Archiv

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2020
  • Sonderveranstaltung: Offene Ateliers im Kölnischen Kunstverein, 27.9.2020
    Offene Ateliers 2020
    So 27. Sep 2020, 14 – 18 Uhr
    Mit den Atelierstipendiat*innen Sascha Kregel, Morgaine Schäfer, Stella von Rohden und Ellen Yeon Kim. Für diese Veranstaltung ist keine Anmeldung erforderlich, es kann jedoch eventuell zu Wartezeiten kommen. Bitte beachten Sie die Abstands- und Hygieneregeln sowie die Tragepflicht einer Mund- und Nasenmaske. Weitere Infos unter: Offene Ateliers Köln 2020
  • Vermittlung, Führung: Show & Tell – Stadtführung, 23.9.2020
    Seidenspulerin, Seekreis Verlag, 14. Jahrhundert.
    Mi 23. Sep 2020, 18 – 20 Uhr

    Stadtführung: Blaufärber*innen, Goldspinnerinnen, Zauberei. Eine Führung durch und mit Irene Franken, Historikerin und Alternative Ehrenbürgerin von Köln.

    Begleitend zur Ausstellung Meanwhile von Dunja Herzog werden Kölner Orte aufgesucht, die Aspekte von Farbe, Handwerkskunst, Magie und Gold berühren. Sodann wird die Impulsgeberin von Dunja Herzog, Prof. Maria Mies, Thema sein, die dem Frauengeschichtsverein viele Meter ihrer Schriften überließ – vergleichbar produktiv wie der Ratsherr Hermann von Weinsberg, der in der Frühen Neuzeit ca. 7.000 Seiten Tagebuch verfasste und am Blaubach lebte. Schließlich soll auch der Kampf um die Selbstbestimmung der Frau über ihren Körper behandelt werden.

    Start: Waidmarkt, Hermann-Josef-Brunnen
    Dauer: ca. 1 1/2 bis 2 Stunden
    Max. 15 Teilnehmende, Mund-Nasen-Schutz oder Visier sind Bedingung der Teilnahme

    Anmeldeschluss: Mittwoch, 23.09.2020, 15:30 Uhr

  • Filmvorführung: Show & Tell – I Am Not a Witch, 2017, 18.9.2020
    I Am Not a Witch, 2017. Filmstill. Courtesy: unafilm, Köln.
    Fr 18. Sep 2020, 19 – 21 Uhr

    Filmvorführung: I Am Not a Witch, 2017, Regisseurin: Rungano Nyoni, 94 min, OmU (eng)
    In Anwesenheit der Künstlerin Dunja Herzog

    Rungano Nyoni befasst sich in ihrem Erstlingswerk I Am Not a Witch mit den Hexenprozessen des heutigen Sambias. Die neunjährige Waise Shula wird von einer Dorfbewohnerin als Hexe beschuldigt und in ein Hexenlager in der Wüste geschickt. Unter strengen Regeln lebt sie dort und muss sich einem Ritual unterziehen, um die Regeln des Hexenlebens zu verinnerlichen. I Am Not a Witch ist sowohl Sozialsatire, feministische Kritik als auch surrealistisches Porträt des ländlichen Sambias.

    Show & Tell ist eine fortlaufende ausstellungsbegleitende oder davon unabhängige Veranstaltungsreihe in verschiedenen Formaten. Eingeladen werden wechselnde Gäste, darunter Künstler*innen, Autor*innen oder Musiker*innen. Die Reihe wird gefördert von:

  • Eröffnung: Dunja Herzog – Meanwhile & ­Emma LaMorte – Aussicht, 4.9.2020
    Fr 4. Sep 2020

    Liebe Besucher*innen,
    liebe Mitglieder,

    wir freuen uns sehr, die beiden Einzelausstellungen Dunja Herzog – Meanwhile und Emma LaMorte – Aussicht am 4. September 2020 von 13 Uhr bis 22 Uhr im Rahmen der DC Open eröffnen zu können.

    Da uns der Schutz unserer Mitarbeiter*innen und Besucher*innen sehr wichtig ist und um die Eröffnungen mit Hinblick auf die geltende Coronaschutzverodnung durchführen zu können, verzichten wir auf Eröffnungsreden und Getränke. Außerdem werden wir den Zutritt zum Haus und den einzelnen Ausstellungsräumen durch Sicherheitspersonal regulieren. Die Besucheranzahl ist begrenzt und wir möchten Sie bitten, die Anweisungen des Aufsichtspersonals zu beachten.
    Markierungen und das Leitsystem an der Wand dienen Ihnen zusätzlich zur Orientierung.

    Zudem bitten wir Sie, die folgenden Hygienemaßnahmen zu beachten und einzuhalten:

    • Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist im ganzen Haus verpflichtend.
    • Halten Sie den Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Besucher*innen und dem Personal ein.
    • Bitte waschen Sie sich häufig und gründlich die Hände oder desinfizieren Sie sich diese mit unserem Handdesinfektionsmittel, das am Empfang bereit steht.

    Für weitere Informationen und bei Fragen wenden Sie sich bitte an unsere Mitarbeiter*innen.

    Wir danken für Ihre Mithilfe und freuen uns auf Sie!

    Ihr Team des Kölnischen Kunstvereins

  • Vortrag: Show & Tell #10 – Tony Conrad, 29.5.2020
    Tony Conrad, Berlin 2011, Copyright: Tabea Lurk
    Fr 29. Mai 2020, 19 – 21 Uhr

    Tony Conrad: Again and Again 
    Online-Vortrag von Tabea Lurk, Kunstwissenschaftlerin, Basel (in deutscher Sprache)

    mit einem Grußwort von Nikola Dietrich, Direktorin Kölnischer Kunstverein 

    Inspiriert vom Parcours der Ausstellung TONY CONRAD im Kölnischen Kunstverein zeigt der Vortrag werkmonografische Zusammenhänge auf. Erläutert werden Bezüge, die den ausgestellten Arbeiten inhärent sind. Zudem soll der 2016 verstorbene, US-amerikanische Künstler auf der Basis seiner Videoarbeiten, Statements und Interviews erneut zu Wort kommen.

    Der relativ spät einsetzende Ruhm von Tony Conrad als Galerie- oder musealem Künstler, der seine letzten Jahre prägte, scheint auch vier Jahre nach seinem Tod nicht abzuebben. Noch immer finden sich neue Lesweisen, noch immer wirkt die Vitalität der späten Arbeiten überzeugend und noch immer lassen die Filme der späten 1960er, die videografischen Arbeiten der 1970er und 1980er und die musikalischen Setzungen, die alle Lebensphasen durchziehen, eine teils vergangene, teils von anderen weitergeführte Ära erinnern. Den Ausgangspunkt der Überlegungen bildet das Videoschaffen des Künstlers.

    Der Vortrag ist über folgenden Link und unsere Webseite erreichbar.

    Tabea Lurk hat Kunstwissenschaft und Medientheorie studiert und über Tony Cornads Videoschaffen promoviert. Nach ihrem Volontariat am Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe (2004-2006) war sie von 2006-2015 an der Hochschule der Künste Bern tätig und leitet seit August 2015 die Mediathek der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW Basel.

    Das Veranstaltungs- und Vermittlungsprogramm wird unterstützt von:


    Die Ausstellung TONY CONRAD ist eine Kooperation zwischen Kölnischem Kunstverein, Köln, und dem MAMCO, Genf. Sie basiert auf der retrospektiven Ausstellung, die von der Albright-Knox Art Gallery, Buffalo, New York 2018/19, organisiert wurde.


    Mit freundlicher Unterstützung von:

  • Screening: Show and Tell #9 – Tony Conrad, Jack Smith, Marc Siegel, 06.03.2020
    Jack Smith, Flaming Creatures, 1962-63, Filmstill, Copyright Jack Smith Archive, Courtesy Gladstone Gallery, New York and Brussels
    Tony Conrad, The Flicker, 1966, 16 mm, s/w, 30 min
    Jack Smith, Flaming Creatures, 1963, 16 mm, 45 min
    Flickering, Flaming - Einführung von Marc Siegel, Professor für Filmwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (in englischer Sprache)

    18 – 20 Uhr

    Mit der Doppelpräsentation von The Flicker und Flaming Creatures zeigt der Kölnische Kunstverein im Rahmen der aktuellen Ausstellung zwei Filme, die beide als Kollaborationen zwischen Tony Conrad und Jack Smith im New York der frühen 1960er Jahre entstanden und für Skandale sorgten. Unter dem Titel Flickering, Flaming wird der Filmwissenschaftler Marc Siegel die unerwartete Produktion des Flickerfilms aus der Erfahrung Tony Conrads Arbeit mit Jack Smith skizzieren.

    1962 schloss Conrad sein Studium an der Harvard University ab und zog nach New York City, wo er vor allem mit experimentellen Musiker*innen und Untergrundfilmemacher*innen in Kontakt kam. Er war Mitbewohner des berüchtigten Filmemachers Jack Smith, der Conrad dazu veranlasste, seine musikalischen Experimente auf die Herstellung von Filmtonspuren anzuwenden. Conrads eigene Karriere als Filmemacher begann am 5. März 1963, als er, Smith und Mario Montez (Smiths Muse) vom flackernden Licht eines alten Projektors begeistert waren. Conrad hatte an der Hochschule die Auswirkungen dieses Phänomens auf die Gehirnwellen kennengelernt und so unternahm er den Versuch, einen bewusstseinsverändernden Film aus nichts weiter als schwarzen und weißen Einzelbildern zu drehen, der auf „Harmonien“ zwischen den Frequenzen des flackernden Lichts basiert – eine Vorgehensweise ähnlich seiner Arbeit mit Tonfrequenzen. Von Kritiker*innen für seine strukturellen Qualitäten gelobt, reichten die Reaktionen des Publikums bei der Premiere von The Flicker am 15. September 1966 im Lincoln Center for the Performing Arts von Übelkeit bis hin zu Halluzinationen.

    Für Jack Smiths legendären Film Flaming Creatures produzierte Tony Conrad den Soundtrack. Smiths Filme sind von einer ungewöhnlichen Low-Budget-Schönheit und ästhetischen Innovationen geprägt, die sofort das Lob der Kritiker*innen auf sich zogen. Doch der offene Umgang mit Sexualität führte zu Zensur: 1964 löste der Film einen der größten Skandale der Filmgeschichte aus und wurde verboten. Bald danach begann Smith das Medium Film nicht mehr als eigenständiges Werk, sondern als Bestandteil von Performances einzusetzen. Flaming Creatures, sein wohl bekanntester Film, feiert eine tumultartige Harem-Party aus grenzenlosen erotischen Ausschweifungen in glamourösen schwarz-weiß-Bildern.

    Marc Siegel ist Professor für Filmwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Sein Buch A Gossip of Images wird demnächst bei Duke University Press erscheinen. Im Jahr 2014 gab er eine Sonderausgabe der Zeitschrift Criticism heraus, die Jack Smith gewidmet ist. Er ist Gründungsmitglied des in Berlin ansässigen Kunstkollektivs CHEAP. Im Jahr 2009 ko-kuratierte er ein umfassendes Festival am Arsenal-Institut für Videokunst und am HAU in Berlin mit dem Titel LIVE FILM! JACK SMITH! Five Flaming Days in a Rented World, das 2012 in Frankfurt am Main im Mousonturm und im MMK Museum für Moderne Kunst einen Spin-Off hatte. In diesem Kontext arbeitete er mit Tony Conrad zusammen.


    Die Veranstaltung findet anlässlich der Ausstellung TONY CONRAD im Kölnischen Kunstverein statt.

    Die Veranstaltungen im Rahmen von Show and Tell werden gefördert von:

    Rheinenergie

    Mit freundlicher Unterstützung von:

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  • Veranstaltung: Show and Tell #8 – Arjan Stockhausen, 18.02.2020
    Arjan Stockhausen, Ankündigungsmotiv zur Veranstaltung Ja (Null Piece) im Kölnischen Kunstverein 2020
    Arjan Stockhausen: Ja (Null Piece), 2020

    18 – 22 Uhr
    4- Kanal Audiodatei, 240 min

    NEIN! Dieses Stück ist kein Stück, um diese Stück zu hören, höre es nicht. Lege dich nicht auf den Boden, um zuzuhören. Lege dich nicht auf den Boden, um nicht zuzuhören. Höre die Stille während des Klangs, höre nicht auf den Klang, während der Stille. Denke an kein Objekt, während du zuhörst, der Klang ist das Objekt. Um dich auf das Stück zu legen, werde das Stück, at least. JA!

    Die Veranstaltung findet anlässlich der Ausstellung TONY CONRAD im Kölnischen Kunstverein statt.

    Die Veranstaltungen im Rahmen von Show and Tell werden gefördert von:

    Rheinenergie

    Mit freundlicher Unterstützung von:

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2019
  • zu Gast: reiheM, 6. – 13.12.2019
    reihe M, Michaela Melian, MfaFT ©, Michael Pfitzner, Paul Valentin
    Konzertreihe für Gegenwartsmusik, Elektronik und neue Medien

    Freitag, 6. Dezember 2019, 19 – 23 Uhr und Samstag, 7. Dezember 2019, 11 – 19 Uhr
    MICHAELA MELIÁN
    Music from a Frontier Town
    Sound- und Videoinstallation

    Freitag, 6. Dezember, 19.30 – 20 Uhr
    Michaela Melián im Gespräch mit Prof. Anke Ortlepp

    Re-Education. 1.630 Vinylschallplatten aus dem Restbestand der öffentlichen Bibliothek des Münchner Amerikahauses (1945-1997) stehen im Zentrum der Sound- und Videoinstallation Music from a Frontier Town von Michaela Melián. Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, diesen Kellerfund – eine Auswahl von Jazz-, Spoken Word-, Klassik- und Neue Musik- LPs der 1950er und 1960er Jahre, mit der die USA sich als pluralistische Kulturnation präsentierte – eigenhändig auszuwählen und über ein DJ-Pult abzuspielen. Die vielfach ausgezeichnete Münchner Künstlerin, Musikerin und Hörspielautorin Michaela Melián ist für ihre oft raumgreifenden multimedialen Ausstellungen und Konzerte bekannt.

    In Zusammenarbeit mit der Abteilung für Nordamerikanische Geschichte des Historischen Instituts der Universität zu Köln.

    Der Eintritt ist frei.

    Freitag, 13. Dezember 2019, 18 – 22 Uhr
    (Einlass jederzeit möglich)
    REUNION AFTER CAGE
    Für modifiziertes Schachbrett und Live-Elektronik (Deutsche Erstaufführung)

    Schachspieler: Holger Lieff, Endre Tot, N.N.
    Musiker: Peter Behrendsen, hans w. koch, Tobias Grewenig, Dirk Specht

    Highlight zum Ende des reiheM – Jubiläumsjahres 2019 – Mit 4 Stunden Reunion after Cage. Mit dieser 114. Veranstaltung schließt sich der Kreis zur allerersten reiheM –Veranstaltung im Januar 2009: Variations on Variations nach John Cage (ebenfalls von und mit Peter Behrendsen und hans w koch).

    John Cages REUNION für präpariertes Schachbrett und Live-Elektronik wurde erstmals 1968 in Toronto aufgeführt: mit Marcel Duchamp, John Cage und Teeny Duchamp als Schachspieler sowie den Musikern David Behrman, Lowell Cross, Gordon Mumma und David Tudor. Die Verteilung der Klänge im Raum und ihre Lautstärke werden von den Positionen der Schachfiguren bestimmt, nicht durch musikalische und geschmackliche Vorlieben der Musiker. Auch die Schachspieler*innen sind nicht in der Lage, durch bestimmte Züge oder Positionen die Musik zu beeinflussen.
    Im Sinne von Cages Idee einer egolosen, nicht-intentionalen Musik werden Gewinnen oder Verlieren nebensächlich – “a purposeful purposelessness or a purposeless play”.
    Das bei dieser Aufführung verwendete Schachbrett folgt dem von Lowell Cross konstruierten Original in der Zuordnung der Felder auf die Ein- und Ausgänge, wurde aber mit heutiger Technologie (Computerprogrammierung und MIDI) ausgestattet.
    Das Schachspiel wird flankiert durch thematisch relevante Projektionen von Arbeiten der Künstlerinnen Takako Saito und Shigeko Kubota.

    Ein Projekt von Peter Behrendsen und hans w. koch.

    Eintritt: 10,- / 8,-

    Weitere Infos: www.reihe-M.de

    reiheM – Konzertreihe für Gegenwartsmusik, Elektronik und neue Medien – Köln wird veranstaltet von Mark e.V. und gefördert durch das Kulturamt der Stadt Köln und das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

  • Veranstaltung: Maskulinitäten. Ein Künstler*innengespräch., 16.11.2019
    Maskulinitäten. Ein Künstlerinnengespräch, 2019, Foto: Mereike Tocha

    Eine Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung Maskulinitäten

    Eva Birkenstock, Michelle Cotton und Nikola Dietrich im Gespräch mit Nelly Gawellek, Jürgen Klauke, Bea Schlingelhoff, Evelyn Taocheng Wang und anderen an der Ausstellung beteiligten Künstler*innen.

  • Performance: Show and Tell #6 – Juliette Blightman, 13.11.2019
    Show and Tell #6 – Juliette Blightman, Kölnischer Kunstverein 2019, Foto: Mareike Tocha, Courtesy die Künstlerin und Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin
    The Year of the Pig

    Eine Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung Maskulinitäten.

    Ein Abend mit einer Lecture Performance mit Filmen u.a. von Maria Lassnig und Chantal Akerman und Lesungen von Juliette Blig Anschluss No Opening SS 2020 Collection mit Musik von Anthony Silvester (Technology + Teamwork).

    Das Hauptthema der Künstlerin ist die Beziehung zwischen Kunst und Leben. Sie entwirft ihre Arbeiten wie fortlaufende Tagebucheinträge, die in verschiedenen Medien artikuliert sind. Sie filmt, malt und schreibt in radikaler subjektiver Weise und macht das Persönliche öffentlich.

    Die Videodokumentation der Performance finden Sie hier.

    Die Veranstaltungen im Rahmen von Show and Tell werden gefördert von:

    Mit freundlicher Unterstützung von:

  • Sonderveranstaltung: Museumsnacht im Kölnischen Kunstverein, 02.11.2019

    Mit Führungen und Filmvorführungen von Jonathas de Andrade – O Peixe (the Fish)

    Ausstellung: Maskulinitäten. Eine Kooperation von Bonner Kunstverein, Kölnischem Kunstverein und Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf

  • Screening: Show and Tell #5 – Arwen Curry und Helke Sander, 11.10.2019

    Double Feature: Die Dokumentationen The Worlds of Ursula K. Le Guin von Arwen Curry und Die Deutschen und ihre Männer von Helke Sander

  • Veranstaltung: Show and Tell #4 – Julia Scher, 19.09.2019
    Julia Scher, Discipline Masters (Filmstill), 1988, Courtesy die Künstlerin und Esther Schipper, Berlin
    Discipline Masters

    Eine Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung Maskulinitäten.

    Langer Abend mit Julia Scher (Professorin an der Kunsthochschule für Medien Köln) und Gästen, mit der Präsentation der 4-stündigen Videoarbeit der Künstlerin von 1988 – eine kathartische Nacherzählung ihrer Jugenderfahrungen, die eine Quelle für Schers weitere Beschäftigung mit Themen der Überwachung, des sexualisierten und kontrollierenden Blicks darstellt.
    (in englischer Sprache)

    Die Veranstaltungen im Rahmen von Show and Tell werden gefördert von:

    Mit freundlicher Unterstützung von:

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  • Veranstaltung: Show and Tell #3 – Gerry Bibby, 01.09.2019
    Show and Tell #3 – Gerry Bibby, Kölnischer Kunstverein 2019, Foto: Mareike Tocha
    Tectonic Mnemonic

    Eine Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung Maskulinitäten.

    Die vom Künstler zur Ausstellung eingerichtete Installation bildet eine flexible Plattform für Lesungen mit von ihm eingeladenen Gästen. Die Veranstaltung gibt Besucher*innen Einblick in die Vielzahl von Notizen und Quellen, die Gerry Bibbys Werk und Schreiben zugrundeliegen und zum Teil der Performance werden. (in englischer Sprache)

    Die Veranstaltungen im Rahmen von Show and Tell werden gefördert von:

    Rheinenergie

    Mit freundlicher Unterstützung von:

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  • Veranstaltung: Show and Tell #2 – Stella von Rohden und Sascha Kregel, 09.07.2019
    Stella von Rohden und Sascha Kregel, Ankündigungsmotiv: Cave Echoes
    CAVE ECHOES

    Organisiert von Miriam Bettin

    Unter dem Titel CAVE ECHOES präsentieren Stella von Rohden und Sascha Kregel eine neue, prozessorientierte Arbeit im Studio des Kölnischen Kunstvereins.

    In ihren künstlerischen Praxen teilen sie ein Interesse am Werden, insbesondere der Genese von Bild und Sound. Referenzpunkt der hier gezeigten Arbeit sind die Metamorphosen von Ovid, in denen der Dichter die Entstehung der Welt aus dem Chaos durch mythologische Verwandlungsgeschichten erzählt. Ausgehend vom Versmaß des Hexameters entstanden Soundfragmente, die sich, mit Synthesizern eingespielt und live gemischt, in einer flächigen Struktur auflösen. Die Videobilder zeigen die Prometheus-Höhle in Georgien, ein Schauplatz der Metamorphosen. Dem gegenübergestellt ist die Göttin Athene. Zitiert werden die Gestalten Narziss und Echó: Echó, die aus unerfüllter Liebe zu Narziss verkümmert, bis sie nur noch Stimme ist. Narziss hingegen, der sich in sein eigenes Spiegelbild verliebt und dafür von der Rachegöttin Nemesis bestraft wird.

    Was Welle ist, hält er für Körper.

    Stella von Rohden (*1987 in Bremen) lebt und arbeitet in Köln. Nach einem Studium der bildenden Künste an der Universität der Künste in Belgrad schloss sie 2018 ihr Studium an der Hochschule für bildende Künste Braunschweig bei Frances Scholz ab. Ihre Arbeiten waren zuletzt in einer Einzelausstellung am Kunsthaus Bellamartha in Grafrat zu sehen (2018) sowie in Gruppenpräsentationen in der Städtischen Galerie in Hannover (2018), im Kunstverein Braunschweig (2017) und bei Shoot the Lobster in New York (2017).

    Sascha Kregel (*1989 in Halle/Saale) lebt und arbeitet in Köln. 2018 absolvierte er an der Hochschule für bildende Künste in Braunschweig. Seine Arbeiten wurden u.a. in Gruppenausstellungen in der Galerie Dechanatstraße Bremen (2018), im Kunstverein Braunschweig (2017), bei Shoot the Lobster in New York (2017) und im Museum für Photographie in Braunschweig (2016) gezeigt.

    Beide Künstler*innen sind aktuell Stipendiat*innen des Atelierprogramms des Kölnischen Kunstvereins.

    Die Veranstaltungen im Rahmen von Show and Tell werden gefördert von:

    Rheinenergie

    Mit freundlicher Unterstützung von:

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  • Veranstaltung: Double Screening ausgewählt von Jay Chung und Q Takeki Maeda, 19.06.2019
    Lev Kalman und Whitney Horn, L for Leisure, USA, 2014, Filmstill

    17 Uhr Westend (D 2001) von Markus Mischkowski und Kai-Maria Steinkühler
    89 min, 35 mm, s/w, Deutsch mit englischen UT

    18.30 Uhr L for Leisure (USA 2014) von Lev Kalman und Whitney Horn
    73 min, Farbe, Englisch

  • Veranstaltung: Double Book Launch mit Jay Chung und Q Takeki Maeda, 06.06.2019
    Letters, 2019 von Jay Chung and Q Takeki Maeda

    um 19 Uhr
    Double Book Launch mit Jay Chung und Q Takeki Maeda:
    Letters (2019) und Jay Chung and Q Takeki Maeda x Teruo Nishiyama (2017)
    begleitet von einem Künstlergespräch zwischen Jay Chung & Q Takeki Maeda und Nikola Dietrich, einer Lesung von Jay Chung und der Präsentation ihres Filmes She’s Gone (2009)
    (auf Englisch)

    um 17 Uhr
    Führung durch die Ausstellung The Auratic Narrative von Jay Chung und Q Takeki Maeda mit der Direktorin Nikola Dietrich

    Die Künstlerbücher können im Kölnischen Kunstverein erworben oder über die Webseite der Künstler bestellt werden: jcqtm.bigcartel.com

  • Veranstaltung: Show and Tell #1 – Jasmin Werner, Philipp Kleinmichel und pogendroblem, 28.05.2019
    Show and Tell #1 – Jasmin Werner, Phillip Kleinmichel, pogendroblem, Grafik: Lotte Meret Effinger

    Scalalogia and The Wheel of Life (2019), Book Launch mit Jasmin Werner und einem Vortrag von Philipp Kleinmichel in Kombination mit einem Konzert von pogendroblem

    Organisiert von Miriam Bettin

    Die Aufzeichnung der Veranstaltung finden Sie hier.

    Im Rahmen der ersten Ausgabe von Show and Tell stellen Jasmin Werner und Miriam Bettin die im Verlag der Buchhandlung Walther König herausgegebene Publikation Scalalogia and The Wheel of Life (2019) vor. Zu diesem Anlass präsentieren der Philosoph Philipp Kleinmichel und die Punkband pogendroblem einen dialogischen Vortrag mit Konzert. Ausgehend vom Leitmotiv der Treppe widmet sich der Abend dem vom Kapitalismus bestimmten Subjekt, das – zwischen Konsum, Kreativität und Spiritualität, zwischen Wettbewerbskampf und Selbstoptimierung – Glück, Freiheit und Erfolg sucht.

    Scalalogia and The Wheel of Life (2019) von Jasmin Werner erschien Anfang des Jahres anlässlich ihrer ersten institutionellen Einzelausstellung in der Remise des Kunstverein Braunschweig. Entstanden in Kooperation mit dem Friedrich-Mielke-Institut für Scalalogie umfasst der Ausstellungskatalog neben Installations- und Werkansichten gleichsam kunst- und architekturwissenschaftliche Texte zu den Arbeiten Jasmin Werners sowie Originaltexte Friedrich Mielkes. Mit weiteren Textbeiträgen von Miriam Bettin (Kuratorin und Herausgeberin), Jule Hillgärtner (Direktorin Kunstverein Braunschweig), Philipp Kleinmichel (Zeppelin Universität), Harry Thorne (Mitherausgeber frieze), Sophie Schlosser (Friedrich-Mielke-Institut für Scalalogie, OTH Regensburg) und Chloe Stead (freie Autorin und Kritikerin).

