Archiv (Auswahl)

Archiv (Auswahl)

2022
  • Vermittlung, Führung: Führung durch die Ausstellung "Game of No Games" mit Nikola Dietrich, 23.11.2022
    William Scott in Game of No Games. Anleitung zu beschwingtem Gehen, 2022. Installationsansicht Kölnischer Kunstverein, 2022. Courtesy: The Museum of Everything. Foto: Mareike Tocha.
    Mi 23. Nov 2022, 17 – 18 Uhr
    Führung durch die Ausstellung „Game of No Games. Anleitung zu beschwingtem Gehen“ mit Nikola Dietrich, Direktorin und Co-Kuratorin der Ausstellung. Der Eintritt zu den Ausstellungen, Veranstaltungen und Führungen ist frei.
  • zu Gast: Kammerkonzerte im Kunstverein – 5. Konzert: Alinde Quartett, 5.11.2022
    Sa 5. Nov 2022, 18 Uhr
    Boccherini, Pauels & Schubert Das Alinde Quartett aus Köln ist mittlerweile eine feste Größe unter den hervorragenden, etablierten Streichquartetten. Ausgebildet u.a. bei Professor Günter Pichler (Alban Berg Quartett) an der „Escuela Superior de Musica Reina Sofia“ Madrid und Eberhard Feltz an der Musikhochschule „Hanns Eisler“ Berlin tritt das Alinde Quartett heute bei renommierten Festivals wie dem Verbier Festival, Aldeburgh Residencies, Chamber Music European Meetings in Bordeaux oder dem Mozartfest Würzburg auf. Im Sommer 2018 war es Teil der Chamber Music Residency beim Festival in Aix-en-Provence. Ebenso war es Gast im Konzerthaus Berlin, im WDR Funkhaus Köln und in der Kölner Philharmonie. Für Hänssler Classic spielen die vier MusikerInnen in einem 8-jährigen Projekt bis 2028 alle Streichquartette von Franz Schubert ein. Besetzung: Eugenia Ottaviano, Violine Guglielmo Dandolo Marchesi, Violine Erin Kirby, Viola Bartolomeo Dandolo Marchesi, Violoncello Programm: Orlando di Lasso (1532-1594) Prophetiae Sibyllarum: Prolog Luigi Boccherini (1743-1805) Quartett op.32 Nr. 4 1.Allegro bizarro 2.Larghetto 3.Allegro con brio Heinz Horst Frank Pauels (1908-1985) Streichquartett Nr. 1, op. 4 #RepertoireNRW – Pause – Girolamo Frescobaldi (1583-1643) Canzon seconda a quattro sopra romanesca Franz Schubert (1797-1828) Streichquartett in a Moll n. 13 D 804 „Rosamunde“ 1. Allegro ma non troppo 2. Andante 3. Menuetto. Allegretto 4. Allegro moderato Ausführliche Informationen zum Ensemble: https://www.alindequartett.com/ Preise: 19,50 Euro inkl. VVK Gebühr, ermäßigt (Schüler, Studenten, KölnPass-Inhaber) 12,- Euro inkl. VVK Gebühr, Kinder bis 14 Jahre haben freien Eintritt. Der Vorverkauf startet zur Zeit jeweils drei Wochen vor den jeweiligen Konzertterminen. Veranstalter / Aktuelle Infos: Kölner Klassik Ensemble Tickets kaufen Über die Konzertreihe: Die Musikmetropole am Rhein ist Heimatort zahlreicher international anerkannter Musikerinnen und Musiker. Mit ihrer Vielfalt und Qualität hat sich dabei die freie Kölner Kammermusikszene weltweit höchstes Ansehen erspielt. Die Kammerkonzerte im Kunstverein geben diesen Spitzenensembles aus Köln und NRW nun ein festes Schaufenster in ihrer Heimatstadt. Ab 2020 finden jährlich sechs Konzerte, jeweils Samstag Abends um 18 Uhr, im Riphahnsaal des Kölnischen Kunstvereins statt. Zentral am Neumarkt bietet der Riphahnsaal mit seiner offenen, schönen Architektur eine hervorragende Akustik für Kammermusik der internationalen Spitzenklasse. Die Verbindung von zeitgenössischer, bildender Kunst und der epochenübergreifenden Kammermusik setzt ein Symbol für die Einheit von Kunst, ihrer Vielfältigkeit und Aktualität und verspricht ein einzigartiges Ambiente.
  • Vortrag, Performance: Diavortrag und Performance von John Russell: Death Race, 2022, 16.10.2022
    John Russell: Cavapoo, 2022. Installationsansicht Kölnischer Kunstverein, 2022. Courtesy: der Künstler, Bridget Donahue, New York und High Art, Paris. Foto: Mareike Tocha.
    So 16. Okt 2022, 18 – 19 Uhr
    Diavortrag und Performance von John Russell Death Race, 2022 (Riphahnsaal) Ein Rückblick auf die Ausstellung und die letzten Reisen zu spektakulären Orten am Meer, im Stil von Andrea Fraser. In englischer Sprache. Der Eintritt zu den Ausstellungen, Veranstaltungen und Führungen ist frei. Das Veranstaltungsprogramm wird gefördert durch:
  • Kinderworkshop, Vermittlung: Kinderworkshop mit John Russell und Yoni Hong, 16.10.2022
    John Russell: Cavapool, 2022 (detail). Installationsansicht Kölnischer Kunstverein, 2022. Courtesy: der Künstler, Bridget Donahue, New York und High Art, Paris. Foto: Mareike Tocha.
    So 16. Okt 2022, 15 – 17 Uhr
    Kinderworkshop mit John Russell und Yoni Hong (Ausstellungshalle) Für Kinder von 6 bis 14 Jahren, Anmeldung erforderlich. Kommt zum Kunstverein und malt auf dem Boden des großen Ausstellungsraums – direkt auf die Bodenfolie von John Russell. Malt Haie, Fische, Wellen, Delphine, Luftblasen und fotografiert euch selbst in der Szenerie. Materialien werden gestellt, keine Teilnahmegebühr. In deutscher und englischer Sprache. Das Veranstaltungsprogramm ist gefördert durch:
  • Führung: Führung durch die Ausstellung mit Nikola Dietrich und John Russell , 16.10.2022
    John Russell: Cavapool, 2022. Installationsansicht Kölnischer Kunstverein, 2022. Courtesy: der Künstler, Bridget Donahue, New York und High Art, Paris. Foto: Mareike Tocha.
    So 16. Okt 2022, 14 – 15 Uhr
    Führung durch die Ausstellung mit Nikola Dietrich und John Russell In deutscher und englischer Sprache.
  • zu Gast: Literaturhaus – Melanie Raabe: Die Kunst des Verschwindens, 12.10.2022
    Mi 12. Okt 2022, 19:30 Uhr
    Buch-Premiere! Melanie Raabe stellt im Gespräch mit Ulrich Noller ihren neuen Roman Die Kunst des Verschwindens (btb) vor. Darin trifft die junge Fotografin Nico auf die Schauspielerin Ellen Kirsch und fühlt sofort eine unheimliche Nähe und Verbundenheit. Gibt es das, eine Seelenverwandtschaft zwischen bislang Unbekannten? Was sehen die beiden Frauen ineinander? Eine Geschichte über eine intensive Begegnung und den Beginn einer Suche nach sich selbst. Mit einem Schlag weiß ich, wovon diese düstere Präsenz ausging, verstehe ich, was da anschlug in mir. Eine Art Frühwarnsystem der Katastrophe, dessen Signale ich nicht einordnen konnte, weil ich viel zu sehr mit mir beschäftigt war. Ich hatte Unrecht, als ich Nico sagte, ich könnte nur ab und zu spüren, wenn etwas Magisches passieren werde. Dieses Mal habe ich auch Vorboten des schieren Gegenteils gespürt, abstoßend und kalt wie der Geschmack von Metall. Melanie Raabe erzählt die Geschichte zweier ungleicher Frauen, deren Wege sich in Berlin immer wieder kreuzen und sie schließlich zueinander führen: Ellen Kirsch, inzwischen weltberühmter Hollywoodstar, und Nico, eine mäßig erfolgreiche Fotografin. Während beide Frauen mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen haben, scheinen die Momente, die sie spontan gemeinsam erleben, besonders und wohltuend. Kann eine einzige Begegnung ein Leben verändern? Gibt es Seelenverwandtschaft zwischen zwei Unbekannten? Als Ellen ganz plötzlich wieder verschwindet, versteht Nico nicht, warum sie sie nicht loslassen kann. Als ihr die Antwort auf diese Frage bewusst wird, macht sie sich auf die Suche nach Ellen – und nach ihrer eigenen Vergangenheit. Veranstalter: Literaturhaus Köln Veranstaltungspartner: btb, Buchhandlung Neusser Straße, WDR Cosmo

    Ort: Kölnischer Kunstverein, Hahnenstraße 6 Eintritt: 12,- / 10, – € Mitglieder: 8, – €

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  • Führung: Führung durch die Ausstellungen von John Russell und José Montealegre mit Ani Schulze, 9.10.2022
    José Montealegre: Tainting the well, 2022. Installationsansicht Kölnischer Kunstverein, 2022. Courtesy: der Künstler und Mountains, Berlin. Foto: Mareike Tocha.
    So 9. Okt 2022, 15 – 16 Uhr
    Führung durch die Ausstellungen von John Russell und José Montealegre mit Ani Schulze Der Eintritt zu den Ausstellungen, Veranstaltungen und Führungen ist frei.
  • Führung: Führung durch die Ausstellungen von John Russell und José Montealegre mit Miriam Bettin, 28.9.2022
    José Montealegre: Página 352, 2022. Installationsansicht Kölnischer Kunstverein, 2022. Courtesy: der Künstler und Mountains, Berlin. Foto: Mareike Tocha.
    Mi 28. Sep 2022, 17 – 18 Uhr
    Führung durch die Ausstellungen von John Russell und José Montealegre mit Miriam Bettin Der Eintritt zu den Ausstellungen, Veranstaltungen und Führungen ist frei.
  • zu Gast: Literaturhaus – Jennifer Egan: Candy Haus, 19.9.2022
    © Pieter M. Van Hattem
    © Pieter M. Van Hattem
    Mo 19. Sep 2022, 19:30 Uhr
    Der neue Roman der »wichtigsten amerikanischen Schriftstellerin ihrer Generation« (FAS): Pulitzer-Preisträgerin Jennifer Egan komponiert in Candy Haus (S. Fischer) einen Soundtrack aus schillernden Lebensläufen, die vor allem eines verbindet: die Suche nach dem Ich in einer digital überpräsenten Welt. Es moderiert Julian Hanebeck. Aus der Übersetzung von Henning Ahrens liest Milena Karas. In einer Welt, in der das Digitale einen immer größeren Raum einnimmt, verändert sich auch unweigerlich unser Alltag. Candy Haus spielt mit den damit einhergehenden Unsicherheiten und Ängsten: Es ist 2010 und Bix Bouton ist Gründer eines erfolgreichen Start-ups in den USA. Sein Coup ist eine App, die unsere Erinnerungen ins Netz hochlädt und für andere sichtbar und verfügbar macht. Ein gefährliches Glück, doch niemand kann den immensen Einfluss dieser neuen Möglichkeiten leugnen. Durch die Augen der bunt gemischten Figuren erleben wir die Welt der digitalen Erinnerungen aus verschiedenen Perspektiven. Aber wann geht Technologie zu weit? Welchen Preis zahlen wir dafür und wonach sehnen wir uns wirklich? Wo findet Liebe ihren Zusammenhalt, wenn sich Identität und Erinnerung auflösen? Jennifer Egan erzählt in ihrem großen visionären Roman von einer Suche nach Authentizität und Einmaligkeit, nach Familie und Geborgenheit in einer Gegenwart, in der die digitale Welt unsere Sehnsüchte auffrisst. Veranstalter: Literaturhaus Köln Veranstaltungspartner: S. Fischer Verlag

    Ort: Kölnischer Kunstverein, Hahnenstraße 6 Eintritt: 12,- / 10, – € Mitglieder: 8, – €

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  • zu Gast: Literaturhaus – Feridun Zaimoglu: Bewältigung, 13.9.2022
    © Melanie Grande
    © Melanie Grande
    Di 13. Sep 2022, 19:30 Uhr
    Feridun Zaimoglus neuer Roman Bewältigung (Kiepenheuer & Witsch) ist die Chronik eines Selbstversuchs, ein virtuoser Künstlerroman über jemanden, der sich vornimmt, Adolf Hitler zum Protagonisten seines Romans zu machen. Aber wo kippt Recherche in Obsession? Gibt es Stoffe, die sich der literarischen Bewältigung entziehen? Über einen Autor, dem der Versuch, Herr seines Stoffes zu werden, zum Verhängnis wird, spricht Feridun Zaimoglu mit Manuel Gogos. Der Autor hält inne, das ist ihm alles eine Peinlichkeit, er denkt: ›Ich kann doch nicht diesen Kerl ein Bittgebet sprechen lassen!‹ Wieso nicht? Der Mann war ein Mensch. Ein hochstaplerisch veranlagtes Menschenschwein, aber er war ein Mensch. Der kam nicht als dunkle Gewitterwolke über die Deutschen. Soll man jetzt für den Kerl Mitgefühl empfinden? Er will in seinem Buch kein Schreckbild zeichnen, keine Erscheinung zum Fürchten. Wieso nicht? Man soll sich nicht ergötzen können, man soll ihn aushalten müssen in all seiner Fadheit. Echt muss der Kerl geraten, dass der Bürger nicht nur Knopfaugen bekommt. Der Hass soll sich verdoppeln. Große Worte. In seinem neusten Roman erzählt Feridun Zaimoglu von einem Autor, der Hitler zur literarischen Figur werden lassen will. Zu Beginn scheint es eine normale Vorarbeit zu sein, eine schwierige zwar, aber keine unvertraute. Denn Schreiben bedeutet immer Anverwandlung, eine Nähe zum Material ist absolut notwendig. Was aber, wenn das Material sich nicht bewältigen lässt und beginnt, ein zerstörerisches Eigenleben zu führen? Die Recherchereise des Autors an »Schauplätze« Hitlers führt ihn immer tiefer hinein in die Gedankenwelt seines Protagonisten. Die Bayreuther Festspiele, München, Obersalzberg: ein surrealer Fiebertraum. Bald kann er seine Gedankenwelt und die seiner Figur nicht mehr klar voneinander trennen. Was gehört ihm, was gehört Hitler? An seiner Schreibmaschine versucht er seine Figur literarisch zu entfesseln und zugleich zu bannen. Und verliert Schritt für Schritt die Kontrolle über sein Projekt und mehr und mehr auch sich selbst. Wann beginnt Kunst toxisch zu werden für ihren »Schöpfer«? Und gibt es Stoffe oder Themen, die sich der literarischen Bewältigung entziehen, weil sie zu giftig sind? Feridun Zaimoglu hat einen virtuosen Künstlerroman geschrieben.

    Veranstalter: Literaturhaus Köln Veranstaltungspartner: Kiepenheuer & Witsch

    Ort: Kölnischer Kunstverein, Hahnenstraße 6 Eintritt: 12,- / 10, – € Mitglieder: 8, – €

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  • Sonderveranstaltung: Tag des offenen Denkmals in Köln, 10. – 11.9.2022
    (34), Hahnenstraße 6, Die Brücke © Stadt Köln – Stadtkonservator, Amt für Denkmalschutz und Denkmalpflege. Foto: Dorothea Heiermann
    Sa 10. Sep 2022 – So 11. Sep 2022
    Tag des offenen Denkmals in Köln „Die Brücke“, ehemals British Information Center, wurde 1949/50 nach Plänen von Wilhelm Riphahn errichtet und diente als Ort der Begegnung. Der Winkelbau ist wie ein Gesamtkunstwerk durchgestaltet. Nachdem der Kölnische Kunstverein das denkmalgeschützte Gebäude 2002 bezog, konnte er es ganz im Sinne Riphahns als Musterbau der Moderne adaptieren. Öffnungszeiten Sa., 10.09., 11:00 bis 18:00 Uhr So., 11.09., 11:00 bis 18:00 Uhr Eintritt frei Programm Architekturführung am 10.9.2022 um 15:00 Uhr Dagmar Lutz M.A. (Künstlerin, Kunsthistorikerin), Dauer 60 Minuten Treffpunkt: Eingangsfoyer Kölnischer Kunstverein Leider ist die Architekturführung bereits ausgebucht.
    An beiden Tagen im Riphahnsaal von 11:00 bis 18:00 Uhr: Ausstellung und Kurzvorträge von ERCO, Spezialist für Architekturbeleuchtung www.erco.com
     
     
  • Lesung: A Nervous Reading von José Montealegre mit Nat Marcus und Mikhail Wassmer , 4.9.2022
    José Montealegre: Nervous System, 2022. Installationsansicht Kölnischer Kunstverein, 2022. Courtesy: der Künstler und Mountains, Berlin. Foto: Mareike Tocha.
    Sa 3. Sep 2022, 17 – 18 Uhr

    Eine Lesung anlässlich der Ausstellung von José Montealegre Nervous System im Rahmen der DC Open

    Mit Texten von José Montealegre, Nat Marcus und Mikhail Wassmer, Erzähler: Mark von Schlegell 

    Es war einmal ein junger Mann, nicht einmal fünfzehn Jahre alt, der auf der Suche nach Geschichten durch die Lande zog. Sein Name war Hilario Martinez, und wenn er auf ältere Leute mit faltigen Augen und lederner Haut traf, die ihm ein paar gute, altmodische Geschichten erzählen konnten, schickten sie ihn weg wie eine Schmeißfliege. „Du bist doch noch nicht einmal fünfzehn“, sagten sie, „hau ab, geh zurück zu deiner Mutter.“ Das enttäuschte Hilario sehr, aber er fand dennoch den Willen, weiterzugehen.
    Eines Tages ging Hilario einen Waldweg entlang und aß Stachelbeeren von einem Stachelbeerbaum nicht weit von der Straße entfernt. Dabei stieß er auf eine kleine Hexe, die in einer Plastikflasche stecken geblieben war. Sie krallte und kratzte an den Seiten und versuchte, das Plastik zu zerquetschen, um es abzubeißen und ein Loch zu reißen, damit sie entkommen konnte, aber das Plastik gab nicht nach. Er sagte zu der Hexe, als er die Flasche aufhob: „Hexe, du hast dich in der Flasche verfangen. Die Hexe seufzte und ließ sich auf ihren Hintern plumpsen. „Also…“, sagte die Hexe und schaute in die großen Augen von Hilario, der ihr Gehäuse wie ein Glühwürmchen hielt, „lässt du mich jetzt raus oder was?“
    Hilario war auf diese Frage nicht vorbereitet und überlegte, was er wohl Gewitztes sagen könnte.
    „Wie kann ich dich rauslassen, Hexe“, sagte er, „denn ich weiß nicht, wer dich da reingesteckt hat, vielleicht bist du eine verrückte Hexe und sobald ich die Flasche öffne, hältst du mich für einen Narren.“
    „Du scheinst schon ein Narr zu sein“, seufzte die Hexe, während sie zum Flaschenhals hinaufflog.
    „Oder vielleicht bist du die Sklavenhexe eines Riesen, der mir einen Strich durch die Rechnung machen wird, wenn er erfährt, dass ich seine Fee befreit habe.“
    „Nun, das ist eine gute Geschichte“, sagte die Hexe, während sie im erstickenden Hals der tränenförmigen Flasche schwebte, „aber…..“, fuhr sie fort, wurde aber von dem verwirrten Gesicht unterbrochen, das sie von außen anstarrte. Hilarios Augen waren auf sie gerichtet, wie zwei Mondsicheln, die über dem Horizont aufgingen. „Geschiiiiiichteeeen“, geiferte Hilaro, „gib mir die Geschiiiiiichteeeen“, wiederholte er, wie gebannt von den Händen der Hexe, die inzwischen die Schwäche des hamsternden Idioten erkannt hatte. 

    Text: José Montealegre

    Nat Marcus ist Dichterin, Sängerin und Designerin. Zusammen mit Zoe Darsee ist sie Mitherausgeberin von TABLOID Press, einem 2014 in Berlin gegründeten Imprint für Lyrik und Kunstbücher. Der Verlag legt den Fokus auf den öffentlichen Raum eines Gedichts und die Poetik eines sozialen Körpers. Marcus‘ Lyrik, Kunstkritik und Lyrikjournalismus sind auch in Arts of the Working Class, The Ransom Note, Edit und Berlin Art Link erschienen.

    Mikhail Wassmer (*1986 in South Surrey, B.C., Canada) studierte Fotografie an der Zürcher Hochschule der Künste und der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, und Freie Kunst an der Städelschule in Frankfurt am Main. In jüngster Vergangenheit stellte er Arbeiten in Einzelausstellungen bei RESPONSIBILITY (2020) und Harmony 100 (2022) in Basel aus. Seine Lyrik publizierte er selbst in Agitated Dairy (2020) und the end… (2021). Aus den beiden Pamphlets rezitierte er bei RESPONSIBILITY in Basel, KOBO in Zürich, Harmony 100 in Basel und Hopscotch in Berlin.

  • zu Gast: Kammerkonzerte im Kunstverein – 4. Konzert: Arundos Quintett, 3.9.2022
    Arundos Quintett
    Sa 3. Sep 2022, 18 Uhr
    Beethoven, Schumann, Blomenkamp & Ligeti Das Arundos Quintett ist ein in Nordrhein-Westfalen beheimatetes Bläserquintett, das sein Publikum immer wieder aufs Neue mit klassischen originellen Programmen begeistert. Gegründet während ihres Studiums an der Musikhochschule Köln sind sie seit 2013 ein fest etabliertes Bläserquintett und überzeugen mit Spielfreude, mitreißender Frische und einem perfekt aufeinander abgestimmten Spiel. Dabei präsentiert das Quintett ein außergewöhnliches Programm mit fantastischen Bearbeitungen von Werken von Beethoven und Schumann sowie wunderbaren neuen und neueren Kompositionen von Blomenkamp und Ligeti. Besetzung: Anna Saha, Flöte Yoshihiko Shimo, Oboe Christine Stemmler, Klarinette Lisa Rogers, Horn Yuka Maehrle, Fagott Programm: Ludwig van Beethoven Oktett op. 103 (bearbeitet für Bläserquintett von Guido Schäfer) 1. Allegro 2. Andante 3. Menuetto 4. Presto Robert Schumann Suite aus: Kinderszenen, op. 15 (bearbeitet für Bläserquintett von Hans Abrahamsen) – Pause – Thomas Blomenkamp Sept Desserts rythmiques (2006) 1. Sempre piano e leggiero 2. Calmo 3. Semplice e piano 4. Con fuoco 5. Con slancio 6. Calmo, ma con moto 7. Con delicatezza #RepertoireNRW György Ligeti Sechs Bagatellen für Bläserquintett (1953) 1. Allegro con spirito 2. Rubato. Lamentoso 3. Allegro grazioso 4. Presto ruvido 5. Adagio. Mesto 6. Molto vivace. Capriccioso Ausführliche Informationen zum Ensemble: https://www.arundosquintett.com Preise: 19,50 Euro inkl. VVK Gebühr, ermäßigt (Schüler, Studenten, KölnPass-Inhaber) 12,- Euro inkl. VVK Gebühr, Kinder bis 14 Jahre haben freien Eintritt. Der Vorverkauf startet zur Zeit jeweils drei Wochen vor den jeweiligen Konzertterminen. Karten sind auf KölnTicket erhältlich: www.koelnticket.de Aktuelle Infos & Link zum VVK unter: www.koelner-klassik-ensemble.de Über die Konzertreihe: Die Musikmetropole am Rhein ist Heimatort zahlreicher international anerkannter Musikerinnen und Musiker. Mit ihrer Vielfalt und Qualität hat sich dabei die freie Kölner Kammermusikszene weltweit höchstes Ansehen erspielt. Die Kammerkonzerte im Kunstverein geben diesen Spitzenensembles aus Köln und NRW nun ein festes Schaufenster in ihrer Heimatstadt. Ab 2020 finden jährlich sechs Konzerte, jeweils Samstag Abends um 18 Uhr, im Riphahnsaal des Kölnischen Kunstvereins statt. Zentral am Neumarkt bietet der Riphahnsaal mit seiner offenen, schönen Architektur eine hervorragende Akustik für Kammermusik der internationalen Spitzenklasse. Die Verbindung von zeitgenössischer, bildender Kunst und der epochenübergreifenden Kammermusik setzt ein Symbol für die Einheit von Kunst, ihrer Vielfältigkeit und Aktualität und verspricht ein einzigartiges Ambiente.
  • Führung: Führung durch die Ausstellungen mit Miriam Bettin, 3.9.2022
    John Russell: Cavapool, 2022. Installationsansicht Kölnischer Kunstverein, 2022. Courtesy: der Künstler, Bridget Donahue, New York und High Art, Paris. Foto: Mareike Tocha.
    Sa 3. Sep 2022, 16 – 17 Uhr
    Führung durch die Ausstellungen von John Russell und José Montealegre mit Miriam Bettin im Rahmen der DC Open
  • Sonderveranstaltung: DC Open, 2. – 4.9.2022
    John Russell: Cavapool, 2022. Installationsansicht Kölnischer Kunstverein, 2022. Courtesy: der Künstler, Bridget Donahue, New York und High Art, Paris. Foto: Mareike Tocha.
    Fr 2. Sep 2022 – So 4. Sep 2022
    Öffnungszeiten Fr., 02.09., 11:00 bis 18:00 Uhr Sa., 03.09., 11:00 bis 18:00 Uhr So., 04.09., 11:00 bis 18:00 Uhr Eintritt frei Weitere Informationen finden Sie hier. Programm John Russell: Cavapool kuratiert von Nikola Dietrich José Montealegre: Nervous System kuratiert von Miriam Bettin Samstag, 3.9.2022, 16 Uhr Führung durch die Ausstellungen von John Russell und José Montealegre mit Miriam Bettin Sonntag, 4.9.2022, 17 Uhr (Kinosaal) A Nervous Reading von José Montealegre mit Nat Marcus und Mikhail Wassmer Es war einmal ein junger Mann, nicht einmal fünfzehn Jahre alt, der auf der Suche nach Geschichten durch die Lande zog. Sein Name war Hilario Martinez, und wenn er auf ältere Leute mit faltigen Augen und lederner Haut traf, die ihm ein paar gute, altmodische Geschichten erzählen konnten, schickten sie ihn weg wie eine Schmeißfliege. „Du bist doch noch nicht einmal fünfzehn“, sagten sie, „hau ab, geh zurück zu deiner Mutter.“ Das enttäuschte Hilario sehr, aber er fand dennoch den Willen, weiterzugehen. Eines Tages ging Hilario einen Waldweg entlang und aß Stachelbeeren von einem Stachelbeerbaum nicht weit von der Straße entfernt. Dabei stieß er auf eine kleine Hexe, die in einer Plastikflasche stecken geblieben war. Sie krallte und kratzte an den Seiten und versuchte, das Plastik zu zerquetschen, um es abzubeißen und ein Loch zu reißen, damit sie entkommen konnte, aber das Plastik ließ sich nicht bewegen. Er sagte zu der Hexe, als er die Flasche aufhob: „Hexe, du hast dich in der Flasche verfangen. Die Hexe seufzte und ließ sich auf ihren Hintern auf den Boden plumpsen. „Also…“, sagte die Hexe und schaute in die großen Augen von Hilario, der ihr Gehäuse wie ein Glühwürmchen hielt, „lässt du mich jetzt raus oder was?“ Hilario war auf diese Frage nicht vorbereitet und überlegte, was er wohl Gewitztes sagen könnte. „Wie kann ich dich rauslassen, Hexe“, sagte er, „denn ich weiß nicht, wer dich da reingesteckt hat, vielleicht bist du eine verrückte Hexe und sobald ich die Flasche öffne, hältst du mich für einen Narren.“ „Du scheinst schon ein Narr zu sein“, seufzte die Hexe, während sie zum Flaschenhals hinaufflog. „Oder vielleicht bist du die Sklavenhexe eines Riesen, der mir einen Strich durch die Rechnung machen wird, wenn er erfährt, dass ich seine Fee befreit habe.“ „Nun, das ist eine gute Geschichte“, sagte die Hexe, während sie im erstickenden Hals der tränenförmigen Flasche schwebte, „aber…..“, fuhr sie fort, wurde aber von dem verwirrten Gesicht unterbrochen, das sie von außen anstarrte. Hilarios Augen waren auf sie gerichtet, wie zwei Mondsicheln, die über dem Horizont aufgingen. „Geschiiiiiichteeeen“, geiferte Hilaro, „gib mir die Geschiiiiiichteeeen“, wiederholte er, wie gebannt von den Händen der Hexe, die inzwischen die Schwäche des hamsternden Idioten erkannt hatte. Text: José Montealegre Freitag, 2.9. bis Sonntag, 4.9.2022, stündlich zu jeder vollen Stunde von 11 bis 18 Uhr, am Sonntag bis 15 Uhr (Kinosaal) Filmvorführung EARLEY, 2021/2022 von John Russell (Video, Sound, 58 min) In der sengenden Hitze des ländlichen Frankreichs, im Sommer 2021, hat sich eine Gruppe von Künstler:innen und Filmemacher:innen daran gemacht, eine „aktuelle Version von Becketts absurder Nachkriegsvision, choreografiert auf den Bahnsteigen einer [Vorort-] Station“ zu drehen. Als Spiel mit Becketts Übersetzungsexperimenten ist die Erzählung in der kleinen britischen Stadt Earley situiert, wurde jedoch in Wirklichkeit in Arles, Südfrankreich, gedreht. Um diesen Kunstgriff noch zu verstärken, wurden alle französischen Beschilderungen auf den Bahnsteigen und an den Zügen mit englischen ausgetauscht. Während ihrer Recherche wurden die Filmemacher:innen vor dem Mythos des „Eierkopfs“ oder ‘Tête d’Oeuf’ gewarnt. Sie entschieden sich, diese Warnungen zu ignorieren und verweisen auf Eierkopf sogar in ihrem Script. Inmitten schmelzender Pollen, Mücken, gerinnender Ideologie und Schweißtropfen vor Hitze vergehend, mit dem anhaltenden Rhythmus zirpender Zikaden im Hintergrund, entfaltet sich ein intensiver Dialog zwischen zwei Pendlern, von denen einer die Form einer Giacometti-Skulptur annimmt. Text: John Russell
  • Lesung, Sonderveranstaltung: DC Open, 2. – 4.9.2022
    José Montealegre: Art History, 2018. Installationsansicht Kölnischer Kunstverein, 2022. Courtesy: der Künstler und Mountains, Berlin. Foto: Mareike Tocha.
    Sa 3. Sep 2022, 17 – 18 Uhr


    Öffnungszeiten
    Fr., 02.09., 11:00 bis 18:00 Uhr
    Sa., 03.09., 11:00 bis 18:00 Uhr
    So., 04.09., 11:00 bis 18:00 Uhr

    Eintritt frei

    Weitere Informationen finden Sie hier.

    Programm
    John Russell: Cavapool
    kuratiert von Nikola Dietrich

    José Montealegre: Nervous System
    kuratiert von Miriam Bettin

    Samstag, 3.9.2022, 16 Uhr
    Führung durch die Ausstellungen von John Russell und José Montealegre mit Miriam Bettin

    Sonntag, 4.9.2022, 17 Uhr (Kinosaal)
    A Nervous Reading von José Montealegre mit Nat Marcus und Mikhail Wassmer

    Es war einmal ein junger Mann, nicht einmal fünfzehn Jahre alt, der auf der Suche nach Geschichten durch die Lande zog. Sein Name war Hilario Martinez, und wenn er auf ältere Leute mit faltigen Augen und lederner Haut traf, die ihm ein paar gute, altmodische Geschichten erzählen konnten, schickten sie ihn weg wie eine Schmeißfliege. „Du bist doch noch nicht einmal fünfzehn“, sagten sie, „hau ab, geh zurück zu deiner Mutter.“ Das enttäuschte Hilario sehr, aber er fand dennoch den Willen, weiterzugehen.
    Eines Tages ging Hilario einen Waldweg entlang und aß Stachelbeeren von einem Stachelbeerbaum nicht weit von der Straße entfernt. Dabei stieß er auf eine kleine Hexe, die in einer Plastikflasche stecken geblieben war. Sie krallte und kratzte an den Seiten und versuchte, das Plastik zu zerquetschen, um es abzubeißen und ein Loch zu reißen, damit sie entkommen konnte, aber das Plastik ließ sich nicht bewegen. Er sagte zu der Hexe, als er die Flasche aufhob: „Hexe, du hast dich in der Flasche verfangen. Die Hexe seufzte und ließ sich auf ihren Hintern auf den Boden plumpsen. „Also…“, sagte die Hexe und schaute in die großen Augen von Hilario, der ihr Gehäuse wie ein Glühwürmchen hielt, „lässt du mich jetzt raus oder was?“
    Hilario war auf diese Frage nicht vorbereitet und überlegte, was er wohl Gewitztes sagen könnte.
    „Wie kann ich dich rauslassen, Hexe“, sagte er, „denn ich weiß nicht, wer dich da reingesteckt hat, vielleicht bist du eine verrückte Hexe und sobald ich die Flasche öffne, hältst du mich für einen Narren.“
    „Du scheinst schon ein Narr zu sein“, seufzte die Hexe, während sie zum Flaschenhals hinaufflog.
    „Oder vielleicht bist du die Sklavenhexe eines Riesen, der mir einen Strich durch die Rechnung machen wird, wenn er erfährt, dass ich seine Fee befreit habe.“
    „Nun, das ist eine gute Geschichte“, sagte die Hexe, während sie im erstickenden Hals der tränenförmigen Flasche schwebte, „aber…..“, fuhr sie fort, wurde aber von dem verwirrten Gesicht unterbrochen, das sie von außen anstarrte. Hilarios Augen waren auf sie gerichtet, wie zwei Mondsicheln, die über dem Horizont aufgingen. „Geschiiiiiichteeeen“, geiferte Hilaro, „gib mir die Geschiiiiiichteeeen“, wiederholte er, wie gebannt von den Händen der Hexe, die inzwischen die Schwäche des hamsternden Idioten erkannt hatte.

