Ausstellung vorübergehend geschlossen

Leider bleibt der Kölnische Kunstverein weiterhin gemäß der Coronaschutzverordnung des Landes NRW für Besucher*innen geschlossen. Trotz geschlossener Türen ist ein Großteil der Ausstellung THE KÖLN CONCERT von Dorothy Iannone & Juliette Blightman von der Hahnenstraße aus durch die Fensterfront einsehbar. Schauen Sie also gern einmal rein! Ob eine Wiederöffnung der Ausstellung möglich ist, steht zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nicht fest.

Die aktuellen Jahresgaben 2020 präsentieren wir Ihnen online.

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Wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen!

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Dorothy Iannone & Juliette Blightman: Installationsansicht Kölnischer Kunstverein, 2020. Foto: Mareike Tocha.


THE KÖLN CONCERT Dorothy Iannone & Juliette Blightman

31.10.2020 – 7.3.2021

Eröffnung am Freitag, 30.10.2020, 15 – 21 Uhr

Bitte beachten Sie: Ob eine Wiederöffnung der Ausstellung nach dem Lockdown möglich ist, steht zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nicht fest.

„Ein Bild, höher noch als Engel: The Köln Concert“
Ein Text von Amelia Stein


Das Leben hat kein Außerhalb, verkünden die psyche-himmlischen Ladies of Liberty mit ihren Mikrofonen, sagen die prächtigen Kakteenbrunnen, sagt die blühende Pussyblume mit einem untrüglichen Augenzwinkern.

Dieses ist das Übereinkommen, das The Köln Concert zwischen Publikum, Werken und den Künstlerinnen inszeniert; sowohl Juliette Blightman (*1980) als auch Dorothy Iannone (*1933) komprimieren den Fluss der Zeit zu komplexen symbolischen Welten, in denen es um Liebe, Sex, Fürsorge, Arbeit, Autonomie, Freude und andere Aspekte des Selbstseins geht. Wenn ich „symbolisch“ sage, so meine ich Bilder, die allgemeine Aussagen treffen und sich zugleich auf Persönliches konzentrieren, die zum Teil mnemonisch und zum Teil prophetisch sind, in denen Frühstück und Jugendstil gleichberechtigte Existenzen führen und Geschichten den Platz der Nasen einnehmen. In The Köln Concert sind Formen, Figuren, Botschaften zu einer vielstimmigen Komposition arrangiert; das Leitmotiv, in dem Harmonien mit schrilleren Tönen kollidieren, ist von Blightman und Iannone auf eine Weise inszeniert, dass auch sie selbst ihrerseits das Zusammenspiel der Klänge zu hören vermögen. 

Nicht dass alles und jedes zur Praxis gehört, aber auf alle Fälle ist dies eine Praxis, die netzförmig angelegt ist: Blightman entwickelte die Brunnen in der Garage ihres Stiefvaters, vielleicht mit der Hilfe ihrer kleinen Tochter. Es ist leicht möglich, sich ihren Besuch im Baumarkt vorzustellen, wo sie die Farbe auswählt, ein grelles, aber irgendwie zweckmäßiges Grün. Hier in der Welt der praktischen Dinge, die auch die Welt der Zweckentfremdungen, die der ausgelassenen Späße und der Notlösungen ist, sind die matten Eruptionen der Phalli davon abhängig, wie viel Energie sich von Sonnenkollektoren beziehen lässt. Während sie im Ruhezustand verharren, halten sie in Planschbecken Hof, in deren Rundungen sie unweigerlich im Chor auftreten. Irgendetwas wächst immer in Blightmans Werk heran, was bedeutet, es bedarf der sorgsamen Pflege. Das gilt für Kinder und Pflanzen, aber auch für Beschränkungen und Perspektiven, Begehren, das gefühlte Selbst: Fürsorge bedeutet Strukturen zu schaffen, bedeutet, Subjekt und Prozess als ein und dasselbe zu begreifen. „Tochter“ ist ein Prozess, ebenso „Körper“, das „Zuhause“. Die Bleistift- und Gouache-Arbeiten in Stages of Seed Development (2020) stellen sich zunächst als Fenster dar, bis die Serialität ihrer Anordnung alsdann etwas Gewichtigeres nahelegt: Phrasen womöglich, die zugleich unbestimmt und abgeschlossen sind.

Nachdrücklich sprechen, singen diese Arbeiten, bewegen sich auf ihre Inspirationsquelle zu, (Ta)Rot Pack (2016/1968-69). Iannones ekstatische Allegorie ihres Lebens mit Dieter Roth bringt eine Reihe eigener musikalischer Phrasen hervor: „This Card Brings a Brief Respite Maybe“, lässt ein nackter Roth verlauten, der auf einem trippigen Schweizer Pfad wandert. „This Card Brings What Everyone Wants“, sagen die geschmückten Liebenden in tantrischer Umarmung. Iannone hat erklärt, dass diese Fähigkeit – Dinge herbeizubringen – die einzige Art und Weise ist, wie ihre Karten das (andere) Tarot zu spiegeln vermögen. Ich hingegen würde eine andere Deutung wagen: dass nämlich ihr (Ta)Rot Pack, wie Blightmans Stages, eine Würdigung alltäglicher Konsequenzen ist – eine, die eines Anflugs kosmischen Humors nicht entbehrt.