    Jasmin Werner (*1987 in Troisdorf) lebt und arbeitet in Köln. 2016 schloss sie ihr Studium an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste Städelschule in Frankfurt am Main ab. Ihre Arbeiten waren in Einzelausstellungen im Kunstverein Braunschweig (2018), bei Gillmeier Rech, Berlin (2017), M.I/mi1glissé, Berlin (2016) und RM, Auckland (2014) sowie in Gruppenausstellungen bei Braunsfelder, Köln (2018), Saloon, Brüssel (2018) und im Folkwang Museum, Essen (2017) zu sehen. 2017 absolvierte Jasmin Werner eine Residency am National Museum of Modern and Contemporary Art, Seoul. Seit diesem Jahr ist sie Stipendiatin des Atelierprogramms des Kölnischen Kunstvereins.

    Philipp Kleinmichel studierte Philosophie, Kunst- und Medientheorie in Freiburg, Karlsruhe und New York. Er ist Absolvent des Independent Study Program am Whitney Museum of American Art und war Stipendiat der Akademie Schloss Solitude. Seit Januar 2018 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Zeppelin Universität und war zuvor Lehrbeauftragter u.a. an der Universität Gießen, der Universität Hamburg und der UDK Berlin. Er forscht zum Wandel von Kunst und Massenkultur im digitalen Zeitalter.

    Sog. ‚pogendroblem‘, das Enfant Terrible des Deutschpunks, haben sich den Weg aus der Bergisch Gladbacher Provinz weiter ins Innere der Metropolregion Köln gebahnt, um dort gleichfalls verloren zwischen Kneipen und Kompetenzmarathon in öffentlichen Verkehrsmitteln und privat-politischen Verhältnissen das schlechte Leben auszukosten. Ihrem Krach wird eine Prise 80s, ein wenig Hamburger Schule und eine Nase Garage nachgesagt, etwas Pop Niedlichkeit. Vier weiße, tendenziell vermögenstechnisch abgesicherte, größtenteils akademische Cis-Männer haben hier wenig Neues zu berichten. Das Private ist politisch, aber das Private kann auch langweilig sein. Sie geben sich aber wirklich viel Mühe und sind begeisterungsfähig. 2018 erschien ihr Album Erziehung zur Müdigkeit.

    Show and Tell ist eine fortlaufende, vom Ausstellungsprogramm unabhängige Veranstaltungsreihe mit verschiedenen Formaten. Eingeladen werden wechselnde Gäste, darunter Künstler*innen, Autor*innen und Musiker*innen.

    Die Veranstaltungen im Rahmen von Show and Tell werden gefördert von:

    Rheinenergie


    Mit freundlicher Unterstützung von:

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  • Veranstaltung: Diashow von Jay Chung & Q Takeki Maeda, 14.05.2019
    Jay Chung and Q Takeki Maeda, Moulting 2019, Diashow im Kölnischen Kunstverein 2019

    Moulting, 2019

    Veranstaltungsprogramm zur Ausstellung
    The Auratic Narrative

    Dienstag 14. Mai 2019, 11 – 18 Uhr

  • Workshop: Pure Fiction / Wu Ming Open Mike, 21.02.2019
    Pure Fiction

    Pure Fiction, ein Schreibseminar in der Frankfurter Städelschule unter der Leitung des Schriftstellers Mark von Schlegell, wird im Kölnischen Kunstverein einen Open-Mike-Schreibworkshop veranstalten. Autor Wu Ming tritt als besonderer Gast bei, während die Mitglieder des Seminars Texte lesen und sie öffentlich bearbeiten. Die Teilnehmer werden aufgefordert, ihre eigenen Texte zum Workshop mitzubringen.

    Wu Ming ist ein Pseudonym für eine Gruppe italienischer Autoren, die im Jahr 2000 aus einem Teil der Luther Blisset-Gemeinschaft in Bologna gegründet wurde. Das Kollektiv besteht aus Schriftstellern, die in Literatur und Populärkultur tätig sind. Die Gruppe verfasste mehrere Romane wie 54 und Manituana. Für den Open-Mike-Workshop wird Pure Fiction von Wu Ming 1 begleitet.

    Von 2011-2018 luden die Studierenden der Städelschule den Schriftsteller Mark von Schlegell ein, ein Literaturseminar in der Schule zu organisieren. Seitdem hat Pure Fiction aktuelle und ehemalige Städel-Studierende zusammengebracht, um Texte in den verschiedensten möglichen Formen zu untersuchen und vor allem zu produzieren, von schriftlichen künstlerischen Arbeiten über experimentelles Schreiben bis hin zu Lesungen und Performances, die unweigerlich andere Aspekte der vielfältigen künstlerischen Praktiken aller teilnehmenden Studierenden mit einbeziehen. Die Werke der Autoren von Cervantes bis Woolf bilden das vorgegebene Ausgangsmaterial des Seminars. Die Auseinandersetzung mit dem Material und den quasi-mystischen Eigenschaften von Drucksachen hat die Klasse dazu veranlasst, zahlreiche experimentelle Veröffentlichungen, Lesungen und Performances auf erzählerischen oder poetischen Grundlagen zu produzieren.

    Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.

  • Vortrag: Bruno Feitler, 16.02.2019
    Bob Richardson, Porträt von Bea Feitler, 1960s
    The work and life of Bea Feitler

    Anlässlich der Ausstellung Power of Print, wird Bruno Feitler, Professor für Geschichte, in São Paulo, in einem Vortrag Einblicke in das Leben und Werk seiner Tante, der verstorbenen brazilianischen Art Direktoren Bea Feitler präsentieren. Bruno Feitler verwaltet das Archiv der Arbeiten von Bea Feitler und hat im Jahr 2012 die ausführliche Publikation O Design de Bea Feitler editiert und herausgegeben.

    Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird und in englischer Sprache stattfindet.

2018
  • Veranstaltung: Luzie Meyer und Johanna Odersky, 19.12.2018
    Luzie Meyer und Johanna Odersky, Cut-Up Veranstaltung, Kölnischer Kunstverein 2018, Foto: Simon Vogel
    Veranstaltungsprogramm zur Ausstellung Cut-Up: Film, Ausstellung und Performance von Luzie Meyer und Johanna Odersky

    Luzie Meyers Performances, Filme und Soundarbeiten bespiegeln zeitgenössische Bildproduktion und die Verstrickungen des „Ich“ in sich und mit seiner Umwelt. Luzie Meyers Performance The Flute, die am 28.3.2018 im Kunstverein aufgeführt wurde, dokumentierte sich aus sich selbst heraus. Die Probensituation um die Flötistin war auch die Handlung. Meyer und die Performer filmten sich gegenseitig. The Flute kehrt nun – mise-en-abyme – an den Ort ihrer Entstehung zurück und feiert als Filmarbeit ihre Premiere im Kunstverein. Johanna Odersky arbeitet in Skulptur und als Iku mit elektronischem Sound, um unterschiedliche Räume und Atmosphären aufzubauen und sie dann wieder einzureißen. Ihre Skulpturen schneidet sie aus Stahlplatten. Fragil wie auch flexibel greifen sie in jedem Raum, in dem sie gezeigt werden, anders aus. In ihrer Performance als Iku (live) sampelt Odersky melancholische Indie-Tracks. Assoziativ zusammengeschnitten und dicht verwoben, vermischen sie sich in Unschärfen abgleitend wie in einer Erinnerung. 

    Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt und wir weisen darauf hin, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

    Luzie Meyer, The Flute, 2018
    Johanna Odersky, Iku (live),
    organisiert von Juliane Duft

  • Veranstaltung: Bonnie Camplin, Starship Magazin, Eric D. Clark, 16.12.2018
    Starship #18
    Veranstaltungsprogramm zur Ausstellung Cut-Up: Filmscreening und Talk mit Bonnie Camplin, Starship Magazin, Record Release Musix’ Lost Its Colour mit Eric D.Clark
    (in englischer Sprache)

    Ein psychoakustisch urbanistischer Abend mit audiovisuellen Präsentationen von Starship, Bonnie Camplin und Eric D. Clark.

    Heygate for Life (2011), ein Film von Bonnie Camplin und Vortrag über Verbindungslinien zwischen Brion Gysin, John C. Lilly and Aug Tellez.

    Eine Preview der neuesten Ausgaben der Berliner Kunstzeitschrift Starship: #18 “Gibt es Communities, gibt es Geister? Lass dich testen!” mit den Herausgebern Ariane Müller, Nikola Dietrich, Gerry Bibby, Martin Ebner und Henrik Olesen. Videoarbeiten von Klara Liden, Calla Henkel & Max Pitegoff, Michele di Menna und Martin Ebner und eine Installation von Timothy Davies.

    Eric D. Clark präsentiert die EP Musix’ Lost Its Colour (2018) und das Musikvideo zum Track von Martin Ebner. Begleitet von einem Vortrag Etymological Deconstruction Cyclicals of Musix’ lost colour über Aspekte der Synästhesie und einer Soundinstallation von Jasmin Matthies und Dave Carbone (Caribic Residency).

    Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt und wir weisen darauf hin, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

  • Künstlergespräch, Screening: Marte Eknaes und Michael Amstad, 13.12.2018
    Michael Amstad und Marte Eknæs, People Mover, 2017, Filmstill, all rights reserved
    Veranstaltungsprogramm zur Ausstellung Cut-Up: A People Mover Evening - Filmscreenings von Marte Eknaes & Michael Amstad und Artist Talk mit Nikola Dietrich (in englischer Sprache)

    Die in der Ausstellung Cut-Up beteiligte Künstlerin Marte Eknæs präsentiert zusammen mit dem Filmemacher Michael Amstad einen Abend mit einem Programm bestehend aus drei Filmen. Das Programm entwickelt sich aus ihrer neuesten gemeinsamen Arbeit People Mover, 2017 (27 Min.), die Dokumentation, Found Footage und 2D/3D Animation kombiniert, um Konstruktion und Alltag in einer imaginären Stadt zu zeigen. Außerdem werden Blight, 1994-96 (14 Min.) von John Smith und From An Island Summer, 1983-84 (13 Min.) von Charles Atlas & Karole Armitage gezeigt. Die drei Filme benutzen unterschiedliche visuelle Sprachen und sind durch die Themen Stadtraum, Bewegung und Flexibilität miteinander verbunden. Das Programm ist eine Reise durch unterschiedliche emotionale Zustände und Atmosphären, die sich an der stringenten Erzeugung von Klanglandschaften und Musik durch jeden Film orientiert. Im Anschluss findet ein Artist Talk mit Nikola Dietrich statt.

    Wir weisen darauf hin, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

    Die Aufzeichnung der Veranstaltung finden Sie hier.

  • Lesung, Screening: Helene Hegemann und Deborah Schamoni, 07.12.2018
    Veranstaltungsprogramm zur Ausstellung Cut-Up: Lesung und Filme von Helene Hegemann und Deborah Schamoni

    Helene Hegemann, Schriftstellerin aus Berlin und Deborah Schamoni, Galeristin aus München, lesen Gespräche mit Psychologen aus diverser Gegenwartsliteratur (u.a. Tracys Tiger von William Saroyen).
    Dazu werden thematisch assoziativ YouTube-Videos gezeigt.

    Wir weisen darauf hin, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

    Mit freundlicher Unterstützung von Gaffel.

  • Veranstaltung: Kerstin Cmelka und Mario Mentrup, 04.12.2018
    Kerstin Cmelka und Mario Mentrup, Die Angreifbaren, Produktionsfoto: Eric Bell
    Veranstaltungsprogramm zur Ausstellung Cut-Up: Im Trailerpark der Angreifbaren - Ein Sideshow-Varieté zu dem Film Die Angreifbaren von Kerstin Cmelka und Mario Mentrup

    Zu ihrem Film Die Angreifbaren (Release: Anfang 2019) präsentieren die RegisseurInnen Kerstin Cmelka und Mario Mentrup passen zur Vorweihnachtszeit eine CHALLENGE, einen TRAILERPARK, GESCHENKE und ein MIKRODRAMA. Wetteinsätze können geboten werden! Zu Gast sind Rainer Knepperges (Die Quereinsteigerinnen) und Sven Heuchert (Dunkles Gesetz). Wir freuen uns auf Ihr Kommen!
    Blog zum Film Die Angreifbaren.

    Wir weisen darauf hin, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

    Die Aufzeichnung der Veranstaltung finden Sie hier.

    Mit freundlicher Unterstützung von Gaffel.

  • Performance: Ellen Yeon Kim und Mark von Schlegell, 30.11.2018
    Ellen Yeon Kim, 2018
    Veranstaltungsprogramm zur Ausstellung Cut-Up: Radio Play / Performance von Ellen Yeon Kim und Mark von Schlegell, MUFA (Museum of Unfinished Art)
    40 min, in englischer Sprache

    Museum of unfinished Art (MUFA) ist eine Science-Fiction-Geschichte, die von Mark Schlegell aus “cut-ups” konstruiert wurde, wird von Ellen Yeon Kim und Mark von Schlegell in dramatischer Lesung, Ton und Projektion präsentiert. Kim und von Schlegell trafen sich 2012 in Schlegell’s Pure Fiction-Seminar in der Städelschule in Frankfurt. Seitdem haben sie an zahlreichen Performances und Theaterproduktionen gearbeitet und haben Ko-Regie bei der von Ellen Yeon Kim geschriebenen William Shakespeare-Interpretation Der Tempest geführt, die von Pure Fiction in der Kunsthalle Darmstadt 2017 aufgeführt wurde.

    Aufführung und Ko-Regie von Mark von Schlegell und Ellen Yeon Kim 
    Ton von Ellen Yeon Kim und Mark von Schlegell
    Film von Ellen Yeon Kim
    Text von Mark von Schlegell

    Mark von Schlegell (* 1967) ist seit den 1990er Jahren als Schriftsteller und Künstler / Performer / Produzent tätig. Seine Science-Fiction-Romane werden von Semiotexte veröffentlicht. Seine kürzeren Texte erscheinen in Kunstkatalogen, Zeitschriften und Filmen auf der ganzen Welt. Sein neuestes Literaturtheorie-Kunstbuch-Crossover Realometer Re-Loaded ist ab sofort bei Jan Kaps, Köln, erhältlich.

    Ellen Yeon Kim (* 1985) arbeitet als Künstlerin und Autorin / Übersetzerin. Die Mechanismen von Erzählung nutzend arbeitet sie gegen den Irrtum der von der Gesellschaft auferlegten Tugendhaftigkeit. Ellen arbeitet mit Video / Foto-Installationen, Sound, Poesie und Theater. Sie studierte an der Städelschule, in der Klasse von Peter Fischli und Simon Starling, absolvierte ihr Masterstudium und studierte an der Slade School of Art für ihren BA. Ihr zuletzt gemeldeter Standort ist unter https://ellenyeonkim.com verfügbar.

    Mit freundlicher Unterstützung von Gaffel.

  • Veranstaltung: Rirkrit Tiravanija und Karl Holmqvist, 23.11.2018

    Veranstaltungsprogramm zur Ausstellung Cut-Up: Karl’s Perfect Day – Filmscreening von Rirkrit Tiravanija (2017, 94 min), Lesung von Karl Holmqvist und Artist Talk mit Nikola Dietrich
    in englischer Sprache

    Mit dem Film Karl’s Perfect Day portraitiert der Künstler Rirkrit Tiravanija den Künstler und Poeten Karl Holmqvist in seiner Vorstellung eines perfekten Tages vom Aufstehen bis zum Schlafengehen. Seit den 1990er-Jahren arbeitet Holmqvist mit Text und seiner visuellen Präsentation auf Plakaten, in Wandzeichnungen, in Installationen, Videos oder Lesungen. Er kreuzt Fragmente aus Songs, politischen Pamphleten, Literatur und einzelne Buchstaben als kleinste Einheit von Text, um Bedeutungen zu verschieben und Mehrdeutigkeiten herzustellen. Ähnlich zu seinen Arbeiten ist der Film eine Collage von Menschen, Orten, Geräuschen und Texten – ein Tag ohne extravagante Ansprüche, aber mit Momenten von kleinem Glück.

    Die Aufzeichnung der Lesung finden Sie hier.
    Die Aufzeichnung des Künstlergesprächs finden Sie hier.

    Mit freundlicher Unterstützung von Gaffel.

  • Workshop: Ayasha Guerin, organisiert von Taylor Macklin, 23.11.2018
    Bild aus: Der Alltag (Sensationen des Gewöhnlichen), Nr. 482, Thema: Warten!
    Veranstaltungsprogramm zur Ausstellung Cut-Up: Workshop Politics and Space mit Ayasha Guerin, im Rahmen von Sorry I’m Late. XOXO Echo, organisiert von Taylor Macklin, in englischer Sprache

    Im Rahmen der Ausstellung Cut-Up organisiert der ehemals in Zürich ansässige Kunstraum Taylor Macklin die Ausstellung Sorry I’m Late. XOXO Echo zur Beschaffenheit und Interpretation von Räumen und deren Bedingungen.

    Im Workshop Politics and Space lädt Ayasha Guerin die Teilnehmenden ein, mittels sozialer und kommunikativer Praxis und anhand möglicher Szenarien – u.a. Shared Socioeconomic Pathway Narratives – gemeinsam Räume für Interventionen in unserer imaginären Zukunft zu schaffen. Ayasha Guerin ist eine in New York City lebende Künstlerin und Wissenschaftlerin. Sie befasst sich mit Themen der Stadtökologie, Gemeinschaft und Sicherheit im öffentlichen und privaten Raum. Derzeit ist sie Fellow of Urban Practice am Urban Democracy Lab der New York University.

    Mit freundlicher Unterstützung von Gaffel.

  • Künstlergespräch: Julien Ceccaldi, 09.09.2018
    Portrait Julien Ceccaldi, Foto: HejiShin, Copyright House of Gaga Mexico City

    mit der Präsentation von japanischen Animationsfilmen (in Engl.)

  • Veranstaltung: Filmscreenings während der Ausstellung Solito von Julien Ceccaldi, 8.9. – 11.11.2018

    Do 20.9., 18 Uhr
    Kunihiko Ikuhara, La Fillette Revolutionnaire Utena, 1999 (OmU, dt. UT)

    Di 25.9., 18 Uhr
    Catherine Breillat, Barbe Bleue, 2009 (OmU, engl. UT)

    Do 11.10., 18 Uhr
    Catherine Breillat, La Belle Endormie, 2011 (OmU, engl. UT)

    Do 18.10., 18 Uhr
    Mori Masaki, The Door into Summer, 1975 (OmU, engl. UT)

    Do 25.10., 18 Uhr
    Catherine Breillat, 36 Fillette, 1988 (OmU, engl. UT)

    Mi 7.11., 18 Uhr
    Chantal Akerman, Golden Eighties, 1986 (35mm-Film, OmU, dt. UT)
    mit einer Einführung von Juliane Duft

  • Veranstaltung: Aus- & Vortragen – Albrecht Fuchs, 27.6. – 1.7.2018
    Albrecht Fuchs, João Maria Gusmão & Pedro Paiva, Düsseldorf 2018
    31 Portraits - Buchpräsentation und Ausstellung von Albrecht Fuchs

    Mit 31 Portraits präsentiert der Kölnischer Kunstverein eine neue Publikation und Ausstellung des in Köln lebenden Fotografen Albrecht Fuchs. Die dabei im Zentrum stehenden Aufnahmen zeigen Künstler, die zwischen 2014 und 2018 im Kölnischen Kunstverein Ausstellungen und Performances realisiert haben. Die Serie bietet somit einerseits eine partielle Dokumentation der vielfältigen Aktivitäten der Institution und vermittelt andererseits einen Eindruck von den Personen, die in den letzten Jahren als Autoren für die Werke und Präsentationen verantwortlich gezeichnet haben. Mit dem Projekt verabschiedet sich Moritz Wesseler vom Kölnischen Kunstverein, den er in den vergangenen fünf Jahren in seiner Funktion als Direktor erfolgreich geleitet hat.

    Eintritt frei

    Mit freundlicher Unterstützung von:

  • Performance: Aus- & Vortragen – Gerrit Frohne-Brinkmann, 20.06.2018
    Gerrit Frohne Brinkmann, Roy & Siegfried (Detail), 2018
    Roy & Siegfried

    Gerrit Frohne-Brinkmann (*1990) untersucht in seinen Werken die Geschichte des Menschen anhand seiner Unterhaltungskultur. In seinen Installationen, Skulpturen und Performances spürt er Attraktionen, Shows und populären Aufführungsformaten nach, nutzt ihre Erscheinungsformen, Effekte und Mechanismen und unterwandert diese gleichzeitig. Sein Interesse gilt dabei dem unmittelbaren Unterhaltungswert, den er aus Illusion, Zauberei und Film, aber auch aus den Naturwissenschaften extrahiert und in die bildende Kunst überführt. So lieh er für eine seiner Installationen Mumien aus einem Filmrequisiten-Fundus aus, die im Kunstraum einerseits fast belebt und schutzlos wirken, andererseits auch bei näherer Betrachtung ihre extreme Künstlichkeit offenbaren.

    Für die Veranstaltungsreihe Aus- & Vortragen hat Gerrit Frohne-Brinkmann die Performance Roy & Siegfried entlang der Biografie des für Tigershows bekannten Magier-Duos entwickelt. Persönliche Erinnerungen und öffentliche Bilder der beiden Entertainer verschmelzen in einer Aufführung, die ihren selbst konstruierten Mythos in einer weiteren unzuverlässigen Erzählebene erfahrbar werden lässt. Die Magie von Schein und Sein – schon immer Teil von Kunst als Nachahmung der Realität – multipliziert wie enthüllt sich in Frohne-Brinkmanns Performance.
    Aus- & Vortragen wird kuratorisch betreut von Juliane Duft.

    Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

    Mit freundlicher Unterstützung von:

  • Performance: Aus- & Vortragen – Isabella Fürnkäs, 13.06.2018
    Isabella Fürnkäs, Hide and seek, 2010-2018
    The Boomerang Effect

    Mit ihrer Kunst unternimmt Isabella Fürnkäs (*1988 in Tokio) den Versuch, eine Brücke zwischen den Hervorbringungen des digitalen Zeitalters und der vermeintlich alten Welt, in der die Körperlichkeit noch eine Rolle spielt, zu schlagen. In Zeichnungen, Collagen, Performances, Videoarbeiten und Rauminstallationen zeigt sie diese Gegenwart als unübersichtliches Dickicht von Oberflächen, das nur schwerlich durchdrungen werden kann, da sich immer weitere Ebenen auftun. In ihren zarten Aquarellen aus Kaffeeflecken zeigen sich beispielsweise hautfarbene Anlitze, die wie Masken mit unklarem Dahinter wirken – Hide & Seek. Letztlich verbirgt sich hinter all den Schichtungen auch nicht selten das Nichts.

    In der zweiteiligen Performance The Boomerang Effect (2018), die sie im Rahmen von der von Juliane Duft kuratorisch betreuten Reihe Aus- & Vortragen präsentiert, klingt Kommunikation wie ein Echo, das von Wort-Fassaden zurückschallt. Man erahnt menschliches Begehren und emotionale Fragilität hinter ihnen, wie sie sich ebenso in den sonstigen Arbeiten von Fürnkäs offenbaren.

    Performer: Nikolas Brummer, Jan Seevetal, Christiana Cott Negoesco und Isabella Fürnkäs

    Die Performance findet in englischer Sprache statt. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

    Mit freundlicher Unterstützung von:

  • Veranstaltung: Aus- & Vortragen – Alexey Vanushkin, 09.05.2018
    Alexey Vanushkin, Alphabet, 2017, Filmstill
    Are we entertainment? - Eine Präsentation von Alexey Vanushkin

    Ausgehend von Bildern und Texten aus Popkultur, Werbung und Literatur sowie persönlichen Materialien untersucht Alexey Vanushkin mit seinen Filmarbeiten und -installationen existenzielle Themen wie die Suche nach Sinn und Glück. Beispielsweise treffen in der Arbeit W. (2018) verheißungsvolle Werbebilder auf Liedzeilen der Band Joy Division. 
    Demgegenüber scheint der Film Alphabet (2017), in dem gefundenes Bildmaterial eine Abfolge von Begriffen illustriert, die Tragik des menschlichen Zusammenlebens zu katalogisieren. Die Arbeiten pendeln zwischen beinahe kitschigen, emotionalisierenden Momenten und einer trocken-distanzierten Auseinandersetzung mit den Untiefen und Absurdititäten des Daseins. Auf den ersten Blick sind sie ähnlich verführerisch wie unsere mediale Umwelt. Andererseits werfen sie den Betrachter auch immer wieder auf seinen privilegierten, von gesellschaftlichen Idealbildern geprägten Blickwinkel zurück.

    Vanushkin, geboren 1988 in Russland, wird im Rahmen seines Vortrags anhand von einigen seiner filmischen Arbeiten eine allgemeine Einführung in seine Praxis geben. Aus- & Vortragen wird kuratorisch betreut von Juliane Duft. 

    Die Präsentation findet in englischer Sprache statt. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

    Mit freundlicher Unterstützung von:


  • Performance: Aus- & Vortragen – Luzie Meyer, 28.03.2018
    The Flute

    Luzie Meyer (geboren 1990 in Tübingen) realisiert im Rahmen ihrer künstlerischen Praxis Performances, Filme sowie Klangarbeiten. Ein besonderer Fokus ihrer Arbeit liegt auf der Psychologie des Menschen mit all ihren Bezügen zur Umwelt.

    In der für den Kölnischen Kunstverein produzierten Performance The Flute (2018) fungiert der Riphahn-Saal gewissermaßen als Bühne für die Proben zu einem neuen Film von Luzie Meyer. Die Darbietung gliedert sich in fünf Akte, wobei ein Ensemble, bestehend aus einer Erzählerin, einer Flötistin, einer Kamerafrau sowie einer Souffleuse, in Erscheinung tritt. In Echtzeit projizierte Filmbilder verdoppeln die Handlung dabei in den Raum. Fiktion und Realität verweben sich.
    Aus- & Vortragen wird kuratorisch betreut von Juliane Duft.