    Text: José Montealegre

    Nat Marcus ist Dichterin, Sängerin und Designerin. Zusammen mit Zoe Darsee ist sie Mitherausgeberin von TABLOID Press, einem 2014 in Berlin gegründeten Imprint für Lyrik und Kunstbücher. Der Verlag legt den Fokus auf den öffentlichen Raum eines Gedichts und die Poetik eines sozialen Körpers. Marcus‘ Lyrik, Kunstkritik und Lyrikjournalismus sind auch in Arts of the Working Class, The Ransom Note, Edit und Berlin Art Link erschienen.

    Mikhail Wassmer (*1986 in South Surrey, B.C., Canada) studierte Fotografie an der Zürcher Hochschule der Künste und der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, und Freie Kunst an der Städelschule in Frankfurt am Main. In jüngster Vergangenheit stellte er Arbeiten in Einzelausstellungen bei RESPONSIBILITY (2020) und Harmony 100 (2022) in Basel aus. Seine Lyrik publizierte er selbst in Agitated Dairy (2020) und the end… (2021). Aus den beiden Pamphlets rezitierte er bei RESPONSIBILITY in Basel, KOBO in Zürich, Harmony 100 in Basel und Hopscotch in Berlin.

    Freitag, 2.9. bis Sonntag, 4.9.2022, stündlich zu jeder vollen Stunde von 11 bis 18 Uhr, am Sonntag bis 15 Uhr (Kinosaal)
    Filmvorführung EARLEY, 2021/2022 von John Russell (Video, Sound, 58 min)

    In der sengenden Hitze des ländlichen Frankreichs, im Sommer 2021, hat sich eine Gruppe von Künstler:innen und Filmemacher:innen daran gemacht, eine „aktuelle Version von Becketts absurder Nachkriegsvision, choreografiert auf den Bahnsteigen einer [Vorort-] Station“ zu drehen.
    Als Spiel mit Becketts Übersetzungsexperimenten ist die Erzählung in der kleinen britischen Stadt Earley situiert, wurde jedoch in Wirklichkeit in Arles, Südfrankreich, gedreht. Um diesen Kunstgriff noch zu verstärken, wurden alle französischen Beschilderungen auf den Bahnsteigen und an den Zügen mit englischen ausgetauscht.
    Während ihrer Recherche wurden die Filmemacher:innen vor dem Mythos des „Eierkopfs“ oder ‘Tête d’Oeuf’ gewarnt. Sie entschieden sich, diese Warnungen zu ignorieren und verweisen auf Eierkopf sogar in ihrem Script.
    Inmitten schmelzender Pollen, Mücken, gerinnender Ideologie und Schweißtropfen vor Hitze vergehend, mit dem anhaltenden Rhythmus zirpender Zikaden im Hintergrund, entfaltet sich ein intensiver Dialog zwischen zwei Pendlern, von denen einer die Form einer Giacometti-Skulptur annimmt.

    Text: John Russell

     

  • Einzelausstellung: José Montealegre Nervous System, 20.8. – 16.10.2022
    José Montealegre: Nervous System, 2022.

    Eröffnung: Freitag, 19.8.2022, 19 Uhr


    In seiner ersten institutionellen Einzelausstellung Nervous System im Kölnischen Kunstverein setzt José Montealegre seine 2020 begonnene Werkserie Páginas fort. Ausgangspunkt für diese Skulpturen ist ein umfangreiches botanisches Archiv mit Pflanzenabbildungen, das im Zuge der spanischen Kolonisierung Mexikos entstand und als Nova Plantarum Animalium et Mineralium Mexicanorum (1628) veröffentlicht wurde. Es umfasst Hunderte von indigenen Pflanzen, die von den Kolonisatoren katalogisiert und neu systematisiert wurden. Detailreich übersetzt Montealegre diese botanischen Illustrationen in Kupferskulpturen und präsentiert sie im zweiten Stock des Kunstvereins. In seiner künstlerischen Praxis, die auch das Schreiben umfasst, entwirft der Künstler Erzählungen, die die Grenze zwischen Herkunft und (Fehl-)Übersetzung verwischen. Entgegen dem von Kolonialmächten geprägten Wissen lässt Montealegre marginalisierte Perspektiven auftauchen und fordert so kanonische Geschichte(n) heraus.

    Der Ausstellung folgt die erste Publikation von José Montealegre.


    Methodologien I

    Eins. Wie ein Protagonist einer Comic-Zeichnung, der in die rotierende Schnauze einer Gänsehaut-Stadt aus Beton wie zum Beispiel New York eintaucht, schnappt meine messingbeschlagene, lederne Aktentasche auf und alle meine Papiere fliegen weg. Jetzt bin ich spät dran. Jetzt bin ich arm. Jetzt habe ich Träume. Jetzt fliegen sie weg.

    Zwei. Es ist furchtbar offensichtlich, dass jedes Gespräch über die Methodologien der Kunst mit dem Leben beginnt und sicher auch endet. Beginnt, weil es die Quelle ist, die den Brunnen anzapft. Endet, weil aufgeblähte Goldfische die Beute der Falken sind.

    Drei. Dokumentenwirbelsturm. Scherenschnitt-Stadt. Der Nerv, die Nerven, nervöse Nerven aus Stahl. Der Tornado aus Seiten wirbelt Ordnung und Logik durcheinander und versetzt damit das Geschäftsgespräch in einen unverständlichen Schwebezustand, wo die Bürokratie keinen Halt findet und die Rankpflanze keine Wurzeln schlagen kann. Vielleicht hast du eine Nervenzelle, die fehlzündet. 

    Vier. Daraufhin wird mir klar, dass das, was gesucht wird, nicht zufällig sein kann. Eine Person, die das Loch in ihrer Tasche nicht stopft, nennt man Wohltäter:in.

    Fünf. Es ist der sich drehende Papierzyklon, der mein Leben so zerstört hat, der Ort der Selbstauflösung der Welt. Wo das Unsichtbare nicht nur gesehen wird, sondern sich verwandelt. Die schwebenden Papiere werden zu Kugeln zerknüllt. Sie enthalten, verbergen und machen Informationen unbrauchbar. Es ist wie der Blick in den Brunnen und den goldenen Meniskus sehen, der das Licht bricht, die gegossene und verwelkende Blüte, die sanft auf die Wasseroberfläche fällt und vom Wind umhergeweht wird, der Goldfisch, der unbeholfen, wenn nicht gar anmutig schwimmt, und die Kralle, die ihre Ruhe bricht und sich ins Wasser stürzt und den Goldfisch in eine andere ekstatische Welt trägt.

    Sechs. Im Mai 2020 lud ich eine digitale Kopie der Nova Plantarum Animalium et Mineralium Mexicanorum (1628) von Biodiversitylibrary.org auf einen USB-Stick herunter. Dann brachte ich diesen USB-Stick zu einer Druckerei für Studierende. Dort druckte ich sie in Schwarzweiß auf Recyclingpapier aus. Mit ledergebundenem Einband und allem Drum und Dran. Der 1.104 Seiten starke Dokumentenstapel enthält Hunderte von Zeichnungen von Pflanzen und Tieren aus dem heutigen Mexiko und Mittelamerika. Jede Zeichnung wird von einem Namen auf Nahuatl begleitet, der von den Imperien verstreut wurde, und einem lateinischen Namen, der von der modernen Botanik neu interpretiert wurde. Seit ich diese Version der ‚Nova Plantarum‘ gedruckt habe, blättere ich das Buch fast jeden Tag durch. Ich sehe mir die Pflanzen an und erkenne sie manchmal sofort. Manchmal dauert es aber auch Monate, bis mir klar wird, dass ich sie schon einmal gesehen habe, doch die meisten bleiben mir unbekannt. Wenn ich ihren Namen google, finde ich nichts. Nur durch diese Zeichnungen vertraut, sehe ich vage Möglichkeiten in der Landschaft. Wenn mir danach ist und wenn ich merke, dass ich sie bildhauerisch kenne, mache ich eine Skulptur der Zeichnung. Bis jetzt habe ich etwa achtzig Pflanzenskulpturen gemacht. Es sind noch Hunderte übrig. Jedes Mal, wenn ich die schwarz-weiße Druckausgabe dieses Buches durchblättere, schaffe ich darin eine neue Ordnung. Der Ledereinband befindet sich jetzt in der Mitte des Buches übersät von Kritzeleien und Notizen. Die Seitenabfolge ist unlogisch und irrelevant geworden. Die Seitenzahlen überspringen Hunderte. Ich habe Seiten verloren. Ich habe sie zerknittert. Ich habe Flecken hinterlassen.


    Text: José Montealegre (Übersetzung: Kathrin Heinrich)


    Methodologien II

    Eins. Betrachten
    Erster Blick an die weiße Wand, zweiter Blick auf den gefliesten Boden. Sich umschauen. Hinunterschauen. Geh auf die Knie. Geh näher heran. Entdecke. Wiederhole.

    Zwei. Beanspruchen
    Im Jahr 1517, während der spanischen Kolonisierung Amerikas, wurde der Naturforscher und Arzt Francisco Hernández de Toledo auf die erste wissenschaftliche und botanische Expedition geschickt. Das Ergebnis der siebenjährigen Expedition war ein umfangreiches botanisches Archiv in Form eines illustrierten Manuskripts mit schematischen Zeichnungen, die bei Nahua-Malern in Auftrag gegeben worden waren. In Folge wurde es im Kloster Escorial aufbewahrt, vom italienischen Mediziner Nardo Recchi umstrukturiert, ging bei einem Brand teilweise verloren und wurde schließlich 100 Jahre später unter dem Titel Nova Plantarum, Animalium, et Mineralium Mexicanorum historia im Jahr 1628 veröffentlicht.

    Drei. Wissen
    Sehen, Benennen, Wissen. Die Pflanzennamen im Buch sind sowohl in Nahuatl als auch in Latein angegeben. Da jedoch die Bezüge durch Aneignung, Erwerb und Übersetzung teilweise verloren gegangen sind, ist der Versuch, eine Entsprechung in der heutigen Botanik zu finden, nicht immer erfolgreich. Als wir durch die Kölner Innenstadt gehen, sehe ich eine auffallend dominante Pflanze, die den Bordstein durchbrochen hat. „Ist dir nicht aufgefallen, dass Pflastersteine in deutschen Städten immer bogenförmig verlegt sind?“, fragt er. Denken durch Handwerk.

    Vier. Erzählen
    Im Jahr 2013 besuchte ich José Montealegre zum ersten Mal in seinem Atelier. Er war gerade von Managua nach Frankfurt am Main gezogen, um sein Studium an der Städelschule in der Klasse von Willem de Rooij zu beginnen. Ich erinnere mich, wie ich Plattformen aus Kacheln auf niedrigen Sockeln auf dem Boden, auf denen Miniatur-Dschungelwelten aus Ton zu sehen waren, betrachtete, oder besser gesagt, beobachtete, an Reliefs von winzigen Skeletten an der Wand neben gerahmten, historisch anmutenden Buchseiten. Es war eine Überraschung, als ich herausfand, dass diese Dokumente fiktiv waren: Digitaldrucke auf leeren Seiten, die aus gebrauchten Büchern herausgerissen worden waren. Überschreiben von Geschichten. Geschichte neu schreiben. Die Erzählung zurückgewinnen.

    Fünf. Ausweiten
    Montealegres Werke haben das Potenzial, sich über ihre Ränder hinaus auszudehnen. Wie vier rechteckige Ausschnitte einer größeren Umgebung scheinen sie zu wachsen, sich zu entwickeln, sich zu reproduzieren. Im Außenraum reflektieren die spiegelnden Oberflächen der Plastikbehälter, die in Honduras zum Auffangen von Regenwasser und zur Handwäsche von Kleidung verwendet werden, ihre Umgebung. In den Buntglas-Quadraten klingen die Einflüsse der katholischen Ikonographie sowie des Kunsthandwerks und ihre alles vereinnahmende europäische Erzählung nach. Die Renaissance in Europa brachte nicht nur das Konzept der Perspektive in der Kunst mit sich, sondern auch die koloniale Expansion.

    Sechs. Zusammenbrechen
    Was Kupfer und Nerven gemeinsam haben, ist, dass beide elektrische Überträger sind. „Vertrau mir nicht, ich sage nicht die Wahrheit“, sagt er. Zittern und Beben. Wissen und Macht neu strukturieren. Rückkehr der Handlungsfähigkeit.


    Text: Miriam Bettin (Übersetzung: Kathrin Heinrich)

    Kuratorin: Miriam Bettin


    José Montealegre(*1992 in Tegucigalpa, Honduras) lebt und arbeitet in Berlin. Er studierte Philosophie und Literatur an der Universidad Centroamericana de Managua, Nicaragua, und bei Willem de Rooij an der Städelschule in Frankfurt am Main. Seine Arbeiten wurden in Einzelausstellungen in der Klosterruine in Berlin, bei Mountains in Berlin (beide 2021), Convent Art Space in Gent (2019) und in Gruppenausstellungen u.a. im Lantz’scher Skulpturenpark Lohausen in Düsseldorf (2021), Städelmuseum in Frankfurt am Main, bei Natalia Hug in Köln (beide 2019), Futura Gallery in Prag, Gillmeier Rech in Berlin (beide 2018) und in der Kunsthalle Darmstadt (2017, 2014) gezeigt. Parallel zur Einzelausstellung im Kölnischen Kunstverein ist eine von José Montealegre und Rebekka Seubert kuratierte Gruppenausstellung im Dortmunder Kunstverein zu sehen (bis 30.10.2022).


    Unterstützt von:

  • Einzelausstellung: John Russell CAVAPOOL, 20.8. – 16.10.2022
    John Russell, Cavapool, 2022.

    Eröffnung: Freitag, 19.8.2022, 19 Uhr

    Hallo … hallo … wuff wuff wuff!

    Meine Augen sind wie wässrige „Pools der Liebe“, den Tränen nahe, so kurz vor deiner Ankunft, wo ich hier oben stehe und warte… wuff wuff! Die Treppe hinuntersehe zu dir. … ein koketter Mischling.

    Haaaaallo“, sagst du, während du die Treppe hochkommst, „Oh, du bist ja süß… was sollen wir zusammen machen?“

    Und da schwingt etwas in meiner Gestik mit, in der halben Drehung meines Körpers, in der gefälligen Neigung meines Kopfes, in meiner leicht schrägen Haltung, in der geschickt gemalten Feuchtigkeit meiner Nase, in der handgearbeiteten Verführung meiner Locken und des Fells, selbst in der Andeutung eines koketten Lächelns, das um den Winkel meiner Schnauze spielt…

    Wuff wuff!
    Oh listige Nötigung!
    Oh ausgefeilte Anspielung!

    Und dann, während ich neben dir hertrotte, als dein Geisttier, wir den Hauptausstellungsraum betreten und den Duft von Pinien und vielleicht Sandelholz einatmen – Reinigungsmittel oder vielleicht Raumspray. Wuff wuff wuff! Und unter unseren Füßen der saftige Glanz von Spiegelbeton.

    Oh, das ist erstaunlich!“, rufst du, als das Licht zu dir hereinbricht.

    Der klaffende Einschnitt, hinunter bis zu Gesteinsbrocken, die Ansicht eines Wasserspektakels, einer Kluft inmitten verwobener Strudel aus Wellen, Wolken, Kliffen, Himmeln und überfluteter Architektur; barocke Loops aus flüssiger Verführung, wässrigem Tod und sonnenbeschienenen Kräuselungen. Der Horror der „Abbildung“, gezierte perspektivische Vortäuschung, die krude Aufforderung zur Darstellung des Bodens um der Darstellung Willen mit ihren Tricks und Rückwendungen und sich an der Oberfläche bewegenden Re-Animationen; Glanz und Glamour vermischen Sehnsucht mit Phantomen, wie Hochwasser oder Flut; „gearbeitet mit zeitaufwändiger Technik und Fertigkeit“ …wuff wuff! Ein Entwurf für schimmernde Oberflächen und Tiefen, offensichtlich verdichtet und vollgestopft mit Abstraktionen, immer nur einen Millimeter dick; schelmisch die mörderische Ideologie der „verführerischen Oberflächen und verborgenen Tiefen“ kritisierend.

    Und währenddessen fühlt sich der Glanz auf meinen Pfoten so seltsam an. Ich jaule etwas und ihr alle lacht: „Oh, du bezauberndes Hündchen!“

    Und als wir auf Zehenspitzen über den Boden des ehemaligen Gebäudes des British Council laufen, in dem sie einst britische Hochkultur aus der Zeit des Kalten Krieges präsentiert und gefördert haben. Oh, mein Hundeherz! Einerseits ist das ein ähnlich triviales Repräsentations-Spektakel … aber andererseits … nein … immer das! Immer nur das!

    „Ha ha ha ha“, lachst du, als wir unseren Weg über den Graben fortsetzen. Und weiter hinten, horizontal und vertikal ausgerichtet, ist eine Reihe von Fliegenskulpturen über die Spannbreite hin angeordnet – eine Reihe von Satzzeichen, von schwarzen Punkten. Eine von ihnen ist vielleicht, mitten im Flug vor einer Blume eingefroren, eine Art „Anti-Biene“ … nicht die fröhliche, pelzige, orangefarbene, ökologische Bestäuberin, deren Summen erfreut, sondern eher Zeichen von Tod und Verfall nach Art des niederländischen Stilllebens, oder einfach nur das Geschmeiß, das sich im Dreck drängelt. Wuff wuff wuff! Oder bei näherer Betrachtung … bei näherer Betrachtung … Rorschach-Tintenkleckse … vielleicht kann man den Kopf von Max Wall entdecken, englischer Varieté-Star, berühmt für seine Rolle als Professor Wallofski, komödiantische Klaviereinlagen und Auftritte in Beckett-Stücken.

    Oder vielleicht kann man mich in der Fliege erkennen, meine hinreißende Form ausmachen in … einer Cavafloo? Oder womöglich in einem bezaubernden Cavaflooloolooolooo, um vielleicht den Klang eines Singvogels zu imitieren. Wie auch immer….

    Cavafloolooloo…“ rufen wir aus, als wir weitergehen.

    Während ich neben dir hertrotte, bei Fuß. Freudig. Mit einem Anschein von Liebe, wenn du zu mir runterschaust. Hüpfe ich die Treppen hinunter und stolpere mit einem Mal, ein Bündel Fell purzelt nach unten. Komme wieder auf die Füße. Zu viel der Säfte! Zu viel des Lebens!

    „Wuff wuff … folge mir … hier unten“, rufe ich. So ein süßer Tour-Guide. Und abwärts.

    „Oh, das ist wunderbar!“, tönst du.

    Und so gehen wir hinunter in das Untergeschoss, das nur teilweise zugänglich und mit einem Seil abgesperrt ist. Ein Ziegenbock. Vom höheren Foyer aus erblickt. Und eine weitere Fliege, die auf dem Augenlid des Bocks sitzt (eine historisch ekstatische Fliege! Die gleiche Fliege, wie sie auf dem Augenlid von Margaret Thatcher saß, als sie starb).

    Der Ziegenbock – das wohl am meisten verdammte Geschöpf, nicht zuletzt dank seiner wiederholten Verwendung in der Kunst. Oh, verfluchte Ausgeburt, wie oft muss sein Kadaver noch im künstlerischen Kontext wiederbelebt werden. Hervorgekehrt für den metaphorischen Affekt! Und da sind wir wieder und beobachten seine satirische Form, seinen zunächst traurigen Ausdruck, wie er über einen Felsvorsprung geklettert ist, das Ganze im Stil des deutschen mittelalterlichen Realismus gehalten. Pelzschichten, hervorgehoben in Öl und Glanzlack, wahrscheinlich die Reminiszenz an William Holman Hunts berühmtes Gemälde Sündenbock von 1892 verspottend, oder das Maskottchen des 1. FC Köln, das einmal von gegnerischen Fans angegriffen wurde. In seinem starren Blick auf die Betrachter:innen verstärkt sich die religiöse Pose noch (implizit). Aufgebläht mit Sünde; wie ein Sündenbock oder auf andere Formate von Kunst-Böcken verweisend, oder kulturelle Böcke, erotische, mythologische, okkulte etc. So wie es auch einfach nur ein Ziegenbock ist. Dieses bestimmte Bock-Beispiel hat seine ganz eigenen Potenziale. Und die Maden (Babyfliegen) auf den Beinen des Bocks und in den Schichten seines Pelzes.

    Wuff wuff wufff! „OK OK ! Und wo gehen wir jetzt hin? Ha ha ha.“ Wir wollen weiter, als eine kleine Beunruhigung entsteht: „Sind wir Geister?“, kreischen wir alle. „Sind wir Phantome? Ha ha ha!“

    Was für ein Spaß! Und wieder hinaufsteigend, in einer Spirale zurück nach oben. Vorbei an den Postern; Verquickungen von Verkaufsgesprächen, Supermarktgesprächen und Politik, wo an der Wand, im ersten Stock das gemalte Porträt des Ziegenbocks sitzt, als Flachrelief in Öl gearbeitet, im Stil oder Geiste des „Bildnis des Dorian Gray“, in dem der Protagonist jung und schön bleibt, während das Bildnis altert und verfällt. Dieser alte Bock lächelt uns in seiner schnurrbärtigen Gebrechlichkeit zu.

    Und in der Nähe des Bock-Gemäldes das Gemälde eines Krähenvogels, der auf einem Baumstumpf sitzt und Ameisen vom Boden aufpickt. Die Ameisen arbeiten zusammen, werden aber von einer größeren Kraft über ihnen dahingerafft.

    „Wuff wuff … dieser alte Krähenvogel … wenn ich meine Zähne in seine Federn schlagen könnte! Ha! Dann würde er meine Kraft fühlen … nur ein paar Sekunden, um ihn totzuschütteln! Ha ha! Wuff wuff!“

    „Oh Liebling, wie brutal! Lass ihn … lass ihn … er ist es nicht wert!“

    „Wuff wuff … gib mir nur eine Minute und ich werde dafür sorgen, dass er aufhört, an unserer gemeinsamen Arbeit herumzupicken! Ha ha! Wuff wuff!“

    Wuff wuff! Und schließlich, ein letzter Besuch, eine letzte Etappe auf der Reise, ein letzter Refrain, ein letztes Treffen, noch ein Kapitel, noch einen Vers, ein Gebet, eine Predigt, einen Rausch, einen Traum… Ja, zum Kino! Das Theater der Träume! Ein Verweilen in der Dunkelheit. In den Schatten. Zwischen den projizierten Bildern auf der Leinwand. Die Krähe wird kurz eingeblendet und die Ameisen…und die Fliege hat einen flüchtigen Auftritt; durchtränkt von der glühenden Hitze im ländlichen Frankreich, inmitten schmelzender Pollen, Mücken und gerinnender Zeitgeschichte. Ja, du kannst dich zurücklehnen in die gepolsterten Sitze. Ich sollte vielleicht auf dem Gang hin- und herlaufen. Während wir einen „intensiven Dialog zwischen zwei Pendlern, einer nimmt die Form einer Giacometti-Skulptur an, choreographiert auf den Bahnsteigen einer Vorstadt-Station“ ansehen. Wie sie nach dem anspielungsreichen Eierkopf suchen.

    Eierkopf will seine Eier zurück!

    Eierkopf will … wuff wuff!


    Schweißtreibende Intensität, warm bis in die Knochen, in dein Fleisch, in deinen Schädel und deine Zähne. Wuff wuff wuff wuff!

    Und nun geht’s in Wellen abwärts. Wir strömen nach draußen. Und dann plätschernd, die Treppen hinabfließend und unter der Eingangstür durchsickernd, auf die Straße … fröhliche neue Cavapools auf der Straße, quer über den Bürgersteig, in Visionen hinunter durch den Beton, unter den Pflasterstein. Sanft plätschernde Wasser.

    Oh Freude!

    Wuff wuff!


    Text: John Russell (Übersetzung: Blandina Brösicke)

    Kuratorin: Nikola Dietrich


    John Russell (*1963 in London) studierte Kunstgeschichte am Goldsmiths College of Art und Bildende Kunst an der Slade School of Art und Saint Martin’s School of Art. Er war Mitbegründer der Künstlergruppe BANK, deren Mitglied er zehn Jahre lang war. Seit er BANK im Januar 2000 verließ, arbeitet Russell sowohl unabhängig und kollaborativ an der Produktion von Ausstellungen, kuratorischen Projekten und Künstlerpublikationen. Seine Arbeiten wurden in Einzelausstellungen gezeigt, unter anderem bei Bridget Donahue in New York (2021 und 2018), High Art inParis(2017), Kunsthalle Zürich (2017) und in Gruppenausstellungen in der Viborg Kunsthal, DK (2018), Gallery of Modern Art inGlasgow (2018), Galerie Crèvecoeur in Paris (2018), Irish Museum of Modern Art in Dublin (2017), Artists Space in New York (2014), The New Art Gallery Walsall, UK (2013), ICA in London (2011), Focal Point Gallery in Southend, UK (2011), The Grey Area in Brighton (2011), Kunsthalle Exnergasse in Wien, (2011), Tate Britain in London (2010) und Tate St Ives in Cornwall, UK (2009).

    Unterstützt von:

  • Vermittlung, Führung: Führung durch die Ausstellungen von Loretta Fahrenholz und Dala Nasser, 22.6.2022
    Loretta Fahrenholz: Gap Years, 2021/2022. Installationsansicht Kölnischer Kunstverein, 2022. Courtesy: die Künstlerin und Galerie Buchholz. Foto: Mareike Tocha.
    Mi 22. Jun 2022, 17 – 18 Uhr
    Führung durch die Ausstellungen von Loretta Fahrenholz und Dala Nasser mit Miriam Bettin, Assistenzkuratorin
  • zu Gast: Kammerkonzerte im Kunstverein – 3. Konzert: David Dyakov, 11.6.2022
    David Dyakov
    Sa 11. Jun 2022, 18 Uhr
    Bach, Paganini & Piazzolla Der in Köln lebende bulgarische Gitarrist David Dyakov ist einer der prominentesten Gitarristen seiner Generation. In ihm vereinen sich höchste Virtuosität, feine Musikalität und kluge Interpretation so harmonisch miteinander, wie man es nur bei ganz großen Musikern antrifft. David Dykov ist Sieger von mehr als 20 internationalen Gitarrenwettbewerben und tritt auf der ganzen Welt als gefeierter Solist auf. Mit einem Solo-Abend wollen wir ihm und seinem „Nischeninstrument“ – der klassischen Gitarre – nun den gebührenden Platz bei den Kammerkonzerten einräumen. Programm: Johann Sebastian Bach: Toccata (aus der 6. Klavier-Partita, BWV 830 (Arr.: Hubert Käppel) Johannes Brahms: Intermezzo Nr. 2 e-Moll, op 117 (Arr.: Hubert Käppel) Hans-Werner Henze: Drei Tentos aus Kammermusik 1958 #RepertoireNRW Astor Piazzolla: Primavera Porteña, Otoño Porteño, Invierno Porteño (aus den „Las Cuatro Estaciones Porteñas“, Arr.: Sergio Assad) Niccolo Paganini: Grand Sonata für Gitarre A-Dur Preise: 19,50 Euro inkl. VVK Gebühr, ermäßigt (Schüler, Studenten, KölnPass-Inhaber) 12,- Euro inkl. VVK Gebühr, Kinder bis 14 Jahre haben freien Eintritt. Der Vorverkauf startet zur Zeit jeweils drei Wochen vor den jeweiligen Konzertterminen. Karten sind auf KölnTicket erhältlich: www.koelnticket.de Aktuelle Infos & Link zum VVK unter: www.koelner-klassik-ensemble.de Über die Konzertreihe: Die Musikmetropole am Rhein ist Heimatort zahlreicher international anerkannter Musikerinnen und Musiker. Mit ihrer Vielfalt und Qualität hat sich dabei die freie Kölner Kammermusikszene weltweit höchstes Ansehen erspielt. Die Kammerkonzerte im Kunstverein geben diesen Spitzenensembles aus Köln und NRW nun ein festes Schaufenster in ihrer Heimatstadt. Ab 2020 finden jährlich sechs Konzerte, jeweils Samstag Abends um 18 Uhr, im Riphahnsaal des Kölnischen Kunstvereins statt. Zentral am Neumarkt bietet der Riphahnsaal mit seiner offenen, schönen Architektur eine hervorragende Akustik für Kammermusik der internationalen Spitzenklasse. Die Verbindung von zeitgenössischer, bildender Kunst und der epochenübergreifenden Kammermusik setzt ein Symbol für die Einheit von Kunst, ihrer Vielfältigkeit und Aktualität und verspricht ein einzigartiges Ambiente.
  • Führung: Führung durch die Ausstellungen von Loretta Fahrenholz und Dala Nasser, 1.6.2022
    Loretta Fahrenholz: Gap Years, 2021/2022. Installationsansicht Kölnischer Kunstverein, 2022. Courtesy: die Künstlerin und Galerie Buchholz. Foto: Mareike Tocha.
    Mi 1. Jun 2022, 17 – 18 Uhr
    Führung durch die Ausstellungen von Loretta Fahrenholz und Dala Nasser mit Nikola Dietrich, Direktorin
  • Kinderworkshop, Vermittlung: Kinderworkshop: Spuren von Purpurrot , 21.5.2022
    Dala Nasser: The Dead Shall be Raised, 2021. Videostill. Courtesy: die Künstlerin und Deborah Schamoni.
    Sa 21. Mai 2022, 14 – 16 Uhr
    Kinderworkshop Spuren von Purpurrot im Rahmen der Ausstellungen von Loretta Fahrenholz und Dala Nasser mit der Künstlerin Ani Schulze ab 6 Jahren (optional in Anwesenheit der Eltern), max. 10 Kinder, Teilnahmegebühr 10 EUR Im Kinderworkshop mit der Künstlerin Ani Schulze erkunden wir die aktuellen Ausstellungen im Kunstverein und machen große Collagenbilder mit vielen unterschiedlichen Materialien, wie zum Beispiel mit Stoffen, Kreide, Klebebändern, Papier und Silberfolien. Dabei untersuchen wir, welche Spuren und Muster verschiedene Dinge (Steine, Blätter, Alltagsgegenstände) hinterlassen können.
  • Kinderworkshop, Vermittlung: Kinderworkshop: Spuren von Purpurrot , 21.5.2022
    Dala Nasser: The Dead Shall be Raised, 2021. Videostill. Courtesy: die Künstlerin und Deborah Schamoni.
    Sa 21. Mai 2022, 14 – 16 Uhr
    Kinderworkshop Spuren von Purpurrot im Rahmen der Ausstellungen von Loretta Fahrenholz und Dala Nasser mit der Künstlerin Ani Schulze ab 6 Jahren (optional in Anwesenheit der Eltern), max. 10 Kinder, Teilnahmegebühr 10 EUR Im Kinderworkshop mit der Künstlerin Ani Schulze erkunden wir die aktuellen Ausstellungen im Kunstverein und machen große Collagenbilder mit vielen unterschiedlichen Materialien, wie zum Beispiel mit Stoffen, Kreide, Klebebändern, Papier und Silberfolien. Dabei untersuchen wir, welche Spuren und Muster verschiedene Dinge (Steine, Blätter, Alltagsgegenstände) hinterlassen können.
  • Vermittlung, Führung: Internationaler Museumstag: Führung durch die Ausstellungen von Loretta Fahrenholz und Dala Nasser, 15.5.2022
    Loretta Fahrenholz: documenta Dream, 2021. Installationsansicht Kölnischer Kunstverein, 2022. Courtesy: die Künstlerin und Galerie Buchholz. Foto: Mareike Tocha.
    So 15. Mai 2022, 15 – 16 Uhr
    Führung durch die Ausstellungen von Loretta Fahrenholz und Dala Nasser am Internationalen Museumstag mit Ani Schulze, Künstlerin
  • Einzelausstellung: Dala Nasser – Red in Tooth, 14.5. – 26.6.2022
    Dala Nasser: Red in Tooth, 2022. Design: Leen Charafeddine.

    Eröffnung: Freitag, 13.5.2022, 19 Uhr

    Der Kölnische Kunstverein freut sich, Dala Nassers erste institutionelle Einzelausstellung Red in Tooth zu präsentieren, die ihre gleichnamige mehrteilige Installation zeigt. Sie umfasst eine Videoarbeit, Patchwork-Malereien und eine in Zusammenarbeit mit dem Soundkünstler Mhamad Safa geschaffene, neuproduzierte Soundinstallation und ist Ausgangspunkt für Nassers anhaltende Auseinandersetzung mit dekolonialen Ökologien und Verflechtungen des Menschlichen und Nicht-Menschlichen. Sie ist somit im Sinne eines Vorschlags zur Erdung zu verstehen, um wieder jene Dinge hören, riechen, sehen und spüren zu können, die durch anhaltende Praktiken des Raubbaus und koloniale Auslöschung ausgeblendet und unsichtbar gemacht wurden.

