Archiv

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2020
  • Sonderveranstaltung: Offene Ateliers im Kölnischen Kunstverein, 27.9.2020
    Offene Ateliers 2020
    So 27. Sep 2020, 14 – 18 Uhr
    Mit den Atelierstipendiat*innen Sascha Kregel, Morgaine Schäfer, Stella von Rohden und Ellen Yeon Kim. Für diese Veranstaltung ist keine Anmeldung erforderlich, es kann jedoch eventuell zu Wartezeiten kommen. Bitte beachten Sie die Abstands- und Hygieneregeln sowie die Tragepflicht einer Mund- und Nasenmaske. Weitere Infos unter: Offene Ateliers Köln 2020
  • Vermittlung, Führung: Show & Tell – Stadtführung, 23.9.2020
    Seidenspulerin, Seekreis Verlag, 14. Jahrhundert.
    Mi 23. Sep 2020, 18 – 20 Uhr

    Stadtführung: Blaufärber*innen, Goldspinnerinnen, Zauberei. Eine Führung durch und mit Irene Franken, Historikerin und Alternative Ehrenbürgerin von Köln.

    Begleitend zur Ausstellung Meanwhile von Dunja Herzog werden Kölner Orte aufgesucht, die Aspekte von Farbe, Handwerkskunst, Magie und Gold berühren. Sodann wird die Impulsgeberin von Dunja Herzog, Prof. Maria Mies, Thema sein, die dem Frauengeschichtsverein viele Meter ihrer Schriften überließ – vergleichbar produktiv wie der Ratsherr Hermann von Weinsberg, der in der Frühen Neuzeit ca. 7.000 Seiten Tagebuch verfasste und am Blaubach lebte. Schließlich soll auch der Kampf um die Selbstbestimmung der Frau über ihren Körper behandelt werden.

    Start: Waidmarkt, Hermann-Josef-Brunnen
    Dauer: ca. 1 1/2 bis 2 Stunden
    Max. 15 Teilnehmende, Mund-Nasen-Schutz oder Visier sind Bedingung der Teilnahme

    Anmeldeschluss: Mittwoch, 23.09.2020, 15:30 Uhr

  • Filmvorführung: Show & Tell – I Am Not a Witch, 2017, 18.9.2020
    I Am Not a Witch, 2017. Filmstill. Courtesy: unafilm, Köln.
    Fr 18. Sep 2020, 19 – 21 Uhr

    Filmvorführung: I Am Not a Witch, 2017, Regisseurin: Rungano Nyoni, 94 min, OmU (eng)
    In Anwesenheit der Künstlerin Dunja Herzog

    Rungano Nyoni befasst sich in ihrem Erstlingswerk I Am Not a Witch mit den Hexenprozessen des heutigen Sambias. Die neunjährige Waise Shula wird von einer Dorfbewohnerin als Hexe beschuldigt und in ein Hexenlager in der Wüste geschickt. Unter strengen Regeln lebt sie dort und muss sich einem Ritual unterziehen, um die Regeln des Hexenlebens zu verinnerlichen. I Am Not a Witch ist sowohl Sozialsatire, feministische Kritik als auch surrealistisches Porträt des ländlichen Sambias.

    Show & Tell ist eine fortlaufende ausstellungsbegleitende oder davon unabhängige Veranstaltungsreihe in verschiedenen Formaten. Eingeladen werden wechselnde Gäste, darunter Künstler*innen, Autor*innen oder Musiker*innen. Die Reihe wird gefördert von:

  • Eröffnung: Dunja Herzog – Meanwhile & ­Emma LaMorte – Aussicht, 4.9.2020
    Fr 4. Sep 2020

    Liebe Besucher*innen,
    liebe Mitglieder,

    wir freuen uns sehr, die beiden Einzelausstellungen Dunja Herzog – Meanwhile und Emma LaMorte – Aussicht am 4. September 2020 von 13 Uhr bis 22 Uhr im Rahmen der DC Open eröffnen zu können.

    Da uns der Schutz unserer Mitarbeiter*innen und Besucher*innen sehr wichtig ist und um die Eröffnungen mit Hinblick auf die geltende Coronaschutzverodnung durchführen zu können, verzichten wir auf Eröffnungsreden und Getränke. Außerdem werden wir den Zutritt zum Haus und den einzelnen Ausstellungsräumen durch Sicherheitspersonal regulieren. Die Besucheranzahl ist begrenzt und wir möchten Sie bitten, die Anweisungen des Aufsichtspersonals zu beachten.
    Markierungen und das Leitsystem an der Wand dienen Ihnen zusätzlich zur Orientierung.

    Zudem bitten wir Sie, die folgenden Hygienemaßnahmen zu beachten und einzuhalten:

    • Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist im ganzen Haus verpflichtend.
    • Halten Sie den Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Besucher*innen und dem Personal ein.
    • Bitte waschen Sie sich häufig und gründlich die Hände oder desinfizieren Sie sich diese mit unserem Handdesinfektionsmittel, das am Empfang bereit steht.

    Für weitere Informationen und bei Fragen wenden Sie sich bitte an unsere Mitarbeiter*innen.

    Wir danken für Ihre Mithilfe und freuen uns auf Sie!

    Ihr Team des Kölnischen Kunstvereins

  • Vortrag: Show & Tell #10 – Tony Conrad, 29.5.2020
    Tony Conrad, Berlin 2011, Copyright: Tabea Lurk
    Fr 29. Mai 2020, 19 – 21 Uhr

    Tony Conrad: Again and Again 
    Online-Vortrag von Tabea Lurk, Kunstwissenschaftlerin, Basel (in deutscher Sprache)

    mit einem Grußwort von Nikola Dietrich, Direktorin Kölnischer Kunstverein 

    Inspiriert vom Parcours der Ausstellung TONY CONRAD im Kölnischen Kunstverein zeigt der Vortrag werkmonografische Zusammenhänge auf. Erläutert werden Bezüge, die den ausgestellten Arbeiten inhärent sind. Zudem soll der 2016 verstorbene, US-amerikanische Künstler auf der Basis seiner Videoarbeiten, Statements und Interviews erneut zu Wort kommen.

    Der relativ spät einsetzende Ruhm von Tony Conrad als Galerie- oder musealem Künstler, der seine letzten Jahre prägte, scheint auch vier Jahre nach seinem Tod nicht abzuebben. Noch immer finden sich neue Lesweisen, noch immer wirkt die Vitalität der späten Arbeiten überzeugend und noch immer lassen die Filme der späten 1960er, die videografischen Arbeiten der 1970er und 1980er und die musikalischen Setzungen, die alle Lebensphasen durchziehen, eine teils vergangene, teils von anderen weitergeführte Ära erinnern. Den Ausgangspunkt der Überlegungen bildet das Videoschaffen des Künstlers.

    Der Vortrag ist über folgenden Link und unsere Webseite erreichbar.

    Tabea Lurk hat Kunstwissenschaft und Medientheorie studiert und über Tony Cornads Videoschaffen promoviert. Nach ihrem Volontariat am Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe (2004-2006) war sie von 2006-2015 an der Hochschule der Künste Bern tätig und leitet seit August 2015 die Mediathek der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW Basel.

    Das Veranstaltungs- und Vermittlungsprogramm wird unterstützt von:


    Die Ausstellung TONY CONRAD ist eine Kooperation zwischen Kölnischem Kunstverein, Köln, und dem MAMCO, Genf. Sie basiert auf der retrospektiven Ausstellung, die von der Albright-Knox Art Gallery, Buffalo, New York 2018/19, organisiert wurde.


    Mit freundlicher Unterstützung von:

  • Screening: Show and Tell #9 – Tony Conrad, Jack Smith, Marc Siegel, 06.03.2020
    Jack Smith, Flaming Creatures, 1962-63, Filmstill, Copyright Jack Smith Archive, Courtesy Gladstone Gallery, New York and Brussels
    Tony Conrad, The Flicker, 1966, 16 mm, s/w, 30 min
    Jack Smith, Flaming Creatures, 1963, 16 mm, 45 min
    Flickering, Flaming - Einführung von Marc Siegel, Professor für Filmwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (in englischer Sprache)

    18 – 20 Uhr

    Mit der Doppelpräsentation von The Flicker und Flaming Creatures zeigt der Kölnische Kunstverein im Rahmen der aktuellen Ausstellung zwei Filme, die beide als Kollaborationen zwischen Tony Conrad und Jack Smith im New York der frühen 1960er Jahre entstanden und für Skandale sorgten. Unter dem Titel Flickering, Flaming wird der Filmwissenschaftler Marc Siegel die unerwartete Produktion des Flickerfilms aus der Erfahrung Tony Conrads Arbeit mit Jack Smith skizzieren.

    1962 schloss Conrad sein Studium an der Harvard University ab und zog nach New York City, wo er vor allem mit experimentellen Musiker*innen und Untergrundfilmemacher*innen in Kontakt kam. Er war Mitbewohner des berüchtigten Filmemachers Jack Smith, der Conrad dazu veranlasste, seine musikalischen Experimente auf die Herstellung von Filmtonspuren anzuwenden. Conrads eigene Karriere als Filmemacher begann am 5. März 1963, als er, Smith und Mario Montez (Smiths Muse) vom flackernden Licht eines alten Projektors begeistert waren. Conrad hatte an der Hochschule die Auswirkungen dieses Phänomens auf die Gehirnwellen kennengelernt und so unternahm er den Versuch, einen bewusstseinsverändernden Film aus nichts weiter als schwarzen und weißen Einzelbildern zu drehen, der auf „Harmonien“ zwischen den Frequenzen des flackernden Lichts basiert – eine Vorgehensweise ähnlich seiner Arbeit mit Tonfrequenzen. Von Kritiker*innen für seine strukturellen Qualitäten gelobt, reichten die Reaktionen des Publikums bei der Premiere von The Flicker am 15. September 1966 im Lincoln Center for the Performing Arts von Übelkeit bis hin zu Halluzinationen.

    Für Jack Smiths legendären Film Flaming Creatures produzierte Tony Conrad den Soundtrack. Smiths Filme sind von einer ungewöhnlichen Low-Budget-Schönheit und ästhetischen Innovationen geprägt, die sofort das Lob der Kritiker*innen auf sich zogen. Doch der offene Umgang mit Sexualität führte zu Zensur: 1964 löste der Film einen der größten Skandale der Filmgeschichte aus und wurde verboten. Bald danach begann Smith das Medium Film nicht mehr als eigenständiges Werk, sondern als Bestandteil von Performances einzusetzen. Flaming Creatures, sein wohl bekanntester Film, feiert eine tumultartige Harem-Party aus grenzenlosen erotischen Ausschweifungen in glamourösen schwarz-weiß-Bildern.

    Marc Siegel ist Professor für Filmwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Sein Buch A Gossip of Images wird demnächst bei Duke University Press erscheinen. Im Jahr 2014 gab er eine Sonderausgabe der Zeitschrift Criticism heraus, die Jack Smith gewidmet ist. Er ist Gründungsmitglied des in Berlin ansässigen Kunstkollektivs CHEAP. Im Jahr 2009 ko-kuratierte er ein umfassendes Festival am Arsenal-Institut für Videokunst und am HAU in Berlin mit dem Titel LIVE FILM! JACK SMITH! Five Flaming Days in a Rented World, das 2012 in Frankfurt am Main im Mousonturm und im MMK Museum für Moderne Kunst einen Spin-Off hatte. In diesem Kontext arbeitete er mit Tony Conrad zusammen.


    Die Veranstaltung findet anlässlich der Ausstellung TONY CONRAD im Kölnischen Kunstverein statt.

    Die Veranstaltungen im Rahmen von Show and Tell werden gefördert von:

    Rheinenergie

    Mit freundlicher Unterstützung von:

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  • Veranstaltung: Show and Tell #8 – Arjan Stockhausen, 18.02.2020
    Arjan Stockhausen, Ankündigungsmotiv zur Veranstaltung Ja (Null Piece) im Kölnischen Kunstverein 2020
    Arjan Stockhausen: Ja (Null Piece), 2020

    18 – 22 Uhr
    4- Kanal Audiodatei, 240 min

    NEIN! Dieses Stück ist kein Stück, um diese Stück zu hören, höre es nicht. Lege dich nicht auf den Boden, um zuzuhören. Lege dich nicht auf den Boden, um nicht zuzuhören. Höre die Stille während des Klangs, höre nicht auf den Klang, während der Stille. Denke an kein Objekt, während du zuhörst, der Klang ist das Objekt. Um dich auf das Stück zu legen, werde das Stück, at least. JA!

    Die Veranstaltung findet anlässlich der Ausstellung TONY CONRAD im Kölnischen Kunstverein statt.

    Die Veranstaltungen im Rahmen von Show and Tell werden gefördert von:

    Rheinenergie

    Mit freundlicher Unterstützung von:

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  • Einzelausstellung: Tony Conrad, 15.2. – 12.7.2020
    Tony Conrad: Yellow TV, February 3, 1973, Courtesy: Tony Conrad Estate und Greene Naftali, New York

    Eröffnung: Freitag, 14. Februar, 19 Uhr
    21 Uhr Filmvorführung Tony Conrad “The Flicker”, 1966, 16mm-Film, s/w, 30 Min.

    Tony Conrad (1940-2016) ist Experimentalkünstler und gilt als Schlüsselfigur für Medienkünstler wie Tony Oursler oder Mike Kelley. Er war als Violinist einer der Mitbegründer der Minimal Music und zusammen mit La Monte Young und John Cale Pionier von Drone-Musik. Als zentrale Figur der Avantgarde, dessen Karriere sich über sechs Dekaden spannt, strahlt sein Werk über Amerika hinaus und wird mit dieser Ausstellung einem europäischen Publikum nach seiner Teilnahme an der documenta 5 wieder in seiner Vielschichtigkeit vergegenwärtigt werden. Mit seinem ersten Film “The Flicker” (1966) schuf er eine Ikone des strukturellen Films. Seine musikalische Arbeit – in Komposition, Performances, selbst hergestellten Musikinstrumenten – ist unweigerlich mit seinem Werk als bildender Künstler verbunden.

    Der Kölnische Kunstverein realisiert diese erste groß angelegte Ausstellung, Performance- und Musikreihe in Deutschland, die Tony Conrads künstlerische Arbeit ehrt. Sie folgt einer Retrospektive, die 2018 und 2019 in der Albright-Knox Gallery, Buffalo, im MIT List Visual Arts Center und Institute of Contemporary Art at the University of Pennsylvania ausgerichtet wurde. Als zentrale Figur der Avantgarde erreichte Conrad nicht nur Anerkennung durch seine Vorreiterrolle mit Beiträgen als Violinist zur Minimalistischen Musik und zum Strukturellem Film in den 1960ern, er war auch tonangebend für die unterschiedlichsten kulturellen Bereiche, Rockmusik und öffentliches Fernsehen mit eingeschlossen. Conrads erster Film “The Flicker” (1966), ein stroboskopisches Experiment, das für seinen Angriff auf das filmische Medium und die Sinne seines Publikums berühmt ist, führte bald zu Projekten, in denen er Film als skulpturales und performatives Material behandelte. In “Sukiyaki Film” (1973) brachte Conrad beispielsweise kurz angebratenen Film auf die Leinwand und in seinen “Yellow Movies” von 1972/73 strich er Papieroberflächen mit billiger Farbe und präsentierte sie als sich langsam verändernde Filme. Er bahnte den Weg für Drone-Musik und beeinflusste die Gründung von Velvet Underground. Conrad war zugleich ein kämpferischer Kritiker der Medien und ihrer Überwachungswerkzeuge. In den achtziger Jahren kritisierten seine ehrgeizigen Filme über Machtverhältnisse in der Armee und in Gefängnissen, was er als aufkommende Kultur der Überwachung, Kontrolle und Eindämmung empfand. Seine kollaborativen Programme, für das öffentliche Fernsehen in den 1990er Jahren geschaffen, machten ihn zu einer einflussreichen Stimme innerhalb der Gesellschaft (ersichtlich in der Installation “Panopticon” von 1988 oder “WiP”, mit Filmen von Tony Oursler und Mike Kelley, 2013). Conrad war Meister des „Crossovers“, der Überbrückung und Verbindung verschiedener Disziplinen, sodass es unmöglich scheint die gegenseitige Abhängigkeit zwischen Kunst, Film, Musik und Performance in zeitgenössischer Praxis ohne ihn zu denken. Außerdem war er leidenschaftlicher Pädagoge – seine 40jährige Tätigkeit als Professor am Medien-Department in der University in Buffalo provozierten und inspirierten Generationen von Studierenden bis heute.

    Die Ausstellung ist eine Kooperation zwischen Kölnischem Kunstverein, Köln und dem MAMCO, Genf. Sie basiert auf der retrospektiven Ausstellung, die von der Albright-Knox Art Gallery, Buffalo, New York 2018/19, organisiert wurde.

    Die Ausstellungsarchitektur im Kölnischen Kunstverein entstand in Zusammenarbeit mit Milica Lopicic.

    Das wiederverwendbare Stellwandsystem wurde ermöglicht durch die Imhoff Stiftung.

    Weiterer Dank an Galerie Buchholz, Berlin/Köln/New York und Greene Naftali, New York.

2019
  • Ausstellung: Jahresgaben, 7. – 15.12.2019
    Jahresgaben 2019 im Kölnischen Kunstverein

    Künstler*innen: Martin Assig, Olga Balema, Gerry Bibby, Juliette Blightman, Enrico David, Bradley Davies, Simon Denny, Ayşe Erkmen, Michael Krebber, Mischa Kuball, Puppies Puppies (Jade Kuriki Olivo), Morgaine Schäfer, Julia Scher, Gregor Schneider, Evelyn Taocheng Wang, Rachel Whiteread

    Bitte beachten Sie, dass die Jahresgaben exklusiv von Mitgliedern des Kölnischen Kunstvereins erworben werden können. Einen Mitgliedsantrag finden Sie hier:

    Mitglied werden


    Ausstellung der Jahresgaben: 7. – 15. Dezember 2019
    Eröffnung: Freitag, 6. Dezember 2019, 19 Uhr

    Wir freuen uns Ihnen neue, eigens für den Kunstverein geschaffene Werke zusammen mit früheren Jahresgaben zu präsentieren, darunter Unikate und limitierte Auflagen. Viele der vertretenen Künstler*innen waren zuletzt mit Arbeiten in der Gruppenausstellung Maskulinitäten. Eine Kooperation von Bonner Kunstverein, Kölnischem Kunstvereins und Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf zu sehen. Ebenfalls mit dabei: über den Kunstverein zu erwerbende Editionen des Salon Verlags.

    Geänderte Öffnungszeiten während der Jahresgaben-Ausstellung: durchgehend Mo – So von 11 – 18 Uhr, Eintritt frei

  • zu Gast: reiheM, 6. – 13.12.2019
    reihe M, Michaela Melian, MfaFT ©, Michael Pfitzner, Paul Valentin
    Konzertreihe für Gegenwartsmusik, Elektronik und neue Medien

    Freitag, 6. Dezember 2019, 19 – 23 Uhr und Samstag, 7. Dezember 2019, 11 – 19 Uhr
    MICHAELA MELIÁN
    Music from a Frontier Town
    Sound- und Videoinstallation

    Freitag, 6. Dezember, 19.30 – 20 Uhr
    Michaela Melián im Gespräch mit Prof. Anke Ortlepp

    Re-Education. 1.630 Vinylschallplatten aus dem Restbestand der öffentlichen Bibliothek des Münchner Amerikahauses (1945-1997) stehen im Zentrum der Sound- und Videoinstallation Music from a Frontier Town von Michaela Melián. Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, diesen Kellerfund – eine Auswahl von Jazz-, Spoken Word-, Klassik- und Neue Musik- LPs der 1950er und 1960er Jahre, mit der die USA sich als pluralistische Kulturnation präsentierte – eigenhändig auszuwählen und über ein DJ-Pult abzuspielen. Die vielfach ausgezeichnete Münchner Künstlerin, Musikerin und Hörspielautorin Michaela Melián ist für ihre oft raumgreifenden multimedialen Ausstellungen und Konzerte bekannt.

    In Zusammenarbeit mit der Abteilung für Nordamerikanische Geschichte des Historischen Instituts der Universität zu Köln.

    Der Eintritt ist frei.

    Freitag, 13. Dezember 2019, 18 – 22 Uhr
    (Einlass jederzeit möglich)
    REUNION AFTER CAGE
    Für modifiziertes Schachbrett und Live-Elektronik (Deutsche Erstaufführung)

    Schachspieler: Holger Lieff, Endre Tot, N.N.
    Musiker: Peter Behrendsen, hans w. koch, Tobias Grewenig, Dirk Specht

    Highlight zum Ende des reiheM – Jubiläumsjahres 2019 – Mit 4 Stunden Reunion after Cage. Mit dieser 114. Veranstaltung schließt sich der Kreis zur allerersten reiheM –Veranstaltung im Januar 2009: Variations on Variations nach John Cage (ebenfalls von und mit Peter Behrendsen und hans w koch).

    John Cages REUNION für präpariertes Schachbrett und Live-Elektronik wurde erstmals 1968 in Toronto aufgeführt: mit Marcel Duchamp, John Cage und Teeny Duchamp als Schachspieler sowie den Musikern David Behrman, Lowell Cross, Gordon Mumma und David Tudor. Die Verteilung der Klänge im Raum und ihre Lautstärke werden von den Positionen der Schachfiguren bestimmt, nicht durch musikalische und geschmackliche Vorlieben der Musiker. Auch die Schachspieler*innen sind nicht in der Lage, durch bestimmte Züge oder Positionen die Musik zu beeinflussen.
    Im Sinne von Cages Idee einer egolosen, nicht-intentionalen Musik werden Gewinnen oder Verlieren nebensächlich – “a purposeful purposelessness or a purposeless play”.
    Das bei dieser Aufführung verwendete Schachbrett folgt dem von Lowell Cross konstruierten Original in der Zuordnung der Felder auf die Ein- und Ausgänge, wurde aber mit heutiger Technologie (Computerprogrammierung und MIDI) ausgestattet.
    Das Schachspiel wird flankiert durch thematisch relevante Projektionen von Arbeiten der Künstlerinnen Takako Saito und Shigeko Kubota.

    Ein Projekt von Peter Behrendsen und hans w. koch.

    Eintritt: 10,- / 8,-

    Weitere Infos: www.reihe-M.de

    reiheM – Konzertreihe für Gegenwartsmusik, Elektronik und neue Medien – Köln wird veranstaltet von Mark e.V. und gefördert durch das Kulturamt der Stadt Köln und das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

  • Veranstaltung: Maskulinitäten. Ein Künstler*innengespräch., 16.11.2019
    Maskulinitäten. Ein Künstlerinnengespräch, 2019, Foto: Mereike Tocha

    Eine Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung Maskulinitäten

    Eva Birkenstock, Michelle Cotton und Nikola Dietrich im Gespräch mit Nelly Gawellek, Jürgen Klauke, Bea Schlingelhoff, Evelyn Taocheng Wang und anderen an der Ausstellung beteiligten Künstler*innen.

  • Performance: Show and Tell #6 – Juliette Blightman, 13.11.2019
    Show and Tell #6 – Juliette Blightman, Kölnischer Kunstverein 2019, Foto: Mareike Tocha, Courtesy die Künstlerin und Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin
    The Year of the Pig

    Eine Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung Maskulinitäten.

    Ein Abend mit einer Lecture Performance mit Filmen u.a. von Maria Lassnig und Chantal Akerman und Lesungen von Juliette Blig Anschluss No Opening SS 2020 Collection mit Musik von Anthony Silvester (Technology + Teamwork).

    Das Hauptthema der Künstlerin ist die Beziehung zwischen Kunst und Leben. Sie entwirft ihre Arbeiten wie fortlaufende Tagebucheinträge, die in verschiedenen Medien artikuliert sind. Sie filmt, malt und schreibt in radikaler subjektiver Weise und macht das Persönliche öffentlich.

    Die Videodokumentation der Performance finden Sie hier.

    Die Veranstaltungen im Rahmen von Show and Tell werden gefördert von:

    Mit freundlicher Unterstützung von:

  • Sonderveranstaltung: Museumsnacht im Kölnischen Kunstverein, 02.11.2019

    Mit Führungen und Filmvorführungen von Jonathas de Andrade – O Peixe (the Fish)

    Ausstellung: Maskulinitäten. Eine Kooperation von Bonner Kunstverein, Kölnischem Kunstverein und Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf

  • Screening: Show and Tell #5 – Arwen Curry und Helke Sander, 11.10.2019

    Double Feature: Die Dokumentationen The Worlds of Ursula K. Le Guin von Arwen Curry und Die Deutschen und ihre Männer von Helke Sander

  • Veranstaltung: Show and Tell #4 – Julia Scher, 19.09.2019
    Julia Scher, Discipline Masters (Filmstill), 1988, Courtesy die Künstlerin und Esther Schipper, Berlin
    Discipline Masters

    Eine Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung Maskulinitäten.

    Langer Abend mit Julia Scher (Professorin an der Kunsthochschule für Medien Köln) und Gästen, mit der Präsentation der 4-stündigen Videoarbeit der Künstlerin von 1988 – eine kathartische Nacherzählung ihrer Jugenderfahrungen, die eine Quelle für Schers weitere Beschäftigung mit Themen der Überwachung, des sexualisierten und kontrollierenden Blicks darstellt.
    (in englischer Sprache)

    Die Veranstaltungen im Rahmen von Show and Tell werden gefördert von:

    Mit freundlicher Unterstützung von:

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  • Veranstaltung: Show and Tell #3 – Gerry Bibby, 01.09.2019
    Show and Tell #3 – Gerry Bibby, Kölnischer Kunstverein 2019, Foto: Mareike Tocha
    Tectonic Mnemonic

    Eine Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung Maskulinitäten.

    Die vom Künstler zur Ausstellung eingerichtete Installation bildet eine flexible Plattform für Lesungen mit von ihm eingeladenen Gästen. Die Veranstaltung gibt Besucher*innen Einblick in die Vielzahl von Notizen und Quellen, die Gerry Bibbys Werk und Schreiben zugrundeliegen und zum Teil der Performance werden. (in englischer Sprache)

    Die Veranstaltungen im Rahmen von Show and Tell werden gefördert von:

    Rheinenergie

    Mit freundlicher Unterstützung von:

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  • Ausstellung: Maskulinitäten. Eine Kooperation von Bonner Kunstverein, Kölnischem Kunstverein und Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf, 1.9. – 24.11.2019
    Maskulinitäten. Eine Kooperation von Bonner Kunstverein, Kölnischem Kunstverein und Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf, 2019

    Mit Maskulinitäten schließen sich der Bonner Kunstverein, der Kölnische Kunstverein und der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf zu einem internationalen Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Publikationsprojekt zusammen, um Konzepte von Maskulinität mit und aus der zeitgenössischen Kunst heraus zu untersuchen. Gemeinsam wird der Frage nachgegangen, wie eine feministische Ausstellung über Männlichkeit aussehen könnte.