    Performer: Lisa Gutscher (Souffleuse), Emma LaMorte (Kamerafrau), Luzie Meyer (Erzähler), Theresa Patzschke (Flötistin)

    Die Performance findet in englischer Sprache statt. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

    Mit freundlicher Unterstützung von:

  • Performance, Screening: Aus- & Vortragen – Henning Fehr & Philipp Rühr, 07.03.2018
    Henning Fehr und Philipp Rühr, Studio Visit, 2017, Filmstill, Courtesy die Künstler

    Studio Visit

    Henning Fehr (geboren 1985 in Erlangen) und Philipp Rühr (geboren 1986 in Brühl) arbeiten an dokumentarisch anmutenden Filmen, in denen sie zugleich als Beobachter und Protagonisten agieren. In ihnen erforschen sie Orte und Sphären, die soziale Identitäten konstituieren und mit denen sich utopische Verheißungen am Rand unserer kapitalistischen Lebenswelt verbinden: der Kunstmarkt, Kulturinstitutionen wie Museen oder auch Techno-Clubs und Musik-Festivals. Lässt man sich auf den langsamen Rhythmus der Filme ein, wird in Zwischentönen die Komplexität der gesellschaftlichen Konstrukte wahrnehmbar, die sich mit den unterschiedlichen Phänomenen verbinden. Fehr und Rühr scheinen auf der Suche nach dem Originären und Ursprünglichen in der westlichen Kultur. Im Rahmen ihrer Ausstellungen erweitern sie die Filme durch Skulpturen, Malereien und Texte zu einem Zusammenspiel unterschiedlicher “Stimmen” im Raum.

    In einer für den Kölnischen Kunstverein ausgearbeiteten Performance präsentieren die ehemaligen Atelierstipendiaten des Kölnischen Kunstvereins Auszüge der Filme Studio Visit (2016) und Empty Village (2017). Dabei werden die Bewegtbilder auditiv kommentiert, sodass Fehr und Rühr den Modus einer klassischen Filmvorführung unterwandern.
    Aus- & Vortragen wird kuratorisch betreut von Juliane Duft.

    Die Performance findet in deutscher und englischer Sprache statt. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

    Mit freundlicher Unterstützung von:

  • Führung: Kuratorenführung durch die aktuelle Ausstellung mit Moritz Wesseler, 28.02.2018

2017
  • Veranstaltung: Aus- & Vortragen – Claus Richter, 06.12.2017
    Advent mit Claus Richter. Ein Licht im Dunkeln
    Weihnachtsaufführung – Ein Licht im Dunkeln

    Dieses Jahr wird der Kölner Künstler Claus Richter die Theorie, die er in den letzten Jahren in seinen Weihnachtsvorträgen im Kölnischen Kunstverein über die Geschichte und das Erscheinungsbild des Weihnachtsfestes erarbeitet hat, in die Praxis umsetzen. Mit eigenen und traditionellen Geschichten und Liedern, einem selbstgeschriebenen Weihnachtsspiel, einem speziellen Bühnenbild und vielen kleinen Überraschungen wird Richter am Nikolaustag die Bühne des Kölnischen Kunstvereins in ein Weihnachtswunderland verwandeln.

    Mit freundlicher Unterstützung von:

  • Künstlergespräch, Screening: Aus- & Vortragen – Ani Schulze, 29.11.2017
    Ani Schulze, Finding the fawn, Courtesy the artist
    Merchants Freely Enter

    Die Künstlerin Ani Schulze (*1982) erschafft in ihren Installationen, Filmen oder Zeichnungen visuelle Welten, in denen Geschichte und Geschichten nicht konventionell erzählt, sondern in traumartigen Bildern umkreist werden. Beispielsweise werden verlassene Architekturen oder kultivierte Landschaften mittels einer Kamera abgetastet, die sich dann in ihren Filmen in Form von rhythmischen Sequenzen langsam erschließen. Anhand der gezeigten Orte erkundet Schulze die (gescheiterten) Utopien der Moderne wie auch das Verhältnis von Mensch zur Natur. Vergangene und aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen untersucht sie anhand von neuester Medientechnik, wie beispielsweise Drohnen, und visuellen Formeln und Bildtraditionen, wie etwa der Landschaftsmalerei oder dem Comic.

    Im Rahmen der Veranstaltungsreihe AUS- & VORTRAGEN zeigt Ani Schulze die Arbeit Aerial Vortices (2015) und ihren neuesten Film Merchants Freely Enter (2017), der während ihrer Künstler-Residenz auf Schloss Ringenberg entstand. In diesem Kontext spricht sie über Gravitation, Vogelperspektiven, Camouflage, Robobirds, Picknicks, Kornfelder und Überwachungs-Panoramen.

    Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

    Mit freundlicher Unterstützung von:

  • Vortrag: Aus- & Vortragen – Thomas Wachholz, 15.11.2017
    Thomas Wachholz, Filmstill aus CMYK, 2012, 02:03 min; Courtesy the artist
    high-density

    Thomas Wachholz (* 1984, lebt und arbeitet Köln) untersucht in seinen formal reduzierten Werken die Rahmenbedingungen industrieller, handwerklicher und künstlerischer Produktion. Seine Arbeiten sind somit von konzeptuellen Gedanken durchdrungen und betonen dabei insbesondere die Bedeutung und Notwendigkeit von persönlicher Entscheidung und sozialer Interaktion. Die Praxis von Wachholz erinnert an die effiziente Strukturierung alltäglicher Arbeiten, deren Funktionalität und Monotonie ihn fasziniert. Für jede seiner Werkgruppen legt er einen Regelapparat fest, der Prozesse beschreibt, innerhalb derer Materialien, Substanzen oder auch Akteure miteinander reagieren. Beispielsweise reibt er die Farbe eines bedruckten Banners ab, erzeugt eine Zeichnung mittels Streichholz-Zündungen oder lässt von einem Plakateur ein Billboard kontinuierlich neu bekleben. Auch wenn die linearen Herstellungsprozesse unromantisch anmuten, liegt gerade in ihnen die Poesie der Arbeiten. In ihrem Verlauf gibt es kein Zurück – allerdings lotet Wachholz die Freiräume innerhalb der eigens auferlegten Rahmenbedingungen aus. Auf diese Weise zieht das Subjektive in die Arbeiten ein und wird in Details und Nuancen wahrnehmbar.

    Thomas Wachholz führt im Rahmen der Veranstaltung in seine Praxis ein und zeigt darüber hinaus eine eigens für den Kölnischen Kunstverein realisierte Installation, die in Zusammenarbeit mit Juliane Duft entwickelt wurde.

    Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

    Mit freundlicher Unterstützung von:

  • Vortrag: Aus- & Vortragen – Jonathan Monk, 08.11.2017
    Jonathan Monk, Ankündigungsmotiv zum Vortrag im Kölnischen Kunstverein 2017

    One Year

    Jonathan Monk (* 1969 in Leicester) wurde durch die Aneignung und Umformungen von Werken der Minimal und Conceptual Art oder auch der Postmoderne bekannt. Seit den Anfängen seines künstlerischen Schaffens, das mittlerweile zum festen Bestandteil der internationalen Szene zählt, zeichnen sich die Arbeiten durch einen analytischen Scharfsinn aus, der zumeist durch humorvolle Töne gebrochen wird. Dabei untersucht er in seinen Wandarbeiten, Zeichnungen, Skulpturen, Fotografien und Filmen den Begriff des Originals genauso wie den in der Kunstwelt vorherrschenden Personenkult oder die Aspekte Hommage sowie Referentialität. Stets verbindet sich mit den Werken von Monk die Zielsetzung, den Zitierten in respektvoller Weise Tribut zu zollen, wobei er deren Praxen genauso entmystifiziert. Immer wieder zeigt er in den Lücken, die seine Neuschreibungen, Umformungen und Verschiebungen aufmachen, auch das Persönliche als Motor der künstlerischen Produktion.

    Im Rahmen seines Vortrags One Year referiert der Brite über sein Werk, wobei ein besonderer Fokus auf die Produktionen der vergangenen zwölf Monate gelegt wird.

    Der Vortrag findet in englischer Sprache statt. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

    In Kooperation mit Mélange:


    Mit freundlicher Unterstützung durch:

  • Künstlergespräch: Aus- & Vortragen – Matthias Sohr, 25.10.2017
    Matthias Sohr, Generational 2016, Courtesy der Künstler und ACUD gallery, Berlin, Foto: Eric Bell
    Installation und Künstlergespräch von und mit Matthias Sohr

    Matthias Sohr (* 1980) eignet sich Objekte und Zeichen aus Zwischenräumen des Alltags an, die oftmals übersehen werden. Treppenlifte, Stützgriffe, Leiterplatten und Sprache befreit er in seinen Installationen von ihrer eigentlichen Funktionalität, sodass sie sich ohne den Bezug zum menschlichen Körper als technisch kühl und “unheimlich” autonom zeigen. Ihre Formen wirken im Kontext eines Kunstraums ästhetisch reduziert, vielleicht sogar elegant. Da die Objekte auf ihren Umraum verweisen, liefern sie formal Referenzen an die Minimal Art. Als postminimalistische Setzungen werfen sie allerdings Schatten zurück auf die Orte ihres Gebrauchs. Die Beziehung von Objekt und Betrachter, menschlichem Körper und Technologie erhält mit ihrer psychologischen, emotionalen Dimension eine neue Erfahrbarkeit.

    Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Aus- und Vortragen, die kuratorisch von Juliane Duft betreut wird, führt Matthias Sohr durch seine Installation.

    Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird. Zudem möchten wie Sie darauf hinweisen, dass das Haus nicht barrierefrei ist. Lassen Sie uns insofern vorab wissen, ob wir Sie beim Besuch der Veranstaltung begleiten dürfen.

    Mit freundlicher Unterstützung durch:

    Ferner wird diese Veranstaltung unterstützt von:

  • Sonderveranstaltung: 50 Jahre Kölner Architekturpreis, 23. – 27.9.2017
    (kap) 2017

    2017 feiert der Kölner Architekturpreis sein 50-jähriges Bestehen und wird zum dreizehnten Mal verliehen. Der kap gehört damit zu den ältesten deutschen Architekturpreisen. Er wird für vorbildliche Bauwerke (Neubau, Umbau, Ausbau), städtebauliche Anlagen, Freianlagen und Interventionen im öffentlichen Raum in Köln und Umgebung verliehen. Diese finden sich nicht nur bei den prominenten Projekten, sondern in gleicher Weise bei den alltäglichen Bauaufgaben, die das Gesicht unserer Städte und Landschaften prägen. Sowohl die Leistung der beteiligten Planern/innen als auch der verantwortungsvolle Part der Bauherren/innen wird gewürdigt. Die Auszeichnung soll dazu beitragen, das öffentliche Bewusstsein für Baukultur zu schärfen und die kulturelle Relevanz des Planens und Bauens zu verdeutlichen.

    Erstmals wurde der Kölner Architekturpreis 1967 vergeben. In jenem Jahr konnten sich Architekten und ihre Bauherren mit Gebäuden aus der Zeit des Wiederaufbaus, also seit 1945 bewerben. Seitdem umfaßt der Bewerbungszeitraum drei bis fünf Jahre.

    In der jüngeren Vergangenheit konnten ausgezeichnete Bauwerke Qualitätsmaßstäbe in der zeitgenössischen Architektur Kölns sowie weit über die Stadtgrenzen hinaus setzen. Genannt sei hier Kolumba, das von Peter Zumthor fertiggestellte Kunstmuseum des Erzbistums Köln. Es wurde nachfolgend mit dem BDA-Architekturpreis Nordrhein-Westfalen und der Großen Nike des BDA-Bundesverbands ausgezeichnet.

    Eine Besonderheit des kap ist sein Teilnehmerkreis. Auch Planer anderer Professionen können Arbeiten einreichen – selbst ausserhalb der Architektenschaft.

    Der Kölner Architekturpreis wird getragen vom BDA Köln, dem Kölnischen Kunstverein, dem Deutschen Werkbund NW sowie dem Architektur Forum Rheinland.

    Für den kap 2017 hat die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker die Schirmherrschaft übernommen.

    Zur Ausstellung aller Arbeiten möchten wir Sie herzlich einladen.
    23. – 27. 09. 2017 täglich von 11-18 Uhr, Eintritt frei.
    im Kölnischen Kunstverein
    Hahnenstr. 6
    50667 Köln

    www.koelnerarchitekturpreis.de

  • Sonderveranstaltung: OG OPEN, 10.09.2017

    Der Kölnische Kunstverein freut sich, anlässlich der DC Open 2017 sowie parallel zu den Offenen Ateliers der Stadt Köln seine Stipendiaten präsentieren zu können.

    Am 10. September werden in der Zeit von 12 bis 18 Uhr die folgenden Künstler im Rahmen von zehn kleinen Einzelausstellung vorgestellt:

    Albrecht Fuchs, Erika Hock, Jan Hoeft, Cameron Jamie, Stefanie Klingemann, Alwin Lay, Peter Miller, Ralph Schuster, Thomas Wachholz und Alex Wissel

    Der Eintritt ist frei. Es werden kalte und warme Getränke sowie Snacks gereicht.

  • Vortrag: Aus- & Vortragen – Honza Zamojski, 07.06.2017
  • Künstlergespräch, Screening: Aus- & Vortragen – Eva Kotátková und Noemi Smolik, 24.05.2017

    Der Justizmord an Jakob Mohr (CZ, 2016, Tschechisch mit englischen Untertiteln, 63 Min.) erzählt die Geschichte des psychiatrischen Patienten und Künstlers Jakob Mohr, der überzeugt war, dass seine Handlungen von seinem Arzt mit Hilfe einer mysteriösen Maschine kontrolliert wurden. Mohr stellte diese Maschine in vielen seiner Zeichnungen als einen Holzkasten dar, der Strahlen oder Wellen ausstrahlte, die durch seinen Körper gingen und die Kontrolle über ihn übernahmen. Die Zeichnung Justizmord (1909-1910) zeigt einen Prozess, der aus sich selbst widersprechenden Perspektiven dargestellt ist. Der viktimisierte Mohr erscheint in der Rolle des Angeklagten, und sein Arzt wird als Lauscher und Manipulator dargestellt, der die Maschine und die Institution des Gerichts beeinflusst. Mohr identifiziert viele getarnte Patienten und Ärzte, die seine Theorie der monströsen Verschwörung gegen ihn unterstützen. Die Zeichnung wird zum Schauplatz einer inszenierten Sitzung des Gerichts, in der Mohr als Künstler, Patient und Verbrecher dargestellt wird und in der nicht nur seine Visionen, sondern auch andere Motive und Figuren, die mit Art Brut in Verbindung gebracht werden, ihre eigene Existenzberechtigung beanspruchen. Mohr bietet uns einen Bericht über die Details des Gerichtsverfahrens, das in seinem Kopf stattfindet und in dem Fragmente aus der Außenwelt seiner Kranken- und Strafregisterauszüge auftauchen, sowie eine Analyse seiner Zeichnung unter dem Gesichtspunkt ihrer ästhetischen Qualitäten.

    Der Film und die Performance wurden in Zusammenarbeit mit Are | are-events.org kreiert und produziert und vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, der Stadt Prag, dem Kulturministerium der Tschechischen Republik und seinem Kulturfonds sowie PLATO – Plattform (für zeitgenössische Kunst) Ostrava / Stadtgalerie Ostrava und Trojhalí Karolina, Vereinigung juristischer Personen, unterstützt.

    Bitte beachten Sie, das die Veranstaltung gefilmt wird.

    Mit freundlicher Unterstützung durch:

  • Künstlergespräch, Performance: Aus- & Vortragen – Mary-Audrey Ramirez und Vince Tillotson, 17.05.2017
  • Screening: Aus- & Vortragen – Jan Bonny und Alex Wissel, 27.04.2017
    Aktuelle Arbeitsfassung eines filmischen Projekts

    Ein Tag, nachdem die deutsche Mannschaft die Fussballweltmeisterschaft 2014 gewann, steigt der Düsseldorfer Kunstberater Helge Achenbach ins Flugzeug zurück ins Rheinland. Unmittelbar nach seiner Ankunft wird er am Flughafen verhaftet. Ein gerissener Händler der Kunst, der das ganz große Rad gedreht hat, fällt: Glanz und Elend Westdeutschlands, Großkäufe, Provinz und die Sehnsucht des Aufsteigers. Heute sitzt er im Gefängnis. Hinter einer gewaltigen Posse des Kunstbetriebs taucht sofort eine noch größere Geschichte des Neoliberalismus auf – in Werken, Geistern und Körpern des Rheinlands. Die zentrale Frage: Wie wurde aus dem Beuys-Diktum “Jeder Mensch ist ein Künstler” die Ich-AG? Was geschah wirklich in den letzten 25 Jahren in Deutschland? Mit der SPD? Den Hoffnungen von 68? Der Kunst?

    Der Regisseur Jan Bonny und der Künstler Alex Wissel präsentieren dazu eine offene szenische Skizze – gewissermaßen als Aufforderung an Film- und Kunstbetrieb. Mit Matthias Brandt, Bibiana Beglau und Joachim Król als Kunstfiguren, die ganz im Sinne von Helmut Dietl nur einen Tick neben der Realität stehen. Und mit ihnen scheint die Möglichkeit einer großen Gesellschaftssatire auf. Oder wie es in einer Szene heißt: “Ich mach mir hier die Hände schmutzig, Josef. Für die soziale Plastik.”

    Den Trailer zum Filmprojekt finden Sie hier.

    Wir weisen darauf hin das die Anzahl der Plätze limitiert ist und dass es ratsam wäre mindestens 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn im Kölnischen Kunstverein ein Ticket zu lösen.
    Karten sind ausschliesslich an der Abendkasse erhältlich.

    Mit freundlicher Unterstützung durch:

  • Vortrag: Aus- & Vortragen – Michael Sailstorfer, 15.03.2017
    Michael Sailstorfer, Installationsansicht Johann König 2017

    Michael Sailstorfer (* 1979 in Velden) wurde in den frühen 2000er Jahren mit Skulpturen, Installationen, Filmen und Fotografien bekannt, die sich durch einen feinsinnigen Humor sowie ein großes metaphorisches Potenzial auszeichnen. Ausgangspunkt vieler Arbeiten sind Situationen des Alltags oder gesellschaftliche und ökologische Probleme, die er dem Betrachter aus einem anderen Blickwinkel vor Augen führt. Als Beispiel für diese Praxis lässt sich etwa die Arbeit „Antiherbst“ anführen, für die er gegen Ende des Jahres 2012 die Blätter einer Esche einsammelte, diese lackierte und sie dann erneut an dem Baum befestigte. Für seine aktuelle Ausstellung in Berlin wiederum, ersetzte Sailstorfer die Motoren verschiedener Fahrzeuge durch handelsübliche Öfen, um das Verhältnis von Natur und Industrialisierung in den Fokus zu rücken.
    Im Rahmen seines Vortrags wird Sailstorfer, der seit 2015 im Kölner Skulpturenpark vertreten ist, einen Überblick über die verschiedenen Aspekte seines Schaffens geben.

    Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

    Mit freundlicher Unterstützung durch:

  • Performance: Aus- & Vortragen – Timo Seber, 08.03.2017
    Timo Seber, Screenshot des Künstlers aus Dota 2, 2017

    Die Performance des 1984 in Köln geborenen Künstlers Timo Seber, schließt an seine Ausstellung Twitch (GAK, Bremen, 2015) an. Seit diesem Projekt beschäftigt er sich eingehend mit der Welt des Computerspiels DOTA 2, das zu einem der weltweit populärsten E-Sports-Spielen gehört. Bei internationalen Turnieren können Spieler und Spielerinnen Preisgelder von bis zu 20 Millionen Dollar gewinnen. Gemeinsam mit Baumi, einem deutschen Youtuber und DOTA 2-Entuhisasten mit mehr als 110 Millionen Videoaufrufen, wird Seber den Besuchern seine Faszination für das Spiel näher bringen und den Einfluss auf seine künstlerische Arbeit in den letzten Jahren anschaulich demonstrieren.

    Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

    Mit freundlicher Unterstützung durch:

  • Performance: Aus- & Vortragen – Nora Turato, 22.02.2017
    Nora Turato, Performance im Bold Tendencies London 2015, Copyright Cargo Collection Ariel 2.0
    Show personality not personal items

    Nora Turato wurde 1991 in Zagreb, Kroatien geboren, studierte an der Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam und am Werkplaats Typografie in Arnheim. Nora Turato ist aktuell Stipendiantin der Reichsakademie in Amsterdam. In ihren Sprachperformances ruft die Künstlerin Nora Turato präzise Beobachtungen des Alltags auf. Über das künstlerisch gestaltete Sprechen eines Textes, über Rhythmus und Melodie der Sprache betont Nora Turato die Dringlichkeit ihrer soziokulturellen Themen, die stets auf das Hier und Jetzt bezogen sind. Dabei gleichen ihre Auftritte einer Tour de Force, druckvoll, provokativ und auf den Punkt gebracht. Turato stellt ab dem 11. Februar mit Your Shipment Has Been Dispatched im NAK Neuer Aachener Kunstverein aus.

    In Kooperation mit dem Neuen Aachener Kunstverein.

    Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

    Mit freundlicher Unterstützung durch:

  • Vortrag: Aus- & Vortragen – Kasper Bosmans, 15.02.2017
    Kasper Bosmans, Legend The Words and Days 2016, Courtesy the artist

    Kasper Bosmans, geboren 1990 in Belgien, zählt zu den erfrischendsten, jungen Positionen der belgischen Kunstszene. Er fertigt Tafelbilder, Wandmalereien, Skulpturen sowie Installationen, die häufig auf historische oder gegenwärtige Symbole, Wappen und Piktogramme Bezug nehmen. Dabei lässt sich in dem Werk Bosmans´ das Interesse für den Aspekt der Dekoration – im Sinne von Daniel Buren oder Niele Toroni – genauso wie für die flämische Malerei nachvollziehen. Im Rahmen seines Vortrags wird Kasper Bosmans erstmals in Deutschland einen Überblick über die verschiedenen Stränge innerhalb seines Werkes geben.

    Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

    Mit freundlicher Unterstützung durch:

  • Künstlergespräch: Aus- & Vortragen – Jan Paul Evers, Leon Kahane, Jumana Manna & Gesine Borcherdt, 08.02.2017
    Leon Cahane, Untitled Motiv, 2017

    Im Rahmen der Reihe “Aus- & Vortragen” diskutiert die Journalistin Gesine Borcherdt (Blau – Ein Kunstmagazin) mit den diesjährigen ars viva-Preisträgern Jan Paul Evers, Leon Kahane und Jumana Manna über deren künstlerischen Arbeitsweisen sowie über die nationale und internationale Kunstszene.

    Jan Paul Evers: geboren 1982 in Köln, Studium der Freien Kunst, Hochschule für Bildende Künste Braunschweig bei Dörte Eißfeldt und Thomas Rentmeister. Einzelausstellungen u. a. in der Villa Stuck in München (2014) und der Galerie Max Mayer in Düsseldorf (2013).

    Leon Kahane: geboren 1985 in Berlin, Studium u. a. an der Ostkreuzschule für Fotografie in Berlin, Studium der Freien Kunst an der Universität der Künste Berlin bei Hito Steyerl und Josephine Pryde. 2016 umfassende Einzelausstellung in der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig, 2015 ausgezeichnet mit dem Kunstpreis Europas Zukunft.

    Jumana Manna: geboren 1987 in New Jersey, Design-Studium an der Oslo National Academy of the Arts, Studium der Ästhetik und Politik am California Institute of the Arts in Los Angeles. Einzelausstellungen u. a. in der Malmö Konsthall (2016), der Chisenhale Gallery in London (2015), der Kunsthall Oslo (2013) und dem Künstlerhaus Bethanien in Berlin (2013).

    Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

    Mit freundlicher Unterstützung durch:

  • Veranstaltung: Aus- & Vortragen – Jan Hoeft, 25.01.2017
    Buchpräsentation

    Jan Hoeft stellt im Rahmen von Aus- & Vortragen seine neue Publikation +4812 vor. Gemeinsam mit Kristina Scepanski (Westfälischer Kunstverein, Münster) wird der Künstler über das Buch, Fußball Hooligans, den öffentlichen Raum und Business-Kommunikation sprechen.

    +4812 beinhaltet Beiträge von Kris Dittel, Carla Donauer, Ben Kaufmann, Alexander Nowak, Aneta Rostkowska, Sławomir Shuty and Huib Haye van der Werf. Es erscheint im Verlag für Moderne Kunst, Wien und wurde von der Kunststiftung NRW gefördert. Gestaltung: Lisa Pommerenke

    Die gleichnamige Arbeit wurde auf Einladung von Aneta Rostkowska für die Bunkier Sztuki Art Collection in Krakau realisiert.

    Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

    Mit freundlicher Unterstützung durch:

2016
  • Vortrag: Aus- & Vortragen – Claus Richter, 07.12.2016
    Claus Richter, Weihnachtsvortrag, Kölnischer Kunstverein 2016
    Weihnachtsvortrag

    Vor einigen Jahren sprach Claus Richter im Kölnischen Kunstverein erstmals über die Geschichte des Weihnachtsfestes. Woher stammt der Weihnachtsbaum? Wer erfand den Weihnachtsmann? Wann wurde zum ersten Mal Weihnachten gefeiert? All diese Fragen wurden damals beantwortet. Dieses Jahr kehrt Claus Richter mit einem neuen Weihnachtsvortrag zurück. Ging es bei seinem ersten Vortrag noch um die historische Einordnung des Phänomens „Weihnachten“ , wird sich der Kölner Künstler dieses Jahr mit den Emotionen befassen, die die das ideelle Weihnachten als Erzählung weckt. Archaische Sehnsüchte nach Geborgenheit, Liebe, Zuwendung, Frieden und einer idealisierten magischen Welt sind die Elemente, aus denen sich Richters eigene Obsession mit Weihnachten nährt und er wird auch dieses Jahr mit Bildern, Filmen und Erzählungen den Weg durch verschneite Hütten, glitzernde Wälder und wohlige Stuben antreten, um zu erfahren, warum und wie das „Fest der Liebe“ so gut als Idealbild funktioniert.

    Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

    Mit freundlicher Unterstützung durch:

  • Künstlergespräch, Lesung: Aus- & Vortragen – John Tilbury, 23.11.2016
    The John Tilbury Tribute

    Lesung: John Tilbury liest aus Cornelius Cardew: A Life Unfinished
    Gespräch: John Tilbury und Felix Klopotek
    Ein wichtiger Baustein für die Ehrung Tilburys ist die Lesung aus Cornelius Cardew (1936–1981) a life unfinished mit einem anschliessenden Gespräch über die Verbindung von Musik und Politik sowie eine Einschätzung der aktuellen, gesellschaftlichen Entwicklungen durch John Tilbury im Kölnischen Kunstverein.
    Moderiert wird dieser Abend von dem Kölner Autor Felix Klopotek.