    Basierend auf ihrer Arbeitsweise als material- und prozessbasierte Künstlerin kultiviert Nasser durch Abstraktion und alternative Formen der Bildgestaltung ein notwendiges Unbehagen, indem sie wieder Vertrauen in das Land, seine Flüsse und seine nicht nur menschlichen Bewohner:innen setzt. Die Arbeiten folgen dem Fluss Al Wazzani, der durch den Südlibanon in die Palästinensischen Autonomiegebiete fließt. Auf dieser zersplitterten Reise ist Nasser gezwungen, von der staatlichen Straßeninfrastruktur abzuweichen, die gebaut wurde, um uns in ihren Bahnen zu halten. Sie ist gezwungen, dem Boden, seiner Farbe und seinem Geruch, dem Plätschern des Wassers und den anderen Bewohner:innen dieses Landes, den Tieren, durch die weiten, wilden, unberührten Landstriche des Südlibanon zu folgen, die uns zum grenzüberwindenden Wazzani führen. Diese Grenze, die mit ihren natürlichen Ressourcen und ihrer Tierwelt Leben hervorbringt, ist nur teilweise für einige wenige Familien zugänglich, die in der unmittelbaren Umgebung leben – und das unter schwierigen Bedingungen. Es ist (fast) unmöglich, Zeug:in der anhaltenden schleichenden Gewalt, der Enteignung und anderer kolonialer Praktiken unter ständig wechselnden, sich verändernden und sich wandelnden Bedingungen zu werden. Nassers Beharren darauf, sich bei ihrer fortlaufenden Aufgabe, andere mögliche soziale und politische Vorstellungen zu berücksichtigen, von anderen ökologischen Signifikanten leiten zu lassen, wirft die Frage auf, wie wir ökologisches, und mehr als nur menschliches Wissen um uns herum wahrnehmen. Wie können wir unsere Beziehung zum Land, zur Tierwelt und zu anderen Lebewesen neu kalibrieren, um einen Weg zu finden, ihren unausgesprochenen Zeugnissen Gehör zu schenken? Wie können wir von ihnen lernen, die Risse der starren kolonialen Strukturen zu navigieren – sowohl den materiellen Strukturen als auch jenen der kollektiven Erinnerung(en), Geschichte(n) und Archive?

    Auf eine scheinbar rituelle Intuition Bezug nehmend wurden die Malereien in die Erde um den Wazzani eingegraben, mit gesammeltem Regenwasser gewaschen und/oder in Salzwasser gekocht; sie riechen nach leidvoller Erde und tragen angesammelte Materie in sich. Sie sind geprägt von einer anderen Erinnerung, Realität und Zukunft: Jahre der Erosion, der Abtragung, des Wasserverlusts, der Verschmutzung und des erhöhten Salzgehalts, durchdrungen von einer Geschichte des natürlichen Lebens, der Ausbeutung, des Todes, des Blutes, der Gewalt und des Landraubs. Sie sind ein Versuch, dem Boden, seinen Leiden und Hoffnungen, durch jene Umstände zuzuhören, die er wirklich erlebt hat und weiterhin überlebt. Die große Patchwork-Arbeit wurde für den Vortragssaal (Riphahnsaal) neu zusammengesetzt; hängend bilden die Malereien Kaskaden von der Bühne in die Mitte des Raums, wo sie disharmonisch auf die begleitende ortsspezifische Soundinstallation treffen. Diese Soundarbeit, eine Zusammenarbeit mit dem Soundkünstler und Architekten Mhamad Safa, manipuliert die Zeitlichkeit der Umgebung durch zeitbasierte Effekte. Sie lenkt unsere Aufmerksamkeit auf das Knistern der Außenaufnahmen des Flusses und seiner Umgebung, auf die Vögel, die Grillen, den Wind. Das Resultat ist eine immersive, abstrahierte visuelle, akustische und olfaktorische Konditionierung, die uns zu einer langsameren, konzentrierteren Lektüre und Wahrnehmung anregt.

    Im zweiten Raum verhandelt und offenbart die Videoarbeit andere Möglichkeiten des Seins und der Beziehung, die von den komplizierten Nuancen und Komplexitäten der dekolonialen Arten, des Terrains und der Tierwelt des Gebiets gelernt werden können. Der Film wird von Wildtieren als Zeugen erzählt, deren Berichte nicht aus Worten bestehen, und wechselt zwischen bewegten Aufnahmen einer viel befahrenen Straße, von Menschen produziertem Abfall, konstruierten Grenzen, politischen Schildern, bestehenden topografischen Markierungen, die als imaginäre Linien animiert werden, den Stimmen der Bewohner:innen, toten und lebenden Tieren und langen, schönen, trostlosen Bildern der Landschaften des Südlibanon und des nördlichen Palästinensischen Autonomiegebiets. Durch den gezielten Einsatz von Bildern und Klängen lässt Nasser zuweilen ein impressionistisches Werk entstehen, das uns in eine andere mögliche Lebensweise und gelebte Realität versetzt und aus ihr herausführt.

    Die Ausstellung verlangt eine multisensorische Präsenz und Auseinandersetzung, da koloniale Praktiken und Landschaften in den Räumen auf einer materiellen, olfaktorischen, akustischen und visuellen Ebene abstrahiert werden. Red in Tooth erinnert uns daran, dass wir die falschen Entscheidungen getroffen haben, dass wir den falschen Materialien vertraut haben, dass wir zu lange auf die Aussagen derer gehört haben, die keine Zeug:innn gewesen sind. Die Ausstellung offenbart uns eine Machtdynamik, die zwischen kolonialen Strukturen, Menschen, Tieren, Pflanzen, dem Fluss und dem Boden gefangen ist, und lädt uns durch Nassers subtile, aber radikale Sprache der Abstraktion ein, verschiedene Formen der Mobilität und der Beziehung zum Land zu betrachten.

    Text: Reem Shadid / Übersetzung: Kathrin Heinrich

    Die Ausstellung wurde kuratiert von Nikola Dietrich.


    Dala Nasser (*1990 in Tyrus, lebt in Beirut, Libanon) hatte kürzlich Einzelausstellungen bei VO Curations in London und Deborah Schamoni in München (2022 und 2021). Sie nahm an einer Reihe von Gruppenausstellungen teil, darunter im Centre Pompidou in Paris (2022), in der Villa Emplain in Brüssel (2021), im Beirut Art Center (2019), im Bétonsalon – Centre d’art et de recherche in Paris (2019), bei Victoria Miro in London (2018), in der François Ghebaly Gallery in Los Angeles (2018) und bei ACT2 der Sharjah Biennale 13 (2017).

    Dala Nasser: Red in Tooth, 2022. Design: Leen Charafeddine.
  • Symposium: reboot: Asynchronicity, zusammengeführt von Cally Spooner, 7. – 8.5.2022
    Sa 7. Mai 2022 – So 8. Mai 2022

    Asynchronicity. Ein Symposium-ähnliches Zusammenkommen, zusammengeführt von Cally Spooner. 

    Mit Paul Abbott & Will Holder, Alex Baczynski-Jenkins, Taina Bucher, Elizabeth Freeman, Hendrik Folkerts, Irena Haiduk, Dana Luciano, Martina Roß-Nickoll, Cally Spooner mit
    Sanna Blennow und Melody Giron, Mark von Schlegell, Jesper List Thomsen, Jackie Wang und Filmen von Pierre Bal-Blanc und Frances Scholz. 

    Samstag, 7. Mai 2022, 8.59 – 18.50 Uhr

    Kölnischer Kunstverein, Köln 
    Freier Eintritt, keine Anmeldung erforderlich

    Sonntag, 8. Mai 2022, 11 – 20 Uhr

    Ludwig Forum, Aachen
    Freier Eintritt, keine Anmeldung erforderlich

    Alle Beiträge sind in englischer Sprache, in Aachen wird eine Simultanübersetzung ins Deutsche angeboten.

    Bei Asynchronicity handelt es sich um ein Symposium-ähnliches Zusammenkommen von Choreographien, Vorträgen, Sounds, Filmvorführungen und Diskussionen, das von der Künstlerin Cally Spooner gemeinsam mit dem Projekt reboot: responsiveness im Kölnischen Kunstverein, Köln und im Ludwig Forum, Aachen veranstaltet wird.

    Ausgangspunkt von Asynchronicity bildet die mit unserem neoliberalen Zeitregime verbundene Forderung nach einer ständig messbaren Performance (im Sinne von Leistung). In diesem Klima manifestiert sich Performance innerhalb disziplinierender gesellschaftlicher Machtbeziehungen als ein unseren Alltag ständig durchdringender Zwang. Wir quantifizieren, verwalten und stratifizieren uns dabei derart, dass wir in die Gefahr laufen, unsere sozialen und kollektiven Vorstellungskräfte und Begehren abzustumpfen. Die Veranstaltung Asynchronicity sucht diesen kräftezehrenden Zustand von Chrononormativität zu destabilisieren. Der Begriff Chrononormativität wurde 2010 von Elizabeth Freeman, Wissenschaftlerin der Queer-Studies und eine der Mitwirkenden des Zusammenkommens, geprägt und beschreibt eben diese vorherrschende Verwendung von Zeit, um menschliche Körper auf maximale Produktivität auszurichten.

    Asynchronicity möchte die widerständigen Potenziale des Asynchronwerdens und Asynchronbleibens über den Verlauf von zwei Tagen aktivieren. Die Mitwirkenden ­– Künstler:innen, Performer:innen, Musiker:innen, Theoretiker:innen, Tänzer:innen, Kurator:innen und Grafiker:innen – sind eingeladen, Vorschläge für flüchtige, asynchrone Abfolgen, Affekte und Körperpraktiken zu entwickeln, die Vertrautheiten subversiv unterlaufen. Über den Zeitraum des Symposium-ähnlichen Zusammenkommens werden in den Partnerinstitutionen in Aachen und Köln Texte, Bewegungen, Begegnungen und Gedanken aufeinandertreffen, die den Begriff der Asynchronität als alternative, nicht-sequentielle Zeitform erproben.

    Asynchronicity ist Teil von Cally Spooners Langzeit-Forschungsprojekt Deadtime (seit 2018), in dessen Rahmen sie zeitliche Strukturen jenseits der Istzeit-Normierung aufspürt und bearbeitet, die Arbeit, Körper, Nervensysteme und digitale Technologien in eine vollständig metrisch orientierte Zukunft zwingen. Konzipiert wurde Asynchronicity als die erste von fünf von der Künstlerin veranstalteten Zusammenkommen, die chrononormative Ordnungen und damit verbundene Performance-, Denk- und Verhaltens-Imperative herausfordern.

    Das Symposium-ähnliche Zusammenkommen kann zwar nach Belieben – zu einem Zeitpunkt oder einer Zeitspanne – besucht werden, wir schlagen jedoch vor, die Choreographie in ihrer Gesamtheit in beiden Städten zu erleben.

    Samstag, 7. Mai 2022, 8.59 – 18.50 Uhr
    Einlass ab 8.30 Uhr 

    Kölnischer Kunstverein
    Hahnenstraße 6, 50667 Köln

    Pierre Bal-Blanc zeigt den Film I GOT UP AT 8:59 AM OCT. 19 2021, eine Adaption von On Kawaras I GOT UP AT 8:59 AM OCT. 19 1968, mit dem er sich an Dan Graham richtete. Will Holder (Gesang) und Paul Abbott (Schlagzeug) lesen Rosmarie Waldrops Lawn of Excluded Middle. Jede Lesung besteht aus drei 15-minütigen Lesungen von drei Versen vor maximal sechs Personen. Cally Spooner präsentiert ein Repertoire aus Deadtime, einer Oper im Prozess, gemeinsam mit Sanna Blennow (Tanz) und Melody Giron (Cello). Elizabeth Freeman hält einen Vortrag über Chrononormativität und queere Zeit. Mark von Schlegell reflektiert über seine Science-Fiction-Erfahrungen mit Zeitreisen. Tainia Bucher spricht über Techno-Dystopien und „Newsfeeds zur richtigen Zeit“. Jackie Wang untersucht, wie Zeit als Technologie der Bestrafung in Gefängnissen eingesetzt wird. Sie endet mit einer Meditation über das Kollektiv Black Quantum Futurism, das afrofuturistische Science-Fiction nutzt, um neue politische Möglichkeit zu schaffen. Dana Luciano stellt James McCune Smith vor, den Schwarzen Arzt und Aktivisten des 19. Jahrhunderts, der die Geologie als einen Ort der Lustproduktion betrachtete. Jesper List Thomsen liest FREEEee: teils Vortrag, teils folkloristisches Lied über die Demontage von Repräsentation. Wir beschließen den Tag mit Introduction To Feelings, Studio Feelings, für das Irena Haiduk für 32 Minuten lang Blicke auf das Jahr 2135 wirft.

    Zeitplan
    08.59 Uhr
    I GOT UP AT 8:59 AM OCT. 19 2021, Pierre Bal-Blanc
    10.00 Uhr  Dead Time, Cally Spooner, Melody Giron, Sanna Blennow und Jesper List Thomsen
    11.00 Uhr  On Chrononormativity: Histories and Possibilities, Elizabeth Freeman
    12.00 Uhr  Carceral Temporalities and the Politics of Dreaming, Jackie Wang
    13.00 Uhr Rosmarie Waldrop: “Lawn of Excluded Middle”, Will Holder und Paul Abbott
    —  Mittagspause
    14.00 Uhr Algorithmic “right time” and Deadtime, Taina Bucher und Cally Spooner
    14.30 Uhr Choromonautics, Then and now, Mark von Schlegell
    15.30 Uhr FREEEee, Jesper List Thomsen
    —  Pause
    16.15 Uhr Freedom’s Ammonite: Blackness, Geomorphology, Worldmaking, Dana Luciano
    17.00 Uhr Introduction To Feelings, Studio Feelings, Irena Haiduk
    17.30 Uhr (A rehearsal for) Unending love, or love dies, on repeat like it’s endless, Alex Baczynski-Jenkins
    18.00 Uhr Rosmarie Waldrop: “Lawn of Excluded Middle”, Will Holder und Paul Abbott
    18.50 Uhr Ende


    Sonntag, 8. Mai 2022, 11 – 20 Uhr
    Ludwig Forum, Aachen
    Jülicher Straße 97-109, 52070 Aachen

    Will Holder (Gesang) und Paul Abbott (Schlagzeug) lesen Rosmarie Waldrops Lawn of Excluded Middle. Jede Lesung besteht aus drei 15-minütigen Lesungen dreier Verse vor maximal sechs Leuten. Mark von Schlegell zeigt Frances Scholz‘ YEAR OF THE WRITER, eine Zeitkapsel / fragmenthaftes Porträt eines Science-Fiction-Autors und seines musikalischen Umfelds in Los Angeles, 2004. Hendrik Folkerts präsentiert einen Prolog zu einem Symposium-ähnlichen Zusammenkommen zu Duration im Frühjahr 2023 als einen asynchronen Lapsus in dieser Versammlung. Jackie Wang analysiert die Beziehung zwischen Zuhören und Macht, indem sie die Geschichte der Stimm-Überwachung und der Stimmprofil-Technologie untersucht. Elizabeth Freeman berichtet von ihren autobiografischen Erfahrungen mit der Ungleichzeitigkeit des eigenen Daseins während Krankheit. Dana Luciano stellt Ellen Gallaghers Annäherung an die ozeanische Zeit und den Afrofuturismus anhand von Ökologien vor, die aus Walkadavern entstehen und uns dabei helfen könnten, Leben neu zu denken. Zudem haben wir die Biologin Prof. Martina Roß-Nickoll eingeladen, über Biodiversität und die Zeitlichkeit von Wiesen zu sprechen (Vortrag auf Deutsch, Simultanübersetzung ins Englische wird angeboten). Irena Haiduk fragt Objekte, uns das Leben zu lehren. Alex Baczynski-Jenkins präsentiert eine prozessuale Choreografie, die über die Beziehungen von Begehren, Tanz, Fragmentierung, Liebe (als Gemeinschaft) und Zeit nachdenkt.

    Zeitplan
    11.00 Uhr
    DURATION symposium in the spring of 2023; an asynchronous lapse, Hendrik Folkerts
    12.00 Uhr Crip Asynchronies: COVID, Cancer, Climate, Elizabeth Freeman
    13.00 Uhr Captured Voices: Prisoner Voiceprints and the Carceral Laboratory, Jackie Wang
    14.00 Uhr Rosmarie Waldrop: “Lawn of Excluded Middle”, Will Holder and Paul Abbott
    Mittagspause
    15.00 Uhr Oceanic Time and Black Feminist Futures, Dana Luciano
    16.00 Uhr A conversation on Meadows, Prof. Martina Roß-Nickoll
    16.00 Uhr Rosmarie Waldrop: “Lawn of Excluded Middle”, Will Holder and Paul Abbott
    16.30 Uhr Introduction to YEAR OF THE WRITER, by Frances Scholz, 2004, Mark von Schlegell
    Pause (Drinks)
    17.10 Uhr Prop Positions, Irena Haiduk
    18.00 Uhr (A rehearsal for) Unending love, or love dies, on repeat like it’s endless, Alex Baczynski-Jenkins
    20.00 Uhr Ende


    reboot: responsiveness ist der erste Zyklus von reboot: – einem kollaborativen, zyklischen, antirassistischen und queer-feministischen Dialog zwischen performativen und forschungsbasierten Praktiken, der gemeinsam vom Kölnischen Kunstverein und Ludwig Forum für internationale Kunst, Aachen präsentiert wird.

    reboot:
    Konzipiert von Eva Birkenstock, Nikola Dietrich und Viktor Neumann
    Kernkollektiv: Alex Baczynski-Jenkins, Gürsoy Doğtaş, Klara Lidén, Ewa Majewska, Rory Pilgrim, Cally Spooner und Mariana Valencia
    Graphikdesign von Sean Yendrys


    reboot: responsiveness ist eine Kooperation von:



    reboot: responsiveness wird unterstützt von:

  • Vermittlung, Führung: Führung durch die Ausstellung von Loretta Fahrenholz, 1.5.2022
    Loretta Fahrenholz: Happy Birthday, 2022. Installationsansicht Kölnischer Kunstverein, 2022. Courtesy: die Künstlerin und Galerie Buchholz. Foto: Mareike Tocha.
    So 1. Mai 2022, 15 – 16 Uhr
    Führung durch die Ausstellung von Loretta Fahrenholz mit Ani Schulze, Künstlerin
  • Filmvorführung, Künstlergespräch: Filmvorführung und Gespräch mit der Künstlerin Loretta Fahrenholz, 29.4.2022
    Loretta Fahrenholz: Two A.M., 2019. Filmstill. Courtesy: die Künstlerin und Galerie Buchholz.
    Fr 29. Apr 2022, 19 – 21 Uhr
    Filmvorführung Loretta Fahrenholz Two A.M., 2019, 79 min (englische Originalversion) und anschließendes Gespräch mit der Künstlerin (in deutscher Sprache) Two A.M. Farbe, 79 min, 2019 Mit: Theadora Davies, Emile Clarke, Jim Fletcher, Sophie Fives, Annika Glass, Andrew Kerton, Paula Knüpling, Ilya Lipkin, Mira, Partecke, Emily Sundblad, Yuko Torihara, Helga Wretman und Michael Bornhütter, Klaus Kamptner, Leonie Kossi, Gerda Martin, Liv Moritz, Liana Saito, Julian Wadsworth, Jürgen Wolf, Min Yoon, Tate Zirner, u.a.

    Kamera: Till Megerle, Loretta Fahrenholz, Jan Mammey; Schnitt: Michael Fandel, Loretta Fahrenholz; Sounddesign: Steffen Martin, Anders Ehlin; Regieassistenz: Angela Stiegler, Yulia Lokshina; Drehbuch: Jegg Nagy, Loretta Fahrenholz; Produktionsmanagement: Sarah Schipschack; Produktion: Loretta Fahrenholz; Produktionsleitung: Sarah Schipschack & Leif Magne Tangen,vitakuben; Ton: Simon Konrad; Kostüm, Make-up: Marianna Serwa; Stunt-Choreographie: Michael Bornhütter; Farbkorrektur: Jorge Piquer Rodríguez; Musik: Steffen Martin, Christian Naujoks, Anders Ehlin, Stephan Gschwendtner, Ivan Sobolew, Timo Ellis, Christoph Reiserer; Titel: HIT

    Two A.M. (2019) ist ein Fantasy-Melodrama über soziale Kontrolle und Überwachung, das am Rande des heutigen Berlins spielt. Der experimentelle Spielfilm basiert auf Irmgard Keuns Exilroman Nach Mitternacht aus dem Jahr 1937, in dem die 19-jährige Sanna mit sarkastischem Blick den Aufstieg der Nationalsozialisten im Vorkriegsdeutschland verfolgt. Fahrenholz verlegt ihre Geschichte ins heutige Berlin. Dort steht Sanna im Bann ihrer übergriffigen Familie gedankenlesender „Watcher“, die mit telepathischen Fähigkeiten ihre Mitmenschen manipulieren. In einem Klima sozialer Unruhe und Polizeigewalt ergreift Sanna die Flucht vor ihrer unberechenbaren Tante Adelar. Sie zieht zu ihrer Schwester Algin, einer Popsängerin mit Auftrittsverbot. Als die Befreiung aus den Zwängen der Vergangenheit endlich in Sicht scheint, verschwören sich die Umstände gegen Sanna und ihre Verbündeten zu einem chaotischen Fiebertraum aus Begehren, Voyeurismus und politischer Ungewissheit.

     
  • Führung: Führung durch die Ausstellung von Loretta Fahrenholz, 6.4.2022
    Loretta Fahrenholz: Gap Years, 2022. Installationsansicht Kölnischer Kunstverein, 2022. Courtesy: die Künstlerin und Galerie Buchholz. Foto: Mareike Tocha.
    Mi 6. Apr 2022, 17 – 18 Uhr
    Führung durch die Ausstellung von Loretta Fahrenholz mit Miriam Bettin, Assistenzkuratorin
  • Filmvorführung, Künstlergespräch: reboot: Mariana Valencia – Tulum, New York (Online-Veranstaltung), 30.3.2022
    Design: Sean Yendrys.
    Mi 30. Mrz 2022, 18 – 20 Uhr
    Mariana Valencia Tulum, New York Videopräsentation und Gespräch mit Mariana Valencia Mittwoch, 30. März 2022 Online-Veranstaltung, 18 – 20 Uhr MEZ (in englischer Sprache) Teilnahme-Link: https://us06web.zoom.us/j/83878297992 Meeting ID: 838 7829 7992 reboot: responsiveness freut sich, die neueste Videoarbeit Tulum, New York der in New York lebenden Künstlerin und Choreografin Mariana Valencia in den neu konzipierten mehrsprachigen Versionen auf Englisch, Deutsch und Spanisch zu präsentieren. Am 30. März 2022 laden der Kölnische Kunstverein, Köln und das Ludwig Forum Aachen zu einem Online-Screening der Videos und im Anschluss zu einem Gespräch mit Mariana Valencia ein, das ihre Praxis im Dialog mit Viktor Neumann, einem der drei reboot-Kurator:innen, kontextualisieren wird. Alle drei Versionen von Tulum, New York werden danach vor Ort im Kölnischen Kunstverein und im Ludwig Forum Aachen zu sehen sein. „Tulum, New York bedient sich der Videochat-Funktion, die uns in Zeiten der Pandemie sowohl als Kommunikations- wie auch als Transportmittel auferlegt wurde, um den ‚pandemischen Bildschirm‘ zu erkunden. Darin erzählt Mariana Valencia von ihren wiederkehrenden Träumen zu Beginn des ersten Covid-19-Lockdowns, in denen ihre Psychotherapeutin auftritt. Ihr Gesicht füllt das Bild und bewegt sich in Zeitlupe, entgegen dem Sprachrhythmus, gleich einer surrealen Beschwörung. Tulum, New York liegt zwischen den Tropen und der Stadt, zwischen Wachzustand und Traum, zwischen Verlust und Bindung.” Die Choreografin und Performerin Mariana Valencia arbeitet in New York im Bereich experimentellen Tanz und Performance. Kommissionen u.a. von Baryshnikov Arts Center, The Chocolate Factory Theater, Danspace Project, The Whitney Museum, The Shed und Performance Space New York. Valencia’s Arbeiten tourten in Korea, England, Nowegen, Mazedonien und Serbien; Residencys u.a. bei AUNTS, Chez Bushwick, New York Live Arts, ISSUE Project Room, Brooklyn Arts Exchange, Gibney Dance Center, Movement Research, und dem Portland Institute for Contemporary Art (OR). Valencia erhielt das LMCC Extended Life Stipendium, wurde auf der Whitney Bienniale gezeigt, erhielt den Bessie Award for Outstanding Breakout Choreographer, eine Bessie Award Nominierung für Best Production, erhielt das Foundation for Contemporary Arts Award to Artists grant, das Jerome Travel and Study Grant, und ist Movement Research GPS/Global Practice Sharing artist. Valencia ist Gründungsmitglied der No Total reading group and ist Mitherausgeberin der Movement Research’s Critical Correspondence. Sie hat mit Künstler:innen wie AK Burns, Elizabeth Orr, Em Rooney, Fia Backstrom, Geo Wyeth, Guadalupe Rosales, Jazmin Romero, Juliana May, Jules Gimbrone, Kim Brandt, Lauren Bakst, Lydia Okrent, Morgan Bassichis, MPA, und robbinschilds zusammengearbeitet. Valencia hat zwei Bücher mit Texten zu Performance veröffentlicht: „Album“ (Wendy’s Subway) und „Mariana Valencia’s Bouquet“ (3 Hole Press). Sie absolvierte einen BA am Hampshire College in Amherst, MA mit Schwerpunkt auf Tanz und Ethnografie. reboot: responsiveness Der Kölnische Kunstverein und das Ludwig Forum Aachen präsentieren gemeinsam reboot: – ein kollaborativer, zyklischer, antirassistischer und queer-feministischer Dialog zwischen performativen und forschungsbasierten Praktiken. reboot: Konzipiert von Eva Birkenstock, Nikola Dietrich und Viktor Neumann Kernkollektiv: Alex Baczynski-Jenkins, Gürsoy Doğtaş, Klara Lidén, Ewa Majewska, Rory Pilgrim, Cally Spooner und Mariana Valencia Graphikdesign von Sean Yendrys reboot: responsiveness ist eine Kooperation von: reboot: responsiveness wird unterstützt von:
  • Einzelausstellung: Loretta Fahrenholz - Gap Years, 19.3. – 26.6.2022
    Loretta Fahrenholz, 2022. Courtesy: die Künstlerin und Galerie Buchholz.


    Eröffnung der Ausstellung: Freitag, 18.03.2022, 19 Uhr

    Gap Year: eine Auszeit von Arbeit und Verantwortung, eine Pause, bevor es wieder losgeht – oder ein bisschen Zeit, die einem in den Schoß fällt, wenn die Gesellschaft unerwartet stehen bleibt.

    Das Tempelhofer Feld ist ein weitläufiger und relativ unkontrollierter Raum, der von historischen Brüchen geprägt ist. Es diente bereits im 19. Jh. als Naherholungsgebiet, gleichzeitig aber auch als Parade- und Militärgelände, es war ein Flughafen, Massenversammlungsort während der NS-Zeit, beherbergte ein KZ sowie den ersten Fußballtrainingsplatz in Deutschland.

    Loretta Fahrenholz’ Fotoserie Gap Years portraitiert Freizeitaktivitäten während der Pandemie, als das Feld spontan zum Café, Fitnessstudio, Bar, Club und Pick-up-Spot umfunktioniert wurde. Aufgenommen mittels stroboskopartiger Zeitrafferaufnahmen, die Bewegungen wie in gefrorenem Gelee festhalten, zeigen die Arbeiten der Serie Leute beim Kampfsport, beim Tischtennisspielen, Rollschuhlaufen oder bei improvisierten Raves, beim Lenken ferngesteuerter Autos, bei Open-Air-Bondage und beim Picknick. Auch eine unscharfe Nahaufnahme von Tahini, das auf einen der unbeliebten E-Scooter gegossen wird, ist darunter (ja, wir sind hier unter reizbaren Berlinern).

    Die Aktualität dieser Aktivitäten kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass dem Freizeitmotiv ein Belle Époque’sches Moment der Idylle innewohnt – das, was Fahrenholz als „Kitsch“ bezeichnet. Machen wir uns keine Illusionen über Freizeitaktivitäten. Als wohldosierte Unterbrechungen des Arbeitsregimes können sie das beste Mittel sein, um aus dem Alltag auszubrechen. In einem urbanen Kontext ist die Zurschaustellung von solch beiläufig virtuosen street skills zudem bereits in eine vielschichtige visuelle Ökonomie eingeschrieben: Fahrenholz‘ Fotos zeichnen dabei sowohl den für Instagram typischen Stil des Social-Media-Selbstkonsums als auch die Heroik der Sportfotografie nach. Der soziale Kollaps während der Pandemie ermöglichte dennoch auch andere Rhythmen, eine gesellschaftliche Neuordnung auf der Mikroebene, wodurch Räume entstehen konnten, die sowohl Dystopie als auch Utopie in sich vereinen.

    Der Film Happy Birthday (2022) ahmt mit seinem einzelnen Protagonisten, der ziellos über das Tempelhofer Feld wandert, die Perspektive eines Ego-Shooter-Videospiels nach. In kleinen Fenstern erscheinen Schnipsel von mit dem Handy aufgenommenen Geburtstagsgrüßen. Im weiteren Verlauf des Films verdunkelt sich die einsame soziale Choreografie, eine Nicht-Feier mit Nachrichten aus der Ferne von Freunden und Familie, die eigentlich anwesend sein sollten. Die ausdruckslose Miene des Geburtstagskindes und die Abwesenheit einer Handlung erzeugen das Gefühl von emotionalem Druck und Erwartungen, während die Luft um ihn herum von Liedern, Ermutigungen oder Beschimpfungen, geteilten Erinnerungen, zweideutigen Botschaften und existenziellen Gedankenschleifen perforiert wird.

    Was ist geblieben, wo stehen wir jetzt? Wohin gehen wir von hier aus? – Diese Fragen steigen aus der Dunkelheit empor, die die Figuren in den beiden Werken von Fahrenholz umgibt. Für Henri Lefebvre ist der „Rhythmusanalytiker“ jemand, der Rhythmen als Struktur für die Erfahrung von Raum und Zeit untersucht – jemand, der auf „alle möglichen bereits bekannten Praktiken“ hört, aber vor allem „auf seinen Körper; er lernt den Rhythmus von ihm, um folglich die äußeren Rhythmen zu schätzen. Sein Körper dient ihm als Metronom.“ Was würde Lefebvres Rhythmusanalytiker aus der pandemischen Zeit machen, einer Zeit, die aus dem Gleichgewicht geraten ist? Lefebvres Vorstellung vom Körper als Metronom bekommt eine andere Bedeutung, wenn man sie mit den gleichförmigen Bewegungen des Happy-Birthday-Protagonisten und den fotografischen Experimenten von Gjon Mili aus der Mitte des 20. Jahrhunderts vergleicht, die Fahrenholz zu ihrer Gap Years-Serie inspirierten. Die neue Stroboskoptechnik ermöglichte es Mili, die Sequenzen der menschlichen Bewegungen in einem einzigen fotografischen Bild festzuhalten: Picasso, der mit Licht eine Zeichnung anfertigt, der Schritt eines Balletttänzers über die Bühne. Bei Mili handelt es sich demnach um eine Art Porträt, bei dem die Psychologie zugunsten der Geschwindigkeit reduziert oder sogar ausgelöscht wird.

    In der Gegenkultur der 1960er Jahre wurde das staccatoartige Aufblitzen des Stroboskops genutzt, um die Zeit zu zerhacken und den Körper aufzulösen. Tom Wolfe beschreibt die Tanzfläche eines „Acid-Tests“ der 1960er Jahre:

    Ekstatische Tänzer – ihre Hände flogen von den Armen, erstarrten in der Luft – eine schimmernde Ellipse von Zähnen hier, ein Paar gepufferte, betonte Wangenknochen dort – alles flimmerte und zerfiel in Bilder wie in einem alten Flackerfilm – ein Mann in Scheiben! – die ganze Geschichte angepinnt auf eine Schmetterlingstafel; die Erfahrung natürlich.

    Die psychedelische Sensibilität für die nicht-menschliche Seite der Technologie inspirierte den Filmemacher Jonas Mekas zu der Aussage, dass „da es in [dem Stroboskop] nichts außer weißem Licht gibt, es den Punkt des Todes oder des Nichts darstellt.“

    Aber das Stroboskop ist nicht nur ein visuelles Schrapnell, sondern hat auch eine theoretische Komponente, eine kristalline, urfilmische Logik: „Man könnte sogar sagen, dass es das Licht selbst dramatisiert.“ Auf dem schmalen Grat zwischen Emanzipation und Kontrolle, Stimulus und Trauma fasst das Stroboskop den modernen Ansturm auf das Nervensystem von konstant wechselnden Signalen zusammen. In den 1950er Jahren wurden Flicker-Technologien für die elektroenzephalografische Forschung eingesetzt, um zu dokumentieren, dass Veränderungen der elektrischen Rhythmen des Gehirns einen diagnostischen Wert haben. Im Klick-Regime des Nerven-Gehirns unseres digitalen Zeitalters haben solche Stimuli auch einen hohen Tauschwert.

