenössischer Kunst und Künstler*innen sowie zur Arbeit des Kölnischen Kunstvereins. Dafür bedanken wir uns recht herzlich!

Bestellungen der Jahresgaben 2020 können ab dem 17. November 2020 bis einschließlich 6. Januar 2021 schriftlich eingereicht werden. Gehen mehr Bestellungen ein, als Exemplare vorhanden sind, entscheidet das Los. Die Verlosung findet am 7. Januar 2021 statt.
Bitte beachten Sie, dass die Jahresgaben ausschließlich von Mitgliedern des Kölnischen Kunstvereins erworben werden können. Die ausführlichen Bestellbedingungen finden Sie hier.

Aktuell und noch bis zum 20. Dezember 2020 bleibt der Kölnische Kunstverein gemäß der Coronaschutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen geschlossen. Sobald wir unsere Türen wieder für Besucher*innen öffnen können, werden die Jahresgaben im Rahmen einer Ausstellung im 2. OG zu besichtigen sein. 

Über Neuigkeiten zur Wiederöffnung und zu unserem Programm halten wir Sie über Webseite und Newsletter auf dem Laufenden.

Wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen!

Lena Anouk Philipp: Ums Mark reisen, 2017. Foto: Mareike Tocha.
Jahresgaben 2020, Kölnischer Kunstverein.

The Köln Concert

Dorothy Iannone & Juliette Blightman

31.10.2020 – 31.1.2021

Eröffnung am Freitag, 30.10.2020, 15 – 21 Uhr

„Ein Bild, höher noch als Engel: The Köln Concert“
Ein Text von Amelia Stein


Das Leben hat kein Außerhalb, verkünden die psyche-himmlischen Ladies of Liberty mit ihren Mikrofonen, sagen die prächtigen Kakteenbrunnen, sagt die blühende Pussyblume mit einem untrüglichen Augenzwinkern.

Dieses ist das Übereinkommen, das The Köln Concert zwischen Publikum, Werken und den Künstlerinnen inszeniert; sowohl Juliette Blightman (*1980) als auch Dorothy Iannone (*1933) komprimieren den Fluss der Zeit zu komplexen symbolischen Welten, in denen es um Liebe, Sex, Fürsorge, Arbeit, Autonomie, Freude und andere Aspekte des Selbstseins geht. Wenn ich „symbolisch“ sage, so meine ich Bilder, die allgemeine Aussagen treffen und sich zugleich auf Persönliches konzentrieren, die zum Teil mnemonisch und zum Teil prophetisch sind, in denen Frühstück und Jugendstil gleichberechtigte Existenzen führen und Geschichten den Platz der Nasen einnehmen. In The Köln Concert sind Formen, Figuren, Botschaften zu einer vielstimmigen Komposition arrangiert; das Leitmotiv, in dem Harmonien mit schrilleren Tönen kollidieren, ist von Blightman und Iannone auf eine Weise inszeniert, dass auch sie selbst ihrerseits das Zusammenspiel der Klänge zu hören vermögen. 

Nicht dass alles und jedes zur Praxis gehört, aber auf alle Fälle ist dies eine Praxis, die netzförmig angelegt ist: Blightman entwickelte die Brunnen in der Garage ihres Stiefvaters, vielleicht mit der Hilfe ihrer kleinen Tochter. Es ist leicht möglich, sich ihren Besuch im Baumarkt vorzustellen, wo sie die Farbe auswählt, ein grelles, aber irgendwie zweckmäßiges Grün. Hier in der Welt der praktischen Dinge, die auch die Welt der Zweckentfremdungen, die der ausgelassenen Späße und der Notlösungen ist, sind die matten Eruptionen der Phalli davon abhängig, wie viel Energie sich von Sonnenkollektoren beziehen lässt. Während sie im Ruhezustand verharren, halten sie in Planschbecken Hof, in deren Rundungen sie unweigerlich im Chor auftreten. Irgendetwas wächst immer in Blightmans Werk heran, was bedeutet, es bedarf der sorgsamen Pflege. Das gilt für Kinder und Pflanzen, aber auch für Beschränkungen und Perspektiven, Begehren, das gefühlte Selbst: Fürsorge bedeutet Strukturen zu schaffen, bedeutet, Subjekt und Prozess als ein und dasselbe zu begreifen. „Tochter“ ist ein Prozess, ebenso „Körper“, das „Zuhause“. Die Bleistift- und Gouache-Arbeiten in Stages of Seed Development (2020) stellen sich zunächst als Fenster dar, bis die Serialität ihrer Anordnung alsdann etwas Gewichtigeres nahelegt: Phrasen womöglich, die zugleich unbestimmt und abgeschlossen sind.