    John Tilbury ist mit Komponisten der Nachkriegsmoderne wie Christian Wolff, Earle Brown und Terry Riley befreundet. Auch mit Cornelius Cardew verband ihn eine Freundschaft, die 1959 begann und mit wegweisenden Gruppenprojekten wie AMM und dem Scratch Orchestra sowie in politischen Aktionen ihre Fortsetzung fand. Mit der Biographie Cornelius Cardew – A Life Unfinished hat John Tilbury eines der großen und außergewöhnlich detailreichen Werke über die Neue Musik ab Mitte des des 20. Jahrhunderts vorgelegt.

    Organisiert wird The John Tilbury Tribute von Prof. Dr. Heike Sperling und Marcus Schmickler.

    Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

    Die Aufnahme der Veranstaltung finden Sie hier.

    Mit freundlicher Unterstützung durch:

  • Künstlergespräch: Aus- & Vortragen – Anne Speier, 02.11.2016
  • Sonderveranstaltung: Museumsnacht im Kölnischen Kunstverein, 29.10.2016

    Mit so revolutionären Ausstellungen wie Happening und Fluxus schrieb der Kunstverein Geschichte. Am Puls der Zeit und eigentlich immer schon ein kleines Stückchen weiter, sucht die Kölner Institution auch heute noch das Neue. Aufstrebende, internationale Künstler stellen hier aus, inszenieren und performen.

    Nicht ganz Mensch, nicht Tier. Die Zeichenwesen der griechischen Künstlerin Christiana Soulou eröffnen geheimnisvolle Traumwelten, immer nah am Abgründigen. Die Griechin ist eine der bedeutendsten Vertreterinnen zeitgenössischer Zeichnung. Ihre Gestalten sind zumeist aus nur wenigen Linien gebildet und muten ausgesprochen zerbrechlich an, ihr Seelenleben scheint nach außen gekehrt.

    Programm
    19.00, 20.00, 21.00, 22.00, 23.00 Führung mit dem Kurator

    Die ersten 350 Besucher erhalten eine Überraschung von AESOP, sowie kostenlose griechische Trinkspezialitäten der MD Bar.

  • Vortrag: Aus- & Vortragen – Sven Johne, 12.10.2016
    Sven Johne, The Long Way Home, 2016, VG Bild Kunst Bonn 2016, Courtesy: Klemm´s

    Sven Johne (*1976, lebt und arbeitet in Berlin) untersucht mit seinen Arbeiten sowohl vertraute als auch ungewöhnliche Situationen des Alltags: die Kaperung und Entführung von Containerschiffen, die Funktionsweisen von Häfen oder die Reise eines Wanderzirkus durch Deutschland. Dabei nutzt Johne Texte, Fotografien oder Filme, um die Ergebnisse seiner Recherchen zu präsentieren. Im Rahmen seines Vortrags wird der Künstler eine Einführung in sein Werk geben und eine Auswahl seiner Videoarbeiten präsentieren.

    Mit freundlicher Unterstützung durch:

  • Vortrag: Aus- & Vortragen – Peter Wächtler, 28.09.2016

    Peter Wächtlers Filme, Zeichnungen und Skulpturen verweisen auf surreale Bildwelten, die zwischen Tragik und absurder Komik pendeln. Dabei beziehen sich viele seiner Werke auf die Ästhetik von Comics oder Kinderbuchillustrationen, wobei die Vertrautheit oder Eingängigkeit der Bildschöpfungen bspw. durch die Integration von bizarren Textpassagen unterwandert wird. Das Resultat sind eindringliche Formulierungen, die den Betrachter gleich einem (Alb-)Traum aufrütteln. Der Vortrag im Kölnischen Kunstverein ist als grundlegende Einführung in das Werk des Künstlers konzipiert.

    Peter Wächtler (*1979 in Hannover, lebt und arbeitet in Brüssel) hatte Einzelausstellungen u. a. in der Chisenhale Gallery in London (2016), in der Renaissance Society in Chicago (2016) sowie im Westfälischen Kunstverein in Münster (2014).

    Die Aufzeichnung der Veranstaltung finden Sie hier.

    Mit freundlicher Unterstützung durch:

  • Künstlergespräch: Aus- & Vortragen – Johannes Wohnseifer und Susanne Zander, 07.09.2016
    Gespräch über Grenzbereiche der Kunst

    Johannes Wohnseifer (Künstler) und Susanne Zander (Delmes & Zander) im Gespräch über Produktion, Rezeption, Kuratieren und historische Kontextualisierung von Grenzbereichen der Kunst.

    Die Aufzeichnung der Veranstaltung finden Sie hier.

    Mit freundlicher Unterstützung durch:

  • Sonderveranstaltung: Offene Ateliers, 2. – 4.9.2016
    Alwin Lay, Frisch ausgepackt, 2016, Ankündigungsmotiv Offene Ateliers im Kölnischen Kunstverein 2016
    Albrecht Fuchs, Henning Fehr & Philipp Rühr, Selma Gültoprak, Erika Hock, Jan Hoeft, Stefanie Klingemann, Alwin Lay, Peter Miller, Ralph Schuster



    Öffnungszeiten der Ateliers
    Freitag: 2.9.2016, 19-21 Uhr
    Samstag: 3.9.2016, 12-18 Uhr
    Sonntag: 4.9.2016, 12-18 Uhr

    Der Kölnische Kunstverein freut sich, anlässlich der Offenen Ateliers 2016 sowie der DC Open den neuen Stipendiaten des Kölnischen Kunstvereins kleine Ausstellungen ausrichten zu können. So präsentieren neun Künstler, die 2015 von einer internationalen Fachjury bestehend aus Alexandra Birken, Christopher Williams sowie Johannes Wohnseifer gekürt wurden, in ihren Arbeitsräumen neue oder teilweise eigens für den Anlass realisierte Werke. Die Öffentlichkeit hat somit nicht nur die Möglichkeit, vielfältige Kunstwerke zu erleben, sondern ebenfalls herausragende Talente der rheinländischen Kunstszene kennenzulernen. Hier finden Sie mehr Informationen zu unserem Atelierprogramm.

    Die Offenen Ateliers 2016 sind eine Initiative der Stadt Köln und des BBK-Köln. Ein detailliertes Programm, sowie die verschiedenen Austragungsorte finden Sie unter www.offene-ateliers-koeln.de.

  • Performance: Aus- & Vortragen – Tobias Spichtig, 24.07.2016
    Tobias Spichtig, Die böse Farbe, Filmstill
    Die böse Farbe für den Kölnischen Kunstverein

    Das Werk von Tobias Spichtig (* 1982, lebt in Berlin und Zürich) lässt sich in Performances, Installationen, Bilder sowie Skulpturen untergliedern und befasst sich mit den Mythen unserer zeitgenössischen Gesellschaft. Spichtig setzt dabei nicht selten gefundene Materialien oder Objekte ein, die er mit geringen Eingriffen neu arrangiert und verändert. Die dabei entstehenden Erzählsprünge führen den Betrachter mitunter in düstere Gefilde.

    Im Rahmen der Performance Die böse Farbe für den Kölnischen Kunstverein wird der Künstler gemeinsam mit der Pianistin Theresa Patzschke ausgewählte Lieder interpretieren. Neben dem titelgebenden Stück Die böse Farbe, das von Wilhelm Müller geschrieben und von Franz Schubert vertont wurde, werden u. a. Werke von Scott Walker sowie Freddie Mercury aufgeführt.

    Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

  • Vortrag: Aus- & Vortragen – Anna Virnich, 01.06.2016

    Hi

    Bekannt wurde Anna Virnich mit großen und kleinen Stoffbildern, für die sie unterschiedliche Textilien zu Kompositionen verquickt, die zwischen Abstraktion und Narration pendeln. Mit gekonnter Souveränität schließt sie dabei an die Traditionen von Künstlern wie Blinky Palermo, Rosemarie Trockel oder Cosima von Bonin an. Das Schaffen der 1984 in Berlin geborenen Künstlerin beschränkt sich allerdings nicht nur auf die Gattung Malerei. Seit einigen Jahren produziert sie ebenfalls Installationen, für die sie organische Materialien wie Leder, Erde oder Pflanzen nutzt und die in verschiedener Weise unsere Sinne ansprechen.

    Im Rahmen ihres Vortrages wird Virnich die zentralen Stränge ihrer Praxis vorstellen und dabei insbesondere ihre beiden jüngsten Projekte in Köln (2015) und Mexico City (2016) beleuchten.

    Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird. Die Aufzeichnung finden Sie hier.

    Mit freundlicher Unterstützung durch:

  • Vortrag: Aus- & Vortragen – Anders Clausen, 25.05.2016
    Anders Clausen, Ibrahim Öztas, 2016

    (in englischer Sprache)

    Immer rasanter kommt es zu Innovationen in sämtlichen Bereichen des modernen Lebens. Diese Neuerungen entpuppen sich allerdings nicht immer als reine Erweiterungen persönlicher Freiheiten bzw. als bedingungslose Verbesserungen des alltäglichen Seins. Der Künstler Anders Clausen (*1978 in Kopenhagen, lebt und arbeitet in Berlin) untersucht mit seinen Arbeiten die andere, oftmals übersehene Seite technologischer Hervorbringungen, wie sie sich bspw. in der Abhängigkeit von zeitgenössischen Kommunikationsmedien zeigt. Im Rahmen seines Vortrags wird Clausen einen Einblick in seine Praxis geben und dabei insbesondere sein neustes Projekt in den Fokus rücken, bei dem es sich um ein Künstlerbuch handelt.


    Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

  • Sonderveranstaltung: Kölner Museumsfest, 22.05.2016
    Kuratoren-Führung durch die aktuelle Ausstellung von Andro Wekua im Rahmen des Kölner Museumsfestes 2016

    Andro Wekua, geboren 1977 in Georgien, hat in einem Zeitraum von mehr als zehn Jahren ein herausragendes Werk geschaffen, das zu den eindrucksvollen, zugleich aber auch geheimnisvollen Beiträgen zur jüngeren Gegenwartskunst gezählt werden kann. Ausgehend von seiner eigenen Biografie, die durch die Erfahrung des Bürgerkrieges in seinem Heimatland geprägt wurde, umkreist das Schaffen Wekuas die Frage, wie sich das persönliche bzw. kollektive Gedächtnis konstituiert, was der wahre Gehalt einer individuellen bzw. globalen Erinnerung ist und was in diesem Zusammenhang der Fiktion, der Imagination und Interpretation angehört. Die Bildkreationen, die der heute in Deutschland sowie in der Schweiz lebende Künstler realisiert, weisen dabei zumeist etwas Beängstigendes und Unheimliches auf und verweisen auf Prozesse des Unterbewussten. Unabhängig vom jeweiligen Medium, appellieren die Werke Wekuas unmittelbar an die Gefühlswelt des Betrachters, auch wenn sich diese nicht selten einer eindeutigen Lesbarkeit verweigern, was ihre unbehagliche Wirkung mit beflügelt.

  • Screening: Aus- & Vortragen – Lothar Hempel, 04.05.2016
    Lothar Hempel, Mäusebunker, Filmstill
    Mäusebunker

    Der Film Mäusebunker von Lothar Hempel befasst sich mit der Forschungsstelle für experimentelle Medizin in Berlin, die in einem Bauwerk untergebracht ist, das zwischen 1970 und 1981 errichtet wurde und dessen Architektur dem kompromisslosen Stil des Brutalismus verpflichtet ist. Dieses Gebäude, das visuell der Erscheinung eines Schlachtschiffes ähnelt und das u. a. die zentrale Versuchtierzucht und -haltung der hauptstädtischen Universitätsmedizin beheimatet, ist Schauplatz unterschiedlicher, teilweise gegensätzlicher Episoden. So zeigt der Film beispielsweise die Transformation einer Wissenschaftlerin in eine Heilige, während in anderen Szenen postmoderne Möbel aus Italien Gegenstand sind oder gelbe Bananen vor grauem Beton in Erscheinung treten. Insgesamt weist das Werk den Charakter einer surrealistischen Collage auf, wobei es aufgrund der kontinuierlichen Bearbeitung durch den Künstler keinesfalls statisch ist.

    Lothar Hempel (*1966 in Köln) war mit seinen Werken u. a. im Le Magazin in Grenoble, im Institute of Contemporary Arts in London oder im Museum of Contemporary Arts in Los Angeles zu sehen.

    Laufzeit: 56 Minuten

    Den Trailer des Films finden Sie hier.

  • Führung: Kuratorenführung durch die aktuelle Ausstellung von Uri Aran mit Moritz Wesseler, 20.04.2016

  • Veranstaltung: Cannibal, 16.04.2016
    Cameron Jamie, Cannibal
    Konzert der Band Cannibal

    Cannibal, die gemeinsame Band von Cary Loren, Dennis Tyfus und Cameron Jamie, vereint drei singuläre Künstlerbiografien mit deutlichen Musikbezügen.

    Cary Loren gehörte mit Mike Kelley, Jim Shaw und Nigara (Lynn Rovner) zu jener Gruppierung junger KünstlerInnen, die 1973 an der University of Michigan die Art-School-Band Destroy All Monsters gegründet hat. In seinem Manifesto of Ignorance; Destroy all Monsters spricht er davon, mit Destroy All Monsters eine Menagerie aus Wörtern, Bildern und Tönen aufgefahren zu haben, um dem ur-männlich geprägten US-Rock der 70er Jahre eine andere Geste entgegen zu halten. Eine, die offen für Zweifel und Sehnsüchte war. Eine, bei der alle Beteiligten nicht immer (wenn denn jemals) wussten, wo sie sie hinführen würde. Man verstand sich in der Tradition von freien Jazz-, Rock- und Avantgardegeistern wie Sun Ra, Captain Beefheart und den Silver Apples, negierte aber auch nicht den Rock von Stooges oder MC5 (zu den späteren Mitgliedern gehörten Ron Asheton von den Stooges und Michael Davis von MC5). Die Shows erinnerten an das Theater Grand Guignol und waren kurze, blutige, anarchisch-apokalyptische Ausbrüche, bei denen alles möglich war.

    Dennis Tyfus, der mit bürgerlichen Namen Dennis Faes heißt, betreibt in Antwerpen das Ultra Eczema Studio. Als Kind der 80er Jahre repräsentiert er einen für diverse Ausrichtungen offenen Künstlertypus. Tyfus arbeitet mit völliger Selbstverständlichkeit ebenso als Illustrator und Veranstalter wie als Bildender Künstler, Radiojournalist und Musiker – letzteres gleich unter einer Vielzahl an Solo-Aliasen (Bitchy Vallens, Herr Keula, Penis Tea Flush, Vom Grill) und in drei Bandkonstellationen (neben Cannibal sind dies noch Call Gypsi und Speedqueen). Kein Bereich ist ohne den anderen denkbar, die künstlerische Praxis ein spinnennetzartiges Gebilde, in dem alles für alles Bedeutung in sich trägt.

    Der in Los Angeles Ende der 60er Jahre geborene und nun dauerhaft in Paris lebende Cameron Jamie stellt sozusagen das Scharnier zwischen den Generationen dar bei Cannibal. Die multidisziplinäre Praxis von Jamie umfasst Performance, Ton, Zeichnungen, Plastik, Fotografie, Künstlerbücher und Filme. Mit seinen filmischen Arbeiten untersucht Cameron Jamie inwieweit geografische und traditionelle Festschreibungen den Alltag von Menschen zu prägen vermögen. Er hinterfragt die Ablenkungsprojektionsmechanismen von Gesellschaften und ihren Mitgliedern und den diesen anhängigen Schattenwürfe. Seine filmischen Dokumentationen sind karge, direkte Einblicke in eine Welt der sinnsuchenden Begierde. Hierfür arbeitet er sehr intensiv mit der Musik als Stilelement, zu seinen Kollaborateuren gehören dabei unter anderem die amerikanische Rock-Band The Melvins und der japanische Free-Noise-Musiker Keiji Haino.

    Bis dato gibt es zwar nur einen Tonträger von Cannibal: Cannibal (dessen Plattencover von Cameron Jamie gestaltet wurde), der Referenzkosmos, den die drei Protagonisten damit aufmachen, beweist jedoch bereits eindrucksvoll, dass man Cannibal in der Traditionslinie des von Mayo Thompson Mitte der 60er Jahre gegründeten Avantgarde-Rock-Kollektivs Red Krayola und Lorens Band Destroy All Monsters lesen darf.
    Über den Verlauf der fünfzehn Songs (die teilweise die charakterlichen Züge von Skizzen und Interludes tragen), die 2010 von Loren, Tyfus und Jamie in Antwerpen aufgenommen wurden und in aller Abgehangenheit erst drei Jahre später in Detroit von Warn Defever und Cary Loren abgemischt wurden, entwickelt sich ein chaotisch anmutender Strudel der Gefühle. Es ist ein Chaos, dessen narrative Stringenz sich jedoch einstellt, wenn man die Angst vor der Desorientierung erst einmal abgelegt hat. Inspiriert von White Trash und Horror (Anti-)Ästhetiken zelebrieren die drei einen wilden ekstatischen Ausbruch zwischen freier Improvisation und akzentuierter rhythmischer Signifikanz.

    Es ist eine zugleich abstoßende wie auf eigentümliche Art und Weise klebrig anziehende Mischung, die Cannibal da auf uns loslassen. Symbolisch auf den Punkt gebracht in ihrem Song Sweet Dreams, in dem aus dem bösen und düsteren White Noise plötzlich manisch vorgetragene Stimmfetzen greifbar werden, deren einzelne, wortähnliche Gebilde sich peu a peu in unseren popkulturell geschulten Köpfen als Fragmente von Sweet Dreams (are made of this) von der britischen 80s-Pop-Gruppe Eurythmics zusammenfügen:

    “Who am I to disagree … I travel the world and the seven seas … Everybody´s looking for something … Sweet Dreams … “

    Transmission Interruptions.
    Schlaglöcher der Existenz.
    Der ganz normale Wahnsinn.

    Der Bandname selbst, also der Verweis auf den Kannibalismus, spielt natürlich mit der urmenschlichen Angst vor den eigenen Abgründen. Der Vorstellung von seinesgleichen gegessen zu werden, haftet ja zugleich die Frage an, was es bedarf, dass man selbst einen Menschen essen würde? Wenn Cannibal einen Song Phantasm nennen, dann nicht, um es uns einfach zu machen und alles als reines Hinrngespinst, als Sinnestäuschung und Produkt unser Fantasie zu dekonstruieren, sondern um den inneren Vertigostrudel noch eine Ebene weiter um sich selbst herum zu treiben.

    Das Grauen schleicht sich in Phantasm (und in vielen weiteren Stücken von Cannibal) wie in einem japanischen Horrorfilm an: nicht als leise Ahnung des Bösen wie im europäischen Kino, sondern mit der vollen Wucht des omnipräsenten und unausweichlichen Terrors. Die Länge von 2 Minuten gibt es bereits vor: in diesem Stück gibt es keinen Ort und keine Zeit für falsche Hoffnungsfährten. Warum sich noch Illusionen hingeben, wenn doch das Tick und Tack des Lebens in seiner konsequenten Endlichkeit allen bewusst ist. Und so quietscht und klopft und schreit es aus den Eingeweihten – und am Ende frisst sich der Schrei langsam selbst, ganz so wie der Mensch den Menschen in bester Fassbinder Manier noch immer klein gekriegt hat.

    In diesem Sinne: alles ist hörbar, nichts ist sicher. Cannibal spielen mit offenen Karten und dem vollen Bewusstsein dafür, dass auf Erden nichts düsterere Abgründe zu bieten hat als die menschliche Existenz.

    Wir dürfen gespannt sein, wie uns die Gruppe Cannibal all dies und noch viel mehr im Kölnischen Kunstverein darzubieten gedenkt. Cannibal wird von John Sinclair gemanagt, dem früheren MC5-Manager.

    Eine Hörprobe von Cannibal finden Sie hier.

    Einlass ab 20 Uhr, Beginn 20:30 Uhr, Vorverkauf ab 18 Uhr

    Mit freundlicher Unterstützung der Julia Stoschek Collection.

  • Künstlergespräch, Screening: Aus- & Vortragen – Alex Wissel & Jan Bonny, 30.03.2016
    Rheinlandpremiere des Films Single

    Der Film Single von Alex Wissel und Jan Bonny erzählt in mehreren ineinander verschachtelten Reflexionsebenen von Identitätsfragen sowie persönlicher und universeller Einsamkeit:

    Der junge Künstler Alex wird von seiner Freundin verlassen und sucht neue Bestätigung in der Eröffnung eines Nachtclubs, dem sog. Single Club.
    Dieses Etablissement existierte von Juni 2011 bis Juni 2012 und befand sich in den Kellerräumen des Lokals Bistro Agi unweit des Düsseldorfer Hauptbahnhofs. Der Club wurde von Wissel als alternatives Modell von öffentlichem Raum und partizipativer „Sozialskulptur“ konzipiert. (www.single-club.in)

    Der Film, der aus dem realen Dokumentationsmaterial des Clubs, Reenactments und einer fiktiven Geschichte besteht, beinhaltet u. a. Gastauftritte von Lars Eidinger, Rita McBride, Peter Doig, Agipet Iljazi, Hans-Jürgen Hafner, Magdalena Kita und Sibel Kekilli.

    Die Aufzeichnung des Künstlergesprächs finden Sie hier.

    Aus- & Vortragen wird unterstützt durch:

  • Vortrag, Performance: Aus- & Vortragen – Kalin Lindena, 16.03.2016

    Weltpremiere

    Die 1977 in Hannover geborene Künstlerin Kalin Lindena studierte bei Prof. Johannes Brus sowie Prof. Walter Dahn an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig und lebt heute in Berlin. Ihre Präsentationen haben zumeist den Charakter von bühnenhaften Inszenierungen, die herkömmliche Ausstellungsmodi unterwandern. So kombiniert Lindena Textilien, Objekte aus Papier, figurative Metall-Konstrukte und filmische Werke zu komplexen Installationen, die den Gedanken eines Gesamtkunstwerkes aufgreifen und nicht selten zum Schauplatz für performative Werke werden. Mit ihrem Schaffen verbindet sich insofern eine besondere Form von Dynamik, die den Betrachter unmittelbar berührt und ihn in ihren Bann zieht. Für die Veranstaltung im Kölnischen Kunstverein plant Kalin Lindena unter dem Titel Weltpremiere einen performativen Vortrag, der einen Eindruck von der Vielfalt ihres Schaffens geben wird.


    Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird. Die Aufzeichnung des Vortrags finden Sie hier.

    Aus- & Vortragen wird unterstützt durch:

  • Führung: Kuratorenführung durch die Ausstellung von Uri Aran mit Patrick C. Haas, 09.03.2016

  • Workshop: Kinderworkshop in der aktuellen Ausstellung von Uri Aran, 28.02.2016
  • Performance: Aus- & Vortragen – Alvaro Urbano, 24.02.2016

    Dead Men Tell No Tales

    Alvaro Urbanos (*1983 in Madrid, lebt in Berlin) Werke weisen einen starken Bezug zu Architektur und Fiktion auf. Dabei greift er auf das für ihn jeweils passende Medium zurück, das sich von raumgreifenden Installationen, über Film bis hin zur Performance erstrecken kann. In diesem Zusammenhang steht auch die im Kölnischen Kunstverein uraufgeführte Performance Dead Men Tell No Tales (2016). In drei Akten, die wiederholend und gleichzeitig aufgeführt werden, analysiert der Künstler das Verhältnis von Künstlerbiographien, ikonischen Kunstwerken und Präsentationsmodi in Ausstellungen. Ein wichtiger Moment stellt die Wahrnehmung der Objekte dar: Überlebens große Sockel, die sich schwermütig durch den Raum bewegen – leer und ohne Inhalt. Ein Teppich auf dem ein Kind spielt, jedoch nicht mit Spielzeug sondern Nachbildungen berühmter Kunst- und Kulturgüter. Eine schwarz gekleidete Person die mit Hilfe einer Schaufel ein Objekt im Garten des Kunstvereins vergräbt.

    Die Aufzeichnung der Performance finden Sie hier.

    Aus- & Vortragen wird unterstützt durch:

  • Künstlergespräch: Uri Aran, 10.02.2016

2015
2014
  • Vortrag: Kasia Fudakowski, 10.12.2014
    Kasia Fudakowski, Local artist video still, 2014

    Kasia Fudakowski (*1985 in London, lebt und arbeitet in Berlin) ist Bildhauerin, deren Installationen oftmals auch mit Performance in Verbindung kommen. In ihren Arbeiten bedient sich die Künstlerin der Philosophie des Humors, welcher sich skulptural, als auch in ihren performativen Eingriffen äußert. Die Künstlerin beschäftigt sich immer wieder mit verschiedenen Geisteshaltungen, wie ihre letzten Ausstellungen „Stoikerinnen“, „Enthusiastinnen“ und „Pessimistinnen“ bewiesen.

  • Künstlergespräch: Alwin Lay, 03.12.2014

    Coming Soon

    Alwin Lay (*1984 in Rumänien, lebt und arbeitet in Köln) hat an der Kunsthochschule für Medien in Köln bei Johannes Wohnseifer und Mischa Kuball und bei Christopher Williams an der Düsseldorfer Kunstakademie bis 2013 studiert. Seine Arbeiten siedeln sich an der Schnittstelle von Fotografie, Film, Skulptur und Installation an, wobei die Fotografie meist Ausgangspunkt der Arbeit ist.
    Im Kölnischen Kunstverein spricht der Künstler über seine Arbeit.

  • Vortrag: David Claerbout, 26.11.2014
    David Claerbout, Oil workers (from the Shell company of Nigeria) returning home from work, caught in torrential rain, 2013, Courtesy the artist

    In David Claerbouts (*1969 in Belgien) künstlerischer Arbeit besitzt die Zeit in einer ästhetischen Reflexion ihrer ganzen Komplexität eine Kernfunktion und wird selbst zum wichtigsten Narrativ. Die Problematik der Darstellbarkeit alles Zeitlichen beschäftigt die fotografischen wie auch die filmischen Arbeiten Claerbouts, welche die Grenze zwischen fixiertem und bewegtem Bild ausloten und dabei Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verschwimmen lassen.
    In den Videoarbeiten Claerbouts werden die Grenzen zwischen Fotografie und Film aufgelöst, nicht zuletzt werden diese beiden Medien so eingesetzt, dass sie ihre jeweils charakterisierenden Eigenschaften thematisieren und die minimale Bewegung einer sorgfältig komponierten Situation erzeugt nicht selten beim Betrachter ein Gefühl der Zeitlosigkeit bzw. ein Bewusstsein über Zeitlichkeiten.
    Es finden sich nicht nur Anklänge an die Filmgeschichte, Claerbouts Arbeiten sind zudem eng mit der Filmtheorie Gilles Deleuzes verwoben. So erfährt der Betrachter in seinen Videoarbeiten nicht die Zeit als Maß der Bewegung, sondern die Bewegung als Gerüst der Zeit.
    Die Arbeiten Claerbouts sind durch eine charakterisierende Entschleunigung geprägt, der narrative Gehalt wird in der Atmosphäre des scheinbar endlosen Moments entkontextualisiert, die Situation wird dadurch subtil manipuliert.
    Oftmals thematisiert Claerbout den Topos Zeit über die Situation des Wartens, wie etwa in der Arbeit ‘Oil Workers (of the Shell company of Nigeria) returning home from work, caught in torrential rain‘ aus dem Jahr 2013. Diese Videoarbeit zeigt über 40 Männer, die überrascht von einem starken Regenschauer Unterschlupf unter einer Brücke gefunden haben und nun das Ende des Regens abwartend dem Betrachter scheinbar unbewegt entgegen blicken. Die konstante und dennoch ruhige Rotation der Kamera über eine klassisch-malerische Komposition manifestiert diesen zeitlich gedehnten Moment des Wartens.