    Wie Gilles Deleuze am Beispiel von Hélène Cixous beschreibt, kann „stroboskopisches Schreiben wahnwitzige Geschwindigkeiten“ auslösen, „bei denen sich verschiedene Themen miteinander verbinden und die Wörter je nach Lesetempo und Assoziationsweise verschiedene Figuren bilden.“ So gelingt es Cixous, sich aus patriarchalen Regimen herauszuschreiben. Bei Fahrenholz wird das kalte Lichte des Stroboskops gleichermaßen zur Poetik, eine passende Ästhetik für unsere traumlose Zeit. In Abkehr von der Beschleunigung und Cixous‘ Forderung nach „mehr Körper“ präsentiert Fahrenholz stattdessen Überlegungen zur Auflösung der Normalität und zu Zäsuren in der sozialen Raum-Zeit. Tradierte Lebensrhythmen geraten ins Wanken, wenn uns in den affektiven Zwischenräumen von Körpern und Technologien eine neue Kost der (Un-)Verkörperung, der Trennung und des Zusammenseins verschrieben wird. Vielleicht können wir hier, in einer großen räumlichen und zeitlichen Leerstelle wie dem Tempelhofer Feld während der Pandemie, alles, was geschieht – oder nicht geschieht – als Ereignis anerkennen und der Zukunft anvertrauen, damit sie neue Wege beschreiten kann.

    Lars Bang Larsen (übersetzt von Kathrin Heinrich)

    Die Ausstellung wurde kuratiert von Nikola Dietrich.

    Loretta Fahrenholz, 2021/22. Courtesy: the artist and gallery Buchholz.

  • Performance: Live-Performances zum Ausstellungsende von Pure Fiction, 6.3.2022
    Pure Fiction: Shifting Theatre: Sibyl's Mouths, 2022. Bild: Aislinn McNamara.
    So 6. Mrz 2022, 14 – 17 Uhr
    Pure Fiction Shifting Theatre: Sibyl’s Mouths Performanceprogramm beginnt um 14.30 Uhr mit Mark von Schlegell (feat. Arjan Stockhausen), Luzie Meyer und Erika Landström mit Dana Munro In Shifting Theatre: Sibyl’s Mouths, reagieren Mitglieder des Schreib- und Performance-Kollektivs Pure Fiction – Rosa Aiello (in Kollaboration mit Dylan Aiello), Ellen Yeon Kim, Erika Landström, Luzie Meyer und Mark von Schegell – auf die derzeit unberechenbare Kulturlandschaft, indem sie die bemerkenswert relevanten Motive aus Mary Shelleys Roman Der letzte Mensch von 1826 in eine Inszenierung aus Sound, Installation, Vortrag, Film und Marionettentheater überführen. Prophetische Stimmen hauchen dem Abwesenden Leben ein, verleihen ephemeren Erscheinungen und Kräften Präsenz. Symbole werden in Handlungen transformiert, Handlungen in Symbole verwandelt. In einer Zeit, in der das räumliche Beisammensein als Gruppe nahezu unmöglich erscheint, gewinnt es an neuer Bedeutung, innerhalb dieser Trennung Zusammenhalte zu schaffen; sich gewissermaßen miteinander auseinanderzusetzen. Wie die fragmentarischen Vorhersagen aus der namensgebenden Sibyllenhöhle erwachen die eigens für diese Ausstellung konzipierten künstlerischen Arbeiten in unterschiedlichen Stadien zum Leben, jeweils gemäß des eigenen inneren Skripts und der eigenen Zeitlichkeit. Die unterschiedlichen Ansätze entfalten sich in einer sorgfältigen Betrachtung des Wo? und des Wer?. Durch die Mehrstimmigkeit dieses dissonanten Chors hindurch erklingt deutlich vernehmbar ein gemeinsames Anliegen: Was ist Performance? Es gilt die 2G-Regel. Keine Anmeldung erforderlich. Die Veranstaltung findet im Rahmen von Show & Tell statt und wird unterstützt von:  
  • Ausstellung: Pure Fiction - Shifting Theatre: Sibyl’s Mouths, 12.2. – 6.3.2022
    Shifting Theatre: Sibyl's Mouths, 2022. Image by Aislinn McNamara.

    Pure Fiction: Rosa Aiello (in Kollaboration mit Dylan Aiello), Ellen Yeon Kim, Erika Landström, Luzie Meyer, Mark von Schlegell
    Shifting Theatre: Sibyl’s Mouths

    An Exhibition at the End of Performance (Eine Ausstellung zum Ende der Performance)

    Eröffnung: Freitag, 11. Februar 2022, 17 – 21 Uhr

    Performances ab 19 Uhr

    Ausstellungsende: Sonntag, 6. März 2022, 11 – 18 Uhr
    Performances ab 14 Uhr

    Es gilt die 2G-Regel. Keine Anmeldung erforderlich.


    In der nah am heutigen Neapel gelegenen Sibyllenhöhle findet die Ich-Erzählerin von Mary Shelleys Roman Der letzte Mensch von 1826 eine Ansammlung von Prophezeiungen, die auf einzelne, lose verteilte Eichenblätter gekritzelt wurden. Diese Fragmente beschwören die Geschichte einer großen Seuche herauf, deren verheerende Kraft in den 2100er Jahren über den gesamten Erdball fegt und die Menschheitsgeschichte für immer verändert. Der letzte Mensch gilt als erste Science-Fiction-Apokalypse und handelt von Einsamkeit, Wandlungen der Intimität, kontinuierlicher Wiederholung und dem Leben am Rande einer Epoche.

    In Shifting Theatre: Sibyl’s Mouths, reagieren Mitglieder des Schreib- und Performance-Kollektivs Pure Fiction – Rosa Aiello (in Kollaboration mit Dylan Aiello), Ellen Yeon Kim, Erika Landström, Luzie Meyer und Mark von Schegell – auf die derzeit unberechenbare Kulturlandschaft, indem sie die bemerkenswert relevanten Motive aus Shelleys Roman in eine Inszenierung aus Sound, Installation, Vortrag, Film und Marionettentheater überführen. Prophetische Stimmen hauchen dem Abwesenden Leben ein, verleihen ephemeren Erscheinungen und Kräften Präsenz. Symbole werden in Handlungen transformiert, Handlungen in Symbole verwandelt.

    In einer Zeit, in der das räumliche Beisammensein als Gruppe nahezu unmöglich erscheint, gewinnt es an neuer Bedeutung, innerhalb dieser Trennung Zusammenhalte zu schaffen; sich gewissermaßen miteinander auseinanderzusetzen. Wie die fragmentarischen Vorhersagen aus der Sibyllenhöhle erwachen die eigens für diese Ausstellung konzipierten künstlerischen Arbeiten in unterschiedlichen Stadien zum Leben, jeweils gemäß des eigenen inneren Skripts und der eigenen Zeitlichkeit. Die unterschiedlichen Ansätze entfalten sich in einer sorgfältigen Betrachtung des Wo? und des Wer?. Durch die Mehrstimmigkeit dieses dissonanten Chors hindurch erklingt deutlich vernehmbar ein gemeinsames Anliegen: Was ist Performance?

    Im Erdgeschoss des Kölnischen Kunstvereins entfaltet sich die raumgreifende Soundinstallation von Ellen Yeon Kim in regelmäßigen Abständen; eine neue Videoarbeit von Luzie Meyer wird von Marionetten der aktuellen Pure Fiction Mitglieder begleitet; und in REAL BOOKS, einem temporären Büchergeschäft ohne zeitliche oder räumliche Bindung, unterbreitet Mark von Schlegell den Besucher:innen sein Angebot, das geschriebene Wort als Zeitmaschine zu nutzen – jedoch: Alles hat seinen Preis.

    Im angrenzenden Kino begibt sich Rosa Aiello (in Zusammenarbeit mit Dylan Aiello) in inzestuöse Verstrickungen und macht von den libidinösen Potentialen der Performance Gebrauch (gleichermaßen auf und neben der Leinwand). Währenddessen inszeniert Erika Landström im ehemaligen Radioraum im zweiten Stock eine Traumfabrik der räumlichen Exploration und der kognitiven Arbeit.

    Am Eröffnungstag und zum Ausstellungsende findet ein Live-Performanceprogramm statt.

    Die Ausstellung wurde kuratiert von Nikola Dietrich.


    Rosa Aiello (*1987 in Kanada) ist Künstlerin, Autorin und Filmemacherin. Ihre Arbeiten wurden in verschiedenen Institutionen und Galerien gezeigt, darunter die Schirn Kunsthalle in Frankfurt am Main, Cell Project Space in London, Bureau des Réalités in Brüssel, und die Stadtgalerie Bern. In jüngster Zeit hatte sie Einzelausstellungen bei DREI in Köln, Arcadia Missa in London, Lodos in Mexiko-Stadt und Southern Alberta Art Gallery in Lethbridge. Ihre Texte wurden bei Triple Canopy, Starship, CanadianArt, Art Papers, Public Journal und F. R. David veröffentlicht.

    Ellen Yeon Kim (*1985 in Südkorea) studierte an der Städelschule in Frankfurt am Main in der Klasse von Peter Fischli und Simon Starling und an der Slade School of Art, UCL. Ihre ästhetisch komplexen Arbeiten enthüllen die Absurdität der vielfältigen, unvereinbaren Erwartungen, die von der Gesellschaft und ihren Institutionen an den Einzelnen gestellt werden. Sie zeigt auf, wie Traumata weitergegeben und vom Einzelnen selbst aufrechterhalten werden. Kims Praxis umfasst verschiedene Medien, darunter Theater, Stand-up-Comedy, Installationen und Zeichnungen. Sie wurde 2021 mit dem Peter-Mertes-Stipendium ausgezeichnet und ist seit 2019 Teil des Atelierprogramms im Kölnischen Kunstverein.

    Erika Landström (*1984 in Schweden) ist eine Künstlerin, die in den Bereichen Skulptur, Installation und Performance arbeitet. Sie ist Absolventin der Städelschule in Frankfurt am Main und des Whitney Museum of American Art’s Independent Study Program in New York. Ihre jüngste Performance Holders wurde 2020 in der Emily Harvey Foundation in New York uraufgeführt. Sie hat u.a. bei Sternberg Press und Texte Zur Kunst publiziert und ihre Texte reichen von Lyrik bis zu Kunstkritik. Ihre Arbeiten wurden international in Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt.

    Luzie Meyer (*1990 in Deutschland) ist Künstlerin, Dichterin, Musikerin und Übersetzerin und lebt in Berlin. Sie studierte Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt und machte 2016 ihren Abschluss in Bildender Kunst an der Städelschule in Frankfurt am Main. Ihre Arbeiten wurden international in Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt. 2018 wurde sie mit dem Atelieraufenthalt der Hessischen Kulturstiftung an der Cité internationale des arts in Paris ausgezeichnet. Sie erhielt ein Pre-Doktoranden-Stipendium des DiGiTal-Fonds Berlin im Jahr 2020 sowie ein Forschungsstipendium des Berliner Senats im Jahr 2021 für ihr Forschungsprojekt „Unthinking Metatheatre“.

    Mark von Schlegell (*1967 in den USA) ist Romanautor, Kritiker und Künstler und lebt seit 2005 in Köln. Sein erster Roman Venusia (2005) wurde für den Otherwise Prize in Science Fiction ausgezeichnet. Auf Englisch sind seine Texte bei Semiotext(e) und Sternberg Press erschienen, auf Deutsch bei Matthes und Seitz und dem Merve Verlag. Seine visuelle Kunst wurde in den USA (New York), Südkorea (Seoul), Dänemark und in Deutschland ausgestellt. Seit 2011 ist er Gründungsmitglied des Pure Fiction Kollektivs und unterrichtete Kunst und Literatur am CalArts in Valencia, dem San Francisco Art Institute und der Städelschule in Frankfurt am Main.

    Shifting Theatre: Sibyl’s Mouths, 2022. Bild von Aislinn McNamara.

    Gefördert durch:

  • zu Gast: Kammerkonzerte im Kunstverein – 1. Konzert, Astor Trio, 5.2.2022
    Astor Trio
    Sa 5. Feb 2022, 18 – 21 Uhr
    Eröffnungskonzert 2022 Wir freuen uns auf einen grandiosen Auftakt zum neuen Konzertjahr 2022 mit dem Astor Trio und seinem hochvirtuosen Programm „Bach, Piazzolla & Saint-Saëns“. Den drei Musikern des Astor Trio ist das seltene Kunststück gelungen, eine vollkommen neue und ungewöhnliche Kammermusikbesetzung in der klassischen Musik zu etablieren und damit das Publikum wie auch die Kritiker gleichermaßen zu begeistern. Im Astor Trio treffen Violine, Gitarre und Kontrabass aufeinander. Alexander Prushinskiy, Violinist und erster Konzertmeister der Dortmunder Philharmoniker hat sich mit dem Gitarristen Tobias Kassung und dem Solobassisten des WDR-Sinfonieorchesters Stanislav Anischenko zu dieser seltenen Kombination zusammengefunden und in die Elite der deutschen Kammermusikensembles gespielt. Besetzung: Alexander Prushinskiy, Violine Tobias Kassung, Gitarre Stanislav Anischenko, Kontrabass Programm: Johann Sebastian Bach (1685-1750) (Arr.: Tobias Kassung) Sonate h-Moll BWV 1014 1. Adagio 2. Allegro 3. Andante 4. Allegro Astor Piazzolla (1921-1992) „Histoire du Tango” 1. Bordel 1900 2. Café 1930 3. Nightclub 1960 – Pause – Johann Sebastian Bach (1685-1750) (Arr.: Tobias Kassung) Sonate E-Dur BWV 1016 – Adagio ma non tanto – Tobias Kassung (*1977) Buenos Aires Fantasie I, op. 13 en mémoire d‘Astor Piazzolla #RepertoireNRW Astor Piazzolla (1921-1992) (Arr.: Tobias Kassung) Adios Noniño Camille Saint-Saëns (1835-1921) (Arr.: Tobias Kassung) Introduction et Rondo Capriccioso Preise: 19,50 Euro inkl. VVK Gebühr, ermäßigt (Schüler, Studenten, KölnPass-Inhaber) 12,- Euro inkl. VVK Gebühr, Kinder bis 14 Jahre haben freien Eintritt. Der Vorverkauf startet zur Zeit jeweils drei Wochen vor den jeweiligen Konzertterminen. Karten sind auf KölnTicket erhältlich: www.koelnticket.de Aktuelle Infos & Link zum VVK unter: www.koelner-klassik-ensemble.de Über die Konzertreihe: Die Musikmetropole am Rhein ist Heimatort zahlreicher international anerkannter Musikerinnen und Musiker. Mit ihrer Vielfalt und Qualität hat sich dabei die freie Kölner Kammermusikszene weltweit höchstes Ansehen erspielt. Die Kammerkonzerte im Kunstverein geben diesen Spitzenensembles aus Köln und NRW nun ein festes Schaufenster in ihrer Heimatstadt. Ab 2020 finden jährlich sechs Konzerte, jeweils Samstag Abends um 18 Uhr, im Riphahnsaal des Kölnischen Kunstvereins statt. Zentral am Neumarkt bietet der Riphahnsaal mit seiner offenen, schönen Architektur eine hervorragende Akustik für Kammermusik der internationalen Spitzenklasse. Die Verbindung von zeitgenössischer, bildender Kunst und der epochenübergreifenden Kammermusik setzt ein Symbol für die Einheit von Kunst, ihrer Vielfältigkeit und Aktualität und verspricht ein einzigartiges Ambiente.
  • Workshop: reboot: responsiveness - Rory Pilgrim: Gibt es eine Geschichte, die dich gerettet hat?, 23.1.2022
    So 23. Jan 2022, 19 – 20 Uhr
    Rory Pilgrim Gibt es eine Geschichte, die dich gerettet hat? Informelle öffentliche Präsentation eines zweitägigen Workshops, organisiert vom Kölnischen Kunstverein und Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf Sonntag, 23. Januar 2022, 19 – 20 Uhr Ort: Salon des Amateurs Grabbeplatz 4, 40213 Düsseldorf Der Eintritt ist frei. Bitte beachten Sie, dass es sich um eine 2GPlus-Veranstaltung handelt. Für den Einlass ist zu dem Impf- oder Genesenennachweis ein negatives tagesaktuelles (nicht älter als 24 Stunden) Schnelltestergebnis notwendig. Eine Booster-Impfung ersetzt den Testnachweis. Um Anmeldung wird gebeten unter info@reboot-responsiveness.com. Können wir uns erholen, wenn sich die Systeme um uns herum nicht ändern? Wie können wir durch das Erzählen von Geschichten diese Systeme wiederherstellen? Für einen zweitägigen Workshop hat der Künstler Rory Pilgrim Menschen aus dem Raum Düsseldorf und Köln eingeladen, durch verschiedene Formen des Geschichtenerzählens darüber nachzudenken, was „Recovery“ heute bedeuten könnte. Der Workshop endet mit dieser informellen öffentlichen Präsentation, die den Teilnehmer:innen die Möglichkeit gibt, die im Workshop entwickelten Geschichten auf eine für sie angenehme Art und Weise zu erzählen. Der doppelte Wortsinn von „Recovery“ kann sowohl die Rückkehr zu einem früheren Gesundheitszustand als auch das Wiedererlangen von etwas Verlorenem bedeuten. Können wir „Recovery“ auch als Möglichkeit betrachten, uns etwas vorzustellen, das völlig neue Perspektiven eröffnet? Inspiriert von der Schriftstellerin Ursula K. Le Guin, die das Geschichtenerzählen als „Medizinbündel“ bezeichnete, werden wir untersuchen, wie wir dieses Erzählen nutzen können, um mitzuteilen, was „Recovery“ für unser eigenes Leben bedeuten könnte. Das kann etwas Persönliches sein oder aus einem umfassenderen politischen Anliegen heraus erwachsen. Wir werden dies auf eine Weise tun, die sich für jede:n Einzelne:n und für die Gruppe intuitiv anfühlt. Dies kann sowohl durch Sprechen, Schreiben und Aufzeichnung geschehen, als auch durch nonverbale Ausdrucksformen wie Tableau vivant und Bewegung. So werden wir gemeinsam erforschen, wie sich die Erfahrungen der Genesung mit umfassenderen Systemen der Pflege, der Bürokratie und des Rechts verflechten. Durch den Austausch von Geschichten werden wir Wege finden, neu zu denken, was Genesung sein könnte und wie wir Veränderungen für uns selbst, für lokale Gemeinschaften und für die Welt umsetzen können. Rory Pilgrim (UK/NL) arbeitet als Künstler und Vermittler in vielen verschiedenen Medien, darunter Film, Musik, Zeichnung und Live-Performance. Von emanzipatorischen Fragen geprägt, möchte Pilgrim die Art und Weise hinterfragen, wie wir zusammenkommen, sprechen, zuhören und uns für einen sozialen Wandel einsetzen, indem wir persönliche Erfahrungen teilen und ausdrücken. In der Zusammenarbeit mit anderen durch verschiedene Methoden des Dialogs, Workshops und Kollaboration beschäftigt sich Rory mit lokalen und globalen Dimensionen von Gemeinschaftsbildung, sowohl vor als auch hinter unseren Bildschirmen. Wenn Sie sich für den gesamten zweitägigen Workshop als Teilnehmende:r anmelden möchten, melden Sie sich gerne! Hermann Mueller info@reboot-responsiveness.com reboot: responsiveness Der Kölnische Kunstverein und der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf präsentieren gemeinsam reboot: – ein kollaborativer, zyklischer, antirassistischer und queer-feministischer Dialog zwischen performativen und forschungsbasierten Praktiken. reboot: Konzipiert von Eva Birkenstock, Nikola Dietrich und Viktor Neumann Kernkollektiv: Alex Baczynski-Jenkins, Gürsoy Doğtaş, Klara Lidén, Ewa Majewska, Rory Pilgrim, Cally Spooner und Mariana Valencia Graphikdesign von Sean Yendrys
  • Führung: Führung durch die Ausstellung von Daniela Ortiz, 22.1.2022
    Daniela Ortiz: Samuel and Naseb, a resistance story in seven pranks, 2021. Installationsansicht Kölnischer Kunstverein, 2021. Courtesy: die Künstlerin und àngels barcelona. Foto: Mareike Tocha.
    Sa 22. Jan 2022, 17 – 18 Uhr
    mit Nikola Dietrich, Direktorin Kölnischer Kunstverein
2021
  • zu Gast: Kammerkonzerte im Kunstverein – 6. Konzert, UWAGA!, 18.12.2021
    UWAGA!
    Sa 18. Dez 2021, 18 – 21 Uhr
    Klassik. Mozart, Mahler & Co. Recomposed. Ursprünglich sollten UWAGA! im Dezember 2020 spielen, doch das Konzert musste natürlich auch wegen des Lockdowns ausfallen. Aber wir wollten dieses grandiose Ensemble auf jeden Fall live vor großem Publikum spielen lassen und laden sie daher nun erneut ein. Waghalsiger Spielwitz, schwindelerregende Tempi, eine mitreißende Performance und der unsachgemäße, fast schon an Dreistigkeit grenzende Umgang mit klassischem Instrumentarium und Kulturgut – mit diesen wenigen Worten ist das Feld, in dem sich Christoph König, Maurice Maurer, Miroslav Nisic und Matthias Hacker bewegen, schon ziemlich treffend umrissen. 2007 gegründet bedient sich UWAGA! des an unsterblichen Kompositionen reichen, klassischen Fundus‘ und präsentiert ausgewählte Meisterwerke in einer gleichermaßen einzigartigen wie eigenwilligen Art. Tschaikowskys Ballettsuiten verfügten durchaus über Disco-Potential, Mahler habe meisterhafte Jazzthemen komponiert und Barock sei der pure Rock ’n‘ Roll, so die vier Musiker. Man ahnt es schon: Der Name UWAGA! – Polnisch und bedeutet ACHTUNG! – ist Programm. Ob stilistische Einflüsse aus Jazz, Balkan und Funk oder virtuose Improvisation – in seinen Neuinterpretationen bereichert das Quartett die Klassik um etwas, was der traditionelle Konzertbetrieb nicht kennt. Gelinde gesagt unkonventionell ist auch die Spielweise der vier Musiker: Eine Geige als funky Rhythmusgitarre, fette Bässe vom Akkordeon oder Percussion mit einem Kontrabass? Natürlich! Mit dieser erfrischenden Mischung aus überbordender Musikalität und stilistischer Unvoreingenommenheit, feiert UWAGA! Erfolge in aller Welt: Sei es im Konzerthaus Dortmund, auf der Expo 2010 in Shanghai oder im großen Saal der St. Petersburger Philharmonie. Programm: Klassik. Mozart, Mahler & Co. Recomposed. Mit Geige, Bratsche, Akkordeon und Kontrabass begibt sich die deutsch-serbische Formation UWAGA! auf einen irrwitzig-anarchischen Streifzug durch das klassische Repertoire. Preise: 19,50 Euro inkl. VVK Gebühr, ermäßigt (Schüler, Studenten, KölnPass-Inhaber) 12,- Euro inkl. VVK Gebühr, Kinder bis 14 Jahre haben freien Eintritt. Der Vorverkauf startet zur Zeit jeweils drei Wochen vor den jeweiligen Konzertterminen. Karten sind auf KölnTicket erhältlich: www.koelnticket.de Infos & Link zum VVK unter: www.koelner-klassik-ensemble.de Über die Konzertreihe: Die Musikmetropole am Rhein ist Heimatort zahlreicher international anerkannter Musikerinnen und Musiker. Mit ihrer Vielfalt und Qualität hat sich dabei die freie Kölner Kammermusikszene weltweit höchstes Ansehen erspielt. Die Kammerkonzerte im Kunstverein geben diesen Spitzenensembles aus Köln und NRW nun ein festes Schaufenster in ihrer Heimatstadt. Ab 2020 finden jährlich sechs Konzerte, jeweils Samstag Abends um 18 Uhr, im Riphahnsaal des Kölnischen Kunstvereins statt. Zentral am Neumarkt bietet der Riphahnsaal mit seiner offenen, schönen Architektur eine hervorragende Akustik für Kammermusik der internationalen Spitzenklasse. Die Verbindung von zeitgenössischer, bildender Kunst und der epochenübergreifenden Kammermusik setzt ein Symbol für die Einheit von Kunst, ihrer Vielfältigkeit und Aktualität und verspricht ein einzigartiges Ambiente.
  • Veranstaltung: Rundgang durch die Jahresgaben-Ausstellung, 9.12.2021
    Jahresgaben 2021, Kölnischer Kunstverein.
    Do 9. Dez 2021, 17 – 18 Uhr

    Wir freuen uns, ab dem 8. Dezember 2021 unsere neuen Jahresgaben präsentieren zu können und möchten Sie am 9. Dezember 2021 zu einem Rundgang durch die Jahresgaben-Ausstellung einladen. Durch die Ausstellung wird unsere Direktorin Nikola Dietrich führen.

    Für Ihren Besuch der Ausstellung und alle Veranstaltungen gilt die „2G-Regel“. Bitte hal­ten Sie ei­nen Nach­weis über eine Imp­fung oder eine zurück­lie­gende Erkrankung sowie ein gültiges Ausweis­doku­ment bere­it.

    Für Kin­der und Ju­gendliche un­ter 18 Jahren gilt die „3G-Regel“. Kin­der bis zum Schulein­tritt benöti­gen kei­nen Nach­weis. Schüler*in­nen un­ter 16 Jahren gel­ten als getestet. Schüler*in­nen ab 16 Jahren bit­ten wir um die Vor­lage ein­er Schulbeschei­ni­gung. Erwach­sene, die aus medizinischen Grün­den nicht geimpft wer­den kön­nen, müssen neben einem ärztlichen Attest ei­nen neg­a­tiv­en Sch­nell­test vor­le­gen (max. 24 Stun­den alt).

  • Vermittlung, Führung: Rundgang durch die Jahresgaben-Ausstellung, 9.12.2021
    Jahresgaben 2021, Kölnischer Kunstverein.
    Do 9. Dez 2021, 17 – 18 Uhr

    Wir freuen uns, ab dem 8. Dezember 2021 unsere neuen Jahresgaben präsentieren zu können und möchten Sie am 9. Dezember 2021 zu einem Rundgang durch die Jahresgaben-Ausstellung einladen. Durch die Ausstellung wird unsere Direktorin Nikola Dietrich führen.

    Für Ihren Besuch der Ausstellung und alle Veranstaltungen gilt die „2G-Regel“. Bitte hal­ten Sie ei­nen Nach­weis über eine Imp­fung oder eine zurück­lie­gende Erkrankung sowie ein gültiges Ausweis­doku­ment bere­it.

    Für Kin­der und Ju­gendliche un­ter 18 Jahren gilt die „3G-Regel“. Kin­der bis zum Schulein­tritt benöti­gen kei­nen Nach­weis. Schüler*in­nen un­ter 16 Jahren gel­ten als getestet. Schüler*in­nen ab 16 Jahren bit­ten wir um die Vor­lage ein­er Schulbeschei­ni­gung. Erwach­sene, die aus medizinischen Grün­den nicht geimpft wer­den kön­nen, müssen neben einem ärztlichen Attest ei­nen neg­a­tiv­en Sch­nell­test vor­le­gen (max. 24 Stun­den alt).

  • Ausstellung: Jahresgaben 2021, 8. – 19.12.2021
    Jahresgaben 2021, Kölnischer Kunstverein.

    Künstler:innen:
    Naama Arad, Inessa Emmer, Sabrina Fritsch, Stefani Glauber, Selma Gültoprak, Melike Kara, Ellen Yeon Kim, Rory Pilgrim, Nora Schultz, Cally Spooner, Katja Tönnissen, Mark von Schlegell

    Wir freuen uns Ihnen vom 8. bis 19. Dezember 2021 zu den regulären Öffnungszeiten unsere diesjährigen Jahresgaben im Kölnischen Kunstverein zu präsentieren und laden Sie in diesem Rahmen ganz herzlich zu einem Rundgang mit der Direktorin Nikola Dietrich am Donnerstag, 9. Dezember um 17 Uhr ein. Eine Anmeldung sowie die Vorlage eines 2G-Nachweises sind erforderlich. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zum Besuch unserer Ausstellungen und Veranstaltungen.

    Die jungen wie etablierten regionalen und internationalen Künstler:innen, die den Kölnischen Kunstverein in diesem Jahr mit einer Jahresgabe unterstützen, waren zum Teil im Jahresprogramm 2021 vertreten, sind aktuelle Atelierstipendiat:innen oder dem Kunstverein in anderer Weise verbunden.

    Informationen zu den Künstler:innen und den zu erwerbenden Werken finden Sie unter Aktuelle Jahresgaben

    Bestellungen der Jahresgaben 2021 können ab jenem Zeitpunkt bis einschließlich 19. Dezember schriftlich eingereicht werden. Gehen mehr Bestellungen ein, als Exemplare vorhanden sind, entscheidet das Los. Die Verlosung findet am 20. Dezember 2021 statt. Nach Auslosung werden alle Interessent:innen über das Ergebnis schriftlich benachrichtigt. Alle verbliebenen Jahresgaben stehen nach der Auslosung weiterhin zum Verkauf und können jederzeit erworben werden. Nur für Mitglieder erhältlich.


  • zu Gast: Kammerkonzerte im Kunstverein – 5. Konzert, Duo Kravets-Kassung, 20.11.2021
    Duo Kravets Kassung
    Sa 20. Nov 2021, 18 – 19 Uhr
    „La lumière du sud“ – Das Licht des Südens 2011 etablierten Lena Kravets und Tobias Kassung im Kölner Klassik Ensemble ihr Duo. Mit der seltenen Kombination von Cello und Gitarre entwickeln sie ganz individuelle Programme und begeistern das Publikum in zahlreichen Konzerten quer durch Deutschland. Im Sommer 2017 erschien ihr hochgelobtes Album „Lieder, Songs & Canciones“ bei KSG Exaudio mit einer ganz persönlichen Hommage an den Gesang. Russische Romanzen und deutsche, romantische Lieder von Franz Schubert und Johannes Brahms werden mit temperamentvollen spanischen Canciones und Jazzsongs verbunden. Das aktuelle Programm „La lumière du sud – das Licht des Südens“ widmet sich besonders den impressionistischen Meistern der französischen und spanischen Musik, welche mediterrane Landschaften in Tonkunst zaubern. In den Arrangements des Duos entfalten diese Klangbilder ihren ganzen Reiz und Cello und Gitarre verschmelzen zu einem eindrucksvollem Ganzen. Neben den „Siete Canciones populares Españolas“ von Manuel de Falla stehen Werke von Marin Marais und Gabriel Fauré auf dem Programm. Sowie die hinreißend, virtuose Flamenco-Komposition von Mathias Duplessy und Tobias Kassungs eigenes „Capriccio à la lumière du sud“ – eine Hommage an den Tango und das Licht des Südens. Programm: Marin Marais (1656-1728): Variations sur les Folies d‘Espagne; Manuel de Falla (1876-1946): Siete Canciones populares Españolas; Tobias Kassung (*1977): Capriccio à la lumière du sud, op. 16; Gabriel Fauré (1845-1924): Après un rêve, op. 7; Mathias Duplessy (1972): Sonate pour guitar et violoncelle Preise: 19,50 Euro inkl. VVK Gebühr, ermäßigt (Schüler, Studenten, KölnPass-Inhaber) 12,- Euro inkl. VVK Gebühr, Kinder bis 14 Jahre haben freien Eintritt. Der Vorverkauf startet zur Zeit jeweils drei Wochen vor den jeweiligen Konzertterminen. Karten sind auf KölnTicket erhältlich: www.koelnticket.de Infos & Link zum VVK unter: www.koelner-klassik-ensemble.de Über die Konzertreihe: Die Musikmetropole am Rhein ist Heimatort zahlreicher international anerkannter Musikerinnen und Musiker. Mit ihrer Vielfalt und Qualität hat sich dabei die freie Kölner Kammermusikszene weltweit höchstes Ansehen erspielt. Die Kammerkonzerte im Kunstverein geben diesen Spitzenensembles aus Köln und NRW nun ein festes Schaufenster in ihrer Heimatstadt. Ab 2020 finden jährlich sechs Konzerte, jeweils Samstag Abends um 18 Uhr, im Riphahnsaal des Kölnischen Kunstvereins statt. Zentral am Neumarkt bietet der Riphahnsaal mit seiner offenen, schönen Architektur eine hervorragende Akustik für Kammermusik der internationalen Spitzenklasse. Die Verbindung von zeitgenössischer, bildender Kunst und der epochenübergreifenden Kammermusik setzt ein Symbol für die Einheit von Kunst, ihrer Vielfältigkeit und Aktualität und verspricht ein einzigartiges Ambiente.
  • Buchpräsentation: Melike Kara WHERE WE MEET, 2021, 18.11.2021
    Melike Kara: where we meet, 2021. Installationsansicht Kölnischer Kunstverein, 2021. Courtesy: die Künstlerin und Jan Kaps, Köln. Foto: Mareike Tocha.
    Do 18. Nov 2021, 18 – 21 Uhr
    Im Rahmen der Ausstellung von Melike Kara Nothing Is Yours, Everything Is You findet am Donnerstag, 18. November 2021 um 18 Uhr eine Präsentation der Publikation WHERE WE MEET, 2021 (Hg. Fabian Schöneich, Grafik: Anne Stock, 83 Seiten) mit Filmscreenings, Installation und einer Einführung von Fabian Schöneich statt. Gefördert durch: Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist KKV_MK_Logoleiste_Web_211015-1024x227.png
  • Einzelausstellung: Melike Kara – Nothing is Yours, Everything Is You, 13.11. – 5.12.2021
    Melike Kara, Kölnischer Kunstverein, 2021.

