Wenigen gelingen Werke von solch durchgehender Spannung. Es ist, als würde von Werkgruppe zu Werkgruppe eine brennende Fackel übergeben. Oder als sei auf jeder Leinwand Haut besonders fest auf den Knochen gespannt. Es ist eine Spannung, die allein aus malerischen Setzungen rührt, die Monika Baer in den vergangenen dreißig Jahren immer weiter entfaltet hat. Kompromisslos hat sie dabei ein Werk entwickelt, das sich losgelöst von allen Strömungen bewegt. Baers Bildsprache tritt zeitlos auf und ist gleichzeitig stark mit der Gegenwart verbunden. Es sind flanierende Bewegungen von dialektischer Natur, die ein geladenes Vibrieren erzeugen und auch die innerbildlichen Zusammenhänge charakterisieren.
Defection zeigt ihre jüngsten Arbeiten. Sie treten in die Nachbarschaft der zuvor entwickelten Motivgruppe mit Mänteln, die auf Felsnischen oder Simsen abgelegt sind. Es handelt sich bei beiden Komplexen um Räume der Untiefe. Ihrer verschlossen bleibenden Dimension liegt etwas Rätselhaftes zugrunde, dessen Detailversessenheit das abtastende Auge auf die Spur kommt, dem es aber nicht bis zum Ende folgen kann.
Bildcredit: Monika Baer, Schweine Steine Scherben (smoking), 2025, Ausschnitt. Courtesy of the artist and Trautwein Herleth, Berlin, Greene Naftali, New York. Foto: Júlia Standovár
Die Ausstellung wird unterstützt von
THE E N D (It’s About New Beginnings)
27. – 28.3.2026
Alexander Basile, 2 Millionen, 2019
THE E N D (It’s About New Beginnings) Performance-Wochenende mit 30 Arbeiten von Studierenden und Alumni der KHM – zum Abschluss von Prof. Mischa Kuball an der KHM.
Freitag, 27.03. und Samstag, 28.03.: je 14:00–21:30
Das Ende als ein letzter symbolischer Herzschlag: ein Moment des Innehaltens, der zugleich auch immer ein Anfang sein soll: THE E N D bringt anlässlich des Abschlusses von Mischa Kuballs 19-jähriger Lehrtätigkeit an der KHM Beiträge von ehemaligen und aktuellen Studierenden seines Seminars urban stage zusammen. Das Wochenende fokussiert auf zeitbasierte Arbeiten. Gezeigt werden Performances und Video-Arbeiten wie auch Malerei, Fotografie, Skulptur, VR- und Klangarbeiten, denen performative Elemente zu eigen sind.
Die dreißig präsentierten Arbeiten widmen sich verschiedenen Krisen aus den letzten Jahrzehnten. Sie erstrecken sich räumlich vom Riphahnsaal, über das Kino, den Apostelnklosterplatz bis hin in die Zwischenräume des Kölnischen Kunstvereins. Inhaltlich versinnbildlichen sie auf vielfältige Weise die Brüchigkeit von Gegenwart mit künstlerischen Strategien wie Wiederholung und Geste: im Weinen, im Fensterputzen, in spektakulären Bühnenmomenten, in filmischen und performativen Raumanalysen. Oder sie entwickeln dystopische Sezierungen, Grenzzustände, geben dem Unsagbaren eine Stimme.
Das Programm zeigt Performances von Ale Bachlechner, Friedrich Boell, Cloudi, Vera Drebusch & Florian Egermann, Mathilde Hawkins & Max Mauro Schmid, Jan Hoeft, Cătălina Bucos & Karen Fritz, Dabin Kim, Stefanie Klingemann, Ella Kühn, Alysha Lahner, Constantin Leonhard, Johanna Schütt & Tanja Saban, Søren Siebel, Mila Stoytcheva, Evamaria Schaller, The Blind Queen of Anger sowie Interventionen am Gebäude von The Time Teller (letztere als Personas von Mohamad Moe Sabbah).
Im Riphahnsaal sind Skulpturen, Bilder und Videoarbeiten zu sehen: von Finn Wagner, Alwin Lay, Charlotte Triebus, Jonas Monka, Johannes Bendzulla, Alexandra Nikitina, Christoph Kilian, Pauline M‘barek und Jens Pecho.
Durchgängig werden die Videoarbeiten von Jens Pecho, Noa Gur, Finn Wagner, Cătălina Bucos & Ada Kopaz präsentiert, sowie an zwei Kino-Abenden in Kollaboration mit dem Filmclub 813 die Filme von Alexander Basile, Viktor Brim & Emerson Culurgioni und Miri Ian Gossing & Lina Sieckmann gezeigt.
Eingeladen von Mischa Kuball in Kooperation mit dem Kölnischen Kunstverein. Kuratiert von Maja Funke und Helin Korkmaz.
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Eine Stadt als Atelier 22. Mai bis 19. Juli 2026 Eröffnung: Donnerstag, 21. Mai 2026
Mitwirkende Künstler:innen u.a.: Michael Van den Abeele; Chantal Akerman; Danai Anesiadou; Ethan Assouline; Sammy Baloji; Kasper Bosmans; Jef Cornelis; Jos de Gruyter & Harald Thys; Laurent Dupont; Jana Euler; Arnaud Eubelen; Béla Feldberg; Mona Filleul; Gust Duchateau; Felix Kindermann; Aglaia Konrad; Céline Mathieu; Hana Miletić; Shaun Motsi; Willem Oorebeek; Jurgen Ots; Marina Pinsky; Sophie Podolski; Emile Rubino; Chéri Samba; Michaela Schweighofer; Beat Streuli; Walter Swennen; Angharad Williams.
Die Ausstellung Eine Stadt als Atelier richtet den Blick auf Brüssel als vielschichtigen, städtischen Organismus. Die Stadt vereint kosmopolitische Vielfalt, Überlagerungen politischer Machteinflüsse und soziale Spannungen – ein chaotisches, aber inspirierendes Umfeld für künstlerisches Schaffen. Brüssels Architektur, Kolonialgeschichte und Zuwanderung prägen Arbeitsweisen, in denen Nonkonformismus, Widerstand und urbane Realität reflektiert werden. Die Ausstellung untersucht künstlerische Sichtweisen auf Stadtstrukturen, soziale Texturen und historische Spuren. Mit Stationen in Köln und Brüssel verknüpft das Projekt historische und geografische Resonanzen, verdeutlicht kulturelle Verflechtungen zwischen Städten und erweitert die Lesart urbaner Topografien durch künstlerische Praktiken. Brüssel wird so zum Modellraum für die Reflexion, wie Städte als lebendige Organismen durch Kunst immer wieder neu verstanden werden können.
Kuratiert von Fabian Flückiger, Kurator Brüssel und Valérie Knoll, Direktorin Kölnischer Kunstverein.
Wir freuen uns sehr, dass Eine Stadt als Atelier für den *WESTSTERN-Preis 2026 in der Kategorie Ausstellung nominiert wurde.
Bild: Jana Euler, by its cover, 3, 2017. Courtesy the artist. Foto: Kristien Daem