    Im Kölnischen Kunstverein spricht David Claerbout über aktuelle und kommende Projekte.

  • Lesung: Juliette Blightman, mit Beiträgen von Pablo Larios, Pippin Wigglesworth-Weider, Skye Chamberlain, 12.11.2014
    Juliette Blightman, ‘easyjet’, 2014

    in englischer Sprache

    “Another plane flies over more organisms being moved somewhere. From the doorway I see the grey sky the threat of rain and the neighbours washing line not even a minute passes without another plane passing over I look forward to being in one tomorrow I am unsure the ribbon is passing through the typewriter ok and again I have doubts. I think of the summer I think of each plane ride I have taken, overnight trains, car journeys, each city, country – I listen to a conversation – it puts you off your confidence, then they move away.”

    Juliette Blightman

  • Vortrag: Dr. Dieter Schwarz (Direktor des Kunstmuseums Winterthur) – zur Präsentation der Vereinsgabe 2014 von Lawrence Weiner, 29.10.2014

  • Vortrag: Maria Loboda, 22.10.2014
    Maria Loboda, A Man of his word (Dharmachakra Mudra), 2014, courtesy the artist Andrew Kreps, New York City, Maisterravalbuena, Madrid, Schleicher/Lange, Berlin

    Maria Loboda (*1979 in Polen) spürt dem Verborgenen, mitunter Unheimlichen nach, welches sie in ihren Skulpturen, Collagen und Installationen dechiffriert oder andeutet und welche oft  im Status des geheimnissvollen verweilen. Die Aufladung durch Magie und Okkultismus und deren Repräsentation bieten nicht selten eine Quelle, aus der sich die Arbeiten Lobodas schöpfen.

    Die Künstlerin schafft eine Archäologie des Symbolhaften, in der das Unbewusste, der Bezug des Menschen zur Natur und längst vergessene Systeme, Zeichen und Symbole eine Neurodnung erfahren.

    In ihrer Arbeit für die documenta13 This Work is dedicated to an Emperor wurden zwanzig Zypressen zu geheimnissvollen Darstellern, die ihre militärischen Formationen täglich auf fast mysteriöse Weise änderten und neue Gebilde und zeichenhafte Konstellationen annahmen. Diese Arbeit griff Prinzipen auf, welche Vegetius im 4. Jahrhundert in seiner Abhandlung De Re Militari formulierte. Strategien von Machtausübung und vergessenem Wissen wurden im Auepark in eine beinahe barocke Choreografie überführt.

    Das in der Romantik ausdifferenzierte Sublime scheint in Lobodas zeitgenössischen Fragestellungen wiederzuhallen. Die Relativierbarkeit von Gesetzmässigkeiten wird spürbar, Wissen und Aberglaube, System und Chaos treffen sich in einer Objektsprache wieder, deren Formen aus der Natur oder Dingen aus unserem durchgestalteten und organisierten Alltag entspringen.

    Im Kölnischen Kunstverein spricht Maria Loboda über ihre künstlerische Praxis und jüngste und bevorstehende Projekte.

    Geboren in Krakau, Polen, 1979
    Lebt und arbeitet in New York, USA

    Ausbildung:

    Freie Kunst, Hochschule für Bildende Künste, Städelschule,
    Frankfurt, Klasse Mark Leckey, 2003-2008
    New York University, Steinhardt School of Culture, Education and Human Developement, Klasse Carol Bove, 2007-2008

    Ausstellungen (Solo):

    2014
    SCHLEICHER/LANGE, Berlin
    Dead Guardian, Haus Salve Hospes, Kunstverein Braunschweig, Braunschweig

    2013
    Chalcedony into Onyx, kuratiert von Anna Gritz, Abendveranstaltung in der South London
    Gallery, London, UK
    Las Fieras – The Beasts, Museo Reina Sofia, Madrid, Spanien
    Frieze Projects, kuratiert von Cecilia Alemani, Randalls Island, New York, USA
    General Electric, Andrew Kreps Gallery, New York, USA

    2012
    The Tempest, Ludlow 38, New York, USA
    The Messenger (Be aware of the one who appears not to be moving),
    SCHLEICHER/LANGE, Paris, Frankreich

    2011
    Peril, Maisterravalbuena, Madrid, Spanien
    Dynamite Winter Palace, SCHLEICHER/LANGE, Paris, Frankreich

    2010
    In the Autumn the Electricity withdraws into the Earth again and rests, KROME
    Gallery, Berlin
    New Thoughts, Old Forms, Bielefelder Kunstverein, Bielefeld

    2009
    Conversational Style, SCHLEICHER/LANGE, Paris, Frankreich

    2006
    Moderne Ehe, Ritter & Staiff, Frankfurt am Main

  • Vortrag: Jason Dodge, 08.10.2014

    Jason Dodge (*1969 in Newton, PA) lebt und arbeitet in Berlin.

    Ausstellungen (Auswahl): Lentos Kunstmuseum Linz (2013); 55. Biennale von Venedig, Lithauischer Pavillion, kuratiert von Raimundas Malasauskas, Venedig, Italien (2013); Kunstverein Nürnberg, Nürnberg, (2012), Project Space, Kunstverein Düsseldorf (2009); Casey Kaplan, New York; Lüttkenmeyer, Berlin; Yvon Lambert, Paris, und weitere

  • Sonderveranstaltung: Sommerfest, 30.08.2014

    175 Jahre Kölnischer Kunstverein

    Großes Jubiläums- und Sommerfest am 30. August 2014 von 12 bis 18 Uhr!

    Der Kölnische Kunstverein begeht in diesem Jahr sein 175-jähriges Bestehen und wird dieses mit verschiedenen Veranstaltungen feiern.

    Programm

    12:00 „Hut in the Mud“ von Andreas Fischer
    Eröffnung des Festes mit Präsentation des Projektes

    12:00 – 14:00 Kinder-Workshop
    Kinder realisieren eigene kleine Kunstwerke im Rahmen der Ausstellung
    von Andra Ursuta / 7 – 9 Jahre, Anmeldung: info@koelnischerkunstverein.de

    12:30 – 14:00 Ausstellungsführung „Claus Richter“
    Führung durch den von Claus Richter entworfenen Kunstparcours
    zum 175-jährigen Jubiläum

    13:00 Ausstellungsführung „Andra Ursuta“
    Führung durch die aktuelle Ausstellung mit Carla Donauer

    13:30 Grußwort
    Es sprechen Jürgen Roters, Oberbürgermeister der Stadt Köln,
    Dr. Thomas Waldschmidt, Vorstandsvorsitzender Kölnischer Kunstverein,
    Moritz Wesseler, Direktor Kölnischer Kunstverein
    14:30 – 16:00 Ausstellungsführung „Claus Richter“

    14:30 Architekturführung durch „Die Brücke“ mit Volker Spies
    (Architekt AKNW, metropolis planen + beraten)
    Ehemalige und aktuelle Nutzung und Geschichte des Gebäudes

    15:00 Vortrag von Susanne Titz
    Die Direktorin des Museums Abteiberg in Mönchengladbach und
    ehemalige Leiterin des Neuen Aachener Kunstvereins spricht über
    die Geschichte und Bedeutung der Kunstvereine in Deutschland

    15:00 – 17:00 Kinder-Workshop
    Kinder realisieren eigene kleine Kunstwerke im Rahmen der Ausstellung
    von Andra Ursuta / 9 – 12 Jahre, Anmeldung: info@koelnischerkunstverein.de

    16:00 Einführung zur Ausstellung „Uri Aran“
    Zu den filmischen Arbeiten Unitled (2006) / Mud (2010) /
    Uncle in Jail (2012) des Künstlers Uri Aran mit Carla Donauer

    16:30 Architekturführung durch die Fritz Thyssen Stiftung mit Peter Sparla
    (LILL + SPARLA Landschaftsarchitekten/Ingenieure)
    Open House im Nachbargebäude

    16:30 Ausstellungsführung „Andra Ursuta“
    Führung durch die aktuelle Ausstellung mit Moritz Wesseler

    17:00 „Die Kölner Jahre“
    Udo Kittelmann, Direktor der Nationalgalerie Berlin, im Gespräch mit
    Holger Liebs, Chefredakteur der Zeitschrift Monopol, über die 1990er
    Jahre im Kölnischen Kunstverein

    18:00 Losziehung der Tombola mit großen und kleinen Kunstwerken

    12:00 – 18:00
    Offene Ateliers – Die Stipendiaten öffnen ihre Räume in der Hahnenstraße
    Losverkauf
    Führungen durch die Fritz Thyssen Stiftung mit den Architekten
    Herr Professor Cheret und Frau Bozic (cheret bozic architekten)

  • Vortrag: Andreas Fischer, 11.06.2014

    Ghost in the machine

    Der Kölnische Kunstverein freut sich, den Düsseldorfer Künstler Andreas Fischer im Rahmen der Veranstaltungsreihe Aus-& Vortragen begrüßen zu dürfen.

    In seinem skulpturalen Werk erschafft Andreas Fischer aus einfachen Materialien und gebrauchten Alltagsgegenständen wunderlich bizarre Maschinen. Beseelt durch Motoren und gesprochene Texte, erwachen die schlummernden Apparaturen erst zu Leben, wenn der Betrachter sich ihnen zuwendet. Im Austausch zwischen Mensch und Maschine werden auch Fragen nach der gegenseitigen Beziehung aufgeworfen. Denn durch ihre anti-funktionalen Choreographien entziehen sich die Maschinen der menschlichen Vereinnahmung und existieren nicht nur länger als zweckdienliche Gebrauchsobjekte. In ihrer Unvollkommenheit und Fragilität verweisen sie letztlich auch auf das grundlegende Interesse Andreas Fischers an Zeit und Endlichkeit.

    Der Vortrag des Künstlers findet am 11. Juni 2014 um 19 Uhr im Kölnischen Kunstverein statt.

    BIOGRAFIE

    Geboren 1972 in München
    Lebt und arbeitet in Düsseldorf

    AUSBILDUNG

    2003    Meisterschüler von Prof. Georg Herold, Kunstakademie Düsseldorf

    EINZELAUSSTELLUNGEN

    2013    Head of the Clock, Galerie Johann König, Berlin
    Ofen über uns, Heidelberger Kunstverein, Heidelberg
    2012    Maschinen. Your Time Is My Rolex, Museum Ludwig, Köln
    2011    Contract with America, Galerie Vera Gliem, Köln
    2009    OFEN AUS, Bonner Kunstverein, Bonn
    2007    New Talent Förderkoje, Art Cologne, Köln

    GRUPPENAUSSTELLUNGEN

    2013    Der Kunstverein seit 1817, Hamburger Kunstverein, Hamburg
    2012    Atelier+Küche=Labore der Sinne, Marta Herford, Herford
    2010    Lappenloch Wandinstallation, Museum Ludwig, Köln
    2007    Hotel Kerberos, KIT – Kunst im Tunnel, Düsseldorf
    2005    Ars Electronica, Linz, Österreich

    STIPENDIEN UND PREISE

    2014    boesner art award
    2012    Projektstipendium der Kunststiftung NRW
    2010    Stipendium von Schloss Ringenberg
    2008    Förderpreis für Bildende Kunst der Stadt Düsseldorf

  • Künstlergespräch: Paul Czerlitzki, 28.05.2014

    Paul Czerlitzki (*1986 in Danzig, lebt und arbeitet in Düsseldorf) realisiert anlässlich seiner Beteiligung an der Veranstaltungsreihe Aus- & Vortragen im Obergeschoss des Kölnischen Kunstvereins eine Arbeit, die am 28.5. im Rahmen eines Künstlergespräches vorgestellt wird.

  • Workshop: Museumstag 2014, Kinderworkshop zur Ausstellung Nathalie Djurberg & Hans Berg, Maybe This is a Dream mit Katharina Jahnke, 18.05.2014

  • Veranstaltung: Johannes Wohnseifer, 7. – 22.5.2014

    Plakate 1994 – 2014

    Mittwoch 07.05.2014 / 19 Uhr: Buchpräsentation: Johannes Wohnseifer, Plakate 1994-2014 (StrzeleckiBooks)

    Anlässlich der Buchpräsentation zeigt der Kölnische Kunstverein vom 7. bis 22.5.2014 eine Auswahl der Plakate von Johannes Wohnseifer.

    Zum Buchprojekt:

    Der Wert der Ephemera. Seit 20 Jahren gestaltet Johannes Wohnseifer die Plakate seiner Ausstellungen. Wird man nicht als „Plakatkünstler“ zum Bereich der sogenannten „angewandten Kunst“ gezählt, dann erscheinen diese Druckwerke oft genug erst ganz hinten im Werkverzeichnis, gering geschätzt als drastisch verkleinerte Abbildung. Doch was ist, wenn der Künstler das ganz anders sieht? Circa 80 Plakate, die Johannes Wohnseifer zwischen 1994 und 2014 für seine Ausstellungen kreierte, wurden hier zusammengefasst. Einige hat der Künstler überarbeitet, jedoch stets im Geist ihrer ehemaligen Verwendung.

    Dieses umfangreiche Projekt ist somit nicht weniger als eine Retrospektive in Plakatbuchform. Auf diese Weise löst es die Arbeiten aus dem Nirgendwo zwischen zweckgebundener Ankündigung und eigenständigem Werk. Das Buch im plakatgetreuen DIN A3 Format funktioniert sowohl als Gesamtverzeichnis wie auch als Künstlerbuch. Es präsentiert vermeintlich Zweckgebundenes als eigenständige Kunstwerke. Ein kompletter Werkkomplex, der stets in der Gefahr steht, übergangen zu werden, offenbart sich hier als Fundgrube.

    Es erscheint eine Vorzugsausgabe

    strzelecki-books

  • Künstlergespräch: David Ostrowski fragt Cornelius Tittel, 23.04.2014

    Lieber nackt als Gefühlsleben zeigen

  • Performance: Keren Cytter`s Show Real Drama, 11.04.2014

  • Sonderveranstaltung: im Rahmen der lit.COLOGNE: 500places, Lesung mit Dorothea Lasky und Jason Dodge, 21.03.2014

  • Vortrag: Mark Soo (in englischer Sprache), 12.03.2014

  • Veranstaltung: Kristina Buch, 26.02.2014

    untitled (holes)

    Für dieses Konzert spielt Iko Birk eine Interpretation einer fragmenthaften Partitur, die Buch ihm vor vier Jahren vorgelegt hat. Der Satz der 120 Notenblätter wurde von Buch’s Großvater produziert, der mit siebzehn Jahren aufgehört hat zu sprechen. Die Notation der Partitur ist insofern ungewöhnlich, dass nur wenige Noten vorkommen. Der Hauptteil der Notation auf und zwischen den Notenliniensets besteht aus kleinen bunten Zeichnungen, zwischen denen vereinzelt Wörter auftauchen. Fünfundzwanzig der vorhandenen Blätter sind stark abgenutzt und zeigen im verblassten Notensystem ausschließlich Löcher im Papier. Auf diesen  Blättern hat der Autor scheinbar mühsam jegliche Notation ausradiert. Die Blätter sind nur teilweise nummeriert und ein Anfang und Ende der Partitur sind nicht klar definiert.

    Das Konzert wird nur einmal gespielt. Es werden keine Aufnahmen gemacht.

    Mittwoch, 26.2. / 19 Uhr: Kristina Buch / untitled (holes) / einmalig gespieltes Konzert mit Iko Birk / limitierte Karten sind per Email vorzubestellen / info@koelnischerkunstverein.de / 12 €

    Review

  • Sonderveranstaltung: Lumpenball, 21.02.2014

  • Screening: Haris Epaminonda, 12.02.2014

2013
2012
  • Veranstaltung: Michaela Meise, 29.06.2012
    Michaela Meise, Preis dem Todesüberwinder, 2011, Foto: Oliver Husain

    Preis dem Todesüberwinder

    Konzert

    ab 20 Uhr

    Michaela Meises Album Preis dem Todesüberwinder erschien 2011 (Clouds Hill, Hamburg). Darauf werden sieben von Meise vorgetragene Kirchenlieder versammelt. Der Zeitraum, in dem die Stücke verfasst wurden, reicht vom 16. bis in das 19. Jahrhundert. Die Künstlerin begleitet ihren Gesang auf dem Akkordeon. Als Produzent sorgte Thies Mynther für eine schnörkellose Aufnahme ohne Effekte. Das titelweisende Lied – Preis dem Todesüberwinder – wurde von Meise gemeinsam mit dem Musiker Dirk von Lowtzow eingesungen.

    Michaela Meise (*1976) ist Künstlerin. Obwohl sie vor fünf Jahren bereits ein Album mitverantwortet hat (Songs of Nico, 2005, zusammen mit Sergej Jensen) und auch andere Musikprojekte gesanglich unterstützt (Phantom Ghost), würde sich Meise eher als Hobby-Musikerin bezeichnen. Für die Freunde ihrer Arbeit offenbaren sich dabei zahlreiche Verbindungen zwischen Musikprojekten und künstlerischer Praxis.

    Anschließend DJs
    Michael Bollhöfer (Basspräsidium Records) und
    Roman Jungblut (80km vor Baghdad)

    Am selben Abend:
    Um 19 Uhr eröffnet die Ausstellung
    von Bernd Krauß: Das ist heute möglich

  • Veranstaltung: Michaela Melián, 18.04.2012
    Michaela Melián © Monika-Enterprise

    Konzert
    ab 20 Uhr

    Das Konzert der Künstlerin und Musikerin Michaela Melián im Kölnischen Kunstverein ist das erste Konzert nach einer Reihe von Jahren, in denen die Künstlerin auf öffentliche Soloauftritte verzichtet hat.
    Michaela Melián ist Gründungsmitglied der Gruppe “F.S.K.” (1980). Sie gewann zahlreiche Hörspielpreise. Ihre audiovisuellen Installationen basieren häufig auf intensiven historischen und zeitgeschichtlichen Recherchen. Die Tracks der Solo-Alben “Baden Baden” (2004), “Föhrenwald” (2006) und “Los Angeles” (2007) sind eng mit der Entstehung zahlreicher Kunstinstallationen verknüpft.

    Im Anschluß geht es dann weiter mit DJ Tolouse Low Trax: (Kreidler/Salon des Amateurs/Karaoke Kalk).

2011
  • Screening: Screening Room: Dublin II, 29.11.2011

  • Screening: Screening Room: Dublin I, 15.11.2011

  • Künstlergespräch: Omer Fast, 22.10.2011

  • Künstlergespräch: Anastasia Marukhina und Heike Ander (GLASMOOG) im Gespräch mit Dmitry Vilensky und Olga Egorova/Tsaplya, 27.08.2011

    Zur Ausstellung Chto Delat?

  • Veranstaltung: Stephen Prina und das Ensemble Garage, 29.06.2011

    Concerto for Modern, Movie, and Pop Music for Ten Instruments and Voice

    20 Uhr

    Europapremiere, Uraufführung der überarbeiteten Version, 2011
    Kooperation mit ON – Neue Musik Köln

    Stephen Prina’s Concerto for Modern, Movie and Pop Music for Ten Instruments and Voice wird er gemeinsam mit dem Ensemble Garage einmalig im Theatersaal des Kölnischen Kunstvereins präsentieren.

    Prina hat neben seiner künstlerischen Laufbahn auch eine Ausbildung als Musiker genossen und spielt seit den Neunziger Jahren bei der experimentellen Popmusikband “The Red Krayola”. Das Konzert für zehn Instrumente und Gesang, das 2010 in St. Louis uraufgeführt wurde, basiert auf dem Concerto OP24 von Anton Webern, wobei die einzelnen Sätze des Konzerts von Pop Songs und Kompositionen Prinas unterbrochen werden. Er selbst singt und spielt Gitarre.

    Das aus Studenten und Absolventen der Hochschule für Musik und Tanz Köln bestehende Ensemble Garage wurde 2009 von Brigitta Muntendorf und Rodrigo López Klingenfuss gegründet. Der Schwerpunkt des Ensembles liegt in der Zusammenarbeit mit den Interpreten, sowie der Aufführung eigener Kompositionen und solcher anderer junger Komponisten/innen. Projekte realisierte das junge Ensemble bislang für ON ‒ Neue Musik Köln, die KGNM, den Landesmusikrat NRW, die Kölner Musiknacht und viele andere.

    Wir danken für die großzügige Förderung vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen.

  • Veranstaltung: Tag der Offenen Ateliers im Kölnischen Kunstverein, 18.06.2011

  • Workshop: Carte Blanche für Stephen Prina, 30. – 31.5.2011

    Zwei Workshops mit Stephen Prina zu seinem Werk (in englischer Sprache)
    Institut für Neue Musik an der Hochschule für Musik und Tanz Köln
    Mo. 30.05.2011 (ganztägig) und Di. 31.05.2011 (vormittags),
    Beginn jeweils 10 Uhr

    Der international renommierte Konzeptkünstler und Musiker Stephen Prina bietet im Rahmen einer Kooperation zwischen dem Kölnischen Kunstverein und der Hochschule für Musik und Tanz einen öffentlichen Workshop an. In seiner künstlerischen Arbeit bedient sich Stephen Prina eines ausdifferenzierten ästhetischen Referenzsystems im Bereich der Neuen und Pop-Musik-, Malerei-, Architekturgeschichte. Er arbeitet auch als Komponist und war langjähriges Mitglied der Avantgarde Rock Band The Red Krayola.

    Prina wird in dem Seminar seine Arbeitsweise und insbesondere seine beiden Filme Vinyl II und The Way He Always Wanted It II vorstellen, über Kompositionsstrategien sprechen und seinen interdisziplinären Ansatz zum Thema machen. Teil seines Seminars wird die Vorbereitung einer Musikperformance mit Studenten der Musikhochschule für Musik und Tanz Köln sein, die innerhalb seiner Einzelausstellung He was but a bad translation. zu sehen sein wird.

    Programm
    Montag, 30.05.2011
    10 Uhr Beginn des Seminars, Hochschule für Musik und Tanz Köln, Raum 315
    12 Uhr Mittagspause und Transfer
    13 Uhr Kölnischer Kunstverein, Kino in der Brücke
    Stephen Prina stellt seine Filme Vinyl II, 2000 und The Way He Always Wanted It II, 2009 vor.
    anschließend: Diskussion

    Dienstag 31.05.2011
    10 Uhr, Beginn des Seminars, Hochschule für Musik und Tanz Köln, Raum 315
    Prina spricht über Möglichkeiten des Komponierens
    11.30 Uhr Kaffeepause
    12 – 14 Uhr Besprechung mit Teilnehmern der Performance The Way He Always Wanted It VIII, 2011

    Hochschule für Musik und Tanz Köln
    Institut für Neue Musik, Raum 315
    Unter Krahnenbäumen 87
    50668 Köln

  • Lesung, Performance: Weltfluchten von Claus Richter, 18.05.2011

  • Screening: Chris Kraus, 10.05.2011
    Lucie Stahl, Dick, 2010

    Gravity & Grace

    Filmvorführung im Kino in der Brücke
    20 Uhr

    Erzählt wird die Geschichte der Künstlerin Gravity, die sich in Neuseeland als Prostituierte einen Nebenverdienst verschafft, bevor sie sich einer okkult-wissenschaftlichen Gruppierung anschließt. Schließlich zieht sie nach New York, um dort ihr (Un-)Glück im Kunstbetrieb zu suchen. Der Film ist mit autobiografischen Versatzstücken gespickt.

    Die amerikanische Autorin und Filmemacherin Chris Kraus hat maßgeblich die New Yorker Video- und Filmszene Mitte der 80er Jahre beeinflusst und wird sich an Lucie Stahls Künstlerbuch mit einem Essay beteiligen. Seit 1990 fördert und verlegt sie im Semiotext(e) Verlag Bücher von lange vernachlässigten Schriftstellerinnen wie Kathy Acker und Eileen Myles. In ihren eigenen Texten beschäftigt sie sich mit einer Vielzahl von Themen, die vom Feminismus bis zur Gender-Politik und von der Prostitution bis zur Philosophie reichen.

  • Lesung: Mark von Schlegell, High Witchita, 16.03.2011

2009
  • Screening: Dan Graham, 04.12.2009
    Dan Graham, Performer/Audience/Mirror, 1977. Filmstill. Netherlands Media Art Institute. Collection de Appel, Amsterdam

    Performer/Audience/Mirror, 1977

    20 Uhr

    Dan Graham (geboren 1942) ist eine einflussreiche Figur in der zeitgenössischen Kunst, als Künstler, Kritiker und Theoretiker. Das Verhältnis von Kunstwerk und Publikum und die Arbeit mit Video sind für seine künstlerische Praxis wesentlich und kommen bereits in frühen Arbeiten zum Ausdruck. In seiner Performance Performer/Audience/Mirror untersucht Graham nicht nur seine eigenen Bewegungen und lässt das Publikum daran teilhaben, sondern macht das Publikum selbst zum Akteur, in dem er ihm den Spiegel vorhält und die Zuschauer sich selbst beobachten lässt. Der Kölnische Kunstverein zeigt die Dokumentation der Performance von 1977 im De Appel Institut, Amsterdam.

    Lutz Becker, Cinema Notes, 1975
    Der Experimentalfilm Cinema Notes von Lutz Becker (geboren 1941), der erst kürzlich wieder entdeckt wurde, ist 1975 entstanden. Becker ist bekannt für seine politischen und künstlerischen Dokumentarfilme.
    Cinema Notes ist in Zusammenarbeit mit einer Gruppe von Künstlern, Kuratoren und Kritikern entstanden, die sich im Student Cultural Centre in Belgrad in den 1970ern organisierten. Der Film zeigt Statements und Performances von zahlreichen Künstlern der “New artistic practice” im ehemaligen Jugoslawien, die sich auf die Rolle der Kunst in der Gesellschaft beziehen und Konzepte der Autonomie, Ökonomie, Politisierung und Institutionalisierung von Kunst reflektieren.