    Eröffnung der Ausstellung: Freitag, 12.11.2021, 17 – 21 Uhr

    Unter dem Titel Nothing is Yours, Everything Is You präsentiert Melike Kara neue Malereien in einer ortsspezifischen Installation aus Fotografien ihres persönlichen Archivs, das Familienbilder sowie weitere Quellen versammelt. Es dient als inoffizielle historische Dokumentation der kurdischen Diaspora, die weder Mittel noch Ressourcen hat, um ihre eigene Geschichte zu bewahren. Die mit Bleichmittel behandelte und verblasste Tapete im Studio des Kölnischen Kunstvereins hält Rituale und Traditionen, Erinnerungen und Erzählungen fest, die von Generation zu Generation weitergegeben werden und sich gegen das Vergessen wehren. 

    Ihre Malereien, als Triptychon im Außenbereich zu sehen, sind gestisch-abstrakte Bildkompositionen aus hybriden Formen und Figuren und lehnen sich an die Formsprache von Textilprodukten kurdischer Stämme an, darunter eine spezielle Teppichknüpftechnik. Kara verwebt die Geschichte westlicher Malerei mit Einflüssen indigener Kulturen und hebt die überholte strikte Kategorisierung von Kunst und Handwerk auf.

    Im Rahmen der Ausstellung findet am Donnerstag, 18. November 2021 um 18 Uhr eine Präsentation der Publikation WHERE WE MEET, 2021 (Ausst. Kat. Jan Kaps, Wiels Brüssel, Hg. Fabian Schöneich, Grafik: Anne Stock, 83 Seiten) mit Filmscreenings, Installation und einer Einführung von Fabian Schöneich statt. 

    Die Ausstellung wurde kuratiert von Nikola Dietrich.

    Melike Kara (*1985 in Bensberg, lebt in Köln) hatte Einzelausstellungen bei LC Queisser in Tbilisi (2021), Jan Kaps in Köln (2020), Arcadia Missa in London, im Witte de With Center for Contemporary Art in Rotterdam (beide 2019), im Yuz Museum in Shanghai (2018) und Gruppenausstellungen u.a. im Ludwig Forum in Aachen, auf der Belgrad Biennale (beide 2021), bei Wiels in Brüssel und bei blank projects in Kapstadt (beide 2020).


    Gefördert durch:

  • Einzelausstellung: Daniela Ortiz – Nurtured by the defeat of the colonizers our seeds will raise, 13.11.2021 – 30.1.2022
    Daniela Ortiz, Kölnischer Kunstverein, 2021.

    Eröffnung der Ausstellung: Freitag, 12.11.2021, 17 – 21 Uhr

    In Malereien, Textilarbeiten, Kinderbüchern und Installationen entwickelt Daniela Ortiz antirassistische und antikoloniale Erzählungen als Gegenentwurf zu Kolonialismen, die sich bis heute kontinuierlich fortschreiben. Sie konfrontiert jene Akteur:innen und Machtinhaber:innen, die für den institutionellen und strukturellen Rassismus verantwortlich sind und der sich u.a. in der missbräuchlichen und menschenrechtsverletzenden Kontrolle von Zuwanderung und Grenzen äußert. Die Konzentration auf handwerkliche Medien in Ortiz‘ künstlerischer Praxis entspringt ihrem zunehmendem Interesse, sich von der Ästhetik eurozentrischer Konzeptkunst zu entfernen.

    Die Präsentation im Kölnischen Kunstverein ist die erste institutionelle Einzelausstellung von Daniela Ortiz in Deutschland und zeigt unter dem Titel Nurtured by the defeat of the colonizers our seeds will raise  („Genährt durch die Niederlage der Kolonisatoren wird unsere Saat aufgehen“) neue, kontextspezifische Werkserien zusammen mit bestehenden Arbeiten. Begleitend erscheint das Künstlerinbuch The Rebellion of the Roots, 2021 (Hg. Kölnischer Kunstverein, Grafik: Ronnie Fueglister mit Yves Graber, 80 Seiten), das zur Eröffnung der Ausstellung vorliegt.

    Die Ausstellung wurde kuratiert von Nikola Dietrich.

    Daniela Ortiz‘ (*1985 in Cusco, lebt in Urubamba, Perú) Arbeiten waren in internationalen Einzelausstellungen u.a. bei La Virreina. Centre de la Imatge in Barcelona (2019), Las Ataranzas in Valencia, im Middlesbrough Institute of Modern Art in Middlesbrough (beide 2017), im Van Abbemuseum in Eindhoven (2016), àngels barcelona in Barcelona (2014) sowie in Gruppenausstellungen im LUM – Lugar de la Memoria in Lima, in der KADIST art foundation in Paris, der neuen Gesellschaft für bildende Kunst (nGbK) in Berlin, in der Kunsthalle Wien (alle 2021) und im Kunstverein Hamburg (2020) zu sehen.


    Gefördert durch:



  • Performance: Fällt leider aus: reboot: responsiveness - Cally Spooner: DEAD TIME (Maggie’s Solo), 6.11.2021
    Sa 6. Nov 2021, 16 – 17 Uhr
    Cally Spooner: DEAD TIME (Maggie’s Solo) Performance  Donnerstag, 4. November 2021, 11 – 18 Uhr Ort: Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf Grabbeplatz 4, 40213 Düsseldorf Wichtiger Hinweis: Wegen Erkrankung muss die morgige Performance am 6. November im Kölnischen Kunstverein leider ersatzlos ausfallen. Samstag, 6. November 2021, 16 – 17 Uhr Ort: Kölnischer Kunstverein Hahnenstraße 6, 50667 Köln Der Eintritt ist frei. Bitte beachten Sie, dass für den Einlass einer der 3G-Nachweise (getestet, genesen, geimpft) erforderlich ist. In DEAD TIME (Maggie’s Solo), 2021, bewegt sich eine Tänzerin zwischen gesteigerter Aktivität und einem Zustand des Wartens. Quasi als Anatomiestudie des 21. Jahrhunderts untersucht der Tanz ein technisches und zeitliches Performance-Milleu, in dem der menschliche Körper sowohl vital als auch leichenhaft dargestellt wird. Ebenso wird die Frage gestellt, wie sich der so abgebildete Körper seiner Erfassung, Zirkulation und Kompression entziehen kann, indem er sich selbst als vorbereitende und dauerhafte Realität neu begreift. In Düsseldorf wird DEAD TIME (Maggie’s Solo) den ganzen Tag über zeitweilig als Installationsperformance gezeigt. In Köln feiert das Stück seine Premiere als einmalige Aufführung und wird durch ein weiteres Werk aus Spooners DEAD TIME-Oeuvre ergänzt: DEAD TIME (Narrator’s Script). An beiden Orten wird die Performance zusammen mit Spooners Arbeit Still Life aus dem Jahr 2018 präsentiert. DEAD TIME ist ein fortlaufendes Projekt von Cally Spooner und eine 63-seitige Performance-Partitur, die sie 2018 komponierte. Spooner hat sie seitdem schrittweise in eine Reihe von Werken übersetzt, die unter verschiedenen Bedingungen nebeneinander bestehen können, und wird sie, im Laufe der Zeit, in eine Oper integrieren. DEAD TIME (Narrator’s Script) wurde erstmals in Spooners Einzelausstellung DEAD TIME im Art Institute Chicago 2019 gezeigt. Anschließend wurde es als Sound-Arbeit für Common Guild, Glasgow, produziert, wobei eine Aufnahme verwendet wurde, die 2020 im Camden Art Centre entstand, organisiert und in Auftrag gegeben von Parrhesiades, London. Der Pianist ist Neil Luck, der Erzähler ist Jesper List Thomsen. DEAD TIME (Maggie’s Solo) wurde von Cally Spooner mit Magdalyn Segale choreografiert. Szenografie und Dramaturgie entwickelt von Cally Spooner mit Hendrik Folkerts Getanzt von Magdalyn Segale In Auftrag gegeben vom Walker Art Center, Minneapolis Besonderer Dank an Charles Billot, der geholfen hat, DEAD TIME (Maggie’s Solo) aus der Ferne zu realisieren. reboot: responsiveness Der Kölnische Kunstverein und der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf präsentieren gemeinsam reboot: – ein kollaborativer, zyklischer, antirassistischer und queer-feministischer Dialog zwischen performativen und forschungsbasierten Praktiken. Der erste Zyklus, reboot: responsiveness, geht von den Sehnsüchten, Ängsten und Hoffnungen aus, die durch die aktuelle Pandemie verstärkt werden. An zwei unterschiedlichen, jedoch miteinander verbundenen Orten, die sich gegenseitig unterstützen, ergänzen und herausfordern, bietet reboot: responsiveness Infrastrukturen für provisorische Inszenierungen, Proben, prozesshafte Choreografien und Begegnungen rund um Themen wie Präsenz, Intimität, Fürsorge und Verantwortung. reboot: responsiveness entwickelt Aktivitäten gemeinsam mit einem Kernkollektiv bestehend aus Alex Baczynski-Jenkins, Gürsoy Doğtaş, Klara Lidén, Ewa Majewska, Rory Pilgrim, Cally Spooner und Mariana Valencia. Mittels verschiedener Formate und gemeinsam mit weiteren eingeladenen Gästen und dem Publikum in Köln und Düsseldorf werden diese Künstler:innen und Denker:innen Wege ergründen, einander Zeit zu widmen und zeitgemäß mit Zeit zu performen, alternative Vokabulare, Archive, Gesten, Bewegungen und Übersetzungen zu entwickeln, Ressourcen und Ideen zu teilen und weiterzugeben, und Modi des Widerstands und des Miteinanders als Antwort auf die aktuelle Situation, in der wir leben, zu finden. reboot: Konzipiert von Eva Birkenstock, Nikola Dietrich und Viktor Neumann Kernkollektiv: Alex Baczynski-Jenkins, Gürsoy Doğtaş, Klara Lidén, Ewa Majewska, Rory Pilgrim, Cally Spooner und Mariana Valencia Graphikdesign von Sean Yendrys http://reboot-responsiveness.com/de/   reboot: responsiveness ist eine Kooperation von: reboot: responsiveness wird unterstützt von:
  • Seminar: Coronaseminar #5. Reboot solidarity together. von Dr. Ewa Majewska, 20.10.2021
    Mi 20. Okt 2021, 18 – 20 Uhr
    Ewa Majewska Coronaseminar #5. Reboot solidarity together.  20. Oktober 2021 Online-Zoom, 18 – 20 Uhr MEZ (in englischer Sprache) Teilnahme-Link: https://us02web.zoom.us/j/85942240996?pwd=TyswL2I5UHlCZXFPbzJjaTNkNUsvQT09 Meeting ID: 859 4224 0996 Kenncode: 581273 Die Covid-19-Pandemie hat unser Leben in unterschiedlichem Maße verändert, aber sie hat auch das Gefühl einer globalen Gemeinschaft geschaffen, der gemeinsam erlebten Erfahrung, einem Virus ausgesetzt zu sein, das keine Grenzen kennt. Paradoxerweise hat eine tödliche Krankheit das Gefühl einer gemeinsamen Welt und gemeinsamer Verantwortlichkeit wiederhergestellt. Jetzt, nachdem große Teile unseres Lebens wieder zur „Normalität“ zurückgekehrt sind, müssen wir darüber nachdenken, wie wir in einer Welt zusammenleben können, die solche globalen Katastrophen mit sich bringen kann, wo die Klimakrise an unsere Tür klopft, wo Prekarität, Instabilität und wirtschaftliche Ungleichheit unsere tägliche Erfahrung prägen. Das Gemeinschaftsgefühl wird weiter bestehen, auch wenn wir uns im Moment vielleicht am meisten darauf konzentrieren, wie wir uns von Zwängen befreien können, wie wir in einer Welt mit so vielen Verpflichtungen frei sein können. Ein, wie ich glaube, guter Zeitpunkt, um die Texte von Butler und Bifo zu diskutieren, die beide der Frage nachgehen, wie wir gemeinsam unruhig bleiben können – mit der Autonomie und Kraft den Status quo verändern zu können. Sie sind herzlich eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen und Pläne für die Zukunft zu schmieden. Co-hosts: Eva Birkenstock, Nikola Dietrich, Viktor Neumann Texte: Judith Butler, „Creating an Inhabitable World for Humans Means Dismantling Rigid Forms of Individuality”, April 2021: https://news.yahoo.com/judith-butler-creating-inhabitable-world-110002078.html Franco Berardi „Bifo”, Freedom and Potency, in: e-flux, März 2021: https://www.e-flux.com/journal/116/378694/freedom-and-potency/ reboot: responsiveness Der Kölnische Kunstverein und der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf präsentieren gemeinsam reboot: – ein kollaborativer, zyklischer, antirassistischer und queer-feministischer Dialog zwischen performativen und forschungsbasierten Praktiken. Der erste Zyklus, reboot: responsiveness, geht von den Sehnsüchten, Ängsten und Hoffnungen aus, die durch die aktuelle Pandemie verstärkt werden. An zwei unterschiedlichen, jedoch miteinander verbundenen Orten, die sich gegenseitig unterstützen, ergänzen und herausfordern, bietet reboot: responsiveness Infrastrukturen für provisorische Inszenierungen, Proben, prozesshafte Choreografien und Begegnungen rund um Themen wie Präsenz, Intimität, Fürsorge und Verantwortung. reboot: responsiveness entwickelt Aktivitäten gemeinsam mit einem Kernkollektiv bestehend aus Alex Baczynski-Jenkins, Gürsoy Doğtaş, Klara Lidén, Ewa Majewska, Rory Pilgrim, Cally Spooner und Mariana Valencia. Mittels verschiedener Formate und gemeinsam mit weiteren eingeladenen Gästen und dem Publikum in Köln und Düsseldorf werden diese Künstler:innen und Denker:innen Wege ergründen, einander Zeit zu widmen und zeitgemäß mit Zeit zu performen, alternative Vokabulare, Archive, Gesten, Bewegungen und Übersetzungen zu entwickeln, Ressourcen und Ideen zu teilen und weiterzugeben, und Modi des Widerstands und des Miteinanders als Antwort auf die aktuelle Situation, in der wir leben, zu finden. reboot: Konzipiert von Eva Birkenstock, Nikola Dietrich und Viktor Neumann Kernkollektiv: Alex Baczynski-Jenkins, Gürsoy Doğtaş, Klara Lidén, Ewa Majewska, Rory Pilgrim, Cally Spooner und Mariana Valencia Graphikdesign von Sean Yendrys http://reboot-responsiveness.com/de/ reboot: responsiveness ist eine Kooperation von: reboot: responsiveness wird unterstützt von:
  • Künstlergespräch: Guilty Curtain Künstler*innengespräch, 17.10.2021
    Oren Pinhassi: One in the mouth and one in the heart, 2018. Installationsansicht Kölnischer Kunstverein, 2021. Courtesy: der Künstler und Edel Assanti, London. Foto: Mareike Tocha.
    So 17. Okt 2021, 16 – 18 Uhr
    Mit Naama Arad, Noa Glazer und Oren Pinhassi
  • Symposium: Parität, Diversität und Solidarität im Kunstbetrieb, 7. – 8.10.2021
    Do 7. Okt 2021 – Fr 8. Okt 2021
    Parität, Diversität und Solidarität im Kunstbetrieb Vorträge und Dialoge von und mit Michael Annoff, Maximiliane Baumgartner, Madeleine Bernstorff, Gürsoy Doğtaş, Pary El-Qalqili, Ewa Majewska, Stephanie Marchal, Chus Martínez, Nadine Oberste-Hetbleck, Bahareh Sharifi und Brigitte Sölch Donnerstag, 7.10.2021, 18 – 21 Uhr Ort: Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf Freitag, 8.10.2021, 10 – 17 Uhr Ort: Kölnischer Kunstverein >> Das vollständige Programm finden Sie unter folgendem Link zum Download. Eintritt frei, keine Voranmeldung erforderlich Für die Teilnahme ist ein Nachweis eines negativen Corona-Tests oder ein Impf- bzw. Genesenennachweis erforderlich.  Eine Kooperation zwischen dem Kunstgeschichtlichen Institut und dem Marie Jahoda Center For International Gender Studies (MaJaC), Ruhr-Universität Bochum und reboot: responsiveness, Kölnischer Kunstverein und Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf Organisiert von Eva Birkenstock, Nikola Dietrich, Viktor Neumann und Änne Söll 100 Jahre ist es her, dass Frauen an den staatlichen Kunstakademien zugelassen wurden und damit ein Meilenstein innerhalb des langen Professionalisierungskampfes von Künstlerinnen in Deutschland getan wurde. Weiblichkeit fungiert dabei bis in die Gegenwart als eine von vielen, häufig miteinander verschränkten, hierarchisierenden und ausschließenden Kategorien, die seit jeher auch in transnationalen Kunstinstitutionen etabliert und konstruiert werden. Obwohl sich ab den 1950er Jahren zumindest ein kontinuierlicher Anstieg der Präsenz von Frauen an deutschen Kunstakademien verzeichnen lässt, hielt ihre Benachteiligung im Kunstbetrieb an. In Reaktion darauf widmete sich ein Teil der Frauenbewegung der 1970er Jahre – gemeinsam mit ihren Verbündeten aus anderen Freiheitsbewegungen – sowohl theoretisch als auch künstlerisch der Bekämpfung der institutionalisierten Ungleichheit der Geschlechter; Schwarze Frauen zusammen mit Frauen of Color unterstrichen dabei von Beginn an die Intersektionalität von strukturellen Ausschlussmechanismen. Zwar zeigen Studien minimale paritätische Veränderungen innerhalb des Feldes der zeitgenössischen Kunst seit den 1990er Jahren, doch sind Ungleichheiten weiterhin allgegenwärtig. Inwiefern die in allen Bundesländern vorgesehenen Frauen- oder Gleichstellungsbeauftragten das Kunstsystem zu transformieren vermögen, bleibt offen. Denn durch fortbestehende patriarchalische, anti-soziale und rassistische Strukturen und die daraus resultierenden Machtgefälle wird der Mythos des – weißen, heterosexuellen, cisgender und ‚fähigen’ – männlichen Genies in allen Bereichen des Feldes nur sehr zögerlich destabilisiert. Während des Symposiums werden sowohl Ursachen hinsichtlich verschränkter Machtstrukturen und Ausgrenzungsmechanismen analysiert als auch Vorschläge diskutiert, die diese zu überwinden vermögen. Wie kann eine Gleichstellung im Kunstbetrieb erreicht werden, die von Anfang an Faktoren wie Migrations- und Bildungshintergrund, sexuelle Orientierung und körperliche und neuronale Differenz von Beginn an mitbedenkt? Der Auftakt der Veranstaltung findet am 7. Oktober 2021 im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf statt. Anhand eines von Madeleine Bernstorff zusammengestellten und kommentierten Screenings zur Suffragettenbewegung Anfang des 20. Jahrhunderts sowie einer Keynote Lecture der feministischen Philosophin und Autorin Ewa Majewska wird der zeitliche und inhaltliche Rahmen des Symposiums vorgestellt. Ausgehend von den Aktionen der Guerilla Girls zur Gleichstellung in Kunstinstitutionen wird Majewska aktuelle Strategien des Widerstands, wie sie von Kunstinstitutionen in Polen erprobt und praktiziert werden, präsentieren. Sie schlägt vor, simplifizierende Konzeptionen von Parität zu Gunsten von dringlichen intersektionalen und dekolonialen Perspektiven aufzugeben. Der zweite Teil des Symposiums findet am 8. Oktober 2021 im Kölnischen Kunstverein statt und vereint Vorträge und Dialoge zwischen Denker:innen, Künstler:innen und Kulturproduzent:innen. Der erste Block widmet sich zunächst historischen Exkursen über die Prozesse, Problematiken und Potentiale von Gleichstellung im Kunstbetrieb: Brigitte Sölch (Universität Heidelberg) wird die Situation von Kunsthistorikerinnen um 1900 beleuchten und das DFG-Netzwerk „Kunsthistorikerinnen vor 1970“ vorstellen. Nadine Oberste-Hetbleck (Universität zu Köln) gibt Einblick in die Bestände des Zentralarchivs für deutsche und internationale Kunstmarktforschung. Die Künstlerin Maximiliane Baumgartner erzählt von aus dem kunsthistorischen Kanon ausgeklammerten und trans-temporalen Solidarisierungen. In einem zweiten Block untersuchen Stephanie Marchal (Ruhr-Universität Bochum) am Beispiel der Kunstkritik und Chus Martínez (FHNW Basel) ausgehend von der künstlerischen Ausbildung institutionalisierte Ungleichheiten und eröffnen Überlegungen zu kunsthistorischen Revisionen und strukturellen Transformationen. In einem abschließenden Block, moderiert von Gürsoy Doğtaş (Universität für angewandte Kunst, Wien), beschreiben der Kurator Michael Annoff, die Regisseurin Pary El-Qalqili und die Programmleiterin von Diversity Arts Culture Bahareh Sharifi wie Diskriminierungen miteinander verknüpft sind, hinterfragen das Diversitätsverständnis des Kunstsystems und diskutieren über die Notwendigkeit eines institutionellen Verhaltenskodex und weiterer struktureller Veränderungen. reboot: responsiveness Der Kölnische Kunstverein und der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf präsentieren gemeinsam reboot: – ein kollaborativer, zyklischer, antirassistischer und queer-feministischer Dialog zwischen performativen und forschungsbasierten Praktiken. Der erste Zyklus, reboot: responsiveness, geht von den Sehnsüchten, Ängsten und Hoffnungen aus, die durch die aktuelle Pandemie verstärkt werden. An zwei unterschiedlichen, jedoch miteinander verbundenen Orten, die sich gegenseitig unterstützen, ergänzen und herausfordern, bietet reboot: responsiveness Infrastrukturen für provisorische Inszenierungen, Proben, prozesshafte Choreografien und Begegnungen rund um Themen wie Präsenz, Intimität, Fürsorge und Verantwortung. reboot: responsiveness entwickelt Aktivitäten gemeinsam mit einem Kernkollektiv bestehend aus Alex Baczynski-Jenkins, Gürsoy Doğtaş, Klara Lidén, Ewa Majewska, Rory Pilgrim, Cally Spooner und Mariana Valencia. Mittels verschiedener Formate und gemeinsam mit weiteren eingeladenen Gästen und dem Publikum in Köln und Düsseldorf werden diese Künstler:innen und Denker:innen Wege ergründen, einander Zeit zu widmen und zeitgemäß mit Zeit zu performen, alternative Vokabulare, Archive, Gesten, Bewegungen und Übersetzungen zu entwickeln, Ressourcen und Ideen zu teilen und weiterzugeben, und Modi des Widerstands und des Miteinanders als Antwort auf die aktuelle Situation, in der wir leben, zu finden. reboot: Konzipiert von Eva Birkenstock, Nikola Dietrich und Viktor Neumann Kernkollektiv: Alex Baczynski-Jenkins, Gürsoy Doğtaş, Klara Lidén, Ewa Majewska, Rory Pilgrim, Cally Spooner und Mariana Valencia Graphikdesign von Sean Yendrys http://reboot-responsiveness.com/de/   reboot: responsiveness ist eine Kooperation von: reboot: responsiveness wird unterstützt von:
  • Vermittlung, Führung: Führung durch die Ausstellung Guilty Curtain, 6.10.2021
    Guilty Curtain, 2021. Installationsansicht Kölnischer Kunstverein, 2021. Courtesy: die Künstler*innen, Stiftung Kunstfonds und Becker-Biberstein Collection, Tel Aviv. Foto: Mareike Tocha.
    Mi 6. Okt 2021, 17 – 18 Uhr
    mit Nikola Dietrich, Direktorin Kölnischer Kunstverein
  • zu Gast: Literaturhaus – Yaa Gyasi: Ein erhabenes Königreich, 30.9.2021
    Yaa Gyasi, Foto: Peter Hurley, The Vilcek Foundation.
    Do 30. Sep 2021, 19:30 – 21 Uhr
    Die ghanaisch-US-amerikanische Schriftstellerin Yaa Gyasi und ihr zweiter Roman Ein erhabenes Königreich(DuMont): Der frühe Tod ihres Bruders und die Depression der Mutter haben dazu geführt, dass Gifty als erwachsene Frau ihren Glauben gegen die Neurowissenschaften eingetauscht hat. Die bewegende Geschichte einer ghanaischen Einwandererfamilie in Alabama, nominiert für den Women’s Prize for Fiction 2021. Als Kind bat Gifty ihre Mutter, die Auswanderergeschichte der Eltern von Ghana nach Alabama zu erzählen, um sie sich wie eine Heldenreise, ein Märchen, eine Erfolgsgeschichte vorstellen zu können. Als ihr Vater und ihr Bruder der harten Realität des Einwandererlebens im amerikanischen Süden erliegen, werden aus ihrer vierköpfigen Familie zwei – und das Leben, von dem Gifty träumte, entgleitet ihr. Jahre später sucht sie verzweifelt nach Antworten auf die Heroinsucht ihres Bruders. Doch als ihre depressive Mutter bei ihr einzieht, wird Gifty klar, dass die Wurzeln ihrer Traumata weiter reichen, als sie jemals dachte. Die Geschichte ihrer Familie über Kontinente und Generationen hinweg zu verfolgen, führt sie tief in das dunkle Herz des modernen Amerikas. »Ein Buch von strahlender Brillanz« (Washington Post). Veranstalter: Literaturhaus Köln Veranstaltungspartner: DuMont Verlag, stimmen afrikas / Allerweltshaus Köln e.V. Corona-Hinweis Die Veranstaltung richtet sich nach den aktuellen Corona-Maßnahmen der Stadt Köln, Informationen finden Sie unter www.stadt-koeln.de Für Ihren Besuch denken Sie bitte an Folgendes:
    • Es gelten die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske sowie das Abstandsgebot.
    • Der Einlass erfolgt gegen Vorlage eines tagesaktuellen Negativtestergebnisses oder eines entsprechenden Nachweises über eine vollständige Impfung oder Genesung in Verbindung mit einem amtlichen Ausweisdokument. Ein Test vor Ort ist nicht möglich.
      Ort: Kölnischer Kunstverein, Hahnenstraße 6 | Literaturhaus Köln virtuell Eintritt: 11,- / 9,- € | Mitglieder: 7,- € als Online-Veranstaltung: 5,- € Tickets ausschließlich erhältlich über Offticket
  • zu Gast: Literaturhaus – Douglas Stuart: Shuggie Bain, 29.9.2021
    Douglas Stuart, Foto: Martyn Pickersgill.
    Mi 29. Sep 2021, 19:30 – 21 Uhr
    Booker Prize-Gewinner Douglas Stuart und sein hochgelobtes Debüt Shuggie Bain (Hanser Berlin) im Literaturhaus! Es ist die Geschichte von Shuggie, der im verarmten Glasgow der 1980er-Jahre mit der Alkoholsucht der Mutter und gegen die totale Perspektivlosigkeit kämpft. Über den tieftraurigen und zugleich zärtlichen Roman, über die Unbarmherzigkeit der Armut und die Grenzen der Liebe spricht Julian Hanebeck mit dem Autor. Stefko Hanushevsky liest aus der Übersetzung von Sophie Zeitz. »Gewagt, erschreckend und lebensverändernd«, beschreibt die Jury des Booker Prize das atemberaubende Debüt des schottischen, in New York lebenden Modedesigners und Schriftstellers Douglas Stuart, der im Roman seine eigene Lebensgeschichte verarbeitet. Shuggie, Kind einer Arbeiterfamilie im Glasgow der 80er-Jahre, ist anders als die Gleichaltrigen in seiner von brutalen Beziehungen geprägten Umwelt. Seine Liebe gehört allein der Mutter, die der grauen Welt Schönheit, Würde und Stilbewusstsein entgegensetzt. Doch die strahlende Frau verfällt dem Alkohol. Shuggie glaubt, sie retten zu können, wenn er sein Bestes gibt. Zugleich ist er auf der Suche nach seiner eigenen Identität. Die internationale Entdeckung des Jahres, eine kraftvolle und wichtige Geschichte. Veranstalter: Literaturhaus Köln Veranstaltungspartner: Hanser Berlin Corona-Hinweis Die Veranstaltung richtet sich nach den aktuellen Corona-Maßnahmen der Stadt Köln, Informationen finden Sie unter www.stadt-koeln.de Für Ihren Besuch denken Sie bitte an Folgendes:
    • Es gelten die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske sowie das Abstandsgebot.
    • Der Einlass erfolgt gegen Vorlage eines tagesaktuellen Negativtestergebnisses oder eines entsprechenden Nachweises über eine vollständige Impfung oder Genesung in Verbindung mit einem amtlichen Ausweisdokument. Ein Test vor Ort ist nicht möglich.
      Ort: Kölnischer Kunstverein, Hahnenstraße 6 | Literaturhaus Köln virtuell Eintritt: 11,- / 9,- € | Mitglieder: 7,- € als Online-Veranstaltung: 5,- € Tickets ausschließlich erhältlich über Offticket
  • Seminar: Ewa Majewska - Coronaseminar 4. How do we stay with the trouble?, 29.9.2021
    Mi 29. Sep 2021, 18 – 20 Uhr

    Ewa Majewska
    Coronaseminar 4. How do we stay with the trouble?
    Online-Zoom (in englischer Sprache)
    mit David Liver, Künstler

    Teilnahme-Link: https://us02web.zoom.us/j/86307280916?pwd=RG9hUTdDbmYvUzhPY3E2M2RPWFpaZz09
    Meeting-ID: 863 0728 0916
    Kenncode: 940123

    Wie vermeiden wir in der gegenwärtigen Situation politischer und ökologischer Dystopien das, was Donna Haraway treffend als Melancholie und den Glauben an einfache technische Lösungen bezeichnet? Wie bleiben wir unruhig? Wie schlagen wir uns durch die Dunkelheit? Künstler:innen sind bekannt für ihre Fähigkeit des ‚Unruhig-Bleibens‘, und so werden wir einen von ihnen, David Liver, zu seiner Art des Unruhig-Bleibens befragen. Wir planen, die Strategien des Unruhig-Bleibens gemeinsam zu diskutieren, und werden uns dann Haraways spezifischeren Interpretationen der Schwierigkeiten im Chthuluzän zuwenden. Wir werden dieses Coronaseminar mit einer weiteren Diskussion abschließen – diesmal über die Rolle der Kunst und der Kunstinstitutionen in diesen schwierigen Zeiten, in denen die Pandemie eine von vielen Unruhen ist, die wir aushalten müssen.