Nachdrücklich sprechen, singen diese Arbeiten, bewegen sich auf ihre Inspirationsquelle zu, (Ta)Rot Pack (2016/1968-69). Iannones ekstatische Allegorie ihres Lebens mit Dieter Roth bringt eine Reihe eigener musikalischer Phrasen hervor: „This Card Brings a Brief Respite Maybe“, lässt ein nackter Roth verlauten, der auf einem trippigen Schweizer Pfad wandert. „This Card Brings What Everyone Wants“, sagen die geschmückten Liebenden in tantrischer Umarmung. Iannone hat erklärt, dass diese Fähigkeit – Dinge herbeizubringen – die einzige Art und Weise ist, wie ihre Karten das (andere) Tarot zu spiegeln vermögen. Ich hingegen würde eine andere Deutung wagen: dass nämlich ihr (Ta)Rot Pack, wie Blightmans Stages, eine Würdigung alltäglicher Konsequenzen ist – eine, die eines Anflugs kosmischen Humors nicht entbehrt.

Etwas, das mit Wanderschaft zu tun haben könnte, hier als unterschwellig hörbare Kadenz. Diese Werke entspringen Orten, die ebenso geliebt werden, wie man sie schlichtweg erträgt. Bei allem Umherreisen entspringen sie dem Bedürfnis, gelegentlich an diese zurückzukehren – etwa in die Vereinigten Staaten, wo Iannone und ihre Ladies of Liberty geboren wurden, oder auch nach Deutschland, wo Blightman zuerst ihre Tochter großzog und sie zuerst malte, und insbesondere ins Rheinland, wo Iannone mit Roth lebte und Ende der 1960er Jahre mit der Arbeit am (Ta)Rot Pack begann. Bild ist, wie man dort hingelangt: The Story Of Bern (Or) Showing Colors (1970), ursprünglich ein Künstlerbuch, in The Köln Concert als Diaporama gezeigt, liefert uns den Beweis, dass die fruchtbarsten Zeiten häufig die sind, die von Auseinandersetzungen und Kämpfen geprägt werden. Und dass am Ende, wenn wir aus all dem Chaos schließlich wieder auftauchen, wir nur rein theoretisch zu der Erkenntnis gelangen können, dass irgendwo in der Ferne Ruhm und Ehre auf uns warten.


Im Laufe der Ausstellung entsteht eine gemeinsame Publikation.  

Die Präsentation im Kölnischen Kunstverein ist eine Weiterführung der Ausstellung Prologue bei Arcadia Missa in diesem Jahr. Eine zweite Version der Ausstellung wird im April 2021 bei Vleeshal in Middelburg, Niederlande, eröffnen.

Dank an: Air de Paris, Romainville; Arcadia Missa, London; Peres Projects, Berlin; Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin; Galerie Fons Welters, Amsterdam; Sammlung Alexander Schröder, Berlin; Roger Hobbs; Kentaurus, Köln 

Die Ausstellung wird unterstützt von:


Information aus aktuellem Anlass

zum Filmclub 813

Der Filmclub 813 ist seit mehreren Jahren Untermieter des Kölnischen Kunstvereins. Der unter Ägide der Stadt geschlossene Vertrag enthält eine ganze Reihe an Pflichten beider Parteien – sowohl des Filmclubs 813 als auch des Kölnischen Kunstvereins. Der Filmclub 813 verstößt seit Jahren gegen eine ganze Reihe vertraglicher Pflichten, auch gegen elementare vertragliche Pflichten, deren Verletzung jeweils zu einem außerordentlichen Kündigungsrecht auf Seiten des Kölnischen Kunstvereins führt. Diese Schraube war bereits seit einiger Zeit überdreht. Der Filmclub 813 hat sie nun noch weitergedreht, indem er zusätzlich noch ein Gerichtsverfahren gegen den Kölnischen Kunstverein angestrengt hat. Das konnte keinen Erfolg haben. Das Gericht hat dem Filmclub 813 in der mündlichen Verhandlung deutlich geraten, den Antrag zurückzunehmen. Entsprechend nahm der Filmclub 813 den Antrag auch tatsächlich zurück.

Der Kölnische Kunstverein hat in Zusammenhang mit dieser neuerlichen Eskalation durch den Filmclub 813 die außerordentliche Kündigung des Vertrags wegen der letzten elementaren Vertragsverletzungen des Filmclubs 813 erklärt. Diese Vertragsverletzungen bestanden u.a. darin, dass der Filmclub 813 ankündigte, Dritten seine Räume ohne die notwendige Zustimmung des Kölnischen Kunstvereins zu überlassen. Die Überlassung der Räume an Dritte ohne die vorherige Zustimmung durch den Kölnischen Kunstverein stellt einen außerordentlichen Kündigungsgrund dar. Dabei hat der Kölnische Kunstverein nichts gegen die Institution Filmclub 813 an sich. Es handelt sich vielmehr um eine „verhaltensbedingte Kündigung“ wegen der Verletzung elementarer Vertragspflichten durch den Filmclub 813.

Der Kölnische Kunstverein steht einer dahingehenden Einigung mit dem Filmclub 813 offen gegenüber, dass der Kölnische Kunstverein dem Filmclub 813 die Räume auf einer neuen, einfacheren und klareren Grundlage überlässt. Diese Grundlage müsste so klar und einfach sein, dass der Filmclub 813 sie einhalten können und wollen wird.