  • Performance: Tris Vonna-Michell, 03.12.2009
    Tris Vonna-Michell, Finding Chopin, 2008. Performance Still aus der Arbeit Finding Chopin, 2005-08. Foto Nick Ash. Art 39 Basel, Art Statements, 2008.

    Endnotes

    20 – 21 Uhr

    Tris Vonna-Michells Sprechperformances beziehen sich auf historische Ereignisse, persönliche Biografien und von ihm bereiste Städte. Stets entwickelt er eine faszinierende Unmittelbarkeit durch seine schnellen und poetischen Monologe und seine direkte Ansprache des Publikums, in die er Dias, Objekte und Texte als demonstrative Werkzeuge seiner Geschichten einflicht. Tris Vonna-Michell ist dem Kölner Publikum bereits durch mehrere Live Performances bekannt. Im letzten Jahr war er Preisträger des ars viva-Preises und hat an zahlreichen Ausstellungen wie beispielsweise der Köln Show2, European Kunsthalle, Köln (2007), Performa 07, New York, Yokohama Triennial (2008), 5. berlin biennale (2008) und der Tate Triennial, London (2009) teilgenommen. In Einzelausstellungen war er bereits u. a. im Schnittraum, Köln (2006), Witte de With, Rotterdam (2007) und in der Kunsthalle Zürich (2008 / 09) zu sehen und zeigt aktuell im Jeu de Paume in Paris.

  • Lesung, Performance: Michael Lentz und Uli Winters, 23.11.2009
    Michael Lentz und Uli Winters, Cotard, 2009

    Lentz und Winters merken was

    20 Uhr

    Man kann doch nicht immer nur lesen! Ärzte werden durch das Wort zum Wurm. Schillers Glocke überholt den Vorleser. Rilke hat das Recht, anders zu klingen. Ballett geht ohne Musik, und Blasmusik geht ohne Trompete. Bei dieser Lentz/Winters-Revue weiß man nie, was als nächstes passieren wird und erst recht nicht, was gerade eben geschah. Es steht eine Menge auf dem Spiel – Lentz und Winters kämpfen um jeden Punkt. Deshalb erkennt der Zuhörer hier so manches wieder, das er noch nie gesehen hat.
    Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem Literaturhaus Köln.

  • Lesung, Performance: Achim Lengerer, 12.11.2009
    Achim Lengerer, Pictures exemplify quite nicely the Exhibition as an Event from afar, Version Cologne, 2009

    Pictures exemplify quite nicely the Exhibition as an Event from afar, Version Cologne

    20 Uhr

    In seiner Live-Performance greift Achim Lengerer die Thematik seiner Ausstellung Blows into the microphone: Is it all right? Voice off mike: It’s all right. Pause… aus dem Jahre 2006 auf. Hier re-inszenierte er einen Vortrag des amerikanischen Filmemachers Hollis Frampton und seinen berühmten Film Nostalgia (1971) und kommentierte dessen avantgardistische Brechung von Wort und Bild. Achim Lengerer beschäftigt sich mit sprachlichen Phänomenen in Performances und Installationen. In den letzten Jahren gründete Lengerer verschiedene kollaborative Projekte wie beispielsweise labelfuerproduktion (2005), den von Künstlern geführten Raum freitagsküche in Frankfurt (2004) und voiceoverhead in Zusammenarbeit mit dem Künstlerkollegen Dani Gal. Seit kurzem leitet Lengerer auch den mobilen Ausstellungsraum und das Verlagshaus Scriptings, das sich zurzeit in Amsterdam befindet.

  • Performance: Christian Naujoks, 07.11.2009
    Christian Naujoks. Foto: Dirk Stewen

    The Great Pretending

    21 Uhr, Musik Performance

    Christian Naujoks ist erst neulich von Wien nach Köln gezogen und seit August 2009 Atelierstipendiat im Kölnischen Kunstverein. In seinem musikalischen Vortrag wird er Geschichten aus der “Diskursabteilung” der Wiener Zwölfton-Avantgarde erzählen und uns darüber hinaus mit seinen musikalischen Aphoprismen umschmeicheln, die kurios zwischen aufgekratzter Crooner-Ballade und modernistischer Punktgenauigkeit schwanken.
    Die Veranstaltung findet in der Reihe Antenne Köln statt, gefördert von der RheinEnergie Stiftung Kultur und als Beitrag zur Langen Nacht der Kölner Museen.
    Präsentiert von Spex

  • Lesung, Performance: Ana Vujanovic, Bojan Djordjev, Marta Popivoda und Sinisa Ilic, 04.11.2009
    TkH (Walking Theory) The last theoretical performance - Génerique, 2009

    TkH (Walking Theory), The last theoretical performance – Génerique

    20 Uhr

    Nach einer langen Reihe von Auftritten mit theoretischen Performances seit 2001 im Opernhaus, im Boxring, im botanischen Garten, im Internet, Radio und Fernsehen, Amphitheater, Klassenraum, im Museum oder auf der documenta 12 in Kassel zeigt Walking Theory (TkH) seinen Körper zum letzten Mal.

    TkH (Walking Theory) wurde als theoretisch-künstlerischer Arbeitskreis vor neun Jahren gegründet. TkH bietet eine Plattform in Belgrad, um zeitgenössische Performancepraktiken zu entwickeln und durch das Journal for Performing Arts Theory, durch Vermittlungsprogramme und Online-Plattformen einen kritischen Diskurs zu stimulieren: vor Ort, in kulturpolitischen Themen und im Bereich der internationalen Performancekunst.

  • Lesung, Performance: Fia Backström, 25.10.2009
    Fia Backström, Herd Instinct 360°, Introductory Narration United Nations Plaza, 2007

    Herd Instinct 360°

    17 Uhr, Lecture Performance, aufgeführt von Frances Scholz

    Fia Backström bezeichnet ihre Vortragsreihe Herd Instinct 360° als Kultaktion oder Gruppentherapie und verspricht: “Wir werden uns gut fühlen”. Herd Instinct 360° ist eine Einladung, über Gemeinschaft zu hören, zu sehen und zu sprechen. In der Live-Performance nimmt Backström Dan Grahams historische Arbeit Performer/Audience/Mirror (1977) zum Ausgangspunkt und inszeniert eine Art Feedback für die Bilder, die Gemeinschaften produzieren. 2005-2006 organisierte die New Yorker Künstlerin die ersten drei Abende der Vortragsreihe Herd Instinct 360º in der Andrew Kreps Gallery, New York. Das Projekt wurde unter anderem bei United Nations Plaza, Berlin, De Appel, Amsterdam und in der Serpentine Gallery, London vorgestellt. Backström zeigte zuletzt Arbeiten bei The Kitchen, New York (2007), auf der Whitney Biennale, New York (2008), White Columns, New York (2008) und im ICA, London (2009).

  • Screening: Chantal Akerman, 05.04.2009

    Toute une nuit, 1982

    Anlässlich der Finissage der Ausstellung Après Crépuscule findet eine Ausstellungsführung mit dem Kurator Oliver Tepel statt. Im Anschluss wird der Film von Chantal Akerman Toute une nuit, 1982 (OmU) gezeigt.
    Mit freundlicher Unterstützung des Filmclub 813.

2008
  • Performance: Mark Leckey, 14.05.2008

    The Long Tail

    19 Uhr

    Im Mai wird auf der Bühne des Theatersaals eine Live-Performance von Mark Leckey in der Filmset-Installation stattfinden. Er hält einen Vortrag, in der er seine Sicht auf die Geschichte des Fernsehens reflektieren wird: Bedeutung und Verfall einschließlich der Rolle des BBC in diesem Zusammenhang.

2007
  • Performance: Helter Skelter, 8. – 9.3.2007

    MOUVOIR / Stephanie Thiersch
    Performance / Tanztheater

    20 Uhr

    Mit dem Tanztheaterstück Helter Skelter der Kompanie MOUVOIR um die Choreographin Stephanie Thiersch eröffnet der Kunstverein sein Bühnenprogramm im Theatersaal der Brücke.

    Stephanie Thiersch entwirft in Helter Skelter mit Hilfe von fragmentarischen Videobildern, Live-Musik und gesprochenen Texten eine perfide choreographische Anordnung zwischen Tableaux Vivants und Tanz zu den uns alltäglich umgebenden medialen Bildern, die sich in unseren Köpfen und Körpern festgesetzt haben, zu den Posen und Rollenklischees überlieferter und aktueller Frauenbilder. Fünf sehr unterschiedliche Tänzerinnen probieren Rollen aus, bekannte Verhaltensmuster, Unterdrückungsmechanismen werden variiert. Unterschwellige, unberechenbare Aggressionen explodieren, aus einer scheinbar kindlich naiven Haltung entstehen subtile Bilder der Gewalt, erschreckend bekannt und unbesehen gesellschaftlich akzeptiert. Helter Skelter zeichnet ein Bild in der sich die emanzipatorische Kraft der Selbstinszenierung, wie sie die Gendertheoretikerin Judith Butler schildert, in steter Gefahr steht in neue Macht- und Ausschlussmechanismen umzuschlagen.

    Choreografie/Konzept: Stephanie Thiersch; Choreografie/Tanz: Viviana Escalé, Alexandra Naudet, Karen Piewig, Teresa Ranieri, Agustina Sario; Choreografische Assistenz: Alexandra Naudet; Video: Martin Rottenkolber, Hirschberg/Schreiber; Musik/Gitarre: Joseph Suchy; Lichtdesign: Ansgar Kluge; Technische Leitung: Niko Moddenborg; Bühne: Stephanie Thiersch; Kostüm: Svea Kossack; Dramaturgie: Andrea Heller

    Helter Skelter ist die erste Veranstaltung in der Reihe Antenne Köln, die durch die Rheinenergie Stiftung Kultur gefördert wird. Antenne Köln stellt die Arbeit junger Kölner Künstler unterschiedlicher Sparten im Kunstverein vor. Stephanie Thiersch ist Atelierstipendiatin der Imhoff Stiftung und des Kölnischen Kunstvereins im Schokoladenmuseum.

2005
  • Screening: Familien Bande, 8. – 11.12.2005

    zusammengestellt von Madeleine Bernstorff, Marion von Osten
    08.12. – 11.12.2005

    Einer der ersten Migrationsfilme der Filmgeschichte ist Alice Guy-Blachés “The Making of an American Citizen” (Solax 1912). Er handelt von einem russischen Einwandererehepaar, das, in Ellis Island angekommen, sich in der Lower Eastside ansiedelt und später eine Farm betreibt. Der Ehemann behandelt seine Frau wie einen Packesel. In jeder Szene, in der die neue amerikanische (männliche) Gesellschaft thematisiert wird, werden dem Ehemann “Manieren” beigebracht: Als sie vom Schiff steigen, nimmt ein Amerikaner der Frau das Bündel ab und gibt es ihrem Mann, der Hauswirt hört das Ehepaar streiten und weist den Ehemann zurecht, auf der Farm schützt ein anderer Farmer die Frau.

    Das Herkunftsland als „vormodernes“ Hinterland ist ein Topos, der sich durch die Filmgeschichte zieht. Sexuelle Unterdrückung in traditionellen Familienstrukturen wird seit Beginn des Migrationsfilms ethnisiert, und das auch in Filmen, in denen ein „frauenbewegter“ Gestus ein allgemeines „fremdes“ weibliches Schicksal behauptete. Die Erzählform von Migration im Film reproduzierte so lange Zeit das Muster, die Protagonisten der Handlung als ihr Schicksal Ertragende darzustellen. Der Migrantin kam darin eine zentrale Rolle zu. Das Bild von vormodernen, traditionellen Familien- und Geschlechterverhältnissen, vom ungelernten Arbeiter/Bauer-Mann und der unterdrückten Frau, blieb hartnäckig präsent und dient bis heute zur Funktionalisierung. Eine ganze Serie von Filmen musste etwas symptomatisch “durcharbeiten³, bevor andere Erzählstrategien möglich wurden.

    Migration erscheint in aktuellen filmischen Erzählungen vor dem Hintergrund alltäglicher, wie juridischer Ausschlüsse und medialer Zuschreibungen nun eher als eine Störung im kleinfamiliären und/oder nationalen Sesshaftigkeitskonzept und der traditionellen Arbeitsteilung. Die Programme des Filmfestivals zeigen unterschiedliche Beispiele dieser (Film-)Geschichte und thematisieren die Komplexität und Modernität transnationaler Familienstrukturen, wie auch alternativer Lebensentwürfe, die durch Migration bestimmt sind und das traditionelle, filmische Familien- und Geschlechterbild unterlaufen.

    Programm:
    Kleine Familie Bundesrepublik
    Donnerstag, 8. Dezember 2005

    19.00 EINFÜHRUNG von Madeleine Bernstorff und Marion von Osten mit Filmbeispielen: Jack Smith “Song For Rent³ 1968/69, Alice Guy-Blaché „The Making Of An American Citizen“ 1912, u. a.

    20.00 TOXI (R. A. Stemmle) D: Elfie Fiegert, Paul Bildt, Al Hoosman, Elisabeth Flickenschildt, BRD 1952, 89 min Die fünfjährige afrodeutsche Toxi landet in einer bundesdeutschen Nachkriegsfamilie und ist dort den Debatten um Segregation oder Integration ausgesetzt.

    TOXI LEBT ANDERS (Peter Schier-Grabowski) BRD 1958, 27 min Der Fernsehbeitrag sollte ein Korrektiv zum Publikumserfolg des rührseligen Spielfilms „Toxi“ sein und dreht sich um die Mütter der afrodeutschen „Besatzungskinder“.

    Arbeiter verlassen die Fabrik
    Freitag, 9. Dezember 2005

    19.00 EINFÜHRUNG von Marion von Osten

    FÜR AUSLÄNDISCHE UND DEUTSCHE ARBEITER (Christine Trautmann, Kurt Rosenthal) BRD 1973, 12 min* Experimenteller Film zur Rolle der Migration in den Arbeitskämpfen

    COMPAÑERA INGE
    (Karlheinz Mund, Erika Nowak) DDR 1982, 28 min Die offizielle Sicht der DDR auf Vertragsarbeiter aus Kuba und deren Betreuerin Inge.

    20.30 PIERBURG: IHR KAMPF IST UNSER KAMPF (Edith Schmidt, David Wittenberg) BRD 1974/75, 49 min Dokumentation des wilden Streiks der Frauen bei Pierburg / Neuss, 1973, die nie gesendet wurde.

    Anschließende Diskussion mit dem Regisseur David Wittenberg (Köln), Peter Leipziger (Betriebsrat Pierburg) und Paulino José Miguele (ehemaliger Vertragsarbeiter und wissenschaftlicher Mitarbeiter, DOMiT), Moderation: Aurora Rodonò.

    40 qm Deutschland / 4.000 km Autobahn
    Samstag, 10. Dezember 2005

    15.00 EINFÜHRUNG mit Filmbeispielen von Madeleine Bernstorff

    15.30 WAS ICH VON MARIA WEISS (Gisela Tuchtenhagen) BRD 1971, 18 min Ein involviertes Porträt der 13-jährigen spanischen Schülerin Maria aus Norddeutschland.

    16.00 EINE KÖLNER FAMILIE (Hans-Jürgen Hilgert, Tuulikki Lähdesmäki), WDR, BRD 1976, 30 min Die politisch engagierte Tochter der süditalienischen Familie Santoro organisiert eine migrantische Mieterinitiative in der Subbelrather Straße in Köln der 70er Jahre.

    FREMDE HEIMAT (Hans-Jürgen Hilgert, Tuulikki Lähdesmäki), WDR, BRD 1978, 44 min Der zweite Dokumentarfilm berichtet über die transnationalen Beziehungen der Kölner Familie Santoro zwischen Deutschland und Italien.

    Anschließende Diskussion mit der Filmemacherin Cosima Santoro (Berlin), Protagonistin in “Eine Kölner Familie³ und “Fremde Heimat³.

    18.00 BEN KIMIM (Canan Yilmaz) D 2003, 4 min, OmeU * Bin ich deutsch bin ich türkisch.

    GÖLGE (Sema Poyraz) D: Semra Uysal, Birgül und Yüksel Topçugürler, BRD 1980, 90 min Der erste Spielfilm aus einer migrantischen und feministischen Perspektive: ein Kammerspiel über Gölge in einer Zweizimmerwohnung mit ihrer vierköpfigen Familie.

    20.00 AUSLANDSTOURNEE (Ay¸se Polat) D: Hilmi Sözer, Özlem Blume, Özay Fecht. D 1999, 91 min Der Nachtklub-Sänger Zeki reist mit der 11-jährigen Senay über Hamburg, Paris und München bis nach Istanbul auf der Suche nach Senays Mutter.

    22.00 AUDITION TAPE (Benny Nemerofsky Ramsay) Kanada 2003, 6 min, OmeU*, „Schwul, weiß, 29 Jahre, gute Singstimme und Koordination sucht verzweifelt Job in der russischen Mädchenband Tatu.“

    LOLA UND BILIDIKID (Kutlug Ataman) D: Baki Davrak, Gandi Mukli, Erdal Yildiz, Inge Keller. D 1998, 95 min Der wohlbehütete 17-jährige Murat und die Szene der Kreuzberger Transvestiten. Der Schauspieler Gandi Mukli ist anwesend.

    Daheim im Ausnahmezustand
    Sonntag, 11. Dezember 2005

    15.00 EINFÜHRUNG von Marion von Osten & Madeleine Bernstorff WHO HANGS THE LAUNDRY? WASHING, WAR AND ELECTRICITY IN BEIRUT (Hrabba Gunnarsdóttir, Tina Naccache) Island/Libanon, 20 min Ein DV-Gespräch mit der libanesischen Aktivistin Tina Naccache über Alltag, Kriegsfolgen, Hausarbeit und Migration.

    15.30 WELCOME IN HOLLAND CAMPUS VUGHT (Sarah Vos) Niederlande 2003, 100 min, OmeU Abgewiesene jugendliche Asylbewerber in einem Lager in Holland beginnen, sich mit zivilem Ungehorsam gegen ihre Isolation zu wehren.

    17.30 TANGER, LE RÊVE DES BRÛLEURS (Leïla Kilani) Frankreich 2002, 53 min, OmeU Ein Film über die, die ihre Identität aufgeben, um über Nord-Afrika nach Europa zu kommen und durch die Grenze zu anderen werden.

    Anschließende Diskussion mit der Filmemacherin Brigitta Kuster (Berlin), Kuratorin von transit.doc. Pause

    19.00 BORDERLINE(S): SEXUELLE GRENZVERLÄUFE
    Vortrag von Dr. Marie-Luise Angerer, Professorin an der KHM, Köln Gerade weil Sexualität sich mit Körpern, mit Orten, Zeiten und Bildern immer verdichten muss, ist sie der Grenzverlauf metaphorisch und physisch schlechthin.

    20.00 DIE HELFER UND DIE FRAUEN (Karin Jurschick) BRD 2004, 80 min Militärische Verbände und politische Organisationen, wie die unter UN-Führung operierende Internationale Polizei (IPTF) und die International Organisation for Migration (IOM), versuchen in Ex-Jugoslawien Probleme mit Prostitution und Menschenhandels zu lösen die sie u. a. mit verursacht haben.

    Anschließende Diskussion mit der Regisseurin Karin Jurschick und der Kamerafrau Anke Schäfer (Köln), der Theoretikerin Marie-Luise Angerer (KHM Köln) und dem Soziologen Vassilis Tsianos (Hamburg / TRANSIT MIGRATION) Moderation: Dr. Regina Römhild, (Frankfurt am Main/ Kuratorium Projekt Migration).

    * Aus dem Archiv der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen

    Detaillierte Informationen zu den jeweiligen Flimen: www.projektmigration.de
    Die Filme und Diskussionen begleiten thematisch Aspekte der Ausstellung und der Publikation „Projekt Migration“. Die Ausstellung findet im Kölnischen Kunstverein, am Rudolfplatz, am Friesenplatz sowie im öffentlichen Raum statt und läuft noch bis zum 15. Januar 2006.

  • Screening: Von wegen Parallelgesellschaft!, 13. – 16.10.2005

    Rollenspiel und Grenzverkehr im Kino der Migranten
    Filmreihe, zusammengestellt von Deniz Göktürk, Professor an der UC Berkeley

    Deutschland war schon lange “Einwanderungsland”, bevor dies politisch und gesetzlich formuliert wurde. Das “Zuwanderungsgesetz”, das im Januar 2005 in Kraft trat, ist ein Markstein in der öffentlichen Bewusstwerdung von Grenzverkehr und einem neuen Selbstverständnis der Bundesrepublik als “offener” Nation. Dass dabei nicht von “Ein-” sondern von “Zu-wanderung” die Rede ist, zeigt ein weiteres Mal, dass Wert gelegt wird auf die Markierung von Unterschieden zwischen “Ansässigen” und “Fremden” und dass man sich schwer tut in Deutschland mit dem Zugeständnis, ein “Einwanderungsland” zu sein. Der Rückblick auf ein halbes Jahrhundert Migrationsgeschichte – der erste Anwerbevertrag mit Italien wurde 1955 abgeschlossen – führt zu einer Vielzahl von symbolischen Gesten im Bereich der Kultur; Migration geht ins Museum. Ziel dieser Veranstaltungen ist, Bewusstsein zu wecken für kulturelle Vielfalt und für transnationale Vernetzungen, für Geschichten, die anderswo beginnen und nach Deutschland führen oder auch Deutschland verlassen.

    Programm
    Do, 13. 10.
    Focus 1973 – tragisch und komisch…

    Einführungsvortrag von Deniz Göktürk (UC Berkeley):
    “Von wegen Parallelgesellschaft! Rollenspiel und Grenzverkehr im Kino der Migranten”

    Angst isst Seele auf (D 2003, Shahbaz Noshir, 13 min)
    Angst essen Seele auf ( D 1974, R.W. Fassbinder, 93 min)
    Pane e cioccolata (I 1973, Franco Brusati, 112 min, OmenglU)

    Fr, 14. 10.
    Sehen und gesehen werden… Städte, Räume, Grenzen, Beobachtung

    Menschen auf der Treppe (D 1999, Hatice Ayten, 34 min, Dokumentarfilm)
    In Anwesenheit der Regisseurin Hatice Ayten
    Getürkt (D, 1996, Fatih Akin, 12 min)
    Was nicht passt, wird passend gemacht (D, 1996, Peter Thorwarth, 15 min)
    Planeta Alemania – Beobachtungen aus der Unsichtbarkeit (D, 1999, comp@ñeras, 38 min)
    12 Saatlik (NL, 2003, Nicoline van Harskamp, 6 min, OmenglU)
    In Anwesenheit der Regisseurin Nicoline van Harskamp
    Propanganda (TUR, 1999, 120 min, OmdtU)

    Sa, 15. 10.
    Wer ist hier WIR? Ironie und Komik gegen Ethnochauvinismus

    Ein Engel schlägt zurück (D 1998, Angelina Maccarone, 83 min), im Anschluss Gespräch mit Angelina Maccarone
    Drei gegen Troja (D 2005, Hussi Kutlucan, 90 min)

    Podiumsdiskussion:
    Jenseits der Fürsorge? Förderung, Identität und Mobilität” mit Filmemachern, Kritikern und Redakteuren
    Auf dem Podium: Hussi Kutlucan, Yüksel Yavuz, Claudia Tronnier
    Moderation: Deniz Göktürk

    Kleine Freiheit (D 2003, Yüksel Yavuz, 100 min)
    Gegen die Wand (D/TUR 2003, Fatih Akin, 121 min)

    So, 16. 10.
    In transit – national, europäisch oder global?

    In Transit (TUR 2004, Berke Bas, 45 min, Dokumentarfilm, OmenglU
    Schwarzfahrer (D 1993, Pepe Danquart, 12 min)
    Lichter (D 2003, Hans-Christian Schmid, 105 min)
    One Day in Europe (D/E 2005, Hannes Stöhr, 100 min, OmdtU)
    Dirty Pretty Things (GB 2002, Stephen Frears, 97 min, OF)

  • Screening: Die Grenze – Filmreihe von Thomas Arslan, 11. – 27.2.2005

    Vortrag von Thomas Arslan am 10. 02., 19 Uhr

    In der Filmreihe „Die Grenze“ geht es um belagerte und umkämpfte Grenzen.
    Ihre Überquerung stellt für die Unerwünschten ein lebensgefährliches Risiko dar. Auf der „anderen Seite“ werden diese Grenzen mit einem komplexen Militär- und Polizei-Apparat bewacht. Hier treffen verschiedene Projektionen aufeinander, die sich je nachdem von welcher Seite man blickt voneinander unterscheiden. Es begegnet sich die Angst vor der fremden, anderen Kultur, von deren „Armut“ und „Rückständigkeit“ überschwemmt zu werden und die Hoffnung und Sehnsucht nach einem besseren und menschenwürdigeren Leben.
    Die Filmreihe zeigt Arbeiten, die sich auf unterschiedliche Weise mit der Grenze und deren Effekten beschäftigen. In einigen der gezeigten Filme ist die Grenze bzw. die Grenzregion der Hauptschauplatz, in anderen ist sie weniger unmittelbar präsent, jedoch ein wichtiger Bezugspunkt.
    Thomas Arslan (*1962), Filmemacher und Drehbuchautor, lebt und arbeitet in Berlin.

    De l’autre côté (Chantal Akerman) B/F 2002, 103 min, OmeU
    Der Film über die mexikanisch-US-amerikanische Grenze beginnt auf der mexikanischen Seite und schildert die Hoffnungen und die Verzweiflung der auf Einwanderung in die USA Hoffenden. Die Orte, die Chantal Akerman in ruhigen Schwenks und Fahrten zeigt, sind davon aufgeladen.

    A City of Sadness (Hou Hsiao-hsien) Taiwan 1989, 157 min, OmdU
    Die Geschichte einer taiwanesischen Familie, die in den Strudel der Ereignisse der Nachkriegszeit gerät. Der Film beginnt 1945 mit der Beendigung der japanischen Besatzung Taiwans und schildert die kurze Übergangszeit bis 1949, als das Land von der autoritären Politik des chinesischen Festlandes erneut unterdrückt wird.