    David Liver ist bekannt für seine entmaterialisierte Kunst und für seine obskuren Bilder, in denen er Satire, Autobiografie im Gonzo-Stil und schwarzen Humor einsetzt. Seine jüngste Arbeit ist Voice Over, eine vom Europarat und dem KANAL – CENTRE POMPIDOU in Brüssel herausgegebene Online-Künstlerzeitschrift. Liver schreibt, produziert und führt Regie für Urubu Films. Aktuell arbeitet er an dem Dokumentarfilmprojekt „Tuli Tuli Tuli, 1001 ways of being joyfully revolted“ über den Beat-Helden und Fugger Tuli Kupferberg, der in Zusammenarbeit mit dem kanadischen Regisseur Thomas Burstyn entstanden ist. http://www.the-david-liver.com

    Text: Donna Haraway im Gespräch über das Buch „Staying with the Trouble”, in: Artforum, 2016, https://www.artforum.com/interviews/donna-j-haraway-speaks-about-her-latest-book-63147 


    reboot: responsiveness
    Der Kölnische Kunstverein und der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf präsentieren gemeinsam reboot: – ein kollaborativer, zyklischer, antirassistischer und queer-feministischer Dialog zwischen performativen und forschungsbasierten Praktiken.

    reboot:
    Konzipiert von Eva Birkenstock, Nikola Dietrich und Viktor Neumann
    Kernkollektiv: Alex Baczynski-Jenkins, Gürsoy Doğtaş, Klara Lidén, Ewa Majewska, Rory Pilgrim, Cally Spooner und Mariana Valencia
    Graphikdesign von Sean Yendrys

    http://reboot-responsiveness.com/de/


    Nächster Termin der Coronaseminare – reboot: edition

    Coronaseminar #5. Reboot solidarity together.
    20. Oktober 2021


    reboot: responsiveness ist eine Kooperation von:


    reboot: responsiveness wird unterstützt von:

  • zu Gast: Kammerkonzerte im Kunstverein – 4. Konzert, 8 Celli, 25.9.2021
    Sa 25. Sep 2021, 18 – 21 Uhr
    Klanggewaltiges Cello-Ensemble Acht herausragende Kölner Cellistinnen und Cellisten kommen in diesem Konzertprojekt zusammen, um den beeindruckenden Klang von acht Celli im Ensemble auf die Bühne zu bringen. Kein anderes Streichinstrument ist so vielseitig und beherrscht hohe wie tiefe Register genauso wie gesangliche Melodien, Bassfundament und schnelle Rhythmen. Als Musikmetropole mit drei großen Sinfonie-Orchestern, zahlreichen renommierten freien Ensembles und Kammerorchestern und nicht zuletzt bekannten Dozent*innen an der Musikhochschule, ist Köln ein traditioneller Hotspot großer Cellist*innen. Die freie „Cello-Szene“ ist beeindruckend in ihrer Dichte und Qualität – 8 Celli möchten dies dem Publikum näher bringen, indem sie einige dieser Protagonisten zusammenführen. Wir hoffen, damit auch den Startschuss für eine langfristige Etablierung dieses neuen und besonderen Kölner Ensembles zu geben. Besetzung: Jonathan Weigle, Emanuel Wehse, Charles-Antoine Archambault, Tobias Sykora, Elif Dimli, Moritz Benjamin Kolb, Jola Shkodrani, Lena Kravets (Künstlerische Leitung) Programm: Programm: Barocke Concerti von Antonio Vivaldi, romantische Werke von Sergei Rachmaninoff und Tangokompositionen von Astor Piazzolla. Preise: 19,50 Euro inkl. VVK Gebühr, ermäßigt (Schüler, Studenten, KölnPass-Inhaber) 12,- Euro inkl. VVK Gebühr, Kinder bis 14 Jahre haben freien Eintritt. Der Vorverkauf startet zur Zeit jeweils drei Wochen vor den jeweiligen Konzertterminen. Karten sind auf KölnTicket erhältlich: www.koelnticket.de Infos & Link zum VVK unter: www.koelner-klassik-ensemble.de Über die Konzertreihe: Die Musikmetropole am Rhein ist Heimatort zahlreicher international anerkannter Musikerinnen und Musiker. Mit ihrer Vielfalt und Qualität hat sich dabei die freie Kölner Kammermusikszene weltweit höchstes Ansehen erspielt. Die Kammerkonzerte im Kunstverein geben diesen Spitzenensembles aus Köln und NRW nun ein festes Schaufenster in ihrer Heimatstadt. Ab 2020 finden jährlich sechs Konzerte, jeweils Samstag Abends um 18 Uhr, im Riphahnsaal des Kölnischen Kunstvereins statt. Zentral am Neumarkt bietet der Riphahnsaal mit seiner offenen, schönen Architektur eine hervorragende Akustik für Kammermusik der internationalen Spitzenklasse. Die Verbindung von zeitgenössischer, bildender Kunst und der epochenübergreifenden Kammermusik setzt ein Symbol für die Einheit von Kunst, ihrer Vielfältigkeit und Aktualität und verspricht ein einzigartiges Ambiente.
  • Vermittlung, Führung: Führung durch die Ausstellung Guilty Curtain, 22.9.2021
    Guilty Curtain, 2021, Installationsansicht Kölnischer Kunstverein, 2021. Courtesy: die Künstler*innen. Foto: Mareike Tocha.
    Mi 22. Sep 2021, 17 – 18 Uhr
    mit Miriam Bettin, Assistenzkuratorin Kölnischer Kunstverein
  • Veranstaltung: Tag des offenen Denkmals – Ausstellungsführung, 12.9.2021
    Guilty Curtain, 2021, Installationsansicht Kölnischer Kunstverein, 2021. Courtesy: die Künstler*innen. Foto: Mareike Tocha.
    So 12. Sep 2021, 15 – 15:45 Uhr

    Die Brücke wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Ort der Begegnung und des Dialoges geplant und 1949/1950 nach Entwürfen von Wilhelm Riphahn errichtet. Der ganz im Sinne eines Gesamtkunstwerks gestaltete Winkelbau zeichnet sich durch seine Grazilität aus. Jeder Baukörper ist entsprechend seiner Funktion unterschiedlich geformt und durch die Wahl verschiedener Materialien gekennzeichnet. Als das British Information Center im Jahre 2000 das Gebäude verlassen hatte, bezog es der Kölnische Kunstverein, nachdem das denkmalgeschützte Bauwerk unter Leitung des Architekten Adolf Krischanitz an die neue Nutzung angepasst worden war.

    Führung durch die Ausstellung Guilty Curtain durch das Team des Kölnischen Kunstvereins. Guilty Curtain ist eine ortsspezifische Installation, die für den historischen Raum des Kölnischen Kunstvereins konzipiert wurde und im Rahmen des Gedenkjahres 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland gezeigt wird.

    Dauer: ca. 45 Minuten
    Max. Teilnehmerzahl: 10 Personen
    Anmeldefrist: Donnerstag, 09.09.2021

    Eintritt frei

    Keine Anmeldung mehr möglich!

  • Veranstaltung: Tag des offenen Denkmals, 11. – 12.9.2021
    Kölnischer Kunstverein, Außenansicht, Foto: Simon Vogel.
    Sa 11. Sep 2021 – So 12. Sep 2021, 11 – 18 Uhr

    Sein & Schein – in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege

    Unter diesem Motto findet am 12. September 2021 der bundesweite Tag des offenen Denkmals® statt. In Köln ist zudem das Gedenkjahr 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland Anlass für zahlreiche Führungen, die verdeutlichen, dass die Geschichte Kölns vielfältig von jüdischen Bürger*innen mitgestaltet wurde und wird.

    Seit 1993 gibt es den Tag des offenen Denkmals®, der von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz koordiniert wird. Der Kölnische Kunstverein, der im denkmalgeschützen Bau Die Brücke von Wilhelm Riphahn untergebracht ist, wird an beiden Tagen seine Ausstellungsräume geöffnet haben. Zu sehen ist die Ausstellung Guilty Curtain.

    Die Brücke wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Ort der Begegnung und des Dialoges geplant und 1949/1950 nach Entwürfen von Wilhelm Riphahn errichtet. Der ganz im Sinne eines Gesamtkunstwerks gestaltete Winkelbau zeichnet sich durch seine Grazilität aus. Jeder Baukörper ist entsprechend seiner Funktion unterschiedlich geformt und durch die Wahl verschiedener Materialien gekennzeichnet. Als das British Information Center im Jahre 2000 das Gebäude verlassen hatte, bezog es der Kölnische Kunstverein, nachdem das Bauwerk unter Leitung des Architekten Adolf Krischanitz an die neue Nutzung angepasst worden war.

    Der Eintritt ist an beiden Tagen für alle Besucher frei.

     

  • Ausstellung: Guilty Curtain, 21.8. – 24.10.2021
    Ursula Burghardt: Ohne Titel (Reitstiefel), 1968, Foto: Stiftung Kunstfonds. (c) Nachlass Ursula Burghardt.

    Künstler*innen: Etti Abergel, Naama Arad und Tchelet Ram, Julie Becker, Ursula Burghardt, Noa Glazer, Omer Halperin, Gizela Mickiewicz, Oren Pinhassi, Michal Samama, Nora Schultz, Noa Schwartz, Lior Shachar

    Eröffnung: Freitag, 20.8.2021, 15 – 21 Uhr

    Guilty Curtain ist eine ortsspezifische Installation, die für den historischen Raum des Kölnischen Kunstvereins konzipiert wurde. Im Inneren der langen, transparenten Ausstellungshalle wird eine Gruppenausstellung die Form eines Glashauses annehmen. Die gezeigten Kunstwerke basieren auf surrealistischen Begriffen wie Verdecken und/oder Ersetzen. Diese Gesten, die von den Künstler*innen anhand verschiedener Objekte und Materialien ausgeführt werden, enden nicht in einer Sackgasse. Die Umhüllung eines Toasters in Schafwolle deckt eine verwickelte Beziehung auf – anstatt das Schaf in den Ofen zu stecken, wird der Ofen vom Schaf verschlungen. Diese Mischung aus Material, Worten und Kategorien verweist auf eine symbiotische Beziehung zwischen Körper und Objekt. Während der modernistische Versuch, die Trennung zwischen Innen und Außen aufzulösen, am Ende nur die Kluft betonte, untergräbt das, was durch die Ansammlung all dieser körperlichen Objekte offengelegt wird, die architektonische Struktur des Kunstvereins selbst; so wie man den Raum erfahren wird, ist die Natur in diesem besonderen Glashaus kein Außen mehr.

    Die umfangreiche Gruppenausstellung und Veranstaltungsreihe vereint hauptsächlich aus Israel stammende Künstler*innen mit weiteren aus Polen, Deutschland und den USA. In enger Zusammenarbeit mit der israelischen Künstlerin und Kuratorin Naama Arad konzipiert, wird eine lokale und aktive Kunstszene, die sich vor allem in Tel Aviv gebildet hat, im Kölnischen Kunstverein präsentiert.

    Kuratiert von Naama Arad und Nikola Dietrich


    Bitte beachten Sie die Informationen zu Ihrem Ausstellungsbesuch gemäß der gültigen Coronaschutzverordnung.

    Die Ausstellung wird gefördert durch:


    Mit weiterer Unterstützung von:

  • Seminar: Coronaseminar #3. Care labour in the Pandemic. Bring your kids! von Dr. Ewa Majewska, 30.6.2021
    Mi 30. Jun 2021, 18 – 20 Uhr
    Ewa Majewska Coronaseminar #3. Fürsorge in Zeiten der Pandemie. Bringt eure Kinder mit! 30. Juni 2021 Online-Zoom, 18 – 20 Uhr MEZ (in englischer Sprache) mit Nikola Dietrich, Direktorin Kölnischer Kunstverein Teilnahme-Link: https://us02web.zoom.us/j/87498627975?pwd=eGNxQjFHcHY2cU81R1FkUG5HZCtjQT09 Meeting-ID: 874 9862 7975 Kenncode: 275976 Was können wir gemeinsam erreichen? Auf welche Weise und aus welchem Antrieb heraus kümmern wir uns unter den aktuellen Bedingungen der Pandemie umeinander? Wir werden mit der Kinder-auf-Zoom-Situation experimentieren und einen Einblick in feministische Sichtweisen auf die Pandemie und Prekarisierung gewinnen. Perspektiven auf Fürsorge, Affekt und Mutterschaft haben sich verändert, im Laufe der Jahre und auch mit der Pandemie. Ebenso hat sich die Vorstellung für geschlechtliche Diversität verändert, da sich heute immer mehr Menschen als nicht-binär oder transgender verstehen oder vielfältigere Geschlechtsidentitäten als „Mann/Frau” leben. Es ist daher notwendig, die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung aus einem breiter gefassten Verständnis dieser Identitätsübergänge heraus zu diskutieren. Pflege ist oft von Rassismen besetzt, sozial- und geschlechtsspezifisch bestimmt. Hier ist ein flexibler, intersektionaler Ansatz längst überfällig. Für einige von uns war die Quarantäne geprägt von Schmerz und Verlust, für manche hingegen eine Möglichkeit, ein angenehmeres, bequemeres Leben zu führen, ohne ständiges Reisen und Hektik, und für wieder andere eine schmerzhafte Erinnerung an die patriarchale und von Diskriminierung geprägte Verteilung von Pflichten und Ungleichheiten. Wir alle wollen – während des Reboots – eine Pause von dem einlegen, was problematisch war, gleichzeitig wollen wir darüber nachdenken, was die verkörperte, affektive Erfahrung heute ist. Texte: Catherine Malabou, „To Quarantine from Quarantine, Rousseau, Robinson Crusoe and „I““, 2020. https://critinq.wordpress.com/2020/03/23/to-quarantine-from-quarantine-rousseau-robinson-crusoe-and-i/  Silvia Federici, Precarious Labor: A Feminist Viewpoint, 2008 https://inthemiddleofthewhirlwind.wordpress.com/precarious-labor-a-feminist-viewpoint/  reboot: responsiveness Der Kölnische Kunstverein und der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf präsentieren gemeinsam reboot: – ein kollaborativer, zyklischer, antirassistischer und queer-feministischer Dialog zwischen performativen und forschungsbasierten Praktiken. Der erste Zyklus, reboot: responsiveness, geht von den Sehnsüchten, Ängsten und Hoffnungen aus, die durch die aktuelle Pandemie verstärkt werden. An zwei unterschiedlichen, jedoch miteinander verbundenen Orten, die sich gegenseitig unterstützen, ergänzen und herausfordern, bietet reboot: responsiveness Infrastrukturen für provisorische Inszenierungen, Proben, prozesshafte Choreografien und Begegnungen rund um Themen wie Präsenz, Intimität, Fürsorge und Verantwortung. reboot: responsiveness entwickelt Aktivitäten gemeinsam mit einem Kernkollektiv bestehend aus Alex Baczynski-Jenkins, Gürsoy Doğtaş, Klara Lidén, Ewa Majewska, Rory Pilgrim, Cally Spooner und Mariana Valencia. Mittels verschiedener Formate und gemeinsam mit weiteren eingeladenen Gästen und dem Publikum in Köln und Düsseldorf werden diese Künstler*innen und Denker*innen Wege ergründen, einander Zeit zu widmen und zeitgemäß mit Zeit zu performen, alternative Vokabulare, Archive, Gesten, Bewegungen und Übersetzungen zu entwickeln, Ressourcen und Ideen zu teilen und weiterzugeben, und Modi des Widerstands und des Miteinanders als Antwort auf die aktuelle Situation, in der wir leben, zu finden. reboot: Konzipiert von Eva Birkenstock, Nikola Dietrich und Viktor Neumann Kernkollektiv: Alex Baczynski-Jenkins, Gürsoy Doğtaş, Klara Lidén, Ewa Majewska, Rory Pilgrim, Cally Spooner und Mariana Valencia Graphikdesign von Sean Yendrys http://reboot-responsiveness.com/de/ Weitere Termine der Coronaseminare – reboot: edition Coronaseminar #4. How do we stay with the trouble? 29. September 2021 Coronaseminar #5. Reboot solidarity together. 20. Oktober 2021   reboot: responsiveness ist eine Kooperation von: reboot: responsiveness wird unterstützt von:
  • Künstlergespräch: Show & Tell - Genoveva Filipovic im Gespräch mit Josef Strau, 24.6.2021
    Do 24. Jun 2021, 18 – 20 Uhr
    Genoveva Filipovic im Gespräch mit Josef Strau vor Ort im Kölnischen Kunstverein anlässlich der aktuellen Ausstellung Seufzer. Dies ist eine Gegeneinladung nach dem gemeinsamen Gespräch im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen in Düsseldorf zur Ausstellung Spirits and Objects von Josef Strau im vergangenen Herbst. Genoveva Filipovic (*1986 in Frankfurt am Main) lebt in New York und zurzeit in Köln. Sie studierte an der HfG in Offenbach am Main sowie an der Hochschule für Bildende Künste – Städelschule in Frankfurt am Main (bis 2013). Ihre Arbeiten waren zuletzt zu sehen in der Galleria Federico Vavassori in Milan (2019), der Kunsthalle Zürich (2019), bei Goton in Paris (2018), Dead Ends in New York (2016), Vilma Gold in London (2016) sowie Neue Alte Brücke in Frankfurt am Main (2014). Unter dem Titel The Mephisto Hours zeigte Josef Strau (*1957 in Wien, lebt in New York und zurzeit in Köln) 2021 in seiner fünften Einzelausstellung in der Galerie Buchholz neue Skulpturen und Bilder. Josef Strau hatte 2020 eine Einzelausstellung im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf, seine Arbeiten waren außerdem Teil der Busan Biennale 2020, kuratiert von Jacob Fabricius. In den letzten Jahren wurden Josef Straus Arbeiten in einer Reihe institutioneller Einzelausstellungen gezeigt, u.a. in der Secession, Wien A Turtle Dreaming (… Echoes from an Encapsulated Space Exiled Sounds of Letters Requiring Symphonic Treatment) (2015), in der Renaissance Society, Chicago The New World, Application for Turtle Island (2014), und in der Malmö Konsthall A Dissidence Coincidence But W.H.C.T.L.J.S. (2008). Das Gespräch findet in deutscher Sprache statt. Eintritt: € 5,- / € 2,50 (ermäßigt). Für Mitglieder ist der Eintritt frei. Da die Teilnehmer*innenzahl der Veranstaltung gemäß der Corona-Schutzverordnung beschränkt ist, bitten wir Sie vorab um eine Anmeldung über untenstehenden Link. Bitte beachten Sie die aktuellen Regelungen und den Mindestabstand. Die Vorlage eines negativen Schnelltest ist nicht erforderlich. Die Ausstellung von Genoveva Filipovic wird unterstützt von:
    Die Veranstaltungsreihe Show & Tell wird gefördert von:
  • Seminar: reboot: responsiveness – Coronaseminar #1. How do we reboot? von Dr. Ewa Majewska, 12.5.2021
    Mi 12. Mai 2021, 18 – 20 Uhr

    Der Kölnische Kunstverein und der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf präsentieren gemeinsam reboot: – einen kollaborativen, zyklischen, antirassistischen und queer-feministischen Dialog zwischen performativen und forschungsbasierten Praktiken.

    Der erste Zyklus, reboot: responsiveness, geht von den Sehnsüchten, Ängsten und Hoffnungen aus, die durch die aktuelle Pandemie verstärkt werden. An zwei unterschiedlichen, jedoch miteinander verbundenen Orten, die sich gegenseitig unterstützen, ergänzen und herausfordern, bietet reboot: responsiveness Infrastrukturen für provisorische Inszenierungen, Proben, prozesshafte Choreografien und Begegnungen rund um Themen wie Präsenz, Intimität, Fürsorge und Verantwortung. reboot: responsiveness entwickelt Aktivitäten gemeinsam mit einem Kernkollektiv bestehend aus Alex Baczynski-Jenkins, Gürsoy Doğtaş, Klara Lidén, Ewa Majewska, Rory Pilgrim, Cally Spooner und Mariana Valencia. Mittels verschiedener Formate und gemeinsam mit weiteren eingeladenen Gästen und dem Publikum in Köln und Düsseldorf werden diese Künstler*innen und Denker*innen Wege ergründen, einander Zeit zu widmen und zeitgemäß mit Zeit zu performen, alternative Vokabulare, Archive, Gesten, Bewegungen und Übersetzungen zu entwickeln, Ressourcen und Ideen zu teilen und weiterzugeben, und Modi des Widerstands und des Miteinanders als Antwort auf die aktuelle Situation, in der wir leben, zu finden.

    http://reboot-responsiveness.com

    reboot:
    Konzipiert von Eva Birkenstock, Nikola Dietrich und Viktor Neumann
    Kernkollektiv: Alex Baczynski-Jenkins, Gürsoy Doğtaş, Klara Lidén, Ewa Majewska, Rory Pilgrim, Cally Spooner und Mariana Valencia
    Graphikdesign von Sean Yendrys

    Coronaseminar – reboot: edition
    Erste Session am 12. Mai 2021, 18 – 20 Uhr MEZ

    Das Coronaseminar von Dr. Ewa Majewska ist die erste öffentliche Veranstaltung im Rahmen von reboot: responsiveness und wird sich in fünf Sessions des reflexiven Zusammenseins im zweiten Jahr der Pandemie entfalten:

    Für viele von uns waren die letzten Monate geprägt von der Pandemie, von Angst, Gefahr, Prekarität und Unsicherheit. Die bedrückende Präsenz des lebensbedrohlichen Virus hat unser Leben in jeder Hinsicht verändert. Durch die Angst, die die meisten von uns erlebt haben, durch die Veränderungen im Alltag, bei der Arbeit, in der Verwandtschaft und in Bezug auf Intimität. Alles ist anders, und doch ist vieles erhalten geblieben. Noch immer bilden sich solidarische Netzwerke, es besteht gewisse Hoffnung auf einen besseren Umgang mit ökologischen Gefahren und in so vielen Bereichen haben Online-Formate die Anwesenheit vor Ort erfolgreich ersetzt, dass sich unsere Reise- und Konsumgewohnheiten grundlegend ändern könnten. Dennoch bleiben Unterschiede, Marginalisierungen und Ausgrenzungen während der Pandemie nicht nur bestehen, sondern verschärfen sich, insbesondere in einigen wichtigen Kontexten.

    In den ersten Tagen der COVID-19-Pandemie stürzten viele Theoretiker*innen sofort an ihre Computer, bereit das anzubieten, was Donna Haraway zu Recht als „easy techno-fixes“, als einfache Tech-Lösungen, im Denken bezeichnete. In Warschau beschlossen wir, einen Online-Raum zu eröffnen, um die Pandemie gemeinsam zu denken. So begann bereits im April 2020 die erste Ausgabe der Coronaseminare, die mit großzügiger Unterstützung des MoMA Warschau und der Kuratorin Natalia Sielewicz durchgeführt wurden. In diesem Online-Raum konnten wir in einer der stressigsten Zeiten zusammen sein. Gemeinsam lasen wir Theorie, diskutierten sie und teilten unsere Strategien, um die Gesundheitsrisiken, die Prekarisierung und die Panik zu überstehen. Es fühlte sich sowohl tröstlich als auch seltsam an, so viel Intimität und Nähe in diesem hochgradig mediatisierten Format (Zoom + Fb-Stream) zu erfahren. Für viele von uns war es nicht nur ein Seminar, sondern auch ein geschützter Raum.

    Mit dem Beginn der neuen Reihe des Coronaseminars reboot: edition öffnen wir nun unseren Raum, unsere Unterstützung und unser Bedürfnis nach Verbindung für diejenigen, die in der (hoffentlich) endenden Zeit der Pandemie zusammen sein wollen. Mit dem diesjährigen reboot:-Hauptthema „responsiveness“ wollen wir über die Zukunft nach der Pandemie diskutieren: über das Leben, das wir führen werden, über arbeitsbezogene Veränderungen, über Verschiebungen und Übergänge von Intimität und Verwandtschaft, über neue Formate und Verteilungen von Pflege und über Fragen der Gleichheit und Umverteilung. Wir möchten wissen, inwieweit sich Kunstinstitutionen und Kulturproduzenten in solche Problematiken einbringen können, und ob wir Zusammenhalt und Veränderung bewirken können.

    Wir laden alle ein, die an einem solchen Online-Diskussionsformat interessiert sind, mit der Aussicht, sich offline zu treffen, sofern es die Situation erlaubt. Wir werden einige Texte lesen, die üblicherweise online verfügbar sind, unsere Solidaritätspraktiken und Lösungen aus der Zeit der Pandemie teilen, Annahmen hinterfragen sowie das Zusammensein praktizieren – trotz der entfremdenden Modi der zeitgenössischen Kultur. Unruhig bleiben – Haraways Buchtitel – ist ein Motto dieser Sessions. Ewa Majewskas Konzept des schwachen Widerstands wird unser Rahmen sein, davon ausgehend werden wir uns weiter in post-pandemisches Denken und Praxis bewegen. Wir laden jeden ein, der sich uns anschließen kann.

    —Dr. Ewa Majewska

    Termine der Coronaseminare – reboot: edition #1-5

    Coronaseminar #1. How do we reboot?
    12. Mai 2021 

    Online-Zoom, 18 – 20 Uhr MEZ (in englischer Sprache)
    Co-hosts: Ewa Majewska, Eva Birkenstock, Nikola Dietrich, Viktor Neumann
    Gast: Natalia Sielewicz, MoMA Warsaw
    Texte: Tithi Bhattacharia, „Social Reproduction Theory And Why We Need it to Make Sense of the Corona Virus Crisis“ [Link]
    Teilnahme über folgenden Link:
    https://us02web.zoom.us/j/88698404962?pwd=aVpPYmZHaC9NeUUxZGg0bUZiRFBOdz09
    RSVP bis zum 10. Mai 2021 an: info@koelnischerkunstverein.de

    Coronaseminar #2. Pandemic intimacies.
    9. Juni 2021

    Coronaseminar #3. On Motherhood. Bring your kids!
    30. Juni 2021

    Coronaseminar #4. How do we stay with the trouble?
    29. September 2021

    Coronaseminar #5. Reboot solidarity together.
    20. Oktober 2021

    reboot: responsiveness ist eine Kooperation von:



    reboot: responsiveness wird unterstützt von:

  • Ausstellung: reboot: responsiveness, 12.5.2021 – 8.6.2022

    reboot: responsiveness ist der erste Zyklus von reboot: – einem kollaborativen, zyklischen, antirassistischen und queer-feministischen Dialog zwischen performativen und forschungsbasierten Praktiken, der gemeinsam vom Kölnischen Kunstverein und Ludwig Forum für internationale Kunst, Aachen präsentiert wird.

    reboot:
    Konzipiert von Eva Birkenstock, Nikola Dietrich und Viktor Neumann
    Kernkollektiv: Alex Baczynski-Jenkins, Gürsoy Doğtaş, Klara Lidén, Ewa Majewska, Rory Pilgrim, Cally Spooner und Mariana Valencia
    Graphikdesign von Sean Yendrys


    Weitere Informationen unter folgendem Link. Alle bisherigen Veranstaltungen sind im Archiv einsehbar. Kommende Termine werden über unseren Kalender bekannt gegeben.


    reboot: responsiveness ist eine Kooperation von:



    reboot: responsiveness wird unterstützt von:

  • Einzelausstellung: Genoveva Filipovic – Seufzer, 27.3. – 4.7.2021

    Wir freuen uns, Sie wieder begrüßen zu dürfen. Die Ausstellung ist bis zum 4. Juli 2021 verlängert. Bitte beachten Sie die aktuellen Hinweise zu den geltenden Coronaschutzmaßnahmen.

    Zum Zeitpunkt des Schreibens dieser Mitteilung kann nicht davon ausgegangen werden, dass der Kölnische Kunstverein, Die Brücke, in der nächsten Zeit überhaupt betreten werden und die Ausstellung Seufzer überhaupt ein Publikum finden kann, ob die Ausstellung von Genoveva Filipovic eventuell nur von außen zu sehen sein wird.

    „…Wenn er sich unglücklicherweise zum Sprechen zwang, sagte er nur die albernsten Dinge. Zu allem Elend sah er auch selber seine Lächerlichkeit und hielt sie für schlimmer, als sie war; doch was er nicht sah, war der Ausdruck seiner Augen; sie waren so schön und verrieten eine so glühende Seele, dass sie, wie bei guten Schauspielern, manchen Dingen einen bezaubernden Sinn verliehen, die gar keinen hatten… nur dann gelang, etwas Vernünftiges zu sagen, wenn er durch irgendein unvorhergesehenes Ereignis abgelenkt, ein Kompliment nicht erst sorgfältig vorbereitete.“
    Stendhal, Rot und Schwarz 

    Konzept
    Ich habe Kaktusse hergestellt und in eine Reihe gestellt. 
    Nachdem diese Arbeit beendet war, habe ich den Gesichtsausdruck jedes einzelnen Kaktusses so geändert, dass er meiner Meinung nach ein Seufzen auslösen könnte.
    Da mir das als zu schwierig vorkam, habe ich nun dies gemacht: Ich habe behauptet, dass ich den Gesichtsausdruck jedes einzelnen Kaktusses so ändere, dass er meiner Meinung nach ein Seufzen auslösen könnte. Habe aber stattdessen ein Lächeln eingebaut.

    Dann versuche ich mir vorzustellen wie es wäre, wenn ich diese Szene “nachspielen würde”. 

    Very Ralph
    Der Künstler möchte keine Erklärungsbrücke

    Die Ausstellung wurde kuratiert von Nikola Dietrich.

    Genoveva Filipovic (*1986 in Frankfurt am Main) lebt in New York und zurzeit in Köln. Sie studierte an der HfG in Offenbach am Main sowie an der Hochschule für Bildende Künste – Städelschule in Frankfurt am Main (bis 2013). Ihre Arbeiten waren zuletzt zu sehen in der Galleria Federico Vavassori in Milan (2019), der Kunsthalle Zürich (2019), bei Goton in Paris (2018), Dead Ends in New York (2016), Vilma Gold in London (2016) sowie Neue Alte Brücke in Frankfurt am Main (2014).

    Die Ausstellung wird unterstützt von:

  • Filmvorführung: Show & Tell - Modern Lovers von Dorothy Iannone & Juliette Blightman, 14.2.2021
    Juliette Blightman, Diseaseeds and Pollutionation, 2020, Film Still, Courtesy: the artist and Arcadia Missa
    So 14. Feb 2021, 19 – 20:30 Uhr

    Modern Lovers 
    Ein Screening am Valentinstag im Rahmen der Ausstellung THE KÖLN CONCERT
    von Dorothy Iannone & Juliette Blightman mit Videoarbeiten der beiden Künstlerinnen

    Programm:

    Juliette Blightman
    Girlfriend, 2009

    Dorothy Iannone
    The Story of Bern (Or) Showing Colors, 1970

    Dorothy Iannone
    Follow Me, 1977

    Dorothy Iannone
    The Berlin Beauties Or You Have No Idea How Beautiful You Are, 1978

    Juliette Blightman
    I Will Always Love You, 2019

    Juliette Blightman
    Diseaseeds and Pollutionation, 2020

    Gesamtlaufzeit: 80 min

    Das Screening findet über die Internet-Plattform Zoom statt. Mit folgendem Link können Sie dem Meeting über Ihren Browser beitreten: https://zoom.us/j/97358733748

    Für den Zugang über einen Zoom-Account:
    Meeting-ID: 973 5873 3748

     

2020
  • Künstlergespräch, Lesung, Performance: Hounds of Love – Juliette Blightman & Lily McMenamy, 10.12.2020
    Juliette Blightman: Diseaseeds and Pollutionation, 2020. Video still. Courtesy: die Künstlerin und Arcadia Missa, London.
    Do 10. Dez 2020, 19 – 19:45 Uhr

    Hounds of Love
    Ein abendlicher Zoom aus Musik, Performance und Lesungen, mit Freund*innen und Held*innen von Juliette Blightman und Lily McMenamy. Die Künstlerinnen kommen zum ersten Mal zusammen, beide lassen sich von der Welt um sie herum inspirieren; als Frauen, als Freundinnen und als kosmische Tänzerinnen.

    Schalten Sie um 19 Uhr Kölner Zeit ein.

    Das Gespräch findet über die Internet-Plattform Zoom statt und ist in englischer Sprache. Mit folgendem Link können Sie dem Meeting über Ihren Browser beitreten:

    https://zoom.us/j/91574222270

    Für den Zugang über einen Zoom-Account:
    Meeting-ID: 915 7422 2270

    Die Veranstaltung findet im Rahmen der Ausstellung THE KÖLN CONCERT von Dorothy Iannone & Juliette Blightman statt und kann hier nachgeschaut werden: 

  • Ausstellung: Jahresgaben 2020, 17.11.2020 – 31.1.2021
    Lena Anouk Philipp: Ums Mark reisen, 2017. Foto: Mareike Tocha.

    Wir freuen uns, Ihnen ab Dienstag, 17. November die Jahresgaben 2020 vorerst online vorzustellen. Erhältlich sind exklusiv für den Kunstverein produzierte oder gestiftete Werke von jungen wie etablierten Künstler*innen: 

    John Baldessari, Kenneth Bergfeld, Tom Burr, Hanne Darboven, Dunja Herzog, Dorothy Iannone, Emma LaMorte, Marcel Odenbach, Lena Anouk Philipp, Luc Tuymans, Jeff Wall

    Mit dem Kauf einer Jahresgabe leisten Sie einen wichtigen Beitrag zur Förderung zeitgenössischer Kunst und Künstler*innen sowie zur Arbeit des Kölnischen Kunstvereins. Dafür bedanken wir uns recht herzlich!

    Bestellungen der Jahresgaben 2020 können ab dem 17. November 2020 bis einschließlich 6. Januar 2021 schriftlich eingereicht werden. Gehen mehr Bestellungen ein, als Exemplare vorhanden sind, entscheidet das Los. Die Verlosung findet am 7. Januar 2021 statt.
    Bitte beachten Sie, dass die Jahresgaben ausschließlich von Mitgliedern des Kölnischen Kunstvereins erworben werden können. Die ausführlichen Bestellbedingungen finden Sie hier.

    Aktuell und noch bis zum 20. Dezember 2020 bleibt der Kölnische Kunstverein gemäß der Coronaschutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen geschlossen. Sobald wir unsere Türen wieder für Besucher*innen öffnen können, werden die Jahresgaben im Rahmen einer Ausstellung im 2. OG zu besichtigen sein. 

    Über Neuigkeiten zur Wiederöffnung und zu unserem Programm halten wir Sie über Webseite und Newsletter auf dem Laufenden.

    Wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen!

    Lena Anouk Philipp: Ums Mark reisen, 2017. Foto: Mareike Tocha.
    Jahresgaben 2020, Kölnischer Kunstverein.
  • Veranstaltung: Alle Veranstaltungen entfallen bis auf Weiteres, 3.11.2020 – 31.1.2021
    Kölnischer Kunstverein, Riphahnsaal. Foto: Simon Vogel.
    Di 3. Nov 2020 – So 31. Jan 2021
      Gemäß der Coronaschutzverordnung des Landes NRW bleibt der Kölnische Kunstverein vom 03.11.2020 bis mindestens 31.01.2021 geschlossen. In dieser Zeit finden keine Veranstaltungen vor Ort statt. Online-Events werden wir kurzfristig über unseren Newsletter ankündigen.
  • Ausstellung: THE KÖLN CONCERT – Dorothy Iannone & Juliette Blightman, 31.10.2020 – 7.3.2021
    Dorothy Iannone, (Ta)Rot Pack, 2016, Double-sided laser copies mounted on cardboard, from 54 original drawings from 1968/69. 27 × (26,5 × 20 cm). Courtesy Air de Paris, Romainville. // Juliette Blightman, Stages of Seed Development, 2020, pencil on paper, photographic print, gouache, 28 × (27,4 × 20,8 cm). Courtesy Juliette Blightman and Arcadia Missa, London.

    Eröffnung am Freitag, 30.10.2020, 15 – 21 Uhr

    „Ein Bild, höher noch als Engel: The Köln Concert“
    Ein Text von Amelia Stein


    Das Leben hat kein Außerhalb, verkünden die psyche-himmlischen Ladies of Liberty mit ihren Mikrofonen, sagen die prächtigen Kakteenbrunnen, sagt die blühende Pussyblume mit einem untrüglichen Augenzwinkern.