Etwas, das mit Wanderschaft zu tun haben könnte, hier als unterschwellig hörbare Kadenz. Diese Werke entspringen Orten, die ebenso geliebt werden, wie man sie schlichtweg erträgt. Bei allem Umherreisen entspringen sie dem Bedürfnis, gelegentlich an diese zurückzukehren – etwa in die Vereinigten Staaten, wo Iannone und ihre Ladies of Liberty geboren wurden, oder auch nach Deutschland, wo Blightman zuerst ihre Tochter großzog und sie zuerst malte, und insbesondere ins Rheinland, wo Iannone mit Roth lebte und Ende der 1960er Jahre mit der Arbeit am (Ta)Rot Pack begann. Bild ist, wie man dort hingelangt: The Story Of Bern (Or) Showing Colors (1970), ursprünglich ein Künstlerbuch, in The Köln Concert als Diaporama gezeigt, liefert uns den Beweis, dass die fruchtbarsten Zeiten häufig die sind, die von Auseinandersetzungen und Kämpfen geprägt werden. Und dass am Ende, wenn wir aus all dem Chaos schließlich wieder auftauchen, wir nur rein theoretisch zu der Erkenntnis gelangen können, dass irgendwo in der Ferne Ruhm und Ehre auf uns warten.


Im Laufe der Ausstellung entsteht eine gemeinsame Publikation.  

Die Präsentation im Kölnischen Kunstverein ist eine Weiterführung der Ausstellung Prologue bei Arcadia Missa in diesem Jahr. Eine zweite Version der Ausstellung wird im April 2021 bei Vleeshal in Middelburg, Niederlande, eröffnen.

Dank an: Air de Paris, Romainville; Arcadia Missa, London; Peres Projects, Berlin; Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin; Galerie Fons Welters, Amsterdam; Sammlung Alexander Schröder, Berlin; Roger Hobbs; Kentaurus, Köln 

Die Ausstellung wird unterstützt von:


Genoveva Filipovic Seufzer

27.3. – 23.5.2021

Wir möchten die Ausstellung gemeinsam mit Ihnen und der Künstlerin am Freitag, 26.3.2021 von 15 – 21 Uhr eröffnen.

Sollte dies nicht möglich sein, verschieben wir die Eröffnung auf den nächstmöglichen Zeitpunkt, den wir hier und über unseren Newsletter bekannt geben werden.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit Ihnen!




Aktuell keine Abholung der Vereinsgaben möglich

Aufgrund der aktuellen Situation bleibt der Kunstverein vorübergehend geschlossen und eine Abholung der Vereinsgaben ist daher zur Zeit nicht möglich. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir die Arbeiten auch nicht versenden.

Der Abholzeitraum für die Vereinsgabe 2020 von Marcel Odenbach verlängert sich bis zum Jahresende 2021.

Sobald wir wieder öffnen dürfen, werden wir Sie selbstverständlich hier und über unseren Newsletter informieren.


Information aus aktuellem Anlass

zum Filmclub 813

Der Filmclub 813 ist seit mehreren Jahren Untermieter des Kölnischen Kunstvereins. Der unter Ägide der Stadt geschlossene Vertrag enthält eine ganze Reihe an Pflichten beider Parteien – sowohl des Filmclubs 813 als auch des Kölnischen Kunstvereins. Der Filmclub 813 verstößt seit Jahren gegen eine ganze Reihe vertraglicher Pflichten, auch gegen elementare vertragliche Pflichten, deren Verletzung jeweils zu einem außerordentlichen Kündigungsrecht auf Seiten des Kölnischen Kunstvereins führt. Diese Schraube war bereits seit einiger Zeit überdreht. Der Filmclub 813 hat sie nun noch weitergedreht, indem er zusätzlich noch ein Gerichtsverfahren gegen den Kölnischen Kunstverein angestrengt hat. Das konnte keinen Erfolg haben. Das Gericht hat dem Filmclub 813 in der mündlichen Verhandlung deutlich geraten, den Antrag zurückzunehmen. Entsprechend nahm der Filmclub 813 den Antrag auch tatsächlich zurück.

Der Kölnische Kunstverein hat in Zusammenhang mit dieser neuerlichen Eskalation durch den Filmclub 813 die außerordentliche Kündigung des Vertrags wegen der letzten elementaren Vertragsverletzungen des Filmclubs 813 erklärt. Diese Vertragsverletzungen bestanden u.a. darin, dass der Filmclub 813 ankündigte, Dritten seine Räume ohne die notwendige Zustimmung des Kölnischen Kunstvereins zu überlassen. Die Überlassung der Räume an Dritte ohne die vorherige Zustimmung durch den Kölnischen Kunstverein stellt einen außerordentlichen Kündigungsgrund dar. Dabei hat der Kölnische Kunstverein nichts gegen die Institution Filmclub 813 an sich. Es handelt sich vielmehr um eine „verhaltensbedingte Kündigung“ wegen der Verletzung elementarer Vertragspflichten durch den Filmclub 813.

Der Kölnische Kunstverein steht einer dahingehenden Einigung mit dem Filmclub 813 offen gegenüber, dass der Kölnische Kunstverein dem Filmclub 813 die Räume auf einer neuen, einfacheren und klareren Grundlage überlässt. Diese Grundlage müsste so klar und einfach sein, dass der Filmclub 813 sie einhalten können und wollen wird.