    Touch of Evil (Orson Welles) USA 1958, 111 min, OmdU
    Ein Kriminalfilm, ein Spätwerk des „Film Noir“, ebenfalls an der mexikanisch-amerikanischen Grenze angesiedelt. Welles interessiert die Grenze weniger als konkreter politischer Ort, sondern als überhöhtes, moralisches Niemandsland, in dem alle Gewissheiten zu Staub zerfallen.

    Loin (André Téchiné) F/E 2001, 120 min, OmdU
    Der junge Serge pendelt als Lastwagenfahrer zwischen Frankreich, Spanien und Marokko. In Tanger kreuzen sich die Wege von Serge, Sarah und Said. „Loin“ entfaltet ein Geflecht von Wünschen und Träumen, in dem das Private und die konkreten politischen Bedingungen miteinander verwoben sind.

    Border Incident (Anthony Mann) USA 1949, 94 min, OF
    Eine der frühen Arbeiten Anthony Manns. Zwei amerikanische Undercoveragenten schleusen sich in einen Schlepperring ein, der zwischen der amerikanisch-mexikanischen Grenze operiert.

    Scarface (Brian De Palma) USA 1983, 170 min, DF
    Al Pacino spielt den kubanischen Einwanderer Tony Montana, für den außer dem Elend nichts in den USA vorgesehen ist. „The world is yours“. Dieses Reklame-Versprechen des „American way of life“ macht er sich mit bedingungsloser Übererfüllung zu Eigen.

    Zeit der trunkenen Pferde (Bahman Ghobadi) Iran 2000, 79 min, OmdU
    Der mit Laiendarstellern gedrehte Spielfilm schildert mit naturalistischer Wucht die harte Existenz von fünf verwaisten Geschwistern im Norden des iranischen Teils von Kurdistan. Vom durch Grenzschmuggel verdienten Geld soll eine lebensrettende Operation für das älteste, behinderte Geschwisterkind Madi bezahlt werden. Für diese Operation muss Madi das Unmögliche gelingen: auf die andere Seite der Grenze zu gelangen.

    Allemagne, année 90 neuf zéro (Jean-Luc Godard) F 1991, 62 min, dt./frz. OF
    Eine Auftragsarbeit für das Fernsehen über das Thema Einsamkeit. Godard entschied sich für einen Film über die Einsamkeit eines Staates. Nach dem Verschwinden der deutsch-deutschen Grenze irrt der alt gewordene Agent Lemmy Caution durch das ehemalige Gebiet der DDR und nähert sich dem Westen. Spuren der deutschen Geschichte säumen seinen Weg.

2004
  • Screening: Fresh Aufhebung, 2.9. – 16.10.2004

    Künstlerisches Interesse am philosophisch verneinten Wunderglauben
    Filmreihe, zusammengestellt von Jutta Koether

    Aufführung/Vortrag von Jutta Koether am 02.09.2004, 19 Uhr

    „Mit dieser Filmreihe soll eine spezielle Idee von „Kunstfilm“ gezeigt und das Thema Film und Métissage auf den Film selbst bezogen werden. Filme, die nicht nur auf einer Idee basieren, sondern ein Gewebe aus Filmideen, aus Genres, ja selbst fast unklassifizierbare Artekfakte sind; diese “gemischten Existenzen”, Mixturen, in denen man überlappende PornokultUndergroundHorrorDokuSpielDrogenkulturCrimestories etc. finden kann, thematisieren hier in sehr unterschiedlicher Weise selbst die eigene Hybridität.

    Métissage wird hier aufgefasst als die daraus resultierend entstehenden „Kulturen zwischen den Kulturen“, die Gefühle der Destabilisation, die Auflösung von Zugehörigkeiten, als Verschwimmung und als Neuentstehung einer Kunst als Zwischenwelt, in der Verlust auch als befreiend erfahren werden kann. Es gibt Äußerungen von Formen der Nicht-Erkenntnis, die genau aus diesen Zwischenwelten kommen. Es gibt gebrochenen Okkultismus. Es gibt ein Aggressionspotenzial, das einigen innewohnt. Oder Kultstrukturen. Filme, die jenseits von Kategorien wie Spiel oder Autorenfilm etc. liegen, jedoch teilweise von einer Praxis gedeckt/angereichert sind. Jedenfalls vermischt sich auch Persönlichstes mit dem sehr Allgemeinen.

    Etwas, das Selbstaufhebung verursacht. Sich in der Auflösung selbst, in dem Zwischenraum nicht einzurichten oder als die andere Nische zu begreifen, sondern sich genau da selbst wiederum aufs Spiel zu setzen, das ist „Aufhebung der Aufhebung“.
    Oder aber: „Fresh Aufhebung“, ein Prozess, ein künstlerisches Interesse am philosophisch verneinten Wunderglauben. Etwas teilt sich unabsichtlich in seinen Werken mit. Psychoästhetische Effekte werden dabei deutlich. Die Vermischung der Effekte, eine Filmreihe als lebendige Bühne, in der das „Nicht Aufgehoben Sein“ gezeigt und auf ganz unterschiedliche Weisen Selbst-Hybridisierungen, produktives Verneinen der eigenen Art/des Genres, betrieben wird.

    Ich betrachte solche Vorgänge als Vertiefungen der praktischen-politischen Geheimnisse der künstlerischen Arbeit, als Rituale, aus denen künstlerisches Handeln entstehen kann. Jeder Film ist sein eigenes Dasein auf Bewährung, hat seine eigene Tragik und Parodie, seine lebendigen augenblicklichen Offenbarungen des Unerforschlichen.“ (Jutta Koether)

    Jutta Koether ist Künstlerin und lebt und arbeitet in New York und Köln.

    Colloque de Chiens, Paúl Ruiz
    Hypothèse du tableau volé, Paúl Ruiz, F 1978, 88 min
    Begonnen als Dokumentarfilm über den Schriftsteller und Maler Pierre Klossowski, wurde daraus bei Ruiz schnell ein faszinierender Spielfilmessay. Ein Kunstsammler führt durch seine phantastische Sammlung mit „lebenden Bildern“, in der es ein geheimnisvolles fehlendes Bild gibt. Einer der wichtigsten französischen Filme der 70er Jahre.

    Performance, Donald Cammel, Nicholas Roeg, GB 1970, 105 min
    Die Geschichte eines gehetzten Gangsters, der sich bei dem Rockstar Turner (Mick Jagger) versteckt, sich in dessen hedonistischer Welt aus Bisexualität und Transzendenz verliert und am Ende mit ihm die Persönlichkeit zu tauschen scheint.

    The Man We Want to Hang, Kenneth Anger, USA 2002, Kurzfilm

    Paganini, Klaus Kinski, I 1989, 82 min
    Das Portrait des italienischen „Teufelsgeigers“ Nicolo Paganini (Klaus Kinski), dessen virtuoses Geigenspiel die Zuhörer in Ekstase versetzen konnte. Den Rahmen des Filmes bildet ein spektakuläres Konzert in dem Paganini Vergangenheit und Zukunft zugleich erlebt.

    Trouble Every Day, Claire Denis, F/D/J 2001, 97 min
    Claire Denis setzt mit ihrem Horrorthriller um Liebe und Verlangen blutige sadistische Tendenzen. Auf den Filmfestspielen in Cannes 2001 lief „Trouble Every Day“ außer Konkurrenz und auch ansonsten scheint er sich gegen das „Normale“ durchzusetzen, indem er dies realistisch phantastisch und damit außergewöhnlich selbstreflexiv zum Thema macht.

    Dead Man, Jim Jarmusch, USA 1995, 116 min
    Eine Mischung aus Western und Film noir. In ausdrucksstarken Schwarz-Weiß-Bildern wird man Zeuge der Wandlung vom linkischen Buchmacher (Jonny Depp) zur Western-Legende.

    Woton’s Wake, Brian de Palma, USA 1962

    The Responsive Eye, Brian de Palma, USA 1966

    Dionysus in 69, Brian de Palma, USA 1970

    Medea, Lars von Trier, DK 1979, 77 min
    Lars von Triers TV-Adaption eines unverfilmten Drehbuchs des dänischen Regisseurs Carl Theodor Dreyers. Eine atmosphärische und bildgewaltige Konzeption der klassischen griechischen Tragödie, in der die von ihrem Gatten Jason betrogene Medea auf blutige Rache sinnt.

    Andy Warhol TV Show, USA 1979

  • Screening: Blut ohne Boden – Boden ohne Blut, 11.6. – 3.7.2004

    Eine Filmreihe zu einem anderen Migrationsbegriff, zusammengestellt von Slavoj Žižek.

    Eröffnungsvortrag von Slavoj Žižek am 09.06.2004, 19 Uhr

    »Mit dem Judentum entsteht ein radikal neues Gesellschaftsverständnis, nämlich von einer Gesellschaft, die nicht mehr auf einer Teilhabe an gemeinsamen Wurzeln gründet: »Jedes Wort ist eine Entwurzelung. Die Konstituierung einer realen Gesellschaft ist eine Entwurzelung – das Ende einer Existenz, in der das »Zuhausesein« absolut ist und alles aus dem Inneren kommt. Heidentum schlägt Wurzeln […] Heidentum ist der örtliche Geist: Nationalismus in Hinsicht auf seine Grausamkeit und Erbarmungslosigkeit […] Eine Menschheit mit Wurzeln, die Gott inwendig, mit dem aus der Erde aufsteigenden Saft besitzt, ist ein Urwald oder eine vormenschliche Menschheit.« (Emmanuel Levinas)

    Der auf diese Sicht gegründete Gegensatz – »gutes« nomadisches, wanderndes, »deterritorialisiertes« Subjekt versus »böses«, auf seine ethnisch-religiös-sexuelle Identität festgelegtes Subjekt – beherrscht unsere ideologische Sphäre. Doch die Hauptbotschaft unserer spätkapitalistischen Erfahrung besagt, dass wir solchen Koordinaten nicht einfach trauen dürfen. Denn erstlich und zuvorderst ist eine radikale »Deterritorialisierung« von Subjektivität, in der selbst die innersten Kennzeichen unserer Identität »in dünne Luft aufgehen« (Marx), das elementare Merkmal des heutigen globalen Kapitalismus, der sich vollends die Logik des ziellosen Überschusses zu eigen gemacht hat.

    Dieser Sachverhalt nötigt uns, die modische Feier der nomadischen oder »hybriden« Subjektivität in Frage zu stellen: Einen armen Bauern, der aufgrund eines lokalen ethnischen Krieges oder einer verheerenden Wirtschaftskrise zur Emigration gezwungen ist, mit demselben Begriff zu belegen wie einen Angehörigen der »symbolischen Klasse« (Akademiker, Journalist, Künstler, Kunstmanager), der ständig zwischen Kulturhauptstädten hin- und herreist, läuft auf dieselbe Obszönität hinaus wie die Gleichsetzung von Hungersnot und Schlankheitsdiät. Unsere erste ethisch-politische Pflicht besteht folglich darin, die Themen komplexer anzugehen und den Begriff der »Migration« einer Art Spektralanalyse zu unterziehen, in der wir zwischen gegensätzlichen, von emanzipativen bis zu versklavenden Tendenzen zu unterscheiden haben.

    Slavoj Žižek (*1949) Psychoanalytiker, Philosoph und Kulturkritiker, lebt und arbeitet in Ljubljana.

    Lamerica (Gianni Amelio) I 1994, 115 min, DF
    Der Film schlechthin zur Abwanderungskrise, der auf die Auflösung des Real Existierenden Sozialismus folgte: In einer Art Benjaminschen Dialektik im Suspens überlappt sich die heutige Sehnsucht nach dem gelobten Land Italien mit der italienischen Sehnsucht nach Amerika.

    Sansho Dayú (Kenji Mizoguchi) J 1954, 119 min, OmdU
    Diese im mittelalterlichen Japan angesiedelte Geschichte von einer durch den Krieg auseinandergerissenen Adelsfamilie und von der wechselseitigen Sehnsucht zwischen Sohn und Mutter ist ein Melodram im erhabensten und edelsten Sinn des Worts: die Geschichte einer absoluten Familienbindung, die alle Verwerfungen und Trennungen überdauert.

    Watch on the Rhine (Herman Shumlin) USA 1943, 114 min, OF
    Die radikalste Auseinandersetzung Hollywoods mit den Grenzen des liberalen Humanitarismus: Vor dem Hintergrund des Nazismus nimmt eine liberale amerikanische Familie großherzig entfernte Verwandte aus Europa auf, sieht sich dann aber zu dem weitaus radikaleren Schritt gezwungen, sich an einem notwendigen Töten zu beteiligen.

    Das blaue Licht (Leni Riefenstahl) D 1932, 72 min, OF
    Ist Junta, das einzelgängerische wilde Bergmädchen, nicht eine Verfemte, die fast einem von den Dorfbewohnern angezettelten Pogrom zum Opfer fällt – einem Pogrom, das uns an die antisemitischen Pogrome erinnern muss? Vielleicht ist es kein Zufall, dass Riefenstahls damaliger Liebhaber Bela Balasy, der das Drehbuch mitverfasste, Marxist war.

    Viaggio in Italia (Roberto Rossellini) I 1953, 82 min, OmdU
    Die Ruinen aus Italiens Vergangenheit bilden den Hintergrund für ein reiches amerikanisches Paar in der Ehekrise: Dabei behalten sie ihre tiefe Zweideutigkeit, sodass die stoffliche Präsenz der Ruinen ständig ihre »offenkundige« metaphorische Bedeutung (als Symbol für die ruinierte Beziehung des Paares) untergräbt.

    Das Schweigen (Ingmar Bergman) S 1963, 91 min, DF
    Bergmans wahres Meisterwerk: die Eisenbahnreise zweier Schwestern und eines kleinen Sohns, mit Aufenthalt in einem nicht näher beschriebenen osteuropäischen Land, dessen Atmosphäre sinnlichen Zerfalls und sexueller Verderbtheit eine perfekte »objektive Entsprechung« zum Unbehagen am modernen Leben bietet.

    Hiroshima mon amour (Alain Resnais) F/J 1959, 89 min, OmeU
    Die Liebesgeschichte eines aus seinen Lebenszusammenhängen gerissenen Paares im Hiroshima der 50er Jahre (eine Französin, auf der Flucht vor dem Trauma ihres deutschen Soldatenliebhabers, ein vom Trauma Hiroshimas gezeichneter Japaner) entfaltet das Axiom der Liebe als magisches Geschehen, das selbst die verheerendsten historischen Traumata überwindet.

    Der siebte Kontinent (Michael Haneke) A 1989, 107 min, OF
    Ist die letzthaftige »Migration« nicht die Reise in den Tod selbst? Haneke inszeniert dies umweglos als die geplante Reise einer Familie, deren Mitglieder entscheiden, gemeinsam Selbstmord zu begehen: kein Pathos, einfach eine kühle rationale Umsetzung des Beschlusses.

  • Screening: Masse und Monument – Migration und Hollywood, 23.4. – 15.5.2004

    Eine Filmreihe, zusammengestellt von Diedrich Diederichsen

    Vortrag von Diedrich Diederichsen am 22.04.2004, 19 Uhr

    Massenszenen gelten im klassischen Hollywood-Kino als ein Ausweis hoher Produktionskosten. Gleichzeitig befriedigen sie eine ganz bestimmte und spezifisch kinematographische Schaulust, die bis in die Anfänge bewegter Bilder zurückreicht. Für Siegfried Kracauer etwa war Kino das erste Medium, das die neuen großstädtischen Massen der Moderne sichtbar machte und auch zu deren Selbstbild wie Selbstverkennung entscheidend beitrug: zur Mobilisierung wie zur Stillstellung. Für viele Diskurse zur Migration ist es auch die Massenhaftigkeit der Migranten, die deren entscheidende und auch psychologisch und propagandistisch bedeutsame Komponente ausmacht. Dies gilt in besonderem Masse in den phobischen Vorstellungen von eindringenden Horden und Fluten, die für die Mobilisierung von Xenophobie und Rassismus so entscheidend sind. In den USA und damit auch im Hollywood-Kino gab es immer zwei Sorten von Massen: solche phobisch besetzten naturkatastrophisch dehumanisierten Fluten böser Massen (Indianer, Aliens, Vietnamesen) und daneben und dagegen die positiv besetzten Massen von Siedlern, aber auch von Migranten, die produktiv zum Melting Pot beitragen.

    Wer eine gute und eine böse Masse ist und wie sich das in der Geschichte Hollywoods änderte und umkämpft war, will diese Reihe an ausgewählten Beispielen zeigen: sicher ist keiner dieser Filme uninteressant, aber auch keiner einfach vorbildlich und sie sind auch nicht wegen ihrer Qualitäten ausgesucht worden, sondern wegen ihrer symptomatischen Eigenschaften.

    Schon der früheste hier vertretene Film „Intolerance“ des Kinopioniers Griffith zeigt, dass die Ambivalenz der Massenschilderung den Weg über ihre Monumentalisierung gehen muss. In dem Moment, wo die Massen ein eigenes Gesicht jenseits der Summe oder Steigerung des Individuellen erreichen, sind sie sowohl für die Dehumanisierung wie für Idealisierungen geeignet. Griffiths Film war eine Art Entschuldigung für seinen rassistischen Klassiker „Birth of a Nation“, der die Afroamerikaner drastisch dämonisierte. In dem einen wie dem anderen Film kann man aber sehen wie flüchtende oder siegende, bedrohte oder bedrohliche Massen durch geringfügige kinematographische Maßnahmen sich dehumanisieren lassen – zuweilen auch rehumanisieren. Auch ein anderer Film dieser Reihe war als Entschuldigung gedacht: Cheyenne Autumn sollte die Dämonisierung der amerikanischen Ureinwohner in so vielen Hollywood-Produktionen revidieren und erfindet dafür ein Bild aus dem Arsenal der Geschichte der meist positiv geschilderten europäischen Migranten, die in die USA auswanderten: die Cheyenne werden zu Vertriebenen, denen aber im Unterschied zu den Migranten aus Europa keine „neue Heimat“ winkt. Entsprechend identifiziert die Pop-Festival-Monumentalisierung „Woodstock“ die Hippie-Massen mit einer Nation von Vertriebenen, die sich ein neues Territorium suchen. „Days of Heaven“, „Heavens Gate“ und „Gangs of New York“ zeigen mit unterschiedlichen Akzenten die Lage europäischer Migranten in den USA des 19. Jahrhunderts auch als Klassenschicksal, und trotz unterschiedlicher Schwächen, jenseits jeder Idealisierung. Zu revolutionären Massen haben es die Migranten in Hollywood selten gebracht, trotz des eher biblischen „Spartacus“, aber als gesuchter und begehrter Special Effect vor allem der ersten Hälfte seiner Geschichte war ihr Bild immer eine offene Stelle, die unterschiedlichen ideologischen Instrumentalisierungen offen stand. Dabei entstanden Standards und Klischees, die auch heute noch die Vorstellung von Menschenmengen prägen, die nicht durch eine Staatsform oder eine andere geregelte kollektive Identität repräsentiert sind.

2003
  • Screening: Selbstbilder – Fremdbilder, 7.11. – 7.12.2003

    Eine Filmreihe von Antje Ehmann und Harun Farocki.

    Das zeitgenössische Kino in Frankreich setzt sich in besonderer Weise mit migrationsbedingten Fragen auseinander. So extensiv, dass sich ein neues Genre gebildet hat, das „Cinema Beur” – Kino der nordafrikanischen Filmemacher, die in Frankreich aufgewachsen sind und Probleme der maghrebinischen Einwanderer in ihren Filmen thematisieren. In vielen dieser, wie auch anderer Filme des jungen französischen Kinos, trifft sich Frankreich als Kino- und Immigrationsland auf glückliche Weise. Abgesehen von ungewöhnlich erfolgreichen Produktionen wie „La Haine”, ist davon in Deutschland leider wenig zu sehen. Unser Bestreben war es jedoch nicht, rare oder entlegene Filme aufzutreiben, sondern gute und interessante Schlüsselwerke dieses engagierten Kinos zur Diskussion zu stellen, egal ob neu gefunden oder wieder entdeckt. (Harun Farocki und Antje Ehmann)

    Eröffnungsvortrag Harun Farocki
    anschließend Filmvorführung:
    DEUX OU TROIS CHOSES QUE JE SAIS D’ELLE / ZWEI ODER DREI DINGE, DIE ICH VON IHR WEISS (Jean-Luc Godard)
    F 1966, 35mm, 90 min, Farbe, OmdU
    Sie – das ist die Pariser Vorstadt und die Protagonistin, die als Hausfrau und Prostituierte versucht, in ihr zu leben. Der Film aus den sechziger Jahren ist Frankreichs erster Banlieue-Film, noch bevor es das Wort dafür gab.

    LE THÉ AU HAREM D’ARCHIMÈDE / TEE IM HAREM DES ARCHIMEDES (Mehdi Charef)
    F 1986, 110 min, Farbe, DF
    Der Pilotfilm des „Cinema Beur” über die Freundschaft des Maghrebiners Majid und des gallischen Franzosen Patrick ist voller filmischer Intelligenz und hat bis heute nichts an Kraft und Aktualität verloren.

    LA HAINE / HASS (Mathieu Kassovitz)
    F 1995, 98 min, s/w, OmeU
    Schon in den ersten Wochen erreichte ”La Haine” über 500.000 Zuschauer, gewann in Cannes den ‘Best Director Award’ und wurde zum meist besprochenen Film der letzten Jahre. Inzwischen ist der Ausdruck ”banlieue”, den dieser Film behandelt, zum Synonym für Frankreichs größte Probleme geworden: Arbeitslosigkeit, soziale Exklusion, Rassismus, Suburbanismus, Kriminalität und Gewalt.

    LA PROMESSE (Luc et Jean-Pierre Dardenne)
    Belgien 1996, 93 min, Farbe, OmdU
    Die Gebrüder Dardenne – Virtuosen des veristischen Kinos – erzählen die Geschichte des moralischen Erwachens eines 15 jährigen Jungen, der die skrupellosen Machenschaften seines Vaters nicht mehr mitragen will. In dokumentarisch anmutender Präzision vermittelt der Film auch ein Bild dessen, wie die Not illegaler Einwanderer ausgenutzt wird.

    NENETTE ET BONI (Claire Denis)
    F 1996, 35mm, 103 min, Farbe, OmdU
    Zu Recht bekam Denis Film, in Locarno mit dem goldenen Löwen ausgezeichnet, ein überschwengliches Presseecho. Am Leitfaden der Geschichte des Geschwisterpaares Nenette und Boni geht es um die Realität des Marseille der Arbeiterklasse. Migrationsthemen fädeln sich hier mit Leichtigkeit als Teil dieser Wirklichkeit ein.

    LA VIE DE JESUS / DAS LEBEN JESU (Bruno Dumonts)
    F 1997, 96 min, Farbe, OmdU
    Es geht um das Leben einer Gruppe von Jugendlichen, die in der Provinz ihre Zeit mit Mopedfahren und Autoschrauben totschlagen und von der Zukunft nichts zu erwarten haben. Atemberaubend bis zur letzten Minute schafft es Dumont noch in der kleinsten Banalität des Alltags ein Geheimnis aufscheinen zu lassen. Ein Debut-Film, der es geschafft hat, das französische Kino auf die schönste Höhe zu treiben.

    SAMIA (Philippe Faucon)
    F 2000, 73 min, Farbe, OmeU
    Faucon erzählt in ”Samia”, wie die algerische Immigrantin und ihre drei Schwestern normale französische Jugendliche sein wollen, und was sie daran hindert. Man meint, diese Geschichte bereits zu kennen. Doch mit einem so besonderen Nachruck in Bildfindung und Erzählform haben wir es selten, vielleicht noch nie gesehen.

    TERRA INCOGNITA
    (Ghassan Salhab) F / Libanon 2002, OmeU, 35mm, 120 Min.
    Der letztes Jahr in Cannes gezeigte „Terra Incognita” ist ein erstaunlicher Film über das Leben einiger Mitdreißiger im heutigen Beirut, einer Stadt im Wiederaufbau nach sieben Jahren Bürgerkrieg. Das Thema der Migration beschäftigt einen jeden der vorgestellten Protagonisten notwendigerweise, denn es gilt vor allem, zu dieser Frage eine Haltung zu gewinnen: Sollen wir hier leben und bleiben, oder besser fortgehen.

  • Screening: Alle Geister kreisen, 1. – 9.10.2003

    Filmreihe, zusammengestellt von Olaf Möller

    Als man Massen von Menschen aus so vielen Völkern Afrikas verschleppte und als Sklaven in die Neue Welt deportierte, sahen sich ihre Götter gezwungen, ihnen zu folgen und mit ihnen zu migrieren. Menschen verschiedener Völker kamen so zusammen, gründeten neue soziale Zusammenhänge – in einigen Fällen spätere Nationen – und damit neue Religionen, in denen zum Teil ihre alten Götter aufgingen und neue Götter gezeugt wurden oder die einfach auftauchten, geboren aus den Veränderungen des Daseins. Diese neuen alten Religionen, in deren Zentrum meist Besessenheitsrituale stehen, wie der Voodoo auf den Westindischen Inseln oder Macumba und Candomble in Brasilien, stehen im Mittelpunkt der von Olaf Möller zusammengestellten Filmreihe.
    Olaf Möller, Cineast und Filmkritiker lebt und arbeitet in Köln.

    WEST INDIES OU LES NEGRES MARRONS DE LA LIBERTE (Med Hondo)
    Mauretanien/F 1979, 112 min, OmU
    Ein Musical, das mit viel Ironie die 400 jährige Geschichte der Westindischen Inseln erzählt: Von der Aneignung der Karibik durch die verschiedenen Kolonialmächte bis zur heutigen Arbeitsmigration nach Europa.

    Royal Bonbon (Charles Najman)
    F 2002, 90 min, OmU
    Dieser erste in Haiti gedrehte Film zeigt das Leben eines Mannes, der sich für die Reinkarnation von König Henri Christophe (1767-1820) hält, jenen Mannes, der Haiti die Unabhängigkeit brachte. Der Film wurde mit dem Prix Jean Vigo ausgezeichnet.

    LES ILLUMINATIONS DE MADAME NERVAL (Charles Najman)
    F 2000, 90 min, OmU
    Im Voudou-Tempel von Madame Nerval begegnen sich Götter und Menschen. Ein Porträt der Hohepriesterin, die über ihr Leben, ihre Träume und ihre Kontakte mit Geistern berichtet, vor allem mit Criminel, dem Gott ihres Tempels.

    A DEUSA NEGRA / BLACK GODDESS (Ola Balogun)
    Nigeria/Brasilien 1978, 150 min
    Ein junger Mann afrikanischer Herkunft macht sich auf die Suche nach seiner Vergangenheit. Er fährt nach Bahia und lernt dort eine schwarze Brasilianerin kennen, die ihn in afrikanische Kulte einweiht, und ihn mit seiner Vergangenheit konfrontiert.