    Dieses ist das Übereinkommen, das The Köln Concert zwischen Publikum, Werken und den Künstlerinnen inszeniert; sowohl Juliette Blightman (*1980) als auch Dorothy Iannone (*1933) komprimieren den Fluss der Zeit zu komplexen symbolischen Welten, in denen es um Liebe, Sex, Fürsorge, Arbeit, Autonomie, Freude und andere Aspekte des Selbstseins geht. Wenn ich „symbolisch“ sage, so meine ich Bilder, die allgemeine Aussagen treffen und sich zugleich auf Persönliches konzentrieren, die zum Teil mnemonisch und zum Teil prophetisch sind, in denen Frühstück und Jugendstil gleichberechtigte Existenzen führen und Geschichten den Platz der Nasen einnehmen. In The Köln Concert sind Formen, Figuren, Botschaften zu einer vielstimmigen Komposition arrangiert; das Leitmotiv, in dem Harmonien mit schrilleren Tönen kollidieren, ist von Blightman und Iannone auf eine Weise inszeniert, dass auch sie selbst ihrerseits das Zusammenspiel der Klänge zu hören vermögen. 

    Nicht dass alles und jedes zur Praxis gehört, aber auf alle Fälle ist dies eine Praxis, die netzförmig angelegt ist: Blightman entwickelte die Brunnen in der Garage ihres Stiefvaters, vielleicht mit der Hilfe ihrer kleinen Tochter. Es ist leicht möglich, sich ihren Besuch im Baumarkt vorzustellen, wo sie die Farbe auswählt, ein grelles, aber irgendwie zweckmäßiges Grün. Hier in der Welt der praktischen Dinge, die auch die Welt der Zweckentfremdungen, die der ausgelassenen Späße und der Notlösungen ist, sind die matten Eruptionen der Phalli davon abhängig, wie viel Energie sich von Sonnenkollektoren beziehen lässt. Während sie im Ruhezustand verharren, halten sie in Planschbecken Hof, in deren Rundungen sie unweigerlich im Chor auftreten. Irgendetwas wächst immer in Blightmans Werk heran, was bedeutet, es bedarf der sorgsamen Pflege. Das gilt für Kinder und Pflanzen, aber auch für Beschränkungen und Perspektiven, Begehren, das gefühlte Selbst: Fürsorge bedeutet Strukturen zu schaffen, bedeutet, Subjekt und Prozess als ein und dasselbe zu begreifen. „Tochter“ ist ein Prozess, ebenso „Körper“, das „Zuhause“. Die Bleistift- und Gouache-Arbeiten in Stages of Seed Development (2020) stellen sich zunächst als Fenster dar, bis die Serialität ihrer Anordnung alsdann etwas Gewichtigeres nahelegt: Phrasen womöglich, die zugleich unbestimmt und abgeschlossen sind.

    Nachdrücklich sprechen, singen diese Arbeiten, bewegen sich auf ihre Inspirationsquelle zu, (Ta)Rot Pack (2016/1968-69). Iannones ekstatische Allegorie ihres Lebens mit Dieter Roth bringt eine Reihe eigener musikalischer Phrasen hervor: „This Card Brings a Brief Respite Maybe“, lässt ein nackter Roth verlauten, der auf einem trippigen Schweizer Pfad wandert. „This Card Brings What Everyone Wants“, sagen die geschmückten Liebenden in tantrischer Umarmung. Iannone hat erklärt, dass diese Fähigkeit – Dinge herbeizubringen – die einzige Art und Weise ist, wie ihre Karten das (andere) Tarot zu spiegeln vermögen. Ich hingegen würde eine andere Deutung wagen: dass nämlich ihr (Ta)Rot Pack, wie Blightmans Stages, eine Würdigung alltäglicher Konsequenzen ist – eine, die eines Anflugs kosmischen Humors nicht entbehrt.

    Etwas, das mit Wanderschaft zu tun haben könnte, hier als unterschwellig hörbare Kadenz. Diese Werke entspringen Orten, die ebenso geliebt werden, wie man sie schlichtweg erträgt. Bei allem Umherreisen entspringen sie dem Bedürfnis, gelegentlich an diese zurückzukehren – etwa in die Vereinigten Staaten, wo Iannone und ihre Ladies of Liberty geboren wurden, oder auch nach Deutschland, wo Blightman zuerst ihre Tochter großzog und sie zuerst malte, und insbesondere ins Rheinland, wo Iannone mit Roth lebte und Ende der 1960er Jahre mit der Arbeit am (Ta)Rot Pack begann. Bild ist, wie man dort hingelangt: The Story Of Bern (Or) Showing Colors (1970), ursprünglich ein Künstlerbuch, in The Köln Concert als Diaporama gezeigt, liefert uns den Beweis, dass die fruchtbarsten Zeiten häufig die sind, die von Auseinandersetzungen und Kämpfen geprägt werden. Und dass am Ende, wenn wir aus all dem Chaos schließlich wieder auftauchen, wir nur rein theoretisch zu der Erkenntnis gelangen können, dass irgendwo in der Ferne Ruhm und Ehre auf uns warten.

    Die Ausstellung wurde kuratiert von Nikola Dietrich.

    Im Laufe der Ausstellung entsteht eine gemeinsame Publikation.  

    Die Präsentation im Kölnischen Kunstverein ist eine Weiterführung der Ausstellung Prologue bei Arcadia Missa in diesem Jahr. Eine zweite Version der Ausstellung wird im April 2021 bei Vleeshal in Middelburg, Niederlande, eröffnen.

    Dank an: Air de Paris, Romainville; Arcadia Missa, London; Peres Projects, Berlin; Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin; Galerie Fons Welters, Amsterdam; Sammlung Alexander Schröder, Berlin; Roger Hobbs; Kentaurus, Köln 

    Die Ausstellung wird unterstützt von:

  • zu Gast: Kammerkonzerte im Kunstverein – 4. Konzert, Aleksey Semenenko (Violine) & Inna Firsova (Klavier), 31.10.2020
    Kammerkonzerte im Kunstverein, 2020. Ankündigung. Copyright: Kölner Klassik Ensemble e.V.
    Sa 31. Okt 2020, 18 – 20 Uhr

    Der Stargeiger Aleksey Semenenko ist gemeinsam mit der Pianistin Inna Firsova zu erleben.

    Programm:
    Ludwig van Beethoven: Sonate Nr. 6 in A-Dur, op. 30 Nr. 1
    Igor Strawinski: Divertimento „Le Baiser de la fée – Der Kuss der Fee“
    Olivier Messiaen: Thème et Variations für Violine and Klavier (1932)
    Gabriel Fauré: „Au bord de l‘eau“ op. 8; „Aprês un rêve“ op. 7
    Eugène Ysaÿe: Poème élégiaque, op. 12
    Alexander Rosenblatt: Carmen Fantasy on themes from the opera by Georges Bizet

    Nach seinem Debüt im Kennedy Center schrieb die Washington Post: „Semenenko (…) erkundete jeden Winkel der Fantasie des Komponisten (…) ein echter Triumph“. Spätestens seit seinem Gewinn der angesehenen Young Concert Artists Auditions 2012 in New York und des Boris Goldstein Violinwettbewerb 2015, gehört der Aleksey Semenenko zu der Weltelite der Violinisten und kann sich über eine rege Konzerttätigkeit in Europa und den USA, als Solist und Kammermusiker freuen. Aleksey Semenenko spielt eine Stradivari-Geige aus dem Jahr 1699, die ihm von der Deutschen Stiftung Musikleben zu Verfügung gestellt wurde.

    Mit der Pianistin Inna Firsova bildet Aleksey Semenenko ein festes Duo. Sie konzertierten u.a. in der Berliner Philharmonie, auf Schloss Elmau, den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern. Beim 67. Dubrovnik Summer Festival 2016 gewannen sie als Duo den Jury- und Fernsehpreis Orlando als „Bestes Konzert“ des Festivals.

    Preise:
    19,50 Euro inkl. VVK Gebühr, ermäßigt (Schüler, Studenten, KölnPass-Inhaber) 12,- Euro inkl. VVK Gebühr, Kinder bis 14 Jahre haben freien Eintritt.
    Ticket-Verkauf ausschließlich im Voraus über KölnTicket!

    Karten sind auf KölnTicket erhältlich: www.koelnticket.de
    Infos & Link zum VVK unter: www.kammerkonzerte.koeln

    Über die Konzertreihe:
    Die Musikmetropole am Rhein ist Heimatort zahlreicher international anerkannter Musikerinnen und Musiker. Mit ihrer Vielfalt und Qualität hat sich dabei die freie Kölner Kammermusikszene weltweit höchstes Ansehen erspielt. Die Kammerkonzerte im Kunstverein geben diesen Spitzenensembles aus Köln und NRW nun ein festes Schaufenster in ihrer Heimatstadt. Ab 2020 finden jährlich sechs Konzerte, jeweils Samstag Abends um 18 Uhr, im Riphahnsaal des Kölnischen Kunstvereins statt.

    Zentral am Neumarkt bietet der Riphahnsaal mit seiner offenen, schönen Architektur eine hervorragende Akustik für Kammermusik der internationalen Spitzenklasse. Die Verbindung von zeitgenössischer, bildender Kunst und der epochenübergreifenden Kammermusik setzt ein Symbol für die Einheit von Kunst, ihrer Vielfältigkeit und Aktualität und verspricht ein einzigartiges Ambiente.

    Diese Konzertreihe findet mit der Unterstützung durch das Kulturamt der Stadt Köln, dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW und der RheinEnergie Stiftung Kultur statt.

  • Vermittlung, Führung: Dunja Herzog – Meanwhile & ­Emma LaMorte – Aussicht, 18.10.2020
    So 18. Okt 2020, 15 – 16 Uhr
    Führung durch die Ausstellungen Dunja Herzog – Meanwhile und Emma LaMorte – Aussicht  mit Miriam Bettin, Kuratorin der Ausstellung von Emma LaMorte.
  • Vortrag: Show & Tell – Tarot Conversation: The Tower von Jessa Crispin, 14.10.2020
    Jen May & Jessa Crispin, The Tower, Spolia Deck, 2018, Courtesy of the artists
    Mi 14. Okt 2020, 19 – 20 Uhr

    Instagram Live: Tarot Conversation: The Tower von Jessa Crispin, freie Herausgeberin und Autorin (USA)
    Online Event, keine Anmeldung erforderlich, Zugang über unseren Instagram-Account
    (in englischer Sprache)

    „Ein Turm, vom Blitz getroffen oder vielleicht einfach nur in Brand gesetzt, steht kurz vor dem Einsturz. In vielen Versionen der Karte fallen zwei Figuren von der Spitze des Turms auf den Erdboden darunter.
    Der Turm ist nicht die Selbstzerstörung des Teufels, sondern eine Zerstörung, die von außen kommt. Er ist ein Beben, ein Tumult, eine Katastrophe. Was Sie aufgebaut haben, reißt der Turm wieder ab. Es ist vielleicht die gefürchtetste Karte im Stapel. Sie fällt bei Nummer sechzehn.“ – Jessa Crispin, „The Tower“, in: The Creative Tarot: A Modern Guide to an Inspired Life, New York 2016. (Übers. d. Verf.)

    Die feministische und astrologieaffine Schriftstellerin und Verlegerin Jessa Crispin nimmt uns mit auf eine Reise zu den Geheimnissen und Möglichkeiten des Tarot. In Zusammenhang mit Emma LaMortes Ausstellung Aussicht spricht sie über die destruktiven, aber auch erholsame Qualitäten der Tarotkarte „Der Turm“.

    Jessa Crispin ist unabhängige Schriftstellerin und Herausgeberin mit Sitz in Baltimore, MD. Von 2003 bis 2016 war sie für Bookslut, ein monatlich erscheinendes Magazin und Blog, verantwortlich und ist seit 2017 Moderatorin des Podcasts Public Intellectual. Sie schreibt regelmäßig für die New York Times und die Washington Post über Politik, Kunst, Literatur, Film, Popkultur, Essen, Feminismus, Religion und Wohnen und ist seit 2019 Kolumnistin für The Guardian. Zuletzt hat sie Why I am Not a Feminist: A Feminist Manifesto (2017), The Creative Tarot (2016) und The Dead Ladies Project (2015) veröffentlicht und arbeitet derzeit an ihrem neuen Buch Meine drei Väter (geplant für 2021). In Zusammenarbeit mit der Künstlerin Jen May produzierte und vertrieb sie 2018 das Spolia-Tarot-Deck und bietet wiederkehrend Tarot-Sitzungen sowie Vorträge und Workshops zum Thema an.

    Show & Tell ist eine fortlaufende ausstellungsbegleitende oder davon unabhängige Veranstaltungsreihe in verschiedenen Formaten. Eingeladen werden wechselnde Gäste, darunter Künstler*innen, Autor*innen oder Musiker*innen. Die Reihe wird gefördert von:

     

  • Filmvorführung: Show & Tell – Stan Brakhage, Anticipation of the Night, 1958, 13.10.2020
    Stan Brakhage: Anticipation of the Night, 1958. Film still. Courtesy of LUX, London.
    Di 13. Okt 2020, 19 – 20 Uhr

    Stan Brakhage: Anticipation of the Night, USA, 1958, 43 min, Farbe, ohne Sound, 16 mm
    Mit einem Textbeitrag von Emma LaMorte (in englischer Sprache).

    „Der Schatten eines Mannes in seiner Bewegung bei Tageslicht erinnert an Lichter in der Nacht. Eine Rosenschale, die in der Hand gehalten wird, reflektiert sowohl die Sonne als auch den Mond wie eine Beleuchtung. Die Öffnung eines Tores zu Bäumen nimmt die Dämmerung in die Nacht vorweg. Auf dem Rasen wird ein Kind geboren, geboren aus dem Wasser mit seinem verheißungsvollen Regenbogen und der wilden Rose. Es wird zum Mond und zur Quelle allen Lichts. Die Lichter der Nacht werden zu kleinen Kindern, die ein kreisförmiges Spiel spielen. Der Mond bewegt sich über einen Tempel mit Säulen, zu dem alle Lichter zurückkehren. Man sieht, wie der Schlaf der Unschuldigen in ihren Tierträumen zur Belustigung wird, ihr kreisförmiges Spiel, zum Morgen wird. Die Bäume verfärben sich und verlieren ihre Blätter für den Morgen, sie werden zur Komplexität von Ästen, in denen sich der Schattenmann erhängt.“ – Stan Brakhage (Übers. d. Verf.)

    Show & Tell ist eine fortlaufende ausstellungsbegleitende oder davon unabhängige Veranstaltungsreihe in verschiedenen Formaten. Eingeladen werden wechselnde Gäste, darunter Künstler*innen, Autor*innen oder Musiker*innen. Die Reihe wird gefördert von:

  • zu Gast: Kammerkonzerte im Kunstverein – 3. Konzert, Linos Piano Trio, 10.10.2020
    Kammerkonzerte im Kunstverein 2020. Copyright: Kölner Klassik Ensemble e.V.
    Sa 10. Okt 2020, 18 – 21 Uhr
    Konrad Elias-Trostmann, Violine Prach Boondiskulchok, Klavier Vladimir Waltham, Violoncello Programm: Kaija Saariaho: Light & Matter Edvard Grieg: Peer Gynt Suite Nr. 1 (Arr. Linos Piano Trio) Carl Philipp Emanuel Bach: Trio in F-Dur Wq. 01 Nr. 3 Johannes Brahms: Trio in c-Moll Op. 101 2015 gewann das Linos Piano Trio den 1. Preis sowie den Publikumspreis des Melbourne International Chamber Music Competition und wird seither als eines der dynamischsten und kreativsten Klaviertrios Europas gesehen. „Slow-burning and gripping” kommentierte das The Strad Magazin und die Hannoversche Allgemeine Zeitung schrieb: „das Trio faszinierte auf Anhieb”. Das Linos Piano Trio konzertiert weltweit in Konzerthäusern wie der Wigmore Hall London, dem Melbourne Recital Centre, dem Holzhausenschlösschen Frankfurt und dem Muziekgebouw Eindhoven. Bei CAvi-music erschien Anfang 2020 die Erstaufnahme der vollständigen Werke für Klaviertrio von Carl Philipp Emanuel Bach. Seit 2016 entstand zudem das bei Zuhörern beliebte Projekt „Stolen Music“. Hier arrangieren die Musiker große Orchesterwerke für ihre Besetzung, in ihrem Anliegen das Repertoire für Klaviertrio zu erweitern. Preise: 19,50 Euro inkl. VVK Gebühr, ermäßigt (Schüler, Studenten, KölnPass-Inhaber) 12,- Euro inkl. VVK Gebühr, Kinder bis 14 Jahre haben freien Eintritt. Ticket-Verkauf ausschließlich im Voraus über KölnTicket! Karten sind auf KölnTicket erhältlich: www.koelnticket.de Infos & Link zum VVK unter: www.kammerkonzerte.koeln Über die Konzertreihe: Die Musikmetropole am Rhein ist Heimatort zahlreicher international anerkannter Musikerinnen und Musiker. Mit ihrer Vielfalt und Qualität hat sich dabei die freie Kölner Kammermusikszene weltweit höchstes Ansehen erspielt. Die Kammerkonzerte im Kunstverein geben diesen Spitzenensembles aus Köln und NRW nun ein festes Schaufenster in ihrer Heimatstadt. Ab 2020 finden jährlich sechs Konzerte, jeweils Samstag Abends um 18 Uhr, im Riphahnsaal des Kölnischen Kunstvereins statt. Zentral am Neumarkt bietet der Riphahnsaal mit seiner offenen, schönen Architektur eine hervorragende Akustik für Kammermusik der internationalen Spitzenklasse. Die Verbindung von zeitgenössischer, bildender Kunst und der epochenübergreifenden Kammermusik setzt ein Symbol für die Einheit von Kunst, ihrer Vielfältigkeit und Aktualität und verspricht ein einzigartiges Ambiente.
    Kammerkonzerte im Kunstverein, 2020. Ankündigung. Copyright: Kölner Klassik Ensemble e.V.
  • Künstlergespräch: Show & Tell – Radiosendung: Something Like #21: The Continuous Present, mit Bitsy Knox, Rosa Aiello und Emma LaMorte, 8.10.2020
    Benjamin Marvin, 2020, Courtesy of the artist
    Do 8. Okt 2020, 10 – 13 Uhr

    Radiosendung: Something Like #21: The Continuous Present, mit Bitsy Knox, Rosa Aiello und Emma LaMorte, in-situ im Kölnischen Kunstverein
    Online-Veranstaltung, keine Anmeldung erforderlich
    (auf Englisch)

    ≈≈ Die Sendung wird am 8. Oktober von 10 bis 13 Uhr live auf Cashmere Radio ausgestrahlt. Sie wird im Anschluss auf der Seite von Something Like bei Cashmere und auf Mixcloud verfügbar sein ≈≈

    „. . . It’s at this moment that I decide to make a change, set up some rules, do something, because when the life of the living moves slow, it speeds the overall sense of time. It gives the impression that life goes by “In a flash,” “In a breath,”  “Before you know it.” I decide: First, I will forbid the use of any such phrase, including, “Where has the day gone?” including „Already?”. Second, I will do all I can to avoid tradition, which speeds time. Like ritual speeds time. Like routine, which I cannot possibly avoid, speeds time. Third, and most important, because it is something I can control, I will adopt an exercise for slowing time: to place details in time, so to prevent the seamless fold from taking hold. . .“  (ein Auszug aus Calypso Goes out of Favour von Rosa Aiello)

    In dieser ganz besonderen 21. Folge von Something Like spricht Bitsy mit den Künstlerinnen Emma LaMorte und Rosa Aiello über Emmas Ausstellung Aussicht, in-situ im Kölnischen Kunstverein, bis spät in die Nacht. Auf ihrer ekphrastischen Erkundung von Emmas Ausstellung fragen sie: Was ist die kontinuierliche Gegenwart, und wie bewegen wir uns durch sie hindurch? Wie fühlt sich das Vergehen der Zeit für eine Künstlerin an – für eine neue Mutter – und wie verhält sich das zu Fürsorge, zu Pflicht, zu Geduld, zu Vergnügen, zu Ungerechtigkeit?

    Die vierteilige Episode nimmt direkten Bezug auf Aussicht und enthält eine Originalpartitur von LNS (Laura Sparrow) sowie Auszüge aus Rosa Aiellos Text Calypso Goes out of Favour für die Ausstellung, ein Auszug aus ihrem in Arbeit befindlichen Roman Calypso’s Way.

    Bitsy Knox (*1984 in Vancouver) ist Dichterin, Performerin und Radiomoderatorin und lebt in Berlin. Bitsy Knox hat Gedichte gelesen und in ganz Europa performt, zuletzt im Haus am Lutzowplatz, Hopscotch, Horse & Pony, in den KW Institute for Contemporary Art, OHM, und beim Project Space Festival, Berlin; W139, Amsterdam; Une, Une, Une, Une, Marseille; Feeelings, Brüssel; und PEACH, Rotterdam. Ihre zweimonatlich ausgestrahlte Radiosendung auf Cashmere Radio und CHFR Hornby Island, Something Like, durchquert Volkstraditionen und New Age, experimentelle und minimale Komposition durch die Linse von Poesie und Amateurmusikwissenschaft. Bitsy arbeitet seit 2016 mit dem in Brüssel lebenden Musiker Roger 3000 zusammen. Ihre erste LP als Bitsy Knox & Roger 3000, OM COLD BLOOD, wurde 2018 bei Tanuki Records veröffentlicht, und eine demnächst erscheinende EP, The Heat Within, wird im Herbst 2020 bei Tundra Records erscheinen. Bitsys Gedichte wurden u.a. bei Tabloid, General Fine Arts, Arts of the Working Class und Pure Fiction veröffentlicht. Ihr erstes Kapitelbuch, Meaningless Secrets, wurde 2020 veröffentlicht. Sie hat einen MFA vom Piet Zwart Institute, Rotterdam inne.

    Show & Tell ist eine fortlaufende ausstellungsbegleitende oder davon unabhängige Veranstaltungsreihe in verschiedenen Formaten. Eingeladen werden wechselnde Gäste, darunter Künstler*innen, Autor*innen oder Musiker*innen. Die Reihe wird gefördert von:

  • Vermittlung, Führung: Dunja Herzog – Meanwhile & ­Emma LaMorte – Aussicht, 7.10.2020
    Mi 7. Okt 2020, 17 – 18 Uhr
    Führung durch die Ausstellungen Dunja Herzog – Meanwhile und Emma LaMorte – Aussicht  mit Miriam Bettin, Kuratorin der Ausstellung von Emma LaMorte.
  • Vermittlung, Führung: Show & Tell – Stadtführung, 4.10.2020
    Seidenspulerin, 14. Jahrhundert. Courtesy: Seekreis Verlag.
    So 4. Okt 2020, 12 – 14 Uhr
    Stadtführung: Blaufärber*innen, Goldspinnerinnen, Zauberei. Eine Führung durch und mit Irene Franken, Historikerin und Alternative Ehrenbürgerin von Köln. Begleitend zur Ausstellung Meanwhile von Dunja Herzog werden Kölner Orte aufgesucht, die Aspekte von Farbe, Handwerkskunst, Magie und Gold berühren. Sodann wird die Impulsgeberin von Dunja Herzog, Prof. Maria Mies, Thema sein, die dem Frauengeschichtsverein viele Meter ihrer Schriften überließ – vergleichbar produktiv wie der Ratsherr Hermann von Weinsberg, der in der Frühen Neuzeit ca. 7.000 Seiten Tagebuch verfasste und am Blaubach lebte. Schließlich soll auch der Kampf um die Selbstbestimmung der Frau über ihren Körper behandelt werden. Start: Waidmarkt, Hermann-Josef-Brunnen Dauer: ca. 1 1/2 bis 2 Stunden Max. 15 Teilnehmende, Mund-Nasen-Schutz oder Visier sind Bedingung der Teilnahme Anmeldeschluss: Freitag, 02.10.2020, 14:30 Uhr
  • Performance: Show & Tell – Live Narration von Rosa Aiello, Emma LaMorte & Benjamin Marvin mit Musik von LNS, 2.10.2020
    Emma LaMorte & Benjamin Marvin, Live Narration, 2020, Courtesy of the artists
    Fr 2. Okt 2020, 18 – 19 Uhr

    Live Narration von Rosa Aiello, Emma LaMorte & Benjamin Marvin mit Musik von LNS
    Mit einer Buchpräsentation der ausstellungsbegleitenden Publikation von Emma LaMorte
    (auf Englisch)

    Live Narration ist ein kollaboratives Projekt mit Text von Rosa Aiello, Visuals von Emma LaMorte und Benjamin Marvin und Musik von LNS. Mit einem Overheadprojektor werden vor Ort Bilder aus Licht, Schatten und Farbe erzeugt und projiziert, die die live gemischte Klanglandschaft aus Musik und Sprache illustrieren und kommentieren. Die Performance im Kölnischen Kunstverein umfasst Werkdetails aus Emma LaMortes Ausstellung Aussicht und eine Lesung von Rosa Aiello aus ihrem Text Calypso Goes out of Favour, der auch Teil der begleitenden Publikation ist.

     

    Rosa Aiello, geboren 1987 in Kanada, ist Schriftstellerin und Künstlerin und arbeitet mit Video, Text, Fotografie, Sound und Installation. Häufig beschäftigt sie sich mit der Art und Weise, wie Sprache, Erzählmittel, häusliche Architektur und andere strukturelle Parameter an Sozialisation beteiligt sind. Ihre Arbeiten wurden in verschiedenen Institutionen und Galerien gezeigt, zuletzt im Cell Project Space in London, in der Lodos Gallery in Mexiko-Stadt, in der The Southern Alberta Art Galerie in Lethbdrige, im Bureau des Réalités in Brüssel, in der Schirn Kunsthalle in Frankfurt am Main sowie in der Kunsthalle Zürich. Ihre Texte wurden bei Triple Canopy, Starship, CanadianArt, Art Papers und F. R. David veröffentlicht. Calypso Goes out of Favour ist ein Auszug aus ihrem Romanprojekt Calypso’s Way, das derzeit in Arbeit ist.

    LNS, ursprünglich aus Calgary in Kanada stammend, ist seit Jahren ein integraler Bestandteil der Underground-Musik-Community in Vancouver, die Veranstaltungen offiziell und unter dem Radar organisiert und auflegt. Ihr DJing spiegelt eine Unzahl elektronischer Einflüsse wider, darunter die Pionierjahre des Detroit- und UK-Techno, IDM und Electro. Dieser Stil zeigt sich in ihrer musikalischen Produktion, die auf Labels wie 1080p, Freakout Cult, Wania und ihrem eigenen Label LNS, zuletzt auf zwei neuen EPs, erschienen ist.

    Benjamin Marvin, geboren 1987 in Kanada, ist Künstler und lebt in Berlin. Er erhielt seinen BFA an der Emily Carr University in Vancouver und studierte in der Klasse von Christopher Williams an der Kunstakademie Düsseldorf. Zu seinen jüngsten Ausstellungen gehören Exhibiting Paintings bei Jack’s Flat in Berlin, Development (Scarlet goes to the doctor) in der Gärtnergasse in Wien (zusammen mit Emma LaMorte), Close Your Eyes It’s all pretend im Sikås Art Center und How am I im Jungen Museum in Bottrop.

    *Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung auf 18 Uhr vorverlegt wurde.

    Show & Tell ist eine fortlaufende ausstellungsbegleitende oder davon unabhängige Veranstaltungsreihe in verschiedenen Formaten. Eingeladen werden wechselnde Gäste, darunter Künstler*innen, Autor*innen oder Musiker*innen. Die Reihe wird gefördert von:

  • Sonderveranstaltung: Offene Ateliers im Kölnischen Kunstverein, 27.9.2020
    Offene Ateliers 2020
    So 27. Sep 2020, 14 – 18 Uhr
    Mit den Atelierstipendiat*innen Sascha Kregel, Morgaine Schäfer, Stella von Rohden und Ellen Yeon Kim. Für diese Veranstaltung ist keine Anmeldung erforderlich, es kann jedoch eventuell zu Wartezeiten kommen. Bitte beachten Sie die Abstands- und Hygieneregeln sowie die Tragepflicht einer Mund- und Nasenmaske. Weitere Infos unter: Offene Ateliers Köln 2020
  • Vermittlung, Führung: Show & Tell – Stadtführung, 23.9.2020
    Seidenspulerin, 14. Jahrhundert. Courtesy: Seekreis Verlag.
    Mi 23. Sep 2020, 18 – 20 Uhr

    Stadtführung: Blaufärber*innen, Goldspinnerinnen, Zauberei. Eine Führung durch und mit Irene Franken, Historikerin und Alternative Ehrenbürgerin von Köln.

    Begleitend zur Ausstellung Meanwhile von Dunja Herzog werden Kölner Orte aufgesucht, die Aspekte von Farbe, Handwerkskunst, Magie und Gold berühren. Sodann wird die Impulsgeberin von Dunja Herzog, Prof. Maria Mies, Thema sein, die dem Frauengeschichtsverein viele Meter ihrer Schriften überließ – vergleichbar produktiv wie der Ratsherr Hermann von Weinsberg, der in der Frühen Neuzeit ca. 7.000 Seiten Tagebuch verfasste und am Blaubach lebte. Schließlich soll auch der Kampf um die Selbstbestimmung der Frau über ihren Körper behandelt werden.

    Start: Waidmarkt, Hermann-Josef-Brunnen
    Dauer: ca. 1 1/2 bis 2 Stunden
    Max. 15 Teilnehmende, Mund-Nasen-Schutz oder Visier sind Bedingung der Teilnahme

    Anmeldeschluss: Mittwoch, 23.09.2020, 15:30 Uhr

  • Künstlergespräch: Artist Talk: Dunja Herzog, Fatima Khan, Cate Lartey & Maryline Ogboko, 19.9.2020
    Copyright: Fatima Khan.

    Sa, 19. Sep 2020, 19 – 21 Uhr
    Show & Tell
    Eng verwoben: Stoffe und Tücher in Kapitalismus, Kolonialismus.
    Werkgespräch anhand künstlerischer Arbeiten von Dunja Herzog, Fatima Khan, Cate Lartey & Maryline Ogboko (auf Deutsch).

    Stoffe und Tücher, die früheren Luxusgüter, sind alltäglich geworden. Dennoch sind sie als handwerkliche Praxis immer noch eng mit gesellschaftlichen Vorstellungen verwoben. Stoffe sind eines der wenigen handwerklichen Materialien, deren Benutzung durch Frauen von der Gesellschaft geduldet, ja sogar befürwortet wird. Über die Produktionsbedingungen und Historie von Textilien wird aber größtenteils geschwiegen. In einem Gespräch über Theorie, Praxis und Geschichten verschiedener Stoffe knüpfen die Künstlerinnen Dunja Herzog, Fatima Khan, Cate Lartey und Maryline Ogboko die Verbindung zwischen Stoffen, Kapitalismus und Kolonialismus.

    Fatima Khan, 1987 in Bhola geboren, in Köln aufgewachsen, ist Künstlerin, Kuratorin und Moderatorin. Sie studierte Antike Sprachen und Kulturen – Klassische Literaturwissenschaft und Germanistik an der Universität zu Köln. Sie war Initiatorin und Mitgründerin der q[lit]*clgn, dem ersten feministischen Literaturfestival Deutschlands. Ihre künstlerischen Arbeiten halten banale Alltagssituationen in einem visuellen Tagebuch fest, in dem Fotos und Videos zu Dokumentar- und Kunstfilm verschmelzen. Sie produziert und veröffentlicht über Instagram unter @fatum.khan.

    Cate Lartey ist Design-Researcherin aus Düsseldorf. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich mit Vorstellungen von Machtverhältnissen und intersektionalen Verflechtungen aus postkolonial-feministischer Perspektive. Sie untersucht diese Themen mittels Film und Fotografie.

    Maryline Ogboko ist Tänzerin aus Düsseldorf und studiert Textile and Clothing Management an der HS Niederrhein in Mönchengladbach. Im Rahmen dieses Studiums hat sie eine Studienarbeit verfasst, welche die nigerianische Modeindustrie in traditioneller und zeitgenössischer Hinsicht untersucht. Seit 2019 ist sie eine der Co-Founderinnen der Start-up Initiative Ohemaa Green Housing, ein Konzept, welches aus recyceltem Kunststoff Tiny Häuser in Ghana bauen wird.


    Die Veranstaltung findet im Rahmen der Ausstellung Dunja Herzog MEANWHILE im Kölnischen Kunstverein statt. Die Veranstaltungsreihe Show & Tell wird gefördert von:

  • Filmvorführung: Show & Tell – I Am Not a Witch, 2017, 18.9.2020
    I Am Not a Witch, 2017. Filmstill. Courtesy: unafilm, Köln.
    Fr 18. Sep 2020, 19 – 21 Uhr

    Filmvorführung: I Am Not a Witch, 2017, Regisseurin: Rungano Nyoni, 94 min, OmU (eng)
    In Anwesenheit der Künstlerin Dunja Herzog

    Rungano Nyoni befasst sich in ihrem Erstlingswerk I Am Not a Witch mit den Hexenprozessen des heutigen Sambias. Die neunjährige Waise Shula wird von einer Dorfbewohnerin als Hexe beschuldigt und in ein Hexenlager in der Wüste geschickt. Unter strengen Regeln lebt sie dort und muss sich einem Ritual unterziehen, um die Regeln des Hexenlebens zu verinnerlichen. I Am Not a Witch ist sowohl Sozialsatire, feministische Kritik als auch surrealistisches Porträt des ländlichen Sambias.