    Vor dem Hintergrund vorherrschender reaktionärer Manifestationen von Männlichkeit
    sowie einer uneingeschränkten Kritik an ihren hegemonialen Ausformungen zielt die Zusammenarbeit darauf ab, patriarchale und heteronormative Geschlechterkonzeptionen zu destabilisieren. Anhand von künstlerischen Produktionen, Performances, Theaterstücken, Lesungen, Vorträgen, Screenings und Workshops werden alternative Handlungsräume aufgeworfen, um performative und transgressive Konzeptionen von Identität, Geschlechtlichkeit, Sexualität und Körper in den Vordergrund zu rücken.

    Alle drei Kunstvereine haben in der Vergangenheit verschiedene feministische und queere Ausstellungsprojekte präsentiert. Während diese darauf ausgerichtet waren männlich dominierte Repräsentation von Weiblichkeit in Kunst- und Kulturgeschichte aus der Narration einer männlichen Autorschaft zurückzufordern, sind es bei Maskulinitäten wiederum Entwürfe und Konzeptionen des Männlichen, die zur Disposition gestellt werden: die Veränderungen tradierter Ausformungen von Männer- und Körperbildern, damit verbundene Macht- und Sichtbarkeitspolitiken sowie schließlich deren Verhandlung und Dekonstruktion in der Kunst der 1960er Jahre bis heute. Ausgehend von künstlerischen und kunsttheoretischen Perspektiven unterschiedlicher Zeitlichkeiten wird Männlichkeit als einem uneindeutigen, pluralistischen Konzept begegnet, das historisch bedingt, veränderlich und gesellschaftlich konstruiert ist.

    Kuratiert von: Eva Birkenstock, Michelle Cotton und Nikola Dietrich.


    Künstler*innen der Ausstellung
    Vito Acconci, The Agency, Georgia Anderson & David Doherty & Morag Keil & Henry Stringer, Lutz Bacher, Louis Backhouse, Olga Balema, Lynda Benglis, Judith Bernstein, Gerry Bibby, Alexandra Bircken, Juliette Blightman, Patricia L. Boyd, Anders Clausen, Keren Cytter, Enrico David, Vaginal Davis, Jonathas de Andrade, Jimmy DeSana, Nicole Eisenman, Hedi El Kholti, Jana Euler, Hal Fischer, Andrea Fraser, keyon gaskin mit Samiya Bashir, sidony o‘neal und Adee Roberson, Eunice Golden, Philipp Gufler, Richard Hawkins, Jenny Holzer, Hudinilson Jr., Allison Katz, Annette Kennerley, Sister Corita Kent, Mahmoud Khaled, Jürgen Klauke, Jutta Koether, Tetsumi Kudo, Klara Lidén, Hilary Lloyd, Sarah Lucas, Robert Morris, Shahryar Nashat, D’Ette Nogle, Henrik Olesen, D.A. Pennebaker & Chris Hegedus, Josephine Pryde, Puppies Puppies (Jade Kuriki Olivo), Carol Rama, Lorenzo Sandoval, Julia Scher, Agnes Scherer, Bea Schlingelhoff, Heji Shin, Katharina Sieverding, Nancy Spero, Anita Steckel, Evelyn Taocheng Wang, Carrie Mae Weems, Marianne Wex, Martin Wong, Katharina Wulff


    Bonner Kunstverein
    Lynda Benglis, Judith Bernstein, Alexandra Bircken, Patrica L. Boyd, Jana Euler, Hal Fischer, Eunice Golden, Richard Hawkins, Jenny Holzer, Hudinilson Jr., Allison Katz, Mahmoud Khaled, Hilary Lloyd, Sarah Lucas, Robert Morris, D’Ette Nogle, Puppies Puppies (Jade Kuriki Olivo), Bea Schlingelhoff, Anita Steckel

    Kuratiert von: Michelle Cotton

    Kölnischer Kunstverein
    Georgia Anderson & David Doherty & Morag Keil & Henry Stringer, Louis Backhouse, Olga Balema, Gerry Bibby, Juliette Blightman, Anders Clausen, Enrico David, Jonathas de Andrade, Jimmy DeSana, Jenny Holzer, Hedi El Kholti, Hilary Lloyd, Sarah Lucas, Shahryar Nashat, Puppies Puppies (Jade Kuriki Olivo), Carol Rama, Bea Schlingelhoff, Heji Shin, Evelyn Taocheng Wang, Carrie Mae Weems, Marianne Wex, Martin Wong, Katharina Wulff

    Kuratiert von: Nikola Dietrich

    Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf
    Vito Acconci, The Agency, Keren Cytter, Vaginal Davis, Nicole Eisenman, Andrea Fraser, keyon gaskin mit Samiya Bashir, sidony o´neal und Adee Roberson, Philipp Gufler, Jenny Holzer, Annette Kennerley, Sister Corita Kent, Jürgen Klauke, Jutta Koether, Tetsumi Kudo, Klara Lidén, Henrik Olesen, D.A. Pennebaker & Chris Hegedus, Josephine Pryde, Puppies Puppies (Jade Kuriki Olivio), Lorenzo Sandoval, Julia Scher, Agnes Scherer, Bea Schlingelhoff, Katharina Sieverding, Nancy Spero, Evelyn Taocheng Wang

    Kuratiert von: Eva Birkenstock


    Programm am Eröffnungswochenende:

    Eröffnung am Samstag, 31. August 2019
    14.30 Uhr Bonner Kunstverein
    17.00 Uhr Kölnischer Kunstverein
    19.30 Uhr Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf

    Samstag, 31. August
    Legal Gender, Wiederaufführung der Performance von Anita Steckel
    ab 14.30 Uhr, Bonner Kunstverein

    Parallel Lines, Performance von Gerry Bibby mit Ellen Yeon Kim
    ab 17 Uhr, Kölnischer Kunstverein

    Naked Self (Transitioning) (21 Months On Hormone Replacement Therapy)
    Nude Performance von Puppies Puppies (Jade Kuriki Olivo)
    17.30 – 18.30 Uhr, Kölnischer Kunstverein
    20 – 21 Uhr, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf

    Sonntag, 1. September
    Tectonic Mnemonic, eine Plattform für Lesungen mit Gästen, eingeladen von Gerry Bibby
    15 Uhr, Kölnischer Kunstverein

    Mit freundlicher Unterstützung von:

  • Veranstaltung: Show and Tell #2 – Stella von Rohden und Sascha Kregel, 09.07.2019
    Stella von Rohden und Sascha Kregel, Ankündigungsmotiv: Cave Echoes
    CAVE ECHOES

    Organisiert von Miriam Bettin

    Unter dem Titel CAVE ECHOES präsentieren Stella von Rohden und Sascha Kregel eine neue, prozessorientierte Arbeit im Studio des Kölnischen Kunstvereins.

    In ihren künstlerischen Praxen teilen sie ein Interesse am Werden, insbesondere der Genese von Bild und Sound. Referenzpunkt der hier gezeigten Arbeit sind die Metamorphosen von Ovid, in denen der Dichter die Entstehung der Welt aus dem Chaos durch mythologische Verwandlungsgeschichten erzählt. Ausgehend vom Versmaß des Hexameters entstanden Soundfragmente, die sich, mit Synthesizern eingespielt und live gemischt, in einer flächigen Struktur auflösen. Die Videobilder zeigen die Prometheus-Höhle in Georgien, ein Schauplatz der Metamorphosen. Dem gegenübergestellt ist die Göttin Athene. Zitiert werden die Gestalten Narziss und Echó: Echó, die aus unerfüllter Liebe zu Narziss verkümmert, bis sie nur noch Stimme ist. Narziss hingegen, der sich in sein eigenes Spiegelbild verliebt und dafür von der Rachegöttin Nemesis bestraft wird.

    Was Welle ist, hält er für Körper.

    Stella von Rohden (*1987 in Bremen) lebt und arbeitet in Köln. Nach einem Studium der bildenden Künste an der Universität der Künste in Belgrad schloss sie 2018 ihr Studium an der Hochschule für bildende Künste Braunschweig bei Frances Scholz ab. Ihre Arbeiten waren zuletzt in einer Einzelausstellung am Kunsthaus Bellamartha in Grafrat zu sehen (2018) sowie in Gruppenpräsentationen in der Städtischen Galerie in Hannover (2018), im Kunstverein Braunschweig (2017) und bei Shoot the Lobster in New York (2017).

    Sascha Kregel (*1989 in Halle/Saale) lebt und arbeitet in Köln. 2018 absolvierte er an der Hochschule für bildende Künste in Braunschweig. Seine Arbeiten wurden u.a. in Gruppenausstellungen in der Galerie Dechanatstraße Bremen (2018), im Kunstverein Braunschweig (2017), bei Shoot the Lobster in New York (2017) und im Museum für Photographie in Braunschweig (2016) gezeigt.

    Beide Künstler*innen sind aktuell Stipendiat*innen des Atelierprogramms des Kölnischen Kunstvereins.

    Die Veranstaltungen im Rahmen von Show and Tell werden gefördert von:

    Rheinenergie

    Mit freundlicher Unterstützung von:

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  • Veranstaltung: Double Screening ausgewählt von Jay Chung und Q Takeki Maeda, 19.06.2019
    Lev Kalman und Whitney Horn, L for Leisure, USA, 2014, Filmstill

    17 Uhr Westend (D 2001) von Markus Mischkowski und Kai-Maria Steinkühler
    89 min, 35 mm, s/w, Deutsch mit englischen UT

    18.30 Uhr L for Leisure (USA 2014) von Lev Kalman und Whitney Horn
    73 min, Farbe, Englisch

  • Veranstaltung: Double Book Launch mit Jay Chung und Q Takeki Maeda, 06.06.2019
    Letters, 2019 von Jay Chung and Q Takeki Maeda

    um 19 Uhr
    Double Book Launch mit Jay Chung und Q Takeki Maeda:
    Letters (2019) und Jay Chung and Q Takeki Maeda x Teruo Nishiyama (2017)
    begleitet von einem Künstlergespräch zwischen Jay Chung & Q Takeki Maeda und Nikola Dietrich, einer Lesung von Jay Chung und der Präsentation ihres Filmes She’s Gone (2009)
    (auf Englisch)

    um 17 Uhr
    Führung durch die Ausstellung The Auratic Narrative von Jay Chung und Q Takeki Maeda mit der Direktorin Nikola Dietrich

    Die Künstlerbücher können im Kölnischen Kunstverein erworben oder über die Webseite der Künstler bestellt werden: jcqtm.bigcartel.com

  • Veranstaltung: Show and Tell #1 – Jasmin Werner, Philipp Kleinmichel und pogendroblem, 28.05.2019
    Show and Tell #1 – Jasmin Werner, Phillip Kleinmichel, pogendroblem, Grafik: Lotte Meret Effinger

    Scalalogia and The Wheel of Life (2019), Book Launch mit Jasmin Werner und einem Vortrag von Philipp Kleinmichel in Kombination mit einem Konzert von pogendroblem

    Organisiert von Miriam Bettin

    Die Aufzeichnung der Veranstaltung finden Sie hier.

    Im Rahmen der ersten Ausgabe von Show and Tell stellen Jasmin Werner und Miriam Bettin die im Verlag der Buchhandlung Walther König herausgegebene Publikation Scalalogia and The Wheel of Life (2019) vor. Zu diesem Anlass präsentieren der Philosoph Philipp Kleinmichel und die Punkband pogendroblem einen dialogischen Vortrag mit Konzert. Ausgehend vom Leitmotiv der Treppe widmet sich der Abend dem vom Kapitalismus bestimmten Subjekt, das – zwischen Konsum, Kreativität und Spiritualität, zwischen Wettbewerbskampf und Selbstoptimierung – Glück, Freiheit und Erfolg sucht.

    Scalalogia and The Wheel of Life (2019) von Jasmin Werner erschien Anfang des Jahres anlässlich ihrer ersten institutionellen Einzelausstellung in der Remise des Kunstverein Braunschweig. Entstanden in Kooperation mit dem Friedrich-Mielke-Institut für Scalalogie umfasst der Ausstellungskatalog neben Installations- und Werkansichten gleichsam kunst- und architekturwissenschaftliche Texte zu den Arbeiten Jasmin Werners sowie Originaltexte Friedrich Mielkes. Mit weiteren Textbeiträgen von Miriam Bettin (Kuratorin und Herausgeberin), Jule Hillgärtner (Direktorin Kunstverein Braunschweig), Philipp Kleinmichel (Zeppelin Universität), Harry Thorne (Mitherausgeber frieze), Sophie Schlosser (Friedrich-Mielke-Institut für Scalalogie, OTH Regensburg) und Chloe Stead (freie Autorin und Kritikerin).

    Jasmin Werner (*1987 in Troisdorf) lebt und arbeitet in Köln. 2016 schloss sie ihr Studium an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste Städelschule in Frankfurt am Main ab. Ihre Arbeiten waren in Einzelausstellungen im Kunstverein Braunschweig (2018), bei Gillmeier Rech, Berlin (2017), M.I/mi1glissé, Berlin (2016) und RM, Auckland (2014) sowie in Gruppenausstellungen bei Braunsfelder, Köln (2018), Saloon, Brüssel (2018) und im Folkwang Museum, Essen (2017) zu sehen. 2017 absolvierte Jasmin Werner eine Residency am National Museum of Modern and Contemporary Art, Seoul. Seit diesem Jahr ist sie Stipendiatin des Atelierprogramms des Kölnischen Kunstvereins.

    Philipp Kleinmichel studierte Philosophie, Kunst- und Medientheorie in Freiburg, Karlsruhe und New York. Er ist Absolvent des Independent Study Program am Whitney Museum of American Art und war Stipendiat der Akademie Schloss Solitude. Seit Januar 2018 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Zeppelin Universität und war zuvor Lehrbeauftragter u.a. an der Universität Gießen, der Universität Hamburg und der UDK Berlin. Er forscht zum Wandel von Kunst und Massenkultur im digitalen Zeitalter.

    Sog. ‚pogendroblem‘, das Enfant Terrible des Deutschpunks, haben sich den Weg aus der Bergisch Gladbacher Provinz weiter ins Innere der Metropolregion Köln gebahnt, um dort gleichfalls verloren zwischen Kneipen und Kompetenzmarathon in öffentlichen Verkehrsmitteln und privat-politischen Verhältnissen das schlechte Leben auszukosten. Ihrem Krach wird eine Prise 80s, ein wenig Hamburger Schule und eine Nase Garage nachgesagt, etwas Pop Niedlichkeit. Vier weiße, tendenziell vermögenstechnisch abgesicherte, größtenteils akademische Cis-Männer haben hier wenig Neues zu berichten. Das Private ist politisch, aber das Private kann auch langweilig sein. Sie geben sich aber wirklich viel Mühe und sind begeisterungsfähig. 2018 erschien ihr Album Erziehung zur Müdigkeit.

    Show and Tell ist eine fortlaufende, vom Ausstellungsprogramm unabhängige Veranstaltungsreihe mit verschiedenen Formaten. Eingeladen werden wechselnde Gäste, darunter Künstler*innen, Autor*innen und Musiker*innen.

    Die Veranstaltungen im Rahmen von Show and Tell werden gefördert von:

    Rheinenergie


    Mit freundlicher Unterstützung von:

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  • Veranstaltung: Diashow von Jay Chung & Q Takeki Maeda, 14.05.2019
    Jay Chung and Q Takeki Maeda, Moulting 2019, Diashow im Kölnischen Kunstverein 2019

    Moulting, 2019

    Veranstaltungsprogramm zur Ausstellung
    The Auratic Narrative

    Dienstag 14. Mai 2019, 11 – 18 Uhr

  • Ausstellung: Jay Chung & Q Takeki Maeda – The Auratic Narrative, 12.4. – 23.6.2019
    Jay Chung and Q Takeki Maeda, Untitled 2014

    Eröffnung am 11. April 2019, 19 Uhr
    um 21 Uhr Moulting, Diashow mit den Künstlern


    Organisiert man eine Ausstellung, die einen Überblick über das Gesamtwerk eines*r Künstler*in geben soll, so geschieht dies üblicherweise in Form einer Geschichte. Diese Geschichte enthält für gewöhnlich die Geburt der Künstlerin („Geboren im ländlichen Rumänien“), einen richtungsweisenden Moment in ihrer Karriere („Sie zog dann nach Paris, wo sie ihre philosophischen Studien an der Sorbonne fortsetzte“), und eine Phase des Strebens nach künstlerischem, kulturellem oder politischem Erfolg („Diese Identitäten prägen seine Arbeit seit über 30 Jahren“i). Diese Berichte von individueller Entwicklung sind – wenn auch sachlich korrekt – konstruiert, oder genauer gesagt: werden von Kunstfachleuten fabriziert und aufrechterhalten. In einem Interview über die gesellschaftlichen Auswirkungen von quantitativen Metriken spielt der Soziologe Steffen Mau auf diese Praxis an, indem er darlegt, dass „fiktionale Erwartungen“ für Künstler*innen „hauptsächlich über eine Story im Stile einer auratischen, in der Zukunft eintretenden Erfolgsgeschichte“ hergestellt werden. Er fährt fort:

    [So] wird man in der jeweiligen Künstlerpersönlichkeit etwas sehen, was noch vollkommen vage und spekulativ ist, aber in Zukunft dazu führen kann, dass sie eine bestimmte Marktposition und eine bestimmte Bewertung am Markt erfahren wird. Es geht um eine dynamische Aufwärtsbewegung von Reputation, eine Positivvision. Das Erzählen dieser Storys bedarf nach wie vor der Expertenkultur, also professioneller Kritiker/innen, Kunstvermarkter/innen oder -vermittler/innen und Berater/innen.ii

    Maus Einschätzung ist angelehnt an die Arbeit des Soziologen Olav Velthuis, dessen Buch Talking Prices eine Studie der Prinzipien zur Bepreisung zeitgenössischer Kunst darstellt. Laut Velthuis sind es Narrative archetypischer Art (z.B. Tragödie, Erfolgsgeschichte, Bildungsroman), die – im Gegensatz zu ökonomischen Gesetzen wie Angebot und Nachfrage – die Kunstmarktpreise bestimmen. Thema dieser Geschichten sind sowohl Individuen als auch Entwicklungen in dem Bereich als Ganzem. Wie Mau hebt auch Velthuis hervor, dass diese Narrative kollektiv von Menschen, die mit Kunst arbeiten, erzählt und nacherzählt werden, wobei er zugleich ihren fiktiven Charakter betont. Er schreibt: „Es geht nicht darum, ob dieses Narrativ bzw. die, die folgen werden, wahrheitsgetreu in Bezug auf die historische Wirklichkeit sind oder nicht. Im Grunde muss ihr Wahrheitsgehalt als zumindest fragwürdig eingestuft werden.“iii

    Solche Narrative tragen zur immateriellen Qualität von Einzigartigkeit und Authentizität bei, die sowohl in Kunstwerken als auch bei Künstlerpersönlichkeiten wahrgenommen wird, der „Aura“, so der von dem Literaturkritiker Walter Benjamin geprägte Begriff. Die Erfahrung dieses Phänomens, abstrakt und ungreifbar per Definition, ist aufgeladen mit Widersprüchen und Zweideutigkeit. Beispielsweise wird einerseits weithin akzeptiert, dass zeitgenössische Kunst ein gänzlich professionalisiertes Feld ist, auf dem das Kunstschaffen, ebenso wie eine Reihe damit verbundener Beschäftigungen zu dem Zweck unternommen werden, spezifische begleitende Ergebnisse zu erreichen. Andererseits wird auch angenommen – aber selten offen ausgesprochen –, dass Visionen vom aktuellen oder zukünftigen Stellenwert eines*r Künstler*in noch nicht oder niemals wahr werden könnten (wie die Formulierung „fiktionale Erwartungeniv andeutet).
    Gleichermaßen werden die charakteristischen Qualitäten der Arbeit und Biographie eines*r Künstler*in als Produkt nur eines einzigen Individuums gesehen, während selten anerkannt wird, dass sie in Wirklichkeit dem Objekt oder Individuum zuteilwerden und in diesem Sinne der kollektive Ausdruck der gemeinsamen Ansichten, Werte und gelebten Erfahrungen der diskursiven Kunst-Welt sind.

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    The Auratic Narrative, eine Ausstellung mit Arbeiten von Jay Chung und Q Takeki Maeda, läuft vom 12. April bis zum 23. Juni 2019.


    i Alle Zitate in Klammern entstammen Ausstellungsbeschreibungen auf der Website des MoMA, Museum of Modern Art, New York, https://www.moma.org, Stand März 2019.
    ii Steffen Mau und Uwe Vormbusch, „Likes statt Leistung. Ein Gespräch zwischen Uwe Vormbusch und Steffen Mau über die fortschreitende Quantifizierung des Sozialen.“ Texte zur Kunst 110 (Juni 2018), https://www.textezurkunst.de/110/likes-and-performance.
    iii Olav Velthuis, Talking Prices, Symbolic Meanings of Prices on the Market for Contemporary Art (Princeton University Press, 2005), 145.
    iv Siehe auch Jens Beckert, Imagined Futures: Fictional Expectations and Capitalist Dynamics (Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 2016), 93: „Die Fiktionalität von literarischen Texten wir darüber hinaus offen kommuniziert, während sie im Falle fiktionaler Erwartungen verborgen bleibt.“


    Mit freundlicher Unterstützung von:

    Weiterer Dank an Gaga, Mexiko-Stadt und Los Angeles; ESSEX STREET, New York; Galerie Francesca Pia, Zürich; Cabinet Gallery, London; Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin. Wir danken auch Frau Lauffs-Wegner für Ihre Unterstützung des Künstlerbuches Letters, das zur Ausstellung erschienen ist.

    Weitere Information werden regelmäßig über unseren Newsletter bekannt gegeben.


    Programm:

    11. April 2019, 21 Uhr
    Moulting (2019), Diashow mit Jay Chung und Q Takeki Maeda

    14. Mai 2019, 11 – 18 Uhr
    Moulting (2019), Diashow von Jay Chung und Q Takeki Maeda

    28. Mai 2019, 19 Uhr
    Show and Tell # 1
    Scalalogia and The Wheel of Life (2019), Book Launch mit Jasmin Werner und einem Vortrag von Philipp Kleinmichel zusammen mit einem Konzert von pogendroblem

    Show and Tell ist eine fortlaufende, vom Ausstellungsprogramm unabhängige Veranstaltungsreihe mit verschiedenen Formaten. Eingeladen werden wechselnde Gäste, darunter Künstler*innen, Autor*innen und Musiker*innen.

    6. Juni, 2019, 19 Uhr
    Letters (2019) und Jay Chung and Q Takeki Maeda x Teruo Nishiyama (2017), Double Book Launch mit Jay Chung und Q Takeki Maeda

    19. Juni 2019, 19 Uhr
    Vorführung eines Films der Regisseure Lev Kalman und Whitney Horn

    Führungen am Donnerstag durch die Ausstellung

    25. April 2019, 17 Uhr mit Miriam Bettin
    23. Mai 2019, 17 Uhr mit Lukas Flygare (in englischer Sprache)
    6. Juni 2019, 17 Uhr mit Nikola Dietrich

    Führungen am Sonntag durch die Ausstellung

    19. Mai 2019, 15 Uhr mit Jasmin Werner
    23. Juni 2019, 15 Uhr mit Jasmin Werner

  • Workshop: Pure Fiction / Wu Ming Open Mike, 21.02.2019
    Pure Fiction

    Pure Fiction, ein Schreibseminar in der Frankfurter Städelschule unter der Leitung des Schriftstellers Mark von Schlegell, wird im Kölnischen Kunstverein einen Open-Mike-Schreibworkshop veranstalten. Autor Wu Ming tritt als besonderer Gast bei, während die Mitglieder des Seminars Texte lesen und sie öffentlich bearbeiten. Die Teilnehmer werden aufgefordert, ihre eigenen Texte zum Workshop mitzubringen.

    Wu Ming ist ein Pseudonym für eine Gruppe italienischer Autoren, die im Jahr 2000 aus einem Teil der Luther Blisset-Gemeinschaft in Bologna gegründet wurde. Das Kollektiv besteht aus Schriftstellern, die in Literatur und Populärkultur tätig sind. Die Gruppe verfasste mehrere Romane wie 54 und Manituana. Für den Open-Mike-Workshop wird Pure Fiction von Wu Ming 1 begleitet.

    Von 2011-2018 luden die Studierenden der Städelschule den Schriftsteller Mark von Schlegell ein, ein Literaturseminar in der Schule zu organisieren. Seitdem hat Pure Fiction aktuelle und ehemalige Städel-Studierende zusammengebracht, um Texte in den verschiedensten möglichen Formen zu untersuchen und vor allem zu produzieren, von schriftlichen künstlerischen Arbeiten über experimentelles Schreiben bis hin zu Lesungen und Performances, die unweigerlich andere Aspekte der vielfältigen künstlerischen Praktiken aller teilnehmenden Studierenden mit einbeziehen. Die Werke der Autoren von Cervantes bis Woolf bilden das vorgegebene Ausgangsmaterial des Seminars. Die Auseinandersetzung mit dem Material und den quasi-mystischen Eigenschaften von Drucksachen hat die Klasse dazu veranlasst, zahlreiche experimentelle Veröffentlichungen, Lesungen und Performances auf erzählerischen oder poetischen Grundlagen zu produzieren.

    Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.

  • Vortrag: Bruno Feitler, 16.02.2019
    Bob Richardson, Porträt von Bea Feitler, 1960s
    The work and life of Bea Feitler

    Anlässlich der Ausstellung Power of Print, wird Bruno Feitler, Professor für Geschichte, in São Paulo, in einem Vortrag Einblicke in das Leben und Werk seiner Tante, der verstorbenen brazilianischen Art Direktoren Bea Feitler präsentieren. Bruno Feitler verwaltet das Archiv der Arbeiten von Bea Feitler und hat im Jahr 2012 die ausführliche Publikation O Design de Bea Feitler editiert und herausgegeben.

    Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird und in englischer Sprache stattfindet.

  • Ausstellung: Power of Print – The Work and Life of Bea Feitler, 16.2. – 1.3.2019
    Bea Feitler, Ankündigungsmotiv zur Ausstellung Power of Print im Kölnischen Kunstverein 2019

    Eröffnung am 15. Februar 2019, 19 Uhr

    Führungen
    Donnerstag, 21. Februar, 17 Uhr: Führung durch die Ausstellung mit Juliane Duft
    Donnerstag, 7. März, 17 Uhr: Führung durch die Ausstellung mit Nikola Dietrich
    Donnerstag, 21. März, 17 Uhr: Führung durch die Ausstellung mit Miriam Bettin

    Eine Ausstellung in Kollaboration mit Marte Eknæs und Nicolau Vergueiro

    Power of Print ist eine Übersichtsschau des richtungsweisenden Schaffens und Lebens der verstorbenen brasilianischen Art-Direktorin und Designerin Bea Feitler (1938–1982).

    Die Ausstellung umfasst Zeitschriften, Bücher, Videodokumentationen und Reproduktionen aus Feitlers kometenhafter Karriere, aus den 1950er Jahren bis zu ihrem Tod, sowie persönliche Fotos und Arbeiten, die ihr Leben und das ihrer Freund*innen, Mitstreiter*innen und Kolleg*innen dokumentieren. Feitler, die insbesondere für ihre Tätigkeit bei Harper’s Bazaar, Ms., Rolling Stone und der modernen Vanity Fair bekannt ist, hat das Erscheinungsbild des amerikanischen Grafikdesigns nachhaltig geprägt, indem sie einen gänzlich neuen Ansatz hinsichtlich der Wirkung von Magazinen verfolgte.

    Feitlers gestalterische Freiheit, die sich in der Verschiebung gewöhnlicher Standards hin zu einem weiblichen Blick manifestierte, gestattete es ihr, die kommerzielle Darstellung von Frauen neu zu verhandeln und das Magazin als Massenmedium zu nutzen, um mittels einer dynamischen Ästhetik auf gesellschaftliche Themen aufmerksam zu machen. Power of Print bündelt einige der wiederkehrenden Motive ihres Schaffens, darunter die menschliche Silhouette, den Mittelfalz als kompositorisches Element, die Collagetechnik, der innovative Einsatz von Typografie, das Verfahren von Solarisationund Duplexdruck, mittels derer sie das Verhältnis zwischen Körper, Text und Grafikdesign sowohl unter gestalterischen als auch sensorischen Gesichtspunkten neu dachte. „Ein Magazin sollte dynamisch sein. Es sollte Rhythmus haben. Man kann eine Seite nie für sich allein betrachten – man muss visualisieren, was davor und danach kommt.“

    Bea Feitler wurde in Rio de Janeiro geboren, nachdem ihre jüdischen Eltern aus Nazideutschland geflohen waren. Sie zog nach New York, um an der Parsons School of Design zu studieren und kehrte 1959 vorübergehend nach Brasilien zurück, wo sie Poster, Titelseiten und Doppelseiten für Bücher und die progressive Literaturzeitschrift Senhor gestaltete.

    1961 zog Feitler zurück nach New York und wurde kurz darauf, im Alter von 25 Jahren, zusammen mit Ruth Ansel zur Co-Art-Direktorin von Harper’s Bazaar ernannt, wo sie gemeinsam das Erbe ihrer Mentoren Alexey Brodovitch und Marvin Israel antraten. Während ihrer zehnjährigen Tätigkeit für das Magazin trugen sie maßgeblich zur Entstehung einer neuen feministischen Redaktionssprache mit Anklängen an die Populärkultur bei. In Einklang mit den politischen und kulturellen Umwälzungen der 1960er Jahre, verfassten sie einige der einprägsamsten Editorials der Dekade. Feitler und Ansel waren ihrer Zeit weit voraus: gemeinsam mit Richard Avedon arbeiteten sie 1965 für das Fotoshooting eines bedeutenden Magazins als erste mit einem schwarzen Modell, und noch im gleichen Jahr wurde ihnen, ebenfalls gemeinsam mit Avedon, die ADC-Medaille für das Space Helmet-Cover der Aprilausgabe von Harper’s Bazaar verliehen. Während ihrer Zeit bei dem Magazin konnte Feitler enge Beziehungen zu Fotograf*innen aufbauen, die sie bis zum Ende ihrer Karriere begleiteten – zu ihrem engsten Freundeskreis zählten unter anderem Avedon, Bill King und Diane Arbus. Ihre Rolle als Schlüsselfigur der Szene wird in Power of Print durch eine Sammlung von Kunstwerken, persönlichen Fotografien, Postkarten und Briefen von Mitstreiter*innen und Freund*innen wie Andy Warhol, Annie Leibovitz, Jacques-Henri Lartigue, Ray Johnson, Tomi Ungerer, Candy Darling und Gloria Steinem nachgezeichnet. Ihre von Natur aus kollaborative Arbeitsweise erhob das kommerzielle Editorial zu einer Kunstform.

    1972 schloss sich Feitler mit Gloria Steinem zusammen, um das feministische Magazin Ms. zu gründen. Durch den Einsatz von Leuchtfarben und Kompositionen, in denen sie Fotografie, Illustration und Typografie vermischte, belebte sie den Inhalt des Magazins auf zugleich ansprechende und kritische Weise. Kontoversen Botschaften verlieh ihr meisterliches Design zusätzlichen Nachdruck, während feministische Themen in den Mainstream eingehen konnten. Bei Ms. konnte Feitler frei über die visuellen Inhalte bestimmen – eine Freiheit, die ihre Karriere beflügelte. Auch heute noch ist das Magazin relevant, seiner Zeit voraus und ein Paradebeispiel für Feitlers eindrucksvolle, einflussreiche und unverwechselbare Ästhetik.

    Zwischen 1974 und 1980 gestaltete Feitler einige wegweisende Bücher, darunter The Beatles, Henri-Jacques Lartigues The Diary of a Century, Helmut Newtons White Women und Vogue: Book of Fashion Photography. Ihrer Überzeugung folgend, dass sich in einem modernen Buch Bild- und Wortgehalt die Waage halten sollten, handelte sie aus, dass sie neben den Autor*innen und/oder Fotograf*innen namentlich für die Gestaltung der Buch-Cover genannt werden und ein Honorar erhalten sollte. Darüber hinaus fungierte sie als leitende Grafikerin für Werbekampagnen von Calvin Klein, Halston, Max Factor, Diane Von Furstenberg, u.a., gestaltete Plattencover wie das des berühmten Rolling Stones-Albums Black and Blue und entwarf Poster und Kostüme für das legendäre Alvin Ailey American Dance Theater.

    1975 begann Feitler, auf Drängen Annie Leibovitz’ hin, für Rolling Stone zu arbeiten. Während ihrer sechsjährigen Zusammenarbeit mit dem Magazin gestaltete sie dessen Format zweimal um. Feitlers letztes Projekt war die Gesamtkonzeption der wiederbelebten Vanity Fair, deren Premierenausgabe sie zudem gestaltete.

    Die Ausstellung wurde ermöglicht durch die großzügige Unterstützung von Bruno Feitler. Andere Ausstellungen zu dem Werk von Bea Feitler wurden außerdem bei Between Bridges in Berlin und UKS in Oslo gezeigt, beide 2017, und ko-kuratiert von Marte Eknæs and Nicolau Vergueiro. Wir danken Between Bridges für die großzügige Bereitstellung einer Vielzahl an Leihgaben und Eugen Ivan Bergmann für seinen Beitrag zum Ausstellungsdesign. Des Weiteren danken wir The Andy Warhol Museum, Pittsburgh für seine Leihgabe, sowie The New School Archives & Special Collections, New York, und dem Alvin Ailey American Dance Theater, New York für die Bereitstellung von zusätzlichem Material.

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    Mit freundlicher Unterstützung von:

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2018
  • Veranstaltung: Luzie Meyer und Johanna Odersky, 19.12.2018
    Luzie Meyer und Johanna Odersky, Cut-Up Veranstaltung, Kölnischer Kunstverein 2018, Foto: Simon Vogel
    Veranstaltungsprogramm zur Ausstellung Cut-Up: Film, Ausstellung und Performance von Luzie Meyer und Johanna Odersky

    Luzie Meyers Performances, Filme und Soundarbeiten bespiegeln zeitgenössische Bildproduktion und die Verstrickungen des „Ich“ in sich und mit seiner Umwelt. Luzie Meyers Performance The Flute, die am 28.3.2018 im Kunstverein aufgeführt wurde, dokumentierte sich aus sich selbst heraus. Die Probensituation um die Flötistin war auch die Handlung. Meyer und die Performer filmten sich gegenseitig. The Flute kehrt nun – mise-en-abyme – an den Ort ihrer Entstehung zurück und feiert als Filmarbeit ihre Premiere im Kunstverein. Johanna Odersky arbeitet in Skulptur und als Iku mit elektronischem Sound, um unterschiedliche Räume und Atmosphären aufzubauen und sie dann wieder einzureißen. Ihre Skulpturen schneidet sie aus Stahlplatten. Fragil wie auch flexibel greifen sie in jedem Raum, in dem sie gezeigt werden, anders aus. In ihrer Performance als Iku (live) sampelt Odersky melancholische Indie-Tracks. Assoziativ zusammengeschnitten und dicht verwoben, vermischen sie sich in Unschärfen abgleitend wie in einer Erinnerung. 

    Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt und wir weisen darauf hin, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

    Luzie Meyer, The Flute, 2018
    Johanna Odersky, Iku (live),
    organisiert von Juliane Duft

  • Veranstaltung: Bonnie Camplin, Starship Magazin, Eric D. Clark, 16.12.2018
    Starship #18
    Veranstaltungsprogramm zur Ausstellung Cut-Up: Filmscreening und Talk mit Bonnie Camplin, Starship Magazin, Record Release Musix’ Lost Its Colour mit Eric D.Clark
    (in englischer Sprache)

    Ein psychoakustisch urbanistischer Abend mit audiovisuellen Präsentationen von Starship, Bonnie Camplin und Eric D. Clark.

    Heygate for Life (2011), ein Film von Bonnie Camplin und Vortrag über Verbindungslinien zwischen Brion Gysin, John C. Lilly and Aug Tellez.

    Eine Preview der neuesten Ausgaben der Berliner Kunstzeitschrift Starship: #18 “Gibt es Communities, gibt es Geister? Lass dich testen!” mit den Herausgebern Ariane Müller, Nikola Dietrich, Gerry Bibby, Martin Ebner und Henrik Olesen. Videoarbeiten von Klara Liden, Calla Henkel & Max Pitegoff, Michele di Menna und Martin Ebner und eine Installation von Timothy Davies.

    Eric D. Clark präsentiert die EP Musix’ Lost Its Colour (2018) und das Musikvideo zum Track von Martin Ebner. Begleitet von einem Vortrag Etymological Deconstruction Cyclicals of Musix’ lost colour über Aspekte der Synästhesie und einer Soundinstallation von Jasmin Matthies und Dave Carbone (Caribic Residency).

    Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt und wir weisen darauf hin, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

  • Künstlergespräch, Screening: Marte Eknaes und Michael Amstad, 13.12.2018
    Michael Amstad und Marte Eknæs, People Mover, 2017, Filmstill, all rights reserved
    Veranstaltungsprogramm zur Ausstellung Cut-Up: A People Mover Evening - Filmscreenings von Marte Eknaes & Michael Amstad und Artist Talk mit Nikola Dietrich (in englischer Sprache)

    Die in der Ausstellung Cut-Up beteiligte Künstlerin Marte Eknæs präsentiert zusammen mit dem Filmemacher Michael Amstad einen Abend mit einem Programm bestehend aus drei Filmen. Das Programm entwickelt sich aus ihrer neuesten gemeinsamen Arbeit People Mover, 2017 (27 Min.), die Dokumentation, Found Footage und 2D/3D Animation kombiniert, um Konstruktion und Alltag in einer imaginären Stadt zu zeigen. Außerdem werden Blight, 1994-96 (14 Min.) von John Smith und From An Island Summer, 1983-84 (13 Min.) von Charles Atlas & Karole Armitage gezeigt. Die drei Filme benutzen unterschiedliche visuelle Sprachen und sind durch die Themen Stadtraum, Bewegung und Flexibilität miteinander verbunden. Das Programm ist eine Reise durch unterschiedliche emotionale Zustände und Atmosphären, die sich an der stringenten Erzeugung von Klanglandschaften und Musik durch jeden Film orientiert. Im Anschluss findet ein Artist Talk mit Nikola Dietrich statt.

    Wir weisen darauf hin, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

    Die Aufzeichnung der Veranstaltung finden Sie hier.

  • Lesung, Screening: Helene Hegemann und Deborah Schamoni, 07.12.2018
    Veranstaltungsprogramm zur Ausstellung Cut-Up: Lesung und Filme von Helene Hegemann und Deborah Schamoni

    Helene Hegemann, Schriftstellerin aus Berlin und Deborah Schamoni, Galeristin aus München, lesen Gespräche mit Psychologen aus diverser Gegenwartsliteratur (u.a. Tracys Tiger von William Saroyen).
    Dazu werden thematisch assoziativ YouTube-Videos gezeigt.

    Wir weisen darauf hin, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

    Mit freundlicher Unterstützung von Gaffel.

  • Veranstaltung: Kerstin Cmelka und Mario Mentrup, 04.12.2018
    Kerstin Cmelka und Mario Mentrup, Die Angreifbaren, Produktionsfoto: Eric Bell
    Veranstaltungsprogramm zur Ausstellung Cut-Up: Im Trailerpark der Angreifbaren - Ein Sideshow-Varieté zu dem Film Die Angreifbaren von Kerstin Cmelka und Mario Mentrup

    Zu ihrem Film Die Angreifbaren (Release: Anfang 2019) präsentieren die RegisseurInnen Kerstin Cmelka und Mario Mentrup passen zur Vorweihnachtszeit eine CHALLENGE, einen TRAILERPARK, GESCHENKE und ein MIKRODRAMA. Wetteinsätze können geboten werden! Zu Gast sind Rainer Knepperges (Die Quereinsteigerinnen) und Sven Heuchert (Dunkles Gesetz). Wir freuen uns auf Ihr Kommen!
    Blog zum Film Die Angreifbaren.

    Wir weisen darauf hin, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

    Die Aufzeichnung der Veranstaltung finden Sie hier.

    Mit freundlicher Unterstützung von Gaffel.

  • Performance: Ellen Yeon Kim und Mark von Schlegell, 30.11.2018
    Ellen Yeon Kim, 2018
    Veranstaltungsprogramm zur Ausstellung Cut-Up: Radio Play / Performance von Ellen Yeon Kim und Mark von Schlegell, MUFA (Museum of Unfinished Art)
    40 min, in englischer Sprache

    Museum of unfinished Art (MUFA) ist eine Science-Fiction-Geschichte, die von Mark Schlegell aus “cut-ups” konstruiert wurde, wird von Ellen Yeon Kim und Mark von Schlegell in dramatischer Lesung, Ton und Projektion präsentiert. Kim und von Schlegell trafen sich 2012 in Schlegell’s Pure Fiction-Seminar in der Städelschule in Frankfurt. Seitdem haben sie an zahlreichen Performances und Theaterproduktionen gearbeitet und haben Ko-Regie bei der von Ellen Yeon Kim geschriebenen William Shakespeare-Interpretation Der Tempest geführt, die von Pure Fiction in der Kunsthalle Darmstadt 2017 aufgeführt wurde.

    Aufführung und Ko-Regie von Mark von Schlegell und Ellen Yeon Kim 
    Ton von Ellen Yeon Kim und Mark von Schlegell
    Film von Ellen Yeon Kim
    Text von Mark von Schlegell

    Mark von Schlegell (* 1967) ist seit den 1990er Jahren als Schriftsteller und Künstler / Performer / Produzent tätig. Seine Science-Fiction-Romane werden von Semiotexte veröffentlicht. Seine kürzeren Texte erscheinen in Kunstkatalogen, Zeitschriften und Filmen auf der ganzen Welt. Sein neuestes Literaturtheorie-Kunstbuch-Crossover Realometer Re-Loaded ist ab sofort bei Jan Kaps, Köln, erhältlich.

    Ellen Yeon Kim (* 1985) arbeitet als Künstlerin und Autorin / Übersetzerin. Die Mechanismen von Erzählung nutzend arbeitet sie gegen den Irrtum der von der Gesellschaft auferlegten Tugendhaftigkeit. Ellen arbeitet mit Video / Foto-Installationen, Sound, Poesie und Theater. Sie studierte an der Städelschule, in der Klasse von Peter Fischli und Simon Starling, absolvierte ihr Masterstudium und studierte an der Slade School of Art für ihren BA. Ihr zuletzt gemeldeter Standort ist unter https://ellenyeonkim.com verfügbar.

    Mit freundlicher Unterstützung von Gaffel.

  • Ausstellung: Cut-Up und Wolfgang Tillmans, 23.11. – 19.12.2018
    Motiv von Karl Holmqvist, 2018

    Eröffnung am 22. November 2018, 19 Uhr

    Cut-Up ist ein vierwöchiges Programm von Ausstellungen, Vorträgen, Musik, Performances, Screenings und einer Magazin-Präsentation. KünstlerInnen, MusikerInnen, Autoren, Verleger und ein internationaler Projektraum wurden eingeladen, den Kunstverein mit seinen unterschiedlichen Räumlichkeiten von Ausstellungshalle, Kino, Theatersaal und Studio mit einem aktiven und vielseitigen Programm zu beleben. Die Methode des Cut-Up bezeichnet eine von Brion Gysin und William S. Burroughs ins Leben gerufene Collage-Strategie des Zerschneidens und Neu-Arrangierens, um Texte, Bilder oder Sound von der ihnen zugewiesenen Bedeutung herauszulösen und sie einer anderen, variierenden (Bedeutungs-) Ebene zuzuführen. Die eingeladenen Gäste beziehen sich in unterschiedlicher Weise auf dieses Verfahren. So kann ein Format im Charakter einer „lebendigen Gesamtstruktur“ entstehen, das nicht statisch verweilt, sondern imstande ist, sich kontinuierlich zu verändern und im Wissen um die Vorläufigkeit das Gefühl des Moments verstärkt. So entsteht ein Ort des Zusammenspiels von regionaler und internationaler Interaktion und jede Präsentation befördert vielfältige Kollaborationen, Hybridisierungen und Performativität.

    Mit den Teilnehmenden:
    Michael Amstad, Marie Angeletti, Bonnie Camplin, Eric D. Clark, Kerstin Cmelka, Marte Eknæs, Helene Hegemann, Karl Holmqvist, Ellen Yeon Kim, Mario Mentrup, Luzie Meyer, Johanna Odersky, Deborah Schamoni, Mark von Schlegell, Starship, Rirkrit Tiravanija, Nicolau Vergueiro, Adrian Williams

    Sorry I’m Late. XOXO Echo
    Der Einladung des Kölnischen Kunstvereins folgend, organisiert der ehemals in Zürich ansässige Kunstraum Taylor Macklin eine Ausstellung zur Beschaffenheit und Interpretation von Räumen und deren Bedingungen.
    Mit: Der Alltag (Sensationen des Gewöhnlichen), Andrea Büttner, Nicolas Buzzi, Brice Dellsperger, Maya Deren, Ayasha Guerin, Eva Meyer & Eran Schaerf, Carissa Rodriguez, Ben Rosenthal & Flavio Merlo, Li Tavor, Miriam Yammad, Constantina Zavitsanos

    Wolfgang Tillmans
    Anlässlich der Gestaltung der Vereinsgabe 2018 richtet Wolfgang Tillmans eine Art Playback-Room in unserem Studio ein, um den Besuchern die Möglichkeit zu geben, seine Musik von der Langspielplatte zu hören. Für seine Vereinsgabe räumte er seinem fortwährenden Interesse an Musik einen Platz ein und produzierte eine Schallplatte, sowie Cover und Innentasche. Entstanden ist ein „Kehrschaufel“-Konzert für die A-Seite und eine Musik-Collage von selbst mitgeschnittenen Radio-Aufnahmen aus den 80er-und 90er-Jahren, außerdem ein eigener Song „The Future is Unwritten“ von 1985 für die B-Seite. 2014 konzipierte Tillmans bereits die dreiteilige Ausstellungsreihe Playback-Room in seinem non-profit Ausstellungsraum Between Bridges, den er im selben Jahr in Berlin wiedereröffnete, nachdem er seit 2006 in London beheimatet war. 2016 wurden Playback-Rooms im Lenbachhaus in München und 2017 innerhalb einer Einzelausstellung von Wolfgang Tillmans in der Tate Modern eingerichtet.

    Veranstaltungen
    22. November 2018
    19 Uhr
    Eröffnung der Ausstellung mit Einführung von Nikola Dietrich

    23. November 2018
    15 bis 17 Uhr
    Politics and Space Workshop mit Ayasha Guerin
    organisiert von Taylor Macklin
    (in englischer Sprache)
    19 Uhr
    Filmscreening: Rirkrit Tiravanija, Karl’s Perfect Day, 2017, 94 min
    Lesung von Karl Holmqvist und Artist Talk mit Nikola Dietrich
    (in englischer Sprache)

    30. November 2018
    19 Uhr
    Eröffnung der Jahresgaben-Ausstellung 2018
    21 Uhr
    Radio Play und Performance: Ellen Yeon Kim & Mark von Schlegell,
    MUFA (Museum of Unfinished Art), 40 min

    4. Dezember 2018
    19 Uhr
    Im Trailerpark der Angreifbaren: Ein Sideshow-Varieté zu dem Film Die Angreifbaren (Release Anfang 2019)
    mit Kerstin Cmelka & Mario Mentrup.
    Gäste: Rainer Knepperges und Sven Heuchert

    7. Dezember 2018
    19 Uhr
    Lesung und Filmscreening: Helene Hegemann & Deborah Schamoni

    13. Dezember 2018
    19 Uhr
    Filmscreenings:
    Marte Eknaes & Michael Amstad, A People Mover Evening
    & Artist Talk mit Nikola Dietrich (in englischer Sprache)

    16. Dezember 2018
    19 Uhr
    Magazin-Launch: 20 Jahre Starship, Berlin, 18. Ausgabe
    Filmscreening und Talk mit Bonnie Camplin;
    Record Release Musix’ lost its colour mit Eric D. Clark

    19. Dezember 2018
    19 Uhr
    Filmscreening: Luzie Meyer, The Flute, 2018
    Ausstellung und Performance: Johanna Odersky,
    organisiert von Juliane Duft

  • Veranstaltung: Rirkrit Tiravanija und Karl Holmqvist, 23.11.2018

    Veranstaltungsprogramm zur Ausstellung Cut-Up: Karl’s Perfect Day – Filmscreening von Rirkrit Tiravanija (2017, 94 min), Lesung von Karl Holmqvist und Artist Talk mit Nikola Dietrich
    in englischer Sprache

    Mit dem Film Karl’s Perfect Day portraitiert der Künstler Rirkrit Tiravanija den Künstler und Poeten Karl Holmqvist in seiner Vorstellung eines perfekten Tages vom Aufstehen bis zum Schlafengehen. Seit den 1990er-Jahren arbeitet Holmqvist mit Text und seiner visuellen Präsentation auf Plakaten, in Wandzeichnungen, in Installationen, Videos oder Lesungen. Er kreuzt Fragmente aus Songs, politischen Pamphleten, Literatur und einzelne Buchstaben als kleinste Einheit von Text, um Bedeutungen zu verschieben und Mehrdeutigkeiten herzustellen. Ähnlich zu seinen Arbeiten ist der Film eine Collage von Menschen, Orten, Geräuschen und Texten – ein Tag ohne extravagante Ansprüche, aber mit Momenten von kleinem Glück.

    Die Aufzeichnung der Lesung finden Sie hier.
    Die Aufzeichnung des Künstlergesprächs finden Sie hier.

    Mit freundlicher Unterstützung von Gaffel.

  • Workshop: Ayasha Guerin, organisiert von Taylor Macklin, 23.11.2018
    Bild aus: Der Alltag (Sensationen des Gewöhnlichen), Nr. 482, Thema: Warten!
    Veranstaltungsprogramm zur Ausstellung Cut-Up: Workshop Politics and Space mit Ayasha Guerin, im Rahmen von Sorry I’m Late. XOXO Echo, organisiert von Taylor Macklin, in englischer Sprache

    Im Rahmen der Ausstellung Cut-Up organisiert der ehemals in Zürich ansässige Kunstraum Taylor Macklin die Ausstellung Sorry I’m Late. XOXO Echo zur Beschaffenheit und Interpretation von Räumen und deren Bedingungen.

    Im Workshop Politics and Space lädt Ayasha Guerin die Teilnehmenden ein, mittels sozialer und kommunikativer Praxis und anhand möglicher Szenarien – u.a. Shared Socioeconomic Pathway Narratives – gemeinsam Räume für Interventionen in unserer imaginären Zukunft zu schaffen. Ayasha Guerin ist eine in New York City lebende Künstlerin und Wissenschaftlerin. Sie befasst sich mit Themen der Stadtökologie, Gemeinschaft und Sicherheit im öffentlichen und privaten Raum. Derzeit ist sie Fellow of Urban Practice am Urban Democracy Lab der New York University.

    Mit freundlicher Unterstützung von Gaffel.

  • Künstlergespräch: Julien Ceccaldi, 09.09.2018
    Portrait Julien Ceccaldi, Foto: HejiShin, Copyright House of Gaga Mexico City

    mit der Präsentation von japanischen Animationsfilmen (in Engl.)

  • Veranstaltung: Filmscreenings während der Ausstellung Solito von Julien Ceccaldi, 8.9. – 11.11.2018

    Do 20.9., 18 Uhr
    Kunihiko Ikuhara, La Fillette Revolutionnaire Utena, 1999 (OmU, dt. UT)

    Di 25.9., 18 Uhr
    Catherine Breillat, Barbe Bleue, 2009 (OmU, engl. UT)

    Do 11.10., 18 Uhr
    Catherine Breillat, La Belle Endormie, 2011 (OmU, engl. UT)

    Do 18.10., 18 Uhr
    Mori Masaki, The Door into Summer, 1975 (OmU, engl. UT)

    Do 25.10., 18 Uhr
    Catherine Breillat, 36 Fillette, 1988 (OmU, engl. UT)

    Mi 7.11., 18 Uhr
    Chantal Akerman, Golden Eighties, 1986 (35mm-Film, OmU, dt. UT)
    mit einer Einführung von Juliane Duft

  • Einzelausstellung: Julien Ceccaldi – Solito, 8.9. – 11.11.2018
    Julien Ceccaldi, Ankündigungsmotiv zur Ausstellung Solito im Kölnischen Kunstverein 2018

    Ausstellungseröffnung am Freitag, 7.9.2018, 18.00 Uhr
    Lesung aus dem Comicbuch Solito von Julien Ceccaldi (in englischer Sprache), 21.00 Uhr
    mit anschließenden Snacks und Drinks in Kollaboration mit Okey Dokey II

    In der ersten umfassenden Ausstellung Solito von Julien Ceccaldi, die in einer zweimonatigen Vorbereitung vor Ort im Kölnischen Kunstverein produziert wurde, entspinnt sich ein Märchen um die gleichnamige Hauptfigur – einem lüsternen, jungenhaften 30-jährigen Mann, der es unerträglich findet, noch Jungfrau zu sein und gewillt ist, sich jedem hinzugeben. Der Plot ist inspiriert von bekannten Erzählungen, so beispielsweise von Die Schöne und das Biest, Blaubart oder Nussknacker und Mausekönig, in denen sich die Protagonistinnen am Ende in den hässlichen Mann verlieben und sich Sexualität durch Macht und Gewalt manifestiert. Das Einzige wiederum, was Solito von der unansehnlichen, schnell beendeten Liebe bleibt, ist ein kurzes Souvenir des Glücks, das schnell verblasst.
    Das Elend wird in dem von Ceccaldi im Rahmen der Ausstellung publizierten Comicbuch noch umso augenscheinlicher geschildert. Was als ein Traum über sein eigenes unfähiges Handeln interpretiert werden kann, geht die titelgebende Figur Solito darin so weit, sich mit dem Tod selbst einzulassen. Er folgt Oscar, einem Soldaten, der, aus einer mystischen Welt kommend, nicht viel mehr ist als „ein Kadaver, eine leere Schale, auf den sich seine Fantasien stürzen“ (J. Ceccaldi). Solito wird seltsam ambivalent dargestellt: Verzweifelt auf der Suche nach Partnerschaft und Geborgenheit, agiert er zugleich masochistisch, in dem er seine wahre Bestimmung, nämlich für immer zurückgewiesen zu werden, selbst orchestriert. Er spielt mit dem Tod wie man mit Puppen spielen würde, und träumt von ewiglich andauernden Kaffeekränzchen in Gesellschaft von Skeletten, während er sich zur gleichen Zeit unterbewusst wünscht, dass sie sich gegen ihn wenden. Indem er ihr Vertrauen missbraucht, wird er am Ende unweigerlich in die reale Welt auf einen Bürgersteig zurückgeworfen – ein Verweis auf die Geschichte Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern von Hans-Christian Andersen, einer der wohl prominentesten Märchenschreiber.
    Als direkte Vorlage für Solitos Charakterzüge dienen Ceccaldi denn auch intime Details über dessen Leben, nach denen bekannt ist, dass Andersen keinerlei sexuelle Beziehungen zu Frauen oder zu Männern unterhielt und sich stattdessen nach jeder Begegnung intensiver Selbstbefriedigung hingab. Beschrieben als kindlich und liebestoll, galt er innerhalb der Kopenhagener Elite des 19. Jahrhunderts als Außenseiter und Alleingänger, so dass er am Ende seiner Tage alleine und einsam starb. Seine Original-Märchen waren pervers und morbide; seine leidenden Heldinnen starben oft eines qualvollen Todes. Spätere Adaptionen seiner eher tragischen Geschichten, die meist ohne Happy End ausgingen, wurden später umgeschrieben.
    Weitere ästhetische sowie konzeptuelle Bezüge lassen sich vor allem in der Animationserie Die Revolution des Mädchens Utena (1997) von Kunihiko Ikuhara und den Manga The Rose of Versailles (1972) oder Oniisama E (1975) von Riyoko Ikeda finden, in denen Symbole des Märchens, Androgynität und unausweichliche Schicksale mit modernen Kontexten und zeitgenössischen thematischen Auseinandersetzungen kombiniert werden. Die Ausstellung übernimmt von diesen Werken auch den freizügigen Umgang, Mythen von verschiedenen Orten und über verschiedene Epochen hinweg, vom Mittelalter, zum 19. Jahrhundert, bis in unsere Zeit, miteinander zu verweben.
    Diese Ausgangspunkte bilden den referentiellen Rahmen für die im Comic Solito etablierten Figuren und ihr Umfeld, die innerhalb und außerhalb der Ausstellungsräume auf verschiedene Oberflächen transferiert sind: als animierte Videoloops, Skulpturen, digitale Zeichnungen oder als Malereien auf Plastik. Anders als noch auf den Buchseiten folgen die Werke in der Ausstellung keiner konstanten linearen Narration mehr. Inspiriert von der Cel-Art, einer Technik, die für Animationsfilme genutzt wurde, um Hintergründe von den Vordergründen losgelöst zu zeichnen, entstehen Bilder unterschiedlicher Stimmungen durch Überlagerungen, Verschiebungen oder Trompe-l’œil-Effekte. Sie zirkulieren um die Figur Solito herum, der sich die Besucher in der Ausstellungshalle mit ihrer eigenen Körperhaftigkeit annähern. In einer Art kaleidoskopischer Fragmentierung, in der sich dieselbe Figur, oder Aspekte derselben in kleinen Variationen wiederholen – ähnlich wie sich auch Identität aus vielen Einzelteilen zusammensetzt -, ist sie imstande Gefühle von Eitelkeit, Leid und Beengtheit, aber auch Momente emanzipatorischer Befreiung hervorzurufen.

    Zur Ausstellung ist das Comicbuch Solito von Julien Ceccaldi erschienen. (36 Seiten, hrsg. von Nikola Dietrich, September 2018). Es kann für € 12 (Mitglieder € 8 ) erworben werden.

    Julien Ceccaldi wurde 1987 in Montreal, Kanada, geboren und lebt in New York. Einzelausstellungen umfassen u.a. Human Furniture, Beach Office, Berlin (2017); Gay, Lomex, New York, NY (2017), und King and Slave, Jenny’s, Los Angeles, CA. Er nahm in jüngerer Zeit an Gruppenausstellungen teil wie z.B. Painting Now and Forever 3, Greene Naftali, New York, NY; An Assembly of Shapes, Oakville Galleries, Ontario, Canada; oder The Present in Drag, 9th Berlin Biennale for Contemporary Art, Berlin.

    Mit freundlicher Unterstützung von

    Weiterer Dank an Gaga, Mexico City / Los Angeles & Jenny’s, Los Angeles

    Veranstaltungsprogramm:

    SEPTEMBER
    Fr 7.9., 21 Uhr
    Lesung aus dem Comicbuch Solito
    von Julien Ceccaldi (in Engl.)

    Sa 8.9., 16 Uhr
    Führung durch die Ausstellung mit Juliane Duft

    So 9.9., 19 Uhr
    Artist Talk mit Julien Ceccaldi
    mit der Präsentation von japanischen Animationsfilmen (in Engl.)

    Do 13.9., 17 Uhr
    Führung durch die Ausstellung mit Jasmin Werner

    Do 20.9., 17 Uhr
    Führung durch die Ausstellung mit Nikola Dietrich

    Do 20.9., 18 Uhr
    Film im Kino
    Kunihiko Ikuhara, La Fillette Revolutionnaire Utena, 1999 (OmU, dt. UT)

    Di 25.9., 18 Uhr
    Film im Kino
    Catherine Breillat, Barbe Bleue, 2009 (OmU, engl. UT)

    So 30.9., 15 Uhr
    Führung durch die Ausstellung mit Jasmin Werner

    OKTOBER
    Do 11.10., 17 Uhr
    Führung durch die Ausstellung mit Juliane Duft

    Do 11.10., 18 Uhr
    Film im Kino
    Catherine Breillat, La Belle Endormie, 2011 (OmU, engl. UT)

    Do 18.10., 18 Uhr
    Film im Kino
    Mori Masaki, The Door into Summer, 1975 (OmU, engl. UT)

    So 21.10., 15 Uhr
    Führung durch die Ausstellung mit Jasmin Werner

    Do 25.10., 17 Uhr
    Führung durch die Ausstellung mit Jasmin Werner

    Do 25.10., 18 Uhr
    Film im Kino
    Catherine Breillat, 36 Fillette, 1988 (OmU, engl. UT)

    NOVEMBER
    Sa 3.11., 18 Uhr – 2 Uhr
    Museumsnacht 2018
    Führungen durch die Ausstellung und SOLITO BAR:
    Anime-Filmscreenings, Karaoke & japanische Snacks
    in Zusammenarbeit mit dem Bistro Kombu (Düsseldorf-Benrath)

    Mi 7.11., 17 Uhr
    Führung durch die Ausstellung mit Nikola Dietrich

    Mi 7.11., 18 Uhr
    Film im Kino
    Chantal Akerman, Golden Eighties, 1986 (35mm-Film, OmU, dt. UT)
    mit einer Einführung von Juliane Duft

    Mit freundlicher Unterstützung des Filmclub 813

  • Veranstaltung: Aus- & Vortragen – Albrecht Fuchs, 27.6. – 1.7.2018
    Albrecht Fuchs, João Maria Gusmão & Pedro Paiva, Düsseldorf 2018
    31 Portraits - Buchpräsentation und Ausstellung von Albrecht Fuchs

    Mit 31 Portraits präsentiert der Kölnischer Kunstverein eine neue Publikation und Ausstellung des in Köln lebenden Fotografen Albrecht Fuchs. Die dabei im Zentrum stehenden Aufnahmen zeigen Künstler, die zwischen 2014 und 2018 im Kölnischen Kunstverein Ausstellungen und Performances realisiert haben. Die Serie bietet somit einerseits eine partielle Dokumentation der vielfältigen Aktivitäten der Institution und vermittelt andererseits einen Eindruck von den Personen, die in den letzten Jahren als Autoren für die Werke und Präsentationen verantwortlich gezeichnet haben. Mit dem Projekt verabschiedet sich Moritz Wesseler vom Kölnischen Kunstverein, den er in den vergangenen fünf Jahren in seiner Funktion als Direktor erfolgreich geleitet hat.

    Eintritt frei

    Mit freundlicher Unterstützung von:

  • Performance: Aus- & Vortragen – Gerrit Frohne-Brinkmann, 20.06.2018
    Gerrit Frohne Brinkmann, Roy & Siegfried (Detail), 2018
    Roy & Siegfried

    Gerrit Frohne-Brinkmann (*1990) untersucht in seinen Werken die Geschichte des Menschen anhand seiner Unterhaltungskultur. In seinen Installationen, Skulpturen und Performances spürt er Attraktionen, Shows und populären Aufführungsformaten nach, nutzt ihre Erscheinungsformen, Effekte und Mechanismen und unterwandert diese gleichzeitig. Sein Interesse gilt dabei dem unmittelbaren Unterhaltungswert, den er aus Illusion, Zauberei und Film, aber auch aus den Naturwissenschaften extrahiert und in die bildende Kunst überführt. So lieh er für eine seiner Installationen Mumien aus einem Filmrequisiten-Fundus aus, die im Kunstraum einerseits fast belebt und schutzlos wirken, andererseits auch bei näherer Betrachtung ihre extreme Künstlichkeit offenbaren.

    Für die Veranstaltungsreihe Aus- & Vortragen hat Gerrit Frohne-Brinkmann die Performance Roy & Siegfried entlang der Biografie des für Tigershows bekannten Magier-Duos entwickelt. Persönliche Erinnerungen und öffentliche Bilder der beiden Entertainer verschmelzen in einer Aufführung, die ihren selbst konstruierten Mythos in einer weiteren unzuverlässigen Erzählebene erfahrbar werden lässt. Die Magie von Schein und Sein – schon immer Teil von Kunst als Nachahmung der Realität – multipliziert wie enthüllt sich in Frohne-Brinkmanns Performance.
    Aus- & Vortragen wird kuratorisch betreut von Juliane Duft.

    Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

    Mit freundlicher Unterstützung von:

  • Performance: Aus- & Vortragen – Isabella Fürnkäs, 13.06.2018
    Isabella Fürnkäs, Hide and seek, 2010-2018
    The Boomerang Effect

    Mit ihrer Kunst unternimmt Isabella Fürnkäs (*1988 in Tokio) den Versuch, eine Brücke zwischen den Hervorbringungen des digitalen Zeitalters und der vermeintlich alten Welt, in der die Körperlichkeit noch eine Rolle spielt, zu schlagen. In Zeichnungen, Collagen, Performances, Videoarbeiten und Rauminstallationen zeigt sie diese Gegenwart als unübersichtliches Dickicht von Oberflächen, das nur schwerlich durchdrungen werden kann, da sich immer weitere Ebenen auftun. In ihren zarten Aquarellen aus Kaffeeflecken zeigen sich beispielsweise hautfarbene Anlitze, die wie Masken mit unklarem Dahinter wirken – Hide & Seek. Letztlich verbirgt sich hinter all den Schichtungen auch nicht selten das Nichts.

    In der zweiteiligen Performance The Boomerang Effect (2018), die sie im Rahmen von der von Juliane Duft kuratorisch betreuten Reihe Aus- & Vortragen präsentiert, klingt Kommunikation wie ein Echo, das von Wort-Fassaden zurückschallt. Man erahnt menschliches Begehren und emotionale Fragilität hinter ihnen, wie sie sich ebenso in den sonstigen Arbeiten von Fürnkäs offenbaren.

    Performer: Nikolas Brummer, Jan Seevetal, Christiana Cott Negoesco und Isabella Fürnkäs

    Die Performance findet in englischer Sprache statt. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

    Mit freundlicher Unterstützung von:

  • Veranstaltung: Aus- & Vortragen – Alexey Vanushkin, 09.05.2018
    Alexey Vanushkin, Alphabet, 2017, Filmstill
    Are we entertainment? - Eine Präsentation von Alexey Vanushkin

    Ausgehend von Bildern und Texten aus Popkultur, Werbung und Literatur sowie persönlichen Materialien untersucht Alexey Vanushkin mit seinen Filmarbeiten und -installationen existenzielle Themen wie die Suche nach Sinn und Glück. Beispielsweise treffen in der Arbeit W. (2018) verheißungsvolle Werbebilder auf Liedzeilen der Band Joy Division. 
    Demgegenüber scheint der Film Alphabet (2017), in dem gefundenes Bildmaterial eine Abfolge von Begriffen illustriert, die Tragik des menschlichen Zusammenlebens zu katalogisieren. Die Arbeiten pendeln zwischen beinahe kitschigen, emotionalisierenden Momenten und einer trocken-distanzierten Auseinandersetzung mit den Untiefen und Absurdititäten des Daseins. Auf den ersten Blick sind sie ähnlich verführerisch wie unsere mediale Umwelt. Andererseits werfen sie den Betrachter auch immer wieder auf seinen privilegierten, von gesellschaftlichen Idealbildern geprägten Blickwinkel zurück.

    Vanushkin, geboren 1988 in Russland, wird im Rahmen seines Vortrags anhand von einigen seiner filmischen Arbeiten eine allgemeine Einführung in seine Praxis geben. Aus- & Vortragen wird kuratorisch betreut von Juliane Duft. 

    Die Präsentation findet in englischer Sprache statt. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

    Mit freundlicher Unterstützung von:


  • Einzelausstellung: Alex Da Corte – THE SUPƎRMAN, 20.4. – 17.6.2018
    Alex Da Corte, Ankündigungsmotiv zur Ausstellung The Superman im Kölnischen Kunstverein 2018

    Das künstlerische Schaffen von Alex Da Corte, geboren 1980 in der US-amerikanischen Stadt Camden, umfasst Malereien, Skulpturen, Installationen sowie Filme, anhand derer er die Bedingungen sowie die Verworrenheit menschlicher Wahrnehmung und die damit verbundenen Reaktionen untersucht. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Komplexität der heutigen Konsumwelt und deren Verflechtungen mit sozialen, kulturellen und politischen Sphären. So lassen sich in seinem Werk die Auseinandersetzung mit Begrifflichkeiten wie Begehren, Hoffnung oder Sehnsucht genauso ausmachen, wie mit den Termini Abhängigkeit, Entfremdung oder Verlorenheit. Ausgangspunkt seiner Hervorbringungen sind zumeist Objekte und Szenerien aus seinem persönlichen wie auch aus dem allgemeineren gesellschaftlichen Umfeld, die er durch Modifikationen, Perspektivwechsel oder kontrastreiche Gegenüberstellungen in Kunstwerke transformiert, die kraftvoll an alle Sinne appelliert.

    Im Zentrum der Präsentation von Alex Da Corte stehen vier filmische Arbeiten, die in der großen Halle des Kölnischen Kunstvereins zu einer eindringlichen Installation verquickt sind. Dabei handelt es sich bei den Filmen um das 2013 entstandene Werk TRUƎ LIFƎ sowie um die 2017 realisierte, dreiteilige Arbeit BAD LAND. Trotz der unterschiedlichen Entstehungsjahre haben beide Formulierungen denselben Ausgangspunkt, der eng mit einer persönlichen Erfahrung des Künstlers verbunden ist. So wurde ihm vor einigen Jahren von einem Freund ein Foto zugesandt, das ihn angeblich vor Leonardo da Vincis Mona Lisa im Pariser Musee du Louvre zeigen sollte, obwohl die Aufnahme in Wirklichkeit den US-amerikanischen Rapper Eminem festhielt. Diese, durch eine gewisse Ähnlichkeit begründete Verwechslung bewog Alex Da Corte dazu, sich mit dem weltbekannten Musiker und mit dessen Alter Ego Slim Shady auseinanderzusetzen, der in der Vergangenheit immer wieder dafür in der Kritik stand, Gewalt zu verherrlichen und schwulen- sowie frauenfeindlich zu sein. Ihn interessierte die Frage, was Eminem als Person ausmacht, welche Psychologie sich mit ihr verbindet und wie sie sich wohl in einem privaten Umfeld gebärden würde. Seine Beschäftigung mündete schließlich in der Arbeit TRUƎ LIFƎ, für die er in die Rolle des Rappers schlüpfte, indem er sich die Haare blond färbte, entsprechende Kleidungsstücke anzog und dessen Habitus annahm. Bezugnehmend auf die Dokumentation 66 Scenes From America des dänischen Filmemachers Jørgen Leth, in welcher der Pop-Art-Künstler Andy Warhol einen Hamburger isst, zeigt TRUƎ LIFƎ den von Alex Da Corte gespielten Eminem beim Verzehr von Frühstückscerealien der in Nordamerika weitverbreiteten Marke life. Die Einfachheit, die die dargebotene Szene trotz aller kompositorischer Raffinesse aufweist und die die simplen Handlungen von Künstlern wie Bas Jan Ader, Gilbert & George oder Bruce Nauman ins Gedächtnis ruft, steht im Gegensatz zu dem Glanz und Ruhm sowie dem Drang und der Drastik, die der Rapper verkörpert. Eminem wird von Alex Da Corte mehr als Mensch, denn als unerreichbare und unbesiegbare Berühmtheit dargestellt, wobei durch die beiläufige, aber dennoch spürbare Platzierung einer Packung Cinnamon Life mit dem Werbebild eines afro-amerikanischem Jungen als lockender Blickfang erweiternd auch soziopolitische Aspekte spürbar werden.
    Die drei Bad Land-Filme, die Alex Da Corte als zusammenhängendes Werk konzipiert hat und die mit ihrem Titel auf das als Badlands bekannte Problemviertel in Philadelphia verweist, in dem sich das Atelier des Künstlers befindet, führen die in TRUƎ LIFƎ thematisierten Gedanken weiter fort. Der erste Film zeigt den Musiker in einem in zwei Bereiche untergliederten Setting, das mit seinen klaren, einheitlichen Rot- und Gelbtönen an eine poppige Variante von Ellsworth Kelly oder Blinky Palermo denken lässt. In der knapp elfminütigen Sequenz ist der Protagonist damit beschäftigt einen chaotischen Haufen von älteren laystation-Controllern zu entknoten, um sie sodann vor sich auf einem tischartigen Unterbau ordentlich aufzureihen. Für Alex Da Corte fungiert die gezeigte Handlung als Sinnbild für Angst, Macht und Kontrolle, wobei durch die Banalität der Szene erneut mit dem generellen Bild von Eminem gebrochen wird.
    Der zweite Film der Bad Land-Serie verweist demgegenüber wesentlich deutlicher auf die Gepflogenheiten eines Rappers. So zeigen die von atmosphärischen Klängen untermalten Bilder, wie der Musiker mit selbstgebauten Pfeifen und Wasserpfeifen Cannabis raucht. Hierbei überrascht, wie perfekt, künstlerisch und humorvoll die Rauchinstrumente aus unterschiedlichen Alltagsgegenständen gestaltet sind, ohne an Funktionstüchtigkeit einzubüßen. Im Zuge des Konsums scheint der Raucher insofern dann auch in einen tranceartigen Zustand zu verfallen, der von einem tiefen Lachen und intensivem Husten begleitet wird, was auf einen Mangel an Routine zurückzuführen zu sein scheint.
    Der dritte und letzte Film der Bad Land-Folge, zeigt den Rapper schließlich bei der wohl ungewöhnlichsten Handlung. Vor einem grauen Hintergrund und begleitet von nicht eindeutig zuordenbaren Geräuschen und Tönen, ist der gespielte Eminem damit beschäftigt, zunächst seine Haare mit hellgelbem Senf einzufärben, indem er sie damit beschmiert. Im weiteren Verlauf des Films setzt er sich dann eine aus Papier gefertigte Krone eines Schnellrestaurants auf, die immer und imme wieder mit der Würzpaste eingerieben wird, obwohl sie bereits deutliche Spuren der Bearbeitung zeigt. Das für Macht stehende Symbol, das sich insbesondere in der Hip-Hop-Kultur großer Beliebtheit erfreut, wird somit nicht nur mit den Auswüchsen der Konsumgesellschaft in Verbindung gebracht, sondern ebenfalls mit spürbarem Witz in Frage gestellt. Dass der Rapper zum Ende der Sequenz mehr und mehr den Verstand zu verlieren scheint, kann in diesem Zusammenhang kaum verwundern, verbinden sich doch mit einem Herrschaftssymbol wie einer Krone doch immer auch die Angst, Macht zu verlieren, während Fast-Food-Ketten nicht selten für verführerische Illusionen stehen.
    Die Auseinandersetzung mit psychologischen Parametern, wie sie sich sowohl in den Bad Land-Filmen als auch in TRUƎ LIFƎ offenbart, repräsentiert eine nicht unwesentliche Triebkraft für das Schaffen von Alex Da Corte, in dem sich die herkömmlichen Grenzen zwischen den verschiedenen Gattungen aufzulösen scheinen. Sie lässt sich nicht zuletzt auch an der Ausstellung THE SUPƎRMAN nachvollziehen, in deren Rahmen die Filme in eine komplexe Architektur eingebettet sind, die mit einer bemerkenswerten Intensität mit der Wahrnehmung und den Emotionen des Rezipienten spielt. So wird man nicht nur von der skulpturalen Präsenz der Filme, sondern ebenfalls von der malerischen Wirkung der Einbauten überwältigt, die irgendwo zwischen Pop Art und Surrealismus zu einem berauschenden Gesamtkunstwerk verschmelzen, das Erinnerung an Albträume genauso wachruft wie an Disneyland.

    Alex Da Corte hatte unter anderem Einzelausstellungen im New Museum in New York (2017), in der Secession in Wien (2017), im Massachusetts Museum of Contemporary Art, North Adams (2017), im Boijmans Van Beuningen in Rotterdam (2015) sowie im Institute for Contemporary Art in Philadelphia (2015). Zudem war er an Gruppenausstellungen im Whitney Museum of American Art in New York (2017), im Louisiana Museum of Modern Art in Humlebæk (2016) sowie an der Biennale in Lyon (2015) beteiligt.

  • Einzelausstellung: Walter Price – Pearl Lines, 20.4. – 17.6.2018
    Walter Price, Ankündigunsmotiv zur Ausstellung Pearl Lines im Kölnischen Kunstverein 2018

    Walter Price wurde 1989 in Macon, im US-amerikanischen Bundesstaat Georgia geboren und lebt heute in der multikulturellen Weltstadt New York. Das mehrheitlich kleinformatige Werk des Künstlers lässt sich in Gemälde und Zeichnungen untergliedern, in denen er sich mit persönlichen Emotionen und Erfahrungen, gesellschaftlichen Konventionen sowie historischen Entwicklungen auseinandersetzt. Seine visuellen Formulierungen zeigen in der Regel Innen- oder Außenräume, die von Objekten, Lebewesen, Zeichen, Symbolen und Formen besetzt sind. So finden sich in den Arbeiten Verweise auf Gliedmaßen, Figuren, Palmen, Hüte, Sofas, Pissoirs und Autos genauso wie die Umrisse von Architekturen oder Vegetation. Dabei sind diese Bildelemente, die sich mal mehr und mal weniger deutlich dechiffrieren lassen, nicht immer in eine klare Beziehung zueinander gebracht, so dass eine Form von Narration zwar spürbar, aber nicht fassbar wird. Dieser Umstand wird nicht zuletzt auch dadurch unterstützt, dass der Amerikaner in seinen Kompositionen auf herkömmliche Ordnungsmuster verzichtet, Hierarchien unterwandert und Perspektiven aufhebt, was den Malereien und Zeichnungen eine ungewöhnliche Anmutung verleiht, die gelegentlich auf die schöne Einfachheit sowie den Purismus von Bildern von Kindern verweist.

    Gelegentlich lassen sich in den Werken von Price ebenfalls Buchstaben und Schriftzüge ausmachen, wobei diese Setzungen zumeist nur angeschnitten oder teilweise verdeckt sichtbar sind, so dass sie nicht auf eine unmittelbare Lesbarkeit angelegt zu sein scheinen und eher wie das Echo eines verbalisierten Gedankens daherkommen. Als weiteres Merkmal vieler Arbeiten von Price kann deren intensive Farbigkeit angesehen werden, die auf einen virtuosen Umgang mit der Palette zurückzuführen ist. Zudem kennzeichnet eine große Zahl der Formulierungen ein erhöhtes Interesse für die Materialität der verwendeten Werkstoffe, was sich sowohl an einem stark gestischen und damit haptisch spürbaren Farbauftrag sowie an der Sichtbarlassung der Mal- und Zeichengründe nachvollziehen lässt. Dabei kann in der starken, expressiven Farbigkeit, wie auch in dem spezifischen Umgang mit den Arbeitsmitteln ein bewusste Auseinandersetzung mit den Vertretern der klassischen Moderne in Europa, wie auch mit den Spätausläufern der US-amerikanischen Nachkriegskunst gesehen werden, wobei der Künstler trotz aller Bezugnahmen mit Souveränität eine eigene Sprache formuliert.

    Im Rahmen der Ausstellung im Kölnischen Kunstverein soll das Schaffen von Price erstmals umfassender in Deutschland vorgestellt und gewürdigt werden. Dabei sollen sowohl ältere als auch neuere Werke in den Fokus rücken, die durch ortsspezifische Wandmalereien und -zeichnungen eine Ergänzung finden. Zudem soll das Schaffen durch einen umfassenden, zweisprachigen Katalog erläutert werden, der die Präsentation in Köln begleitet und dokumentiert.

    Gefördert von:

  • Performance: Aus- & Vortragen – Luzie Meyer, 28.03.2018
    The Flute

    Luzie Meyer (geboren 1990 in Tübingen) realisiert im Rahmen ihrer künstlerischen Praxis Performances, Filme sowie Klangarbeiten. Ein besonderer Fokus ihrer Arbeit liegt auf der Psychologie des Menschen mit all ihren Bezügen zur Umwelt.

    In der für den Kölnischen Kunstverein produzierten Performance The Flute (2018) fungiert der Riphahn-Saal gewissermaßen als Bühne für die Proben zu einem neuen Film von Luzie Meyer. Die Darbietung gliedert sich in fünf Akte, wobei ein Ensemble, bestehend aus einer Erzählerin, einer Flötistin, einer Kamerafrau sowie einer Souffleuse, in Erscheinung tritt. In Echtzeit projizierte Filmbilder verdoppeln die Handlung dabei in den Raum. Fiktion und Realität verweben sich.
    Aus- & Vortragen wird kuratorisch betreut von Juliane Duft.

    Performer: Lisa Gutscher (Souffleuse), Emma LaMorte (Kamerafrau), Luzie Meyer (Erzähler), Theresa Patzschke (Flötistin)

    Die Performance findet in englischer Sprache statt. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

    Mit freundlicher Unterstützung von:

  • Performance, Screening: Aus- & Vortragen – Henning Fehr & Philipp Rühr, 07.03.2018
    Henning Fehr und Philipp Rühr, Studio Visit, 2017, Filmstill, Courtesy die Künstler

    Studio Visit

    Henning Fehr (geboren 1985 in Erlangen) und Philipp Rühr (geboren 1986 in Brühl) arbeiten an dokumentarisch anmutenden Filmen, in denen sie zugleich als Beobachter und Protagonisten agieren. In ihnen erforschen sie Orte und Sphären, die soziale Identitäten konstituieren und mit denen sich utopische Verheißungen am Rand unserer kapitalistischen Lebenswelt verbinden: der Kunstmarkt, Kulturinstitutionen wie Museen oder auch Techno-Clubs und Musik-Festivals. Lässt man sich auf den langsamen Rhythmus der Filme ein, wird in Zwischentönen die Komplexität der gesellschaftlichen Konstrukte wahrnehmbar, die sich mit den unterschiedlichen Phänomenen verbinden. Fehr und Rühr scheinen auf der Suche nach dem Originären und Ursprünglichen in der westlichen Kultur. Im Rahmen ihrer Ausstellungen erweitern sie die Filme durch Skulpturen, Malereien und Texte zu einem Zusammenspiel unterschiedlicher “Stimmen” im Raum.

    In einer für den Kölnischen Kunstverein ausgearbeiteten Performance präsentieren die ehemaligen Atelierstipendiaten des Kölnischen Kunstvereins Auszüge der Filme Studio Visit (2016) und Empty Village (2017). Dabei werden die Bewegtbilder auditiv kommentiert, sodass Fehr und Rühr den Modus einer klassischen Filmvorführung unterwandern.
    Aus- & Vortragen wird kuratorisch betreut von Juliane Duft.

    Die Performance findet in deutscher und englischer Sprache statt. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

    Mit freundlicher Unterstützung von:

  • Führung: Kuratorenführung durch die aktuelle Ausstellung mit Moritz Wesseler, 28.02.2018

  • Einzelausstellung: Talia Chetrit – Showcaller, 17.2. – 25.3.2018
    Talia Chetrit, Ankündigungsmotiv zur Ausstellung Showcaller im Kölnischen Kunstverein 2018

    Das fotografische Werk von Talia Chetrit, die 1982 in Washington D.C. geboren wurde, zeichnet sich durch eine bemerkenswerte kompositorische Raffinesse und visuelle Kraft aus, die mit einer stringenten Programmatik einhergeht. Ihr Schaffen umfasst Selbstbildnisse, Portraits von Familienmitgliedern, Liebhabern und Freunden, Akte, Stillleben sowie Stadtlandschaften, die in unterschiedlichen Ausprägungen immer wieder bewusst gewählte Bezüge zur Kunstgeschichte erkennen lassen. Zudem selektiert die Künstlerin gelegentlich Aufnahmen aus einem Fundus, der während ihrer Jugend entstand, und überführt diese Relikte früherer Zeiten im Zuge von Bearbeitungsprozessen in ihre heutige Praxis.
    Unabhängig von dem jeweiligen Sujet und von den Vorgehensweisen bei der Bildgenese, liegt ein wesentliches Augenmerk ihres Interesses auf der Erforschung und Offenlegung der gesellschaftlichen, konzeptuellen sowie technischen Rahmenbedingungen der Gattung Fotografie. Dabei ist ihre Arbeit von dem Bestreben durchdrungen, die physischen und historischen Beschränkungen der Kamera zu kontrollieren, ihr manipulatives Potential mitzudenken und das Verhältnis von Fotograf und Motiv zu hinterfragen.

    Die Ausstellung Showcaller, die Chetrit eigens für den Kölnischen Kunstverein konzipiert hat, umfasst eine Gruppe von mehrheitlich neuen und überarbeiteten Werken, welche die Grundgedanken ihrer Praxis exemplarisch vor Augen führen. So beinhaltet die Präsentation eine umfangreiche Serie von unbetitelten Fotografien, die unterschiedlich bevölkerte und belebte Straßen der Weltstadt New York zeigt. Durch die starke Beschneidung der Motive und die sichtbare Körnung der vergrößerten Bilder, werden Stadt und Menschen zu einem unbekannten, abstrahierten und fremd wirkenden Geflecht von Körpern, dem die Künstlerin ihre eigenen, manipulierten Erzählungen auftragen kann. Dieser Umstand wird nicht zuletzt dadurch beflügelt, dass Chetrit die Aufnahmen aus größerer Entfernung durch die Fenstergläser verschiedener Gebäude anfertigte und dabei, trotz aller Fokussierung, in einer Distanz verharrt.
    Im Rahmen der Ausstellung stehen dieser Werkfolge Fotografien gegenüber, die eine stark konträre Inhaltlichkeit vermitteln und durch die unübersehbare Offenbarung privater Momente von einer ausgeprägten Nähe und Intimität durchdrungen sind. So zeigt ein großformatiges Diptychon die Künstlerin mit ihrem Lebensgefährten beim Liebesspiel, wobei sich keiner der beiden Akteure, die vor dem Hintergrund einer blühenden Landschaft gezeigt sind, dem strengen Blick der Kamera bewusst zu sein scheint. Dabei ist man als Betrachter durch das gewundene Kabel des Fernauslösers mit der Szene derart verbunden, dass wir einmal mehr an unseren Anteil an der Konstruktion von Bildern erinnert werden.

    Talia Chetrit wurde 1982 in Washington D.C. geboren und lebt heute in New York. In der jüngeren Vergangenheit war sie u.a. an Einzel- und Gruppenausstellungen im Whitney Museum of American Art in New York (2016), Art Gallery of Ontario in Toronto (2016), im LAXART in Los Angeles (2014), im Palais de Tokyo in Paris (2013), im Studio Voltaire in London (2013) und im SculptureCenter in New York (2012) beteiligt. 2018 wird sie im Rahmen einer Präsentation im MAXXI Museo nazionale delle arti del XXI secolo in Rom erstmals einer breiteren Öffentlichkeit in Italien vorgestellt. 

    Gefördert von:

    Das Ausstellungsprojekt wird mit großem Engagement begleitet und unterstützt von
    Andra Lauffs-Wegner & KAT_A

  • Einzelausstellung: Adriano Costa – wetANDsomeOLDstuff VANDALIZEDbyTHEartist, 17.2. – 25.3.2018
    Adriano Costa, Ankündigungsmotiv zur Ausstellung wetANDsomeOLDstuff VANDALIZEDbyTHEartist im Kölnischen Kunstverein 2018

    Innerhalb eines Zeitraums von annähernd zehn Jahren hat Adriano Costa ein Werk geschaffen, das eine Brücke zwischen der südamerikanischen und europäischen Kunst schlägt, künstlerische Bewegungen wie den Neoconcretismo oder die Arte Povera aktualisiert und ihnen eine neue Dimension verleiht. Auf Basis von vorgefundenen Materialien und Objekten des Alltags fertigt der 1975 geborene Brasilianer Assemblagen, Skulpturen, Malereien und Filme, die er in seinen Ausstellungen zu raumgreifenden Installationen derart zusammenschließt, dass sich bühnenartige Szenerien ergeben, die mit „Environments“ verglichen werden können. Dabei sind die Arbeiten zumeist Resultat umfassender und zeitintensiver Recherchen, die Costa an seinen jeweiligen Aufenthaltsorten betreibt. So durchstreift er gleich einem neugierigen und aufgeschlossenen Tourist seine verschiedenen Forschungsgebiete, wobei er neben den bekannten Hauptwegen, insbesondere den weniger im Fokus stehenden oder übersehenen Pfaden innerhalb der urbanen, aber auch ländlichen Kontexten folgt. Sein Interesse gilt ethnologischen, soziologischen und historischen Entwicklungen und Phänomenen, die er zum Gegenstand seiner Werke macht, ohne allerdings die präzisen Praktiken eines Wissenschaftlers anzuwenden. Für Costa fungieren die unterschiedlichen Themen und Fragestellungen gewissermaßen als Vehikel für seine poetischen und nicht selten humorvollen Formulierungen, die er aus den Fundstücken, Mitbringseln und Objekten der jeweiligen Streifzüge und Untersuchungen bildet.
    Zur Vorbereitung der Ausstellung im Kölnischen Kunstverein hielt sich Costa für einen längeren Zeitraum im Rheinland auf, um die gesellschaftlichen und historischen Bedingungen wie auch die städtebaulichen und landschaftlichen Zusammenhänge zu erkunden und zu erforschen. Im Rahmen der Präsentation stehen insofern weniger ältere, als neuere Werke im Vordergrund, die in den verschiedenen Räumlichkeiten der Institution – der zentralen Ausstellungshalle, dem Kabinett im Untergeschoss sowie im Kino – zu einer ortsspezifischen Installation verquickt sind. Dabei verbindet sich mit dem ausgesproch facettenreichen Projekt das Bestreben, Parallelen wie auch Gegensätze zwischen der europäischen und südamerikanischen Gesellschaft herauszuarbeiten, um das Bewusstsein für das Leben in einer globalisierten Welt zu schärfen.

    Gefördert von:

    Das Ausstellungsprojekt wird mit großem Engagement begleitet und unterstützt von
    Andra Lauffs-Wegner & KAT_A

2017
  • Veranstaltung: Aus- & Vortragen – Claus Richter, 06.12.2017
    Advent mit Claus Richter. Ein Licht im Dunkeln
    Weihnachtsaufführung – Ein Licht im Dunkeln

    Dieses Jahr wird der Kölner Künstler Claus Richter die Theorie, die er in den letzten Jahren in seinen Weihnachtsvorträgen im Kölnischen Kunstverein über die Geschichte und das Erscheinungsbild des Weihnachtsfestes erarbeitet hat, in die Praxis umsetzen. Mit eigenen und traditionellen Geschichten und Liedern, einem selbstgeschriebenen Weihnachtsspiel, einem speziellen Bühnenbild und vielen kleinen Überraschungen wird Richter am Nikolaustag die Bühne des Kölnischen Kunstvereins in ein Weihnachtswunderland verwandeln.

    Mit freundlicher Unterstützung von:

  • Künstlergespräch, Screening: Aus- & Vortragen – Ani Schulze, 29.11.2017
    Ani Schulze, Finding the fawn, Courtesy the artist
    Merchants Freely Enter

    Die Künstlerin Ani Schulze (*1982) erschafft in ihren Installationen, Filmen oder Zeichnungen visuelle Welten, in denen Geschichte und Geschichten nicht konventionell erzählt, sondern in traumartigen Bildern umkreist werden. Beispielsweise werden verlassene Architekturen oder kultivierte Landschaften mittels einer Kamera abgetastet, die sich dann in ihren Filmen in Form von rhythmischen Sequenzen langsam erschließen. Anhand der gezeigten Orte erkundet Schulze die (gescheiterten) Utopien der Moderne wie auch das Verhältnis von Mensch zur Natur. Vergangene und aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen untersucht sie anhand von neuester Medientechnik, wie beispielsweise Drohnen, und visuellen Formeln und Bildtraditionen, wie etwa der Landschaftsmalerei oder dem Comic.

    Im Rahmen der Veranstaltungsreihe AUS- & VORTRAGEN zeigt Ani Schulze die Arbeit Aerial Vortices (2015) und ihren neuesten Film Merchants Freely Enter (2017), der während ihrer Künstler-Residenz auf Schloss Ringenberg entstand. In diesem Kontext spricht sie über Gravitation, Vogelperspektiven, Camouflage, Robobirds, Picknicks, Kornfelder und Überwachungs-Panoramen.

    Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

    Mit freundlicher Unterstützung von:

  • Vortrag: Aus- & Vortragen – Thomas Wachholz, 15.11.2017
    Thomas Wachholz, Filmstill aus CMYK, 2012, 02:03 min; Courtesy the artist
    high-density

    Thomas Wachholz (* 1984, lebt und arbeitet Köln) untersucht in seinen formal reduzierten Werken die Rahmenbedingungen industrieller, handwerklicher und künstlerischer Produktion. Seine Arbeiten sind somit von konzeptuellen Gedanken durchdrungen und betonen dabei insbesondere die Bedeutung und Notwendigkeit von persönlicher Entscheidung und sozialer Interaktion. Die Praxis von Wachholz erinnert an die effiziente Strukturierung alltäglicher Arbeiten, deren Funktionalität und Monotonie ihn fasziniert. Für jede seiner Werkgruppen legt er einen Regelapparat fest, der Prozesse beschreibt, innerhalb derer Materialien, Substanzen oder auch Akteure miteinander reagieren. Beispielsweise reibt er die Farbe eines bedruckten Banners ab, erzeugt eine Zeichnung mittels Streichholz-Zündungen oder lässt von einem Plakateur ein Billboard kontinuierlich neu bekleben. Auch wenn die linearen Herstellungsprozesse unromantisch anmuten, liegt gerade in ihnen die Poesie der Arbeiten. In ihrem Verlauf gibt es kein Zurück – allerdings lotet Wachholz die Freiräume innerhalb der eigens auferlegten Rahmenbedingungen aus. Auf diese Weise zieht das Subjektive in die Arbeiten ein und wird in Details und Nuancen wahrnehmbar.

    Thomas Wachholz führt im Rahmen der Veranstaltung in seine Praxis ein und zeigt darüber hinaus eine eigens für den Kölnischen Kunstverein realisierte Installation, die in Zusammenarbeit mit Juliane Duft entwickelt wurde.

    Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

    Mit freundlicher Unterstützung von:

  • Vortrag: Aus- & Vortragen – Jonathan Monk, 08.11.2017
    Jonathan Monk, Ankündigungsmotiv zum Vortrag im Kölnischen Kunstverein 2017

    One Year

    Jonathan Monk (* 1969 in Leicester) wurde durch die Aneignung und Umformungen von Werken der Minimal und Conceptual Art oder auch der Postmoderne bekannt. Seit den Anfängen seines künstlerischen Schaffens, das mittlerweile zum festen Bestandteil der internationalen Szene zählt, zeichnen sich die Arbeiten durch einen analytischen Scharfsinn aus, der zumeist durch humorvolle Töne gebrochen wird. Dabei untersucht er in seinen Wandarbeiten, Zeichnungen, Skulpturen, Fotografien und Filmen den Begriff des Originals genauso wie den in der Kunstwelt vorherrschenden Personenkult oder die Aspekte Hommage sowie Referentialität. Stets verbindet sich mit den Werken von Monk die Zielsetzung, den Zitierten in respektvoller Weise Tribut zu zollen, wobei er deren Praxen genauso entmystifiziert. Immer wieder zeigt er in den Lücken, die seine Neuschreibungen, Umformungen und Verschiebungen aufmachen, auch das Persönliche als Motor der künstlerischen Produktion.

    Im Rahmen seines Vortrags One Year referiert der Brite über sein Werk, wobei ein besonderer Fokus auf die Produktionen der vergangenen zwölf Monate gelegt wird.

    Der Vortrag findet in englischer Sprache statt. Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

    In Kooperation mit Mélange:


    Mit freundlicher Unterstützung durch:

  • Künstlergespräch: Aus- & Vortragen – Matthias Sohr, 25.10.2017
    Matthias Sohr, Generational 2016, Courtesy der Künstler und ACUD gallery, Berlin, Foto: Eric Bell
    Installation und Künstlergespräch von und mit Matthias Sohr

    Matthias Sohr (* 1980) eignet sich Objekte und Zeichen aus Zwischenräumen des Alltags an, die oftmals übersehen werden. Treppenlifte, Stützgriffe, Leiterplatten und Sprache befreit er in seinen Installationen von ihrer eigentlichen Funktionalität, sodass sie sich ohne den Bezug zum menschlichen Körper als technisch kühl und “unheimlich” autonom zeigen. Ihre Formen wirken im Kontext eines Kunstraums ästhetisch reduziert, vielleicht sogar elegant. Da die Objekte auf ihren Umraum verweisen, liefern sie formal Referenzen an die Minimal Art. Als postminimalistische Setzungen werfen sie allerdings Schatten zurück auf die Orte ihres Gebrauchs. Die Beziehung von Objekt und Betrachter, menschlichem Körper und Technologie erhält mit ihrer psychologischen, emotionalen Dimension eine neue Erfahrbarkeit.

    Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Aus- und Vortragen, die kuratorisch von Juliane Duft betreut wird, führt Matthias Sohr durch seine Installation.

    Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird. Zudem möchten wie Sie darauf hinweisen, dass das Haus nicht barrierefrei ist. Lassen Sie uns insofern vorab wissen, ob wir Sie beim Besuch der Veranstaltung begleiten dürfen.

    Mit freundlicher Unterstützung durch:

    Ferner wird diese Veranstaltung unterstützt von:

  • Einzelausstellung: Cameron Jamie – Bodies, Faces, Heads, 21.10. – 10.12.2017
    Cameron Jamie, Untitled 2017 Courtesy Two Palms, New-York, Foto: David Regen

    Auftakt der Ausstellung: Freitag, 20.10.2017, 18–20 Uhr

    Mit Bodies, Faces, Heads präsentiert der Kölnische Kunstverein die erste institutionelle Einzelausstellung von Cameron Jamie in Deutschland. Das Werk des 1969 in Los Angeles geborenen Künstlers, der heute in Paris lebt, ist über einen Zeitraum von gut 25 Jahren entstanden und von enormer medialer Vielfalt: Es umfasst Holzskulpturen, Keramiken, Zeichnungen, druckgrafische Arbeiten, Fotografien, Filme, Künstlerbücher sowie musikalische Produktionen.

    Eines seiner zentralen Themen ist Identität als existenzielle Grundlage des Individuums, die durch soziale und anti-soziale Codes erzeugt wird. Jamies Blick auf randständige Realitäten und magisch-obskure Rituale, die die verdeckte Seite unserer Gesellschaft verkörpern, ist analytisch und immersiv zugleich: Jamie ist teils selbst geprägt von den Subkulturen, die er künstlerisch transformiert. Dabei ist sein Schaffensprozess alles andere als wissenschaftlich oder kühl kalkuliert – Jamie folgt einer spontanen, psychologisch inspirierten Formfindung, deren Ergebnis zutiefst persönlich ist und zugleich eine archaische, urtümliche Atmosphäre freisetzt. Statt um konkrete Bedeutungszusammenhänge geht es um Zustände des Seins und des Bewusstseins.

    Im Kölnischen Kunstverein werden fünf Werkgruppen von 2008 bis 2017 vorgestellt, die das Thema Körper und Natur umkreisen. Die Gruppe Smiling Disease (2008) besteht aus großformatigen Holzmasken, wie sie in der österreichischen Alpenregion Bad Gastein Tradition sind – Jamie fertigte sie gemeinsam mit einem professionellen Holzschnitzer an, der seine Zeichnungen re-interpretierte und ihnen einen groteskes, deformiertes Antlitz verlieh. Im zweiten Raum sind Keramiken der auf Metallsockeln ausgestellt: vom Künstler handgearbeitete, geisterhafte Körper, die im dritten Raum mit organisch fließenden Sockelformen verwachsen. Die direkte, kraftvolle Bearbeitung des Tons, die pulsierende Formenvielfalt der Figuren und die aufwändigen Glasuren lassen die Figuren wie fremde Wesen im Raum ein Eigenleben führen.

    An den Wänden hängen eine Serie von Keramikmasken, die sich mit ihrer Innenseite als eigentümliche, hohle Gesichter präsentieren, sowie Monotypien, die eine Vielfalt von floralen und figürlichen Assoziationen auslösen. Jede Papierarbeit ist ein Unikat und birgt mehrere Schichten von Zeichnungen und Farben – ein Merkmal, das Jamies Schaffensprozess generell widerspiegelt: Ausradieren, Überschreiben, Zerstören und Wiederansetzen sind elementare Grundzüge, der jeder seiner Arbeiten innewohnen.

    Cameron Jamie hatte u.a. Einzelausstellungen in der Kunsthalle Zürich in Zürich (2013), im Hammer Museum in Los Angeles (2010), im Musée des Beaux-Arts in Nantes (2009) sowie im Walker Art Center in Minneapolis (2006). Darüber hinaus war er an Gruppenausstellungen, wie “The Absent Museum” Wiels – Centre d’Art Contemporain in Brüssel (2017), der Biennale von Lyon (2015), der Berlin Biennale (2010 und 2008) sowie der Biennale von Venedig (2005) beteiligt. Im Kölnischen Kunstverein wurden Werke des Amerikaners erstmals im Rahmen der Ausstellung “Keine Donau: Cameron Jamie, Peter Kogler, Kurt Kren” präsentiert (2006). Ab dem 17. November zeigt er eine Einzelausstellung in dem Düsseldorfer Projektraum CAPRI.

    Gefördert vom

  • Sonderveranstaltung: 50 Jahre Kölner Architekturpreis, 23. – 27.9.2017
    (kap) 2017

    2017 feiert der Kölner Architekturpreis sein 50-jähriges Bestehen und wird zum dreizehnten Mal verliehen. Der kap gehört damit zu den ältesten deutschen Architekturpreisen. Er wird für vorbildliche Bauwerke (Neubau, Umbau, Ausbau), städtebauliche Anlagen, Freianlagen und Interventionen im öffentlichen Raum in Köln und Umgebung verliehen. Diese finden sich nicht nur bei den prominenten Projekten, sondern in gleicher Weise bei den alltäglichen Bauaufgaben, die das Gesicht unserer Städte und Landschaften prägen. Sowohl die Leistung der beteiligten Planern/innen als auch der verantwortungsvolle Part der Bauherren/innen wird gewürdigt. Die Auszeichnung soll dazu beitragen, das öffentliche Bewusstsein für Baukultur zu schärfen und die kulturelle Relevanz des Planens und Bauens zu verdeutlichen.

    Erstmals wurde der Kölner Architekturpreis 1967 vergeben. In jenem Jahr konnten sich Architekten und ihre Bauherren mit Gebäuden aus der Zeit des Wiederaufbaus, also seit 1945 bewerben. Seitdem umfaßt der Bewerbungszeitraum drei bis fünf Jahre.

    In der jüngeren Vergangenheit konnten ausgezeichnete Bauwerke Qualitätsmaßstäbe in der zeitgenössischen Architektur Kölns sowie weit über die Stadtgrenzen hinaus setzen. Genannt sei hier Kolumba, das von Peter Zumthor fertiggestellte Kunstmuseum des Erzbistums Köln. Es wurde nachfolgend mit dem BDA-Architekturpreis Nordrhein-Westfalen und der Großen Nike des BDA-Bundesverbands ausgezeichnet.

    Eine Besonderheit des kap ist sein Teilnehmerkreis. Auch Planer anderer Professionen können Arbeiten einreichen – selbst ausserhalb der Architektenschaft.

    Der Kölner Architekturpreis wird getragen vom BDA Köln, dem Kölnischen Kunstverein, dem Deutschen Werkbund NW sowie dem Architektur Forum Rheinland.

    Für den kap 2017 hat die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker die Schirmherrschaft übernommen.

    Zur Ausstellung aller Arbeiten möchten wir Sie herzlich einladen.
    23. – 27. 09. 2017 täglich von 11-18 Uhr, Eintritt frei.
    im Kölnischen Kunstverein
    Hahnenstr. 6
    50667 Köln

    www.koelnerarchitekturpreis.de

  • Sonderveranstaltung: OG OPEN, 10.09.2017

    Der Kölnische Kunstverein freut sich, anlässlich der DC Open 2017 sowie parallel zu den Offenen Ateliers der Stadt Köln seine Stipendiaten präsentieren zu können.

    Am 10. September werden in der Zeit von 12 bis 18 Uhr die folgenden Künstler im Rahmen von zehn kleinen Einzelausstellung vorgestellt:

    Albrecht Fuchs, Erika Hock, Jan Hoeft, Cameron Jamie, Stefanie Klingemann, Alwin Lay, Peter Miller, Ralph Schuster, Thomas Wachholz und Alex Wissel

    Der Eintritt ist frei. Es werden kalte und warme Getränke sowie Snacks gereicht.

  • Einzelausstellung: Sam Anderson – Big Bird, 1.7. – 10.9.2017
    Sam Anderson, Ankündigungsmotiv zur Ausstellung Big Bird im Kölnischen Kunstverein 2017

    Die 1982 in Los Angeles geborene Künstlerin Sam Anderson hat in der jüngeren Vergangenheit ein Werk entwickelt, anhand dessen sie – ausgehend von ihrer eigenen Biographie und den Geschichten ihres sozialen Umfeldes – die existenziellen Bedingungen des menschlichen Lebens erforscht. Der Schwerpunkt ihrer Praxis liegt auf Skulpturen und Installationen, wobei sie in regelmäßigen Abständen ebenfalls Filme realisiert. Dabei reichen die Arbeiten der mittlerweile in New York lebenden Künstlerin von narrativen Bildschöpfungen, bis hin zu nur schwerlich lesbaren und daher abstrakt anmutenden Formulierungen. So treffen in dem Schaffen von Anderson aus Epoxid-Ton geformte Figuren, wie etwa ein kniendes Mädchen, ein Reiter oder eine Fischerin, auf ephemere Materialcollagen, für die sie unterschiedliche, teilweise vorgefundene Stoffe und Objekte, wie Puzzleteile, Federn, Hölzer, Blumen oder Gräser, als Grundlage nutzt und diese nach bestimmten, aber nicht immer ergründbaren Kriterien strukturiert. Zwischen diesen beiden Extrema – den eindeutig auf Narration angelegten Plastiken und den kaum deutbaren Arrangements – sind Skelette von Tieren anzusiedeln, die ebenfalls zu ihrem Repertoire gehören und eine andere Dimension der Realität in ihr Schaffen übertragen.

    Unabhängig von der formalen Erscheinung der Skulpturen muss dem Verhältnis der Objekte zum Raum eine besondere Bedeutung beigemessen werden. Die Arbeiten sind darauf angelegt mit Proportionen zu spielen, wobei die umgebende Architektur als Maßstab fungiert. In diesem Zusammenhang erfährt jegliche Form von Monumentalität eine Negation, was nicht zuletzt auch durch die Fragilität vieler Werke unterstrichen wird. Für den Rezipienten bedeutet dieser Umstand eine kontinuierliche Vogelperspektive auf die Arbeiten, die Anderson in ihren Präsentationen zu komplexen Installationen verbindet. Durch das Zusammenspiel der Werke verhalten sich die Präsentationen der Amerikanerin wie inszenierte Landschaften. Gerade durch die Kombination und Verquickung der verschiedenartigen Werke evoziert sie besondere Wechselwirkungen und Spannungsverhältnisse, die den Arbeiten und Arrangements Leben einhauchen und einen erheblichen Anteil an ihrer faszinierenden Wirkung haben. Die Künstlerin erschafft Szenarien, die nicht nur genauso lebensnah wie lebensfremd erscheinen, sondern auch eine Erweiterung des Möglichkeitsspektrums der Skulptur bedeuten.

    Ein ähnliches Potenzial verbindet sich ebenfalls mit dem Filmen von Anderson, die erneut die Auseinandersetzung mit den Techniken der Collage erkennen lassen und für die sie eigene oder gefundene Aufnahmen, untermalt von Musik und Sprache, zu neuen Erzählungen zusammenfügt. Auch in diesen Werken werden traumartige Szenarien entworfen, die allerdings, im Gegensatz zu den Skulpturen und Installationen, noch wesentlich stärker im Hier und Jetzt verankert sind.

    Die Einmaligkeit ihres Schaffens hat Anderson in den letzten Jahren ein beachtliches Renommee eingebracht, sodass sie bereits einige wichtige Ausstellungsbeteiligungen verzeichnen kann. So hatte die Künstlerin Einzelpräsentationen im Rowhouse Project in Baltimore (2016), bei Tanya Leighton in Berlin (2015), bei Mother´s Tankstation in Dublin (2015), bei Between Arrival and Departure in Düsseldorf (2015) sowie bei Off Vendome in Düsseldorf (2014). Darüber hinaus war sie an Gruppenausstellungen, wie „ICHTS“ im Dortmunder Kunstverein (2016) oder „Greater New York“ im MoMA PS1 (2015) beteiligt.

    Für den Kölnischen Kunstverein hat Anderson eine komplexe Werkschau konzipiert, die sowohl ältere als auch neue Arbeiten umfasst, um auf diese Weise einen weiterreichenden Einblick in ihre Praxis zu ermöglichen. Neben der zentralen Ausstellungshalle sowie dem Kino werden ebenfalls die angrenzenden Kabinette des Kölnischen Kunstvereins genutzt, sodass ein Parcours durch die unterschiedlichen Erzählungen und Formulierungen von Sam Anderson möglich wird.

    Anlässlich der Ausstellung, die in Kooperation mit dem SculptureCenter in New York ausgerichtet wird, erscheint der erste Katalog der Künstlerin sowie eine unikatäre Edition.

    Das Projekt wird von der Kunststiftung NRW sowie von der Leinemann Stiftung gefördert.

  • Vortrag: Aus- & Vortragen – Honza Zamojski, 07.06.2017
  • Künstlergespräch, Screening: Aus- & Vortragen – Eva Kotátková und Noemi Smolik, 24.05.2017

    Der Justizmord an Jakob Mohr (CZ, 2016, Tschechisch mit englischen Untertiteln, 63 Min.) erzählt die Geschichte des psychiatrischen Patienten und Künstlers Jakob Mohr, der überzeugt war, dass seine Handlungen von seinem Arzt mit Hilfe einer mysteriösen Maschine kontrolliert wurden. Mohr stellte diese Maschine in vielen seiner Zeichnungen als einen Holzkasten dar, der Strahlen oder Wellen ausstrahlte, die durch seinen Körper gingen und die Kontrolle über ihn übernahmen. Die Zeichnung Justizmord (1909-1910) zeigt einen Prozess, der aus sich selbst widersprechenden Perspektiven dargestellt ist. Der viktimisierte Mohr erscheint in der Rolle des Angeklagten, und sein Arzt wird als Lauscher und Manipulator dargestellt, der die Maschine und die Institution des Gerichts beeinflusst. Mohr identifiziert viele getarnte Patienten und Ärzte, die seine Theorie der monströsen Verschwörung gegen ihn unterstützen. Die Zeichnung wird zum Schauplatz einer inszenierten Sitzung des Gerichts, in der Mohr als Künstler, Patient und Verbrecher dargestellt wird und in der nicht nur seine Visionen, sondern auch andere Motive und Figuren, die mit Art Brut in Verbindung gebracht werden, ihre eigene Existenzberechtigung beanspruchen. Mohr bietet uns einen Bericht über die Details des Gerichtsverfahrens, das in seinem Kopf stattfindet und in dem Fragmente aus der Außenwelt seiner Kranken- und Strafregisterauszüge auftauchen, sowie eine Analyse seiner Zeichnung unter dem Gesichtspunkt ihrer ästhetischen Qualitäten.

    Der Film und die Performance wurden in Zusammenarbeit mit Are | are-events.org kreiert und produziert und vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, der Stadt Prag, dem Kulturministerium der Tschechischen Republik und seinem Kulturfonds sowie PLATO – Plattform (für zeitgenössische Kunst) Ostrava / Stadtgalerie Ostrava und Trojhalí Karolina, Vereinigung juristischer Personen, unterstützt.

    Bitte beachten Sie, das die Veranstaltung gefilmt wird.

    Mit freundlicher Unterstützung durch:

  • Künstlergespräch, Performance: Aus- & Vortragen – Mary-Audrey Ramirez und Vince Tillotson, 17.05.2017
  • Screening: Aus- & Vortragen – Jan Bonny und Alex Wissel, 27.04.2017
    Aktuelle Arbeitsfassung eines filmischen Projekts

    Ein Tag, nachdem die deutsche Mannschaft die Fussballweltmeisterschaft 2014 gewann, steigt der Düsseldorfer Kunstberater Helge Achenbach ins Flugzeug zurück ins Rheinland. Unmittelbar nach seiner Ankunft wird er am Flughafen verhaftet. Ein gerissener Händler der Kunst, der das ganz große Rad gedreht hat, fällt: Glanz und Elend Westdeutschlands, Großkäufe, Provinz und die Sehnsucht des Aufsteigers. Heute sitzt er im Gefängnis. Hinter einer gewaltigen Posse des Kunstbetriebs taucht sofort eine noch größere Geschichte des Neoliberalismus auf – in Werken, Geistern und Körpern des Rheinlands. Die zentrale Frage: Wie wurde aus dem Beuys-Diktum “Jeder Mensch ist ein Künstler” die Ich-AG? Was geschah wirklich in den letzten 25 Jahren in Deutschland? Mit der SPD? Den Hoffnungen von 68? Der Kunst?

    Der Regisseur Jan Bonny und der Künstler Alex Wissel präsentieren dazu eine offene szenische Skizze – gewissermaßen als Aufforderung an Film- und Kunstbetrieb. Mit Matthias Brandt, Bibiana Beglau und Joachim Król als Kunstfiguren, die ganz im Sinne von Helmut Dietl nur einen Tick neben der Realität stehen. Und mit ihnen scheint die Möglichkeit einer großen Gesellschaftssatire auf. Oder wie es in einer Szene heißt: “Ich mach mir hier die Hände schmutzig, Josef. Für die soziale Plastik.”

    Den Trailer zum Filmprojekt finden Sie hier.

    Wir weisen darauf hin das die Anzahl der Plätze limitiert ist und dass es ratsam wäre mindestens 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn im Kölnischen Kunstverein ein Ticket zu lösen.
    Karten sind ausschliesslich an der Abendkasse erhältlich.

    Mit freundlicher Unterstützung durch:

  • Einzelausstellung: Avery Singer – Sailor, 27.4. – 11.6.2017
    Avery Singer, Ankündigungsmotiv zur Ausstellung Sailor im Kölnischen Kunstverein 2017, Foto: David Lieske

    Avery Singer, geboren 1987 in New York, hat in der jüngeren Vergangenheit ein Werk geprägt, das zu den kraftvollsten Beiträgen zur jüngeren Kunstgeschichte gezählt werden kann und der Gattung Malerei – gerade vor dem Hintergrund der sich wandelnden technischen Rahmenbedingungen – neue Impulse liefert. So produziert die Künstlerin anhand von 3D-Programmen wie SketchUp oder Blender virtuelle Bildwelten, die sich in ihrer formalen Erscheinung als einfache Animationen lesen lassen und damit unmittelbar auf ihren Ursprung verweisen. Diese Bildschöpfung überträgt Singer mittels einer Airbrush-Pistole auf zumeist großformatige Leinwände, sodass jegliche Form von Handschrift negiert wird. Das Resultat dieser Vorgehensweise sind visuelle Formulierungen, die stilistisch auf den französischen Kubismus sowie die Grisaillemalerei verweisen und somit in gewisser Hinsicht eine anachronistische Ästhetik zu proklamieren scheinen.
    Auf inhaltlicher Ebene thematisiert Singer gesellschaftspolitische Fragestellungen, wobei sie nicht selten auf humorvolle Weise insbesondere die Regeln und Rituale der Kunstszene in den Fokus rückt. So beschäftigt sie sich etwa mit dem Ablauf eines Atelierbesuches, der Rolle des Künstlers oder Direktors als Animateur, dem Dasein einer Muse oder dem Bild des Mäzens. Immer wieder finden sich in den Bildern von Singer zudem Anspielungen auf die großen Meister der Kunstgeschichte, durch die nicht zuletzt auch die konzeptuellen Aspekte ihres Schaffens eine Betonung erfahren.
    Dank der Einzigartigkeit ihres künstlerischen Schaffens war Avery Singer in den letzten Jahren bereits an zahlreichen internationalen Ausstellungen beteiligt: sie hatte Einzelpräsentationen in der Kunsthalle Zürich, im Hammer Museum in Los Angeles sowie im Stedelijk Museum in Amsterdam. Im Rahmen der Ausstellung im Kölnischen Kunstverein, die anlässlich der ArtCologne 2017, soll die Arbeitsweise der Künstlerin erstmals einem breiteren Publikum in Deutschland vorgestellt werden. Dabei umfasst die Ausstellung neben figurativen Kompositionen ebenfalls eine neue Werkgruppe, die stilistisch mit ihren bisherigen Arbeiten bricht und anhand derer Singer das weite Feld der Abstraktion erkundet.

    Mit freundlicher Unterstützung durch:

  • Einzelausstellung: Danny McDonald – The Beads & Other Objects, 27.4. – 11.6.2017
    Danny McDonald, The Beads That Bought Manhattan, 2013, Foto: ioulex

    Danny McDonald, geboren 1971 in Los Angeles, wurde als Mitglied des legendären Art Clubs 2000 bekannt, bei dem es sich um ein Künstlerkollektiv handelte, das 1992 von dem nicht minder geschichtsträchtigen New Yorker Galeristen Colin de Land begründet wurde und zu dem sieben Studenten von The Cooper Union School of Arts zählten. Im Rahmen ihrer Arbeit, die Fotografien, Installationen, Texte und Performances umfasste, untersuchte die Gruppe Phänomene wie die Gentrifizierung des urbanen Kontextes, die Strategien des Kunstmarktes oder die Psychologie der Modebranche. Dabei manifestierte sich in ihren Konzepten und Hervorbringungen ein grundlegendes Interesse für Institutionskritik, die nicht zuletzt als Reaktion auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen ihrer Generation zurückzuführen war.

    Das künstlerische Werk, das McDonald losgelöst von seinen Aktivitäten als Mitglied des Art Clubs 2000 entwickelt, ist geprägt von den Erfahrungen, die er während der 1990er Jahre sammelte, wobei sein heutiges Schaffen nicht nur eine andere Erscheinungsform aufweist, sondern ebenfalls eine neue Dimension beschreibt. McDonalds Praxis umfasst insbesondere Skulpturen und Filme, die sich gegenseitig ergänzen und befruchten und die sich im gegenwärtigen Kunstkontext durch eine große Souveränität auszeichnen. Für seine haptisch fassbaren Werke nutzt er überwiegend Spielzeugfiguren, gelegentlich allerdings auch andere Alltagsgegenstände, die er nach den Prinzipien der Assemblage-Technik derart miteinander verbindet, dass sich neue Sinnzusammenhänge und bislang nicht dagewesene Erzählungen ergeben. Das Bizarre und Skurrile, das den Arrangements aufgrund der Widersprüchlichkeit der verwendeten Objekte oftmals innewohnt, kann als eines der spezifischen Charakteristika der Skulpturen des Künstlers angesehen werden. An ihnen lässt sich das Bestreben nachvollziehen, mit ausgeprägtem Scharfsinn und Humor, einen Zerrspiegel vor gesellschaftliche wie auch soziopolitische Situationen zu setzen. In eine ähnliche Richtung weisen die filmischen Werke von McDonald, die in der Regel eine starke visuelle wie auch auditive Kraft aufweisen. Für diese Arbeiten bedient sich der Künstler verschiedener Alter Egos, die als Protagonisten der Filme in Erscheinung treten und durch surreal anmutenden Narrationen führen.

    Die Ausstellung The Beads & Other Objects, die im Kölnischen Kunstverein anlässlich der ArtCologne 2017 ausgerichtet wird, ist die erste Einzelpräsentation von Danny McDonald in einer europäischen Institution.

  • Vortrag: Aus- & Vortragen – Michael Sailstorfer, 15.03.2017
    Michael Sailstorfer, Installationsansicht Johann König 2017

    Michael Sailstorfer (* 1979 in Velden) wurde in den frühen 2000er Jahren mit Skulpturen, Installationen, Filmen und Fotografien bekannt, die sich durch einen feinsinnigen Humor sowie ein großes metaphorisches Potenzial auszeichnen. Ausgangspunkt vieler Arbeiten sind Situationen des Alltags oder gesellschaftliche und ökologische Probleme, die er dem Betrachter aus einem anderen Blickwinkel vor Augen führt. Als Beispiel für diese Praxis lässt sich etwa die Arbeit „Antiherbst“ anführen, für die er gegen Ende des Jahres 2012 die Blätter einer Esche einsammelte, diese lackierte und sie dann erneut an dem Baum befestigte. Für seine aktuelle Ausstellung in Berlin wiederum, ersetzte Sailstorfer die Motoren verschiedener Fahrzeuge durch handelsübliche Öfen, um das Verhältnis von Natur und Industrialisierung in den Fokus zu rücken.
    Im Rahmen seines Vortrags wird Sailstorfer, der seit 2015 im Kölner Skulpturenpark vertreten ist, einen Überblick über die verschiedenen Aspekte seines Schaffens geben.

    Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

    Mit freundlicher Unterstützung durch:

  • Performance: Aus- & Vortragen – Timo Seber, 08.03.2017
    Timo Seber, Screenshot des Künstlers aus Dota 2, 2017

    Die Performance des 1984 in Köln geborenen Künstlers Timo Seber, schließt an seine Ausstellung Twitch (GAK, Bremen, 2015) an. Seit diesem Projekt beschäftigt er sich eingehend mit der Welt des Computerspiels DOTA 2, das zu einem der weltweit populärsten E-Sports-Spielen gehört. Bei internationalen Turnieren können Spieler und Spielerinnen Preisgelder von bis zu 20 Millionen Dollar gewinnen. Gemeinsam mit Baumi, einem deutschen Youtuber und DOTA 2-Entuhisasten mit mehr als 110 Millionen Videoaufrufen, wird Seber den Besuchern seine Faszination für das Spiel näher bringen und den Einfluss auf seine künstlerische Arbeit in den letzten Jahren anschaulich demonstrieren.

    Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

    Mit freundlicher Unterstützung durch:

  • Performance: Aus- & Vortragen – Nora Turato, 22.02.2017
    Nora Turato, Performance im Bold Tendencies London 2015, Copyright Cargo Collection Ariel 2.0
    Show personality not personal items

    Nora Turato wurde 1991 in Zagreb, Kroatien geboren, studierte an der Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam und am Werkplaats Typografie in Arnheim. Nora Turato ist aktuell Stipendiantin der Reichsakademie in Amsterdam. In ihren Sprachperformances ruft die Künstlerin Nora Turato präzise Beobachtungen des Alltags auf. Über das künstlerisch gestaltete Sprechen eines Textes, über Rhythmus und Melodie der Sprache betont Nora Turato die Dringlichkeit ihrer soziokulturellen Themen, die stets auf das Hier und Jetzt bezogen sind. Dabei gleichen ihre Auftritte einer Tour de Force, druckvoll, provokativ und auf den Punkt gebracht. Turato stellt ab dem 11. Februar mit Your Shipment Has Been Dispatched im NAK Neuer Aachener Kunstverein aus.

    In Kooperation mit dem Neuen Aachener Kunstverein.

    Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

    Mit freundlicher Unterstützung durch:

  • Vortrag: Aus- & Vortragen – Kasper Bosmans, 15.02.2017
    Kasper Bosmans, Legend The Words and Days 2016, Courtesy the artist

    Kasper Bosmans, geboren 1990 in Belgien, zählt zu den erfrischendsten, jungen Positionen der belgischen Kunstszene. Er fertigt Tafelbilder, Wandmalereien, Skulpturen sowie Installationen, die häufig auf historische oder gegenwärtige Symbole, Wappen und Piktogramme Bezug nehmen. Dabei lässt sich in dem Werk Bosmans´ das Interesse für den Aspekt der Dekoration – im Sinne von Daniel Buren oder Niele Toroni – genauso wie für die flämische Malerei nachvollziehen. Im Rahmen seines Vortrags wird Kasper Bosmans erstmals in Deutschland einen Überblick über die verschiedenen Stränge innerhalb seines Werkes geben.

    Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

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  • Ausstellung: ars viva 2017 – Jan Paul Evers, Leon Kahane & Jumana Manna, 11.2. – 26.3.2017

    In diesem Jahr geht der ars viva-Preis für Bildende Kunst des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft an Jan Paul Evers (*1982), Leon Kahane (*1985) und Jumana Manna (*1987). Der Preis ist mit zwei Ausstellungen in namhaften Kunstinstitutionen in Deutschland sowie einer Künstlerresidenz auf Fogo Island (Kanada) verbunden. Die Künstler erhalten ein Preisgeld in Höhe von je 5.000 Euro, darüber hinaus erscheint eine Künstleredition und ein zweisprachiger Katalog im Verlag Sternberg Press.

    Der ars viva-Preis wird jährlich an junge, in Deutschland lebende Künstler vergeben, deren Arbeiten sich durch hohe künstlerische Qualität mit richtungsweisenden Positionen auszeichnen. In diesem Jahr wählte die Jury aus 51 vorgeschlagenen Künstlern zehn Finalisten aus, die ihre Arbeiten in ihren Ateliers und den KW Institute for Contemporary Art in Berlin präsentierten. Als ars viva-Preisträger 2017 wurden Jan Paul Evers, Leon Kahane und Jumana Manna gekürt.

    Jan Paul Evers arbeitet mit analogen Produktions- und Bearbeitungsprozessen der Fotografie. Aus bestehendem und selbst fotografiertem Material entstehen mithilfe verschiedener Entwicklungstechniken neue Arbeiten. Zentrale Bezugspunkte in Leon Kahanes Videoarbeiten, Fotografien und Installationen sind Themen wie Migration und Identität und die Auseinandersetzung mit Mehr- und Minderheiten in einer globalisierten Gesellschaft. Die Videoarbeiten und Skulpturen von Jumana Manna thematisieren sozialpolitische Fragestellungen, Machstrukturen sowie die Konstruktion von Identität.

    Mit freundlicher Unterstützung durch:

  • Einzelausstellung: Leidy Churchman – Free Delivery, 11.2. – 26.3.2017

    Der Künstler Leidy Churchman beschäftigt sich mit der Frage, wie in der heutigen Zeit, in der visuelle Stimuli eine Omnipräsenz aufweisen, Bilder wahrgenommen und verarbeitet werden. In diesem Zusammenhang fertigt Churchman, der 1979 in Villanova in dem US-amerikanischen Bundesstaat Pennsylvania geboren wurde, Malereien, die auf bereits existierenden Bildern vom „außergewöhnlichen Schrottplatz“ an visuellen Formulierungen basieren. So malt er die Werke anderer Künstler nach, nutzt Logos, Buchcover oder Werbeanzeigen als Vorlage oder nimmt auf fernöstliche Religionen oder folkloristische Kunst Bezug. Der Bilderkosmos, mit dem man in den Präsentationen von Churchman konfrontiert wird, wirkt daher oft vertraut, auch wenn sich die Gemälde in mehr oder minder großer Ausprägung von ihren Vorlagen unterscheiden.

    Für seine Einzelausstellung im Kölnischen Kunstverein, bei der es sich um seine erste institutionelle Präsentation in Europa handelt, hat Churchman eine neue Werkgruppe produziert, die auf den ersten Blick eine irritierende Heterogenität aufweist. So sticht in der Schau zunächst das großformatige Gemälde Standoff ins Auge, das zwei sich kreuzende Giraffen in hohem Gras zeigt. Während dieses Bild einigermaßen klar lesbar zu sein scheint, weist ein kleinformatiges Landschaftsbild mit dem Titel Faultless Aspect eher surreale Züge auf: erleuchtet von einem mächtigen Vollmond, ist auf einer tiefgrünen Wiese eine Art Netz ausgebreitet, das in Kombination mit zwei weißen Kopfkissen und einem Nachttisch zu einem Bett wird. Das Gemälde Peacocking, das von zwei rot-schwarzen, organisch anmutenden Formen sowie unzähligen, haptisch spürbaren Punkten dominiert wird, lässt keine eindeutige Erzählung erkennen und verweist auf das Feld der Abstraktion. Das Bild The Kitchen Sink wiederum, auf dem vor einem tiefblauen Hintergrund in weißen Buchstaben The Laundry Room lesbar ist, scheint die unmittelbare Übertragung eines Hinweisschildes in das Medium Malerei zu sein. Das Gemälde Mahakala nimmt demgegenüber auf die gleichnamige buddhistische Gottheit Bezug, wobei sich Churchman in dem Werk auf dessen signifikanten Mund beschränkt und diesen derart in eine grün-bläuliche Farb- und Formenkomposition einbindet, dass man den Eindruck hat, die Körperöffnung durch ein eigenartiges Guckloch zu erblicken. Die Verbindung zwischen all diesen unterschiedlichen Werken ist die gemeinsame, kaum noch erfassbare Welt, aus der Churchman Bilder wählt, um sie dem Betrachter mit einem anderem Tempo, Gefühl und Bewusstsein vor Augen zu führen. Dabei erschöpfen sich die visuellen Formulierungen des New Yorkers nicht in dem bloßem Transfer in die Gattung Malerei. Mit den Werken Churchmans verbindet sich ein nicht erklärbarer, geheimnisvoller Zauber, dem man sich nur schwerlich entziehen kann.

    Leidy Churchman lebt und arbeitet in New York. In der jüngeren Vergangenheit war er an viel diskutierten Themenausstellungen wie etwa Painting 2.0: Malerei im Informationszeitalter im Museum Brandhorst in München (2015) sowie im mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien (2016) beteiligt. Zudem präsentierte er in den letzten Jahren Werke im Whitney Museum of American Art in New York (2016), in der Kunsthalle Bern (2015), in der National Gallery of Denmark in Kopenhagen (2014) sowie im MoMA/P.S.1 in New York (2010). Im Jahr 2013 hatte Churchman eine Einzelausstellung in der Boston University Art Gallery, anlässlich derer die erste Monographie über sein künstlerisches Schaffen entstand.

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  • Künstlergespräch: Aus- & Vortragen – Jan Paul Evers, Leon Kahane, Jumana Manna & Gesine Borcherdt, 08.02.2017
    Leon Cahane, Untitled Motiv, 2017

    Im Rahmen der Reihe “Aus- & Vortragen” diskutiert die Journalistin Gesine Borcherdt (Blau – Ein Kunstmagazin) mit den diesjährigen ars viva-Preisträgern Jan Paul Evers, Leon Kahane und Jumana Manna über deren künstlerischen Arbeitsweisen sowie über die nationale und internationale Kunstszene.

    Jan Paul Evers: geboren 1982 in Köln, Studium der Freien Kunst, Hochschule für Bildende Künste Braunschweig bei Dörte Eißfeldt und Thomas Rentmeister. Einzelausstellungen u. a. in der Villa Stuck in München (2014) und der Galerie Max Mayer in Düsseldorf (2013).

    Leon Kahane: geboren 1985 in Berlin, Studium u. a. an der Ostkreuzschule für Fotografie in Berlin, Studium der Freien Kunst an der Universität der Künste Berlin bei Hito Steyerl und Josephine Pryde. 2016 umfassende Einzelausstellung in der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig, 2015 ausgezeichnet mit dem Kunstpreis Europas Zukunft.

    Jumana Manna: geboren 1987 in New Jersey, Design-Studium an der Oslo National Academy of the Arts, Studium der Ästhetik und Politik am California Institute of the Arts in Los Angeles. Einzelausstellungen u. a. in der Malmö Konsthall (2016), der Chisenhale Gallery in London (2015), der Kunsthall Oslo (2013) und dem Künstlerhaus Bethanien in Berlin (2013).

    Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

    Mit freundlicher Unterstützung durch:

  • Veranstaltung: Aus- & Vortragen – Jan Hoeft, 25.01.2017
    Buchpräsentation

    Jan Hoeft stellt im Rahmen von Aus- & Vortragen seine neue Publikation +4812 vor. Gemeinsam mit Kristina Scepanski (Westfälischer Kunstverein, Münster) wird der Künstler über das Buch, Fußball Hooligans, den öffentlichen Raum und Business-Kommunikation sprechen.

    +4812 beinhaltet Beiträge von Kris Dittel, Carla Donauer, Ben Kaufmann, Alexander Nowak, Aneta Rostkowska, Sławomir Shuty and Huib Haye van der Werf. Es erscheint im Verlag für Moderne Kunst, Wien und wurde von der Kunststiftung NRW gefördert. Gestaltung: Lisa Pommerenke

    Die gleichnamige Arbeit wurde auf Einladung von Aneta Rostkowska für die Bunkier Sztuki Art Collection in Krakau realisiert.

    Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

    Mit freundlicher Unterstützung durch:

2016
  • Vortrag: Aus- & Vortragen – Claus Richter, 07.12.2016
    Claus Richter, Weihnachtsvortrag, Kölnischer Kunstverein 2016
    Weihnachtsvortrag

    Vor einigen Jahren sprach Claus Richter im Kölnischen Kunstverein erstmals über die Geschichte des Weihnachtsfestes. Woher stammt der Weihnachtsbaum? Wer erfand den Weihnachtsmann? Wann wurde zum ersten Mal Weihnachten gefeiert? All diese Fragen wurden damals beantwortet. Dieses Jahr kehrt Claus Richter mit einem neuen Weihnachtsvortrag zurück. Ging es bei seinem ersten Vortrag noch um die historische Einordnung des Phänomens „Weihnachten“ , wird sich der Kölner Künstler dieses Jahr mit den Emotionen befassen, die die das ideelle Weihnachten als Erzählung weckt. Archaische Sehnsüchte nach Geborgenheit, Liebe, Zuwendung, Frieden und einer idealisierten magischen Welt sind die Elemente, aus denen sich Richters eigene Obsession mit Weihnachten nährt und er wird auch dieses Jahr mit Bildern, Filmen und Erzählungen den Weg durch verschneite Hütten, glitzernde Wälder und wohlige Stuben antreten, um zu erfahren, warum und wie das „Fest der Liebe“ so gut als Idealbild funktioniert.

    Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

    Mit freundlicher Unterstützung durch:

  • Künstlergespräch, Lesung: Aus- & Vortragen – John Tilbury, 23.11.2016
    The John Tilbury Tribute

    Lesung: John Tilbury liest aus Cornelius Cardew: A Life Unfinished
    Gespräch: John Tilbury und Felix Klopotek
    Ein wichtiger Baustein für die Ehrung Tilburys ist die Lesung aus Cornelius Cardew (1936–1981) a life unfinished mit einem anschliessenden Gespräch über die Verbindung von Musik und Politik sowie eine Einschätzung der aktuellen, gesellschaftlichen Entwicklungen durch John Tilbury im Kölnischen Kunstverein.
    Moderiert wird dieser Abend von dem Kölner Autor Felix Klopotek.

    John Tilbury ist mit Komponisten der Nachkriegsmoderne wie Christian Wolff, Earle Brown und Terry Riley befreundet. Auch mit Cornelius Cardew verband ihn eine Freundschaft, die 1959 begann und mit wegweisenden Gruppenprojekten wie AMM und dem Scratch Orchestra sowie in politischen Aktionen ihre Fortsetzung fand. Mit der Biographie Cornelius Cardew – A Life Unfinished hat John Tilbury eines der großen und außergewöhnlich detailreichen Werke über die Neue Musik ab Mitte des des 20. Jahrhunderts vorgelegt.

    Organisiert wird The John Tilbury Tribute von Prof. Dr. Heike Sperling und Marcus Schmickler.

    Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

    Die Aufnahme der Veranstaltung finden Sie hier.

    Mit freundlicher Unterstützung durch:

  • Künstlergespräch: Aus- & Vortragen – Anne Speier, 02.11.2016
  • Sonderveranstaltung: Museumsnacht im Kölnischen Kunstverein, 29.10.2016

    Mit so revolutionären Ausstellungen wie Happening und Fluxus schrieb der Kunstverein Geschichte. Am Puls der Zeit und eigentlich immer schon ein kleines Stückchen weiter, sucht die Kölner Institution auch heute noch das Neue. Aufstrebende, internationale Künstler stellen hier aus, inszenieren und performen.

    Nicht ganz Mensch, nicht Tier. Die Zeichenwesen der griechischen Künstlerin Christiana Soulou eröffnen geheimnisvolle Traumwelten, immer nah am Abgründigen. Die Griechin ist eine der bedeutendsten Vertreterinnen zeitgenössischer Zeichnung. Ihre Gestalten sind zumeist aus nur wenigen Linien gebildet und muten ausgesprochen zerbrechlich an, ihr Seelenleben scheint nach außen gekehrt.

    Programm
    19.00, 20.00, 21.00, 22.00, 23.00 Führung mit dem Kurator

    Die ersten 350 Besucher erhalten eine Überraschung von AESOP, sowie kostenlose griechische Trinkspezialitäten der MD Bar.

  • Einzelausstellung: Christiana Soulou – Sonnet to the Nile, 28.10. – 18.12.2016
    Christiana Soulou, In The Prison With The Birds, 1982, Kölnischer Kunstverein 2016

    Mit Sonnet to the Nile präsentiert der Kölnische Kunstverein die erste institutionelle Einzelausstellung von Christiana Soulou in Deutschland. Seit den frühen 1980er Jahren arbeitet die Künstlerin an einem zeichnerischen Werk, das zu den bemerkenswertesten Formulierungen im Bereich der Gattung gezählt werden kann. Im Zentrum des Schaffens der 1961 geborenen Athenerin stehen menschliche und tierische Wesen, die ohne Kontext, ohne Bezug zu einem Ort oder einer Zeit auf dem Papier in Erscheinung treten. Dabei sind die Zeichnungen derart zurückgenommen, dass sie sich nur im Zuge einer eingängigeren Betrachtung wahrnehmen lassen. Mehrheitlich sind die Schöpfungen Soulous monochrom – in Grau-, Blau- oder Rottönen – gehalten und nur gelegentlich sind ergänzende Kolorierungen auszumachen. Insgesamt bestechen die Arbeiten Soulous durch eine Feinheit und Präzision, die für altmeisterliche Zeichnungen und Stiche charakteristisch sind und die im heutigen Kunstgeschehen eine Rarität darstellen. In diesem Zusammenhang gilt es hervorzuheben, dass jede Linie, die Soulou mittels Blei-, Buntstift oder Aquarell zu Papier bringt, nicht nur als Resultat außergewöhnlicher handwerklicher Fähigkeiten angesehen werden kann; so ist es viel entscheidender, dass die Künstlerin selbst die geringfügigste Setzung mit hoher Intensität durchlebt, sich also in das darzustellende Wesen mit großem emphatischen Vermögen einfühlt. Die Linien sind insofern unmittelbarer Ausdruck physischer und psychischer Verfassungen, sodass die Erforschung der Bedingungen des Lebens als wesentliches Thema des Schaffens von Soulou angesehen werden kann.

    mit freundlicher Unterstützung durch:

  • Vortrag: Aus- & Vortragen – Sven Johne, 12.10.2016
    Sven Johne, The Long Way Home, 2016, VG Bild Kunst Bonn 2016, Courtesy: Klemm´s

    Sven Johne (*1976, lebt und arbeitet in Berlin) untersucht mit seinen Arbeiten sowohl vertraute als auch ungewöhnliche Situationen des Alltags: die Kaperung und Entführung von Containerschiffen, die Funktionsweisen von Häfen oder die Reise eines Wanderzirkus durch Deutschland. Dabei nutzt Johne Texte, Fotografien oder Filme, um die Ergebnisse seiner Recherchen zu präsentieren. Im Rahmen seines Vortrags wird der Künstler eine Einführung in sein Werk geben und eine Auswahl seiner Videoarbeiten präsentieren.

    Mit freundlicher Unterstützung durch:

  • Vortrag: Aus- & Vortragen – Peter Wächtler, 28.09.2016

    Peter Wächtlers Filme, Zeichnungen und Skulpturen verweisen auf surreale Bildwelten, die zwischen Tragik und absurder Komik pendeln. Dabei beziehen sich viele seiner Werke auf die Ästhetik von Comics oder Kinderbuchillustrationen, wobei die Vertrautheit oder Eingängigkeit der Bildschöpfungen bspw. durch die Integration von bizarren Textpassagen unterwandert wird. Das Resultat sind eindringliche Formulierungen, die den Betrachter gleich einem (Alb-)Traum aufrütteln. Der Vortrag im Kölnischen Kunstverein ist als grundlegende Einführung in das Werk des Künstlers konzipiert.

    Peter Wächtler (*1979 in Hannover, lebt und arbeitet in Brüssel) hatte Einzelausstellungen u. a. in der Chisenhale Gallery in London (2016), in der Renaissance Society in Chicago (2016) sowie im Westfälischen Kunstverein in Münster (2014).

    Die Aufzeichnung der Veranstaltung finden Sie hier.

    Mit freundlicher Unterstützung durch:

  • Künstlergespräch: Aus- & Vortragen – Johannes Wohnseifer und Susanne Zander, 07.09.2016
    Gespräch über Grenzbereiche der Kunst

    Johannes Wohnseifer (Künstler) und Susanne Zander (Delmes & Zander) im Gespräch über Produktion, Rezeption, Kuratieren und historische Kontextualisierung von Grenzbereichen der Kunst.

    Die Aufzeichnung der Veranstaltung finden Sie hier.

    Mit freundlicher Unterstützung durch:

  • Sonderveranstaltung: Offene Ateliers, 2. – 4.9.2016
    Alwin Lay, Frisch ausgepackt, 2016, Ankündigungsmotiv Offene Ateliers im Kölnischen Kunstverein 2016
    Albrecht Fuchs, Henning Fehr & Philipp Rühr, Selma Gültoprak, Erika Hock, Jan Hoeft, Stefanie Klingemann, Alwin Lay, Peter Miller, Ralph Schuster



    Öffnungszeiten der Ateliers
    Freitag: 2.9.2016, 19-21 Uhr
    Samstag: 3.9.2016, 12-18 Uhr
    Sonntag: 4.9.2016, 12-18 Uhr

    Der Kölnische Kunstverein freut sich, anlässlich der Offenen Ateliers 2016 sowie der DC Open den neuen Stipendiaten des Kölnischen Kunstvereins kleine Ausstellungen ausrichten zu können. So präsentieren neun Künstler, die 2015 von einer internationalen Fachjury bestehend aus Alexandra Birken, Christopher Williams sowie Johannes Wohnseifer gekürt wurden, in ihren Arbeitsräumen neue oder teilweise eigens für den Anlass realisierte Werke. Die Öffentlichkeit hat somit nicht nur die Möglichkeit, vielfältige Kunstwerke zu erleben, sondern ebenfalls herausragende Talente der rheinländischen Kunstszene kennenzulernen. Hier finden Sie mehr Informationen zu unserem Atelierprogramm.

    Die Offenen Ateliers 2016 sind eine Initiative der Stadt Köln und des BBK-Köln. Ein detailliertes Programm, sowie die verschiedenen Austragungsorte finden Sie unter www.offene-ateliers-koeln.de.

  • Performance: Aus- & Vortragen – Tobias Spichtig, 24.07.2016
    Tobias Spichtig, Die böse Farbe, Filmstill
    Die böse Farbe für den Kölnischen Kunstverein

    Das Werk von Tobias Spichtig (* 1982, lebt in Berlin und Zürich) lässt sich in Performances, Installationen, Bilder sowie Skulpturen untergliedern und befasst sich mit den Mythen unserer zeitgenössischen Gesellschaft. Spichtig setzt dabei nicht selten gefundene Materialien oder Objekte ein, die er mit geringen Eingriffen neu arrangiert und verändert. Die dabei entstehenden Erzählsprünge führen den Betrachter mitunter in düstere Gefilde.

    Im Rahmen der Performance Die böse Farbe für den Kölnischen Kunstverein wird der Künstler gemeinsam mit der Pianistin Theresa Patzschke ausgewählte Lieder interpretieren. Neben dem titelgebenden Stück Die böse Farbe, das von Wilhelm Müller geschrieben und von Franz Schubert vertont wurde, werden u. a. Werke von Scott Walker sowie Freddie Mercury aufgeführt.

    Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

  • Einzelausstellung: Catharine Czudej – SHHHHH, 9.7. – 4.9.2016

    Mit SHHHHH präsentiert der Kölnische Kunstverein die erste Einzelausstellung von Catharine Czudej in Deutschland. Das Werk der 1985 in Johannesburg geborenen und heute in New York lebenden Künstlerin umfasst Skulpturen, Installationen, Malereien sowie Filme und reflektiert die Beschäftigung mit Situationen des Alltags, historischen Entwicklungen sowie gesellschaftlichen Modellen. Dabei kennzeichnet ihr Schaffen zumeist ein humorvoller Umgang mit den verschiedenen Themenbereichen, der sich in einer poppigen, bisweilen überraschend absurden Erscheinung der Werke manifestiert: Ein Gegenstand oder ein Phänomen setzt freie Assoziationsketten in Gang, über die der Ausgangspunkt ihrer Arbeiten im Zuge des Gestaltungsprozesses verfremdet wird.

    Für ihre Ausstellung hat Czudej in der zentralen Halle des Kölnischen Kunstvereins ältere und neuere Arbeiten zu einem “Environment” zusammengestellt, das in vielen Facetten auf eine Wohnung verweist und damit Pop Art-Künstler wie etwa Claes Oldenburg ins Gedächtnis ruft. So finden sich in dem Raum diverse Stühle, ein Sofa, verschiedene Lampen, ein Spielzimmer mit überdimensionalen Schachfiguren sowie Utensilien eines Badezimmers. Die häuslichen Gegenstände können das Versprechen ihres Gebrauchswerts allerdings nicht halten: Leuchten und Sitzgelegenheiten sind aus Brezeln und Bierflaschen gebildet, während die aus bizarren Stoffen geformte Couch mit einer Wand verschmilzt und das Badinventar einem improvisierten Künstlerlaboratorium gleicht. Anhand der Objekte inszeniert Czudej skurrile Verformungen von Realität, die Fragen nach dem Potenzial der Imagination genauso aufwerfen, wie nach den Modi der Wahrnehmung.

    Ergänzt wird die Zusammenstellung durch ein Labyrinth aus Absperrbändern, das dem Wohnbereich vorgelagert ist und das als Readymade im Kontrast zu den sonstigen Arbeiten in der großen Halle steht. Czudej hat die Barrieren derart im Raum platziert, dass sie einerseits eine expressive Zeichnung im Raum formen und andererseits die herkömmliche Logik von Begrenzungs- und Leitsystemen ad absurdum führen. Für die Künstlerin hat das Labyrinth in seiner spezifischen Aufstellung den Charakter eines Spielfeldes, das von dem Besucher genauso betreten werden kann, wie von der vermeintlichen Bewohnerin des Apartments, bei der es sich um die Luftballonfigur handelt, die im Eingangsbereich auf Einlass wartet. Gleichzeitig suggeriert das System aus Barrieren eine Form von Ereignis oder Spektakel, das hinter der Begrenzung den Besucher überraschen könnte.

    Sind die Werke im zentralen Ausstellungsraum zu einem Arrangement verquickt, das genauso verspielt wie grotesk anmutet, weist die Präsentation der Objekte im Untergeschoss eine größere Strenge auf. Diese Arbeiten sind mehrheitlich auf Sand- und Steinsockeln installiert, die den Charakter musealer Präsentationsformen aufgreifen, was dem klassischen Thema von Czudejs Skulpturen zu entsprechen scheint. So spielen die Objekte mit ihren gewundenen Metallarmen formal auf die Skulpturen von Eduardo Chillida an, wobei die Künstlerin die Schwere und Monumentalität der Werke des spanischen Bildhauers durch die Integration von figurativen Details konterkariert. Die Gesichter und Hände, die mit den stabartigen Metallarmen zu interagieren scheinen, verleihen den Werken etwas Comichaftes, was nicht nur der generellen Suche Czudejs nach Narrationen entspricht, sondern ebenfalls die Diskussion um Autorschaft und Geschlechterbilder in den Fokus rückt.

    Ergänzt wird die Ausstellung durch einen neuen Film von Czudej, der im Kino des Kölnischen Kunstvereins aufgeführt wird und der eine neue Facette im Schaffen der Künstlerin repräsentiert. Die Arbeit dokumentiert die regelmäßigen Prozesse in jener US-amerikanischen Gießerei, in der die Czudej ihre Skulpturen produzieren lässt, sodass der Film sowohl konzeptuelle Aspekte beinhaltet, als auch auf Gesellschaftsstudien verweist.

    Catharine Czudej hatte bereits Einzelausstellungen u. a. bei Office Baroque in Brüssel (2016), Peep-Hole in Mailand (2015) und Ramiken Crucible in New York (2013). Darüber hinaus war sie an zahlreichen internationalen Gruppenausstellungen beteiligt. So zeigte sie Werke u. a. bei Off Vendome in New York (2016), Galerie Eva Presenhuber in Zürich (2016), Eden Eden in Berlin (2015), Zero in Mailand (2014) und François Ghebaly Gallery in Los Angeles (2014).

    Anlässlich der Ausstellung erscheint eine Edition.

  • Vortrag: Aus- & Vortragen – Anna Virnich, 01.06.2016

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    Bekannt wurde Anna Virnich mit großen und kleinen Stoffbildern, für die sie unterschiedliche Textilien zu Kompositionen verquickt, die zwischen Abstraktion und Narration pendeln. Mit gekonnter Souveränität schließt sie dabei an die Traditionen von Künstlern wie Blinky Palermo, Rosemarie Trockel oder Cosima von Bonin an. Das Schaffen der 1984 in Berlin geborenen Künstlerin beschränkt sich allerdings nicht nur auf die Gattung Malerei. Seit einigen Jahren produziert sie ebenfalls Installationen, für die sie organische Materialien wie Leder, Erde oder Pflanzen nutzt und die in verschiedener Weise unsere Sinne ansprechen.

    Im Rahmen ihres Vortrages wird Virnich die zentralen Stränge ihrer Praxis vorstellen und dabei insbesondere ihre beiden jüngsten Projekte in Köln (2015) und Mexico City (2016) beleuchten.

    Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird. Die Aufzeichnung finden Sie hier.

    Mit freundlicher Unterstützung durch:

  • Vortrag: Aus- & Vortragen – Anders Clausen, 25.05.2016
    Anders Clausen, Ibrahim Öztas, 2016

    (in englischer Sprache)

    Immer rasanter kommt es zu Innovationen in sämtlichen Bereichen des modernen Lebens. Diese Neuerungen entpuppen sich allerdings nicht immer als reine Erweiterungen persönlicher Freiheiten bzw. als bedingungslose Verbesserungen des alltäglichen Seins. Der Künstler Anders Clausen (*1978 in Kopenhagen, lebt und arbeitet in Berlin) untersucht mit seinen Arbeiten die andere, oftmals übersehene Seite technologischer Hervorbringungen, wie sie sich bspw. in der Abhängigkeit von zeitgenössischen Kommunikationsmedien zeigt. Im Rahmen seines Vortrags wird Clausen einen Einblick in seine Praxis geben und dabei insbesondere sein neustes Projekt in den Fokus rücken, bei dem es sich um ein Künstlerbuch handelt.


    Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird.

  • Sonderveranstaltung: Kölner Museumsfest, 22.05.2016
    Kuratoren-Führung durch die aktuelle Ausstellung von Andro Wekua im Rahmen des Kölner Museumsfestes 2016

    Andro Wekua, geboren 1977 in Georgien, hat in einem Zeitraum von mehr als zehn Jahren ein herausragendes Werk geschaffen, das zu den eindrucksvollen, zugleich aber auch geheimnisvollen Beiträgen zur jüngeren Gegenwartskunst gezählt werden kann. Ausgehend von seiner eigenen Biografie, die durch die Erfahrung des Bürgerkrieges in seinem Heimatland geprägt wurde, umkreist das Schaffen Wekuas die Frage, wie sich das persönliche bzw. kollektive Gedächtnis konstituiert, was der wahre Gehalt einer individuellen bzw. globalen Erinnerung ist und was in diesem Zusammenhang der Fiktion, der Imagination und Interpretation angehört. Die Bildkreationen, die der heute in Deutschland sowie in der Schweiz lebende Künstler realisiert, weisen dabei zumeist etwas Beängstigendes und Unheimliches auf und verweisen auf Prozesse des Unterbewussten. Unabhängig vom jeweiligen Medium, appellieren die Werke Wekuas unmittelbar an die Gefühlswelt des Betrachters, auch wenn sich diese nicht selten einer eindeutigen Lesbarkeit verweigern, was ihre unbehagliche Wirkung mit beflügelt.

  • Screening: Aus- & Vortragen – Lothar Hempel, 04.05.2016
    Lothar Hempel, Mäusebunker, Filmstill
    Mäusebunker

    Der Film Mäusebunker von Lothar Hempel befasst sich mit der Forschungsstelle für experimentelle Medizin in Berlin, die in einem Bauwerk untergebracht ist, das zwischen 1970 und 1981 errichtet wurde und dessen Architektur dem kompromisslosen Stil des Brutalismus verpflichtet ist. Dieses Gebäude, das visuell der Erscheinung eines Schlachtschiffes ähnelt und das u. a. die zentrale Versuchtierzucht und -haltung der hauptstädtischen Universitätsmedizin beheimatet, ist Schauplatz unterschiedlicher, teilweise gegensätzlicher Episoden. So zeigt der Film beispielsweise die Transformation einer Wissenschaftlerin in eine Heilige, während in anderen Szenen postmoderne Möbel aus Italien Gegenstand sind oder gelbe Bananen vor grauem Beton in Erscheinung treten. Insgesamt weist das Werk den Charakter einer surrealistischen Collage auf, wobei es aufgrund der kontinuierlichen Bearbeitung durch den Künstler keinesfalls statisch ist.

    Lothar Hempel (*1966 in Köln) war mit seinen Werken u. a. im Le Magazin in Grenoble, im Institute of Contemporary Arts in London oder im Museum of Contemporary Arts in Los Angeles zu sehen.

    Laufzeit: 56 Minuten

    Den Trailer des Films finden Sie hier.

  • Führung: Kuratorenführung durch die aktuelle Ausstellung von Uri Aran mit Moritz Wesseler, 20.04.2016

  • Veranstaltung: Cannibal, 16.04.2016
    Cameron Jamie, Cannibal
    Konzert der Band Cannibal

    Cannibal, die gemeinsame Band von Cary Loren, Dennis Tyfus und Cameron Jamie, vereint drei singuläre Künstlerbiografien mit deutlichen Musikbezügen.

    Cary Loren gehörte mit Mike Kelley, Jim Shaw und Nigara (Lynn Rovner) zu jener Gruppierung junger KünstlerInnen, die 1973 an der University of Michigan die Art-School-Band Destroy All Monsters gegründet hat. In seinem Manifesto of Ignorance; Destroy all Monsters spricht er davon, mit Destroy All Monsters eine Menagerie aus Wörtern, Bildern und Tönen aufgefahren zu haben, um dem ur-männlich geprägten US-Rock der 70er Jahre eine andere Geste entgegen zu halten. Eine, die offen für Zweifel und Sehnsüchte war. Eine, bei der alle Beteiligten nicht immer (wenn denn jemals) wussten, wo sie sie hinführen würde. Man verstand sich in der Tradition von freien Jazz-, Rock- und Avantgardegeistern wie Sun Ra, Captain Beefheart und den Silver Apples, negierte aber auch nicht den Rock von Stooges oder MC5 (zu den späteren Mitgliedern gehörten Ron Asheton von den Stooges und Michael Davis von MC5). Die Shows erinnerten an das Theater Grand Guignol und waren kurze, blutige, anarchisch-apokalyptische Ausbrüche, bei denen alles möglich war.

    Dennis Tyfus, der mit bürgerlichen Namen Dennis Faes heißt, betreibt in Antwerpen das Ultra Eczema Studio. Als Kind der 80er Jahre repräsentiert er einen für diverse Ausrichtungen offenen Künstlertypus. Tyfus arbeitet mit völliger Selbstverständlichkeit ebenso als Illustrator und Veranstalter wie als Bildender Künstler, Radiojournalist und Musiker – letzteres gleich unter einer Vielzahl an Solo-Aliasen (Bitchy Vallens, Herr Keula, Penis Tea Flush, Vom Grill) und in drei Bandkonstellationen (neben Cannibal sind dies noch Call Gypsi und Speedqueen). Kein Bereich ist ohne den anderen denkbar, die künstlerische Praxis ein spinnennetzartiges Gebilde, in dem alles für alles Bedeutung in sich trägt.

    Der in Los Angeles Ende der 60er Jahre geborene und nun dauerhaft in Paris lebende Cameron Jamie stellt sozusagen das Scharnier zwischen den Generationen dar bei Cannibal. Die multidisziplinäre Praxis von Jamie umfasst Performance, Ton, Zeichnungen, Plastik, Fotografie, Künstlerbücher und Filme. Mit seinen filmischen Arbeiten untersucht Cameron Jamie inwieweit geografische und traditionelle Festschreibungen den Alltag von Menschen zu prägen vermögen. Er hinterfragt die Ablenkungsprojektionsmechanismen von Gesellschaften und ihren Mitgliedern und den diesen anhängigen Schattenwürfe. Seine filmischen Dokumentationen sind karge, direkte Einblicke in eine Welt der sinnsuchenden Begierde. Hierfür arbeitet er sehr intensiv mit der Musik als Stilelement, zu seinen Kollaborateuren gehören dabei unter anderem die amerikanische Rock-Band The Melvins und der japanische Free-Noise-Musiker Keiji Haino.

    Bis dato gibt es zwar nur einen Tonträger von Cannibal: Cannibal (dessen Plattencover von Cameron Jamie gestaltet wurde), der Referenzkosmos, den die drei Protagonisten damit aufmachen, beweist jedoch bereits eindrucksvoll, dass man Cannibal in der Traditionslinie des von Mayo Thompson Mitte der 60er Jahre gegründeten Avantgarde-Rock-Kollektivs Red Krayola und Lorens Band Destroy All Monsters lesen darf.
    Über den Verlauf der fünfzehn Songs (die teilweise die charakterlichen Züge von Skizzen und Interludes tragen), die 2010 von Loren, Tyfus und Jamie in Antwerpen aufgenommen wurden und in aller Abgehangenheit erst drei Jahre später in Detroit von Warn Defever und Cary Loren abgemischt wurden, entwickelt sich ein chaotisch anmutender Strudel der Gefühle. Es ist ein Chaos, dessen narrative Stringenz sich jedoch einstellt, wenn man die Angst vor der Desorientierung erst einmal abgelegt hat. Inspiriert von White Trash und Horror (Anti-)Ästhetiken zelebrieren die drei einen wilden ekstatischen Ausbruch zwischen freier Improvisation und akzentuierter rhythmischer Signifikanz.

    Es ist eine zugleich abstoßende wie auf eigentümliche Art und Weise klebrig anziehende Mischung, die Cannibal da auf uns loslassen. Symbolisch auf den Punkt gebracht in ihrem Song Sweet Dreams, in dem aus dem bösen und düsteren White Noise plötzlich manisch vorgetragene Stimmfetzen greifbar werden, deren einzelne, wortähnliche Gebilde sich peu a peu in unseren popkulturell geschulten Köpfen als Fragmente von Sweet Dreams (are made of this) von der britischen 80s-Pop-Gruppe Eurythmics zusammenfügen:

    “Who am I to disagree … I travel the world and the seven seas … Everybody´s looking for something … Sweet Dreams … “

    Transmission Interruptions.
    Schlaglöcher der Existenz.
    Der ganz normale Wahnsinn.

    Der Bandname selbst, also der Verweis auf den Kannibalismus, spielt natürlich mit der urmenschlichen Angst vor den eigenen Abgründen. Der Vorstellung von seinesgleichen gegessen zu werden, haftet ja zugleich die Frage an, was es bedarf, dass man selbst einen Menschen essen würde? Wenn Cannibal einen Song Phantasm nennen, dann nicht, um es uns einfach zu machen und alles als reines Hinrngespinst, als Sinnestäuschung und Produkt unser Fantasie zu dekonstruieren, sondern um den inneren Vertigostrudel noch eine Ebene weiter um sich selbst herum zu treiben.

    Das Grauen schleicht sich in Phantasm (und in vielen weiteren Stücken von Cannibal) wie in einem japanischen Horrorfilm an: nicht als leise Ahnung des Bösen wie im europäischen Kino, sondern mit der vollen Wucht des omnipräsenten und unausweichlichen Terrors. Die Länge von 2 Minuten gibt es bereits vor: in diesem Stück gibt es keinen Ort und keine Zeit für falsche Hoffnungsfährten. Warum sich noch Illusionen hingeben, wenn doch das Tick und Tack des Lebens in seiner konsequenten Endlichkeit allen bewusst ist. Und so quietscht und klopft und schreit es aus den Eingeweihten – und am Ende frisst sich der Schrei langsam selbst, ganz so wie der Mensch den Menschen in bester Fassbinder Manier noch immer klein gekriegt hat.

    In diesem Sinne: alles ist hörbar, nichts ist sicher. Cannibal spielen mit offenen Karten und dem vollen Bewusstsein dafür, dass auf Erden nichts düsterere Abgründe zu bieten hat als die menschliche Existenz.

    Wir dürfen gespannt sein, wie uns die Gruppe Cannibal all dies und noch viel mehr im Kölnischen Kunstverein darzubieten gedenkt. Cannibal wird von John Sinclair gemanagt, dem früheren MC5-Manager.

    Eine Hörprobe von Cannibal finden Sie hier.

    Einlass ab 20 Uhr, Beginn 20:30 Uhr, Vorverkauf ab 18 Uhr

    Mit freundlicher Unterstützung der Julia Stoschek Collection.

  • Einzelausstellung: Andro Wekua – Anruf, 15.4. – 19.6.2016

    Andro Wekua, geboren 1977 in Georgien, hat in einem Zeitraum von mehr als zehn Jahren ein herausragendes Werk geschaffen, das zu den eindrucksvollsten, zugleich aber auch geheimnisvollsten Beiträgen zur jüngeren Gegenwartskunst gezählt werden kann. Ausgehend von seiner eigenen Biografie, die durch die Erfahrung des Bürgerkrieges in seinem Heimatland geprägt wurde, umkreist das Schaffen Wekuas die Frage, wie sich das persönliche bzw. kollektive Gedächtnis konstituiert, was der wahre Gehalt einer individuellen bzw. globalen Erinnerung ist und was in diesem Zusammenhang der Fiktion, der Imagination und Interpretation angehört. Die Bildkreationen, die der heute in Deutschland sowie in der Schweiz lebende Künstler realisiert, weisen dabei zumeist etwas Beängstigendes und Unheimliches auf und verweisen auf Prozesse des Unterbewussten. Unabhängig vom jeweiligen Medium, appellieren die Werke Wekuas unmittelbar an die Gefühlswelt des Betrachters, auch wenn sich diese nicht selten einer eindeutigen Lesbarkeit verweigern, was ihre unbehagliche Wirkung mit beflügelt.

    Die Ausstellung im Kölnischen Kunstverein ist nicht nur die erste große Schau des Künstlers im Rheinland, sondern ebenfalls die erste umfassendere Präsentation in Deutschland seit fünf Jahren. Die Werke in der Ausstellung führen die Stringenz innerhalb Wekuas Schaffens in repräsentativer Weise vor Augen. So präsentiert der Künstler in der großen Ausstellungshalle eine komplexe, raumgreifende Installation, die den Betrachter in eine traumartige Welt überführt. Im Zentrum steht dabei eine unbetitelte, lebensgroße Figur (2014), die an exponierter Stelle von der Decke hängt und halb androgyner Mensch, halb Roboter zu sein scheint. Mit dem Kinn balanciert das Wesen auf einer schaukelartigen Vorrichtung und ist damit in einer physisch unmöglichen Haltung wiedergegeben, die die ohnehin schon deutlich ausgeprägte Fremdartigkeit und Entrücktheit der Gestalt noch verstärkt.

    Lässt diese skulpturale Arbeit von Andro Wekua Momente des Surrealen und des Fantastischen anklingen, verweist das unbetitelte Seestück (2016), das der Figur in der Ausstellungshalle in merklichem Abstand gegenübergestellt ist, auf eine andere Tradition. So können in dem Gemälde Anspielungen auf die britischen und französischen Landschaftsmalereien des 19. Jahrhunderts, wie auch auf die auf Ausdruck bedachten Pendants des frühen 20. Jahrhunderts nachvollzogen werden, wobei Wekua sein Werk zu einer koloristischen Komposition verdichtet, die die verschiedenen Temperamente des Meeres auf einer psychischen Ebene spürbar macht.
    In dem Ausstellungsraum verbinden sich das Bild und die Skulptur zu einer Einheit, für die die eigens entworfene Architektur mit ihren verschiedenen Untergliederungen sowie ihrer intensiven Farbigkeit den Rahmen bildet. Die Wirkung, die sich mit dieser theatralischen Inszenierung verbindet, könnte eindringlicher kaum sein, sodass sie den Rezipienten unmittelbar beeinflusst und sich nachhaltig in dessen Bewusstsein einschreibt.

    Ergänzt wird dieses installative Konglomerat durch die Präsentation der filmischen Arbeiten von Andro Wekua, die zwischen 2003 und 2012 entstanden und im Kino des Kölnischen Kunstvereins aufgeführt werden. Diese Werke, die teils auf vorgefundenem Material, teils auf eigens produzierten Sequenzen basieren, pendeln zwischen historischem Dokumentar-, Horror- sowie Science-Fiction-Film und zeigen Bilder zwischen Erinnerung, Traum und Vision, die eine nicht minder unter die Haut gehende Atmosphäre vermitteln.

    Andro Wekua hatte u. a. Einzelausstellungen in der Kunsthalle Wien (2011), im Fridericianum in Kassel (2011), im Castello di Rivoli in Turin (2011), im Camden Art Center in London (2008), im Boijmans van Beuningen in Rotterdam (2007) sowie im Kunstmuseum Winterthur (2006). 2011 war er zudem für den Preis der Nationalgalerie nominiert.

    Die Ausstellung wird gefördert durch:

    und mit freundlicher Unterstützung der Julia Stoschek Collection

  • Künstlergespräch, Screening: Aus- & Vortragen – Alex Wissel & Jan Bonny, 30.03.2016
    Rheinlandpremiere des Films Single

    Der Film Single von Alex Wissel und Jan Bonny erzählt in mehreren ineinander verschachtelten Reflexionsebenen von Identitätsfragen sowie persönlicher und universeller Einsamkeit:

    Der junge Künstler Alex wird von seiner Freundin verlassen und sucht neue Bestätigung in der Eröffnung eines Nachtclubs, dem sog. Single Club.
    Dieses Etablissement existierte von Juni 2011 bis Juni 2012 und befand sich in den Kellerräumen des Lokals Bistro Agi unweit des Düsseldorfer Hauptbahnhofs. Der Club wurde von Wissel als alternatives Modell von öffentlichem Raum und partizipativer „Sozialskulptur“ konzipiert. (www.single-club.in)

    Der Film, der aus dem realen Dokumentationsmaterial des Clubs, Reenactments und einer fiktiven Geschichte besteht, beinhaltet u. a. Gastauftritte von Lars Eidinger, Rita McBride, Peter Doig, Agipet Iljazi, Hans-Jürgen Hafner, Magdalena Kita und Sibel Kekilli.

    Die Aufzeichnung des Künstlergesprächs finden Sie hier.

    Aus- & Vortragen wird unterstützt durch:

  • Vortrag, Performance: Aus- & Vortragen – Kalin Lindena, 16.03.2016

    Weltpremiere

    Die 1977 in Hannover geborene Künstlerin Kalin Lindena studierte bei Prof. Johannes Brus sowie Prof. Walter Dahn an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig und lebt heute in Berlin. Ihre Präsentationen haben zumeist den Charakter von bühnenhaften Inszenierungen, die herkömmliche Ausstellungsmodi unterwandern. So kombiniert Lindena Textilien, Objekte aus Papier, figurative Metall-Konstrukte und filmische Werke zu komplexen Installationen, die den Gedanken eines Gesamtkunstwerkes aufgreifen und nicht selten zum Schauplatz für performative Werke werden. Mit ihrem Schaffen verbindet sich insofern eine besondere Form von Dynamik, die den Betrachter unmittelbar berührt und ihn in ihren Bann zieht. Für die Veranstaltung im Kölnischen Kunstverein plant Kalin Lindena unter dem Titel Weltpremiere einen performativen Vortrag, der einen Eindruck von der Vielfalt ihres Schaffens geben wird.


    Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung gefilmt wird. Die Aufzeichnung des Vortrags finden Sie hier.

    Aus- & Vortragen wird unterstützt durch:

  • Führung: Kuratorenführung durch die Ausstellung von Uri Aran mit Patrick C. Haas, 09.03.2016

  • Workshop: Kinderworkshop in der aktuellen Ausstellung von Uri Aran, 28.02.2016
  • Performance: Aus- & Vortragen – Alvaro Urbano, 24.02.2016

    Dead Men Tell No Tales

    Alvaro Urbanos (*1983 in Madrid, lebt in Berlin) Werke weisen einen starken Bezug zu Architektur und Fiktion auf. Dabei greift er auf das für ihn jeweils passende Medium zurück, das sich von raumgreifenden Installationen, über Film bis hin zur Performance erstrecken kann. In diesem Zusammenhang steht auch die im Kölnischen Kunstverein uraufgeführte Performance Dead Men Tell No Tales (2016). In drei Akten, die wiederholend und gleichzeitig aufgeführt werden, analysiert der Künstler das Verhältnis von Künstlerbiographien, ikonischen Kunstwerken und Präsentationsmodi in Ausstellungen. Ein wichtiger Moment stellt die Wahrnehmung der Objekte dar: Überlebens große Sockel, die sich schwermütig durch den Raum bewegen – leer und ohne Inhalt. Ein Teppich auf dem ein Kind spielt, jedoch nicht mit Spielzeug sondern Nachbildungen berühmter Kunst- und Kulturgüter. Eine schwarz gekleidete Person die mit Hilfe einer Schaufel ein Objekt im Garten des Kunstvereins vergräbt.

    Die Aufzeichnung der Performance finden Sie hier.

    Aus- & Vortragen wird unterstützt durch:

  • Einzelausstellung: Uri Aran – Mice, 13.2. – 27.3.2016

    Der Kölnische Kunstverein freut sich, mit Mice die erste umfassende Einzelausstellung von Uri Aran in Deutschland präsentieren zu können. Der 1977 in Jerusalem geborene und mittlerweile in New York lebende Künstler untersucht in seinen Skulpturen, Gemälden, Zeichnungen, Filmen und Fotografien die Grundlagen von Sprache, Kommunikation und Wahrnehmung, die Bedingungen der sozialen Interaktionen sowie die dafür notwendigen gesellschaftlichen Regeln. Als Basis der Arbeiten fungieren zumeist einfache Materialien, Zeichen, Formen, Bilder und Gesten, die Aran derart in Beziehung zueinander setzt, dass sich neue Sinnzusammenhänge ergeben. Dabei erwecken die Konstellationen den Eindruck, Teil einer Narration zu sein, ohne das sich allerdings eine eindeutige Erzählung nachvollziehen ließe.

    Die Ausstellung im Kölnischen Kunstverein versammelt sowohl ältere als auch eigens für die Institution produzierte Werke und bietet somit die Möglichkeit einer intensiven Auseinandersetzung mit den verschiedenen Facetten des Schaffens von Aran. Ein Hauptwerk der Präsentation bildet die in der großen Ausstellungshalle installierte Skulptur Game (2016), die formal auf antike Brettspiele verweist. Die obere Seite des aus Gips gefertigten Werkes ist durch runde, gelegentlich auf Obst und Gemüse verweisende Vertiefungen strukturiert, in denen Metallkugeln, Nüsse und Hundekuchen unterschiedlich arrangiert werden können. Neben der Untersuchung der Frage nach welchen Kriterien die verschiedenen Elemente systematisiert und organisiert werden können, reflektiert die fast schon monumental anmutende Arbeit den Gedanken der Integration des Rezipienten in das Werk, wie auch den Aspekt der Veränderbarkeit einer Skulptur.

    Die filmischen Arbeiten Arans, die einerseits Game in der zentralen Ausstellungshalle flankieren und andererseits das Kino des Kölnischen Kunstverein besetzen, lassen demgegenüber die Beschäftigung mit der Gefühlswelt des Rezipienten nachvollziehen. Dabei gilt ein zentrales Interesse der Frage, wie ein auditiver oder visueller Stimulus gebildet und gesendet wird, um eine bestimmte emotionale Reaktion hervorzurufen. Ein Beispiel hierfür ist die Arbeit Black Stallion (2011), bei der es sich um den Abspann des gleichnamigen Filmklassikers des Regisseurs Francis Coppola handelt. Die ergreifende Musik wie auch die Aufnahmen von dem mit einem Pferd spielenden Kind erzeugen bei dem Rezipienten ein Gefühl der Melancholie, dem man sich nur schwerlich entziehen kann.

    Eine ähnlich starke Wirkung entfaltet ebenfalls die Arbeit Dog (2006), die den Künstler in Frontalansicht zeigt, wie er weinend einen Hund streichelt, wobei ihm das Tier – gleich der Umarmung zweier Menschen – den Kopf über seine Schulter gelegt hat. Der Film, der formal die Arbeit I’m too sad to tell you des 1975 verschollenen, holländischen Künstlers Bas Jan Ader in Erinnerung ruft, appelliert ohne Umschweife an das Einfühlungsvermögen des Rezipienten. Unweigerlich wird das Gefühl der Betroffenheit und der Trauer erweckt, so dass das manipulative Potential der Bilder sowie des Tons offenbar wird.

    Scheinen die genannten filmischen Werke mit einer gewissen, aber keinesfalls überdeutlichen Vehemenz in Erscheinung zu treten, haben die Gemälde und Zeichnungen Uri Arans einen eher unaufdringlichen Charakter. Dabei weisen die Arbeiten, die punktuell in der zentralen Ausstellungshalle sowie im Treppenhaus und umfassender im zweiten Obergeschoss sowie im Rahmen eines druckgrafischen Arbeitsraumes im Keller gezeigt werden, ein relativ weites Spektrum an Ausdrucksformen auf. So pendeln die Gemälde und Zeichnungen zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit, wobei sich eindeutig lesbare Portraits oder Szenerien mit gestischen oder farblichen Kompositionen abwechseln. Eingeschriebene Buchstaben und Wörter lassen sich in diesem Zusammenhang in den Arbeiten genauso ausmachen, wie collagierte Fotos oder Alltagsobjekte. Die unterschiedlichen Bestandteile verdichten sich innerhalb der Gemälde und Zeichnungen zu einer Formulierung, der ein unergründliches Geheimnis innewohnt, das ebenfalls als ein wesentliches Merkmal der sonstigen Werke von Uri Aran angesehen werden kann.

    In der jüngeren Vergangenheit hatte Uri Aran Einzelausstellungen u. a. bei Peep-Hole in Mailand (2014), in der Kunsthalle Zürich (2013) sowie in der South London Gallery (2013). Darüber hinaus war er an der Whitney Biennial (2014) und der Biennale von Venedig (2013) beteiligt.

  • Künstlergespräch: Uri Aran, 10.02.2016

2015
  • Führung: Ketuta Alexi-Meskhishvili führt durch ihre Ausstellung, 02.12.2015

  • Ausstellung: Jahresgaben, 2. – 20.12.2015

  • Führung: Kinderführung durch die aktuellen Austellungen, 29.11.2015

  • Führung: Kuratorenführung mit Patrick C. Haas durch die Ausstellungen von Ketuta Alexi-Meskhishvili und Stephen G. Rhodes, 25.11.2015

  • Einzelausstellung: Stephen G. Rhodes – Or the Unpreparedness Prometheus and Pals, 15.11. – 20.12.2015
    Stephen G. Rhodes, Ankündigungsmotiv zur Ausstellung Or the Unpreparedness Prometheus and Pals im Kölnischen Kunstverein 2015

    Die Installationen des 1977 in Houston geborenen Künstlers Stephen G. Rhodes sind durch die Nutzung vielfältiger Medien und Materialien gekennzeichnet und weisen zumeist raumgreifenden Charakter auf. Ausgangspunkte der Werke sind in der Regel geschichtliche Ereignisse, gesellschaftliche Phänomene und kunst- oder filmhistorische Positionen, die er einer Untersuchung unterzieht, mit alternativen Wertesystemen konfrontiert und in sein eigenes Sprachsystem überträgt. Für die Ausstellung im Kölnischen Kunstverein, bei der es sich um die erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland handelt, produziert Rhodes einen neuen Film für das Kino sowie eine komplexe, begehbare Installation für die Ausstellungshalle.

    Im Zentrum stehen dabei zwei Orte, deren unterschiedliche Entwicklungen Rhodes im Rahmen seiner Ausstellung miteinander verknüpft und als Basis einer Narration nutzt. Dabei handelt es sich zum einen um das Bayou Corne Sinkhole in einem Sumpfgebiet im Südosten des amerikanischen Bundesstaates Louisiana und zum anderen um das Sweethaven Village auf Malta. Die Erdsenkung entstand 2012, als es in dem Gebiet in Folge des Einsatzes des Fracking-Verfahrens durch ein amerikanisches Industrieunternehmen zu unterirdischen Einstürzen kam und das überirdische Erdreich in die Tiefe gerissen wurde. Hunderte von Anwohnern wurden in der folgenden Zeit aus dem nahegelegenen Ort evakuiert, um sie vor der drohenden Gefahr von weiteren Einstürzen zu schützen.
    Das Sweethaven Village auf Malta hat demgegenüber einen weniger belasteten Hintergrund und fungiert in gewisser Weise als Gegenpart zu der amerikanischen Unglücksstätte. Das Dorf entstand 1979/80 als Kulisse für den Popeye-Film des Regisseurs Robert Altman und ist nach dem Abschluss der Dreharbeiten aus Kostengründen nicht zurückgebaut worden, sodass es schliesslich von den Inselbewohnern in einen Vergnügungspark umgewandelt wurde.
    Die Welt der Imagination, wie sie sich in dem Sweethaven Village manifestiert, trifft somit auf eine Realität der Industrie, die im Fall des Bayou Corne Sinkholes den Bereich des Unvorstellbaren berührt. Dabei verknüpft Rhodes die Geschichten der beiden Orte sowohl mit dem tagesaktuellen Aspekt der Flucht bzw. des Verlassens, als auch mit der mythologischen Figur Prometheus sowie den Protagonisten des Romans Frankenstein von Mary Shelley.

    Stephen G. Rhodes lebt und arbeitet in Berlin und New Orleans. Er hatte Einzelausstellung im Migros Museum in Zürich (2013) sowie im Hammer Museum in Los Angeles (2010). Darüber hinaus war an Gruppenausstellungen u.a. in den Kunst-Werken in Berlin (2015), im CCA Wattis Institute for Contemporary Art in San Francisco (2011) sowie im New Museum in New York (2009) beteiligt.

  • Einzelausstellung: Ketuta Alexi-Meskhishvili – Hollow Body, 15.11. – 20.12.2015

    Ketuta Alexi-Meskhishvili, die 1979 in Tiflis geboren wurde und mittlerweile in Berlin lebt, erforscht mit großer Akribie die Möglichkeiten der Fotografie. Ein zentrales Interesse kommt den vielfältigen Methoden der Collage zu, die die Künstlerin mit Virtuosität zum Einsatz bringt. So experimentiert sie mit vorgefundenen und eigenen Bildern oder Materialien und fügt diese in neuen Konstellationen zusammen. Dabei nimmt sie nicht selten Eingriffe an den Vorlagen vor, indem sie diese bewusst zerkratzt, beschneidet oder mit anderen handgemachten Spuren versieht. Die Resultate werden mit analogen oder digitalen Reproduktionsmethoden festgehalten, wobei die entstandenen Bilder meist nur ein Zwischenstadium repräsentieren. Bis zum finalen Abzug werden sie unter dem Einsatz verschiedenster Methoden weiter bearbeitet, sodass das Verfahren eher einem bewussten Komponieren, als dem spontanen Festhalten eines Moments entspricht.

    Die Bilder, die die Künstlerin im Rahmen dieses Prozesses entstehen lässt, reichen von Porträts, Stillleben und Architekturaufnahmen bis hin zu Abstraktionen und verweisen auf die jüngere Fotografie- und Kunstgeschichte genauso wie auf die Bildsprache und Ästhetik der Werbung. Unabhängig vom jeweiligen Sujet sind viele der Arbeiten von einer Rätselhaftigkeit geprägt, die nicht unwesentlich zu der Wirkung der Werke beiträgt. Sie wird beflügelt von den Brüchen, die den Fotografien im Zuge des mehrstufigen Produktionsverlaufs innewohnen und die den Rezipienten auf Distanz halten.

    Für die Präsentation von Ketuta Alexi-Meskhishvili im Kölnischen Kunstverein, bei der es sich um ihre erste institutionelle Einzelausstellung handelt, wurde eigens eine neue Werkgruppe konzipiert, die sowohl fotografische als auch installative Arbeiten umfasst. Im zweiten Obergeschoss des Hauses wird eine Zusammenstellung von Fotografien präsentiert, der ein transluzenter, mit unterschiedlichen Motiven bedruckter Vorhang im Auge des Treppenhauses gegenübersteht. Zusammengenommen geben die verschiedenen Arbeiten einen umfassenden Eindruck von der Vielschichtigkeit des Schaffens von Ketuta Alexi-Meskhishvili, die in der jüngeren Vergangenheit mit ihren Arbeiten international, wie etwa im New Museum in New York, für Aufsehen sorgte.

    Gefördert durch die Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West.

  • Performance: Aus- & Vortragen – Luke Fowler & Marcus Schmickler, 28.10.2015
    Luke Fowler, Landscape Portrait, Foto: A. Dimmick
    Performance for Synthesis and Organic Oscillators

    Luke Fowler, geboren 1978, studierte angewandte Kunst am Duncan of Jordanstone College of Art and Design in Dundee. Der Schwerpunkt seiner künstlerischen Praxis liegt auf filmischen Collagen, mit denen er an die Tradition des britischen Free Cinema der 1950er Jahre anknüpft. Die Werke des in Glasgow lebenden Künstlers, der ebenfalls als Musiker und als Dokumentarfilmer arbeitet, waren in den vergangenen Jahren u.a. in der Tate Modern in London, in der Schirm Kunsthalle in Frankfurt sowie im Museum Ludwig in Köln zu sehen. 2012 war Fowler zudem für den Turner Prize nominiert.

    Marcus Schmickler, geboren 1968, ist ein in Köln lebender Komponist und Musiker. Sein mehrfach prämiertes und international rezipiertes Schaffen umfasst sowohl Elektronische Musik, als auch Kompositionen für Kammerensemble, Chor und Orchester. Seit 2010 unterrichtet Schmickler Music/Sound am Bard College in Annandale-on-Hudson, New York.

    Die Aufzeichnung der Performance finden Sie hier.

  • Sonderveranstaltung: Museumsnacht im Kölnischen Kunstverein, 24.10.2015

    Programm:
    19:00, 20:00, 21:00, 22:00, 23:00 Kuratoren-Führung durch die aktuelle Ausstellung

    Die ersten 350 Besucher erhalten ein Überraschungspaket von Aēsop.

    Junge, internationale Künstler zeigen im Kölnischen Kunstverein ihre Werke. Und das schon seit mehr als 175 Jahren. Ein vielseitiges Begleitprogramm bestehend aus Performances, Vorträgen und Workshops bietet den Besuchern zudem die Möglichkeit, hautnah an der zeitgenössischen Kunstproduktion teilzuhaben.

    Das portugiesische Duo João Maria Gusmão + Pedro Paiva, das 2009 auf der Biennale von Venedig ihr Land vertrat und seither international in der Kunstszene gefeiert wird, präsentiert im Kölnischen Kunstverein eine neue Werkgruppe, die eindrucksvoller kaum sein könnte. Im Zentrum stehen große Bronzeskulpturen, die Figuren, Tiere, Alltagsgegenstände oder wissenschaftliche Instrumente zeigen und die durch ungewöhnliche, bisweilen konträre Konstellationen eine surreale Bedeutungsverschiebung erfahren. Ergänzt werden die Skulpturen durch geheimnisvolle filmische Werke im Kino und Theatersaal sowie durch eine faszinierende Camera Obscura im Untergeschoss des Gebäudes, sodass die Ausstellung einen umfassenden Eindruck von der Praxis der jungen Künstlerstars vermittelt.

    Weitere Informationen zur Museumsnacht 2015 finden Sie auch hier.

  • Führung, Workshop: Kinderführung & -workshop durch die Ausstellung von João Maria Gusmão + Pedro Paiva, 11.10.2015

  • Veranstaltung: Aus- & Vortragen – Andreas Schmitten und Helmut Leder, 07.10.2015
    Andreas Schmitten, Basic Distinct, 2015, Foto: Peter Mallet
    Andreas Schmitten im Gespräch mit dem Wahrnehmungspsychologen Helmut Leder, Universität Wien

    Andreas Schmitten studierte zunächst Kunstgeschichte und Philosophie, um sich dann an der Kunstakademie Düsseldorf in den Klassen von Prof. Hubert Kiecol und Prof. Georg Herold mit der Bildhauer auseinanderzusetzen. Seit seinem Abschluss im Jahr 2012 war Schmitten mit seinen bemerkenswerten Skulpturen und Rauminstallationen an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland beteiligt.

    Helmut Leder ist seit 2004 Professor für kognitive Psychologie an der Universität Wien. Der Schwerpunkt seiner Forschung liegt auf der Ästhetik sowie der Psychologie der Kunst und des Designs.

  • Führung, Workshop: Kinderführung & -workshop durch die Ausstellung von João Maria Gusmão + Pedro Paiva, 13.09.2015

  • Künstlergespräch: Aus- & Vortragen – Gesine Borcherdt und Matias Faldbakken, 02.09.2015
  • Einzelausstellung: João Maria Gusmão + Pedro Paiva – The Missing Hippopotamus, 29.8. – 25.10.2015

    Situationen, in denen das Erklärbare und rational Fassbare auf das Undeutbare trifft, repräsentieren einen der zentralen Interessensbereiche des Künstlerduos João Maria Gusmão (geboren 1979 in Lissabon) + Pedro Paiva (geboren 1977 in Lissabon). Ihren Arbeiten, bei denen es sich um Filme, Fotografien, Camerae Obscurae sowie Skulpturen handelt, zeigen physikalische Experimente, Abläufe der Natur, Episoden des Alltags oder der Geschichte, mit denen sich zumeist geheimnisvolle, nicht selten auch übersinnliche Momente verbinden. Die scheinbar wissenschaftliche, objektive Sicht auf die Dinge, die dabei viele ihrer Arbeiten prägt, überführt das Unerklärliche in die vertraute Realität, löst deren Rätselhaftigkeit allerdings nicht auf.

    Die besondere Wirkung der Werke brachte dem Duo schon früh eine größere Aufmerksamkeit ein, so dass die beiden Portugiesen bereits auf eine beachtliche Ausstellungshistorie zurückblicken können. So stellten die Künstler u.a. im CCA Wattis Institute for Contemporary Arts in San Francisco (2008), in der IKON Gallery in Birmingham (2010), im Kunsthaus Glarus in Glarus (2012) oder im Hangar Bicocca in Mailand (2014) aus. 2009 vertraten sie zudem Portugal auf der 53. Biennale von Venedig.

    Im Rahmen der Ausstellung im Kölnischen Kunstverein werden erstmals die Skulpturen des Künstlerduos in den Vordergrund gerückt, die im Ausstellungsbetrieb bislang eher selten präsentiert wurden und die in der jüngeren Vergangenheit für die Praxis von Gusmão + Paiva zunehmend an Bedeutung gewonnen haben. Wie in den Filmen und Fotografien, untersuchen die Portugiesen auch mit dieser spezifischen Werkgruppe unser Verhältnis zur Realität und stellen dieses mit viel Feingefühl, Akribie und nicht zuletzt auch mit Humor auf den Kopf. Die in der Regel in Bronze gegossenen Objekte beziehen sich unter anderem auf Alltagsgegenstände, wissenschaftliche Instrumente, Architekturen oder Tiere, die durch ungewöhnliche, bisweilen konträre Konstellationen eine zuweilen surreale Bedeutungsverschiebung erfahren.

    Ergänzt werden die, für den Pavillon vorgesehenen skulpturalen Arbeiten durch neue filmische Werke, die eigens für das Kino sowie das Theater des Kölnischen Kunstvereins konzipiert wurden und als ein Paradebeispiel für die Auseinandersetzung der beiden Künstler mit den bewegten Bildern angesehen werden können. Darüber hinaus ist für das ntergeschoss der Institution eine Camera Obscura vorgesehen, so dass durch die Ausstellung nicht nur die Auseinandersetzung mit den Skulpturen von Gusmão + Paiva vertieft werden kann, sondern auch erstmals die Beziehung dieser spezifischen Werkgruppe zu den sonstigen Bereichen ihres künstlerischen Schaffens eindeutig ersichtlich wird.

    Die Ausstellung wird durch die Kunststiftung NRW gefördert.