    BARRAVENTO (Glauber Rocha)
    Brasilien 1962, 74 min, OmU
    Der Erstlingsfilm Rochas schildert die sozialen Verhältnisse in einem Fischerdorf. „Ein sensibles gesellschaftskritisches Werk von hohen formalen und geistigen Qualitäten, realistisch und poetisch zugleich.“ (Lexikon des intern. Films)

    O AMULETO DE OGUM (Nelson Pereira dos Santos)
    Brasilien 1974, 117 min, OmU
    Die mit Umbanda-Riten verwobene Geschichte eines unverwundbaren jungen Mannes, der zum gefürchteten Gangster wird, stirbt, um am Ende wieder aufzuerstehen. „Einer der größten brasilianischen Kinoerfolge der 70er Jahre.“ (Lexikon des intern. Films)

    SANKOFA (Haile Gerima)
    USA/BRD/Ghana/Burkina Faso 1993, 125 min, OmU
    Das afrikanische Fotomodell Mona gerät während eines Shootings auf einer ehemaligen Sklavenfestung in den Bann Sankofas, der dort die ewige Totenklage singt. Er versetzt sie in eine andere Existenz als Sklavin auf einer Zuckerrohrplantage in Jamaika.

    WELCOME II THE TERRORDOME (Ngozi Onwurah)
    GB 1994, 92 min, OF
    North-Carolina 1652: Eine Gruppe von Menschen soll als Sklaven gebrandmarkt werden. Stattdessen jedoch gehen diese ins Meer. Auf ihrem Weg nach Hause, nach Nigeria, müssen sie eine Art Hölle durchqueren: Den Terrordome, ein schwarzes Ghetto in einem faschistischen England, wo sich die Banden gegenseitig bekriegen, nur um von der Polizei massakriert zu werden. Ein britische Thriller in B-Movie-Ästhetik.

    SOUVENANCE (Thomas Harlan)
    F 1991, 127 min, OmU
    Die ewige Wiederkehr eines Traums, verkörpert in der Figur Dessalines, einem ehemaligen Sklaven und späterem Kaiser Haitis, “von allen verehrt, wild, unberechenbar, und unbeugsam, geleitet von den Göttern Afrikas” (Charles Najman: Haiti, Dieu seul me voit). Nach seinem Tod hat sein Sohn Cheriza die Vision von der Wiederkehr Dessalines, mit der eine Befreiung der Inseln von der Armut eingeleitet wird

  • Screening: Slow (e)motion oder der entschleunigte Raum, 10.5. – 11.6.2003

    Filmreihe

    Die Beziehung zwischen dem Gezeigten und der Aufforderung zur Imagination des Nicht-Zeigbaren ist der rote Faden, der sich durch die von den Künstlern Josef Dabernig und Deimantas Narkevicius zusammengestellten Filmreihe zieht, die anlässlich der Gruppenausstellung von Mai bis Juni 2003 im Kino in der „Brücke” gezeigt wurde.
    „Im Mittelpunkt der vorgestellten filmischen Arbeiten steht das Reisemotiv, der Raum in Bewegung. Raum wird sowohl als ‚motion’ im physischen Sinne wie auch als ‚emotion’ in seiner psychologischen Bedeutung angesprochen und vielschichtig auf einer breiten Palette künstlerischer Spielarten vermittelt.
    Beabsichtigt ist die Fokussierung des Programms in Richtung verhaltenes Phlegma: Nicht selten werden die Ränder der langen Weile ausgelotet und lineare Projektionen ins sprichwörtliche Nichts geführt. Gerade im Entzerren der forcierten Spirale scheinen sich Restfreiheiten des Subjekts als vage Utopien abzubilden.” (Josef Dabernig)

    „Die präsentierten Filme sind dokumentarisch, gleichwohl dieser Begriff im Kino fragwürdig ist, da die Inszenierung und das besondere Arrangement sowie die Intention des Autors gegenüber dem Aufgenommenen eine Rolle spielen. Nur der Ort, an dem eine Filmaufnahme geschieht, klassifiziert sie als Dokument.
    Die Filme dieser Serie spielen an äußerst unterschiedlichen Orten: auf einem Schlachtfeld, im Büro einer Wohlfahrtsorganisation, in der Stadt der Jugendzeit, in Sibirien und auf einem Sportwettbewerb. Jeder dieser Orte dient als Hintergrund für eine dramatische Handlung, die – in der Aufnahme verschiedener Regisseure – ihre subjektiven Perspektiven wiedergeben.
    Als Hintergrund wurden Landschaften oder urbane Szenerien ausgewählt, sie dienen als Kulisse der auf Film aufgezeichneten Handlung. Dominiert werden die Filme durch cinematographische Erzählungen, die sich gegen einen unveränderlichen Rahmen absetzen. Dieser passive Ort, in der Filmsprache als „Natur” bezeichnet, liefert den ursprünglichen Vorwand für die Handlung. Die Story ihrerseits verleiht dem Rahmen, der direkt mit der visuellen Artikulation unmittelbar vollzogenener Handlungen verbunden ist, eine neue Qualität. Der gleiche Ort wird zur Stimmung der soeben wahrgenommenen Handlung, wenigstens für eine kurze Zeit.” (Deimantas Narkevicius)

  • Screening: LE CINÉMA DU MÉTISSAGE *THE CINEMA OF IN-BETWEEN * DAS KINO ZWISCHEN DEN KULTUREN, 6.5. – 29.7.2003

    Eine Filmreihe zur Kultur der Migration, ausgesucht von Georg Seeßlen.

    Die Geschichte der Menschheit entsteht aus den Schmerzen, den Gefahren, den Chancen und dem Glück der Wanderungen. Und so unterschiedlich die Gründe dafür sind, die Heimat zu verlassen und in der Fremde sein Glück oder auch nur das Überleben zu suchen, so unterschiedlich sind die Bedingungen der Reise und, vor allem, die Bedingungen des Ankommens und des neuen Zusammenlebens. Davon muss erzählt werden, immer neu, daraus entstehen immer neue Bilder.
    Vor mehr als hundert Jahren entstand ein neues Medium für das Erzählen in Bildern, das sich wie kaum ein anderes dazu eignet, die Geschichten der Wanderungen, die Geschichten vom Leben in mehreren Kulturen, die Geschichten vom Weggehen und Ankommen, zu verbreiten. Das Kino ist selbst ein Medium auf der Wanderschaft, ein „kreolisches” Medium, das Technik, Themen und Talente auf den Weg zwischen die Kulturen schickte. In Hollywood entstand die große Welt-Traumfabrik der Migration. In Europa wurde jedes Land der Kamera zu klein. Filmfestivals sind Knotenpunkte teils virtueller teils realer Migrationen. Und das Kino war für so viele Emigranten die erste Heimat in der Fremde, wie es für andere die Sehnsucht nach der Ferne weckte.
    Seit den sechziger Jahren haben die Verbannungsabenteuer und Migrationsbewegungen eine andere Qualität. Ihre Erzählung steht im Zeichen von Ökonomie und Medien. Das persönliche Schicksal muss vor der doppelten Ausbeutung gerettet werden. Und wieder ist es der Film, der eine Chance (keine Garantie!) dafür gibt, dass erzählt werden kann, gegen die wirtschaftliche Willkür, die bürokratische Kälte, die grausam dumme Gewalt.
    Unsere Filmreihe soll nicht nur die Weite und Vielfalt der Bild-Erzählungen der Migration repräsentieren. Alle vier Akte im Drama der Migration werden in Beispielen vorgestellt: Die Gründe für das Weggehen, die Abenteuer und Gefahren der Reise, die Schocks und Enttäuschungen beim Ankommen, der Beginn des neuen Lebens in der Fremde, die langsam nicht mehr nur Fremde ist, aber nie ganz „Heimat” wird. Erzählt wird von den Triumphen und vom Scheitern, von den Grotesken und den Tragödien, von den Konflikten zwischen den Traditionen, den Sprachen, den Geschlechtern und den Generationen. Es gibt ein Kino der Anklage, sogar ein Kino der Verzweiflung, es gibt ein Kino der Rebellion und ein Kino der Ironie, des lustvollen Spiels mit Klischees. In alledem aber gibt es ein Kino der Zukunft in den Migrationserzählungen des Films.
    Worauf läuft die Bewegung der Migration hinaus? Die Hoffnungen auf die glückliche Rückkehr oder auf das vollständige Verschwinden des „Fremden” im „Einheimischen” erfüllen sich selten. Aber vielleicht gibt es eine viel größere Hoffnung: Die Entstehung einer neuen, offenen Kultur zwischen den Kulturen. Eine Kultur, die den Migranten ebenso wie den Menschen der oft wahrhaft eingesessenen Kulturen neue Chancen eröffnet. Das Kino jenseits der globalen Traummaschinen kann ein wundervolles Modell dafür sein, wie aus den Konflikten die Bereicherung entsteht. Denn so wie Menschen, die zwischen den Kulturen oder in mehreren Kulturen gleichzeitig leben, genauer sehen, reicher erzählen, freier gestalten können, so ist das Kino zwischen den Kulturen beweglicher und unabhängiger. Die besten europäischen „Heimatfilme” entstehen aus der Perspektive der Métissage.
    Im Kino vollzieht sich eine Bewegung zur Emanzipation. Sie verläuft, unter anderem, von Bildern über die Kultur der Migration zu Bildern aus der Kultur der Migration. Während es vom Elend spricht, das in der Geschichte der Migration aufgehoben sein muss, spricht das Kino auch schon von den Hoffnungen und Utopien. Sie liegen weder in Trennung noch in Auflösung. Sondern in der Offenheit. Im Kino ist das, ganz direkt, eine Frage der Einstellung. (Georg Seeßlen)

    Zire puste shahr / Under the skin of the city (Rakshan Bani-Etemad)
    Iran 2001, 92 min
    Ein Film über eine Mutter, die hart arbeitet, um ihre Familie durchzubringen. Ihr Sohn ist besessen von der Idee in Japan zu arbeiten, um dort reich zu werden – ein Traum, der unter den Jugendlichen im Iran weit verbreitet ist.

    IM GHETTO 1
    Kurz und schmerzlos (Fatih Akin)
    D 1998, 100 min
    Drei Freunde aus Hamburg-Altona, ein Türke, ein Serbe und ein Grieche, schlagen sich durch ein Leben zwischen Gelegenheitsgaunereien und Knast sowie Gedanken über Leben, Liebe und mögliche Karrieren. Die authentische Milieuschilderung zeigt ungeschönt und nachvollziehbar die Lebenswirklichkeit von Jugendlichen in der Großstadt.

    KOMÖDIEN & KLAMOTTEN-NACHT
    Drachenfutter (Jan Schütte)
    D 1987, 79 min
    Der Film erzählt die Geschichte von zwei Ausländern, denen man in Deutschland keine Chance lässt. Ein leiser und poetischer Schwarzweiß-Film (umkopiert auf Farbmaterial), der unaufdringlich und teils humorvoll für die Sache der Flüchtlinge wirbt.

    Geboren in Absurdistan (Houchang Allahyari)
    A 2000, 110 min
    Im Krankenhaus werden die Babys eines österreichischen Kleinbürgerpaares und einer türkischen Familie verwechselt, die bereist wieder in die Türkei abgeschoben wurden. Nun reisen Stefan und Marion der Familie in die Türkei nach und versuchen verzweifelt, die anderen zu einem Vaterschaftstest zu überreden.

    Erkan & Stefan gegen die Mächte der Finsternis (Axel Sand)
    D 2002, 80 min

    KINDERPROGRAMM
    Granica – Die Grenze (Robert Thalheim)
    D 2001, 12 min
    Ein Tag in einer Stadt an der deutsch-polnische Grenze, in der eine Brücke die beiden Welten verbindet und ein kleiner Junge seine ersten Erfahrungen mit dem Grenzgang macht.
    Isabel auf der Treppe (Hannelore Unterberg)
    DDR 1984, 70 min
    Eine junge Chilenin im politischen Exil erfährt was es bedeutet, in einem Land zu leben, in dem sie nicht willkommen ist.

    IM GHETTO 2
    Babylon 2 – Das große Mitte-Land (Samir)
    CH 1993, 80 min
    Die urbanen Gesellschaften der nördlichen Halbkugel zeichnen sich durch eine neue landschaftliche Formation aus: dem endlosen Vorort. In diesen Landschaften sind alle Menschen Emigranten. Ob sie aus dem Lande selbst, von außerhalb oder von einem andern Kontinent kommen. Ihre ursprüngliche Kultur und Sprache reproduzieren sie meist nur noch mit Hilfe der Medien. Doch die junge zweite Generation beginnt sich mit Hilfe dieser Medien eine eigene Identität aufzubauen. Die essayistische und filmische Reflexion der drei Themen Suburb – Emigration – Massenmedien untersucht diesen Prozess anhand des schweizerischen Mittellandes.

    Geschwister / Kardesler (Thomas Arslan)
    D 1996, 82 min
    In einer Familie stehen sich die verschiedenen Wege des Lebens in der Kultur der Métissage gegenüber: Rückkehr in die Heimat, Anpassung an die neuen Lebensumstände, Kriminalität im Ghetto.

    KRIEG, FLUCHT UND ASYL
    Le clandestin / Der blinde Passagier (José Laplaine)
    Zaire 1996, 15 min, OmU

    L’america (Gianni Amelio)
    I/F 1994, 115 min
    Ein 28-jähriger Italiener will mit einem Geschäftspartner offiziell eine Schuhfabrik in Albanien aufbauen, in Wahrheit aber nur Subventionen ergaunern. Eine eindrucksvolle und bittere Bestandsaufnahme, die eine beklemmende Vision über den Verlust von Identität und Würde entwirft, der der Einzelne ebenso wie ein ganzes Volk ausgesetzt ist.

    KOSMISCHE MIGRATIONEN: EIN PHANTASTISCHER VIDEO-ABEND
    Alien nation (Graham Baker)
    USA 1988, 91 min

    Brother from another planet (John Sayles)
    USA 1984, 108 min

    Men in black (Barry Sonnenfeld)
    USA 1997, 98 min

    PROGRAMM FÜR JUGENDLICHE
    Ghetto kids (Christian Wagner)
    D 2003, 90 min
    Kinder der vierten Generation, die im Münchner Stadtteil Neuperlach leben zwischen Hoffnung und Absinken in die Kriminalität.

    KOMÖDIEN UND TRAGIKOMÖDIEN DER METISSAGE 1
    Getürkt (Fatih Akin)
    D 1997, 12 min
    Kurzspielfilm um einen jungen Türkischdeutschen, der bei seiner Mutter in der Türkei auf Urlaub ist und dort mit Gangstern in Konflikt gerät. Eine „späte Liebeserklärung an die Heimat” des Regisseurs und Satire über Klischees.

    Les années lycée – sa vie à elle / Ihr eigenes Leben (Romain Goupil)
    F 1995, 84 min
    Tragikomödie um die 17jährige Tochter algerischer Immigranten in Paris, die eines Tages mit Kopftuch in der Schule erscheint und darob von Lehrern und Mitschülern Ablehnung und Misstrauen erfährt.

    KRIEG, FLUCHT UND ASYL 2
    Waalo fendo – Lá où la terre gèle (Mohammed Soudani)
    CH 1997, 63 min
    Der Traum vom reichen Europa führt den Senegalesen Yaro nach Italien. Zusammen mit seinem jüngeren Bruder wollen sie Geld für die Familie verdienen. Wenig später wird Yaros Bruder in Mailand ermordet, und Yaro bricht auf, den Mörder und seine Beweggründe aufzuspüren. Schweizer Filmpreis 1998.

    Escape to paradise (Nino Jacusso)
    CH 2002, 90 min
    Dokumentar-Spielfilm, in dem die Betroffenen ihr eigenes Leben darstellen: Die kurdische Familie von Semuz, seine Frau und ihre drei Kinder sind nach ihrer Flucht in einem Schweizer Asylzentrum untergebracht, wo sie auf den Bescheid der Behörden warten. Unter dem Einfluss eines Freundes der Familie beschließt Semuz mit gefälschten Papieren und einer mühsam auswendig gelernten falschen Biographie seine Chancen zu verbessern und bringt seine Familie damit nicht nur um das letzte Hab und Gut, sondern auch beinahe um ihre (ungewisse) Zukunft in der Schweiz.

    LANGE NACHT: FRAUEN AM BALL
    Mädchen am Ball (Aysun Bademsoy)
    D 1995, 45 min
    Dokumentation einer Fußballmannschaft türkischstämmiger Mädchen in Deutschland, zwischen den Vorbehalten ihrer Familien und den Problemen mit doppelter Diskriminierung

    Nach dem Spiel (Aysun Bademsoy)
    D 1997, 60 min

    Bend it like Beckham (Gurinder Chadha)
    GB 2002, 112 min

    LANGE NACHT: FRAUEN IN DER MIGRATION
    40 m² Deutschland (Tevfik Baser)
    D 1986, 80 min
    Der Gastarbeiter Dursun holt nach der Tradition seine junge Frau Turna durch „Kauf” aus seinem Dorf und sperrt sie in seiner Wohnung in Deutschland ein, um sie vor der bunten und gefährlichen Welt zu schützen. Noch in seinem Tod lastet der Mann als Bürde auf ihr.

    Marie-Line (Mehdi Charef)
    F 2000, 100 min
    Marie-Line (Muriel Robin) ist die gefürchtete Chefin einer Putzkolonne, die vorwiegend aus illegalen Einwanderern besteht. Um wieder den Preis als beste Putzkolonne des Jahres zu gewinnen, ist der ehrgeizigen und arbeitswütigen Frau jedes Mittel recht. Das Supermarkt-Kammerspiel von Mehdi Charef gibt ein alltägliches und überzeugendes Beispiel von gelebter Solidarität mit den „sans papiers” in Frankreich.

    FREMDE UNTER FREMDEN
    Down and out (Espen Vidar)
    Norwegen 1995, 10 min

    Lola und Bilidikid (Kutlug Ataman)
    D 1998, 93 min
    Die Geschichte des sechzehnjährigen Türken Murat in Berlin, der sich vor allem in der eigenen Familie mit dem „Stigma” seiner Homosexualität konfrontiert sieht. Sein Bruder Osman empfindet Liebe zwischen Männern als das furchtbarste, was es geben kann. Murat findet eine eigene Identität in den Bars der Transsexuellen und Transvestiten. Er verliebt sich in den Transvestiten Lola. Aber Lola hat ein Geheimnis, in dem Osman eine überraschende Rolle spielt.

    GLOBAL VILLAGE NIGHT
    Amsterdam global village (Johan van der Keuken)
    NL 1996, 245 min
    Ein vierstündiges Portrait von Johan van der Keukens Heimatstadt Amsterdam, die seit Jahrhunderten so vielen Unterschlupf gewährt und dabei den Charme eines Dorfes beibehalten hat. Wie eine gewaltige musikalische Komposition mit vielen Themen, vielen Motiven und Variationen evoziert der Film das Unverwechselbare dieser Stadt und ihrer Bewohner – Holländer, Emigranten, Flüchtlinge, Zugereiste – die Amsterdam mit der ganzen Welt verbinden.

    LEBEN IN MEHREREN KULTUREN 1
    Das Hochzeitsbankett (Ang Lee)
    USA/Taiwan 1993, 106 min
    Ein junger, homosexueller Taiwanese in New York kann einer arrangierten Hochzeit nur entgehen, indem er den Eltern eine Scheinehe vormacht.

    KOMÖDIEN UND TRAGIKOMÖDIEN DER MÉTISSAGE 2
    Salut cousin! (Merzak Allouache)
    F 1996, 103 min
    Komödie um einen jungen Algerier, der hier seinen Cousin besucht, der ein bemerkenswertes Talent hat, in gefährliche und peinliche Situationen zu kommen. Alilo entdeckt, dass das Leben in Paris weder so glamourös noch so abgründig ist, wie man es ihm erzählt hat.

    Filmemacherinnenrunde
    Thomas Arslan, Sülbiye Günar, Ayse Polat und Hilmi Sözer diskutieren und sprechen anhand von Beispielen über Filme zum Thema „Migration”. Moderation: Georg Seeßlen

    Karamuk (Sülbiye Günar)
    D 2002, 94 min (in Anwesenheit der Regisseurin)
    Johanna, ein 17-jähriger Teenager, träumt davon, in Paris Modedesign zu studieren. Auf der Suche nach der Finanzierung ihrer Träume, macht Johanna eine Entdeckung, die sie zunächst völlig verunsichert: Nicht der langjährige Freund der Mutter ist ihr Vater, sondern ein Türke, der in Köln ein elegantes Restaurant besitzt. Bevor sie sich versieht, ist sie mitten im türkischen Familienklüngel – und mitten im ersten großen Abenteuer ihres Lebens. (Preisverleihungen: Women´s Film Festival Torino (2003), Créteil/France (2003), Houston World Film Festival, USA (2003)

    ON THE ROAD
    Auslandstournee (Ayse Polat)
    D 2000, 85 min
    Nach dem Tod des Vaters übertragen die Nachbarn die Sorge für die elfjährige Senay dem einzigen Freund der Familie, dem schwulen Nachtclubsänger Zeki, der nach anfänglichem Widerwillen die Aufgabe übernimmt, sie von Hamburg nach Istanbul zu ihrer Mutter zu bringen, die Senay nie gesehen hat.

    Suzie Washington (Florian Flicker)
    A 1998, 87 min
    Nana ist ein so genannter „Wirtschaftsflüchtling” aus Georgien. „Mein Land begeht Selbstmord” erklärt sie einer Grenzbeamtin, deshalb will sie zu ihrem Onkel nach Amerika. Weil ihr Visum gefälscht ist, wird ihr auf dem Wiener Flughafen die Weiterreise verwehrt. Es beginnt eine abenteuerliche Odyssee durch Österreich. Flicker erzählt die Geschichte ohne sozialanklägerisches Pathos, grotesk-komische und bedrohliche Situationen wechseln einander ab, mit Anleihen beim „Heimatfilm” und beim „Roadmovie”.

    LEBEN IN MEHREREN KULTUREN 2
    Italianamerican (Martin Scorsese)
    USA 1974, 45 min

    Denk ich an Deutschland – Wir haben vergessen zurückzukehren (Fatih Akin)
    D 2000, 59 min
    Fatih Akin begibt sich in seinem ersten Dokumentarfilm auf die Suche nach seinen familiären Wurzeln. Dabei gewährt er einen sehr persönlichen Einblick in das Leben seiner türkischen Familie und nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise von Hamburg-Altona nach Filyos, einem kleinen Fischerdorf am Schwarzen Meer, von wo sein Vater 1965 auszog, ein neues Leben in Deutschland zu beginnen. Fatih Akin nennt sein Familienporträt einen „Einwanderungsfilm”. Er verkörpert wie nur wenige andere den kreativen Geist der zweiten Generation von Einwanderern in Deutschland. Mit vielen Facetten reagiert er auf die kulturelle Spannweite – als Schauspieler in eigenen und fremden Filmen sowie als Autor und Regisseur

    LANGE NACHT AMERIKANISCHER TRÄUME
    America, America (Elia Kazan)
    USA 1963, 174 min
    Die Geschichte einer langen Reise der Hoffnung erzählt nach der Lebensgeschichte des Onkels des Regisseurs.

    Someone else’s America / Paradies, Brooklyn (Goran Paskaljevic)
    F/D/UK/GR/YU 1995, 95 min
    Paradies, Brooklyn ist ein wahres Märchen über zwei Emigranten, die in einer heruntergekommenen Ecke von Brooklyn leben, aber mit ihrem Herzen an der alten Heimat hängen. Bayo, illegaler Einwanderer aus Montenegro, hat mit seinem Hahn Unterschlupf beim Spanier Alonso gefunden. Alonso lebt mit seiner blinden Mutter in der „Paradies-Bar” und träumt von der Liebe. Die schöne syrische Nachbarstochter Afisi hat es ihm angetan, doch da ist noch der reiche Gemüsehändler, der sich um sie bemüht. Zu allem Kummer will seine Mutter unbedingt nach Spanien zurückkehren, bevor sie stirbt. Als nun auch noch Bayos Mutter und seine Kinder auftauchen, ist das Chaos perfekt.

2002
  • Screening: Forces of Circumstance, 28.2. – 3.3.2002

    Filmreihe, zusammengestellt von Renee Green

    Wir alle sind mit Bedingungen konfrontiert, die wir nicht selbst gewählt haben. Obwohl diese Beobachtung ein Allgemeinplatz sein mag, wird die Weise, wie etwas in uns angesprochen wird, durch die besonderen Umstände und unsere Wahrnehmung dieser Bedingungen beeinflusst. Dieser Gedanke ist der rote Faden, der sich durch die Filme dieser Reihe zieht. In der Artikulation dieses Gedankens – der unausweichlichen Macht der Umstände – und in den unterschiedlichen Trajektorien, die jeder dieser Filme nimmt, um sie in einer Vielfalt von Registern mit bezwingender Kraft zu entwickeln, liegt ihre Stärke und Schönheit. Innerhalb dieses Rahmens und darüber hinaus werden immer wieder Fragen aufgeworfen: „Was kannst du tun?” und „Was tust du?”. In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage nach einer sozialen Sphäre jenseits der individuellen Wirkungsmöglichkeiten, nach einer größeren Einheit, in der von jedem Individuum Entscheidungen getroffen werden, wie die verfügbaren Möglichkeiten genutzt werden und ebenso wie diese ihrerseits die Macht der Umstände formen oder unberührt lassen.

    In jedem der Filme kann über diese Fragen vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Zeiten und Orte nachgedacht werden, in denen er spielt. Gleichermaßen lassen sich die Möglichkeiten abwägen, die den verschiedenen Protagonisten in diesen fiktiven Erzählungen und Dokumentarfilmen zur Auswahl stehen, unabhängig davon, wie begrenzt sie sind. Wir können die Verkettung der Situationen, die mit den gegebenen Wahlmöglichkeiten entstehen, in unsere Reflexionen einbeziehen und sie hinterfragen. Durch die Filme erhalten wir die Möglichkeit, Situationen zu erleben, die unser Verständnis übersteigen und in gleicher Weise stellen sie uns vor die Aufgabe, weiter zu gehen, als uns möglich erscheint. Situationen, die uns eine Gelegenheit geben, uns selbst darüber zu befragen, wie wir in dieser komplexen und sich immer wieder verändernden Welt bestehen und handeln können. (Renée Green)