Gouache und Stift auf Papier
21 x 14.9 cm, gerahmt, Pflanzensamen: Maße variabel
3 Unikate
signiert, datiert
Es sind alltägliche und intime Momente, die Juliette Blightman in ihren Arbeiten (darunter Malereien, Zeichnungen, Installationen, Texte, Videos) tagebuchartig festhält. In ihrer radikalen Subjektivität wird das Persönliche öffentlich und scheint jener exhibitionistischen Selbstdarstellung zu entspringen, die durch Social Media allseits vermittelt wird. Wenn die Künstlerin stilisierte Orgien aus einem bekannten Berliner Sexclub festhält, überdimensionale Geschlechtsteile auf Leinwand malt, vulvische Pflanzendarstellungen präsentiert oder einen Kaktus in ein Pissoir verpflanzt, schwingt nicht nur eine gewisse Komik mit, sondern auch die Frage nach Zensur in der Kunstgeschichte. Wer schaut auf wen ist dabei eine Frage, die unsere patriarchale Gesellschaft nach wie vor bestimmt.
Juliette Blightmans (*1980 in Farnham, lebt in UK) Arbeiten waren in Einzelausstellungen u.a. in der Kunsthalle Bern (2016), dem Kunsthaus Bregenz, zusammen mit Gerry Bibby (2014), dem Irish Museum of Modern Art in Dublin (2010) und in der Ausstellung Maskulinitäten. Eine Kooperation von Bonner Kunstverein, Kölnischem Kunstverein und Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf im Kölnischen Kunstverein (2019) zu sehen. Als Gastdozentin unterrichtete die Künstlerin an der UDK in Berlin, an der Kunstakademie Düsseldorf und an der Universität Mozarteum in Salzburg (alle 2015). Die Künstlerin erhielt den Prix K-Way Per4m der Artissima International Fair of Contemporary Art in Turin (2016).