    Show & Tell ist eine fortlaufende ausstellungsbegleitende oder davon unabhängige Veranstaltungsreihe in verschiedenen Formaten. Eingeladen werden wechselnde Gäste, darunter Künstler*innen, Autor*innen oder Musiker*innen. Die Reihe wird gefördert von:

  • Einzelausstellung: Dunja Herzog – Meanwhile, 5.9. – 18.10.2020
    Dunja Herzog, 2020. Ankündigungsmotiv. Foto: André Fuchs.

    Mit der Einzelausstellung Meanwhile von Dunja Herzog realisiert der Kölnische Kunstverein eine umfangreiche Ausstellung der Künstlerin, die von einem Programm mit Filmvorführungen, Künstlergesprächen, Performance, Kinderworkshop und einer Stadtführung des in Köln ansässigen Frauengeschichtsvereins begleitet wird. Verschiedene Elemente und Themen unterschiedlicher Zeitlichkeiten und Hintergründe werden in einer ortsspezifischen Gesamtinstallation zusammengeführt, in der sie nebeneinander bestehen und miteinander in Bezug treten.

    Die Ausstellung ist eine Weiterführung der Auseinandersetzung mit der Geschichte des Kupferhandels, wie sie im Besonderen im Projekt Red Gold von der Künstlerin in Hinsicht auf die allgegenwärtige systematische Ausbeutung im globalen kapitalistischen Projekt behandelt und hier in neuen Arbeiten fortgeschrieben wird. Dabei richtet sie den Blick auf die weiter zurück liegende Vergangenheit: ins Mittelalter und die frühe Neuzeit, auf die Geschichte der Hexenverfolgung und der Kupfergewinnung in Europa (z.B. durch die Reproduktion eines Holzschnitts aus dem 16. Jh. von Georg Agricola mit der Darstellung von Minen für den Kupferabbau sowie eines Hexentanzes auf dem Blocksberg im Harz). Gleichzeitig gibt es Verweise auf Mechanismen kommerziellen Profits, um sich heute global agierende ökonomische Systeme zu vergegenwärtigen, genauso wie Betrachtungen zur Rolle der Frau und der Thematik der Reproduktion im Übergang zum Kapitalismus anzustellen. Ihre persönlichen Hintergründe als Schweizerin sind dabei wesentlich, wurde das Frauenstimmrecht in der Schweiz als eines der letzten europäischen Länder erst 1971 wirksam (im Kanton Appenzell sogar erst ab 1990), ebenso die Rolle der Schweiz in dem System der imperialen Ausbeutung.

    Das Material Kupfer zählt nicht zuletzt zu einer der wichtigsten globalen Wirtschaftsindikatoren mit seinem Haupthandelsplatz in der Schweiz seit 2011; die fünf größten Schweizer Firmen sind im Rohstoffhandel tätig. In einer neuen Videoarbeit der Künstlerin wird ein geografischer sowie zeitlicher Bogen vom Copperbelt in Sambia (eine Region mit dem bedeutendsten Kupferabbaugebiet in Afrika, in der auch die Schweizer Firma Glencore Minen betreibt) zu einer Kupfermine im Harz gezogen, in der das größte Kupfervorkommen Deutschlands existierte. In 165 Metern Tiefe ist ein Film entstanden, der die vom Licht beschienene Stollendecke bei einer Fahrt aus dem Stollen heraus zeigt – einen Rückzug aus der Mine und dem dort ehemals betriebenen Raubbau an der Natur und am Menschen. Für die Künstlerin sind Fragen von Ressourcen, Mining, Ausbeutung und Handel zentral: Wie kam es, dass sich die Kulturgeschichte in Europa von einer Verehrung der Natur zu ihrer Ausbeutung wandelte und dann im Sinne einer „Logik der Ausbeutung“ von Europa aus in die ganze Welt getragen wurde?

    Die Welt, in der Gewalt, Fremdherrschaft und Profit vorherrscht und unsere Beziehung zur Erde bzw. wie von ihr Gebrauch gemacht und Missbrauch betrieben wird, sieht die Künstlerin synonym dazu, wie mit Körpern und deren emotionalen „Landschaften” umgegangen wird. Je mehr Ressourcen, unter anderem eben Kupfer – ohne dieses Material ist unsere zeitgenössische digitale Welt nicht denkbar – abgebaut werden, desto mehr scheint die Suche resp. die Verbindung zu inneren Ressourcen relevant.

    Diese verschieden aufgeworfenen Themen und die mit ihnen einhergehenden Geschichten, die fast immer von Gewalt sprechen, werden in der Ausstellung nicht notwendigerweise direkt benannt oder gar wiederholt. Sie werden vielmehr über die verwendeten Materialien präsent gehalten, die in Bezug zu ihrer Herkunft, ihrem Gebrauch, ihrer historischen Relevanz, ihrer Entwicklung und den Handelswegen, welche über die Zeit sehr physisch unsere Gesellschaft geprägt hat. So sind für die Ausstellung auch Körbe aus Elektroschrott-Kupferdraht in Kollaboration mit Korbflechtern aus Benin in Lagos entstanden, eine Stadt, die zu einer der größten elektronischen Dumpingsites in West-Afrika gehört; nicht nur, um das Material aus einer bestimmten Wertschöpfungskette herauszulösen und es in eine andere zu transponieren, sondern um mit den Körben auch gleichzeitig eine Hommage an die Frauen Nigerias sowie Sambias zu geben, die einen wichtigen Beitrag zur Unabhängigkeit beider Länder geliefert haben. Dies scheint besonders wichtig in Bezug wiederum zum Gebäude des Kölnischen Kunstvereins selbst, war doch dieses auch noch zur Kolonialzeit der Briten Sitz des British Councils – Die Brücke -, das nach dem Krieg eine „Brücke“ zur Welt propagierte.

    Von der Künstlerin wird ein Raum geschaffen, in gewisser Hinsicht ein „Dritter Raum“, in dem ein größeres Spektrum von Geschichten in ihren komplexen Zusammenhängen von Materie, Stofflichem und ihrer Wandlung und Beziehung zu den Menschen, erfahrbar gemacht wird und andere Sichtweisen ermöglicht. Aus den zur Sprache kommenden Materialien und Pflanzen gewinnt sie gewissermaßen die Essenz der ihnen innewohnenden Energien und Logiken, macht sie physisch wahrnehmbar und verweist damit letztendlich auch auf ihre heilbringenden Fähigkeiten.

    Zur Ausstellung sind zwei Editionen erschienen: Death of Nature und Sea field.

    Dunja Herzog (*1976 in Basel, Schweiz) lebte im letzten Jahr in Lagos, Nigeria, wo sie einige der im Kölnischen Kunstverein präsentierten Werkkomplexe schuf. Ihre Arbeiten wurden u.a. gezeigt im Kunstverein Göttingen; Swiss Art Awards, Basel (beide 2018); Lagos Biennale, Lagos, Nigeria (2017); BLOK art space, Istanbul; 1646, Den Haag (alle 2016); New Bretagne / Belle Air, Essen und im MAXXI Museum, Rom (beide 2015)

    Die Ausstellung wurde kuratiert von Nikola Dietrich.

    Mit freundlicher Unterstützung durch:


  • Einzelausstellung: Emma LaMorte – Aussicht, 5.9. – 18.10.2020
    Emma LaMorte, 2020.

    In ihrer ersten institutionellen Einzelausstellung nimmt sich Emma LaMorte der Architektur des Kölnischen Kunstvereins an: Mit ihren textilen Arbeiten, Performances, Texten und Installationen reagiert sie auf gegebene Räume und architektonische Strukturen, um sie zu ergänzen, zu verfremden oder zu verdecken. Im Studio, einem Projektraum mit Lichthof im zweiten Stock des Gebäudes, schafft die Künstlerin ein raumgreifendes gestepptes und genähtes Textilwerk. In Referenz auf den Ort bildet sie Elemente des realen Außenraums nach, integriert sie in eine fiktive Landschaftskulisse und schafft eine Umkehrung von Innen und Außen.

    Die vierteilige Szenerie aus insgesamt elf Paneelen zeigt eine felsige Meeresküste und eine ländliche Gegend zu vier verschiedenen Tageszeiten, welche in Lichtstimmung und Farbigkeit variiert. Emma LaMortes Bildmotiven liegt eine Faszination für Gotik, Fantasie, Kitsch, Fetisch und Naturromantik zu Grunde. Die Werkserie Aussicht (2020) verzichtet auf das Figurative zugunsten einer allegorischen Landschaftsdarstellung, in der die Position der Betrachter*innen der 360-Grad-Perspektive auf einem Aussichtsturm entspricht. Die Beschäftigung mit der Aussicht – der sehnsuchtsvolle Blick nach draußen in die Ferne oder in die Zukunft – ist ein wiederkehrendes Sujet in Bildender Kunst und Literatur vor allem zur Zeit der deutschen Romantik und ruft unmittelbar die Bildwelt Caspar David Friedrichs wach.

    Die auf Keilrahmen gespannten, dem Patchwork entlehnten Collagen entziehen sich einer einfachen Klassifizierung als „Textilkunst“: durch die grobe und improvisierte Verarbeitung, die Vielfalt der Formsprache, Haptik und Motivik sowie die nostalgische Ästhetik erscheinen sie ungewöhnlich raum- und zeitlos, verortet in einer Dichotomie zwischen absoluter Gegenwart und Historizität. Gleichsam zählt das textile Material zu einer Handwerkskunst, die traditionell Frauen zugeordnet ist. In der Auseinandersetzung mit Fragen der Ökonomie beleuchtet Emma LaMorte historisch geprägte geschlechtsspezifische Arbeitsteilung (emotionale Arbeit, Fürsorge, Haushalt, Mutterschaft auf der einen Seite, Geldarbeit, Karriere, Profilierung und Prestige auf der anderen) sowie die Diskrepanz ihrer jeweiligen Wertigkeit und Anerkennung in der Gesellschaft. In der medialen sowie inhaltlichen Beschäftigung mit tradierten, reaktionären Geschlechterrollen blickt die Künstlerin auf Mechanismen des öffentlichen sowie privaten Raums, die diese festigen und aufrechterhalten: patriarchalische Infrastrukturen, diskriminierende Arbeitsökonomien, struktureller Sexismus und Gewalt.

    Zur Ausstellung im Kölnischen Kunstverein ist eine Publikation mit Texten der Künstlerin Rosa Aiello und Werkansichten der gezeigten Arbeiten erschienen (Grafik: Thomas Spallek). Das Medium Text ist integraler Bestandteil Emma LaMortes Praxis und erweitert die szenografische Kulisse aus improvisierter Stepptechnik um Erzählungen. Die Wiederholung der Wandpaneele findet sich als Stilmittel in den Texten Aiellos wieder. Der tageszeitliche Rhythmus und die Abfolge beschreiben eine häusliche Routine, in der Zeitlichkeit variabel ausgedehnt oder verkürzt wird. Emma LaMorte hinterfragt, wie Zivilisation und soziale Strukturen geformt und gestaltet – und wie sie wieder zerstört werden – und erschafft eine Zukunftsvision, die aussichtsreich oder aussichtslos sein kann.

    Die Ausstellung wird begleitet von einem Rahmenprogramm aus Lesung, Lecture Performance, Kinderworkshop, Tarot Workshop und einer Radioshow von wechselnden Gästen, unter ihnen die Künstler*innen Rosa Aiello, Bitsy Knox und Benjamin Marvin, die Autorin Jessa Crispin und die Musikerin Laura Sparrow.

    Emma LaMorte (*1984 in Victoria B.C., Kanada) lebt und arbeitet in Berlin. Sie erhielt einen Master of Fine Arts am Royal Institute of Art in Stockholm, Schweden. Zuletzt wurden ihre Arbeiten in Einzelpräsentationen in der Galleri Thomassen in Göteborg (2020, zusammen mit Anders Johansson), in der Gärtnergasse in Wien (2019, zusammen mit Benjamin Marvin), bei Stadium (2018) und Ashley (2017), beides in Berlin, sowie im Rahmen von Gruppenausstellungen bei Polansky in Prag (2019), Braunsfelder in Köln (2018), Sm in Marseille (2018), Hotdock in Bratislava (2018), INDUSTRA in Brno (2018) und Decad in Berlin (2018) gezeigt.

    Die Ausstellung ist Teil von Kanadas Kulturprogramm als Ehrengast der der Frankfurter Buchmesse 2020. Sie wird unterstützt durch das Canada Council for the Arts und die Regierung von Kanada.

    Kuratorin: Miriam Bettin

    Mit freundlicher Unterstützung von:

  • Eröffnung: Dunja Herzog – Meanwhile & ­Emma LaMorte – Aussicht, 4.9.2020
    Fr 4. Sep 2020

    Liebe Besucher*innen,
    liebe Mitglieder,

    wir freuen uns sehr, die beiden Einzelausstellungen Dunja Herzog – Meanwhile und Emma LaMorte – Aussicht am 4. September 2020 von 13 Uhr bis 22 Uhr im Rahmen der DC Open eröffnen zu können.

    Da uns der Schutz unserer Mitarbeiter*innen und Besucher*innen sehr wichtig ist und um die Eröffnungen mit Hinblick auf die geltende Coronaschutzverodnung durchführen zu können, verzichten wir auf Eröffnungsreden und Getränke. Außerdem werden wir den Zutritt zum Haus und den einzelnen Ausstellungsräumen durch Sicherheitspersonal regulieren. Die Besucheranzahl ist begrenzt und wir möchten Sie bitten, die Anweisungen des Aufsichtspersonals zu beachten.
    Markierungen und das Leitsystem an der Wand dienen Ihnen zusätzlich zur Orientierung.

    Zudem bitten wir Sie, die folgenden Hygienemaßnahmen zu beachten und einzuhalten:

    • Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist im ganzen Haus verpflichtend.
    • Halten Sie den Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Besucher*innen und dem Personal ein.
    • Bitte waschen Sie sich häufig und gründlich die Hände oder desinfizieren Sie sich diese mit unserem Handdesinfektionsmittel, das am Empfang bereit steht.

    Für weitere Informationen und bei Fragen wenden Sie sich bitte an unsere Mitarbeiter*innen.

    Wir danken für Ihre Mithilfe und freuen uns auf Sie!

    Ihr Team des Kölnischen Kunstvereins

  • Vortrag: Show & Tell #10 – Tony Conrad, 29.5.2020
    Tony Conrad, Berlin 2011, Copyright: Tabea Lurk
    Fr 29. Mai 2020, 19 – 21 Uhr

    Tony Conrad: Again and Again 
    Online-Vortrag von Tabea Lurk, Kunstwissenschaftlerin, Basel (in deutscher Sprache)

    mit einem Grußwort von Nikola Dietrich, Direktorin Kölnischer Kunstverein 

    Inspiriert vom Parcours der Ausstellung TONY CONRAD im Kölnischen Kunstverein zeigt der Vortrag werkmonografische Zusammenhänge auf. Erläutert werden Bezüge, die den ausgestellten Arbeiten inhärent sind. Zudem soll der 2016 verstorbene, US-amerikanische Künstler auf der Basis seiner Videoarbeiten, Statements und Interviews erneut zu Wort kommen.

    Der relativ spät einsetzende Ruhm von Tony Conrad als Galerie- oder musealem Künstler, der seine letzten Jahre prägte, scheint auch vier Jahre nach seinem Tod nicht abzuebben. Noch immer finden sich neue Lesweisen, noch immer wirkt die Vitalität der späten Arbeiten überzeugend und noch immer lassen die Filme der späten 1960er, die videografischen Arbeiten der 1970er und 1980er und die musikalischen Setzungen, die alle Lebensphasen durchziehen, eine teils vergangene, teils von anderen weitergeführte Ära erinnern. Den Ausgangspunkt der Überlegungen bildet das Videoschaffen des Künstlers.

    Der Vortrag ist über folgenden Link und unsere Webseite erreichbar.

    Tabea Lurk hat Kunstwissenschaft und Medientheorie studiert und über Tony Cornads Videoschaffen promoviert. Nach ihrem Volontariat am Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe (2004-2006) war sie von 2006-2015 an der Hochschule der Künste Bern tätig und leitet seit August 2015 die Mediathek der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW Basel.

    Das Veranstaltungs- und Vermittlungsprogramm wird unterstützt von:


    Die Ausstellung TONY CONRAD ist eine Kooperation zwischen Kölnischem Kunstverein, Köln, und dem MAMCO, Genf. Sie basiert auf der retrospektiven Ausstellung, die von der Albright-Knox Art Gallery, Buffalo, New York 2018/19, organisiert wurde.


    Mit freundlicher Unterstützung von:

  • Screening: Show and Tell #9 – Tony Conrad, Jack Smith, Marc Siegel, 06.03.2020
    Jack Smith, Flaming Creatures, 1962-63, Filmstill, Copyright Jack Smith Archive, Courtesy Gladstone Gallery, New York and Brussels
    Tony Conrad, The Flicker, 1966, 16 mm, s/w, 30 min
    Jack Smith, Flaming Creatures, 1963, 16 mm, 45 min
    Flickering, Flaming - Einführung von Marc Siegel, Professor für Filmwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (in englischer Sprache)

    18 – 20 Uhr

    Mit der Doppelpräsentation von The Flicker und Flaming Creatures zeigt der Kölnische Kunstverein im Rahmen der aktuellen Ausstellung zwei Filme, die beide als Kollaborationen zwischen Tony Conrad und Jack Smith im New York der frühen 1960er Jahre entstanden und für Skandale sorgten. Unter dem Titel Flickering, Flaming wird der Filmwissenschaftler Marc Siegel die unerwartete Produktion des Flickerfilms aus der Erfahrung Tony Conrads Arbeit mit Jack Smith skizzieren.

    1962 schloss Conrad sein Studium an der Harvard University ab und zog nach New York City, wo er vor allem mit experimentellen Musiker*innen und Untergrundfilmemacher*innen in Kontakt kam. Er war Mitbewohner des berüchtigten Filmemachers Jack Smith, der Conrad dazu veranlasste, seine musikalischen Experimente auf die Herstellung von Filmtonspuren anzuwenden. Conrads eigene Karriere als Filmemacher begann am 5. März 1963, als er, Smith und Mario Montez (Smiths Muse) vom flackernden Licht eines alten Projektors begeistert waren. Conrad hatte an der Hochschule die Auswirkungen dieses Phänomens auf die Gehirnwellen kennengelernt und so unternahm er den Versuch, einen bewusstseinsverändernden Film aus nichts weiter als schwarzen und weißen Einzelbildern zu drehen, der auf „Harmonien“ zwischen den Frequenzen des flackernden Lichts basiert – eine Vorgehensweise ähnlich seiner Arbeit mit Tonfrequenzen. Von Kritiker*innen für seine strukturellen Qualitäten gelobt, reichten die Reaktionen des Publikums bei der Premiere von The Flicker am 15. September 1966 im Lincoln Center for the Performing Arts von Übelkeit bis hin zu Halluzinationen.

    Für Jack Smiths legendären Film Flaming Creatures produzierte Tony Conrad den Soundtrack. Smiths Filme sind von einer ungewöhnlichen Low-Budget-Schönheit und ästhetischen Innovationen geprägt, die sofort das Lob der Kritiker*innen auf sich zogen. Doch der offene Umgang mit Sexualität führte zu Zensur: 1964 löste der Film einen der größten Skandale der Filmgeschichte aus und wurde verboten. Bald danach begann Smith das Medium Film nicht mehr als eigenständiges Werk, sondern als Bestandteil von Performances einzusetzen. Flaming Creatures, sein wohl bekanntester Film, feiert eine tumultartige Harem-Party aus grenzenlosen erotischen Ausschweifungen in glamourösen schwarz-weiß-Bildern.

    Marc Siegel ist Professor für Filmwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Sein Buch A Gossip of Images wird demnächst bei Duke University Press erscheinen. Im Jahr 2014 gab er eine Sonderausgabe der Zeitschrift Criticism heraus, die Jack Smith gewidmet ist. Er ist Gründungsmitglied des in Berlin ansässigen Kunstkollektivs CHEAP. Im Jahr 2009 ko-kuratierte er ein umfassendes Festival am Arsenal-Institut für Videokunst und am HAU in Berlin mit dem Titel LIVE FILM! JACK SMITH! Five Flaming Days in a Rented World, das 2012 in Frankfurt am Main im Mousonturm und im MMK Museum für Moderne Kunst einen Spin-Off hatte. In diesem Kontext arbeitete er mit Tony Conrad zusammen.


    Die Veranstaltung findet anlässlich der Ausstellung TONY CONRAD im Kölnischen Kunstverein statt.

    Die Veranstaltungen im Rahmen von Show and Tell werden gefördert von:

    Rheinenergie

    Mit freundlicher Unterstützung von:

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  • Veranstaltung: Show and Tell #8 – Arjan Stockhausen, 18.02.2020
    Arjan Stockhausen, Ankündigungsmotiv zur Veranstaltung Ja (Null Piece) im Kölnischen Kunstverein 2020
    Arjan Stockhausen: Ja (Null Piece), 2020

    18 – 22 Uhr
    4- Kanal Audiodatei, 240 min

    NEIN! Dieses Stück ist kein Stück, um diese Stück zu hören, höre es nicht. Lege dich nicht auf den Boden, um zuzuhören. Lege dich nicht auf den Boden, um nicht zuzuhören. Höre die Stille während des Klangs, höre nicht auf den Klang, während der Stille. Denke an kein Objekt, während du zuhörst, der Klang ist das Objekt. Um dich auf das Stück zu legen, werde das Stück, at least. JA!

    Die Veranstaltung findet anlässlich der Ausstellung TONY CONRAD im Kölnischen Kunstverein statt.

    Die Veranstaltungen im Rahmen von Show and Tell werden gefördert von:

    Rheinenergie

    Mit freundlicher Unterstützung von:

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  • Einzelausstellung: Tony Conrad, 15.2. – 12.7.2020
    Tony Conrad: Yellow TV, February 3, 1973, Courtesy: Tony Conrad Estate und Greene Naftali, New York

    Eröffnung: Freitag, 14. Februar, 19 Uhr
    21 Uhr Filmvorführung Tony Conrad “The Flicker”, 1966, 16mm-Film, s/w, 30 Min.

    Tony Conrad (1940-2016) ist Experimentalkünstler und gilt als Schlüsselfigur für Medienkünstler wie Tony Oursler oder Mike Kelley. Er war als Violinist einer der Mitbegründer der Minimal Music und zusammen mit La Monte Young und John Cale Pionier von Drone-Musik. Als zentrale Figur der Avantgarde, dessen Karriere sich über sechs Dekaden spannt, strahlt sein Werk über Amerika hinaus und wird mit dieser Ausstellung einem europäischen Publikum nach seiner Teilnahme an der documenta 5 wieder in seiner Vielschichtigkeit vergegenwärtigt werden. Mit seinem ersten Film “The Flicker” (1966) schuf er eine Ikone des strukturellen Films. Seine musikalische Arbeit – in Komposition, Performances, selbst hergestellten Musikinstrumenten – ist unweigerlich mit seinem Werk als bildender Künstler verbunden.

    Der Kölnische Kunstverein realisiert diese erste groß angelegte Ausstellung, Performance- und Musikreihe in Deutschland, die Tony Conrads künstlerische Arbeit ehrt. Sie folgt einer Retrospektive, die 2018 und 2019 in der Albright-Knox Gallery, Buffalo, im MIT List Visual Arts Center und Institute of Contemporary Art at the University of Pennsylvania ausgerichtet wurde. Als zentrale Figur der Avantgarde erreichte Conrad nicht nur Anerkennung durch seine Vorreiterrolle mit Beiträgen als Violinist zur Minimalistischen Musik und zum Strukturellem Film in den 1960ern, er war auch tonangebend für die unterschiedlichsten kulturellen Bereiche, Rockmusik und öffentliches Fernsehen mit eingeschlossen. Conrads erster Film “The Flicker” (1966), ein stroboskopisches Experiment, das für seinen Angriff auf das filmische Medium und die Sinne seines Publikums berühmt ist, führte bald zu Projekten, in denen er Film als skulpturales und performatives Material behandelte. In “Sukiyaki Film” (1973) brachte Conrad beispielsweise kurz angebratenen Film auf die Leinwand und in seinen “Yellow Movies” von 1972/73 strich er Papieroberflächen mit billiger Farbe und präsentierte sie als sich langsam verändernde Filme. Er bahnte den Weg für Drone-Musik und beeinflusste die Gründung von Velvet Underground. Conrad war zugleich ein kämpferischer Kritiker der Medien und ihrer Überwachungswerkzeuge. In den achtziger Jahren kritisierten seine ehrgeizigen Filme über Machtverhältnisse in der Armee und in Gefängnissen, was er als aufkommende Kultur der Überwachung, Kontrolle und Eindämmung empfand. Seine kollaborativen Programme, für das öffentliche Fernsehen in den 1990er Jahren geschaffen, machten ihn zu einer einflussreichen Stimme innerhalb der Gesellschaft (ersichtlich in der Installation “Panopticon” von 1988 oder “WiP”, mit Filmen von Tony Oursler und Mike Kelley, 2013). Conrad war Meister des „Crossovers“, der Überbrückung und Verbindung verschiedener Disziplinen, sodass es unmöglich scheint die gegenseitige Abhängigkeit zwischen Kunst, Film, Musik und Performance in zeitgenössischer Praxis ohne ihn zu denken. Außerdem war er leidenschaftlicher Pädagoge – seine 40jährige Tätigkeit als Professor am Medien-Department in der University in Buffalo provozierten und inspirierten Generationen von Studierenden bis heute.

    Die Ausstellung wurde kuratiert von Nikola Dietrich.

    Sie ist eine Kooperation zwischen Kölnischem Kunstverein, Köln und dem MAMCO, Genf. Sie basiert auf der retrospektiven Ausstellung, die von der Albright-Knox Art Gallery, Buffalo, New York 2018/19, organisiert wurde.

    Die Ausstellungsarchitektur im Kölnischen Kunstverein entstand in Zusammenarbeit mit Milica Lopicic.

    Das wiederverwendbare Stellwandsystem wurde ermöglicht durch die Imhoff Stiftung.

    Weiterer Dank an Galerie Buchholz, Berlin/Köln/New York und Greene Naftali, New York.

2019
  • Ausstellung: Jahresgaben 2019, 7. – 15.12.2019
    Jahresgaben 2019 im Kölnischen Kunstverein

    Künstler*innen: Martin Assig, Olga Balema, Gerry Bibby, Juliette Blightman, Enrico David, Bradley Davies, Simon Denny, Ayşe Erkmen, Michael Krebber, Mischa Kuball, Puppies Puppies (Jade Kuriki Olivo), Morgaine Schäfer, Julia Scher, Gregor Schneider, Evelyn Taocheng Wang, Rachel Whiteread

    Bitte beachten Sie, dass die Jahresgaben exklusiv von Mitgliedern des Kölnischen Kunstvereins erworben werden können. Einen Mitgliedsantrag finden Sie hier:

    Mitglied werden


    Ausstellung der Jahresgaben: 7. – 15. Dezember 2019
    Eröffnung: Freitag, 6. Dezember 2019, 19 Uhr

    Wir freuen uns Ihnen neue, eigens für den Kunstverein geschaffene Werke zusammen mit früheren Jahresgaben zu präsentieren, darunter Unikate und limitierte Auflagen. Viele der vertretenen Künstler*innen waren zuletzt mit Arbeiten in der Gruppenausstellung Maskulinitäten. Eine Kooperation von Bonner Kunstverein, Kölnischem Kunstvereins und Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf zu sehen. Ebenfalls mit dabei: über den Kunstverein zu erwerbende Editionen des Salon Verlags.

    Geänderte Öffnungszeiten während der Jahresgaben-Ausstellung: durchgehend Mo – So von 11 – 18 Uhr, Eintritt frei

  • zu Gast: reiheM, 6. – 13.12.2019
    reihe M, Michaela Melian, MfaFT ©, Michael Pfitzner, Paul Valentin
    Konzertreihe für Gegenwartsmusik, Elektronik und neue Medien

    Freitag, 6. Dezember 2019, 19 – 23 Uhr und Samstag, 7. Dezember 2019, 11 – 19 Uhr
    MICHAELA MELIÁN
    Music from a Frontier Town
    Sound- und Videoinstallation

    Freitag, 6. Dezember, 19.30 – 20 Uhr
    Michaela Melián im Gespräch mit Prof. Anke Ortlepp

    Re-Education. 1.630 Vinylschallplatten aus dem Restbestand der öffentlichen Bibliothek des Münchner Amerikahauses (1945-1997) stehen im Zentrum der Sound- und Videoinstallation Music from a Frontier Town von Michaela Melián. Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, diesen Kellerfund – eine Auswahl von Jazz-, Spoken Word-, Klassik- und Neue Musik- LPs der 1950er und 1960er Jahre, mit der die USA sich als pluralistische Kulturnation präsentierte – eigenhändig auszuwählen und über ein DJ-Pult abzuspielen. Die vielfach ausgezeichnete Münchner Künstlerin, Musikerin und Hörspielautorin Michaela Melián ist für ihre oft raumgreifenden multimedialen Ausstellungen und Konzerte bekannt.

    In Zusammenarbeit mit der Abteilung für Nordamerikanische Geschichte des Historischen Instituts der Universität zu Köln.

    Der Eintritt ist frei.

    Freitag, 13. Dezember 2019, 18 – 22 Uhr
    (Einlass jederzeit möglich)
    REUNION AFTER CAGE
    Für modifiziertes Schachbrett und Live-Elektronik (Deutsche Erstaufführung)

    Schachspieler: Holger Lieff, Endre Tot, N.N.
    Musiker: Peter Behrendsen, hans w. koch, Tobias Grewenig, Dirk Specht

    Highlight zum Ende des reiheM – Jubiläumsjahres 2019 – Mit 4 Stunden Reunion after Cage. Mit dieser 114. Veranstaltung schließt sich der Kreis zur allerersten reiheM –Veranstaltung im Januar 2009: Variations on Variations nach John Cage (ebenfalls von und mit Peter Behrendsen und hans w koch).

    John Cages REUNION für präpariertes Schachbrett und Live-Elektronik wurde erstmals 1968 in Toronto aufgeführt: mit Marcel Duchamp, John Cage und Teeny Duchamp als Schachspieler sowie den Musikern David Behrman, Lowell Cross, Gordon Mumma und David Tudor. Die Verteilung der Klänge im Raum und ihre Lautstärke werden von den Positionen der Schachfiguren bestimmt, nicht durch musikalische und geschmackliche Vorlieben der Musiker. Auch die Schachspieler*innen sind nicht in der Lage, durch bestimmte Züge oder Positionen die Musik zu beeinflussen.
    Im Sinne von Cages Idee einer egolosen, nicht-intentionalen Musik werden Gewinnen oder Verlieren nebensächlich – “a purposeful purposelessness or a purposeless play”.
    Das bei dieser Aufführung verwendete Schachbrett folgt dem von Lowell Cross konstruierten Original in der Zuordnung der Felder auf die Ein- und Ausgänge, wurde aber mit heutiger Technologie (Computerprogrammierung und MIDI) ausgestattet.
    Das Schachspiel wird flankiert durch thematisch relevante Projektionen von Arbeiten der Künstlerinnen Takako Saito und Shigeko Kubota.

    Ein Projekt von Peter Behrendsen und hans w. koch.

    Eintritt: 10,- / 8,-

    Weitere Infos: www.reihe-M.de

    reiheM – Konzertreihe für Gegenwartsmusik, Elektronik und neue Medien – Köln wird veranstaltet von Mark e.V. und gefördert durch das Kulturamt der Stadt Köln und das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

  • Veranstaltung: Maskulinitäten. Ein Künstler*innengespräch., 16.11.2019
    Maskulinitäten. Ein Künstlerinnengespräch, 2019, Foto: Mereike Tocha

    Eine Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung Maskulinitäten

    Eva Birkenstock, Michelle Cotton und Nikola Dietrich im Gespräch mit Nelly Gawellek, Jürgen Klauke, Bea Schlingelhoff, Evelyn Taocheng Wang und anderen an der Ausstellung beteiligten Künstler*innen.

  • Performance: Show and Tell #6 – Juliette Blightman, 13.11.2019
    Show and Tell #6 – Juliette Blightman, Kölnischer Kunstverein 2019, Foto: Mareike Tocha, Courtesy die Künstlerin und Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin
    The Year of the Pig

    Eine Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung Maskulinitäten.

    Ein Abend mit einer Lecture Performance mit Filmen u.a. von Maria Lassnig und Chantal Akerman und Lesungen von Juliette Blig Anschluss No Opening SS 2020 Collection mit Musik von Anthony Silvester (Technology + Teamwork).

    Das Hauptthema der Künstlerin ist die Beziehung zwischen Kunst und Leben. Sie entwirft ihre Arbeiten wie fortlaufende Tagebucheinträge, die in verschiedenen Medien artikuliert sind. Sie filmt, malt und schreibt in radikaler subjektiver Weise und macht das Persönliche öffentlich.

    Die Videodokumentation der Performance finden Sie hier.

    Die Veranstaltungen im Rahmen von Show and Tell werden gefördert von:

    Mit freundlicher Unterstützung von: